Pest und Cholera – die Wahl in den USA

Barack Obama und Mitt Romney kämpfen nächste Woche Dienstag um den Einzug ins Weiße Haus. Wer von ihnen gewinnt ist offen – gut für Amerika ist aber keiner der Kandidaten.

Die Wahl zwischen Pest und Cholera, die auch auf uns bei der nächsten Bundestagswahl zukommen wird, erregt seit Monaten die öffentliche Debatte. Wahnsinnige Geldbeträge werden in Kampagnen gesteckt, die nur der gegenseitigen Diffamierung dienen. Inhaltlich hingegen kommt wenig: kein Wunder, dass man auch gerne von Romnobama oder Obomney spricht – Pest und Cholera zusammen sind ein noch größeres Übel.

Auf der einen Seite steht Friedensnobelpreisträger Barack Obama, der diesen Preis noch weniger verdient hat als die Europäische Union. Ein hemmungsloser Kriegstreiber, der nicht nur Osama bin Laden, sondern auch Dutzende Unschuldiger in beinahe täglichen Drohnenangriffen beseitigt und die imperialistische Politik der Vereinigten Staaten nahtlos weiterführt. Guantanomo schloss er trotz vollmündigen Ankündigungen nicht. Warum ihn Bürgerrechtler immer noch lieben? Vielleicht wegen der Unterzeichnung des National Defense Authorization Act (NDAA), der es erlaubt, amerikanische Bürger und Ausländer rein auf Verdacht unbegrenzt zu inhaftieren? Oder vielleicht doch lieber die Einschränkung des Rechts auf Bewaffnung, für das ihn die europäischen „Bürgerrechtler“ lieben zu scheinen, die aber in elementarer Weise die letzten Schutzmechanismen der amerikanischen Bürger aushebeln.

Am Schlimmsten wiegt aber Barack Obamas in Deutschland weitgehend unbekannte Einstellung zur Abtreibungsfrage, die zweifellos ein hoch kontroverses Thema ist. Konsens besteht jedoch wohl insofern in der Frage, dass eine Abtreibung während der Geburt, bei der einem aus dem Mutterleib bereits halb entkommenen Kind mit einem Katheder das Gehirn ausgesaugt wird, um es zu ermorden, auf keine Zustimmung stoßen wird.

Im Internet gibt es dazu einige erschütternde Videos, die – mögen sie noch so christlich-ideologisch inspiriert sein – diese zum Glück mittlerweile auch in den USA verbotene Praxis zeigen. Vor knapp 9 Jahren in der Bush-Ära stimmte das Repräsentantenhaus mit 282 gegen 142 stimmen für das Gesetz dieser Praktik (Partial-Birth Abortion Ban  Act). Wenngleich einige Demokraten für das Gesetz stimmten, so erschreckt doch die immer noch hohe Mehrheit, die es nicht tat. Unter ihnen auch Barack Obama. der an anderer Stelle dies sogar noch verteidigte.

Auch ansonsten ist Obama ein wahrlicher „liberal“ amerikanischer Prägung, dem viele FDP-Liberale in nichts nachstehen, auch wenn man diese Strömung doch eher als Sozialdemokratie bezeichnen sollte.Wir wollen von wirtschaftlichen Liberalismus gar nicht sprechen. Aber wie schon angesprochen ist selbst seine gesellschaftspolitische Haltung nicht gerade bürgerfreundlich, z.B in Fragen der Drogen- und Einwanderungspolitik

Amerikas Wirtschaft liegt am Boden und nun zieht auch noch ein Jahrhundertsturm hinauf. Verschlingt ihn Sandys Auge oder wird er, ähnlich Gerhard Schröder beim Elb-Hochwasser 2002, diese Katastrophe ausnutzen können? An dieser Stelle sei gewünscht, dass sich die Schäden an der Ostküste der USA und in New York – wo ich vor 4 Wochen ja noch selbst weilte (Bilder kommen vielleicht noch) – in Grenzen halten und möglichst wenige Menschen umkommen.

Von der Pest nun zur Cholera. Mitt Romney ist Mormone – und das Hassobjekt deutscher Medien, die sich seit Monaten täglich über ihn und sein Programm auslassen. Sicherlich ist Romney kein Engel – ganz im Gegenteil – aber eine etwas differenziertere Berichterstattung würde schon nicht schaden.

Warum ich das Mormorentum erwähnte? Nun, was tut es zur Sache, welcher Religion jemand angehört, sofern er die Rechte seiner Mitmenschen achtet? Statt die „Heiligen der letzten Tage“ zu verteufeln – ein Eintritt und Austritt ist im Gegensatz zum Staat immer freiwillig möglich – sollte man vielleicht auch die beachtenswerte Mentalität von Mitgliedern dieser Religionsgemeinschaft herausstellen, die spießig wirken mag, sie aber zu rechtschaffenen Bürgern macht, die viel zum Wohlstand Amerikas beigetragen haben.

Das zeigt sich nicht zuletzt  in Mitt Romneys persönlichem Werdegang, dessen Kritik mir mittlerweile nur noch ein müdes Lächeln erlauben kann. Zumindest in Deutschland herrscht ja zunehmed eine Mentalität vor, die Unternehmer zu ausbeuterischen Unmenschen deklariert, um sie selbst um so härter ausbeuten zu können.

Romneys wirtschaftspolitische Positonen können sich daher grundsätzlich sehen lassen, auch wenn eine bemerkenswerte Unschärfe und ein noch grenzenloser Opportunismus es unmöglich machen zu sagen, was letztlich dabei rauskommt. Letztlich darf seine angebliche Politik der Steuerentlastungen nicht darüber hinwegtäuschen, dass er im Kern ein Sozialist ist – nur nicht ganz so extrem wie Obama. Das staatliche Scheingeldmonopol will er unangetastet lassen, als Gouvernor führte er eine staatliche Zwangsversicherung ein und wird daher auch an ObamaCare nicht viel ändern. Grundsätzlich wird seine Wahl der schwer angeschlagenen Wirtschaft Amerikas aber zumindest kurzfristig Aufwind geben.

Seine gesellschaftspolitischen Positionen verdienen eine gemischte Betrachtung. Während er in klassisch republikanischen Positionen wie dem Waffenrechtnoch einigermaßen liberal ist (wenn auch nur bedingt), scheint er in vielen anderen Punkten dem Nanny-Staat Obamas anzuhängen und geht mit Forderungen nach Todesstrafe und etlich weiteren einschränkenden Verboten, die nicht Angelegenheiten des Staates sein sollten, weit darüber hinaus. Das Image eines Homosexuellen-Hassers, der die USA hermetisch gegen Einwanderer abriegeln will , ist hingegen falsch. Hier hat er vergleichsweise moderate Ansichten.

Seine außenpolitischen Positionen zeigen jedoch, warum Mitt Romney unwählbar ist. Eigentlich sollte er als ökonomisch gebildeter Mensch ja wissen, dass Interventionen immer schädlich sind. Unter seine Ägide jedenfalls werden wir uns noch auf zumindest einen Krieg mit dem Iran freuen können. Auch ansonsten wird er außenpolitisch deutlich agressiver agieren als Obama, der im Vergleich noch ein echter Friedensengel ist. Zumindest für Europa hat seine Wahl aber auch Positives: während Obama sich auf dem Pazifisch-Asiatischen Raum konzentrierte, ist Romney Europa und der NATO tief verbunden. Ob jedoch eine Abneigung gegenüber China so gut ist, ist die andere Frage.

Jedenfalls zeigt sich bei ihm ebenso wie bei Obama, dass ich ihn als nichts als Cholera betrachten kann. Und nun?
Zum Glück haben die Amerikaner Alternativen – zumindest auf dem Papier. Da ist zum einen Jill Stein, eine Grüntotalitäre , die 50 Millionen Arbeitsplätze – staatsfinanziert – schaffen möchte – ein „Green New Deal“. Dann doch lieber Obama…

Immerhin gibt es noch Gary Johnson, der meine vollste Sympathie geniesst. Er geht für die drittgrößte Partei der USA – die Libertarian Party – ins Rennen und könnte, wenngleich er keine Aussichten auf einen Erfolg hat, da er systematisch totgeschwiegen wird, doch das Zünglein an der Waage spielen. In Staaten wie New Mexico, wo er langjähriger, äußerst erfolgreicher Gouvernor wär, werden ihm gar Möglichkeiten bis 30% zugeschrieben. Insgesamt dürfte ein Wahlergebnis von 5% bis 10% realistisch sein – mit Stimmen von Obama- wie Romney-Wählern wie auch vielen, die es schon seit Jahren nicht mehr mit dem unsäglichen Mehrheitswahlsystem Amerikas mit zwei nur marginal unterschiedlichen Parteien aushalten.

Denn die freiheitliche Bewegung wächst – nicht nur in Amerika. Gary Johnson kann auf die Stimmen der meist jungenRon Paul Supporter hoffen – sofern diese nicht ihr Idol kurzerhand selbst auf den Stimmzettel schreiben (oder besser gesagt in den Wahlautomaten tippen). Nicht zuletzt natürlich, weil er Drogen legalisieren möchte.

Über Gary Johnson möchte ich an dieser Stelle keine weiteren Worte verlieren um ihn nicht mit dem schlechtem Image von Pest und Cholera besudeln. Ich werde ihm in den nächsten Tagen noch einen ausführlichen eigenen Artikel widmen. Bis dahin hoffe ich, dass zumindest der Mythos Obama etwas entzaubert wurde. Ich wünsche keinem Amerikaner einen dieser Präsidenten. Aber – ganz eogistisch – wäre mir Mitt Romney lieber – wegen des Lustgewinns am Aufschrei deutscher Medien!

Gary Johnson – ein Porträt

Wie ich erwähnte haben neben Mitt Romney und Barack Obama auch noch andere Kandidaten immerhin die Möglichkeiten, am kommenden Dienstag für das Weiße Haus zu kandidieren. Zu ihnen gehöhren Jill Stein von der Green Party, Virgil Goode von der Constitution Party, Andre Nigel Barnett von der Reform Party, Rocky Anderson für die Justice Part und Gary Johnson von der Libertatian Party – um nur die zu nennen, die vielleicht die 1% Hürde knacken könnten.

Daneben kandidiert z.B auch der US-Hassprediger und Koranverbrenner Terry Jones oder Robert J. Burck, ein als The Naked Cowboy bekannter New Yorker Straßenmusiker. Gut möglich, dass man in den Wahlergebnissen auch Jesus sehen wird: bereits 1,4 Millionen Amerikaner haben angekündigt, ihn auf die Stimmzettel zu schreiben.

Unter all dieser kunterbunten Mischung möchte ich mir jedoch Gary Johnson herauspicken, der als Kandidat der Libertarian Party, der drittgrößten Partei der Vereinigten Staaten, noch die besten Erfolgschancen hat, nämlich den Erfolg, entweder Obama oder aber Romney gehörig die Suppe versalzt zu haben.

Er vertritt die nämlich immer größer werdende Schicht der Amerikaner, die gesellschaftspolitisch sehr liberal sind , gleichzeitig aber auch im wirtschaftlichen Leben wenig Staatseinfluss haben wollen (fiscally conservative). Während Obama ersteres und Romney zweiteres vielen Wählern bieten kann, so vermögen sie doch nicht die andere Seite der Medaille zu befriedigen. Letztlich sind viele Amerikaner auch dem überdrüssig, was seit Jahrzehnten ihre Politik dominiert: Interventionismus und Imperialismus in der Außenpolitik.

Ein Kandidat, der konsequent für Frieden eintritt und dies glaubhaft verkörpern kann, ist Gary Johnson von der Libertarian Party, allein schon daher, weil im Libertarismus das Nichtagressionsprinzip das zentrale Axiom ist, woraus alle Zwangshandlungen des Staates grundsätzlich abgelehnt werden,  wozu selbstverständlich natürlich auch Krieg gehört. Wenn man es auf die Spitze treibt, endet dies in einer staatenlosen Gesellschaft. Ganz so weit möchte Gary Johnson aber nicht gehen: er möchte einen klassischen Minimalstaat, der für innere und äußere Sicherheit und ein geregeltes Rechtswesen sorgt, sich sonst aber merklich zurückhält.

Gary Johnson war zwei Amtsperioden  (das Maximum) Gouverneur von New Mexico (1995-2003). Dabei machter von sich als „Governor Veto“ die Rede: er legte in seiner Amtszeit mehr Vetos gegen Gesetze ein als seine Amtsinhaber in 49 anderen Bundesstaaten zusammen. Allein im ersten halben Jahr seiner ersten Amtszeit benutzte er 200 mal sein Vetorecht und konnte so die Staatsverschuldung New Mexicos deutlich zurückfahren.

So ist New Mexico, Heimat vieler Hispanics, eigentlich ein weitgehend demokratisch dominierter Staat. Trotzdem wurde Republikaner Gary Johnson auch in der zweiten Amtszeit wiedergewählt, obwohl er gegen einen Demokraten mit lateinamerikanischen Wurzeln antreten musste.

Obwohl die Gesetzgebung New Mexicos fest in der Hand der Demokraten ist, können sich Gary Johnsons Ergebnisse trotz Dauerblockade sehen lassen: keine Steuererhöhungen, große Investitionen in Infrastruktur, Bau zweier privater Gefängnisse, Entbürokratisierung (1200 Staatsdiener weniger) und einen Überschuss von über einer Milliarde US-Dollar.

Gary Johnson selbst war Unternehmer, der seine Baufirma von einem 1-Mann-Betrieb zu einer der erfolgreichsten Firmen New Mexicos hochzog, ehe er sie mit 1200 Angestellten dann verkaufte. Er war mehrmals erfolgreicher Teilnehmer des Iron Man auf Hawaii, bestieg den Mt Everest und überlebte einen mißglückten Fallschirmsprung, als sich dieser in 50 Fuß Höhe an einem Baum verhakte und er in die Tiefe fiel.

Ähnlich energisch wie in seiner Zeit als Gouverneur wie auch in privater Hinsicht geht er nun an die Präsidentschaftswahlen in den Vereinigten Staaten heran. Anfangs noch im Rennen um die Kandidatur der Republikaner, wo er seinen Wahlkampf rein auf New Hampshire beschränkte, stieg er bald aus, um Ron Paul das Feld zu überlassen, und kandidierte für die Libertarian Party. Ron Paul, der ganze Universitäten fanatisierte, wird, obwohl er nicht antritt, Gary Johnson gleichwohl einige Stimmen kosten.

Am kommenden Dienstag wird sich zeigen wie erfolgreich – in 48 Bundesstaaten darf er antreten, in New Mexico werden ihm Quoten von bis zu 30% zugeschrieben, insgesamt wird er die durchaus mögliche Überschreitung der 10%-Marke als großen Erfolg feiern dürfen, auch wenn 5% eher realistisch wären. Denn von den amerikanischen Medien wird er systematisch totgeschwiegen und durfte auch nicht an den TV-Duellen der Spitzenkandidaten  teilnehmen. Eine Klage dagegen ist noch anhängig, Unterstützer schafften es immerhin, 3 große Sponsoren der Debatten zum Ausstieg zu bewegen. Er selbst stellte sich dann der Debatte mit den anderen Drittkandidaten, aus der er als klarer Sieger hervorging.

Auch wenn er nicht Präsident wird, wird er das Zünglein an der Waage spielen. Viele meinen zugunsten Obamas. Da sollte man sich jedoch nicht zu sicher sein. Stimmen bekommt er aus allen Lagern gleichermaßen.

Das sieht man auch an seinen politischen Positionen, die man grob zusammengefasst als Pro-Bürgerrechte, Anti-Interventionismus und minimalstaatlich charakterisieren kann, im Folgenden teilweise mit Zitaten Johnsons untermauert.

So möchte er bei Amtsantritt die militärischen Mittel der USA um 43% kürzen und viele Truppen aus dem Ausland abziehen. Im Gegensatz wie z.B. Ron Pauklbefürwortet er jedoch humanitäre Interventionen unter bestimmten Gesichtspunkten.

Er spricht sich gegen den Patriot Act aus und fordert die Abschaffung der Todesstrafe. Er möchte das Alkoholkonsumalter auf 18 Jahre verringern, möchte Marijuhana legalisieren (wenn auch nicht andere Drogen) und hat in der Abtreibungspolitik recht liberale Ansichten (gleichwohl er den Partial-Birth-Abortion Ban Act unterstützte), möchte sie vor allem von den einzelnen Staaten individuell entscheiden lassen. Gleichwohl warnt er vor Alkohol und Drogen als schädlich.

This country would be a better place to live in if all the resources we currently put toward criminalizing marijuana were instead spent by law enforcement on protection from real crime, as opposed to victimless crime.

 

I support a woman’s right to choose up until viability of the fetus. As Governor of New Mexico, I would have signed a bill banning late-term abortion. I’ve always favored parental notification, I’ve always favored counseling, and I’ve always favored the notion that public funds should not be used for abortion.

Er verteidigt das Recht der Amerikaner auf Bewaffnung. kämpft für Homosexuellenrechte und  für die Freiheit des Internets.

In der Bildungspolitik ist er Anhänger von Schulgutscheinen, die er in seiner Amtszeit als Gouverneur in New Mexico mit Erfolg eingeführt hat, um jedem eine freie Schulwahl zu ermöglichen.

In der Einwanderungspolitik möchte er legale Einwanderung vereinfachen und illegale Einwanderung bekämpfen, vor allem durch die Ausstellung von Arbeits-Visas. Eine Mauer entlang der mexikanischen Grenze lehnt er ab.

Immigration is a good thing. We should make that as easy as possible.

 

In der Wirtschaftspolitik spricht er sich für freie Märkte und Freihandel aus, möchte Steuern massiv reduzieren und ist der Auffassung, dass der Staat keine Arbeitsplätze schaffen könne:

My next-door neighbor’s two dogs have created more shovel-ready jobs than this current administration.

So fordert er die Abschaffung aller Steuern bis auf eine Mehrwertsteuer (Konsumsteuer), die anfangs bei 23% liegen soll (Fair Tax)

Die FED möchte er schärfer kontrollieren, spricht sich jedoch gegen ihre Abschaffung aus. Auch das nationale Gesundheitssystem möchte er für diejenigen erhalten, die bereits darin eingezahlt haben, spricht sich aber grundsätzlich für private Vorsorge aus, wie auch in anderen Lebensbereichen.
Das nur als kleiner Überblick – wie man sieht hält Gary Johnson die Fahne der Freiheit und Selbstbestimmung hoch in einem Land, das unter Heerscharen von Politikern und Bürokraten immer mehr zu verkommen scheint. Er wird von all jenen gewählt, für die Freiheit nicht Abhängigkeit vom Staat bedeutet, die aber gleichzeitig die Freiheit anderer respektieren. Gewählt werden wird er von einer zunehmenden Schicht an Demokraten, die Obamas vernichtende Wirtschaftspolitik nicht länger ertragen wollen, von Republikanern, die Bürgerrechten positiv und Krieg negativ gegenüberstehen, von Unabhängigen, die seit Ewigkeiten darauf warten, eine Wahl zu haben und vielen mehr. Vor allem die Jugend der USA macht Hoffnung, dass, wenn auch nicht jetzt und in den nächsten Jahren, doch in noch erlebbarer Zukunft die USA wieder das werden, was sie einst waren: ein Hort der Freiheit, wo man den „American Dream“ ausleben kann!

Ich kann mich nur seinen Worten an die Amerikanern anschließen:

“Wasting your vote is voting for somebody that you don’t believe in.That’s wasting your vote. I’m asking everybody here, I’m asking everybody watching this nationwide to waste your vote on me.”

 

Über deutsche Waffenhetze und amerikanische Trauer

Nachdem ich mich gerade mit deutscher Gesundheitspolitik beschäftigt habe, indem ich eine fiktive Rede für einen Bundestagsabgeordneten der CDU für einen kleinen Wettbewerb erstellt habe, möchte ich mich nun einem ungleich kontroverseren Thema widmen, mit dem man im staatsgläubigen Deutschland sofort als verrückter Psychopath verschrien wird. Daher vorweg: genauso wie eine Verschärfung des deutschen Waffenrechts nötig ist, ist eine Entschärfung notwendig. Deutschland hat glücklicherweise eine vergleichsweise niedrige Gewaltkriminalitätsrate und der Staat in den meisten Gegenden noch das Gewaltmonopol. Wenn man jedoch hört, dass bei jemanden eingebrochen wird und die Polizei einen wegen Überlastung vertröstet, fragt sich, wie lange dies noch der Fall sein wird…

Ich selbst bin beileibe kein Freund von Waffen und jeglicher Gewalt, hatte gar noch nie eine Schusswaffe in der Hand und würde es vermeiden wollen, diese jemals zu benutzen. Sämtlicher initiierender Gewalt – das unterscheidet mich von linken Pseudo-Pazifisten – stehe ich aus libertärer Grundperson ablehend gegenüber, gerechtfertigter Selbstverteidigung jedoch nicht.

Trotzdem lohnt es sich, der ganzen Thematik einen differenzierten Blick zu schenken, statt sich wie die Massenmedien in menschenverachtender Weise unmittelbar nach dem schrecklichen Amoklauf von Aurora, wo 12 Menschenleben ausgelöscht und viele weitere schwer verletzt wurden, in anwidernden Artikeln die Verschärfung des Waffenrechtes in Amerika zu fordern (und allzu bald auch die deutschen Sport- und Freizeitschützen wieder zu krimininalisieren) : http://www.spiegel.de/panorama/justiz/bluttat-bei-batman-premiere-verdaechtiger-holmes-besass-waffen-legal-a-845633.html. Das macht die Opfer auch nicht wieder lebendig und die Trauernden froher…

Es hat schon wenig mit ausgewogenem Journalismus zu tun, Obama immer noch zum Retter Amerikas hochzustilisieren. Die ständige Einmischung in die Politik anderer souveräner Staaten – dazu auch noch der USA – schießt aber den Vogel ab. Die USA ist nicht Deutschland – und die Amerikaner sind sicherlich froh darüber.

Schuld, dass sich nichts ändert, ist natürlich die Waffenlobby. Dag mag durchaus sein: genauso wie es Lobbies für veganes Essen in Mensen gibt, gibt es auch Waffen-Lobbies. Vielleicht sind es aber doch nicht nur die Waffen-Lobbies, sondern auch ein kleiner Teil gesunder Menschenverstand: ihr Argument, dass mehr Waffen unter Kinogängern das Massaker verhindert hätten ist nämlich beileibe nicht abwegig.

In Aurora, Denver (Colorada), wo sich die Bluttat ereignete, gab es, von den hiesigen Medien aus gutem Grundnatürlich unerwähnt geblieben, am 22. April dieses Jahres bereits einen ersten Amoklauf nach einem Gottesdienst, der neben dem Täter nur einem Menschen das Leben kostete, weil jemand bewaffnet war und zurückschoss. Nicht auszumalen, wenn dies nicht der Fall gewesen wäre. Details gibt es unter anderem hier: http://denver.cbslocal.com/2012/04/22/2-shot-outside-aurora-church/#.T5WjZzkp8hQ.facebook

Die Kinobesucher  der Batman-Premiere hatten zur Selbstverteidigung gleichwohl keine Möglichkeiten. Das Tragen von Waffen ist in den dortigen Kinos verboten. Das ist nachvollziehbar, wenn in den Kinos für Sicherheit gesorgt ist. Dies war aber offenkundig nicht der Fall.
Von langer Hand geplant parkte der Täter James Holmes sein Auto neben dem Notausgang und stürmte bekleidet mit einer Batman-Maske die Vorstellung, zündet eine Tränengrasgranate und beginnt wild um sich zu schiessen. Das Perfide: die Kinobesucher halten den Auftritt anfangs für Teil der Vorstellung – es war schließlich Premiere.

Über den Tathergang wurde viel geschrieben, auch viel falsches – mittlerweile ist er aber wohl gut rekonstruiert. Amerikanischen Medien dürfte hier allerdings eher zu vertrauen sein.
Doch warum wird der Amoklauf sofort auf das lasche Waffenrecht geschoben. Oder gar auf den exzessiven Konsum von Killerspielen? (http://video.msnbc.msn.com/the-cycle/48262749)

Einer ernsthaften Auseinandersetzung hält dieses rein moralische Argument nicht ernsthaft stand. Warum auch auseinandersetzen? Waffen gelten als böse, sogar der „Paintball“-Sport steht seit Jahren auf der Abschussliste. Das ist nicht rational, sondern im Falle der Medien allenfalls geheuchelte Empörung zur Umsatzsteigerung. Und dass die Politik nicht möchte, dass die Steuerzahler bewaffnet sind ist natürlich selbsterklärend. Ein paar Irrtümer ausgeräumt:

1. Nicht die Waffe, sondern ihr Benutzer begeht eine Tat. Da kann das Waffenrecht noch so streng sein – jemand der so eine ine Tat plant – und das hat James Holme zweifellos minutiös (wie nicht zuletzt die Sprengfallen in seiner Wohnung zeigten), wird sich auch die nötigen Mittel beschaffen können.

2. Damit einhergehend: der Mensch ist gefährlich, nicht sein Werkzeug. Sprengstoff ist z.B. im Bauwesen ein nützliches Mittel in Händen eines Fachmanns, während seine Benutzung durch Terroristen pervertiert wird.

3. Opfer bleibt Opfer. Ob nun erschlagen, erwürgt, erstochen, vergiftet oder eben erschossen – zurück ins Leben holt dies keinen Menschen. Für den Täter zählt der Erfolg: im Kinosaal mag die Schusswaffe das geeignete Mittel sein, in anderen Umgebungen ist es hingegen eher schlecht. Es gibt auch sicherlich viel mehr Tote durch den alltäglichen Gebrauch von Schusswaffen als bei Amokläufen, wie der „Stern“ uns weismachen möchte: http://www.stern.de/panorama/massaker-bei-batman-premiere-amoklauf-heizt-waffenverkaeufe-an-1863210.html. Das ist sicher richtig – nur kurz gedacht. Amerika ist ein riesiges Land – und aus verschiedensten Gründen von täglicher Gewaltkriminalität nicht verschont. Die restriktive Drogenpolitik lässt grüßen.
Messer oder andere Waffen würden aber weiterhin zu einer ähnlichen Zahl von Opfern führen.

4. Angenommen, es gäbe keine Schusswaffen mehr. Trotzdem gibt es massig legal beschaffbarer alternativer Tatmittel. Und trotz strengster Waffengesetze: der Schwarzmarkt ist, nicht zuletzt durch den Zusammenfall des Ostblocks, immer noch enorm.

5. Empirische Studien sind immer kritisch zu betrachten – doch Regierungsstatistiken zeigen recht eindeutige Sachen.

Welche Staaten der USA haben das restriktivste Waffenrecht? Washington DC und New York. Welche Staaten haben die höchsten Kriminalitätsrate? Dreimal dürft ihr raten…

Ähnlich verhält es sich auch in Europa. Die Schweiz hat – wusste ich garnicht – das liberalste Waffenrecht und – na klar – eine deutlich geringere Anzahl an Schusswaffen-Toten als Großbritannien, wo das Waffenrecht sehr restriktiv gehandhabt wird.

Eine Korrelation zwischen restriktiven Waffenrecht und geringer Gewaltkriminalität existiert nicht – eher scheint die Kausalität umgekehrt zu sein.

New Yorks Bürgermeister  Michael Bloomberg, der in seiner Stadt keine Waffen dulden will, ist sichtlich entrüstet, dass die beiden US-Präsidentschaftskandidaten keine klare Stellung beziehen. Er rät den Polizisten sogar, deshalb zu streiken – sie seien schließlich die einzigen, die Waffen tragen dürften.

New Yorks Kriminalitätsrate ist hoch, aber rückläufig – und zwar nicht wegen lascherer Waffengesetze, sondern wegen einer Null-Toleranz-Politik, die bereits von Bloombergs Vorgänger Giulani durchgesetzt wurde, mögen Befürworter strikter Waffengesetzgebung behaupten. Ob dies so ist, oder aber an externen Faktoren liegt, ist strittig. Die massive „Law and order“-Policy führt vor allem zu mehr Brutalität der Polizei, vor allen gegenüber Schwarzen.

Letztlich zeigt dies aber die Essenz der ganzen Frage: fühlt sich der Bürger durch ein massives Polizeiaufgebot sicher, so braucht er auch keine Waffen. Wenn der Staat seinen Aufgaben offensichtlich aber nicht mehr nachkommt, ist es nur legitim, wenn sich der Bürger selbst verteidigen kann.

Davor scheut sich natürlich der Staat. Nichts ist schlimmer für ihn als sein Gewaltmonopol zu verlieren und er setzt sich mit all seinen Mitteln dagegen ein, um die Freiheit der Bürger mit der Argumentation, es würde ihrer Freiheit nützen, zu beschränken. Warum dies so ist, möge jeder kluge Geist für sich selbst beantworten…

Eine offene, sachlich geführte Debatte über diese Thematik scheint mir dringend notwendig, statt das Ganze zu tabuisieren und zu verunglimpfen.  Ich seh schon die empörten Kommentare vor meinem geistigen Auge und freue mich drauf – was will man in Deutschland auch anderes erwarten…

Und diese Debatte  nicht als Konsequenz auf die leider immer wieder stattfindenden Amokläufe, die nicht auf das Waffenrecht, sondern auf jeden einzelnen individuellen Täter und seine Probleme zurückzuführen sind, sondern unabhängig davon.  Es widert mich an, dass ich über sowas auf den Rücken der Opfer berichten muss – es scheint mir aber notwendig, mal eine Gegenposition zum Meinungsmainstream zu veröffentlichen.

Den Familien und Freunden der Opfer, ja ganz Amerika,  wünsche ich alles Gute und Gottes – oder woran sie auch immer glauben mögen – Beistand in dieser schwierigen Zeit.

Der passive Wahlkampf Ron Pauls

Heute werfen mir mal einen Blick über den großen Teich – in die USA.

SPIEGEL online verkündet nämlich groß, dass Mitt Romney seinen Vize-Präsidenten sucht ((http://www.youtube.com/watch?v=UEHqcHRGnUY)).

Dabei steht noch gar nicht fest, dass Mitt Romney überhaupt Präsidentschaftskanditat wird. In dieser Hinsicht kann man den deutschen Medien neben mangelnden Englisch-Kenntnissen und fehlender Fähigkeit zur Recherche auch wohlbewusstes Verschweigen von Tatsachen vorwerfen.

Statt von seiner Kanditatur zurückzutreten, hatte der einzig verbliebene Konkurrent Romneys – Ron Paul – lediglich erklärt, keinen aktiven Wahlkampf mehr treiben zu wollen, da er an die Grenzen seiner finanziellen Leistungsfähigkeit gelangt wäre. Im Gegensatz zum Multimillionär-Romney, gesponsort durch am Bestand des bestehenden Neoliberalismus interessierten Unternehmen, kam der Großteil von Ron Pauls Einnahmen durch Millionen kleiner Einzelspenden von wenigen Dollar durch an Freiheit interessierten mündigen Individuuen zustande.

Nun führt Ron Paul tatsächlich keinen aktiven, wohl aber noch einen passiven Wahlkampf. Weitgehend unbemerkt macht er sich die Eigenheiten des US-amerikanischen Wahlrechts zunutze und sammelt auch nach den Wahlen – den „Primaries“ bzw. „Caucus“ – im Hintergrund Delegierte für seine Nominierung für die Präsidentschaft am Parteitag der Republikaner im August in Tampa, Florida und ist dabei überaus erfolgreich: so hat er mittlerweile die meisten Delegierten aus Nevada, Maine, Iowa, Lousianna,Minnesota und Michigan hinter sich – letzteres für den dort gebürtigen Mitt Romney besonders ärgerlich. Viele Vorwahlen stehen dazu auch immernoch aus.

Ich möchte mich jetzt nicht im Kleinklein des dortigen Wahlrechtes verlieren, durch seine geänderte Taktik mag Ron Paul aber durchaus noch Chancen haben, zumal laut einem Präzedenzfall in der Vergangenheit wohl ohnehin kein Delegierter an sein Mandat gebunden ist.

Natürlich hat dies demokratietheoretisch gesehen einen faden Beigeschmack – sieht man sich die bereits erfolgten offensichtlichen Manipulationen bei den US-Vorwahlen der Republikaner aber genauer an, so scheint solch eine Gegenoffensive nur gerechtfertigt.

Es mag an Naivität grenzen, Ron Paul noch Chancen einzuräumen. Ob der fehlenden bzw. verfälschten Berichterstattung der deutschen Medien, halte ich es aber für angebracht, darüber aufzuklären. Es könnte sein, dass sich im August einige sehr verwundert die Augen reiben werden und sich dann gezwungen sehen müssen sich objektiv mit dem „Spinner aus Texas“ auseinanderzusetzen – oder mit den „Spinnern“, die ihn unterstüzen. Bei knapp einer Million „Likes“ auf Facebook fällt es es aber schwer, dies nur als Randerscheinung abzutun. In dieser Hinsicht gibt es erstaunliche Parallellen zum Aufstieg der Piraten in Deutschland – bloß dass diese durch die spezifisch deutsche Mentalität sehr viel stärker auf den Staat und Sozialleistungen setzen.

Während Mitt Romney seine Unterstützung bei den eher älteren Weißen, den christlichen Flügeln (gleichwohl er als Mormone da nicht so gern gesehen ist) den großen Konzernen und der Finanzindustrie hat, zieht-Ron Paul auch eine große Anzahl an Unabhängigen und eigentlichen Demokraten-Wählern an – vor allem jungen Leuten – was ihn zu einer sehr viel ernsthafteren Gefahr für Obama macht als Mitt Romney.

Zu seinen politischen Positionen wie auch zur sonstigen Person Ron Paul, die mit meiner Agenda nicht vollkommen, aber zu einem großen Teil im Einklang sind, werde ich mich heute nicht äußern.

Fakt ist, dass Amerika mit Mitt Romney und Barack Obama die Wahl zwischen Pest und Cholera hat. Da wäre Obama noch eher zu verschmerzen, obgleich er Bürgerrechte massiv beschneidet und weitere Freiheiten einschränkt.

Wer jetzt meint, ich rede nur Stuss – mit ein wenig Englisch kann man all dies mit wenigen Klicks schnell verifizieren. Ich verabschiede mich nun ins Kino – „Der Diktator“ – als Gegensatz zum absoluten Anti-Diktator, über den ich gerade geschrieben habe…

Atlas Shrugged

Who is John Galt?

Dass ich im Moment so wenig publiziere, hat Gründe. Seit Ende der Klausuren letzten Freitag ist nämlich jeder Abend bisher gut gefüllt gewesen mit allerlei Aktivitäten. So sollte es auch sein!

Berichten möchte ich heute über das Buch, dass mich die letzten 5 Wochen fast täglich begleitete. 1169 Seiten dick ist es bisher das monumentalste Werk, das ich je lesen durfte, sogar mehr als der „Herr der Ringe“ bei deutlich voll gesdruckteren Seiten!

Über „Atlas Shrugged“ und „Herr der Ringe“ gibt es übrigens ein sehr schönes, treffendes Zitat vom Wirtschafts-Nobelpreisträger Paul Krugman:

„There are two novels that can change a bookish fourteen-year old’s life: The Lord of the rings  and Atlas Shrugged. One is a childish fantasy that often engenders a lifelong obsession with its unbelievable heroes, leading to an emotionally stunted, socially crippled adulthood, unable to deal with the real world. The other, of course, involves orcs.

Das sagt schon fast alles. Tatsächlich gab es kaum einen Tag, an dem ich meist abends vor dem Schlafen gehen nicht ein paar Zeilen gelesen habe. Ab und an versüßte es mir auch langweilige Vorlesungen oder andere Wartezeiten.

Natürlich habe ich dieses ganzen dystopischen „Roman“ auf Englisch gelesen, was der Lesegeschwindigkeit natürlich etwas geschadet hat – sonst brauch ich eigentlich nicht so lang. Dafür hat sich mein Wortschatz beträchtlich erweitert – und die Erkenntnisse, die ich aus dem Buch ziehen durfte, sind sehr bewegend.

Geschrieben bzw. veröffentlicht wurde „Atlas Shrugged“  bereits  1957 von Ayn Rand, einerAmerikanerin mit russischen Wurzeln und jüdischem Hintergrund. Andere Werke mit den Titeln wie „Capitalism: The Unknown Ideal“ oder „The Virtue of Selfishness“ lassen erahnen, wie Ayn Rand, bereits 1982 verstorben, drauf war.

In ihren Werken entwickelte sie eine eigenen philosophische Denkrichtung, den Objektivismus, die den Verstand über alles andere stellt. Wie auch in „Atlas Shrugged“ deutlich wird, vertritt sie einen strikten „Laissez-faire“-Kapitalismus. Am besten selbst mal informieren, bevor ich hier alles wiederkäue.

Zum Inhalt des Romans sei soviel gesagt: ich wollte grade nur einen extrem kleinen Überblick geben, was aber bereits ziemlich hart ist. Wikipedia muss euch also helfen 😉

Letztlich handelt es von wenig standhaften Unternehmern in einer kollektiv sozialistisch-planwirtschaftlichen USA, die sich erst gegen den Niedergang wehrend später spurlos verschwinden, in einen geheimen Tal für sich leben und warten, bis die gesamte Wirtschaft und Gesellschaft endgültig zusammengebrochen ist, da niemand mehr die Fähigkeit hat, Innovationen zu schaffen und Unternehmen zu führen. Nach „The road to serfdom“ von F.A. von Hayek das zweite Werk, das eindrucksvoll die Gefahren des Sozialismus vor Augen führt. Das lustigste Gesetz, von dem nach und nach Hunderte verabschiedet werden, besagt, dass Schriftsteller nicht mehr als 10000 Bücher verkaufen dürfen, weil sie ja anderen Schriftstellern die Überlebenschancen nehmen. In der Art wird die gesamte Wirtschaft nach und nach von einigen wenigen „Gutmenschen“ eingeschränkt, die sich letztlich schamlos selbst am geraubten, enteigneten Eigentum anderer erfreuen. Die Haupthandlung ist eigentlich eine komplett andere, aber das ist eine andere Geschichte. Das Buch ist so reichhaltig, dass man es selbst lesen sollte. Ich hab es aus der Uni-Bibliothek, Amerikanistik.

„Atlas Shrugged“ gilt als eines der einflussreichsten politischen Bücher Amerikas, in vielen Ranglisten ist es laut Lesermeinung nach der Bibel das bedeutendste Buch. In Europa und Deutschland ist Ayn Rand und ihr Werk allerdings nahezu – unbekannt. Vielleicht auch besser so.

Die meisten Kritiker sprechen ihr höhere literarische Qualität ab, bezeichnen das ganze sogar als Kitsch (die Handlung ist streckenweise tatsächlich etwas kitschig und nicht immer sonderlich originell) und stören sich natürlich überhaupt an den Aussagen, die Ayn Rand in ihrem Buch trifft. Ihre Philosophie sei „fast perfekt in ihrer Unmoralität“ schreibt Gore Vidal.

Ich stimme auch nicht längst mit allem überein – sonst wäre ich wohl schneller aus der Piratenpartei raus, als mir lieb ist :P, betrachte es in Teilaspekten aber als sehr hilfreich für meinen weiteren Lebensweg.

Das war es auch schon. Ich möchte mich nicht weiter darin verzetteln, nur auf dieses wirklich lohnenswerte Buch aufmerksam machen. Lesen – es könnte euer Leben verändern! Oder sich zuwenigst drüber informieren und es danach hassen, und mich, weil ich es gelesen habe. Danach kann man dann drüber diskutieren – vorher nicht 😉

Ich schätze, 99% der Leser hier können damit nichts anfangen und würden es am liebsten verbrennen und verbieten !!!

Das Mammut, Uncle Sam und Öl…

Das Leben ist schon spannend – jedenfalls wenn man sich am täglichen Weltgeschehen erfreut. Nicht nur Eurokrise und die zerfallende BVB-Koalition bestimmen die Schlagzeilen – nein, in den letzten Tagen wurden wir national mit dem sogenannten „Staatstrojaner“ von den Medien infiziert und in einigen Fällen sicher auch vorher schon infiltriert. Damit nicht genug – angeblich wollten angebliche Terroristen, die angeblich aus dem Iran stammen und angeblich in Kontakt mit dem Mammut stehen, in einem angeblichen Restaurant angeblich eine angebliche Bombe zünden, um neben den angeblichen Saudi-Arabischen Botschafter angeblich ganz nach der Manier „Ach, Scheiss auf Sie“ (Zitat des angeblichen Terroristen) die angeblich zahlreichen anderen Gäste des angeblich bereits erwähnten Restaurants angeblich umbringen.

Ich möchte mich darüber nicht lustig machen – es ist eine ernste Thematik, die man aber – nicht nur angeblich – bezweifeln kann. Fakt ist, dass Weltpolizist Uncle Sam die Nachfolger des persischen Schahs nicht wirklich leiden kann – harmlos gesprochen. Die glauben nämlich nicht nur an den Koran und regeln ihr Leben durch die Scharia, sondern bauen – angeblich – auch Atombomben. Wenn es denn so wäre, wäre es eine ernste Sache. Israel ist nicht fern und laut dem Mammut solle das ausgelöscht werden. Das trauen sich die Korangläubigen und Scharia-Befolgenden aber  eh nicht – Israel hat schließlich nicht nur eine Atombombe- und der treue Verbündete, Uncle Sam, gleich hundertfach so viele – genug, um ganz Persien mit Pilzen zu zieren.

So eine angebliche Atombombe ist aber natürlich der perfekte Grund, das einstige Persien als – durchaus berechtigte- Gefahr für den Weltfrieden anzusehen. Nachzuweisen ist sie nicht – sie ein zweites Mal zu unterstellen wird auch nicht mehr klappen. Also sucht der gutmütige Uncle Sam nach einer neuen Methode, um die Nachfolger des Schahs als blutrünstige Agressoren darzustellen – es wartet schließlich jede Menge Öl zum Trinken Airforce One befüllen, um damit nach Hawaii zu fliegen.

Keine Frage – der Iran ist ein grausiges Regime, regiert durch ein Mammut, das das Land dahin führt, wo es herkommt – in die Steinzeit! Es bleibt nur zu hoffen, dass der „Arabische Frühling“ – dort!- im nächsten Jahr wieder aufblüht.

Doch der Eindruck drängt sich geradezu auf, dass hinter dieser ganzen Thematik etwas ganz gewaltig faul ist. Die CIA als Dilettant mit kreativer Energie zu bezeichnen erscheint mir zwar als gefährlich, für nichts anderes halte ich aber diesen Staat im Staat, der Parasit in Uncle Sams Gehirn. Das wollen wir vorerst aber nicht weiter ausführen.

Was daran faul ist, erkennt wohl jeder denkende Mensch recht schnell, wenn er in den Medien mit dieser Geschichte, die zu schön um wahr zu sein ist, konfrontiert wird. Das ganze liest sich wie ein Agententhriller, sieht aus wie von Hollywood gedreht. Die haben den Drehbuchautor in Erwartung eines Kassenschlagers sicher bezahlt – Uncle Sam hat ja schließlich kein Geld mehr – außer für die guten alten Bomben, mit denen er bald das Mammut ausrotten will. So wird es kommen – vielleicht nicht jetzt, vielleicht nicht nächstes Jahr, aber wenn bald eine angeblich aus dem Iran stammende Bombe tatsächlich in Uncle Sams Nation hochgeht, hat er den Salat. Mit Öl, aber ohne Essig…

Das Rezept kennt man ja bereits: man nehme ein paar Strengstoffkugeln, mixe sie mit Rotormaschinen, füge noch ein paar grüne Gummibärchen dazu und backe dann das ganze in der Gluthitze der Wüste, um am Ende daraus Öl zu erhalten. Der Verschleiss an Gummibärchen, Sprengstoffkugeln und Rotormaschinen ist natürlich hoch – die Gummibärchen anderer Farbe haben aber viel höhere Verluste zu beklagen. Vielleicht baumeln sie nicht mehr am Galgen, weil sie gleichfarbige Gummibärchen lieben – dafür benutzen sie Sprengstoffkugeln, um neben den grünen auch andersfarbige Gummibärchen zu zermatschen. So dreckig ist die Welt!

Um nicht allzu sehr ins zynisch-metaphorische abzuschweifen nun abschließend noch ein ernstes Wort: man wird – sofern 2012 an der jetzigen geistigen Dimension der Weltbevölkerung nichts ändert- nie wissen, ob das Mammut (Ahmadinedschad)und somit das Land der einstigen persischen Schahs (Iran) in die angeblichen Anschläge in Uncle Sams Heimatland (USA) verwickelt sind, auch wenn viele einem das glauben machen wollen.

Das Ganze mag völlig wahr sein – genauso wahr wie das Mammut die Atombombe baut, statt nur angereichertes Uran zu schnupfen. Genauso kann es aber völlig falsch sein – wie dargelegt ein reiner Vorwand, um den Iran weiter zu isolieren und womöglich bald mit einem Krieg zu beginnen, dessen Ausgang absehbar ist und noch für viel Leid sorgen wird. Ich bin jedenfalls gespannt, wie sich dieser Fall weiterentwickeln wird und hoffe zumindest, dass nicht das eintritt, was ich prophezeie. Eintreten tue ich aber für das folgende: denkt selbst und lasst Euch nicht – vom wem auch immer – manipulieren!