Gedanken zur Bildung in Konstanz

Nach einem geschäftigen Tag beenden wir diesen nun mit einem Blog-Artikel. Zurück in Konstanz muss jedoch erst einmal gesagt werden, dass mein glorreiches Netbook seinen Geist aufgegeben hat. Bevor ich 40€ für eine Diagnose zahle und dann defacto genötigt bin, mögliche Reparaturen durchzuführen, möchte ich die 40€ nicht umsonst ausgegeben haben. Daher – Weihnachten naht – ist nach 3 Jahren auch durchaus ein neues drin. Die Frage bloss ist: Netbook oder Tablet? Ich tendiere zu letzterem. Und dort die Frage: Apple oder nicht? Und LTE – ja oder nein? (LTE ist der neue ganz ganz schnelle Funkstandard, aber noch nicht sonderlich breitflächig verfügbar im Moment).

Wie dem auch sei: nun tippe ich meinen ersten Blog-Beitrag auf meinem alten PC. Das geht genauso bequem. Überhaupt bin ich hier 3-mal so effektiv und schnell wie am Netbook. Auf Dauer gewöhnt man sich dort auf teilweise lange Wartezeiten beim Laden von Programmen – hier ist das nicht der Fall. Nach 3 Jahren Quasi-Stillstand freut sich mein bis dato ständig heissgelaufener PC aber wohl auch mal wieder an etwas Aktivität.

So zocke ich denn tatsächlich auch mal wieder was. Abgesehen von gelegentlichen FIFA-Sessions woanders bot ein Netbook nur Vergnügungen wie Schach, Poker und kleinere Internet- und Browserspiele. Damit kann man zwar auch Stunden verbringen, mal wieder einen alten Klassiker wie Trackmania zu spielen – auch wenn er sich massiv verändert hat – tut aber mal der Seele gut. Man muss es ja nicht übertreiben und wieder die Weltrangliste dominieren – Studium und andere Aufgaben warten…

Das Studium gleichwohl – 7 Wochen sind schon vorbei – scheint noch gar nicht wirklich angefangen zu sein. Es ist nicht so, dass man nichts zu tun hat. Im Gegenteil – manche scheinen unter der Belastung zu ächzen. Aber das Schöne am Studium ist ja: man kann sich seine Zeit selbst einteilen – so ganz ohne Anwesenheitspflichten,  wie man will. So kann ich wie jetzt um 3 noch meinen Blog beschreiben, obwohl um 8 Uhr morgens – sprich in 5 Stunden – bereits eine Vorlesung beginnt. Die sind zwar wirklich nicht schlecht, als Autodidakt ist es für mich aber eine Herausforderung solch Monologen sonderlich lange zu folgen, zumal ich Sie in Eigenregie 10-mal so schnell nachholen kann. In dieser Hinsicht freilich wiegt der Verlust des Netbooks als Ablenkungsobjekt in den Vorlesungen schwer.

Nach 3 Semestern weiß man auch genug Bescheid, wie man sich seinen Stoff einteilt. Powalter haben den Vorteil, dass sie zwar relativ viel zu  lesen (kontrolliert wird das natürlich allenfalls durch die Klausur), aber bis auf die obligatorische Seminar-Hausarbeit am Semesterende wenig zu schreiben haben. Mitschriften habe ich mir noch nie gemacht, Protokolle gibt es nicht, für ein Tutorium, so man denn überhaupt hingeht,  muss man allenfalls mal ein Exzerpt verfassen. Da blickt manch Naturwissenschaftler ganz neidisch!

Inhaltlich ist es durchaus noch spannend. So ganz kann ich als Libertärer der Politikwissenschaft die Existenzberechtigung nicht absprechen. Und auch wenn viele Berufsrichtungen nicht mehr in Frage kommen, so schadet es doch nicht, gewissermassen das Denken des politischen Gegners zu verstehen zu lernen (auch wenn das oft Horror ist).

Auch wenn ich für mein derzeitiges Hauptinteresse – Politische Theorie – eindeutig am falschen Fachbereich bin, so kann man trotz der empirisch-quantitativen Ausrichtung dank der umfassenden Wahlmöglichkeiten sein Studium in die gewünschte Richtung lenken – auch wenn das Angebot vielleicht begrenzt ist. Dank problemloser Anerkennung des Auslandsstudiums kann man aber auch dem Abhilfe tun. Mich zieht es wohl nach Madrid – aber noch ist nichts entschieden.

Politik- und Verwaltungswissenschaften an der Universität Konstanz bleibt jedenfalls – ohne mich jetzt weiter auf die vielen positiven als auch die sehr viel weniger negativen Aspekte einzulassen – ein empfehlenswerter Studiengang, den ich so nochmals wählen würde. Denn man hat das, was von Studenten heutzutage so oft bemängelt wird: Zeit!

Wie man sie nutzt, ist einem jeden selbst überlassen. Ob auf Partys, am See, im AStA-Cafe oder engagiert bei vielen tollen Studenteninitiativen – Möglichkeiten gibt es genug. Gerade in den Politikwissenschaften – und viel wichtiger in diversen Nebendisziplinen kann man diese Zeit unter anderem  auch nutzen, um sich einen Überblick über Anderes zu verschaffen. Wenn so oft von der Wichtigkeit von Bildung gesprochen wird, kann ich das nicht verneinen – ganz im Gegenteil. Aber Bildung ist mehr als Zwangsanwesenheit in schulischen Anstalten wider der Natur vieler Kinder noch der mehr oder minder freiwillige Universitätsbetrieb, in der im Gegensatz zur Schule wenigstens noch Eigenverantwortung und Nonkonformismus ohne Disziplinierung durch Staatsdiener möglich sind. Zur Bildung als lebenslangen Prozess gehört natürlich nicht nur Wissen, sondern viel mehr andere Fähigkeiten.

Wicht ig aber ist: gut verstandene Bildung ist selbstbestimmt. Was heutzutage als Bildung deklariert wird, sollte man eher als Formung bezeichnen. Im Gusseisen des gehorsamen Staatsbürgers werden die Individuuen gepresst, um von der Politik bestimmt und von der Wirtschaft benutzt zu werden. Das ist nicht mein Verständnis einer freien Gesellschaft, in der wir angeblich leben. Bildung sollte bis auf wenige Ausnahmen (zum Beispiel Recht/Gesetze) nicht vermitteln WAS, sondern WIE man denkt und die nötigen Ressourcen zur Vervollkommnung dieses Ziels bereitstellen. Wenn eine gewisse Anzahl von Studenten ein Seminar über Karl Max haben möchte, dann sollten Sie das auch bekommen – ob es Ihnen nützt sei dahingestellt. Doch dieses Thema möchte ich hier auch nicht abschliessend behandeln. Das würde auch in eine Diskussion über staatliche Universitäten bzw. privaten Konkurrenten allgemein ausufern, auf die ich beizeiten noch zu sprechen komme.

Ich halte fest: PoWalter in Konstanz zu studieren heisst weitgehend selbstbestimmt zu studieren – dazu in einer zu jeder Jahreszeit wunderschönen Umgebung. Hier hat man auch noch ein Studentenleben – nur 1 Woche vor den Klausuren muss man sich dann schon in der Bibliothek einschließen. Dann reicht es auch für die Klausuren: keine exzellenten, aber doch gute Noten. Erstere sind bei dem Glücksspiel namens Multiple-Choice – ein Thema, das ich bereits mehrfach ansprach – aber ohnehin nur mit einigem an Lerneifer über das gesamte Semester hinweg zu erreichen. So kann man sein Studium natürlich auch verbringen. Leistungswille sollte man respektieren, schätzen und fördern. Noten allerdings sind nicht der einzige Indikator dafür! Genauso wenig wie die Studiendauer und anderes. Wichtig ist nicht, wie man seine Zeit nutzt, sondern was am Ende dabei herauskommt. Die spontane Ordnung, würde ich jetzt sagen, wird das schon richten. Und, um letztlich den Bogen zum Anfang zu schlagen: auch Zocken ist Bildung! Eine sehr bedeutende sogar, wie ich aus eigener Erfahrung bestätigen kann…

StuPa-Wahlen: die Grüne Hochschulgruppe

Heute ist die GHG  – die Grüne Hochschulgruppe dran, die bei den Wahlen zum Studentenparlament StudentInnen-Parlament am Dienstag/Mittwoch ihre bisherigen 8 Sitze zu verteidigen oder gar auszubauen versucht. Bei 28 KandidatInnen – mehr als überhaupt ins StuPa reinpassen – ist die Personalreserve gegeben.

Die sieht man auch beim professionell betriebenen Wahlkampf, der sich an PlakatInnen, die wohl nicht öko sind, vielen Flyern und einigen Info-Ständen zeigt, wo sogar Soja-Waffeln verkauft werden. Letztere schmeckten nach meiner Aussage interessant (echt garnicht so schlecht!), was den WaffelbäckerInnen jedoch eher einem Todesurteil gleichkam.

Ich lass das Gendern nun mal sein – man könnte noch denken ich mache mich lustig…

Lustig finde ich nur, dass einer ihrer Kandidaten für mehr Lässigkeit an der Uni antritt. Da frag ich mich doch, was das bedeuten soll. Ist ja nun nicht so, dass dort alle stocksteif mit Anzug rumlaufen. Konstanz ist ja nicht Mannheim (um mal Stereotype zu bedienen) , auch wenn die Verstrickungen und „Vetternwirtschaft“ gerade am Fachbereich Politik  das vermuten lassen könnten. Lustig auch , wie sie sich mit täuschend echt aussehenden 500€-Scheinen, die in der Mensa auslagen, damit brüsteten, die Studiengebühren abgeschafft zu haben. Dabei wollte gerade Frau Bauer, grüne Wissenschaftsministerin von Baden-Württemberg daran festhalten und liess sich nur vom kleineren Koalitionspartner SPD eines Besseren belehren. Am lustigsten ist aber der Facebook-imitierte „Gefällt mir“-Daumen auf ihren Plakaten. Damit haben sie sich nun wirklich keinen Gefallen getan.

Apropos Grün: in einer Studentenstadt in idyllischer Natur, mit dem ersten grünen Oberbürgermeister Deutschlands und einem grünen Abgeordneten im  Bundestag Landtag bieten sich auch beste Vorraussetzungen für die Grüne Hochschulgruppe. Da muss man sich nichtmal eine ökologische Nische suchen.

Die GHG zeigt nichtsdestotrotz  sicher einiges an Engagement, Vertreter von ihr wirkten bei der Gesetzgebung zu den „Verfassten Studierendenschaften mit“ (ob das nun so gut ist ist eine andere Frage), sie organisierten eine Demo gegen ACTA (was ja nun endlich gekippt wurde) und sind auch sonst oft präsent. Weitere Infos auf ihrer informativen Website: http://cms.uni-konstanz.de/ghg/startseite/

Ein Bild mag man sich nun auch von ihren Antworten machen:

1. Die Uni Konstanz ist (bleibt) Elite-Uni. Wie steht ihr als Hochschulgruppe dazu?
Elite-Uni hört sich erstmal natürlich sehr gut an und es gibt einzelne Bereiche, die von diesem Titel profitieren. Trotzdem sehen wir die Exzellenzinitiative kritisch, da sie die Studierenden zu VerliererInnen macht. Gefördert wird vor allem direkt verwertbare Forschung und nicht die Lehre. Außerdem ist das Auswahlverfahren intransparent und ideologisch geprägt, ein Kriterium ist zum Beispiel ein möglichst hoher Drittmittelanteil. Dadurch erhöht sich der Einfuss der Wirtschaft auf die Hochschulen, was in der Konsequenz die Freiheit der Forschung gefährdet. Wir fordern stattdessen eine bessere Grundfinanzierung der Hochschulen, von der alle etwas haben – und nicht nur wenige Forschende an wenigen ausgewählten Unis. Hochschulen sollten kooperierende Bildungseinrichtungen und keine Unternehmen sein, deswegen sollte das zur Verfügung stehende Geld gerecht unter den Universitäten verteilt und die Universitäten nicht gegeneinander ausgespielt werden.

Dann werden unsere Universitäten nie an anglo-amerikanische Vorbilder heranreichen, vermutlich sogar im europäischen Vergleich weiter stagnieren. Ich bin kein wirklicher Fan der Exzellenzinitative, wie man gemerkt haben dürfte, doch einfach alle Gelder gerecht aufteilen kann auch nicht die Lösung sein. Man muss schon Anreize setzen – z.B den Drittmittelanteil.  Ob dies nun in die Forschungsfreiheit angreift ist eher eine ideologische Frage. In die Forschungsfreiheit greift man meiner Meinung eher ein, indem man gegen sowas mobil macht…

2. Ordnet die folgenden 9 Begriffe subjektiv nach ihrer Bedeutung für Euch: Studenten, Professoren, „Mittelbau“ und Verwaltung, Trommelkreise, Bierautomat, Bio-Essen in der Mensa, Uni-Kater Sammy, AStA, Forschungsfreiheit
Die Forschungsfreiheit ist ein unglaublich wichtiges Gut, das leider oft durch allzu enge Kooperation mit Unternehmen untergraben wird, denn durch wirtschaftliche Abhängigkeit ist keine Forschungsfreiheit mehr möglich. In diesem Sinne dürfte es z.B. keinen Rahmenkooperationsvertrag mit EADS oder einen rein extern besetzten Hochschulrat mit Entscheidungskompetenz geben.
Die Studierenden stellen die größte Gruppe an der Uni dar, dennoch sind sie bisher in den Gremien der akademischen Selbstverwaltung unterrepräsentiert. Unter anderem in der Studierendenvertretung (AStA) setzen sich GHGlerInnen dafür ein, dass sich das ändert. ProfessorInnen, der Mittelbau und die MitarbeiterInnen der Verwaltung gehören aber natürlich auch zur Uni. Wir wünschen uns eine gute Zusammenarbeit und lebhaften Austausch zwischen allen Gruppen.
Das Mensaangebot richtet sich zur Zeit leider kaum an Kriterien wie gesunder Ernährung oder Nachhaltigkeit aus – obwohl es in weiten Teilen vom Land subventioniert wird! Um das zu ändern, engagieren sich GHGlerInnen zum Beispiel im Nachhaltigkeitsrat oder dem Essensreferat der Studierendenvertretung.
Bier trinken aber auch manche von uns gerne (wir haben uns für den Biergarten eingesetzt!), Trommelkreise sind sicher spaßig und Sammy ist sowas wie das Wahrzeichen der Uni.

Das mit dem extern besetzten Hochschulrat habe ich erst kürzlich in einem Gespräch mit dem Kandidaten der GHG erfahren. Die Mitglieder des Hochschulrates findet man hier: http://www.profil.uni-konstanz.de/die-universitaet/universitaetsrat/

Sicherlich kritisch, wenn dieser die Richtlinien der Konstanzer Uni-Strategie festlegt, sich es bei finanziell aufwändigen Treffen gut gehen lässt und die Mitglieder sich ansonsten mit ihrem so tollen ehrenamtlichen Engagement brüsten, das sich letztlich eben auf „Gut Essen & Trinken“ beschränkt.

Das mit EADS sehe ich anders,  wie schon angeklungen, wäre aber zu lang das auszubreiten. Gesunde Ernährung und Nachhaltigkeit in der Mensa halte ich für zweitrangig: was ist schon gesund und nachhaltig? Wer das möchte, muss nicht in die Mensa gehen. Essen für Veganer – wenn man das gesund nennen mag – unterstütze ich aber durchaus. Trommelkreise sind auch sicher spaßig, insbesondere wenn sie aus versteckten Studiengebühren finanziert werden, die mit der Verfassten Studierendenschaft jetzt nach Willen der GHG kommen sollen.

3. Die Wahlbeteiligung an studentischen Wahlen ist oft erschreckend niedrig. Was sind Eurer Meinung nach die Gründe und was wollt ihr konkret dagegen tun?
Wir können uns die niedrige Wahlbeteiligung nicht vollends erklären. Wir haben in der GHG länger über diese Frage gesprochen und haben kein „Patentrezept“. Wir setzen uns aber in der derzeitigen Studierendenvertretung (z.B. im Presse- und Öffentlichkeitsreferat) dafür ein, dass die Arbeit besser kommuniziert wird und wollen das auch in der kommenden Studierendenvertretung tun.
Außerdem sollten die vielen Referate weiterhin ihre gute Arbeit machen, um die Studienbedingungen in Konstanz weiter zu verbessern und die Studierenden damit von der sinnvollen Arbeit ihrer Vertretung zu überzeugen. So haben wir uns zum Beispiel für das erweiterte Studiticket eingesetzt und hierfür in der Urabstimmung bei einer ordentlichen Wahlbeteiligung von 28,1 % eine Zustimmung von 70,1% erreicht.
Letztlich muss jedeR wissen wie er/sie seine Zeit investiert und wenn sich jemand anders gesellschaftlich engagiert und dadurch weniger Möglichkeiten hat sich über die Studierendenvertretung zu informieren, so ist ihm/ihr kein Vorwurf zu machen.

Die Optimierung der Kommunikation anzugehen ist jedenfalls wichtig. Auch letzter Satz gefällt mir – hätte ich von GrünInnen garnicht erwartet.

4. Mit der Einführung der „Verfassten Studierendenschaft“ wird die studentische Selbstverwaltung generell gestärkt. Strebt Eure Hochschulgruppe Zwangsbeiträge zur Finanzierung derselben an und wenn, was soll mit diesen zusätzlichen Einnahmen finanziert werden?
Wir freuen uns sehr über die Wiedereinführung der Verfassten Studierendenschaft (VS), da sie den Studierenden mehr Rechte beschert. So kann die Studierendenvertretung bald auch wieder legal Ihr tatsächliches Kerngeschäft – die Interessenvertretung der Studierenden wahrnehmen.
Konkret könnte die VS eine unabhängige BAFöG-Beratung anbieten, Projekte wie den Fahrradverleih tragen, sich für die Ausweitung des kulturellen Angebots einsetzen, die politische Bildung der Studierenden fördern, sich noch stärker für interdisziplinäre Lehre einsetzen und überregional die Vertretung der Interessen der Studierenden unterstützen. Außerdem kann die Arbeit der Studierendenvertretung durch hauptamtliche Unterstützung professionalisiert werden. Dass dabei Kosten entstehen, lässt sich nicht vermeiden. Diese Kosten werden laut gesetzlicher Grundlage von allen Studierenden durch Beiträge gegenfinanziert, was aus unserer Sicht für eine gute Interessenvertretung legitim ist. Übrigens regelt das entsprechende Gesetz sehr streng, wie über die Finanzmittel Aufsicht zu führen ist. Zudem fallen die sinnvollen Beiträge zur VS in Höhe von 5€-10€ gegenüber den Studiengebühren in Höhe von 500€, für deren Abschaffung wir gekämpft, haben kaum ins Gewicht.

Die Studierendenvertretung kann und sollte eigentlich auch jetzt schon die Interessen aller Studierenden wahrnehmen. Das sie nun dazu legitimiert ist, ist natürlich schön. Politische Bildung ist natürlich so eine Sache. Gebildet wird das eigene Weltbild für einen Bruchteil der Studierenden, während alle dafür zahlen. Gender-, Anti-Rassimus-, Friedens- und Nachhaltigkeitswochen sind sicherlich sinnvoll, sollten aber differenzierter ausfallen. Vielfalt statt Einfalt! Dazu gehört auch, Vortragende einzuladen, die nicht das eigene Weltbild vertreten…

Zu Studiengebühren und Zwangsbeiträgen ist noch zu sagen: für Studiengebühren gab es immerhin Gegenleistungen (Wunschvorstellung?), für Zwangsbeiträge scheint es nicht mehr zu geben als es ohnehin gibt.

Gerade auch die Notwendigkeit einer hauptamtliche Unterstützung sollte hinterfragt werden. Zur Optimierung der Kommunikation der Arbeit der Studierendenvertretung mag es vielleicht immerhin nützlich sein.

5. Wählt: Solidarität oder Subsidarität? Freiheit oder Zwang? Studienbedingungen verbessern oder Welt retten? Elite-Uni oder Massen-Uni? Marx oder Mill?
Es mag die Lesenden nicht überraschen, dass es auf dieses schwarz-weiße Fragen-Stakkato keine gute Antwort geben kann. Die Welt kann nicht in Extremen definieren werden. Die hier benannten Begriffe stehen nicht zwangsläufig im Gegensatz zueinander, sondern müssen behutsam vermischt und abgewogen werden.

Was dann dabei rauskommt, ist zwangsläufig grüne Politik. Als einzige Hochschulgruppe scheint die GHG also auch Zwang zu befürworten. Immerhin geben sie es offen zu. Und solange sich der Zwang auf Zwangsbeiträge beschränkt, und nicht auf Zwangsengament in der Studierendenvertretung ist ja noch alles im grünen Bereich! 😉

Wie deutlich geworden sein mag, bin ich den Grünen nicht sonderlich wohlgesonnen – da sind mir aufrichtige Linke noch lieber. Ein paar Seitenhiebe konnte ich mir deshalb nicht verkneifen. Über eine Stimme von mir darf sich einer ihrer Kandidaten trotzdem freuen.

StuPa-Wahl an der Uni Konstanz (12. Juli)

Wie angekündigt werde ich in den nächsten Tagen nicht nur über den weiteren Verlauf der OB-Wahl berichten, sondern auch über die Wahlen zum Studentenparlament an der Universität Konstanz, die am 12. Juli stattfinden werden – auch wenn man mir als für die LHG kandidierender fehlende Unabhängigkeit vorwerfen mag. Mit der Wahl zum Studentenparlament sind wohl auch noch Wahlen für andere Gremien in der Uni verbunden, denen ich mich aber nicht näher widmen möchte.

In bewährter Manier habe ich dazu einen kleinen Fragekatalog an die antretenden politischen Hochschulgruppen geschickt und bereits auch schon 2 Rückmeldungen – vom RCDS & Unabhängige und sds/offene Linke Liste – bekommen, die ich ab morgen veröffentlichen werde. Hier ein Überblick über die Fragen, die recht spontan entstanden sind. Mittlerweile sind mir bessere Ideen gekommen, aber zu spät:

1. Die Uni Konstanz ist (bleibt) Elite-Uni. Wie steht ihr als
Hochschulgruppe dazu?

2. Ordnet die folgenden 9 Begriffe subjektiv nach ihrer Bedeutung für
Euch: Studenten, Professoren, "Mittelbau" und Verwaltung, 
Trommelkreise, Bierautomat, Bio-Essen in der Mensa, Uni-Kater Sammy,
AStA, Forschungsfreiheit

3. Die Wahlbeteiligung an studentischen Wahlen ist oft erschreckend
niedrig. Was sind Eurer Meinung nach die Gründe und was wollt ihr
konkret dagegen tun?

4. Mit der Einführung der "Verfassten Studierendenschaft" wird die
studentische Selbstverwaltung generell gestärkt. Strebt Eure
Hochschulgruppe Zwangsbeiträge zur Finanzierung derselben an und wenn,
was soll mit diesen zusätzlichen Einnahmen finanziert werden?

5. Wählt: Solidarität oder Subsidarität? Freiheit oder Zwang?
Studienbedingungen verbessern oder Welt retten? Elite-Uni oder
Massen-Uni? Marx oder Mill?

Wie man sieht ein kleiner Rundumschlag, der bis auf die „Verfasste Studierendenschaft“ die im Wahlkampf propagierten Themen höchstens streift. Aber die ganze Leier mit Zivilklausel, Studi-Ticket, höheren Hiwi-Gehältern, Angleichung der Semesterzeiten an internationale Standards (wie es in Mannheim gemacht wird bzw. an den meisten FHs) zu wiederholen wäre sicher nicht sehr spannend. So habe ich wenigstens ein paar Aussagen schriftlich, an die ich die politischen Hochschulgruppen dann messen kann.

Die Wahlen zum Studierendenparlament finden, wie gesagt, am 12. Juli statt. Mir ist dabei unklar, wie das Ganze abläuft., da es ja auch meine erste Wahl ist Die Informationspolitik ist – siehe Frage 3 – sehr schlecht. Es hängen zwar überall lauter Wahlplakate, aber keiner informiert über die Wahl an sich. Auf der Website des AStA der Uni Konstanz (www.asta.uni-konstanz.de) finde ich z.B noch gar keine Informationen. Soweit ich weiß hat man mehrere Stimmen, die man recht beliebig, also auch auf verschiedene Listen, aufteilen kann (Kumulieren & Panaschieren). Ihr könnt mir also alle Eure Stimme geben, obwohl Ihr Liberale blöd findet und sonst schön linksgrün wählen 😉

Wer tritt eigentlich überhaupt an? Meines Wissens sind das:

Grüne Hochschulgruppe – GHG

Offene Linke Liste – sds  (mich erreichte eine Mail, dass das so nicht stimmt: also Streichung; gelöscht wird hier nix)

Liberale Hochschulgruppe – LHG

Ring Christlich-Demokratischer-Studenten – RCDS & Unabhängige

Juso Hochschulgruppe

U-Liste/ Fachschaftsliste

G.R.Ü.N. & Schnitzel (Spaßpartei)

Die Grauen (Spaßpartei)

Sie alle kämpfen um die anscheinend 23 Sitze im StuPa, das momentan von der Grünen und Juso Hochschulgruppe dominiert wird. Damit sich dieser für alle deutschen Universitäten typische Zustand mal ändert, kann ich jeden nur aufrufen, wählen zu gehen.

Die Wahlbeteiligung an den Wahlen zum Studetenparlament in Konstanz ist wohl vergleichsweise noch hoch, liegt aber noch weit unter den sehr traurigen 42% bei der Wahl des Oberbürgermeisters vergangenen Sonntag. Knapp über 20% meines Wissens insgesamt, bei den PoWaltern immerhin deutlich höher. Die bilden allerdings auch knapp die Hälfte des Studierendenparlaments.

Was die Gewählten dort tun ist aus den doch recht aussagekräftigen Protokollen zu entnehmen (http://www.asta.uni-konstanz.de/wp/?page_id=1451). Ich glaub, denen widme ich mich in Zukunft hier mal genauer. Auffällig im letzten Protokoll ist, das wohl auf indirektem Wege versucht wird, Studentenverbindungen den Status als Hochschulgruppe abzuerkennen, weil sie gewisse Zulassungsgrenzen haben und damit diskriminieren (keine Frauen aufnehmen  z.B). Ich bin wahrlich kein Freund von Studentenverbindungen, finde den dauernden Kleinkrieg gegen diese Tradition aber albern. (Edit: Grundsätzlich natürlich eine richtige demokratische Entscheidung, an der ich nichts auszusetzen habe. Aber wer Wasser predigt, soll kein Wein trinken…)

Immerhin besaßen die von knapp  20% der Studierenen legitimierten Vertreter noch die Einsicht, den Vorschlag eines Vertreters zu verwerfen, der Hochschulgruppen ihren Status aberkenenn möchte, die allgemein diskriminierend wirken. Die Intention in Ehren – aber entscheiden tut wahrscheinlich das StuPa drüber, was angeblich diskriminierend sein soll und kann so unliebsame Meinungen unter dem Vorwand einer angeblichen Diskriminierung entgegentreten und den doch mit einigen Vorteilen verbundenen Status als Hochschulgruppe entziehen.

Ansonsten hört man recht wenig vom StuPa – auch zusammenhängend mit der bisher fehlenden Macht, die durch die Einführung der Verfassten Studierendenschaft ja nun größer werden dürfte. Wen interessiert es aber auch – siehe Wahlbeteiligung? Eigentlich schade, denn die Entscheidungen, die dort getroffen werden, gehen alle an. Und sind vielleicht nicht im Sinne der meisten, sonder Minderheitenmeinungen mit Mehrheit im StuPa.

Wie dem auch sei: wenn ihr an der Uni Konstanz studiert, dann geht doch bitte am 12. Juli wählen und macht ein Kreuz wo es Euch richtig dünkt 😉

Morgen geht es dann los mit einer kleinen Vorstellung der kandidierenden Listen samt ihrer Beantwortung der Fragen.

OB-Wahl in Konstanz 2012 – Analyse

Während die Kandidaten heute um den Einzug ins Konstanzer Rathaus kämpften, schlug ich mich mit Wind und Wellen auf Bodensee und Rhein herum. Dazu mehr und vor allem viele Bilder morgen. Soviel sei gesagt: es war keine Tour, sondern eine Tortur, aber doch ein Abenteuer ganz nach meinen Geschmack, dass aufgrund der Wetterlage nicht in Schaffhausen, sondern leider bereits 10km vorher in Gailingen am Hochrhein endete. Doch morgen mehr…

Die Kandidaten haben gekämpft – manche haben gewonnen, die meisten wohl verloren. Die Ergebnisse im Überblick (http://www.konstanz.de/ergebnisse_wahlen/ob2012.htm): Sabine Reiser 26,8%, Uli Burchardt 25,9%, Sabine Seeliger 20,1%, Sven Zylla 14,3%, Henning Tartsch 4,6%, Andreas Kaltenbach 2,2%, Martin Luithle 1,9%, Benno Buchczyk 1,1%, Mykola Neumann 1,0%, Roman Urban 0,5%, Sylvia Großmann 0,5%, Thomas Linz 0,4%, Klaus Springer 0,1%, Sonstige 0.6%. Wer unter Sonstige zählt würde mich mal interessieren…

Die Wahlbeteiligung war mit 42% sehr gering. Das mag einerseits am Regenwetter gelegen haben, andererseits aber auch vor allem im Bewusstsein, dass es ohnehin eine Stichwahl geben würde. Die Hoffnung ist also groß, dass es in 2 Wochen besser aussieht. Von der Stichwahl hatte ich selbst eine völlig falsche Vorstellung. Ich dachte, es wäre ein Stechen zwischen den zwei besten Kandidaten. Tatsächlich ist es aber eine Wahl wie heute auch, wo man allerdings nur noch die relative Mehrheit der Stimmen benötigt. Kandidaten können jetzt zurückziehen, theoretisch können sogar noch neue Kandidaten ins Rennen einsteigen, wenn sie sehr schnell neue Unterschriften sammeln. Vielleicht steht ja schon wer bereit…

Wer Statements von den OB-Kandidaten hören möchte – der Südkurier hat ein Video gedreht, auf das man sogar ohne Bezahlschranke zugreifen kann. Gehört wohl zum Informationsauftrag.

http://www.suedkurier.de/region/kreis-konstanz/konstanz/Video-Das-sagen-OB-Kandidaten-zum-Wahlergebnis;art372448,5575216

Interessant ist es übrigens, mal die einzelnen Wahlbezirke und die dortige Stimmenverteilung anzusehen. Im Wahlbezirk Königsbau Wahlort Uni-Laborgebäude V, zu dem diverse Studentenwohnheime gehören, erreichte Sabine Seeliger  mit 32,4% ein deutlich besseres Ergebnis. Ähnlich sieht es in manch Gegenden der Altstadt aus – ebenfalls Terrain eher junger Leute. In Konstanzs „sozialem Brennpunkt“ Berchengebiet schneidet Frau Sabine Seeliger hingegen vergleichsweise schlecht ab. Wen interessiert da auch Öko? Auf hohe Werte kommt dort Sabine Reiser. Vielleicht durchschauen die Wähler dort Sabine Reiser einfach nicht !? Unter vielen Studis, wenn auch nicht nur, (Uni-Laborgebäude V) erreicht sie gerade mal 13,5%.

Ich möchte die Analyse nicht überreizen – die Dinge fielen mir nur spontan auf. Die Kandidaten werden sicherlich näher damit beschäftigen, um, sofern sie denn weiterhin antreten, in Wahlkreisen, wo sie eher schlecht abschnitten, verstärkt Werbung zu machen. Auch natürlich, um die mickrige Wahlbeteiligung anzukurbeln. Es kann also nur besser werden…

Meine Stimme war tatsächlich ein „Wasted Vote“, in der Stichwahl werde ich sie dann überlegter einsetzen. Sven Zylla überlegt noch, ob er weiter kandidiert, das Rennen dürften Sabine Reiser, Uli Burchardt und Sabine Seeliger unter sich aus machen. Gut möglich, dass Frau Seeliger als lachende Dritte aus diesem Rennen hervorgeht, während die bürgerlich-konservativen Uli Burchardt und Sabine Reiser sich gegenseitig die Stimmen klauen. Ich hoffe es nicht – ich möchte einen Farbwechsel.

Orange wird sicher nicht die Farbe sein. Der Kandidat im Vertrauen der Piratenpartei, Benno Buchczyk ist grandios gescheitert und weiß (siehe Südkurier-Video) selbst nicht, wie er das jetzt einschätzen soll. Aber nicht schlecht, dass manche Leute wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt werden, die maßlos überschätzend einem Kandidaten der Piratenpartei gute Chancen einräumten. Die habe ich nie geteilt, wie vielleicht schon deutlich geworden ist. Sicherlich bitter für ihn und sein engagiertes Wahlkampfteam – aber so ist die Realität. Ich bin gespannt, ob Benno Buchczyk auch in der Stichwahl antritt…

2 Wochen heißt es also noch warten, dann hat Konstanz einen neuen Oberbürgermeister für 8 Jahre. Eine wegweisende Entscheidung, die Konstanz hoffentlich nicht zurück in die Steinzeit katapultiert. Manche KandidatInnen scheinen da ja ganz heiß drauf zu sein…

Ich werde die ganze Angelegenheiten jedenfalls weiterhin beleuchten und freue mich über das große Interesse. 450 Besucher dieses Blogs am heutigen Tag – nicht schlecht!

Die Piraten, Demokratie und der OB-Wahlkampf

Gestern bin ich nicht nur zum ersten Mal in den mit 17 Grad relativ kalten Bodensee gesprungen und habe mir einen Quasi-Ganzkörpersonnenbrand geholt, sondern nahm auch nochmals die Gelegenheit wahr, bei der Kreismitgliederversammlung der Piratenpartei zu partizipieren. Jetzt bin ich endlich meine Schatzmeister-Unterlagen los und kann das Kapitel nun weitgehend für mich beenden.

Bleibe ich Pirat? Ich glaube nicht. Die gestrige Veranstaltung grenzte teilweise an Realsatire. Der  neu gewählte Vorstand sieht aber passabel aus, sodass man hoffen kann, dass die Piraten jetzt den Kindergarten verlassen. Neuer Vorstandsvorsitzender ist der Radolfzeller Arzt Stefan Bushuven, sein Stellvertreter das einzige Ex-Vorstandsmitglied Andreas Bergholz, meine Nachfolgerin als Schatzmeisterin die als Betriebswirtin bestens qualifizerte Ulrike Trachternach und als Beisitzer die Herren Norbert Annabring und Heiko Stubenvoll. Ihnen alles Gute und eine erfolgreiche Amtszeit, die nicht schon nach 3 Monaten endet…

Mit der Demokratie, die sie vergöttern, scheinen es einige Piraten, auch neue Vorstandsmitglieder,  aber doch nicht so genau zu nehmen. Im Zuge der Frage, welchen OB-Kandidaten man unterstützen solle, lief seit einiger Zeit eine Online-Umfrage unter allen Mitgliedern des Kreisverbandes, bei der die OB-Kandidaten mittels Zustimmungswahl gewählt werden sollten. Sprich, all für den Abstimmenden geeigneten Kandidaten dürfen gewählt werden, der siegreiche Kandidat vereinzt die meisten Stimmen, aber min. 50% auf sich.  Bevor das bereits feststehende Ergebnis gestern verkündet wurde, entbrannte jedoch noch eine Satzungsänderungsschlacht. Zum Glück nicht die Mehrheit, aber eine große Minderheit der anwesenden Piraten wollte sich die Möglichkeit vorbehalten,  die eventuelle Wahrscheinlichkeit, dass kein Kandidat die 50% erreicht, auszuhebeln, indem die Anwesenden der Kreismitgliederversammlung sich über den Beschluss aller Parteimitglieder hinwegsetzen und vor Ort einen Kandidaten zu unterstützen, der vielleicht nur 45% der Stimmen hat.

Die Intention mag nachvollziehbar sein, ich finde das aber bedenklich. Letztlich wäre es ohnehin nicht nötig gewesen: offiziell von der Piratenpartei unterstützt wird nun das Parteimitglied Benno Buchczyk mit 56%  Zustimmung. Der zeigte auch als Einziger (ich hielt mich vornehm zurück…) bereits während der Debatte, dass er zu demokratisch getroffenen Entscheidungen steht, sprach sich vehement gegen die Satzungsänderungen aus und ich nehme ihn ab, dass er, wenn er nur 45% Zustimmung erreicht hätte, die Abstimmung voll respektiert hätte.

Benno Buchczyk ist der letzte Bewerber mit der Glückszahl Nr. 13, als ehemaliger PoWalter bestens qualifiziert und wird den Wahlkampf sicher noch aufmischen. Trotz „offizieller “ Unterstützung der Piratenpartei darf er aber nicht allzu viel erwarten. Ich bin gespannt, ob es über moralische Unterstützung hinausgeht, abgesehen von den Piraten, die sich ohnehin in seinem Wahlkampfteam engagieren. Wirkliche Chancen räume ich ihm aber nicht ein. Wer sich über den Kandidaten Benno informieren möchte: http://www.oderbenno.de

Wem das jetzt nach zuviel Werbung klingt: es ist Werbung! Jedenfalls kann ich das Kreuz an seiner Stelle empfehlen. Das heißt aber weder, dass ich ihn wähle, noch, dass ich nicht auch andere Kandidaten für geeignet halte. Darüber werde ich in den nächsten Tagen informieren: von Sabine Seeliger, Sabine Reiser und eben Benno Buchczyk habe ich meinen Fragenkatalog bereits beantwortet bekommen. Zu wirklich klaren Aussagen kam aber niemand: am ehesten noch Frau Seeliger, die obwohl unabhängig, doch großzügig von den Grünen gesponsort wird, dies aber auch auf meine Frage hin transparent macht. Sie bewies auch ökologischen Sachverstand, nannte sogar ihren Favoriten für das Oberbürgermeister-Amt nach ihr und kam insgesamt am authentischsten rüber, auch wenn ich wahrlich kein Fan grüner Politik bin.

Das als kleiner Appetithappen für die kommende Woche: am Mittwoch ab 19.30 Uhr im Audimax der Universität Konstanz findet übrigens eine Podiumsdiskussion statt, die sehr interessant werden dürfte. Die Konstanzer Hochschulen bilden knapp 25% aller Wahlberechtigten – das dürfte eines der Höhepunkte des Wahlkampfes bilden. Ich bin gespannt – auch auf die hoffentlich noch eintrudelnden Antworten der anderen Kandidaten!

uni.kn !

Die wahre Exzellenz der Universität Konstanz liegt weder im Bodensee noch auf dem Gießberg, sondern in ihrer Internetadresse. Hoch innovativ, wie sich die Uni gibt, scheint man sich die Domain von St. Kitts und Nevis gesichert zu haben.

Zumindest in einem Fall: da http://www.uni-konstanz.de ja vieeeeeeeeeelllllllll zu lang ist, geht es jetzt mit http://www.uni.kn viel, viel schneller…

Begleitet wurde dies von einer hochwertigen Marketingaktion durch Flyer in der Mensa, von denen man nicht wusste, was sie eigentlich sollten….

Eine Investition der verbliebenen Studiengebühren in eine weitere Segelboot-Flotte wäre in meinen Augen lohnender gewesen…

Aber vielleicht beschwere ich mich auch zu früh und bald bekommt jeder Student seine eigene .kn-Adresse. Das wäre wirklich innovativ!