Norbert Alois Röttgen – Gedanken zum gegangen werden!

Während ich hier genüsslich meine Erdbeeren auf Zitronensorbet schlürfe, frage ich mich, wie es dem Mann geht, der heute eiskalt wie mein Sorbet von Mutti Merkel abserviert wurde.

Die Rede ist von  Rüttgers, äh, Röttgen, der nach seinem grandiosen Wahlergebnis am Sonntag, das prozentual mit der durch ihn mitverursachten Strompreisentwicklung bei weitem nicht mithalten kann, heute gegangen wurde, weil Mutti Merkel – ganz entgegen ihrer sonstigen konservativen Policy des Bewahrens (Euro, Griechenland, Hosenanzug) – klare Kante zeigte.

Nicht unschuldig dabei sicher Horst Lorenz Seehofer, dessen neues Streben nach Transparenz und klaren Worten ihn mir immer sympathischer werden lässt, auch wenn er in meinem Ranking als sozialer Christ noch unter den demokratischen Christen steht. An dieser Stelle übrigens  Gratulation an Neu-Umweltminister Altmaier, dessen ständiges Gezwitschere mittlerweile sogar hartgesottenen Piraten auf den Keks zu gehen scheint.

Aber zurück zu Norbert Alois, dem mit E10 betriebenen U-Boot der Grünen, der die planwirtschaftliche Energiewende einleitete, sie aber offensichtlich nicht steuern konnte. Wer Hayeks „Weg zur Knechtschaft“ gelesen hat, weiß warum. Wer nicht, sollte das schleunigst nachholen.

Allerdings muss man die politischen Gedanken Röttgens nicht allesamt verteufeln, die letztlich lediglich dem Mainstream entsprechen. So setzte er sich für die Liberalisierung des Staatsangehörigenkeitenrechts ein und machte sich für den Bürokratieabbau stark.

Gerade letzteres verwundert, schien mir Röttgen doch fast einer Technokratenschmiede wie der Uni Konstanz entsprungen zu sein. Ein Jurist aus Bonn, promoviert, aber nicht plagiiert (wer weiß!?), möchte die Bürokratie zurückdrängen. Eine ehrenwerte Idee – bei der Idee ist es aber wohl auch geblieben. Als ich heute meinen Führerschein aus seiner Sicherheitsverwahrung im Konstanzer Bürokratiebunker befreite, wurde mir dies mal wieder allzu bewusst.

Ehrenwert war sicher auch seine Idee, im Umweltministerium lieber den obersten Planwirtschaftler zu spielen statt sich mit Kraft über die möglicherweise fatalen Folgen von Currywurstpropaganda für das Ernährungsverhalten deutscher Bürger zu duellieren.

Der Kopfmensch Röttgen hat sich da aber wohl verspekuliert. Statt 2 Pöstchen hat er jetzt garkeinen mehr. Aber das wird schon wieder: die Grünen brauchen  schließlich noch einen etwas fähigeren Kanzlerkandidaten. Und wenn es mit der Union so weiter geht, wird sich Röttgen in einigen Jahren freuen, als grüner Kanzler in einer Grün-Schwarzen Koalition die zur Agarministerin degradierten Merkel für die Zitronen in meinem Zitronensorbet eiskalt abzuservieren, die sie in riesigen Gewächshäusern in der Uckermarck züchten wollte.

Und falls es mit dieser Dystopie nichts werden sollte, bleibt auch noch Greenpeace: sein Ruf als Anti-Wa(h)l(fang)kämpfer eilt ihm ja voraus!

Atlas Shrugged

Who is John Galt?

Dass ich im Moment so wenig publiziere, hat Gründe. Seit Ende der Klausuren letzten Freitag ist nämlich jeder Abend bisher gut gefüllt gewesen mit allerlei Aktivitäten. So sollte es auch sein!

Berichten möchte ich heute über das Buch, dass mich die letzten 5 Wochen fast täglich begleitete. 1169 Seiten dick ist es bisher das monumentalste Werk, das ich je lesen durfte, sogar mehr als der „Herr der Ringe“ bei deutlich voll gesdruckteren Seiten!

Über „Atlas Shrugged“ und „Herr der Ringe“ gibt es übrigens ein sehr schönes, treffendes Zitat vom Wirtschafts-Nobelpreisträger Paul Krugman:

„There are two novels that can change a bookish fourteen-year old’s life: The Lord of the rings  and Atlas Shrugged. One is a childish fantasy that often engenders a lifelong obsession with its unbelievable heroes, leading to an emotionally stunted, socially crippled adulthood, unable to deal with the real world. The other, of course, involves orcs.

Das sagt schon fast alles. Tatsächlich gab es kaum einen Tag, an dem ich meist abends vor dem Schlafen gehen nicht ein paar Zeilen gelesen habe. Ab und an versüßte es mir auch langweilige Vorlesungen oder andere Wartezeiten.

Natürlich habe ich dieses ganzen dystopischen „Roman“ auf Englisch gelesen, was der Lesegeschwindigkeit natürlich etwas geschadet hat – sonst brauch ich eigentlich nicht so lang. Dafür hat sich mein Wortschatz beträchtlich erweitert – und die Erkenntnisse, die ich aus dem Buch ziehen durfte, sind sehr bewegend.

Geschrieben bzw. veröffentlicht wurde „Atlas Shrugged“  bereits  1957 von Ayn Rand, einerAmerikanerin mit russischen Wurzeln und jüdischem Hintergrund. Andere Werke mit den Titeln wie „Capitalism: The Unknown Ideal“ oder „The Virtue of Selfishness“ lassen erahnen, wie Ayn Rand, bereits 1982 verstorben, drauf war.

In ihren Werken entwickelte sie eine eigenen philosophische Denkrichtung, den Objektivismus, die den Verstand über alles andere stellt. Wie auch in „Atlas Shrugged“ deutlich wird, vertritt sie einen strikten „Laissez-faire“-Kapitalismus. Am besten selbst mal informieren, bevor ich hier alles wiederkäue.

Zum Inhalt des Romans sei soviel gesagt: ich wollte grade nur einen extrem kleinen Überblick geben, was aber bereits ziemlich hart ist. Wikipedia muss euch also helfen 😉

Letztlich handelt es von wenig standhaften Unternehmern in einer kollektiv sozialistisch-planwirtschaftlichen USA, die sich erst gegen den Niedergang wehrend später spurlos verschwinden, in einen geheimen Tal für sich leben und warten, bis die gesamte Wirtschaft und Gesellschaft endgültig zusammengebrochen ist, da niemand mehr die Fähigkeit hat, Innovationen zu schaffen und Unternehmen zu führen. Nach „The road to serfdom“ von F.A. von Hayek das zweite Werk, das eindrucksvoll die Gefahren des Sozialismus vor Augen führt. Das lustigste Gesetz, von dem nach und nach Hunderte verabschiedet werden, besagt, dass Schriftsteller nicht mehr als 10000 Bücher verkaufen dürfen, weil sie ja anderen Schriftstellern die Überlebenschancen nehmen. In der Art wird die gesamte Wirtschaft nach und nach von einigen wenigen „Gutmenschen“ eingeschränkt, die sich letztlich schamlos selbst am geraubten, enteigneten Eigentum anderer erfreuen. Die Haupthandlung ist eigentlich eine komplett andere, aber das ist eine andere Geschichte. Das Buch ist so reichhaltig, dass man es selbst lesen sollte. Ich hab es aus der Uni-Bibliothek, Amerikanistik.

„Atlas Shrugged“ gilt als eines der einflussreichsten politischen Bücher Amerikas, in vielen Ranglisten ist es laut Lesermeinung nach der Bibel das bedeutendste Buch. In Europa und Deutschland ist Ayn Rand und ihr Werk allerdings nahezu – unbekannt. Vielleicht auch besser so.

Die meisten Kritiker sprechen ihr höhere literarische Qualität ab, bezeichnen das ganze sogar als Kitsch (die Handlung ist streckenweise tatsächlich etwas kitschig und nicht immer sonderlich originell) und stören sich natürlich überhaupt an den Aussagen, die Ayn Rand in ihrem Buch trifft. Ihre Philosophie sei „fast perfekt in ihrer Unmoralität“ schreibt Gore Vidal.

Ich stimme auch nicht längst mit allem überein – sonst wäre ich wohl schneller aus der Piratenpartei raus, als mir lieb ist :P, betrachte es in Teilaspekten aber als sehr hilfreich für meinen weiteren Lebensweg.

Das war es auch schon. Ich möchte mich nicht weiter darin verzetteln, nur auf dieses wirklich lohnenswerte Buch aufmerksam machen. Lesen – es könnte euer Leben verändern! Oder sich zuwenigst drüber informieren und es danach hassen, und mich, weil ich es gelesen habe. Danach kann man dann drüber diskutieren – vorher nicht 😉

Ich schätze, 99% der Leser hier können damit nichts anfangen und würden es am liebsten verbrennen und verbieten !!!