Tag 10: Rafting & Swimming

Heute war ein toller Tag: wir haben nicht viel gemacht, aber das, was wir gemacht haben, war super!

Zuerst stand heute morgen ja nämlich Rafting an. Wir standen früh auf und mussten erst einmal eine dreiviertel Stunde nach Turangi fahren, das am anderen Ende des Sees liegt.

Irgendwann waren wir dann bei unserem Veranstalter angekommen, durften uns gleich umziehen und saßen fix dann auch schon im Kleinbus, der uns zum Ausgangspunkt unserer Tour brachte.

Der Neoprenanzug war zwar etwas unbequem, dafür hat er und die andere Kleidung aber schön warmgehalten. Eine dicke Schwimmweste, um nicht untergehen zu können, Neoprenstiefel und ein Helm gegen herabfallende Steine und Co.. rundeten unser doch recht komisches Erscheinungsbild ab.

Dann hieß es auch schon bald ins Boot zu steigen, nachdem wir es allemann einen steinigen, steilen Pfad zum Fluss runtergetragen haben. Der Fluss ist übrigens der Tongariro, wonach der gleichnamige Nationalpark benannt ist. Unser Streckenabschnitt ging durch unberührten Regenwald und Schluchten, die mich etwas an Herr-der-Ringe erinnert haben. Als würden wir den Anduin hinabgleiten…

Der Fluss ist zudem weltberühmt für das Angeln – hier kann man riesengroße Forellen fangen – ein paar von den Viechern habe ich auch im Wasser gesehen. Das soll eigentlich glasklar sein, durch die vielen Regenfälle der letzten Tage war es aber trüb und der Fluss bot ganz neue Herausforderungen, da mit höherem Wasser manch Steine verdeckt sind, was mal gut ist, weil man drüber fahren kann, mal schlecht, weil man drauf stecken bleibt.

Jedenfalls ging es für uns bald auf das Boot , ein stabil aussehendes, gelbes Schlauchboot.

Positiv hervorheben kann ich, dass „wir“ lediglich 6 Personen waren. Jonas und ich, sowie eine Texanerin und ihr Sohn als einzige Kunden, dazu 2 Instrukteure.. Optimale Betreuung also.

Nach einer Sicherheitseinweisung (wie vermeide ich es, ins Wasser zu fallen – oder wenn, wie komme ich wieder ins Boot…) und ein paar Paddelübungen ging es dann auch gleich auf den Tongariro stromabwärts. Rafting ist eine verdammt komplizierte, technische Angelegenheit. Da genügt es nicht, nur nach vorne zu paddeln, sondern man muss auch mal umgekehrt paddeln, oder die eine Seite nach vorne, die andere zurück. Oder wer rechts sitzt sich nach links schmeißen oder vice versa, damit das Boot von irgendeinem Felsen loskommt. Irgendwann kamen dann auch die ersten Stromschnellen von ingesamt gut 50, die wir auf unserer gut 3-stündigen Tour überqueren mussten. Macht einfach höllisch Spaß, auch wenn man ordentlich nass wird. Es ist zwar keiner as dem Boot gefallen, teilweise aber so rumgeschleudert worden, dass das fast passiert wäre. Man sitzt ja nämlich nicht sicher im Boot, sondern auf der Außenkante direkt am Wasser, der Gurt ist sozusagen der Fuß, der irgendwo (mir fehlt das Wort) untergeklemmt wird und damit sozusagen als Schutz vorm von Bord gehen, wirkt.

Nach ein paar Stromschnellen haben wir im ruhigeren Wasser dann eine Pause gemacht – und wer wollte, konnte von einer bestimmt über 3m hohen Klippe in den eisig kalten Fluss springen.

Wer sich an Schwimmunterricht mit mir erinnert, der wird wissen, was ich gemacht habe 😀

Irgendwann ging es dann auch wieder weiter, Stromschnellen über Stromschnellen, mal herausfordernder, mal weniger. Die Landschaft ist wunderschön, die Vögel zwitschern im Wald und es ist absolut menschenleer. Ich habe es wirklich genossen!

Zwischendurch haben wir ein paar mal gestoppt, weil unsere „Guides“ den Fluss checken mussten, weil der sich wegen dem vielen Regen ja ordentlich verändert hat. Aber nach gut 3 Stunden kamen wir dann, ziemlich erschöpft, am Ende unserer wirklich lohnenswerten Tour an.

Zurück im Basislager gab es dann was zu Essen, die mit einer wasserfesten Kamera von uns selbstgemachten Fotos wurden bewundert und ein bisschen von den Strapazen erholt.

Wir fragten dort, was man noch so im Gebiet dort machen könnte, doch durch das schlechte Wetter hatten wir kein Lust auf Wandern. Das kann man dort nämlich tiemlich gut. Dort, im Tongariro Nationalpark, stehen nämlich drei große Vulkane – von denen einer übrigens auch als Schicksalsberg von HdR gedient hat. Die Geröllwüste und Co. rundherum diente als „Mordor“.

Durch dieses faszinierende Gebiet führt wohl die schönste Tageswanderung Neuseelands – das Tongariro Crossing. Ca. 8 Stunden Wandern über einige Höhenmeter, aber die Anstrengung soll es wohl wert sein. Die Vulkane, Geröllwüste, durch Schwefel und Co. verfärbte Seen und noch viel mehr. Eigentlich wollten wir das morgen angehen, doch leider ist das Wetter morgen so schlecht, dass der Track sogar geschlossen wird. Werde ich irgendwann aber garantiert noch machen.

Zurück zu meinem Tag: wir fuhren noch nach Turangi, dem größeren Ort dort unten am See, wo es aber nicht sonderlich viel zu sehen gibt und dann auch schon wieder zurück nach Taupo, wo wir uns erholt haben. Ich weiß nicht warum, aber ich war so müde, dass ich 3 Stunden durchgeschlafen habe. Sonderlich viel verpasst haben wir deshalb aber nicht. War schon schwer, für morgen noch ein paar sinnvolle Aktivitäen zu finden – und da ist trotz schlechtem Wetters auch einiges an Wandern in der Umgebung hier bei.

Aber weiter zu unserer anderen schönen Aktivität hier heute. Nach einem Abendessen in der Stadt wurden wir nämlich von 2 ehemaligen Arbeitskolleginen von Jonas (die wir ja bereits am Tag zuvor getroffen hatten) eingeladen, mit ihnen Schwimmen zu kommen. Es ging nicht etwa, zu einem kommerziellen Badebetrieb, sondern zu einem von Mutter Natur gesegneten Ort am Waikato River.

Obwohl nämlich schon beinahe dunkel, waren wir in diesem Fluss schwimmen. Eigentlich ist der so 15 Grad warm – Schwimmen ist also schon nur was für Mutige. Wir waren jedoch an einem Platz, wo das Wasser geothermal erwärmt wird und plötzlich knapp 40 Grad warm ist. Natürliche „Hot Pools“ in einem Fluss traumhaft! Zwar ist der Ansturm dort meist recht groß, wir hatten jedoch einen ruhigen Abend dort, im heißen Wasser liegend und sich unterhaltend. Das Wasser ist, wo es warm ist, zwar nur knapp 20cm tief, aber reicht ja, um sich hinzulegen und voll einzutauchen. Besonders witzig ist es, sich im Grenzbereich zwischem kalten und warmen Wasser aufzuhalten. Es gibt nämlich kein wirkliches Zwischending – die Beine im 15 Grad kaltem Wasser und der Körper im knapp 40 grad warmen – manchmal schon fast zu warmen – Wasser. Als es dann dunkel wurde, sogar noch den Sternenhimmel beobachten, auch wenn die Wolken diese meist verdeckten.

Alles in allem ein sehr gelungener Tagesabschluss mit den beiden Mädels!

Die dann nach Hause gefahren, und dann uns – und nun liegen wir hier und erholen uns von diesem schönen Tag ein zweites Mal. Also – wenn ihr mal nach Taupo kommt: unbedingt in den „Hot Water Streams“ (so wird das nämlich genannt) im „Spa Park“ baden – am besten abends.

Mal schauen was wir morgen machen, übermorgen geht es dann ja schon nach Napier, wo wir auch Weihnachten verbringen, dass – oh Schreck – ja schon in 3 Tagen angeblich stattfindet. Nicht für mich jedenfalls. Ich überlege schon, ob ich mir Heiligabend nicht eine Nacht im Gefängnis gönne – Napier hat nämlich ein ehemaliges Gefängnis als Backpackers-Unterkunft….

 

 

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Tag 8/9: Picton-Wellington-Waikanae-Taupo

So – nun bin ich auf der Nordinsel, genauer gesagt in Taupo, benannt nach dem gleichnamigen See – oder auch umgekehrt.

Doch der Reihe nach: ich fange in Picton, und damit noch auf der Südinsel an.

Leider war das Wetter gestern ähnlich mies wie vorgestern davor, sodass ich die sehr regnerische Überfahrt nicht genießen konnte. Zuvor, um die Wartezeit zu überbrücken, war ich noch im Aquarium Pictons, dass Haie, Rochen und Co. anpries. Bloß was für Haie? Einzige Exemplare waren 50 cm lange Katzenhaie – und ein kleiner Rochen, zusammen im Becken mit anderen größeren marinen (Speise)fischen. Gelohnt hat es sich also nicht wirklich. Immerhin konnte man noch Seepferdchen und einen (allerdings toten) Riesenkalmar in Salzlösung konserviert sehen, der allerdings nicht sonderlich groß war.

Irgendwann bin ich dann, doch recht früh zum Check-In gefahren, wo ich erstmal noch eine halbe Stunde im Auto vor diesem stand und gelesen habe, bis endlich wer kam. Dann nochmal eine gute halbe, bis es auf die Fähre ging. Dabei habe ich mich – war ja klar – sogar dort noch verfahren – statt nämlich auf die Fähre bin ich als einziges Fahrzeug neben die Fähre gefahren, bis ich meinen Irrtum entdeckt und gewendet habe.

Gefahren bin ich mit Bluebridge – das ist das kleinere, im „Kiwi-Besitz“ befindliche Fährunternehmen (das andere ist „Interislander) – preislich nehmen die beiden sich aber kaum was.

Sonderlich gut ausgestattet war die Fähre dann auch nicht. Ein kleiner Kiosk und Bar, viele Sitzgelegenheiten und ein paar Flachbildschirme, wo neue Filme gezeigt werden, wovon viele auch Anspruch genommen haben. Denn der Regen hat das Deck so unter Wasser gesetzt, dass man selbst mit Regenjacke nicht allzu lange dort ausgehalten hat. Ich war auch anfangs der einzige, der dort stand und Fotos machte, auf denen man aber leider nicht allzu viel erkennen kann.

Habe auch vorwiegend im Innenraum verbracht, und ab und an, als es noch durch den Queen Charlotte Sound ging, ein paar Fotos geknipst. Als es nach 3 Stunden dann in die Bucht, wo Wellington liegt, ging, hat es etwas aufgeklart und zumindest nicht mehr geregnet. Man hatte also einen ganz guten Blick über die südliche Nordinsel, die Wellington vorgelagerten Orte und letztlich auch Wellington selbst, dessen Skyline doch größer als angenommen ist.

Irgendwann ging es dann aus der Fähre raus – ich stand an allererster Stelle, allerdings in der sechsten Reihe. Und zuerst kamen natürlich alle anderen Reihen dran…

 

Irgendwann berührte ich dann tatsächlich wieder den Boden der Nordinsel, den ich mehr als Monate zuvor verlassen hatte. In Wellington wusste ich natürlich nicht, wo ich hin musste, bin mitten durch den CBD gefahren, am Parlamentsgebäude vorbei, das wie ein Bienenstock aussieht (und auch „Beehive“ deshalb genannt wird) und dann letztlich auf den Motorway gekommen, der aus der Stadt nach Norden führt. Dreispurig – das kannte ich bisher ja noch nicht, aber schon einmal ein Vorgeschmack auf die 6-spurigen Motorways in Auckland…

Wellington ist schon nicht klein – hat etwas gedauert, bis ich die Stadt und ihre Vororte verlassen habe. Zum Glück war es Sonntag – um 17 Uhr an einem anderen Tag wären die Straßen sonst wohl extrem verstopft gewesen. Aber so immerhin die Rush-Hour nicht mitbekommen.

Relativ schnell war ich dann auch in Waikanae (nach einem schnellen Mahl in Papaparaumu oder sowas – die Maori-Städte hier sind echt schwer zu merken), wo ich den Jonas aus dem Camp, wo er gearbeitet hat, abgeholt habe. Er hat mir noch ein bisschen sein (ehemaliges) Placement gezeigt. El Rancho – so heißt dieses Adventure Camp, sieht schon ganz nett aus. Ihm schien es dort auch gefallen zu haben.

Nachdem seine Sachen verstaut waren (ja, alles mitbekommen) ging es dann auch schon an die noch knapp 4-stündige Fahrt nach Taupo, was ca. auf halbem Weg zwischen Wellington und Auckland in der Mitte der Nordinsel liegt. Wir haben uns gut ausgetauscht usw. und kamen dann recht erschöpft, um kurz vor Mitternacht in Taupo an, was das Problem mit sich brachte, wo wir übernachten. Wir gingen also ins Xbase, ein Backpacker direkt an der Ausgehmeile Taupos, der 24h Rezeption hatte. War auch ganz gut, aber wir haben jetzt einen neuen. Ist nämlich abends immer sehr laut und war auch etwas teuer. Lieber dann in eines der BBH-Hostels ein paar Minuten außerhalb – da ich dort ja Mitglied bin, ist es meist immer recht günstig. Jetzt sind wir hier in der Rainbow Lodge – auch ganz schön. Nach einem Besuch des Bsucherzentrums haben wir hier noch 2 Betten gefunden, die wir für 3 Nächte nun in Anspruch nehmen.

Danach haben wir erst einmal die Stadt erkundet – und den See in Augenschein genommen. Das ist nämlich Neuseelands größter See und Heimat riesiger Forellen (den weltgrößten angeblich). Aber ich fische ja nicht!

Ein kleines Mittagessen gab es bei Mackas, die sogar eine alte Boeing als Teil ihres Restaurant hatten, in der wir dann stilvoll unsere Burger mampften. Getroffen haben wir uns dort mit 2 ehemaligen Arbeitskolleginen von Jonas, mit denen wir sicher hier auch nochmal was zusammen unternehmen werden. Danach hieß es dann, trotz Regen noch ein bisschen aktiv zu werden.

Wir besichtigten also noch ein paar Sehenswürdigkeiten in der Umgebung. Zu nennen wären die Huka Falls, wirklich beeindruckende Wasserfälle. Sie sind nicht hoch (vielleicht 10m), das Wasser tobt jedoch durch eine vielleicht 10m breite und 100m lange Schlucht mit etwas Schräglage. Es schießt soviel Wasser durch die Schlucht, dass man damit 5 olympische Bäder pro Minute füllen könnte. Die Huka Falls sind außerdem der Grund, warum Aale und andere Fische nicht im Taupo-See zu finden sind – sie schaffen es einfach nicht durch diese Wassermassen- Sieht jedenfalls echt beeindruckend aus! Rafting könnte man dort nicht machen! Machen wir auch nicht, nicht dort…

Wir haben nämlich für morgen eine Wildwasser-Rafting-Tour gebucht, wo wir für über 2 Stunden die Stromschnellen des Tongariro River meistern werden. Vorgezogenes Weihnachtsgeschenk sozusagen.

Nach den Huka Falls ging es etwas flussabwärts weiter zum Aratiatia-Staudamm, wo der Fluss, übrigens Waikato genannt (und längster Neuseelands), gestaut wird. Dort wird zu bestimmten Uhrzeiten immer Wasser abgelassen, das dann durch eine weitere Schlucht wieder den Fluss erreicht. Wir waren passend da und konnten erleben, wie sich die tiefe Schlucht innerhalb von Sekunden voller Wasser füllte und sich von einem winzigen, vielleicht 20cm tiefen Rinnsal, in einen 10m tiefen, reißenden Strom verwandelte. Natürlich auf Aussichtspunkten überall in der Nähe – nicht von der Schlucht aus 😉

Danach ging es dann zu den „Moon Craters“. Erwartet habe ich eine Mondlandschaft – das stimmte nur teilweise. Es war jedoch geothermales Gebiet, wo lauter heißer Dampf aus dem Boden entstieg. Auf Stegen ging es dann durch dieses Gebiet, weil der Boden teilweise echt warm, wenn nicht sogar sehr heiß ist, Man konnte auch ein paar blubbernde Matschlöcher sehen usw. Der letzte Ausbruch der Mini-Vulkane in diesem Gebiet ist übrigens erst 8 Jahre her…

War ganz interessant, vor allem, weil vulkanische Aktivitäten auf der Südinsel kaum vorkommen. So langsam habe ich also echt alles gesehen.

Der letzte Punkt unseres Ausfluges war der Bungy-Jump in Taupo, wo wir zwar nicht selbst sprangen, den Mutigen aber zuschauten. Hab ein schönes Video gedreht!

Ca. 45m tief geht es runter bis zum Waikato River – kein langer, aber sicherlich ein einmaliger Fall. Aber ich muss das nicht mehr haben – ich habe ja schon meinen Skydive gehabt.

Jetzt chillen wir hier noch ein bisschen in unserem Hostel und schauen mal, ob wir heute Nacht noch noch Taupo unsicher machen. Wobei wir morgen aber früh raus müssen – das Rafting wartet…