Der PoWalter und das (Un)Politische

Heute fand eine von der Fachschaft PoWalter (herzlichen Dank für die Organisation!) organisiertes Event zu unserem Studiengang statt, das den Titel „Powalter2013 – zwischen Idealismus und Pragmatismus“ trug. Es ging um die Politisierung des Politik-Studenten und die Frage, wie man das Politik-Studium am besten gestalte. Auslöser war der Artikel von Frau Florin in der ZEIT, der im gleichen Blatt von Julian Kirchherr kritisch beleuchtet wurde. Da ich niemanden so wirklich zustimme, schrieb ich damals selbst meinen im Nachinein eher peinlich-satristischen Senf zu ihr und ihm.

8 Monate später hat sich gleichwohl viel verändert. Ich werde daher noch mal meinen Senf dazu schreiben, nachdem ich die Debatte mit meiner unqualifizert-subjektiven Extrempositionsminderheitenmeinung nicht stören wollte. Denn klar ist: jeder Mensch ist anders und nimmt z.B die Arbeitsbelastung des Studiums auch völlig anders wahr. Manche müssen für ihren Lebensunterhalt komplett selbst aufkommen, während es andere einfacher haben. Und auch die Erwartungen an ein Studium und den damit verbundenen Zukunftsoptionen differiert stark.

Angefangen mit einer Podiumsdiskussion aus Professor, Studienberater, studentischem Vertreter und beruflich tätigen Alumni des Fachbereiches wurden diverse Statements gemacht, die dann teilweise aber einen doch beachtlichen ideologischen Unterbau hatten. Mit Kollektivlogik und Moralkeule aus dem Mund eines Was-Wohl sollten die Student*Innen des Fachbereiches zu mehr Engagement ermuntert werden – freilich in der Hochschulpolitik, die völlig zu Recht den meisten total gleichgültig ist oder in politischen Parteien, in denen man , falls man denn tatsächlich noch eine  genehme Partei findet, ordentlich Sitzfleisch und Laberlust mitbringen sollte. Ausgeklammert werden hingegen andere Formen des Engagements, die gerade von PoWaltern durchexerziert werden. Kaum eine Hochschulgruppe – ist mein Eindruck – könnte längerfristig überleben ohne engagierte Politik-Studenten, die sich massiv in ihnen einsetzen. Auch darüber hinaus: Engagement für Kultur und in Vereinen stärkt die Zivilgesellschaft deutlich mehr als sie durch Interventionszwangsträumerereien zu schwächen.

Der Vorwurf fehlenden Engagements kann man den meisten also kaum machen. Und selbst wenn, liegt es in der Verantwortung jedes Einzelnen nach seiner Facon glücklich zu werden. Wenn das darin besteht, bereits 4 Wochen vor der Klausur zu lernen, dann ist das eben so. Die Ausrede des Zeitmangels kann man allerdings nun wirklich nicht gelten lassen. PoWalter sein heißt eigentlich, dass jeder Tag ein Sonntag ist – um 12 Uhr aufstehen, sich 2 Stunden geistig betätigen und chillen (tatsächlich sieht er dann natürlich – freiwillig – doch anders aus). Ausgenommen die engere Klausurenphase und mögliche Referatsvorbereitungen. Kommt natürlich auch darauf an, wie ernst man sein Studium nimmt. Ich kann mir vorstellen, dass wenn man alle Vorlesungen besucht (50% wird dieses Semester knapp bei mir), alle Tutorate mitnimmt (mittlerweile gehe ich in gar keins mehr), brav alle Texte mit nicht gerade hoher Lesegeschwindigkeit liest (die Conclusions reichen mir meist) und die Veranstaltungen während des Semesters auch noch nachbereitet (?), das dann tatsächlich Zeitprobleme auftreten. Dann liegt man vielleicht tatsächlich mit seinen ECTS-Anforderungen in Einklang. Die ECTS-Diktatur, die mir vorschreiben möchte, wie viel ich für eine Veranstaltung zu lernen habe, ist ohnehin die größte Lachnummer. Statt 42 im letzen Semester hätte ich danach  wohl nicht mal die Hälfte bekommen (1 ECTS sollen 25-30 Arbeitsstunden sein, 1 Semester bringt im Normalfall ca. 30 ECTS).

Wie sich so ein nachlässiges Studium auf den Klausurerfolg auswirkt steht natürlich noch in den Sternen. Aber ich bin da ganz optimistisch nach den Erfahrungen der ersten beiden Semester. Jedenfalls kann ich Zeitmangel niemanden abnehmen, der nicht etliche Stunden pro Woche arbeiten muss. Vor allem wenn ich sehe, wie andere Studiengänge schuften müssen (Konstanz war da echt eine gute Wahl!). Woran liegt es also dann, dass die PoWalter so herrlich unpolitisch sind?

Vielleicht ist es tatsächlich Zeitmangel in anderer Hinsicht. PoWalter sind meist recht zielstrebig und wollen größtenteils auch ins Ausland. Hinzu kommt, dass das Praxissemester die Studenten aus Konstanz herausdrängt – im Vergleich zur Deutschen Botschaft in Timbuktu ist der Südkurier eben nicht mehr so sexy. Und sehr viel mehr Möglichkeiten gibt es ja auch kaum. Man ist also vielleicht 3 Semester vor Ort – anfangs meist auch ortfremd , aus ganz anderen Ecken Deutschlands stammend, mit ganz anderer Mentalität. Und jetzt kommunalpolitisch sich engagieren oder für die Hochschulpolitik? Erst braucht es Zeit sich einzuleben und respektiert zu werden, dann ist die Zeit meist schon vorbei. Und für politische Sachen wie Kommunalpolitik ist eine Zeitspanne von eineinhalb Jahren einfach viel zu kurz – wenn man gewählt wird ist man 4 Jahre an Konstanz gebunden. Kein Wunder, dass kein Student im Stadtrat sitzt. Auch das Studentenparlament, das sich an PoWalter-Mangel nun wirklich nicht beklagen muss (Pseudo-Bundestag), hat ein ähnliches Problem, obwohl hier die Amtszeit nur ein Jahr ist. Ein PoWalter, der sein Studium in der Regelstudienzeit mit Ausland durchziehen möchte, hat schlichtweg nicht die Möglichkeit, sich dort zu engagieren und darüber hinaus vermutlich auch wenig Lust, wenn er weiß, dass er vermutlich eh nicht zurückkommt.

Nun kann man natürlich sein Praxissemester verlegen, die Regelstudienzeit überschreiten (was bei uns anscheinend normal ist) und  so weiter. Das ist ja auch völlig legitim, wenn es 2-3 Semester sind. Wer mehr braucht sollte sich aber schon fragen, ob das Studium bzw. Studieren an sich denn das Richtige für ihn ist. Meist sind diese Leute die, die am lautesten nach staatlicher Alimentierung schreien und auf das Recht auf ein kostenloses Studium pochen.

Wer schnell studieren möchte, sollte aber doch nich bestraft werden. Wenn ich mein Studiun in 6 statt in 8 Semestern vollende, so habe ich eben noch die Möglichkeit einen zusätzlichen Master in einem für mich interessanten Themengebiet zu erwerben – oder ich fange halt früher an zu arbeiten – was auch immer. Das es überhaupt so etwas wie eine Regelstudienzeit gibt ist Humbug. Wer das Studium in 4 Semestern durchziehen möchte sollte das genau so machen können wie die Person, die es mit 8 Semestern etwas ruhiger angehen lassen möchte. Das hier gerne gebrachte Persönlichkeisentwicklungsargument halte ich für Unsinn. Gerade wer schnell studiert hat im viel stärkeren Maße Selbstorganisation, Zeitmanagement und Co. unter Beweis gestellt. Auch ist er  im Regelfall 2 Jahre früher in der Praxis, was der Persönlichkeit vermutlich besser tut als Party.

Aber ich schweife ab in die Unzulänglichkeiten des staatlichen Bildungssystems – daher zurück zum Thema: Idealismus und Pragmatismus waren dabei zwei Schlagworte. Aber warum sie gegensätzlich auffassen? Kann man nicht auch idealistisch und pragmatisch zugleich handeln? Ich zumindest bin der Ansicht, dass man das wunderbar verbinden kann. Eben aber nicht in der Hinsicht seinen Lebenslauf durch „künstliches“ Engagement zu pimpen, sondern eben weil man gerade durch sein Engagement seine Netzwerke aufbaut, viel über sich lernt und vor allem schnell rausbekommt, wohin die eigene Reise gehen sollte und wohin eher nicht. Ausprobieren war meine Devise und das Ergebnis ist, dass mich ziemlich viele Sachen mittlerweile ziemlich wenig reizen. Eine unproduktive Tätigkeit bei der EU (gut, der Gesetzes-Output ist schon sagenhaft) war zu Studienanfang mein Zukunftstraum. Zum Glück hat sich das erledigt.

Nicht vergessen sollte man aber auch letztlich, dass kein politisches oder sonstiges Engagement auch automatisch kein politisches Interesse bedeutet. Viele Studenten sehen die Politikwissenschaft eben auch als Wissenschaft (ich gehöre nicht dazu), die sie wertneutral (das geht eh nicht) betreiben wollen. Vielleicht wollen sie auch in die Wissenschaft oder andere Berufe und sich, wie ein Teilnehmer annmerkte, stigmatisieren lassen, was bei politischen Engagement automatisch erfolge. Manch einer hat da vielleicht Angst um seine Karriere….

Wissenschaft und Politik könne man trennen, sagte Herr Professor und führte mit Paul Krugman (aus meiner Sicht das perfekte Gegenbeispiel…) einen solchen Vertreter an. Tatsächlich sind Politik und Wissenschaft  viel zu sehr getrennt in anderer Hinsicht. Politiker fragen selten Politikwissenschaftler um Rat, vermutlich weil sie keine Zahlen in unrealistische Modelle stecken und noch unrealistischere Ergebnisse erhalten. Vielleicht ist das aber auch besser so: sonst würde die ohnehin überhand nehmende Quantifizierung der Politikwissenschaft noch schneller voranschreiten. Möglicherweise ein anderer Grund: Regressionsanalysen aufzustellen macht manchen Politikwissenschaftlern vielleicht mehr Spaß als die Frage, wofür man das eigentlich tut.

Jetzt fallen mir keine weiteren Erklärungen mehr ein, warum der normativ politisch sein sollende PoWalter positiv so unpositiv unpolitisch ist. Außer vielleicht, dass der Studiengang der Politik- und Verwaltungswissenschaften von vielen tatsächlich als BWL-light-Studium ohne Mathe (das täuscht) gesehen wird, mit dem man später ganz viel verdienen kann (meist fahren diese Leute hinterher Taxi). Und wenn die Karriereambitionen tatsächlich mit den geistigen Fähigkeiten übereinstimmen sollten, so geht es meist Richtung Wirtschaft. Das stiftet der Gesellschaft dann auch tatsächlich einen Nutzen.

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Gedanken zur Bildung in Konstanz

Nach einem geschäftigen Tag beenden wir diesen nun mit einem Blog-Artikel. Zurück in Konstanz muss jedoch erst einmal gesagt werden, dass mein glorreiches Netbook seinen Geist aufgegeben hat. Bevor ich 40€ für eine Diagnose zahle und dann defacto genötigt bin, mögliche Reparaturen durchzuführen, möchte ich die 40€ nicht umsonst ausgegeben haben. Daher – Weihnachten naht – ist nach 3 Jahren auch durchaus ein neues drin. Die Frage bloss ist: Netbook oder Tablet? Ich tendiere zu letzterem. Und dort die Frage: Apple oder nicht? Und LTE – ja oder nein? (LTE ist der neue ganz ganz schnelle Funkstandard, aber noch nicht sonderlich breitflächig verfügbar im Moment).

Wie dem auch sei: nun tippe ich meinen ersten Blog-Beitrag auf meinem alten PC. Das geht genauso bequem. Überhaupt bin ich hier 3-mal so effektiv und schnell wie am Netbook. Auf Dauer gewöhnt man sich dort auf teilweise lange Wartezeiten beim Laden von Programmen – hier ist das nicht der Fall. Nach 3 Jahren Quasi-Stillstand freut sich mein bis dato ständig heissgelaufener PC aber wohl auch mal wieder an etwas Aktivität.

So zocke ich denn tatsächlich auch mal wieder was. Abgesehen von gelegentlichen FIFA-Sessions woanders bot ein Netbook nur Vergnügungen wie Schach, Poker und kleinere Internet- und Browserspiele. Damit kann man zwar auch Stunden verbringen, mal wieder einen alten Klassiker wie Trackmania zu spielen – auch wenn er sich massiv verändert hat – tut aber mal der Seele gut. Man muss es ja nicht übertreiben und wieder die Weltrangliste dominieren – Studium und andere Aufgaben warten…

Das Studium gleichwohl – 7 Wochen sind schon vorbei – scheint noch gar nicht wirklich angefangen zu sein. Es ist nicht so, dass man nichts zu tun hat. Im Gegenteil – manche scheinen unter der Belastung zu ächzen. Aber das Schöne am Studium ist ja: man kann sich seine Zeit selbst einteilen – so ganz ohne Anwesenheitspflichten,  wie man will. So kann ich wie jetzt um 3 noch meinen Blog beschreiben, obwohl um 8 Uhr morgens – sprich in 5 Stunden – bereits eine Vorlesung beginnt. Die sind zwar wirklich nicht schlecht, als Autodidakt ist es für mich aber eine Herausforderung solch Monologen sonderlich lange zu folgen, zumal ich Sie in Eigenregie 10-mal so schnell nachholen kann. In dieser Hinsicht freilich wiegt der Verlust des Netbooks als Ablenkungsobjekt in den Vorlesungen schwer.

Nach 3 Semestern weiß man auch genug Bescheid, wie man sich seinen Stoff einteilt. Powalter haben den Vorteil, dass sie zwar relativ viel zu  lesen (kontrolliert wird das natürlich allenfalls durch die Klausur), aber bis auf die obligatorische Seminar-Hausarbeit am Semesterende wenig zu schreiben haben. Mitschriften habe ich mir noch nie gemacht, Protokolle gibt es nicht, für ein Tutorium, so man denn überhaupt hingeht,  muss man allenfalls mal ein Exzerpt verfassen. Da blickt manch Naturwissenschaftler ganz neidisch!

Inhaltlich ist es durchaus noch spannend. So ganz kann ich als Libertärer der Politikwissenschaft die Existenzberechtigung nicht absprechen. Und auch wenn viele Berufsrichtungen nicht mehr in Frage kommen, so schadet es doch nicht, gewissermassen das Denken des politischen Gegners zu verstehen zu lernen (auch wenn das oft Horror ist).

Auch wenn ich für mein derzeitiges Hauptinteresse – Politische Theorie – eindeutig am falschen Fachbereich bin, so kann man trotz der empirisch-quantitativen Ausrichtung dank der umfassenden Wahlmöglichkeiten sein Studium in die gewünschte Richtung lenken – auch wenn das Angebot vielleicht begrenzt ist. Dank problemloser Anerkennung des Auslandsstudiums kann man aber auch dem Abhilfe tun. Mich zieht es wohl nach Madrid – aber noch ist nichts entschieden.

Politik- und Verwaltungswissenschaften an der Universität Konstanz bleibt jedenfalls – ohne mich jetzt weiter auf die vielen positiven als auch die sehr viel weniger negativen Aspekte einzulassen – ein empfehlenswerter Studiengang, den ich so nochmals wählen würde. Denn man hat das, was von Studenten heutzutage so oft bemängelt wird: Zeit!

Wie man sie nutzt, ist einem jeden selbst überlassen. Ob auf Partys, am See, im AStA-Cafe oder engagiert bei vielen tollen Studenteninitiativen – Möglichkeiten gibt es genug. Gerade in den Politikwissenschaften – und viel wichtiger in diversen Nebendisziplinen kann man diese Zeit unter anderem  auch nutzen, um sich einen Überblick über Anderes zu verschaffen. Wenn so oft von der Wichtigkeit von Bildung gesprochen wird, kann ich das nicht verneinen – ganz im Gegenteil. Aber Bildung ist mehr als Zwangsanwesenheit in schulischen Anstalten wider der Natur vieler Kinder noch der mehr oder minder freiwillige Universitätsbetrieb, in der im Gegensatz zur Schule wenigstens noch Eigenverantwortung und Nonkonformismus ohne Disziplinierung durch Staatsdiener möglich sind. Zur Bildung als lebenslangen Prozess gehört natürlich nicht nur Wissen, sondern viel mehr andere Fähigkeiten.

Wicht ig aber ist: gut verstandene Bildung ist selbstbestimmt. Was heutzutage als Bildung deklariert wird, sollte man eher als Formung bezeichnen. Im Gusseisen des gehorsamen Staatsbürgers werden die Individuuen gepresst, um von der Politik bestimmt und von der Wirtschaft benutzt zu werden. Das ist nicht mein Verständnis einer freien Gesellschaft, in der wir angeblich leben. Bildung sollte bis auf wenige Ausnahmen (zum Beispiel Recht/Gesetze) nicht vermitteln WAS, sondern WIE man denkt und die nötigen Ressourcen zur Vervollkommnung dieses Ziels bereitstellen. Wenn eine gewisse Anzahl von Studenten ein Seminar über Karl Max haben möchte, dann sollten Sie das auch bekommen – ob es Ihnen nützt sei dahingestellt. Doch dieses Thema möchte ich hier auch nicht abschliessend behandeln. Das würde auch in eine Diskussion über staatliche Universitäten bzw. privaten Konkurrenten allgemein ausufern, auf die ich beizeiten noch zu sprechen komme.

Ich halte fest: PoWalter in Konstanz zu studieren heisst weitgehend selbstbestimmt zu studieren – dazu in einer zu jeder Jahreszeit wunderschönen Umgebung. Hier hat man auch noch ein Studentenleben – nur 1 Woche vor den Klausuren muss man sich dann schon in der Bibliothek einschließen. Dann reicht es auch für die Klausuren: keine exzellenten, aber doch gute Noten. Erstere sind bei dem Glücksspiel namens Multiple-Choice – ein Thema, das ich bereits mehrfach ansprach – aber ohnehin nur mit einigem an Lerneifer über das gesamte Semester hinweg zu erreichen. So kann man sein Studium natürlich auch verbringen. Leistungswille sollte man respektieren, schätzen und fördern. Noten allerdings sind nicht der einzige Indikator dafür! Genauso wenig wie die Studiendauer und anderes. Wichtig ist nicht, wie man seine Zeit nutzt, sondern was am Ende dabei herauskommt. Die spontane Ordnung, würde ich jetzt sagen, wird das schon richten. Und, um letztlich den Bogen zum Anfang zu schlagen: auch Zocken ist Bildung! Eine sehr bedeutende sogar, wie ich aus eigener Erfahrung bestätigen kann…

Goodbye Konstanz – ein Schlusstrich unterm 2. Semester.

Manchmal ist man so schockiert, dass einem die Worte fehlen. Dabei klang der letzte Tag in Konstanz so schön in der Strandbar mit ein paar Cocktails aus.

Totalitäre Tendenzen scheinen sich innerhalb der Piratenpartei immer weiter auszubreiten – statt Transparenz wird geschwiegen. Das sollte man sich nicht gefallen lassen. Daher könnte es morgen einige unschöne Enthüllungen geben…
Heute jedoch werde ich noch ein Schlusstrich unter dieses Semester ziehen, welches noch nicht ganz vorbei ist – Hausarbeit und Essay müssen noch geschrieben, abgegeben und benotet werden – jedoch im Sinne der Klausuren schon. 4 Stück waren es – man hielt sie für leicht, was rauskam, war nicht der Brüller. Wenn alle Klausurendurchschnitte im 3er-Bereich (EDIT: gut, nicht ganz richtig geschätzt, aber fast…) lagen und die Durchfallquote jeweils den Modus bildete, liegt der Eindruck nahe, man wolle hier Kapazitäten für das nächste Semester schaffen, in dem die PoWalter-Schar wohl leider verkleinert sein wird. Der Hauptschuldige dafür scheint schon ausgemacht: er heißt „Multiple Choice“ – oder ist es die dritte Nachkommastelle?

Ich selbst, weiß nicht, ob ich zufrieden sein soll. Alles auf Anhieb bestanden, überdurchschnittliche Noten – eine richtig gut – was will man mehr? Doch irgendwie ist man auch ernüchtert, obwohl man das ganze Semester gechillt hat.

Tatsächlich ist der Studiengang Politik- und Verwaltungswissenschaften zeitlich nicht gerade aufwändig. Es reicht aus, sich eine Woche vor und während der Klausurenphase ordentlich Stoff zu geben, um mit guter Leistung durchweg bestehen zu können, nachdem man im Vorfeld rein garnichts gemacht hat. Kommt natürlich immer auf die Ansprüche an, die man an sich selbst hat. Bei mir wäre das, einen vernünftigen Masterplatz zu bekommen – da bin ich weiterhin auf dem besten Wege. Wenn man bedenkt, dass das Grundstudium, sprich die ersten 3 Semester nur 30%, das 4. Semester garnicht und das 5./6. Semester gar 70% der Endnote ausmacht, ist es momentan eigentlich lächerlich über seine Noten einen großen Kopf zu machen. Da reicht es völlig aus, wenn das Mathezeugs wie Statistik knapp bestanden ist, da man ohnehin nicht viel verstanden hat und von dieser Zahlenverdreherei auch nicht unbedingt viel verstehen will (ohne hier jemanden zu nahe treten zu wollen…). Es hat jedenfalls seine Existenzberechtigung und ist sicher in vielen Fällen hilfreich, was man vom Fach Politikwissenschaft im allgemeinen ja nicht unbedingt sagen kann…

Notenphilosophische Überlegungen mal außen vor gelassen kann ich trotzdem sagen, dass ich mit meinem Studium der Politik- und Verwaltungswissenschaften überwiegend sehr zufrieden sind – mit dem Ort ohnehin. Lediglich der Fachbereich ist arg quantitativ und politische Theorie bzw. Philosophie sehr stiefmütterlich behandelt. Ärgerlich, wenn die zwei besten Noten aus diesem Bereich kommen und der einen ohnehin am meisten interessiert. In diesem Sinne wäre es vielleicht tatsächlich besser gewesen, Politik und Geschichte oder Philosophie oder ähnliche Kombinationen zu studieren. Aber in meiner letztjährigen eher pragmatischen Studienentscheidung lockten noch die Träume über die Bürokratiebunker Brüssels, denen ich mittlerweile nicht mehr viel abgewinnen kann – auch wenn ich das Streben vieler Kommilitonnen danach bestens nachvollziehen kann: http://www.spiegel.de/politik/ausland/eu-beamte-muessen-auch-in-der-schuldenkrise-nicht-sparen-a-847459.html

Politische Theorie ist brotlose Kunst – aber das mag auch nur ein aktueller Gedankensprung sein. Noch studiere ich ja ein paar Jährchen und insbesondere die Ökonomie gewinnt zunehmend an Reiz.

Konstanz jedenfalls ist eine atemberaubende Stadt, die dieses Jahr leider nicht den Sommer hatte, wie ich ihn mir vorgestellt habe. So blieb das Baden im Bodensee auf ein paar wenige Male beschränkt.

Nichtsdestotrotz kann man hier gut sein Studium verbringen – natürlich sehr subjektiv alles – aber mir ist eine gute Auswahl an Eissorten wichtiger als eine gute Auswahl an Tanztempeln. Letztere sind hier in Konstanz nämlich nicht sonderlich pralle…

Auch wenn das Semester wie erwähnt noch nicht ganz abgeschlossen ist, freue ich mich jetzt trotzdem auf 2 Monate Auszeit von Konstanz, in der ich nicht viel Zeit zur Muße haben werde. Hausarbeiten und Essays müssen geschrieben werden, Bewerbungen für Praxissemester auf den Weg gebracht werden, Literatur muss gelesen werden und Pläne müssen geschmiedet werden. Nebenbei winkt die bald endlich beginnende Woche der Freiheit, der Spanisch-Kurs in Granada und eine Reise nach New York. Geburtstag habe ich auch noch! Das werden wahrhaft spannende Zeiten!

In diesem Sinne Goodbye Konstanz – morgen (heute in 7 Stunden) fahre ich mit dem bisher schnellsten Zug, den ich gefunden habe (nur 7 1/2 Stunden),  nach Herford ich bin erst im Oktober wieder hier im Ländle!

Studentische Leerversammlung

Heute tagte mal wieder eine studentische VollLeerversammlung an der Universität Konstanz, die ich nun erstmals besuchen konnte – im Raum R711, der 3 Stunden zuvor während meiner Klausur deutlich besser gefüllt war.

Dem Namen nach eine „Vollversammlung“ war sie nämlich keineswegs voll, sondern ziemlich leer, sie  präsentierte lediglich knapp 50 von über 10000 Studierenden – eine armselige Quote. Selbst die Beschlussfähigkeit dieses Organs – mit 99 Anwesenden lächerlich gering – wurde nicht erreicht. Wie man da von irgendeiner Legitimation sprechen kann bleibt mir schleierhaft.

Viel hatte die Leerversammlung dann auch nicht zu bieten: die ins Studierendenparlament gewählten Vertreter – hauptsächlich, wie ein „undogmatischer Linker“ anmerkte, „PoWalter-Brut“ –  stellten sich kurz vor, wobei die meisten, bis auf die der LHG, mit Abwesenheit glänzten, was natürlich durch vielfältige andere Verpflichtungen und der Klausurenphase erklärbar ist. Das Studierendenparlament wird sich im übrigen morgen Abend um 19.30 Uhr im Raum D522 konstituieren – ein wenig Öffentlichkeit wäre vielleicht gar nicht so schlecht (ich bin nicht da).

Während es bei anderen „“Vollversammlungen“, wie ich hörte, schon hoch her ging, blieb diese weitgehend friedlich. Vertreter des AK Wohnen, des AK Studi-Ticket und des AK Verfasste Studierendenschaft stellten ihre Arbeit vor, über die dann noch kurz diskutiert wurde.

Insbesondere die Diskussion um das erweiterte Studi-Ticket, wo es ein wenig Contra gab,  wurde von linken VertreterInnen mittels eines Antrages abgewürgt, da dies ja ohnehin schon beschlossen wurde. Nicht sehr demokratisch – die Tyrannei der Mehrheit (sprich vtl. 40 Studierende) stimmten für den Antrag auf Schließung der Debatte.

Viel neues hat man gleichwohl nicht erfahren: beim Kauf es erweiterten Studi-Tickets muss man wohl angeblich ein Formular mit sensiblen Daten ausfüllen, das Rückschlüsse auf die Effektivität des Semestertickets zulassen soll. Datenschutzrechtlich könnte man hier durchaus Bedenken anmelden, gleichwohl beteuert wurde, dass es anonym sei und nicht rückverfolgt werden könne.

Das erweiterte Studi-Ticket – bekanntlich durch alle Studenten zwangssubventioniert – kommt laut Schätzung des AK Studi-Ticket auf gerade einmal 800 potenzielle Nutzer – sprich außerhalb Konstanz Wohnende, die aus Daten der Universität rekonstruiert wurden. Da fallen schätzungsweise aber noch einige raus, die widerrechtlich nicht in Konstanz gemeldet sind, hier aber wohnen sowie die, die mit dem Auto zur Universität pendeln. Ob dies nun tatsächlich so solidarisch ist, Studenten von außerhalb, die zweifellos geringere Mieten als in Konstanz zahlen (und als gern genommenes Gegenargument in ihrer Freizeitgestaltung total benachteiligt sind) , nun ihr Studi-Ticket weitgehend zu zahlen, möge jeder für sich selbst entscheiden. Die VBB (Verkehrsbetriebe Bodensee) werden sich über die Subventionen freuen, auch wenn der derzeitige, von einer konservativen Schätzung der Nutzerzahl ausgehende Vertrag als Erfolg für die Verhandlungen der Studenten gefeiert wurde – was sich bei näherer Betrachtung als Illusion erweisen könnte. Die Argumentation nämlich, dass eine höherere Zahl von Nutzern des erweiterten Studi-Tickets die Kosten für dieses Ticket erhöht, scheint mir nur auf dem ersten Blick plausibel, nämlich in der Form, dass die Kapazitätsauslastung der Busse und Bahnen dann zunimmt. Allerdings hat der typische Student nicht unbedingt ein Stoßzeit-Pendel-Verhalten, wegen dem zusätzliche Busse und Bahnen eingesetzt werden müssen, sondern pendelt vor allem zu Zeiten, in denen die Kapazitätsauslastung ohehin gering ist. Es entstehen der VBB also keine zusätzlichen Kosten, sie werden ganz im Gegenteil noch für Leistungen subventioniert, die sie gar nicht erbringen.

Nicht so spannend waren dann da die Berichte des AK Wohnens, der aber sicher gute Arbeit leistet und den Studierenden der studentischen Wohnheime (also auch mir) bei ihrem „Kampf gegen seezeit“ beisteht. Gleichwohl ich viele Klagen als selbst Betroffener übertrieben finde, gehen manche Sachen wie unbefugtes Eindringen in die Wohnungen durch die  Hausmeister mal gar nicht. Mit der derzeitigen Wahl von Wohnheimsprechern und – man merkt deutlich wie das Studentenwerk plötzlich spurt – bereits verbesserter Kommunikation werden die Probleme bald hoffentlich geringer – und das Internet schneller 😉

Letztlich wurde noch aufgerufen, sich im AK Verfasste Studierendenschaft zu beteiligen, um einen breiten Konsens zu finden. Für Zwangsbeiträge gibt es allerdings sicher keinen Konsens: aber ich schätze, sie werden ohnehin kommen. Nichtsdestotrotz werde ich das Ganze mal näher beobachten, denn grundsätzlich ist die Verfasste Studierendenschaft keine schlechte Sache – es kommt ganz auf die Ausgestaltung an, die in diesem Arbeitskreis dann diskutiert wird und letztlich in einer studentischen Urwahl abgestimmt werden wird.

Damit endete die Leerversammlung dann auch quasi schon. War eigentlich mal ganz interessant, daran teilgenommen zu haben. Jetzt bleibt noch zu hoffen, dass die Studierendenvertretung ihre Arbeit besser kommuniziert und ich das nicht übernehmen muss – ihre Homepage ist – seit über eine Woche schon – immer noch nicht erreichbar, und selbst wenn würde man wohl kaum erfahren, worum es eigentlich ging.

Wie dem auch sei: die nächste Leerversammlung kommt bestimmt. Trotzdem sei denen großer Dank geschuldet, die sich für die Belange der Studierenden einsetzen – jedem Recht machen kann man es schließlich eh nicht!

StuPa-Wahl: Offene Linke Liste

Nach interessanten Einblicken in Interna des Fachbereichs beim Fachschaftsgrillen möchte ich nun das Jubiläum des 100. veröffentlichten Artikels auf diesen Blog zelebrieren. Auf diese Summe beläuft sich nämlich mittlerweile schon meine Schaffenskraft. Dabei dürften in Folge dieses Artikels auch  bereits 10.000 Besucher auf meinen Blog gewesen sein. Bei 100 Artikeln macht das immerhin 100 Leser pro Artikel. In den letzten Wochen war es natürlich deutlich mehr und ich hoffe, dass dies auch weiterhin so anhält.

Meinen 100sten Artikel möchte ich jedenfalls der Offenen Linken Liste widmen, deren Vertreter echten Einsatz für die Studierende zeigen und sicher nur das Beste wollen, sich dabei aber in meinen Augen falschen Methoden bedienen. Letztlich ist das Ziel von Sozialismen und Liberalismen ja das gleiche, nur der Weg ist ein anderer und sorgt für ständige Reibereien.

Die Offene Linke Liste ist, wie ich belehrt wurde, nicht der SdS (Sozialistisch-demokratischer Studierendenverband), stellt aber einige Vertreter dieser hochschulpolitischen Gruppierung. Wie der Name schon sagt ist sie aber „offen“, weshalb auch andere Kandidaten dort kandidieren können. So ist mir von „eigentlich“-Jusos bekannt, dort zu kandidieren, weil sie die Konstanzer Juso Hochschulgruppe als zu rechts empfinden. Da werde ich, wenn ich die Jusos vorstelle, noch einmal drauf zu sprechen kommen, hat aber durchaus Wahrheitsgehalt: meines Wissens soll aus Konstanz maßgeblich die Initative gekommen sein, die „Jungen Sozialisten“ in „Junge Sozialdemokraten“ umzubennenen Auch die bisherige U-Liste scheint meines Wissens in dieser Offenen Linken Liste aufzugehen.

Damit dürfte die Liste gute Chancen haben, ordentlich Stimmen zu gewinnen und die Hochschulpolitik nach ihren Gunsten zu verändern. Die Themen, die sie anspricht, kann ich nicht aus dem Stegreif rezipieren, da eine Website fehlt – es dürften aber die üblichen linken Forderungen sein. Sich selbst bezeichnet sie auf Facebook als „undogmatisch“ – es bleibt zu hoffen, dass dies auch tatsächlich so ist.

Ihre Antworten auf meine Fragen fand ich eigentlich sehr gut (ist auch deutlich länger als gestern ), auch wenn ich nicht mit ihnen übereinstimme – aber seht selbst:

1. Wir lehnen jede Form von Elitenbildung ab. Die Exzellenzinitiative führt dazu, dass wir in Deutschland ein 2-Klassen Hochschulsystem haben. Dies führt dazu, dass Unis die bereits ausgelastet sind durch die angeblichen Vorteile der Exzellenz noch mehr Studierende anlocken. Die Auswirkungen auf den Wohnungsmarkt kann man sich ja denken und die Qualität der Lehre wird durch viele Studierende auch nicht befördert.

Ein Kriterium für die Exzellenzini ist unter anderem die Summe an Drittmitteln die eine Hochschule bekommt. Die Konsequenz daraus ist, dass an starken Wirtschaftsstandorten eher Exzellenzunis entstehen als an schwachen. Starke Länder profitieren und schwache Länder bleiben zurück. Dies kann nicht der Anspruch von einer freien, emanzipatorischen Bildung sind und auch aus der Sicht von modernen Liberalen wird hier das Prinzip der Chancengleichheit untergraben.

Dies kann man auch sehr gut an der Verteilung der Exzellenzunis Ost / West sehen.

Allgemein hat die Exzellenzini auf die Lehre negative Auswirkungen:

Professoren gehen öfter in Forschungssemester

Geld das eigentlich in die Lehre fließen soll, wird um im Exzellenzwettbewerb zu bestehen in die Forschung gesteckt.

Fachbereiche die für die Exzellenz nicht relevant sind werden zusammengekürzt (Siehe Romanistik an der Uni)

Eine durchaus treffende Analyse mit Seitenhieb auf mich Liberalen. Ich bin aber klassisch-liberal und nicht „modern“. Die These mit den Wirtschaftsstandort in Bezug auf Konstanz erscheint mir  eher Wunschdenken.

2.

Studierende: Die Universität gehört uns

Professoren: Müssen das humboldsche Ideal der Einheit von Forschung und Lehre pflegen ( auch wenn dies kaum gelingt)

Mittelbau und Verwaltung“: Die Verwaltung ist die Nervenbahn der Universität. Der Mittelbau ist die Zukunft der Wissenschaft.

Forschungsfreiheit: Forschungsfreiheit ist ein fundamental wichtiges Prinzip. Doch gerade durch den Einfluss von Unternehmen auf die Forschung, die durch Drittmittel ihre Macht ausüben, wird die Forschungsfreiheit untergraben. Doch für uns ist auch selbstverständlich, dass die Forschungsfreiheit ihre Grenzen beim Spiel mit menschlichem Leben hat. Wir wollen keine Rüstungsforschung an der Universität , dies läuft unseren humanistischen Idealen zu wider. Keine Forschung fürs Morden. Deshalb brauchen wir eine Zivilklausel!

AStA: Es braucht eine starke Interessenvertretung für die Studierende der Universität

Uni-Kater Sammy: Sammy ist ein Stück Leben an dieser Universität, welches wir nicht missen möchten

Bierautomat: Die Universität ist unser Lebensraum. Wir verbringen Tage und Wochen in ihr, deshalb sollte es möglich sein auch einmal nach den „Geschäftszeiten“ noch an ein kühles Bier zu kommen.

Bio-Essen in der Mensa: Ist auf lange Sicht natürlich erstrebenswert, wobei hier aber nicht arme Studierende die Leidtragenden sein dürfen. Eine Erhöhung der Qualität muss immer auch sozial Verträglich sein. Zumal es momentan für VeganerInnen überhaupt keine Mahlzeit gibt. Hier sehen wir zuerst Handlungsbedarf.

Trommelkreise: Natürlich muss die studentische Subkultur ihren Platz an der Universität haben, doch wir beim SDS bevorzugen dann doch lieber gute Rock und Bluesmusik

Trommelkreise so weit unten? Wenn das mal eine ehrliche Aussage ist, wäre ich froh. Der AStA spielt garnicht mal so eine große Rolle, die Professoren eine doch recht starke – der Seitenhieb darf auch hier nicht fehlen. Bio-Essen steht garnicht mal so auf der Agenda – wird ja auch zu teuer. Essen für Vegane ist eine durchaus unterstützenswere Forderung, damit die Wahlfreiheit gewährleistet wird. In puncto Fleisch sollte sie es allerdings dann auch bleiben.

3. Die Wahlbeteiligung ist natürlich ein Problem. Gerade die Umstellung auf Bachelor / Master hat erwiesenermaßen die Wahlbeteiligung bzw. das allgemeine politische Interesse an der Uni gesenkt.

Es gibt natürlich kein Patentrezept für eine höhere Wahlbeteiligung aber ein paar wären aus unserer Sicht angebracht:

Stärkung der VV:

Die VV ist unser höchstes Organ und fasst die wichtigsten Beschlüsse, leider ist seit der Einführung des StuPa die VV zu einer reinen Informationsveranstaltung verkommen, die defacto kaum noch Macht hat. Deshalb wollen wir das StuPa abschaffen, um die VV stärken zu können.

Abschaffung des StuPa:

Das StuPa ist momentan nichts anderes als eine Spielwiese für angehende Politiker. Das StuPa ist Selbstbeschäftigung in Reinform.

Gerade an einer Uni mit nur 10000 Studierenden sollte es mögliche sein, mit weniger repräsentativen Elementen die Hochschulpolitik zu gestalten. Deshalb Basisdemokratie statt Pseudobundestag

Auch wenn ich damit vermutlich andere Positionen vertrete als die LHG finde ich die Rede vom „Pseudobundestag“ durchaus zutreffend – der hohe PoWalter-Anteil dort ist selbsterklärend. Eine Abschaffung würden die meisten Studierenden vermutlich nicht mal merken. Die Schlußfolgerung der Offenen Linken Liste an der Uni Konstanz, die Vollversammlung zum mächtigsten Organ zu machen ist allerdings noch hirnrißiger. Es mag am Charakter einer reinen Informationsveranstaltung liegen: jedenfalls kommt bisher nur ihresgleichen dorthin. So kommt man leicht an die Mehrheit, die man im StuPa nicht hätte. Zugegeben, als höchstes Organ mit Entscheidungskraft wäre in der VV sicherlich dann mehr los. Leider liegt sie immer an sehr ungünstigen Terminen mitten am Tag, wo ich bisher immer Seminar hatte. Würde mich nämlich eigentlich echt mal interessieren, wie das da so abgeht…

Ob nun StuPa oder Vollversammlung – was ich nicht verstehe: warum keine digitale Basisdemokratie? Da mögen die letzten Piraten-Überbleibsel in mir sprechen, doch halte ich dies für eine sinnvolle Idee, sofern sie nicht zu inflationär genutzt wird. Die studentische Urwahl zum Studi-Ticket mit einfacher Stimmabgabe per Internet könnte man doch sicher auch auf andere Entscheidungen ausweiten. Das dürfte auch die Wahlbeteiligung ordentlich steigern. Sind schließlich quasi nur 3 Klicks zur Stimmabgabe (Mail öffnen, Link klicken, abstimmen). Ich weiß nicht, wie aufwändig das ist, glaube aber nicht sehr. Die Wahlbeteiligung war zwar auch bei der Studi-Ticket-Wahl schlecht – doch nach und nach, wenn die Studierenden wissen, dass sie innerhalb einer Minute sie betreffende Dinge mitentscheiden könnten – würde sie sicher steigen. Da braucht man weder keine nicht wirklich legitimierte Repräsentanten noch eine in meinen Augen noch weniger legitimierte Vollversammlung. Wie gesagt: keine zu inflationäre Nutzung, deshalb sollte ein Mischmodell mit womöglich einem sinnvoll ausgestalteten Studentenparlament kombiniert werden.

4.

Ja wir befürworten Pflichtbeiträge.

Hierdurch kann man viele wichtige Leistungen anbieten:

Rechtsberatung ausbauen

Bafög-Beratung Unabhängig von Seezeit. ( Es ist doch schon seltsam, dass die Beratung und Bewilligung aus einer Hand kommt)

Bin da selbst jetzt, da auch nicht der Fachmann drin. Bei weiterem Interesse, würde ich dich an  XXX verweisen. Er ist Sozialreferent des AStA und auch SDS-Mitglied. Er ist in der Thematik sehr bewandert.

Namen von Studierenden werde ich hier nicht nennen. Manch einer hat ja Angst vor bösen, spionierenden Personalern, die es zu respektieren gilt. Dass die Offene Linke Liste Pflichtbeiträge fordert, ist nicht verwunderlich. Noch verwunderlicher ist, dass sie keine Trommelkreise damit finanzieren möchte 😉

Apropos: Pflichtbeitrag statt Zwangbeitrag. Pflicht hört sich ja so solidarisch an, so als ob jeder Student der Studierendengemeinschaft verpflichtet wäre. Die Wortver(w)irrung, die schon Hayek anprangerte, ist doch ein gern genutztes Mittel.

Generell ist mehr Unabhängigkeit von Seezeit zu befürworten, gleichwohl man durchaus unterstellen mag, dass hier am Bedarf vorbei bezahlte Stellen für Fachleute aus den eigenen Reihen von Zwangsbeiträgen finanziert werden sollen .Aber da ich diese Angebote nicht brauche und den tatsächlichen Bedarf daran nicht kenne, kann ich das nicht beurteilen.

5.

Solidarität oder Subsidarität:

Hier will ich mich nicht entscheiden, da ich hier keinen Widerspruch sehe.

In einer offenen Gesellschaft ist es einerseits wichtig, dass jedem Teilhabe ermöglicht wird, dies kann nur über Solidarität gewährleistet werden, auf der anderen Seite sollten Entscheidungen auf der möglichst untersten Ebene getroffen werden, um gute und passende Entscheidungen zu treffen.

In bisherigen Sozialismen war das wohl anders.

Freiheit oder Zwang:

Eindeutig Freiheit.

Freiheit ist die Grundlage jeder offenen Gesellschaft. Unter Freiheit wird hier verstanden, dass jede/r die Chance hat sein Leben nach seinem Willen zu gestalten. Diese Freiheitsdefinition hat zwei Seiten. 1. Muss jedem Menschen überhaupt die Chance gegeben sein sein Leben nach seinem Willen zu gestalten, dies beinhaltet eine gesamtgesellschaftliche Perspektive: Die Gesellschaft ist dafür verantwortlich, jedem / jeder diese Chance zu ermöglichen, hier ist schließlich auch Solidarität gefragt. 2. Die individuelle Seite: Jeder Mensch sollte selbst für sich wählen können, was denn für ihn / sie der beste Weg ist. Natürlich unter der Bedingung, dass hierdurch die Chancen eines anderen nicht eingeschränkt werden.

Eine interessante Defintion aus linkem Munde.

Elite-Uni oder Massen-Uni.

Keines von beidem. Elite steht für Klassenunterschiede und Masse für Massenabfertigung. Die Universität muss jedem gewährleisten, seine Persönlichkeit frei entfalten zu können. Jeder Mensch ist einzigartig, daher muss eine Universität möglichst flexibel und emanzipatorisch gestaltet werden. Dies kann man weder in einer Massenuniversität noch in einer Eliteuni.

Wenn ich mich entscheiden müsste: Massenuni

Durchaus gut abgewogen. Das trifft generell auch meinen persönlichen Standpunkt. Allerdings würde ich mich dann doch eher für die Elite-Uni entscheiden.

Marx oder Mill:

Als moderne Sozialisten ist Freiheit genauso wie Gleichheit Grundlage unseres Handelns.

Unsere Vision eine sozialistischen Gesellschaft, ist eine offene Gesellschaft.

Wenn der Kapitalismus eine sozialistische Opposition ertragen kann, so muss auch der Sozialismus eine kapitalistische Opposition ertragen, alles andere wäre undemokratisch und nicht freiheitlich.

Dennoch ist Marx natürlich zumindest in seiner Analyse nach wie vor treffend und aktuell. Der Unmut in der Bevölkerung über Abbau von Demokratie und Sozialstaat ist groß. Die Reichen werden reicher und die armen Ärmer, insofern hat sich da in den letzten 150 Jahren nicht viel geändert.

Karl Popper propagierte sozialistische Vordenker noch als Feinde der offenen Gesellschaft. Wie sich die Zeiten bloß verändern – hier findet man sogar ein kleines Bekenntnis zur Existenzberechtigung des Kapitalismus. Eine wahrlich undogmatische Linke. Allerdings ist, um auf Hayek zurückzukommen, auch John Stuart Mill ein Sozialist gewesen…

Die These vom Abbau von Demokratie ist zu teilen, die vom Sozialstaat läuft eher in die andere kausale Richtung meiner Meinung. Die sich ständig ausweitende Schere zwischen Arm und Reich ist nicht zu leugnen, dürfte aber mit ganz anderen Gründen zusammenhängen, als von Linken gerne vereinfacht angenommen.

Bei dieser Offenen Linken Liste in Konstanz denke ich, dass sie ganz undogmatisch nicht vereinfachen und den Kapitalismus als böse und den Sozialismus als Himmelreich darstellen. Mir scheint gar, ich muss mich mit dem Gedanken anfreunden, bei dem netten Wahlsystem doch glatt mal einen Vertreter der Linken Liste zu wählen, von denen ich den ein oder anderen durchaus schätze und wo ich nicht annehme, dass die Uni Konstanz bald vor lauter Trommelkreisen heimgesucht wird…

Wie dem auch sei: das war meine kleine Vorstellung der Offenen Linken Liste, die am 11./12. Juli an der Universität Konstanz bei den Wahlen zum Studierendenparlament antreten wird. Es war auch mein 100. Artikel, der mir doch ganz gut gefällt. Morgen geht es dann weiter – entweder mit grüner oder mit roter Soße!


		

Die Piraten, Demokratie und der OB-Wahlkampf

Gestern bin ich nicht nur zum ersten Mal in den mit 17 Grad relativ kalten Bodensee gesprungen und habe mir einen Quasi-Ganzkörpersonnenbrand geholt, sondern nahm auch nochmals die Gelegenheit wahr, bei der Kreismitgliederversammlung der Piratenpartei zu partizipieren. Jetzt bin ich endlich meine Schatzmeister-Unterlagen los und kann das Kapitel nun weitgehend für mich beenden.

Bleibe ich Pirat? Ich glaube nicht. Die gestrige Veranstaltung grenzte teilweise an Realsatire. Der  neu gewählte Vorstand sieht aber passabel aus, sodass man hoffen kann, dass die Piraten jetzt den Kindergarten verlassen. Neuer Vorstandsvorsitzender ist der Radolfzeller Arzt Stefan Bushuven, sein Stellvertreter das einzige Ex-Vorstandsmitglied Andreas Bergholz, meine Nachfolgerin als Schatzmeisterin die als Betriebswirtin bestens qualifizerte Ulrike Trachternach und als Beisitzer die Herren Norbert Annabring und Heiko Stubenvoll. Ihnen alles Gute und eine erfolgreiche Amtszeit, die nicht schon nach 3 Monaten endet…

Mit der Demokratie, die sie vergöttern, scheinen es einige Piraten, auch neue Vorstandsmitglieder,  aber doch nicht so genau zu nehmen. Im Zuge der Frage, welchen OB-Kandidaten man unterstützen solle, lief seit einiger Zeit eine Online-Umfrage unter allen Mitgliedern des Kreisverbandes, bei der die OB-Kandidaten mittels Zustimmungswahl gewählt werden sollten. Sprich, all für den Abstimmenden geeigneten Kandidaten dürfen gewählt werden, der siegreiche Kandidat vereinzt die meisten Stimmen, aber min. 50% auf sich.  Bevor das bereits feststehende Ergebnis gestern verkündet wurde, entbrannte jedoch noch eine Satzungsänderungsschlacht. Zum Glück nicht die Mehrheit, aber eine große Minderheit der anwesenden Piraten wollte sich die Möglichkeit vorbehalten,  die eventuelle Wahrscheinlichkeit, dass kein Kandidat die 50% erreicht, auszuhebeln, indem die Anwesenden der Kreismitgliederversammlung sich über den Beschluss aller Parteimitglieder hinwegsetzen und vor Ort einen Kandidaten zu unterstützen, der vielleicht nur 45% der Stimmen hat.

Die Intention mag nachvollziehbar sein, ich finde das aber bedenklich. Letztlich wäre es ohnehin nicht nötig gewesen: offiziell von der Piratenpartei unterstützt wird nun das Parteimitglied Benno Buchczyk mit 56%  Zustimmung. Der zeigte auch als Einziger (ich hielt mich vornehm zurück…) bereits während der Debatte, dass er zu demokratisch getroffenen Entscheidungen steht, sprach sich vehement gegen die Satzungsänderungen aus und ich nehme ihn ab, dass er, wenn er nur 45% Zustimmung erreicht hätte, die Abstimmung voll respektiert hätte.

Benno Buchczyk ist der letzte Bewerber mit der Glückszahl Nr. 13, als ehemaliger PoWalter bestens qualifiziert und wird den Wahlkampf sicher noch aufmischen. Trotz „offizieller “ Unterstützung der Piratenpartei darf er aber nicht allzu viel erwarten. Ich bin gespannt, ob es über moralische Unterstützung hinausgeht, abgesehen von den Piraten, die sich ohnehin in seinem Wahlkampfteam engagieren. Wirkliche Chancen räume ich ihm aber nicht ein. Wer sich über den Kandidaten Benno informieren möchte: http://www.oderbenno.de

Wem das jetzt nach zuviel Werbung klingt: es ist Werbung! Jedenfalls kann ich das Kreuz an seiner Stelle empfehlen. Das heißt aber weder, dass ich ihn wähle, noch, dass ich nicht auch andere Kandidaten für geeignet halte. Darüber werde ich in den nächsten Tagen informieren: von Sabine Seeliger, Sabine Reiser und eben Benno Buchczyk habe ich meinen Fragenkatalog bereits beantwortet bekommen. Zu wirklich klaren Aussagen kam aber niemand: am ehesten noch Frau Seeliger, die obwohl unabhängig, doch großzügig von den Grünen gesponsort wird, dies aber auch auf meine Frage hin transparent macht. Sie bewies auch ökologischen Sachverstand, nannte sogar ihren Favoriten für das Oberbürgermeister-Amt nach ihr und kam insgesamt am authentischsten rüber, auch wenn ich wahrlich kein Fan grüner Politik bin.

Das als kleiner Appetithappen für die kommende Woche: am Mittwoch ab 19.30 Uhr im Audimax der Universität Konstanz findet übrigens eine Podiumsdiskussion statt, die sehr interessant werden dürfte. Die Konstanzer Hochschulen bilden knapp 25% aller Wahlberechtigten – das dürfte eines der Höhepunkte des Wahlkampfes bilden. Ich bin gespannt – auch auf die hoffentlich noch eintrudelnden Antworten der anderen Kandidaten!

Die ZEIT und eine Debatte über Politikwissenschaft – Teil 2

Zum Abschluss eines tollen Wochenendes in Herford nun der zweite Teil der ZEIT-Debatte über die Politikwissenschaften

Es geht um den Artikel von Julian Kirchherr (http://www.zeit.de/studium/hochschule/2012-05/Politikwissenschaft-Kritik/seite-1) und er ist FDPler, aber scheinbar kein Gesinnungsgenosse wie wir sehen werden. Aber gerade das macht den Liberalismus ja aus.

Fangen wir an:

Sie sind enttäuscht von uns Studenten, weil wir so schweigsam sind

Würde mich brennend interessieren, was unsere Professoren dazu sagen. Nicht nur zum Schweigen, sondern zum ständigen Getuschele und Gezocke. Über ersteres freuen sie sich wohl – ist die Vorlesung eher rum.

Solch Kollektivaussagen wie „wir Studenten“ hätte ich von einem Liberalen aber nun echt nicht erwartet. Herr Kirchherr, ich teile Ihre Meinung nicht, werde aber bis zum letztem Atemzug kämpfen, dass Sie ihre Meinung frei äußern können – frei nach Voltaire.

Ich will Ihnen sagen, warum wir nicht leidenschaftlich über die Barschel-Affäre diskutieren und warum uns Endlosgespräche zu Themen wie Macht kalt lassen: Wir wollen in unseren Seminaren endlich etwas Nützliches lernen. Aber Sie bringen uns nichts Nützliches bei.

Ich fand meine erstes Semester schon sehr nützlich. Allerdings sind wir Powalter ja ohnehin etwas praxisorienierte Politikwissenschaftler, weil wir gleich etwas über die Verwaltung mitlernen, die ja um eine Metapher zu bemühen das Fahrwerk des Politik-Ferraris ist.

Das Studium der Politikwissenschaft ist für uns ein Mittel zum Zweck. Wir erwarten, dass die Dozenten uns die Werkzeuge an die Hand geben, die wir brauchen, um etwas zu bewirken: Als Entwicklungshelfer in Mali, Freelancer bei Spiegel Online oder auch als Berater bei McKinsey.

Das ist es im gewissen Maße durchaus, aber sicher nicht allein. Als Politikwissenschaftler erwartet mich eine Karriere als promovierter Taxifahrer – da sollte ich besser Wirtschaft oder Jura studieren. Wober ich persönlich ja glaube, dass es schnurzpiepegal ist, was man studiert – mitnehmen tut man letztlich vom Pflichtstoff eh sehr wenig – es kommt ganz drauf an, wie man seine Zeit nutzt.

Die drei Jobperspektiven kämen für mich übrigens nicht in Frage. Ironisch schon fast, dass man damit was „bewirken“ kann. Als Entwicklungshelfer ja noch vielleicht, aber das andere scheint mir doch eher Wunschdenken zu sein…

Das sind unsere Träume, aber die Antwort unserer Dozenten lautet immer nur: „Wie wäre es mit einer Diskussion zu Max Weber oder Karl Marx?“ Doch diese Diskussionen führen nicht zu Antworten.

Richtig. Werden sie auch niemals! Aber wer Antworten sucht, scheint mir in einer Naturwissenschaft besser aufgehoben zu sein. Oder in der Philosophie – mit der Gefahr nach 20 Semestern immernoch keine Antworten gefunden zu haben. Allerdings schärft manch Diskussion Geist und Verstand und trainiert die Sichtweise anderer Leute zu verstehen. Letztlich wollen doch alle Menschen nur das Eine Gleiche – bloß auf unterschiedlichen Wegen mit unterschiedlichen Mitteln zu unterschiedlichen Zwecken.

Als ich ein Praktikum beim Umweltprogramm der Vereinten Nationen in Brüssel absolviert habe, sollte ich Förderanträge schreiben, um Mittel des Europäischen Sozialfonds anzuzapfen. Mein Studium hat mich darauf nicht vorbereitet. Dafür weiß ich Bescheid über regionale Integrationstheorien und den Konstruktivismus. Na toll.

Würde ich sowas an der Uni lernen müssen, weiß ich genau was passiert. Im Gegensatz zu Statistik, wo mich ab und an noch an die Uni quäle, würde ich sowas wohl boykottieren. Wie will sowas auch beigebracht werden? Learning by doing muss die Devise sein  – wofür sind denn Praktika da außer zur Ausbeutung? Außerdem –  längst nicht jeder Politikstudent möchte in die Bürokratiebunker von Brüssel, Straßburg, Berlin oder sonstwo…

Frau Florin, Sie wohnen in einem akademischen Elfenbeinturm. Sie sind verliebt in Theorien und Definitionen. Wegen Dozenten wie Ihnen ist das Studium der Politikwissenschaften so trocken und theoretisch.

Da hat er Recht. Es ist aber wohl eher weniger eine Sache des Inhalts, sondern mehr eine der Kommunikation von Inhalten. Die Themen sind – subjektiv aus meiner Sicht (ich werde ständig gefragt, wie man sich für sowas begeistern kann…) – hochspannend und lohnen tiefergehender Beschäftigung. Gerade wegen den Theorien…

Während die Studenten in Ihrem Seminar schweigen, Frau Florin, brodelt es in den meisten von ihnen. Viele von uns haben schon über einen Studienabbruch nachgedacht. Spätestens zum Masterstudium wählen wir dann eine andere Fachrichtung als Politikwissenschaft. Oder gehen ins Ausland, denn dort wird der Praxisbezug des Studiums hochgehalten.

Oder sie gehen nach Konstanz !? Vielleicht bin ich einfach an der falschen Uni und bin als halber Politikwissenschaftler nicht qualifiziert mich dort drüber auszulassen. Ein Studium-Abbruch kommt jedenfalls nicht in Frage – die Hälfte ist ja quasi schon geschafft. Dass Deutschland im Master nicht unbedingt in Frage kommt, ist hingegen weniger eine Frage des Praxisbezuges, sondern mehr eines der Inhaltsspezialisierung.

Wir jungen Politikwissenschaftler wollen nicht diskutieren, sondern umsetzen. Als ich in den Stadtrat meiner Heimatstadt gewählt worden bin, dachte ich: Als angehender Politikwissenschaftler Kommunalpolitik machen, ein Kinderspiel. Doch das war falsch. Trotz aller Seminare zu Kommunalpolitik war ich heillos überfordert: Doppelte Buchführung? Kontraktmanagement? Budgetierung und Controlling?

Komm nach Konstanz, Junge! Naja, sowas haben wir auch (noch) nicht gelernt. Natürlich ist Kommunalpolitik kein Kinderspiel, auch für Politikwissenschaftler nicht. Juristen haben da es schätzungsweise einfacher. Leider ist die Illusion eines Politikstudiums als Wegbereiter einer Politiker-Laufbahn eine noch weit verbreitete Annahme in der Bevölkerung, der mittlerweile sogar der ein oder andere Studieninteressent anheim zu fallen scheint. Politik ist jedoch viel, viel, viel mehr. Politik ist oft trocken und langweilig, Politikwissenschaft ist es nicht.

In der Universität hatte ich philosophische Essays über die Kommunalpolitik als Schule der Demokratie gelesen. Doch mit der Quintessenz dieser Essays lässt sich nicht begründen, wann eine Schule geschlossen, die Sportförderung gestrichen oder die Preise im Schwimmbad erhöht werden müssen

Womit lässt es sich denn begründen? Wenn überhaupt, nicht durch Kraft von Argumenten, sondern durch pure Ideologie. Über die lernt man im Studium leider herzlich wenig. Könnte ja sein, dass manche Ideen einen zu großen Anklang finden…

 

Wir Studenten wollen einen Kurs in Ökonometrie oder Spieltheorie, aber unsere Dozenten bieten uns nur das nächste Seminar zu Adorno.

O Gott! Ich möchte das nicht. Ich möchte auch keinen Kurs zu Adorno. Wie wär es stattdessen zu einem Kurs zur Geschichte des Liberalismus. Würde dem Autor der kommentierten Zeilen durchaus gut tun. Sein Bildungsideal hat nämlich wenig gemein mit dem humanistisch-liberalen, ob nun von Humboldt oder sonstwem.

Wir wollen nicht Bundeskanzler in die richtige Reihenfolge bringen, denn die Politikwissenschaft ist kein Geschichtsunterricht

Nicht nur, aber auch. Ich sehe die Geschichtswissenschaft als wichtigstes Fach zum Verstädnis von Politik – noch wichtiger als die Politikwissenschaft selbst…

Wir interessieren uns für Mechanismen und Wirkungszusammenhänge: Mit welchen Instrumenten steuere ich den demografischen Wandel? Welche Parteien profitieren und warum, wenn die Wahlbeteiligung steigt? Welchen Effekt hat Einwanderung auf rechtsextreme Gruppierungen?

Das interessiert mich auch. Ist aber nicht unbedingt ein Thema für Vorlesungen. Da könnte man einfach mal zu Kolloquien und Vorträgen gehen und nimmt von dort dann viel mit – viel los ist da leider eher wenig. Ansonsten ist sowas ideal zum Selbststudium: ein gutes Buch, eine Nacht in der Bib – und man ist um ein paar Erkenntnisse reicher.

 

Frau Florin, Sie schreiben, Sie seien eine Beobachtungsexpertin. Das stimmt und das ist das Problem der deutschen Politikwissenschaft: Während Sie beschreiben und beschreiben, wollen wir Studenten erklären und analysieren, um dann Empfehlungen zu erarbeiten und umzusetzen. Wir sehnen uns nach Relevanz, während Sie sich mit uns über Definitionen streiten wollen und in Nostalgie verfallen, dass wir keine Tageszeitung mehr lesen. Wann werden Sie endlich verstehen, dass Online-Medien die Tageszeitungen unserer Generation sind?

Da kriegt er ja noch die Kurve.  Jedenfalls am Ende mit den Online-Medien. Seine Informationen sucht man sich heute selber – dann kann man auch sicher sein – und nur dann – , dass man alles Relevante mitbekommt…

„Was machen denn eigentlich die Absolventen unseres Studiengangs?“, fragen wir unsere Dozenten oft. Doch dann heißt es nur: „Wieso müsst Ihr immer so sehr auf Eure Karriere fokussieren? Konzentriert Euch aufs Studium!“

Taxi fahren !? Oder wenn es gut läuft, Protokolle im Bundestag schreiben !? Manch einer bringt es sogar zum Abgeordneten oder  sitzt in irgendwelchen Bürokratiebunkern. Ein paar schlauere Individuuen kommen noch in der Wirtschaft – Stichwort McKinsey unter – und der Rest? Lebt von Sozialleistungen, die ihre Vorbilder ausgedacht haben…

Zugepitzt gesagt. Tatsächlich sollte man sich auch auf das Studium konzentrieren. Es schadet aber keinem, insbesondere den notorischen 20-Semestlern, auch etwas die Zukunft in Blick zu haben. 20 Semester Studium bedeuten nämlich nicht unbedingt mehr Bildung, wie es ja gerne suggeriert wird. Aber das ist ein anderes Thema…

 

 

 

 

 

Abrechnung Part II: Fachbereich Politik- und Verwaltung

Servus,

soeben habe ich meine Hausarbeit verschickt. Schaun wir mal – ich hab zwar keinen roten Faden – also das wichtigste – sonst ist es aber ein Meisterwerk geworden, was ich zu gegebener Zeit hier publizieren werde.Eine Mikro- und Makroebene auf die Freiheit zu beziehen – wie innovativ von mir. Wahrscheinlich zu innovativ für den Konstanzer Fachbereich.

Über den möchte ich heute schreiben, ehe ich morgen 7 Stunden über die Autobahn nach Herford düse. Ich hatte ja meine Abrechnung mit der Uni bereits – jetzt muss es so langsam mal weitergehen: heute also der Fachbereich!

Erst einmal: ich bin sehr zufrieden. Politik- und Verwaltungswissenschaften ist hinsichtlich der Inhalte genau das Richtige für mich. Hinsichtlich der späteren Berufsfelder schätzungsweise eher weniger – ich weiß schon viel, was ich nicht mehr machen möchte  (anderes Thema). Man kann sich ja zum Glück recht breit bilden, sowohl in Politik als auch in BWL und weiteren verwandten Fächern.

Der Fachbereich Politik- und Verwaltungswissenschaften hat ganze 16 Lehrstühle – das ist schon ganz ordentlich, zumal es garnicht so viele Studierende sind. 210 in meinem Jahrgang, nach diesen ersten Semester vermutlich ein paar weniger…

Der Fachbereich ist politisch – meiner Einschätzung nach – ziemlich grünrot. Wie mittlerweile auf Landesebene in der Regierung. Da passt die ganze Sozialpolitiks- und Wohlfahrtsstaatenforschung ja auch blendend rein in diesen politischen Bereich. Der Fachbereich ist vor allem führend in Policy-Analyse  und sowas – für Laien: Policy = Politikfeld. Eigentlich ganz positiv, da es mich sehr interessiert, die Schwerpunkte (Sozialpolitik eben) aber leider so garnicht.

Außerdem wird hier in Konstanz eben sehr viel Wert auf die Methodik und Statistik gelegt. Ich möchte mich nicht überlegen fühlen – aber was ich so höre, lernen wir hier deutlich mehr als an anderen Unis. Wobei man nie weiß, ob denn auch alles sogut vermittelt wurde, die Durchfallquoten in diesen Vorlesungen sind immer unnormal hoch. Ich hab immerhin bestanden 😉

Politische Theorie wird in Konstanz eher vernachlässigt. Einerseits schade, andererseits kann man sich das meiner Meinung sowieso viel besser im Selbststudium aneignen – man muss halt viel lesen. Diskussionen sind natürlich noch besser – wie z.B in den Seminaren möglich.

Für die muss man den Konstanzer Fachbereich echt loben. Bereits jetzt am Anfang sind die Teilnehmer auf maximal 15 begrenzt – also keine 80 Leute wie es an anderen Unis Gang und Gäbe zu sein scheint. Nicht nur das – im nächsten Semester – verwundert mich schon ein wenig – geben ein paar Professoren die Proseminare des Grundstudiums. Darunter ein Seminar, das sich mit Netzpolitik beschäftigt, vielleicht auch über die Piratenpartei: unglücklicherweise kann ich das nicht mehr belegen, weil ich mein Politikseminar bereits im ersten Semester jetzt hatte. Aber vielleicht freiwillig…

Was gibt es sonst noch zu sagen? Wir haben 2 großartige Studiengangsberater, die auch tatsächlich was von ihrer Sache verstehen (ist leider eher selten wie ich bei meiner Recherche letztes Jahr erleben durfte), ein paar andere nette Mitarbeiter am Fachbereich und öfter auch mal spannende Vorträge – Kolloqium nennt sich das. Da war ich im letzten Semester immer, um einen Einblick in aktuelle Forschungsfragen zu gewinnen – leider wird das nicht so angenommen wie es wünschenswert wäre, grade von jüngeren Semestern.

Was ich kritisieren möchte: unsere Prüfungsordnung ist vergleichsweise echt hart. Und die Klausuren zumindest dieses Jahr waren es gantz subjektiv auch. Wer zweimal nicht besteht – ist quasi weg vom Fenster und wird wahrscheinlich nirgendwo in Deutschland mehr Politik studieren dürfen. Sämtliche Noten zählen von Anfang an für die Endnote, wenn auch nicht sonderlich stark (meine Prüfungen zählen jetzt irgendwie 12%, und da ist schon was aus dem 3. Semester mit bei). Es gibt auch keine Wiederholungsmöglichkeiten von Prüfungen zwecks Notenverbesserung – mit meiner 3,7 in Methoden (damit lieg ich im Durchschnitt ;)) ziehe ich den Rest also schon rapide runter…

Trotzdem – ich bin erfolgreicher als noch in der Schule, das will schon was heißen. Im nächsten Semester werd ich – sofern mein Antrag bewilligt wird – auch Sachen aus dem 5. Semester schon besuchen. Der Fachbereich ist in dieser Hinsicht sehr flexibel und ganz kundenfreundlich 😉 Auslandskontakte sin exzellent (wär noch nen eigenen Artikel wert), gleiches gilt für Praktika – unser 4. Semester (in genau einem Jahr also schon) ist ja ein reines Praxissemester, wo der Fachbereich schon mit ein paar netten Institutionen kooperiert. Die sind zwar nicht unbedingt was für mich – mich zieht es eher zu Thinktanks in die USA – aber trotzdem ganz nett. Rennommiert ist der Fachbereich durchaus – noch ein I-Tüpfelchen auf dem Exzellenzstatus der Uni.

Ich fühle mich jedenfalls echt wohl hier am Fachbereich abgesehen von ein paar Kleinigkeiten, die ich hier nicht unbedingt ausführen möchte. Kann auch jedem nur empfehlen in Konstanz Politik zu studieren – Verwaltung braucht man in Form der Reifen, ohne die das Politik-Auto nicht fährt 😉

Naja, ist jetzt nicht der Artikel geworden, der es sein sollte, aber ich hab immerhin was geschrieben und zumindest ein wenig informiert.

Der nächste kommt dann bereits aus Herford!

 

 

 

 

 

Max Weber – ein „zensierter“ Verriss (Achtung: SATIRE)

Guten Abend,

ich habe mich grade an meinen Vorsatz erinnert und werde nun die ersten Worte 2012 schreiben – und gleich gehts provokant los. Ihr habt nämlich die Ehre, meinen eigentlich für das Fachschaftsmagazin „Powalter“ verfassten Artikel über  Max Weber zu lesen, der aber aus redaktionellen Erwägungen aus Rücksicht auf Mitglieder des Fachbereichs nicht angenommen wurde.

Edit: Um es noch einmal deutlich zu machen: das Ganze ist ausnahmsweise nicht meine Meinung und auch keine  (wissenschaftlich–fundierte ) Kritik, sondern pure Satire mit vielleicht schlechtem Geschmack 😉

Nun mag ich das ganze nicht Zensur nennen – einen Text vor allem mit der Begründung nicht zu veröffentlichen, dass er Professoren, Mitarbeiter aber auch Studierenden missfallen könnte, halte ich für nahe dran. Meine ähnlich verschachtelten Sätze wie bei Max Weber scheinen auch nicht immer verstanden und mißgedeutet worden zu sein – ich hoffe, es geht euch ähnlich! Falls ihr meiner Logik nämlich tatsächlich folgen könnt, muss ich zukünftig noch anspruchsvoller schreiben. Aber anspruchsvolle, provokante Kost ist nicht Jedermanns Sache und für ein Magazin an einer  „Exzellenz-Uni“ anscheinend nicht passend.

Wie dem auch sei – der Inhalt des Artikels ist rein tatsachenorientiert statt erfunden. Zweiffellos ist es ein Verriss, aber zu loben gibt es bei Max Weber wenig – jedenfalls haben meine Recherchen nichts ergeben. Aber genug geredet – jetzt provoziere ich und zeige Euch die volle Wahrheit (jedenfalls einen Teil davon) , was Max Weber noch so getrieben hat. Ein gewisses soziologisch-/politisches Max-Weber-Verständnis könnte helfen, dem Text zu folgen, der aufgrund von Zeichenbeschränkungen leider ein etwas abruptes Ende hat.

Dem studierenden Powalter wäre es wohl nur allzu recht gewesen, wenn sich folgende Aussage des Historikers Alfred Doves bewahrheitet hätte: „Es wird von Weber nichts übrig bleiben, trotz seiner vielen Einfälle.“

Einfälle hatte er genug, auch wenn er nicht die Gabe hatte, diese verständlich zu formulieren.

Seine verschachtelte und komplexe Logik in der Herrschaftssoziologie löst so ein Grausen aus, dass man sich fragt, wie dieser Mensch auf solche Gedanken kommen konnte, ohne Cannabis in seine Pfeife zu stopfen.

Seine Schriften eroberten genauso schnell die Welt wie die Spanische Grippe, an der er im jungen Alter von 56 Jahren starb. Durch diese Schriften reduzierte sich die Weltbevölkerung zwar nicht um Dutzende Millionen, in etwa genau so hoch dürfte jedoch die Zahl verzweifelter Studenten der Sozialwissenschaften sein, deren Gedanken von der rationalen Herrschaft Max Webers geknechtet werden.

Wie konnte es also bloß geschehen, dass aus diesem hoffnungsvollen Spross einer bourgeoisen Familie solch eine Qual wurde?

Eine empirische Auswertung des Datenmaterials fördert so Erstaunliches zutage, dass Webers Zeitgenosse Sigmund Freud sicher Freude gehabt hätte, Weber psychoanalytisch zu untersuchen.

Die Fassade des brillanten Wissenschaftlers Max Weber hätte nämlich sicher Risse bekommen, wäre sein intimstes Privatleben noch zu Lebzeiten enthüllt worden. In 27 Jahren Ehe verkehrten Weber und seine Ehefrau nur auf intellektueller Ebene miteinander, was Raum zur psychoanalytischen Theoriebildung schafft. Eine der Theorien stellt die Hypothese auf, dass Weber an einem Ödipus-Komplex litt. So seien seine ersten sexuellen Erregungen nicht nach – wie er sagte – dem Prügel eines Dienstmädchen entstanden, sondern durch den seiner Mutter.

Weber fiel auch in politischer Hinsicht auf: Würde er heute leben, möchte man ihn fast bei rechtsnationalen Splitterparteien verorten. Sein Hass auf die Polen und den Sozialismus äußert sich zum Beispiel so:

Dass wir heute nicht einmal eine Division gegen die Polen entsenden können, das haben wir dieser Revolution zu verdanken. Man sieht nichts als Schmutz, Mist, Dünger, Unfug und sonst nichts anderes. Liebknecht gehört ins Irrenhaus und Rosa Luxemburg in den Zoologischen Garten.“

Bei solch dem Idealtypus sicher nicht entsprechenden Äußerungen hätte manch Bürokrat ihn lieber an den Webstuhl statt den Lehrstuhl verbannt.

Ein Klassiker und insbesondere in den USA sehr geschätzter Vordenker der Verwaltungswissenschaften ist und bleibt er trotzdem – diese Erkenntnis werden noch viele junge Menschen mitnehmen müssen!

Und was meint Ihr ?  Nicht-Veröffentlichung gerechtfertigt oder nicht? Provokant oder harmlos? Anspruchsvoll oder anspruchslos?

Frohe Weihnachten!

Ich wünsche Euch allen frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Falls Ihr immer noch so wenig auf Weihnachten eingestimmt seid wie ich , kann Euch ja vielleicht der Powalter-Chor unter dem Dirigenten Prof. Dr. Seibel weiterhelfen, ausschnittsweise zu sehen unter folgendem Link: http://www.youtube.com/watch?v=vTNqbxDpWbs

Letztes Jahr um diese Zeit war ich in Napier, Neuseeland. Dort feierte ich Heiligabend an einem einsamen Strand – ist jetzt und war  ja schließlich Sommer dort – mit romantischen Lagerfeuer in internationaler Gemeinschaft! Weihnachten fiel trotzdem flach für mich – am Morgen des Heiligabends 2010 wurde schließlich mein Auto aufgebrochen und die Hälfte meines Hab und Gutes geklaut. Der 1. Weihnachtstag stand ganz im Zeichen einer langen Autofahrt von Napier nach Rotorua – mit der Route über kilometerlange Schotterpisten durch den Regenwald am Lake Waikaremoana vorbei. Wie gern ich doch da wieder wäre… Der 2. Weihnachtstag führte dann weitere 3 Autostunden weiter nach Auckland, wo ich Neuseeland nach Sydney verließ, wo ich ja Silvester zelebrierte unter einem bombastischen Feuerwerk.

Letzes Jahr Weihnachten in Neuseeland und Silvester in Sydney – dieses Jahr Weihnachten in Filzmoos und Silvester in Herford. Was kommt nächstes Jahr, was wird aus nächstem Jahr? Lassen wir uns überraschen, auch davon, ob ich mir meine guten Vorsätze zu Herzen nehmen werde. Einer davon ist, hier regelmässiger zu schreiben…