OB-Kandidaten-Vorstellung: Uli Burchardt

Manchmal verlaufen Abende anders als geplant. Aber nicht unbedingt schlechter. Organisatorisches wurde auf Sonntag verschoben, es stand kurzfristiger Konsum von Spaß statt, unter anderem im Form des schönen Spiels „Werwolf“, wo ich endlich mal wieder brillieren konnte. Anyway: ich halt mich jetzt kurz, weil der Rucksack noch gepackt werden muss und es in knapp 6 Stunden bereits aufs Kanu geht. Selbst mir ausreichend Schlaf, den ich nun nicht mehr kriege, wäre es ein harter Tag. Naja, schaun wir mal…

Uli Burchardt werde ich nicht gesondert vorstellen, das Ganze aber vielleicht nachholen, da er mit Sicherheit in die Stichwahl kommt. Ich habe ihn heute per Briefwahl nicht gewählt, er ist aber nach wie vor in meinem engeren Kreis. Hätte ich seine Antworten vor meiner Wahl bekommen, hätte ich mich möglicherweise anders entschieden.  Meinen „Wasted Vote“ verbuche ich mal unter Wahlgeheimnis.

Hier jetzt noch seine Antworten auf meine Fragen – die 7. hat er galant ausgeklammert. Kommentieren tue ich aus oben genannten Gründen nicht mehr. Der Blog soll mir schließlich nicht mein Leben diktieren, doch aus Gründen der Fairness gegenüber den OB-Kandidaten sehe ich es als notwendig an, alle Antworten rechtzeitig zu veröffentlichen. Und das ist nun nunmal die letzte Gelegenheit…

 

1. Zuerst eine technische Frage: wer finanziert eigentlich mit wessen Geld Ihren Wahlkampf?

Da ich als unabhängiger Kandidat antrete, erhalte ich keine Unterstützung aus irgendeiner Parteikasse. Meinen Wahlkampf finanziere ich zu einem Teil aus Spenden. Die Freien Wähler haben dazu freundlicherweise ein Spendenkonto eingerichtet. Über die Identität der Spender werde ich jedoch nicht informiert und das ist gut so, denn so entstehen keine Abhängigkeiten. Was nicht durch Spenden abgedeckt ist, finanziere ich aus der eigenen Tasche.

2. Als Konstanzer OB haben sie auch mit Schweizern zu tun. Welche 3

Dinge schätzen Sie an unseren Nachbarn?

Es gibt weit mehr als drei Dinge, die ich an unseren Nachbarn schätze: Zunächst fasziniert mich ihre demokratische Tradition und ihre republikanische Gesinnung, die sie in ihrem politischen Alltag immer wieder unter Beweis stellen. Dann bewundere ich die Geradlinigkeit mit der sie Projekte in ihrem Gemeinwesen anstoßen, planen und umsetzen. Was sie anpacken, hat meistens Hand und Fuß, auch wenn es mal ein paar Franken mehr kostet. Schließlich schätze ich ihre Verbundenheit mit ihrer natürlichen alpinen und voralpinen Umwelt, die Sie gerne auch Heimatliebe nennen dürfen.

3. Viele Initiativen unterschiedlichster Art engagieren sich in Konstanz – gerade auch von Studenten. Diese brauchen – gerade wenn sie mit Kindern und Jugendlichen arbeiten – völlig zu Recht ein erweitertes Führungszeugnis. Diese mit etwa 50€ nicht unerheblichen Kosten werden momentan noch von der Stadt übernommen, was aber geändert werden soll. Würden Sie sich dafür einsetzen, dass erweiterte Führungszeugnisse für engagierte Menschen weiterhin kostenlos bleiben?

Wie ist generell ihre Haltung zum Thema Ehrenamt?

Ehrenamtliches Engagement ist ein wesentlicher Bestandteil einer Gesellschaft, die sich durch solidarisches Miteinander immer wieder selber hervorbringt und neu entwirft. Als jemand, der bei DLRG und Freiwilliger Feuerwehr, später als Studentensprecher und heute im Wirtschaftsrat, viele Jahre aktiv war und ist, weiß ich, dass dem Ehrenamt oft nicht die öffentliche Aufmerksamkeit zuteil wird, die es verdient. Deswegen hatte ich angekündigt, zu entscheiden, ob eine Stabsstelle für ehrenamtliches Engagement eingerichtet werden soll und ich habe mich festgelegt: Ich werde mich dafür einsetzen, eine solche Stelle zu schaffen, die Bürgerengagement fördert und koordiniert.

Zur konkreten Frage: Derzeit kostet das Zeugnis 13 Euro, Personen, denen dies nicht zuzumuten ist, können davon ausgenommen werden. Sollte die Beschlusslage der Gemeinde inzwischen eine andere sein, wird es Aufgabe des Inhaber oder der Inhaberin einer künftigen Ehrenamtsstelle sein, dies zu überprüfen und gegebenenfalls an die Erfordernisse der ehrenamtlich Tätigen ebenso wie an die der Stadt anzupassen. Mehr kann ein OB-Bewerber nicht versprechen, ohne schon vor der Wahl als Verwaltungsmonarch zu gelten, der nicht alle Beteiligten rechtzeitig anhört.

4. Ordnen Sie die 7 folgenden Begriffe nach Ihrer subjektiv empfundenen

Bedeutsamkeit für Konstanz (Gleichheit nicht erlaubt!):

1- Studenten

Klar, dass ich als Dozent an der HTWG die Studierenden besonders schätze. Sie machen rund ein Fünftel der Konstanzer Bevölkerung aus. Viele Konstanzerinnen und Konstanzer waren früher selbst an einer unserer Hochschulen eingeschrieben. Studierende kommen zuhauf aus anderen Städten und beleben und bereichern unser Gemeinwesen. Durch sie und ihre Hochschulen werden jährlich dreistellige Millionenbeträge in den lokalen und regionalen Wirtschaftskreislauf eingebracht. Die meisten von Ihnen sind Mitbürger auf Zeit, und wenn sie Konstanz wieder verlassen, sind sie im Idealfall positive Botschafter für unsere Stadt und unsere Region.

2- Schweizer

Vielfach werden unsere Nachbarn auf ihre Kaufkraft reduziert. Das wird aber nicht der Tatsache gerecht, dass wir eine jahrhundertelange  gemeinsame Vergangenheit haben. Noch weniger wird es der Tatsache gerecht, dass wir mit den Schweizern über eine EU-Außengrenze hinweg tagtäglich grenzüberschreitendes Miteinander praktizieren, was uns so selbstverständlich ist, dass es uns gar nicht mehr auffällt. Das ist ein gutes Zeichen. Ein Beispiel: In meiner Jugend waren Schweizer Guggenmusiken in Konstanz eher eine Ausnahme. Heute sind sie selbstverständlicher Bestandteil unserer Straßenfasnacht, auf deren liberale Offenheit wir zu Recht stolz sind. Unsere Nachbarn fordern und fördern unsere Offenheit und Toleranz und das wiegt mehr als die vermeintlichen Kulturunterschiede, die bei genauer Betrachtung übrigens gar nicht so groß sind, wie sie gerne dargestellt werden.

3-Touristen

Auch Touristen möchte ich nicht auf ihren Geldbeutel reduzieren. Es sind immer noch Individuen und Familien die zu uns kommen und nicht nur Zahlesel. Ich möchte, dass sie sich als Gäste hier wohlfühlen und gerne wiederkommen. Aber es geht nicht um Massentourismus, sondern um Qualität. Das bedeutet Kultur- und Thementourismus, der den Gästen nachhaltig mehr anbietet, als ein wenig Straßenmusik und Gaukler auf der Marktstätte. Dazu gehört auch, dass sie vom Hafen oder Bahnhof kommend orientiert werden und daran hapert es immer wieder. Hier gibt es erheblichen Verbesserungsbedarf, den ich in einer kombinierten Stadtmarketingorganisation mit Tourismus, Wirtschaftsförderung und Standortmarketing aus einem Guss ansiedeln will.

4-Solaranlagenbauer

Sie repräsentieren einen wesentlichen, der Nachhaltigkeit verpflichteten Wirtschaftszweig in unserer Stadt. Ich will, dass Konstanz auch zukünftig Solarstadt bleibt und dafür gibt es sehr gute Ansätze. Insbesondere in der Forschung und Entwicklung haben wir mit den zwei Hochschulen erstklassige Standortbedingungen. Nun gilt es, sich auch im Land und beim Bund dafür einzusetzen, dass die deutsche Solarbranche weiterhin stabile Zukunftsaussichten bekommt. Gleichzeitig aber setze ich mich dafür ein, dass die Konstanzer Wirtschaftdurch Vielfalt und Diversität geprägt ist und nicht durch ein Branchenmonopol.

5- Papst

Der Papst ist als Oberhaupt der katholischen Kirche für viele Mitbürgerinnen und Mitbürger eine außerordentlich wichtige Persönlichkeit in ihrem ganz privaten Glaubensleben. Dies gilt es zu respektieren, denn dieser Respekt ist die Grundlage für eine Gesellschaft der Freiheit und Toleranz. Natürlich gilt dies im Gegenzug auch für diejenigen, die sich aus ganz persönlichen Gründen anders entscheiden.

In der Stadtgeschichte hatten Päpste auch schon mal eine wichtigere Rolle gespielt als heute, vor allem während des Konstanzer Konzils, als gleich drei von ihnen hier um das Vorrecht stritten der einzig wahre Papst zu sein. Bekanntermaßen wurde 1417 in einem Kaufhaus am See anders entschieden. Ohne dieses Weltereignis wären wir zweifellos um einen großen Teil unseres historischen Erbes ärmer geblieben.

6- Bodenseefelchen

Der Versuchung das symbolträchtige Tier ganz nach oben zu ranken, habe ich nurschwer widerstanden. Aber der Bodenseefelchen steht glücklicherweise nicht auf der Liste bedrohter Arten, dafür aber auf den Speisekarten der Region. Dies wiederum ist Wirtschaftsgrundlage vieler Zuchtanstalten rund um den Bodensee. Dass sich am Felchen Begriffe wie Gewässerschutz, Überfischung, Wirtschaftswandel und grenzüberschreitende Fischereiregeln festmachen, versteht sich von selbst, auch wenn diese hier auszuführen kein Raum ist.

7- Oberbürgermeister.

Ich würde nicht kandidieren, wenn ich das Amt des Oberbürgermeisters gering schätzen würde. Zu meinem Verständnis von Amtsführung gehört neben Fachkompetenz und Führungserfahrung aber auch die Qualität der Demut vor der großen Aufgabe. Und dazu gehört eben auch, sich nicht immer in die erste Reihe zu drängeln.

 

 

5. Wie Sie sicher im Stadtentwicklungsprogramm „Zukunft Konstanz 2020“ gelesenhaben (Gesamtdokument, S. 68) besteht die Idee eines Kreuzfahrtschiffes auf dem Bodensee. Zitat: „Einig sind sich die Experten auch darin, dass ein Kreuzfahrtschiff auf

dem Bodensee der Region nachhaltig Impulse verleihen würde.“

Würden Sie diese Idee unterstützen – gerade auch unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit?

Der Bodensee leidet sicher nicht an einem Mangel an Schiffahrt. Wo diese ausgeweitet werden soll, bedarf es einer sorgfältigen Prüfung der Wirtschaftlichkeit, vor allem aber auch der Umweltverträglichkeit.  Die Zurechnung eines Kreuzfahrtschiffes allein zur älteren Generation, wie dies im Gesamtdokument geschieht, finde ich zudem recht kurzsichtig und wenig charmant. Die Idee eines kombinierten Tagungs- und Kreuzfahrtschiffes finde ich dagegen interessanter.  Nachhaltigkeit heißt ja nicht, nur mit Senioren zu planen, sondern Generationen zusammenzuführen, anstatt sie zu dividieren. Wie auch immer man aber entscheidet, muss eins solches Schiff in seinen Dimensionen zum Bedarf,zur restlichen Schifffahrt und vor allem zur Landschaft passen.

6. Der Wert der Freiheit spielt auch in Konstanz eine große Rolle.

Diskussionen über das Glasverbot oder die Sperrstunde machen deutlich, dass zu Freiheit auch Verantwortung gehört. Was ist ihre persönliche Definition von „Freiheit“?

Freiheit bedeutet für mich die immer wiederkehrende konstruktive und inhaltliche Auseinandersetzung mit den Ansprüchen anderer. Sie bedeutet dann auch, dass ich ungezwungen und frei die Konsequenzen aus dieser Auseinandersetzung ziehen und diese frei und offen kommunizieren kann.  Dies geschieht natürlich im gegenseitigen Zugeständnis der gleichen Freiheitsrechte und im Rahmen jener Rechtsordnung, die in dem Verfahren entstanden ist, das sie nun beschützt – im freien Austausch von Ideen und Argumenten.

 

Hört sich doch ganz gut an. Bei meinem nächsten Blogpost wissen wir schon mehr, nämlich wer die Stichwahl erreicht. Ich bin gespannt und freue mich aufs Ergebnis, jetzt aber erstmal auf mein Bett und dann die Kanutour nach Schaffhausen 😉



OB-Kandidaten-Vorstellung: Andreas Kaltenbach

Jetzt bin ich wieder in Herford und kann die Konstanzer OB-Kandidaten nur beglückwünschen, sich für die Stadt am Bodensee entschieden zu haben. Hier oben ist es eisig kalt, es gibt keinen großen See, keine hohen Berge, keine schöne Stadt, aber immerhin Industrie! Aber es ist meine Heimat: Ostwestfalen ist ein schönes Fleckchen Land und hat auch seine schönen Seiten, besonders wenn mal die Sonne scheint!

Heute möchte ich aber nicht über Herford quatschen (wo der nächste Bürgermeisterwahlkampf noch auf sich warten lässt), sondern den nächsten Kandidaten vorstelleb: entgegen der gestrigen Ankündigung ist das heute Andreas Kaltenbach.

Mit ihm hatte ich gestern nach der Podiumsdiskussion noch kurz gesprochen, schickte ihm gestern Nacht noch die Fragen und hatte sie heute mittag – noch in Konstanz – bereits zurück.

Bereits gestern machte Herr Kaltenbach einen sehr guten Eindruck auf mich, was sich durch die Beantwortung meiner Fragen weiter gefestigt hat. Er ist jedenfalls im ganz engen Zirkel für meine Stimme.

Der 54-Jährige, der bei der AOK arbeitet, ist Ur-Konstanzer und besonders der Tradition der Fasnet sehr verbunden. So ist er Zunftmeister der Konstanzer „Blaetzlebuebe“. Aber Tradition heißt nicht konservativ: Kaltenbach ist bürgerlich, aber modern. Seine  Forderungen wie z.B nach „Bürgerforen“ zeigen dies. Die schaut man sich am besten mal selbst an. Z.B hier:

http://andreaskaltenbach.de/

Video: 10-minütige Vorstellung  im Konzil: http://www.youtube.com/watch?v=5hqpfjePh_o

 

Dann wollen wir jetzt auch gleich mal wieder zu den Fragen und Antworten kommen. Mich freut übrigens sehr, dass dies auf so breite Resonanz stößt. Allein heute weit mehr als 200 Aufrufe dieses Blogs!

 

1. Zuerst eine technische Frage: wer finanziert eigentlich mit wessem
Geld Ihren Wahlkampf?

Ich finanziere meinen Wahlkampf ausschließlich selbst.

Ich habe einen Gastronomen als guten Bekannten, der sich aus Überzeugung beteiligt, aber mein Budget ist sehr klein.

Vom Plakate kleben bis zum Prospekte verteilen bin ich ständig selbst unterwegs !

Nimmt man ihn ab. Ein unabhängiger Kandidat, tief verwurzelt in Konstanz, aber ohne großes Budget, Woher auch?

2. Als Konstanzer OB haben sie auch mit Schweizern zu tun. Welche 3
Dinge schätzen Sie an unseren Nachbarn?

1. Verlässlichkeit

2. Den Schweizer Franken, denn damit halten sie die örtlich Wirtschaft am Laufen

3. Die „grundsätzliche Verwandtschaft im alemannischen Sprach und Wirtschaftsraum“ (dazu stehen die Ostschweizer auch)

Verlässlichkeit ist eine Tugend, die in Deutschland nicht mehr viel gilt. Ich hoffe, glaube aber auch, dass Andreas Kaltenbach diesen Anspruch an sich selbst erfüllt. Der Schweizer Franken ist natürlich auch eine schöne Währung: nicht nur das Giralgeld und die echtwertigen Münzen sid ästhetisch, sondern auch, was man mit ihr anstellen kann, wenn bald der Euro liquidiert ist. Die Betonung der Verwandtschaft – Fasnet wird schließlich auch in der Schweiz gefeiert – gefällt mir auch. Fehlt nur noch, dass der Kreis Konstanz neuer Kanton der Schweiz wird. Dann hätten wir gleich automatisch mehr Bürgerbeteiligung, bloß kaum noch Einzelhandel…

3. Viele Initiativen unterschiedlichster Art engagieren sich in Konstanz
– gerade auch von Studenten. Diese brauchen – gerade wenn sie mit
Kindern und Jugendlichen arbeiten – völlig zu Recht ein erweitertes
Führungszeugnis. Diese mit etwa 50€ nicht unerheblichen Kosten werden
momentan noch von der Stadt übernommen, was aber geändert werden soll.
Würden Sie sich dafür einsetzen, dass erweiterte Führungszeugnisse für
engagierte Menschen weiterhin kostenlos bleiben?
Wie ist generell ihre Haltung zum Thema Ehrenamt?

Erste Frage: Unbeding „ja“

Zweite Frage: Ich engagiere mich selbst seit 21 Jahren im Ehrenamt. Ohne diese Menschen wäre die Stadt menschlich ärmer und – ich möchte betonen – wahrscheinlich nicht handlungsfähig.

Wir brauchen eine Koordinationsstelle dafür. Dafür setze ich mich ein !

Hört sich gut an. Besonders die Betonung der Handlungsfähigkeit der Stadt. Steuern allein schaffen keine Handlungsfähigkeit…

 

4. Ordnen Sie die 7 folgenden Begriffe nach Ihrer subjektiv empfundenen
Bedeutsamkeit für Konstanz (Gleichheit nicht erlaubt!): Touristen,
Papst, Studenten, Schweizer, Bodenseefelchen, Solaranlagenbauer,
Oberbürgermeister.
Gerne auch mit Begründung!

Touristen: Unsere größte Einnahmequelle und dazu sehr umweltverträglich.

Studenten: Halten die Stadt jung und offen für interessante Errungenschaften (einschließlich hochqualifizierte Jobs)

Schweizer: Siehe Punkt 1; allerdings das ganze Jahr über

Solaranlagenbauer: Es ist mehr die Forschung, aber leider abgerutscht und derzeit Patient mit (politisch gewollter ?) schlechter Prognose

Oberbürgermeister: Kann initiativ werden und hat damit  Verantwortung für unser aller Zukunft

Bodenseefelchen: Unverkennbar unsere Spezialität

Papst: Seit 1418 für die Stadt nicht mehr greifbar (außer das päpstliche Wappen am Hauptportal des Münsters)

Touristen sind umweltverträglich? Bei den Massen wird ganz schön viel CO2 ausgeatmet. Ein so deutliches Bekenntnis zu den Kurzzeit-Konstanzern gab es bisher nicht. Unmittelbar danach folgen dann auch schon die Mittelzeit-Konstanzer, während die Minimalzeit-Konstanzer aus dem befreundeten Ausland auch im Winter für klingelnde Kassen sorgen. Über den Rest muss man nicht viel sagen: immerhin erwähnt er wie intendiert das Konzil. Da kennt sich noch jemand mit der Konstanzer Historie aus!

5. Wie Sie sicher im Stadtentwicklungsprogramm „Zukunft Konstanz 2020“
gelesen haben (Gesamtdokument, S. 68)
besteht die Idee eines Kreuzfahrtschiffes auf dem Bodensee. Zitat:
„Einig sind sich die Experten auch darin, dass ein Kreuzfahrtschiff auf
dem Bodensee der Region nachhaltig Impulse verleihen würde.“
Würden Sie diese Idee unterstützen – gerade auch unter dem Aspekt der
Nachhaltigkeit?

Nein ! Wenn, dann müsste dies ausschließlich durch Privatinitiative entstehen.

Das „Event-Schiff“ Sonnenkönigin hat diesen Hintergrund. Davon partizipiert aber die Stadt Konstanz nicht.

Den letzten Satz verstehe ich nicht, auch wenn ich weiß, was gemeint ist. Sollte wohl „profitiert“ heißen. Aber sehe ich ähnlich: also, ihr Entrepreneure der Zeppelin Uni in Friedrichshafen – zeigt was man an einer privaten Hochschule so lernt…

6. Der Wert der Freiheit spielt auch in Konstanz eine große Rolle.
Diskussionen über das Glasverbot oder die Sperrstunde machen deutlich,
dass zu Freiheit auch Verantwortung gehört. Was ist ihre persönliche
Definition von „Freiheit“?

Eigenverantwortliches Umgehen mit meinen Bedürfnissen und meinem Leben; allerdings immer im Rahmen der vorgegebenen Regeln, nach denen ich nur ein Teil des gesellschaftlichen Ganzen bin und die Bedürfnisse der Anderen respektieren muss.

Eigenverantwortung und geregelter Rahmen. Das ist leicht positiv und leicht negativ. Aber gefällt mir.

7. und zum Abschluss: Welchen ihrer OB-Kandidats-Konkurrenten würden
Sie am ehesten wählen und warum?

Uli Burchardt, weil er auch aus Konstanz kommt und am Ehesten meine Ideen trifft

Noch eine klare Aussage. Wie Kaltenbach ist auch Burchardt noch ein enger Favorit von mir. Verwundert nicht, denn die Ideen der beiden sind tatsächlich ähnlich. Ich habe Herrn Kaltenbach gestern vielleicht Unrecht getan, ihn als sozialdemokratisch angehaucht zu bezeichnen. Ich wüsste aber nicht, wie ich es sonst machen sollte. Ich bezeichne ihn daher als unabhängig, fortschrittlich und ehrlich an den Belangen der Konstanzer Bürger interessiert, zu denen er hoffentlich auch die Studenten zählt.

Viel mehr fällt mir jetzt auch nicht mehr ein! Aber ich würde empfehlen, sich mit seinem Wahlprogramm auseinanderzusetzen und das Video seiner Vorstellung im Konzil anzuschauen! Er wird zwar wohl keine echte Chance haben, hätte es aber verdient.

7 Fragen an die OB-Kandidaten

Da kein Interesse bestand, Fragen an die Oberbürgermeister-Kandidaten loszuwerden, musste ich eben selbst welche formulieren.

Eben habe ich es dann auch tatsächlich hinbekommen, sie an die interessierten Kandidaten zu schicken. Teilnehmen werden alle ernstzunehmenden Kandidaten für das Oberbürgermeisteramt Konstanz – nämlich 10Leute.Um sie mal zu nennen: Sabine Reiser, Sabine Seeliger, Benno Buchczyk, Mykola Neumann, Thomas Linz, Uli Burchardt, Sven Zylla, Henning Tartsch, Klaus Springer und Sylvia Großmann.

Von den verbliebenen 3en kam keine Antwort – wobei man fairerweise sagen muss, dass es sich um in meinen Augen chancenlose Einzelkämpfer handelt, die wahrlich genug anderes zu tun haben. Die Fragen werde ich ihnen trotzdem nochmals schicken – man weiß ja nie… (EDIT: Frau Großmanns Mail hatte ich wohl übersehen – sie nimmt natürlich auch teil…)

Die Fragen, die ich mir ausgedacht habe, sind mal ernst, mal weniger, mal auch etwas fies. Sind aber auch nur 7. Sieben, weil 7 meine Glückszahl ist 😉 Jetzt hoffe ich, dass ich auch das Glück habe, dass die Kandidaten sich an ihre Zusagen halten und meine Fragen beantworten, die ihr jetzt nachlesen könnt:

1. Zuerst eine technische Frage: wer finanziert eigentlich mit wessem
Geld Ihren Wahlkampf?

2. Als Konstanzer OB haben sie auch mit Schweizern zu tun. Welche 3
Dinge schätzen Sie an unseren Nachbarn?

3. Viele Initiativen unterschiedlichster Art engagieren sich in Konstanz
- gerade auch von Studenten. Diese brauchen - gerade wenn sie mit
Kindern und Jugendlichen arbeiten - völlig zu Recht ein erweitertes
Führungszeugnis. Diese mit etwa 50€ nicht unerheblichen Kosten werden
momentan noch von der Stadt übernommen, was aber geändert werden soll.
Würden Sie sich dafür einsetzen, dass erweiterte Führungszeugnisse für
engagierte Menschen weiterhin kostenlos bleiben?
Wie ist generell ihre Haltung zum Thema Ehrenamt?

4. Ordnen Sie die 7 folgenden Begriffe nach Ihrer subjektiv empfundenen
Bedeutsamkeit für Konstanz (Gleichheit nicht erlaubt!): Touristen,
Papst, Studenten, Schweizer, Bodenseefelchen, Solaranlagenbauer,
Oberbürgermeister.
Gerne auch mit Begründung!

5. Wie Sie sicher im Stadtentwicklungsprogramm "Zukunft Konstanz 2020"
gelesen haben (Gesamtdokument, S. 68)
besteht die Idee eines Kreuzfahrtschiffes auf dem Bodensee. Zitat:
"Einig sind sich die Experten auch darin, dass ein Kreuzfahrtschiff auf
dem Bodensee der Region nachhaltig Impulse verleihen würde."
Würden Sie diese Idee unterstützen - gerade auch unter dem Aspekt der
Nachhaltigkeit?

6. Der Wert der Freiheit spielt auch in Konstanz eine große Rolle.
Diskussionen über das Glasverbot oder die Sperrstunde machen deutlich,
dass zu Freiheit auch Verantwortung gehört. Was ist ihre persönliche
Definition von "Freiheit"?

7. und zum Abschluss:  Welchen ihrer OB-Kandidats-Konkurrenten würden
Sie am ehesten wählen und warum?

Wie man sieht: ein breites Programm fernab der die öffentliche Debatte bestimmenden Probleme wie Wohnungsnot, Verkehr und Wirtschaft, die mich selbst eigentlich garnicht so wirklich interessieren. Insbesondere die Präferenzfrage 4 finde ich genial (Eigenlob stinkt!) – jetzt muss Sie nur noch so beantwortet werden wie intendiert.

Bleibt auch zu hoffen, dass die Antworten im Laufe der nächsten Woche eintrudeln. Ich weiß noch nicht, wie ich sie vorstelle: entweder jeden Kandidaten einzeln mit ihren Antworten oder antwortenbasiert alle Kandidaten vergleichend. Wünsche für sowas  gibt es hier ja eh nicht… Die OB-Wahl in Konstanz verspricht jedenfalls noch einiges an Spannung!

Mir bleibt nun nur noch übrig,  der Uni Konstanz exzellente Ausreden zu wünschen, wenn es morgen  zur Aberkennung des „Elite“-Status kommt. Ich hoffe es natürlich nicht, aber ich gehe davon aus. Elite ist auch was anderes…