Bundestagskandidatur Piratenpartei: Sylvia Großmann

So langsam kriechen sie alle aus ihren Löchern. Man frage sich, warum so kurzfristig: Kandidat Nr. 6 gibt sich als philosophischer Überflieger – ich bin gespannt, ob er die Fragen noch kurzfristig beantwortet.

Kandidatin Nr. 5 hat dies ohne Aufforderung getan – es handelt sich hierbei um die Ex-Ob-Kandidatin Sylvia Großmann, die ihr OB-Wahl-Ergebnis wohl gerne vergessen möchte und bei der morgigen Aufstellungsversammlung der Piratenpartei Konstanz zur Bundestagswahl 2013 ein paar mehr Prozente abgreifen will.

Ich halte mich kurz und verweise auf ihre Vorstellung vor knapp einem Monat: https://konstranzparency.wordpress.com/2012/06/28/ob-kandidaten-vorstellung-sylvia-grosmann/

Sie scheint mittlerweile Piratin geworden zu sein  – ihre Begründung für ihre Wählbarkeit und weitere Informationen gibt sie hier:  http://wiki.piratenpartei.de/Benutzer:SylviaG

Nun zu ihren Antworten:

 

1. In der Piratenpartei brennt seit längerem eine Debatte um Diskriminierung von Frauen.
Wie stehst Du dazu und welchen der folgenden Ausdrücke würdest Du verwenden: der Pirat, Piratinnen und Piraten, Pirat/innen, PiratInnen, das Pirat, Eichhörnchen, was anderes (bitte spezifizieren).

Frau Müller ist eine Piratin, Herr Schmidt ein Pirat, schreiben tu ich „der/die PiratIn“ und im Eifer des Gesprächs sage ich aber auch mal nur „die Piraten“. Ich bin nicht so konsequent wie die „Schweizerinnen und Schweizer an den Radiogeräten und -gerätinnen“ und kenne keine Mitgliederinnen, aber ich achte schon sehr auf eine nichtdiskriminierende Grammatik. So viel Zeit sollte sein. Leider fällt mir auf, dass sehr viele Frauen nicht auf eine geschlechtergerechte Grammatik achten (z.B. Frau vor Frauengruppe: „Jeder/Einer von euch…“). Hier mische ich mich oft ein und weise darauf hin.
Okay. Wusste ich ja garnicht, dass die SchweizerInnen so krass drauf sind 😉
 2. Ordne die Parteien nach ihrer Wählbarkeit für Dich: Piratenpartei, Linkspartei, CDU/CSU, Grüne, FDP, SPD, Die Violetten, REP, Partei der Vernunft, DIE PARTEI
Piraten/Grüne – SPD – Linkspartei – ……………………………………….. – FDP – CDU/CSU – restliche. Nicht wählbar: REP.
Auch jemand aus der grünen Ecke. Früher war sie mal SPD. Das REP nicht wählbar ist, hat sie immerhin erkannt.
 3. Wähle aus, was dir wichtiger ist:
Basis oder Vorstand  Basis
Liquid Feedback oder Volksabstimmung  Liquid Feedback
Schlömer oder Nerz  Weder noch
Staat oder Markt  soziale Marktwirtschaft
Marx oder Hayek  Keynes
Klinikfusion oder -privatisierung  Fusion
Konstanz oder Bundestag  Konstanzerin im Bundestag!
Datenschutz oder Transparenz  Privat: Datenschutz, öffentlich: Transparenz
Nur soviel: Keynes? Passt zur früheren SPD-Mitgliedschaft. In der Hinsicht sei ein hörenswerter Rap-Battle zwischen Hayek und Keynes empfohlen, den uns sogar unser Professor in der Vorlesung über Staats- und Demokratietheorie zeigte: http://www.youtube.com/watch?v=GTQnarzmTOc
Über den Keynesianismus müsste man auch mal noch einen Artikel schreiben – die Botschaft des Videos ist jedoch eindeutig: Hayek gewinnt, aber Keynes wird zum Sieger erklärt…
 
4. Auch wenn bei den Piraten angeblich die Basis entscheidet, so hast Du sicher eine persönliche Meinung zu folgenden politischen Fragen (eine kurze Begründung wäre nett):

– Sollte man das Meldewesen abschaffen?
Nein, weder im kommunalen noch im Bankenbereich. Wir brauchen Statistiken (ich bin Soziologin), sonst sin keine verlässlichen Planungen möglich.
Wofür brauchen wir Statistiken? Für Planungen? Gesellschaft ist nicht planbar.
– Sollte man politische Mandate zeitlich beschränken (nicht mehr als 4 Jahre pro Person z.B.) ?
Die 4 Jahre für die Landtage und den Bundestag sind genau richtig. 8 Jahre für (Ober)BürgermeisterInnen sind zu lang. Hier wären m.E. 5 Jahre ausreichend.
Der Verzicht auf die Möglichkeit einer Wiederwahl, wie etwa in Lateinamerika praktiziert, ist nicht vorteilhaft, da die Präsidenten ihre meist 6jährige Amtszeit gerne dazu missbrauchen, ihre Schäfchen in Sicherheit zu bringen, denn für die Wiederwahl brauchen sie sich ja persönlich nicht wieder zu qualifizieren.
Ein interessantes Argument, das man so oder so sehen kann.
 – Ist die Ruhe des Verfassungsgerichtes in der derzeitig angespannten Lage zu kritisieren?
Nein, denn das Verfassungsgericht ist eine behutsame Behörde. Hitzige Schnellschüsse wären nicht angebracht.
Das Verfassungsgericht ist eine Behörde? Voller Bürokraten? Got behüte uns.
 Ist das Glasverbot in Konstanz gerechtfertigt?
Nein, und das sieht wohl auch der mit dem Problem beschäftigte Richter so.
Da war das Glasverbot wohl schon aufgehoben.
 
– Ist das Bedingungslose Grundeinkommen utopisch?
Beim Start zumindest nicht von der Finanzierung her, denn wenn das Geld zum Bankenretten reicht, dann reicht es wohl auch für ein bedingungsloses Grundeinkommen. Die Frage ist, wie der Umgang damit sein würde. Würden nicht viele einfach aufhören zu arbeiten? Entspricht es überhaupt der Würde der Menschen, das Geld für den Lebensunterhalt geschenkt zu bekommen? Wäre es längerfristig finanzierbar? Und wie wirkt es sich auf die Inflation aus?
Besser als ein bedingungsloses Grundeinkommen ist die Sicherung würdiger Arbeitsbedingungen und Mindestlöhne, damit auch geringqualifiziert Beschäftigte von ihrer Arbeit leben können.
Dann doch lieber BGE als Mindestlohn. Aber sie stellt die richtigen Fragen – insbesondere die nach der Inflation.
 
5. Ziehst Du in Erwägung, auch für einen Platz auf der Landesliste der Piratenpartei zu kandidieren? Ja oder Nein?
Ich denke ja.
Ist das ein Ja? Scheint noch offen zu sein…
 
6. Angenommen, du wärst Diktator : was würdest Du tun, um Deutschland in deinem Sinne positiv zu verändern ?
Energiewirtschaft schnellstens auf alternative Energiequellen umrüsten, Lobbyisten in ihrem Einfluss beschneiden, Umweltvergehen stärker bestrafen (inklusive achtlos weggeworfener Zigarettenkippen und Kaugummis), in der Welt herumreisen und anderen Diktatoren ohne jegliche Diplomatie die Leviten lesen… und nach meiner Rückkehr schnellstens die Demokratie einführen.
 
Ich dachte gerade erst, sie wollte nicht zur Demokratie zurückkehren, aber der letzte Satz hats dann ja noch rausgerißen. Ich sehe mich bestätigt: grüne Politik unter orangener Flagge.
7. Dein Lieblingsbuch. Dein intellektuelles Vorbild. Deine Lieblingsmusik ODER -film. Dein favorisiertes Politikfeld.
Lieblingsbücher: Krimis und lateinamerikanische Literatur (kein bestimmter Titel, aber am liebsten von Mario Vargas Llosa, nur im Original).
Intellektuelles Vorbild: für ihre Unerschrockenheit: Flora Tristán, für seine Entdeckungen: Albert Einstein, für seine Erkenntnis: Martin Luther und noch einige mehr.
Lieblingsmusik: Jazz, klassische Salsa (Fania, Puente), Joni Mitchell, Stones, Led Zeppelin und noch einige mehr.

Politikfeld: Grünliberallinksmitte (themenabhängig und parteienmief-frei).

 

Uhh, Mario Vargas Llosa ist einer meiner Lieblings-Autoren – sehr zu empfehlen. Nur bei Martin Luther und Erkenntnis frage ich mich, welche sie meint.

Politikfeld ist übriges nicht die politische Einstellung, sondern das spezialisierte Themengebiet: ich tippe auf Umweltpolitik, das passt ja bestens zu „grünliberallinksmitte“.

Naja – mehr Worte muss ich über Sylvia Großmann wohl nicht verlieren. Möge jeder selber anhand ihrer Antworten einschätzen, ob er sie morgen wählen möchte oder eher nicht…

Der OB-Wahlk(r)ampf aus Kandidatensicht

Während manch Konstanzer Student (ich natürlich auch) verzweifelt auf die Ergebnisse der Wahlen zum Studierendenparlament wartet (die Verzögerung hängt wohl mit der massiven Wahlbeteiligung zusammen…), war ich heute Abend mal wieder Gast bei einem Stammtisch der Piratenpartei.

Dort sprachen nämlich die mittlerweile ausgestiegenen Kandidaten Benno Buchczyk und Sylvia Großmann über ihre Erfahrungen im Wahlkampf.

Teilweise ist es sehr hart, was sie berichteten und wirft auf manch Kandidat kein gutes Licht. Manche Vorwürfe wurden gestern schon kurz vorgestellt – einige mehr befinden sich jetzt  in meinem Bewusstsein. Und jeder sollte das Recht haben, mittels dieser Informationen aus besagter Quelle seine eigene Meinung dazu zu bilden. Wobei ich aufpassen muss: anscheinend sind schon Konstanzer Gemeinderäte auf meinen Blog aufmerksam geworden 😉

Zuerst sprach Benno Buchczyk aber über sich selbst und die Beweggründe seiner Kandidatur, die recht spontan 7 Tage vor Abgabe der Unterschriftenlisten getroffen wurde (mit gleichwohl sehr viel längerer Bedenkzeit davor). Er betonte: „Wir sind eine Partei, kein Computerclub“. Und Parteien müssen eben an Wahlen teilnehmen – die FDP z.B hätte dies nicht getan – eine Meinung, die ich nur bedingt teile, da sie ja den Uli Burchardt unterstützt. Eine Stimme für  Benno Buchczyk ist nach ihm denn auch kein – wie ich schrieb – „Wasted Vote“ gewesen, sondern seine Kandidatur hätte vor allem dem Zweck der Werbung gehabt.

Ihre Erfahrungen mit den anderen Kandidaten haben mich in meiner gestrigen Einschätzung bestätigt. Sabine Seeliger scheint doch nicht die „Kampfgrüne“ zu sein wie anfangs angenommen, sondern „lernfähig“ zu sein. Was ich gestern aus Unwissenheit nicht schrieb: sie akzeptiert den Konstanzer Wunsch nach dem Ausbau der B33 und wird im Gegenzug von den ehemaligen OB-Kandidaten Henning Tartsch, Andreas Kaltenbach und Martin Luithle mittels einer Wahlempfehlung unterstützt (ihr persönliches Stuttgart 21).Man könne jedoch auch von ihr lernen: sie hätte jeden Tag Pressemitteilungen verschickt, bis irgendwann selbst der Südkurier ein schlechtes Gewissen bekam und sie auch mal abdruckte. Die Vorwürfe gegen den Südkurier als Monopolisten in der Region spare ich mir mal, da sie nicht belegbar sind. Eine „Bezahlschranke“ mag moralisch verwerflich sein, ist abser völlig legal und legitim. Und wer viel inseriert, kann sich wohl auch auf mehr Berichterstattung freuen. Letztlich sei es laut den beiden Kandidaten so, dass „mit Geld alles“ gehe.

Eine Anekdote, die bei den anwesenden Piraten für Erheiterung sorgte, war jedoch Seeligers Aussage zur Online-Partizipation. Nach einer Diskussion kam sie auf Benno Buchczyk zu und meinte sinngemäß, das sei „ihre Idee; er hätte das von ihr geklaut.“ Guter Witz, dies gegenüber einen Piraten zu behaupten!

Über Uli Burchardt wurden nicht allzu viele Worte verloren: er sei vor allem sehr authentisch und ob als Kandidat oder privat die gleiche Person.

Über Sabine Reiser fielen deutlich schärfere Worte.

Zuerst einmal sei die Frau eine „Hochstaplerin“. Ich würde nicht soweit gehen, dies zu behaupten, doch den Fakten nach übertreibt sie doch merklich bzw. stellt sie falsch dar.  Sie nennt sich Referatsleiterin für Städtebauförderung, obwohl sie „nur“ Referatsleiterin für Stadtsanierung ist. Das hört sich garnicht mehr so sexy an (http://www.rp.baden-wuerttemberg.de/servlet/PB/menu/1147360/index.html). Fairerweise muss man allerdings sagen, dass die Abwicklung der Städtebauförderungsprogramme zu ihren Hauptaufgaben zählt.

Stuttgart mag ganz Baden-Württemberg suggieren, tatsächlich gibt es solche Referate aber auch noch in Freiburg, Karlsruhe und Tübingen. Es handelt sich also um die Referatsleitung eines Regierungsbezirkes.

Das nur am Rande: ein Vorwurf ihr gegenüber war, dass sie bei einer Infoveranstaltung im Vorfeld der in Konstanz durchgeführten „Unter-18-Wahl“ Werbematerial an Grundschüler in öffentlichen Gebäuden verteilt hätte. Ersteres mag wieder moralisch verwerflich sein, zweiteres ist jedoch dem Gesetz nach verboten: keine Wahlwerbung in den zwei Wochen vor der Wahl in öffentlichen Gebäuden.

Dort machte sie wohl auch das Versprechen, jeden Konstanzer Schüler kostenfrei mit einem Ipad auszustatten. Nicht nur illusorisch, ein Oberbürgermeister hat garnicht die Macht darüber zu entscheiden (mag höchstens Kontakte zur Finanzierung nutzen – Apple wird sich freuen). Andere Kandidaten seien aber auch nicht sehr viel realistischer gewesen: sie versprachen den Kindern mehr Taschengeld!

Das Verhältnis unter den Kandidaten sei generell gut gewesen, lediglich Frau Reiser sonderte sich oft etwas ab, kam zu spät und schien dies sichtlich zu genießen, was allerdings dann oft mit einem schlechten Platz bestraft wurde. Als einzige Kandidierende in der Bücklein-Show (OB-Kandidaten-Vorstellung eines Komikers) hätte sie sich auch geweigert, öffentlich etwas darzubieten, während die anderen Kandidaten gesungen, Gitarre gespielt oder etwas vorgetragen haben. Das ist natürlich ihr gutes Recht – wenn sie sich so nicht zeigen möchte sollte man das respektieren.

Auf die Geschichte mit dem E1NS-Magazin wies ich gestern hin, kritische Kommentare auf ihrer Facebook-Seite dazu werden scheinbar gelöscht. Uli Burchardt hätte wohl auch kritische Kommentare genug, ließe sie jedoch stehen.

Hoch her ging letztlich noch die Diskussion, wie viel Frau Reiser denn für ihren Wahlkampf ausgebe und wer ihn finanzierte. An Spekulationen mag ich mich nicht beteiligen, Fakt ist aber, dass bei den vielen Plakaten und Anzeigen, den mittlerweile 3ten Flyer von ihr im Briefkasten, einem anscheinend 20-köpfigen, teils bezahlten Team und sonstiger hoher Professionalität ein Haufen an Geld zusammenkommt. Eins muss man ihr lassen: sie scheint diesen Job als Konstanzer Oberbürgermeisterin wirklich zu wollen. Und jetzt, im 3. Anlauf, nach dem es beim letzten Mal auf der anderen Bodenseeseite in Überlingen nicht geklappt hat, hat sie beste Chancen.

Unterstützt wird sie dabei übrigens – ich erwähnte es noch nicht – von der Redakteurin von „See Online“, die dies in ihrem „Magazin“ ja immerhin auch zugab. Deren Artikel sind also – wie meine – mit Vorsicht zu geniessen!

Nun bleibt mir noch wenig anderes zu berichten (ist alles eh nur ein Ausschnitt). Es gab an die ausgestiegenen Kandidaten wohl Anrufe höherer Stellen, doch bitte eine Wahlempfehlung für die oder die Person abzugeben. 1% der Stimmen mögen nicht viel sein – doch summiert sich dies bei 10 Personen rasch auf wahlentscheidende Prozente auf. Ein Mitarbeiter am Telefon, der ausgestiegene Kandidaten eine Wahlempfehlung abringen möchte, kann daher durchaus Gold wert sein.

Wie sich dies in Stimmen bemerkbar macht, werden wir am Sonntag Abend sehen.

Jetzt sind übrigens gerade die Stimmen der StuPa-Wahlen bekanntgegeben worden und wir können uns richtig freuen! Die Liberale Hochschulgruppe zieht mit starken 8,7% – noch vor der Offenen Linken Liste und dem RCDS – mit 2 Personen ins Studierendenparlament ein. Herzlichen Glückwunsch!

Die vorläufigen Ergebnisse im Überblick:

Fachschaften: 16,5% (PATRICK, Felix, Clarc, Stephan)
GHG: 28,4% (MAX , DAVID, Marie, Judith, Bernhard, Melina, Stephan)
Jusos: 24,0% (FABIAN, Esra, Nicolas, Muriel, Phillip)
RCDS: 7,2% (Caroline, Johannes)
LHG: 8,7% (Sven, Phillip)
Offenen Linke: 8,3% (Marco, Fedo)
Grau: 1,9% (nichts)
Grün & Schnitzel: 4,9 % (Philipp)

Jetzt hoffe ich nur noch, dass zur Befriedigung der eigenen Eitelkeit die Prozente aufgedröselt werden. Man wird sehen.

Die nächsten Tage wird möglicherweise kein Blogartikel kommen, da ich ja bei der Deutschen Meisterschaft in Baden-Baden partizipiere. Aber es ist nun auch alles geschrieben worden, was geschrieben werden musste. Ich hoffe jeder Konstanzer Bürger entscheidet wohlüberlegt!

 

OB-Kandidaten-Vorstellung: Sylvia Großmann

Deutschland hat verloren, doch die Traurigkeit hält sich in Grenzen. So richtige EM-Stimmung kam ohnehin bei mir wenig auf.

Widmen wir uns nun der Kandidatin Sylvia Großmann, der aktuell letzten Person, die mir meine Fragen beantwortet hat. Von Uli Burchardt ist nichts zu hören – dem nimmt der Sükurier ja auch seine Arbeit ab…

Apropros Fragen: die kann man sich leider nicht patentieren lassen, weshalb einige andere auch auf den Zug aufgesprungen sind, wobei doch durchaus interessante Antworten herauskamen.

http://www.see-online.info/category/obwahlkn2012/ ist auf die 5 chancenreichsten Kandidaten beschränkt.Sehr fair…

Deutlicheren Mehrwert hat da die Website der Bewegung „Occupy Konstanz“, die doch recht kontrovers diskutierte Themen wie „Bedingungsloses Grundeinkommen“ und einiges anderes abfragen. Die bisherigen Antworten, unter anderem von Roman Urban,  findet man hier: http://www.occupykonstanz.de/

Auch Frau Großmann hat dort schon geantwortet. Die 53-jährige studierte Politik- und Verwaltungswissenschaftlerin  ist derzeit Besitzerin eines Geschäfts in den Konstanzer Innenstadt, hat in ihrem Leben aber schon viel anderes gesehen. Vor allem engagierte sie sich als Unternehmensberaterin und  im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit in Südamerika, ehe sie Konstanz wieder  für sich entdeckte, wo sie seit Jahren nun auch Stadtführerin ist. Sie kennt sich also aus! Weitere Infos hier: http://www.sylvia-grossmann.de/index.html

Kommen wir auch gleich zu ihren Antworten – die schlechte bzw. andere Formatierung bitte ich zu entschuldigen, irgenwas klappt heute nicht, wie es sollte.

1. Zuerst eine technische Frage: wer finanziert eigentlich 
mit wessem Geld Ihren Wahlkampf? 
Ich selbst mit meinem Geld. Wes Brot ich ess, des Lied ich sing.
Ich will keine Verpflichtungen eingehen, aus denen die Geldgeber 
nachher Forderungen an mich bzw. mein Amt ableiten.

Konsequent und eigentlich auch richtig:
Erfolg hat man damit jedoch kaum.

2. Als Konstanzer OB haben sie auch mit Schweizern zu tun. 
Welche 3 Dinge schätzen Sie an unseren Nachbarn? 
Die direkte Demokratie, 
das Sich-Behaupten-können im EU-Raum und 
den Unwillen, Hochdeutsch zu sprechen.

Gefällt mir auch gut. 
3. Viele Initiativen unterschiedlichster Art engagieren sich 
in Konstanz - gerade auch von Studenten. Diese brauchen - 
gerade wenn sie mit Kindern und Jugendlichen arbeiten - 
völlig zu Recht ein erweitertes Führungszeugnis. 
Diese mit etwa 50€ nicht unerheblichen Kosten werden momentan 
noch von der Stadt übernommen, was aber geändert werden soll. 
Würden Sie sich dafür einsetzen, dass erweiterte 
Führungszeugnisse für engagierte Menschen weiterhin kostenlos 
bleiben? 
Selbstverständlich. Freiwilliges Engagement 
finanziell zu bestrafen, 
ist nicht akzeptabel.

 Wie ist generell ihre Haltung zum Thema Ehrenamt? 
Die Stadt sollte wenigstens eine Halbtagsstelle für das 
Bürgerschaftliche Engagement einrichten.
Dies hat der Gemeinderat bisher leider verhindert.

Der Gemeinderat verhindert noch ganz andere Dinge. 
Bleibt zu wünschen, dass die Piraten und vor allem mal Studenten
jeglicher Couleur ihn aufmischen.

4. Ordnen Sie die 7 folgenden Begriffe nach Ihrer subjektiv 
empfundenen Bedeutsamkeit für Konstanz (Gleichheit nicht erlaubt!):
1. Touristen:
 bringen Devisen und tragen die Bedeutung der Stadt in die Welt
2. Schweizer: bringen ebenfalls Devisen, sind aber sehr sparsam 
(eben Schwaben)
3. Studenten: beleben die Stadt und tragen ihre Bedeutung in die 
(wissenschaftliche) Welt 
4. Solaranlagenbauer: gehen nach China
5. Bodenseefelchen: kommen aus Japan
6. Oberbürgermeister: kommt hoffentlich aus Konstanz
7. der Staub unter meinem Bett: seit gestern Geschichte!
8. das Unkraut auf den Bahngleisen: juckt niemanden
9. Papst: wer oder was ist das, und wenn ja: welcher?

Nach Unkraut und Staub hatte ich nicht gefragt: aber jetzt sind 
wir alle schlauer. Ansonsten eine doch sehr treffende Analyse: 
wusste garnicht, dass die "Bodenseefelchen" nicht frisch gefangen
 sind, sondern tatsächlich aus Japan stammen sollen. Meine kurze 
Recherche findet aber nichts drüber: für mich bleiben 
Bodenseefelchen also Bodenseefische. Solaranlangenbauer nach 
China hat sie aber gut erkannt. Als Stadtführerin misst sie den 
Touristen die größte Bedeutung zu, den Papst scheint sie nicht so
 zu mögen. 

5. Wie Sie sicher im Stadtentwicklungsprogramm "Zukunft Konstanz 
2020" gelesen haben (Gesamtdokument, S. 68) besteht die Idee 
eines Kreuzfahrtschiffes auf dem Bodensee. Zitat: 
"Einig sind sich die Experten auch darin, dass ein 
Kreuzfahrtschiff auf dem Bodensee der Region nachhaltig Impulse 
verleihen würde." Würden Sie diese Idee unterstützen - 
gerade auch unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit? 
Das war ursprünglich und schon vor Jahren meine Idee...
Aber bitte nicht mit Dieselmotor, sondern mit Solarantrieb.

Ist das so? Dann glauben wir ihr das mal. 

6. Der Wert der Freiheit spielt auch in Konstanz eine große 
Rolle. Diskussionen über das Glasverbot oder die Sperrstunde 
machen deutlich, dass zu Freiheit auch Verantwortung gehört. 
Was ist ihre persönliche Definition von "Freiheit"? 
Die Freiheit jedes einzelnen hört immer da auf, wo die des 
anderen anfängt. 
Auch kategorischer Imperativ genannt.

Frei nach Kant. Warum nicht. Trifft meinen Geschmack.  

7. und zum Abschluss: Welchen ihrer OB-Kandidats-Konkurrenten 
würden Sie am ehesten wählen und warum?
Nicht wählen würde ich Sabine Reiser und noch ein, zwei andere. 
Sonst könnte ich mir jede/n im Amt vorstellen. 
Man wächst mit seinen Aufgaben,
das gilt für das Amt der Bundeskanzlerin (siehe Angela von vor 10 Jahren)
und muss auch für die/den Konstanzer OB gelten.

Wer sind die ein zwei anderen? Ich habe da so eine Vermutung... 

Blöe Formatierung, die sich nicht ändern lässt. Frau Großmann ist 
abzunehmen, sich für die Belange der Konstanzer einzusetzen, 
teilt im Wahlkampf aber auch  gern mal aus. 
Wir dürfen gespannt sein, wieviel Prozente sie bekommt.

Morgen folgt nochmals eine kurze Vorstellung der übrigen Kandidaten und
ein Ausblick auf Sonntag. 
Ich mach jetzt Schluss, weil mich diese Formatierung voll frustriert 
und jeder Änderungsversuch nicht klappen möchte...

OB-Kandidaten-Vorstellung: Thomas Linz

Bevor ich mit Verspätung durch das Elfmeterschießen des Derby der Iberischen Halbinsel den OB-Kandidaten Thomas Linz vorstelle ein paar Informationen/Ankündigungen.

Die Podiumsdiskussion an der Universität kann man sich in voller Länge hier anschauen: http://streaming.uni-konstanz.de/talks-events/podiumsdiskussion-ob-kandidatinnen/

Die Antwortmail von Frau Sylvia Großmann hatte ich leider übersehen – die wird aber jetzt zuguterletzt noch morgen vorgestellt. Uli Burchardt ist nochmal nachgefragt, Henning Tartsch und Klaus Springer machten bereits beim ersten Mailverkehr deutlich, dass sie wohl eher kein Interesse an der Beantwortung haben…

Vorstellen werde ich sie aber noch kurz. Am Wochenende mache ich eine Kanutour von Konstanz zu den Rheinfällen in Schaffhausen (hoffentlich nicht hinunter), weshalb ich die Kandidaten bei Noch-Beantwortung notfalls in einen Artikel quetsche bzw. mehrere aufmache. Sonntag Abend stehen die Ergebnisse dann wohl fest, Deutschland ist aber (hoffentlich) in kollektiven Freudentaumel versunken – nein, nicht wegen eines neuen OB in Konstanz…

Auch wenn die ersten Klausuren nahen, mache ich natürlich noch begrenzt weiter mit der Berichterstattung über die Oberbürgermeisterwahl. Damit nicht genug: am 12. Juli finden Uni-Wahlen für das Studentenparlament statt. Mir schwant vor, den politischen Hochschulgruppen, die zur Wahl antreten, ebenfalls eine kurze Fragenliste zu schicken. Gerade jetzt, wo am heutigen Tag  die  „Verpasste Studierendenschaft“ von Grün-Rot arrogant durchgedrückt wurde. Das ist mir auch nochmal einen Extra-Artikel wert. Auf die Gefahr hin, mich noch unbeliebter zu machen… 😀

Noch bin ich ja auch Mitglied der Piratenpartei. Das Austrittsformular liegt schon unterschrieben hier, aber ich werde noch den 27. Juli abwarten. Dann ist nämlich Aufstellungsversammlung für die Bundestagswahl. Das weckt gerade bei der Piratenpartei natürlich Begehrlichkeiten, es dürften einige Kandidaten antreten. Die würde ich auch gern löchern – wenn ein Pirat mir nicht antwortet, ist er eh unwählbar 😉

Grund für das Ganze: sehr viele, sehr positive Rückmeldungen. Warum das Ganze also nicht noch ein wenig ausbauen und auf andere Felder ausweiten. Letztlich heißt der Blog ja auch „Konstranzparency“ – darum soll es ja auch gerade gehen: Politik in Konstanz inverschiedensten Facetten sichtbar machen. Nicht nur, aber auch. Falls jemand fiese Fragen hat, die ich stellen kann – nur her damit!

Jetzt kommen wir aber zu Thomas Linz, mit dem ich mich heute im „Ziegelhof“ in Petershausen auf eine Sprite (ich) bzw. ein Johannisbeersaft (er)  getroffen habe. Er bat mich um das Gespräch um seinen Ärger über den Südkurier Luft zu machen, dessen tendenziöse Berichterstattung Sachverhalte verfälscht darstellen würde. Ich könnte ja mit meinem Blog wenigstens dafür sorgen, einen Bruchteil der Konstanzer (vermutlich ohnehin kaum Südkurierleser) aufzuklären.

Zuerst aber zur Person: Thomas Linz stammt aus Rottweil, ist 38 Jahre alt und einer der letzten verbliebenen Magister-Studenten der Universität Konstanz mit den Fächern Soziologie, Literatur und Philosophie und weit über 20 Semestern. Diese Gattung ist ja leider von den Aussterben bedroht, umso mehr hat es mich gefreut, noch mal einen Aktiven zu treffen. Ich möchte nicht sagen, das früher alles besser war, aber ein Magister mit Politik, Geschichte und VWL hätte mich doch sehr gereizt. Ging bloß nicht mehr…

Im Moment macht er Pause, da er in Elternzeit ist, und arbeitet nebenbei in der Veranstaltungsbetreuung im Kulturzentrum am Münster. Informationen, auch zum Programm,  auf seiner Website: http://thomaslinzkn.wordpress.com/

Wir habens uns nett unterhalten und er zeigte mir ein wenig internen Schriftverkehr, der jedoch nicht veröffentlicht werden sollte. Bis auf das Schreiben, was ich heute Nachmittag veröffentlicht habe.

Sein Ärger über den Südkurier scheint sich aus mehreren Quellen zu speisen: einerseits bezichtigt er ihn, eine Kampagne für OB-Kandidaten Uli Burchardt zu fahren. Da ich ihn nicht lese, kann ich das nicht einschätzen. Ideologisch würde es aber passen. Bei einem Printmedium mit Monopolstellung ist das natürlich bedenklich…

Außerdem würde er in Artikeln des Südkuriers gar keine Erwähnung mehr finden. Auf Fragen hätte er zwar nicht geantwortet, im Gegensatz zu einem anderen Kandidaten, wo dies explizit stand, wurde er jedoch einfach weggelassen.

Bei der gestrigen Südkurier-Podiumsdiskussion im Konzil fehlte er nach bewusster Absage seinerseits, um Solidarität mit Roman Urban zu zeigen. Wie ich es schon tat prangert Herr Linz das scheinbar undemokratische Verhalten des Südkurier an, Roman Urban von der Diskussion auszuschließen. Er war dann wie dieser aber vor dem Konzil mit einem Wahlkampfstand vertreteten. Er bat mich folgenen Erklärung seinerseits  zu verlinken: http://thomaslinzkn.wordpress.com/2012/06/26/absage-meiner-teilnahme-bei/

Von der Pflicht nun zur Kür: seine Antworten auf meine Fragen.

1. Zuerst eine technische Frage: wer finanziert eigentlich mit wessen
Geld Ihren Wahlkampf?

In meinen Wahlkampf stecke kein Geld. Bis gestern zum 26.06.2012, dann kamen ca.50€ (25€ Sondernutzungserlaubnis, 18,80€ für laminierte Din A3 Plakate und Kleinigkeiten für den Infostand) hinzu.

Ich investiere nur meine Zeit, Nerven und etwas Druckertinte und -papier.

Leider habe ich mittlerweile festgestellt, dass, wenn man noch ein Leben neben dem Wahlkampf führen will und finanzieren muss, diese Zeit viel zu knapp ist, um alles allein zu managen. Auch fast alle meine Unterstützer haben, neben Arbeit, Familie, etc. und anderen Verpflichtungen, leider nicht allzu viel davon übrig.

Wenigstens ehrlich. Das schätze ich. Als Langzeitstudent hat man ja auch nicht viel Geld auf der hohen Kante.

2. Als Konstanzer OB haben sie auch mit Schweizern zu tun. Welche 3
Dinge schätzen Sie an unseren Nachbarn?

An unsern Schweizern Nachbarn schätze ich, durch meine persönlichen Erfahrungen bei der EM 2008 in Basel als Volunteer:

  • Ihre Freundlichkeit und Offenheit
  • Ihre gute Organisation und Pünktlichkeit
  • Ihre Bereitschaft zu helfen und zu unterstützen

Alle Kandidaten schätzen etwas Unterschiedliches, gleichwohl diese Punkte alle schonmal irgendwie aufgetaucht sind. Ich kenne garnicht viele Schweizer näher, eher fast keinen, weshalb ich das garnicht so bestätigen kann. Schade eigentlich…

3. Viele Initiativen unterschiedlichster Art engagieren sich in Konstanz
– gerade auch von Studenten. Diese brauchen – gerade wenn sie mit
Kindern und Jugendlichen arbeiten – völlig zu Recht ein erweitertes
Führungszeugnis. Diese mit etwa 50€ nicht unerheblichen Kosten werden
momentan noch von der Stadt übernommen, was aber geändert werden soll.
Würden Sie sich dafür einsetzen, dass erweiterte Führungszeugnisse für
engagierte Menschen weiterhin kostenlos bleiben?
Wie ist generell ihre Haltung zum Thema Ehrenamt?

Ja mit Sicherheit. Ehrenamtliche Tätigkeiten und Bürgerliches Engagement halte ich für die wichtigsten zu fördernden Aspekte unserer Gesellschaft.

Eine kleine Aufwandsentschädigung oder zumindest das genannte Übernehmen der ‚bürokratischen Kosten‘ von 50,-€ durch die Stadt Konstanz, halte ich für unbedingt erhaltenswert.

Bei der Ausübung eines Ehrenamtes kann man auf jeden Fall viele persönliche Erfahrungen in Bereichen sammeln, die man sonst im ’normalen Alltagsleben‘, nicht kennenlernen würde.

Wurde alles schon irgendwie gesagt: ich unterschreibe das!

4. Ordnen Sie die 7 folgenden Begriffe nach Ihrer subjektiv empfundenen
Bedeutsamkeit für Konstanz (Gleichheit nicht erlaubt!): Touristen,
Papst, Studenten, Schweizer, Bodenseefelchen, Solaranlagenbauer,
Oberbürgermeister.
Gerne auch mit Begründung!

Bodenseefelchen

Studenten

Schweizern

Oberbürgermeister

Touristen

Papst

Solaranlagenbauer

Er spart sich die Begründung. Den Papst höher als Solaranlagenbauer einzuschätzen ist wohl auch eher schwer zu begründen, sondern eher eine Frage, welche Religion man vorzieht… Auch Touristen sind eher unwichtig, Bodenseefelchen hingegen sehr wichtig. Aber ohne Begründungen lohnt sich das Kommentieren hier nicht.

5. Wie Sie sicher im Stadtentwicklungsprogramm „Zukunft Konstanz 2020“
gelesen haben (Gesamtdokument, S. 68)
besteht die Idee eines Kreuzfahrtschiffes auf dem Bodensee. Zitat:
„Einig sind sich die Experten auch darin, dass ein Kreuzfahrtschiff auf
dem Bodensee der Region nachhaltig Impulse verleihen würde.“
Würden Sie diese Idee unterstützen – gerade auch unter dem Aspekt der
Nachhaltigkeit?

Ich bin kein Schifffahrtsexperte und kenne auch keinen, dennoch beantworte ich diese Frage einfach mal so ;-).

Auf dem Bodensee gibt es neben vielen privaten Segel- und Motorbooten, die Motorschiffe, Fähren und den Katamaran verschiedener Schifffahrtsunternehmen, die alle unter VSU (http://www.vsu-online.info/, 16.06.2012) der ‚Vereinigte Schifffahrtsunternehmen für den Bodensee und Rhein‘ zu finden sind.

Darunter befindet sich auch die ‚Sonnenkönigin‘ (https://de.wikipedia.org/wiki/Sonnenk%C3%B6nigin, 16.0612), welche zumindest von ihrer Größe her und den 1000 zugelassenen Passagieren, ziemlich meiner Vorstellung von einem ‚Kreuzfahrtschiff auf dem Bodensee‘ entsprechen könnte.

Ob so ein ‚Kreuzfahrtschiff auf dem Bodensee‘ sich finanziell rechnen würde und ökologisch sinnvoll ist, oder wie die Experten im STEP sagen: „[…] der Region nachhaltig Impulse verleihen würde.[…]“ (Gesamtdokument, S.68), weiß ich heute ehrlich gesagt nicht wirklich und ich habe momentan keine Zeit in diese Richtung weiter zu recherchieren oder mich an Experten zu wenden.

Dennoch hat mich die Frage zu folgenden Gedankenexperiment verführt.

Angenommen, es gäbe bereits so ein ‚Kreuzfahrtschiff auf dem Bodensee‘ mit ca. 1000 Plätzen für Passagiere. Und es hätte sich herausgestellt (wie so oft), der Betrieb als ‚Kreuzfahrtschiff‘, welches von Hafen zu Hafen fährt, wäre nüchtern betrachtet nicht wirklich wirtschaftlich, zum Beispiel durch zu hohe Kosten für Treibstoff und den Fahrbetrieb mit Personal.

Dann könnten wir zumindest dieses ‚Kreuzfahrtschiff‘ im Hafen von Konstanz, wenn es dort wie die ‚Sonnenkönigin‘ anlegen kann, vorübergehend als billige Unterkunft für die steigende Zahl von Studenten nutzen ;-).

Solange bis die notwendigen ’neuen Plätze‘ in den Studentenwohnheimen entweder durch Neubau, wenn möglich eines oder mehrerer Hochhäuser oder zumindest der ‚Aufstockung der Gebäude‘, wie es zum Beispiel bei den Gruppenhäusern in Sonnenbühl OST sinnvoll gewesen wäre, entstanden sind.

So ausführlich wollte ich es doch garnicht haben. Aber die Recherche zeigt sein Engagement. Die Idee mit den Studentenwohnungen auf dem Kreuzfahrtschiff kam mir allerdings auch schon. Warum nicht auch mal über kleinere Hausboote nachdenken? Wär sicher stylisch.

6. Der Wert der Freiheit spielt auch in Konstanz eine große Rolle.
Diskussionen über das Glasverbot oder die Sperrstunde machen deutlich,
dass zu Freiheit auch Verantwortung gehört. Was ist ihre persönliche
Definition von „Freiheit“?

Freiheit“ ist für mich persönlich in allen Bereichen die Möglichkeit zu haben, ohne äußeren Zwang zwischen den verschiedensten Optionen auszuwählen oder eigene Optionen selbst zu erschaffen.

In Bezug auf unsere menschliche Gemeinschaft können hier natürlich, in meiner einfachen persönlichen Definition von “persönlicher Freiheit“, durch eine unterschiedliche freie Wahl von sich entgegen stehenden Optionen, leicht die oben gezeigten Konfliktsituationen entstehen.

Ich möchte hier jetzt nicht auf unterschiedliche philosophische oder soziologische Ansichten zur ‚Freiheit‘, als ‚Willens- oder Handlungsfreiheit‘, ‚persönliche, souveräne, bürgerliche, individuelle, kollektive, innere und äußere Freiheit‘, etc. eingehen.

Sondern nur die hier angesprochene ‚Verantwortung‘ mit der ‚persönlichen Freiheit‘ umzugehen, welche meiner Meinung nach eine wichtige Rolle spielt, erwähnen.

Sicherlich fällt es nicht leicht, seine ‚persönliche Freiheit‘ selbst einzugrenzen, sobald sie mit der ‚persönlichen Freiheit‘ anderer in Konflikt kommt. Dennoch ist diese ‚Verantwortung zur Rücksichtnahme‘ untereinander in einer ‚menschlichen Gemeinschaft‘ meist unvermeidbar.

Deshalb sollte jeder, der die Chance hat, in einer ‚menschlichen Gemeinschaft‘ zu leben, in der es ‚persönliche Freiheit‘ gibt, mit seiner ‚persönlichen Freiheit‘ verantwortungs- und rücksichtsvoll anderen gegenüber umgehen.

Da spricht der Soziologe und Philosoph. Hätte man auch kurzer sagen können, findet aber meinen Gefallen.

7. und zum Abschluss: Welchen ihrer OB-Kandidats-Konkurrenten würden
Sie am ehesten wählen und warum?

Herrn Martin Luithle, da er zumindest bislang als einziger Kandidat, immerhin von einer dauerhaften Bebauung des Döbele absieht. Ich bin zwar gegen jegliche Bebauung dort und er sieht dort die Möglichkeit ein ‚temporäres Parkhaus‘ zu errichten, aber vielleicht ist dies ja bei guter Verkehrsplanung und -konzept, dann doch nicht unbedingt notwendig, hoffe ich.

Der Döbele scheint ihm sehr wichtig zu sein. So wichtig, dass er danach wählt. Manch Konstanzer Wahlberechtigtem mag das ähnlich gehen – das sollte man nicht vergeßen…

Das soll jetzt auch schon reichen. Thomas Linz ist ein sympathischer, aber chancenloser Kandidat, der auf meine Frage hin selbst nicht weiß, mit wieviel Prozenten er rechnen kann. Jedenfalls mit wenigen – soviel ist klar. Bei Podiumsdiskussionen scheint er erleichtert zu sein, wenn seine Redebeiträge endlich vorbei sind. Gute Voraussetzungen also für mich, ebenfalls in ein paar Jährchen zu kandidieren. Wenn das besser klappt und ich noch nicht Bundeskanzler, Milliardär oder gescheiterte Existenz bin… 😉

OB-Kandidaten-Vorstellung: Martin Luithle

Heute kurz und knapp die Vorstellung von Martin Luithle. In 6h fährt schließlich schon wieder mein Zug zurück nach Konstanz, in dem ich nicht schlafen kann, sondern noch einen Essay fertig schreiben muss, denn ich in 17 Stunden abzugeben habe. Last-Minute Arbeit also!
Martin Luithle jedenfalls  ist Rechtsanwalt und Konstanzer. Weitere Infos findet man hier:
Bei der Podiumsdiskussion an der Uni Konstanz kam er am Ende wenig zu Wort – ähnlich gering sehen seine Chancen bei der OB-Wahl aus – doch machte er davor einen recht sympathischen Eindruck, auch wenn ich manche Vorschläge so nicht teilen kann. Aber das Wahlprogramm zu lesen kann ich Euch nicht abnehmen. Wenden wir uns also seinen Antworten zu:
Zu 1.)
Da ich von keiner Partei unterstützt werde, sondern von der Wählerinitiative „Konstanzer Perspektiven“, finanziere ich  meinen Wahlkampf vollständig aus der eigenen Kasse und habe es bislang geschafft ohne einen einzigen Cent Spendengelder auszukommen.
Die Mitglieder der Wählerinitiative unterstützen mich durch ihre Arbeit wo immer sie können und nehmen mir so eine Menge Arbeit ab. Insofern schaffe ich es bislang noch mit einem Bruchteil der Kosten auszukommen, die z.B. bei den Kandidaten Seeliger, Reiser, Burchhardt und Zylla anfallen. Auch auf bezahlte Werbeanzeigen im Südkurier habe ich bislang ganz verzicht, um die Kosten im fünfstelligen Bereich (also noch unter 10.000.- €) zu halten, was mir bislang noch gelingt.
Neben meinem Wahlkampf übe ich meistens nachts noch in vollem Umfang meinen Beruf als Rechtsanwalt aus, so dass mein Arbeitstag während des Wahlkampfes bis zu 18 Stunden täglich beträgt.
Ein richtiges Arbeitstier. Finde ich aber sehr gut, dass hier mit geringem Budget ein effektiver Wahlkampf gemacht wird. Die ihn unterstützende Wählerinitiative sagt mir nichts – aber ich kenne mich ja auch kaum aus in der Konstanzer Lokalpolitik.
Zu 2.)
An den Schweizern schätze ich ihre Freiheitsliebe, ihre direkte natürliche Art und den internationalen Flair den ihre Mehrsprachigkeit ausstrahlt.
Kann ich alles glatt unterschreiben. Gefällt mir auch sehr gut!
Zu 3.)
Ich habe mich als einziger Kandidat gegenüber der „Tatenbörse“ im Bürgerbüro an der Laube festgelegt, dass ich im Falle meiner Wahl dem Gemeinderat eine Beschlussvorlage zur Abstimmung vorlege, dass ab sofort eine hauptamtliche Stabsstelle zur Koordinierung ehrenamtlichen Engagements geschaffen wird. Ich bin der Überzeugung, dass das ehrenamtliche Engagement der Bürger  in einer Zeit knapper Kassen immer wichtiger werden wird und auch für den Zusammenhalt innerhalb Gesellschaft wichtig ist. Da die Menschen sich gegenseitig helfen wieder auf die Beine zu kommen, würde sich eine solche Stelle auch schnell amortisieren, da die Stadt ja auch Träger der Sozialhilfe ist.
Generell gute Idee, auch wenn die erste Ausgangsfrage unbeantwortet bleibt. Hatte ich ja auch bereits bei einem anderen Kandidaten geschrieben.
Zu 4.)
Bodenseefelchen, als Sinnbild für unsere Stärke (Bodensee zusammen mit den Alpen und den Hegauer Vulkanbergen schönste Landschaft in Europa). Wir leben also in der schönsten Landschaft Europas.
Papst, als Sinnbild für unsere 1.400 Jahre alte Tradition und unsere historische Bedeutung während der Konzilszeit 1414-1418 als Hauptstadt Europas. Hier wurde der Streit zwischen drei Weltreligionen und drei Päpsten befreidet und ein Papst gewählt zugleich aber auch die Verbrennung von Jan Hus beschlossen.
Schweizer, sie sind unsere Brüder. Wir waren in der Geschichte zusammen mit Kreuzlingen sogar mal eine Stadt und sollten versuchen unsere Probleme in intensiver Zusammenarbeit mit Kreuzlingen zu lösen. Davon können beide Seiten profitieren. Z.B könnten wir das Konziljubiläum zusammen mit den Kreuzlingern feiern, wenn diese uns bei der Lösung unseres Verkehrsproblems an der Bodanstrasse helfen.
Studenten, als Sinnbild für die Universität und die HTWG, die uns als Wissenschaftsstandort stark und bekannt machen, was innerhalb des Konziljubiläums ebenfalls durch wissenschaftliche Kongresse ausgenutzt werden sollte.
Touristen, wlr leben von den Touristen und sollten darauf achten, dass wir nicht den Massentourismus anziehen, den wir aufgrund unserer Größe gar nicht aufnehmen können, sondern einen hochwertigen (z.B. Kultur)-Tourismus.
Solaranlagenbauer, dieser Bereich gehört bislang wirtschaftlich zu unseren Steckenpferden. Allerdings werden im Moment die Förderungen gekürzt, sodass die wirtschaftliche Attraktivität von Solarenrgie nachlassen dürfte.
OB, er hat die Aufgabe im Rahmen der Daseinsfürsorge, die Verwaltung zu beaufsichtigen und zu führen und zusammen mit dem Gemeinderat die Entscheidungen zu treffen. Ansonsten sollte der OB die Interessen der Stadt gegenüber der Landesregierung in Stuttgart (Ausbau B 33), der Bundesregierung in Berlin wahrnehmen und diese im Rahmen des bevorstehenden Konziljubiläums auch im Ausland würdig zu vertreten. Er ist der erste Werbebotschafter der Stadt.
Die bisher ausführlichste Begründung – ich nehme mal an, dass die Reihenfolge so stimmt. Sehr interessant dann, insbesondere der Papst an zweiter Stelle. Geschichtlich, nicht religiös begründet. Genauso wie die Bodenseefelchen nicht ökologisch begründet, sondern metaphorisch genutzt werden. Gefällt mir sehr gut. Solarenergie auf dem absteigenden Ast und der Oberbürgermeister an letzter Stelle. Herr Luithle nimmt sich selbst also nicht so wichtig, Studenten und Schweizern zieht er Touristen vor und sagt zu letzteren völlig richtig, dass Konstanz sich als hochwertiger Touristen-Ort fernab von den Massenströmen profilieren sollte.
Zu 5.)
Da wir eine Gesamtschule für ca. 20 Mio € bauen müssen und meines Erachtens auch dringend  eine Konzerthalle für unser Orchseter und das bevorstehende Konziljubiläum benötigen, sehe ich in naher Zukunt  keinerlei finanzíellen Spielräume für ein soches Kreuzfahrtschiff.
20 Mio. € für eine Gesamtschule? Nicht schlecht,  aber gut zu wissen. Ein vernünftiges Kreuzfahrtschiff dürfte sich in ähnlichem Rahmen bewegen. Die Frage ist aber nicht, ob dies die Stadt finanziert, sondern die Idee generell unterstützenswert ist. Gleichwohl es natürlich eine sprudelnde Einnahmequelle wäre.
Zu 6.)
Die vehemente Massnahme des Glasverbotes rechtfertigt sich nur durch die z.T. schweren Verletzungen die u.a. badene Kinder durch Glasscherben im Uferbereich erlitten haben. Freiheit für einen selbst bedeutet in einer solidarischen Gesellschaft immer zugleich auch Verantwortung für seine Mitmenschen zu übernehmen.
Freiheit und Verantwortung habe ich bisher noch nicht gelesen. Freiheit und Solidarität auch nicht, Was man davon halten mag, mag jeder selbst bestimmen…
 Zu 7.)
Frau Sivia Grossmann, weil sie die örtlichen Konstanzer Verhältnisse ausser mir verglichen zu den anderen Kandidaten am besten kennt.
Die wirklich unabhängigen  Konschdanzer Kandidaten unterstützen sich wohl gegenseitig.
Das war jedenfalls Martin Luithle – zu dem ich auch nicht viel mehr zu sagen habe. Er macht auf mich aber auch einen guten Eindruck – genauso wie der Großteil der anderen Kandidaten. Wirklich total ausschließen von den 13 kann ich bisher nur einen, zu dem ich sicher noch kommen werde. Vielleicht morgen – auch wenn mir bisher leider noch keine weiteren Antworten vorliegen…