OB-Kandidaten-Vorstellung: Uli Burchardt

Manchmal verlaufen Abende anders als geplant. Aber nicht unbedingt schlechter. Organisatorisches wurde auf Sonntag verschoben, es stand kurzfristiger Konsum von Spaß statt, unter anderem im Form des schönen Spiels „Werwolf“, wo ich endlich mal wieder brillieren konnte. Anyway: ich halt mich jetzt kurz, weil der Rucksack noch gepackt werden muss und es in knapp 6 Stunden bereits aufs Kanu geht. Selbst mir ausreichend Schlaf, den ich nun nicht mehr kriege, wäre es ein harter Tag. Naja, schaun wir mal…

Uli Burchardt werde ich nicht gesondert vorstellen, das Ganze aber vielleicht nachholen, da er mit Sicherheit in die Stichwahl kommt. Ich habe ihn heute per Briefwahl nicht gewählt, er ist aber nach wie vor in meinem engeren Kreis. Hätte ich seine Antworten vor meiner Wahl bekommen, hätte ich mich möglicherweise anders entschieden.  Meinen „Wasted Vote“ verbuche ich mal unter Wahlgeheimnis.

Hier jetzt noch seine Antworten auf meine Fragen – die 7. hat er galant ausgeklammert. Kommentieren tue ich aus oben genannten Gründen nicht mehr. Der Blog soll mir schließlich nicht mein Leben diktieren, doch aus Gründen der Fairness gegenüber den OB-Kandidaten sehe ich es als notwendig an, alle Antworten rechtzeitig zu veröffentlichen. Und das ist nun nunmal die letzte Gelegenheit…

 

1. Zuerst eine technische Frage: wer finanziert eigentlich mit wessen Geld Ihren Wahlkampf?

Da ich als unabhängiger Kandidat antrete, erhalte ich keine Unterstützung aus irgendeiner Parteikasse. Meinen Wahlkampf finanziere ich zu einem Teil aus Spenden. Die Freien Wähler haben dazu freundlicherweise ein Spendenkonto eingerichtet. Über die Identität der Spender werde ich jedoch nicht informiert und das ist gut so, denn so entstehen keine Abhängigkeiten. Was nicht durch Spenden abgedeckt ist, finanziere ich aus der eigenen Tasche.

2. Als Konstanzer OB haben sie auch mit Schweizern zu tun. Welche 3

Dinge schätzen Sie an unseren Nachbarn?

Es gibt weit mehr als drei Dinge, die ich an unseren Nachbarn schätze: Zunächst fasziniert mich ihre demokratische Tradition und ihre republikanische Gesinnung, die sie in ihrem politischen Alltag immer wieder unter Beweis stellen. Dann bewundere ich die Geradlinigkeit mit der sie Projekte in ihrem Gemeinwesen anstoßen, planen und umsetzen. Was sie anpacken, hat meistens Hand und Fuß, auch wenn es mal ein paar Franken mehr kostet. Schließlich schätze ich ihre Verbundenheit mit ihrer natürlichen alpinen und voralpinen Umwelt, die Sie gerne auch Heimatliebe nennen dürfen.

3. Viele Initiativen unterschiedlichster Art engagieren sich in Konstanz – gerade auch von Studenten. Diese brauchen – gerade wenn sie mit Kindern und Jugendlichen arbeiten – völlig zu Recht ein erweitertes Führungszeugnis. Diese mit etwa 50€ nicht unerheblichen Kosten werden momentan noch von der Stadt übernommen, was aber geändert werden soll. Würden Sie sich dafür einsetzen, dass erweiterte Führungszeugnisse für engagierte Menschen weiterhin kostenlos bleiben?

Wie ist generell ihre Haltung zum Thema Ehrenamt?

Ehrenamtliches Engagement ist ein wesentlicher Bestandteil einer Gesellschaft, die sich durch solidarisches Miteinander immer wieder selber hervorbringt und neu entwirft. Als jemand, der bei DLRG und Freiwilliger Feuerwehr, später als Studentensprecher und heute im Wirtschaftsrat, viele Jahre aktiv war und ist, weiß ich, dass dem Ehrenamt oft nicht die öffentliche Aufmerksamkeit zuteil wird, die es verdient. Deswegen hatte ich angekündigt, zu entscheiden, ob eine Stabsstelle für ehrenamtliches Engagement eingerichtet werden soll und ich habe mich festgelegt: Ich werde mich dafür einsetzen, eine solche Stelle zu schaffen, die Bürgerengagement fördert und koordiniert.

Zur konkreten Frage: Derzeit kostet das Zeugnis 13 Euro, Personen, denen dies nicht zuzumuten ist, können davon ausgenommen werden. Sollte die Beschlusslage der Gemeinde inzwischen eine andere sein, wird es Aufgabe des Inhaber oder der Inhaberin einer künftigen Ehrenamtsstelle sein, dies zu überprüfen und gegebenenfalls an die Erfordernisse der ehrenamtlich Tätigen ebenso wie an die der Stadt anzupassen. Mehr kann ein OB-Bewerber nicht versprechen, ohne schon vor der Wahl als Verwaltungsmonarch zu gelten, der nicht alle Beteiligten rechtzeitig anhört.

4. Ordnen Sie die 7 folgenden Begriffe nach Ihrer subjektiv empfundenen

Bedeutsamkeit für Konstanz (Gleichheit nicht erlaubt!):

1- Studenten

Klar, dass ich als Dozent an der HTWG die Studierenden besonders schätze. Sie machen rund ein Fünftel der Konstanzer Bevölkerung aus. Viele Konstanzerinnen und Konstanzer waren früher selbst an einer unserer Hochschulen eingeschrieben. Studierende kommen zuhauf aus anderen Städten und beleben und bereichern unser Gemeinwesen. Durch sie und ihre Hochschulen werden jährlich dreistellige Millionenbeträge in den lokalen und regionalen Wirtschaftskreislauf eingebracht. Die meisten von Ihnen sind Mitbürger auf Zeit, und wenn sie Konstanz wieder verlassen, sind sie im Idealfall positive Botschafter für unsere Stadt und unsere Region.

2- Schweizer

Vielfach werden unsere Nachbarn auf ihre Kaufkraft reduziert. Das wird aber nicht der Tatsache gerecht, dass wir eine jahrhundertelange  gemeinsame Vergangenheit haben. Noch weniger wird es der Tatsache gerecht, dass wir mit den Schweizern über eine EU-Außengrenze hinweg tagtäglich grenzüberschreitendes Miteinander praktizieren, was uns so selbstverständlich ist, dass es uns gar nicht mehr auffällt. Das ist ein gutes Zeichen. Ein Beispiel: In meiner Jugend waren Schweizer Guggenmusiken in Konstanz eher eine Ausnahme. Heute sind sie selbstverständlicher Bestandteil unserer Straßenfasnacht, auf deren liberale Offenheit wir zu Recht stolz sind. Unsere Nachbarn fordern und fördern unsere Offenheit und Toleranz und das wiegt mehr als die vermeintlichen Kulturunterschiede, die bei genauer Betrachtung übrigens gar nicht so groß sind, wie sie gerne dargestellt werden.

3-Touristen

Auch Touristen möchte ich nicht auf ihren Geldbeutel reduzieren. Es sind immer noch Individuen und Familien die zu uns kommen und nicht nur Zahlesel. Ich möchte, dass sie sich als Gäste hier wohlfühlen und gerne wiederkommen. Aber es geht nicht um Massentourismus, sondern um Qualität. Das bedeutet Kultur- und Thementourismus, der den Gästen nachhaltig mehr anbietet, als ein wenig Straßenmusik und Gaukler auf der Marktstätte. Dazu gehört auch, dass sie vom Hafen oder Bahnhof kommend orientiert werden und daran hapert es immer wieder. Hier gibt es erheblichen Verbesserungsbedarf, den ich in einer kombinierten Stadtmarketingorganisation mit Tourismus, Wirtschaftsförderung und Standortmarketing aus einem Guss ansiedeln will.

4-Solaranlagenbauer

Sie repräsentieren einen wesentlichen, der Nachhaltigkeit verpflichteten Wirtschaftszweig in unserer Stadt. Ich will, dass Konstanz auch zukünftig Solarstadt bleibt und dafür gibt es sehr gute Ansätze. Insbesondere in der Forschung und Entwicklung haben wir mit den zwei Hochschulen erstklassige Standortbedingungen. Nun gilt es, sich auch im Land und beim Bund dafür einzusetzen, dass die deutsche Solarbranche weiterhin stabile Zukunftsaussichten bekommt. Gleichzeitig aber setze ich mich dafür ein, dass die Konstanzer Wirtschaftdurch Vielfalt und Diversität geprägt ist und nicht durch ein Branchenmonopol.

5- Papst

Der Papst ist als Oberhaupt der katholischen Kirche für viele Mitbürgerinnen und Mitbürger eine außerordentlich wichtige Persönlichkeit in ihrem ganz privaten Glaubensleben. Dies gilt es zu respektieren, denn dieser Respekt ist die Grundlage für eine Gesellschaft der Freiheit und Toleranz. Natürlich gilt dies im Gegenzug auch für diejenigen, die sich aus ganz persönlichen Gründen anders entscheiden.

In der Stadtgeschichte hatten Päpste auch schon mal eine wichtigere Rolle gespielt als heute, vor allem während des Konstanzer Konzils, als gleich drei von ihnen hier um das Vorrecht stritten der einzig wahre Papst zu sein. Bekanntermaßen wurde 1417 in einem Kaufhaus am See anders entschieden. Ohne dieses Weltereignis wären wir zweifellos um einen großen Teil unseres historischen Erbes ärmer geblieben.

6- Bodenseefelchen

Der Versuchung das symbolträchtige Tier ganz nach oben zu ranken, habe ich nurschwer widerstanden. Aber der Bodenseefelchen steht glücklicherweise nicht auf der Liste bedrohter Arten, dafür aber auf den Speisekarten der Region. Dies wiederum ist Wirtschaftsgrundlage vieler Zuchtanstalten rund um den Bodensee. Dass sich am Felchen Begriffe wie Gewässerschutz, Überfischung, Wirtschaftswandel und grenzüberschreitende Fischereiregeln festmachen, versteht sich von selbst, auch wenn diese hier auszuführen kein Raum ist.

7- Oberbürgermeister.

Ich würde nicht kandidieren, wenn ich das Amt des Oberbürgermeisters gering schätzen würde. Zu meinem Verständnis von Amtsführung gehört neben Fachkompetenz und Führungserfahrung aber auch die Qualität der Demut vor der großen Aufgabe. Und dazu gehört eben auch, sich nicht immer in die erste Reihe zu drängeln.

 

 

5. Wie Sie sicher im Stadtentwicklungsprogramm „Zukunft Konstanz 2020“ gelesenhaben (Gesamtdokument, S. 68) besteht die Idee eines Kreuzfahrtschiffes auf dem Bodensee. Zitat: „Einig sind sich die Experten auch darin, dass ein Kreuzfahrtschiff auf

dem Bodensee der Region nachhaltig Impulse verleihen würde.“

Würden Sie diese Idee unterstützen – gerade auch unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit?

Der Bodensee leidet sicher nicht an einem Mangel an Schiffahrt. Wo diese ausgeweitet werden soll, bedarf es einer sorgfältigen Prüfung der Wirtschaftlichkeit, vor allem aber auch der Umweltverträglichkeit.  Die Zurechnung eines Kreuzfahrtschiffes allein zur älteren Generation, wie dies im Gesamtdokument geschieht, finde ich zudem recht kurzsichtig und wenig charmant. Die Idee eines kombinierten Tagungs- und Kreuzfahrtschiffes finde ich dagegen interessanter.  Nachhaltigkeit heißt ja nicht, nur mit Senioren zu planen, sondern Generationen zusammenzuführen, anstatt sie zu dividieren. Wie auch immer man aber entscheidet, muss eins solches Schiff in seinen Dimensionen zum Bedarf,zur restlichen Schifffahrt und vor allem zur Landschaft passen.

6. Der Wert der Freiheit spielt auch in Konstanz eine große Rolle.

Diskussionen über das Glasverbot oder die Sperrstunde machen deutlich, dass zu Freiheit auch Verantwortung gehört. Was ist ihre persönliche Definition von „Freiheit“?

Freiheit bedeutet für mich die immer wiederkehrende konstruktive und inhaltliche Auseinandersetzung mit den Ansprüchen anderer. Sie bedeutet dann auch, dass ich ungezwungen und frei die Konsequenzen aus dieser Auseinandersetzung ziehen und diese frei und offen kommunizieren kann.  Dies geschieht natürlich im gegenseitigen Zugeständnis der gleichen Freiheitsrechte und im Rahmen jener Rechtsordnung, die in dem Verfahren entstanden ist, das sie nun beschützt – im freien Austausch von Ideen und Argumenten.

 

Hört sich doch ganz gut an. Bei meinem nächsten Blogpost wissen wir schon mehr, nämlich wer die Stichwahl erreicht. Ich bin gespannt und freue mich aufs Ergebnis, jetzt aber erstmal auf mein Bett und dann die Kanutour nach Schaffhausen 😉



OB-Kandidaten-Vorstellung: Mykola Neumann

Da gabs heute doch noch 2 Antworten im Postfach: Mykola Neumann und Uli Burchardt. Erstere kommt jetzt auch zuerst, letzterer in 2-3h noch, samt einem kleinen Ausblick.

Ich bin in Eile, deshalb schnell: Mykola Neumann ist Anwalt, wohnt seit seinem Jura-Studium in Konstanz, ist verheiratet und hat 2 Kinder. Weitere Infos hier: http://www.mykola-neumann.info/standpunkte.html

Kommen wir gleich zu den Antworten:

1. Zuerst eine technische Frage: wer finanziert eigentlich mit wessem
Geld Ihren Wahlkampf?

Niemand, ich zahle alles selbst. Das sind ziemlich genau 2.000 € (Twizy Mobil, Flyer- und Plakatdruck, Webspace).
Alles andere wird selbst gemacht (Fotos, Flyerlayout, Plakatlayout, Webseitenprogrammierung).

 

Immerhin 2000€ Eigenbudget.

 

2. Als Konstanzer OB haben sie auch mit Schweizern zu tun. Welche 3
Dinge schätzen Sie an unseren Nachbarn?

Politisch ihre direkte Demokratie und menschlich ihre Freundlichkeit.
Kulturell ihre Schokolade und die herrlichen Berge.

Auch endlich mal jemand, der die Berge liebt.

3. Viele Initiativen unterschiedlichster Art engagieren sich in Konstanz
- gerade auch von Studenten. Diese brauchen - gerade wenn sie mit
Kindern und Jugendlichen arbeiten - völlig zu Recht ein erweitertes
Führungszeugnis. Diese mit etwa 50€ nicht unerheblichen Kosten werden
momentan noch von der Stadt übernommen, was aber geändert werden soll.
Würden Sie sich dafür einsetzen, dass erweiterte Führungszeugnisse für
engagierte Menschen weiterhin kostenlos bleiben?
Wie ist generell ihre Haltung zum Thema Ehrenamt?

Die Kosten muss die Stadt weiter übernehmen. Wer ehrenamtlich arbeitet darf nicht auch noch dafür zahlen müssen.
Ich bin für eine Einrichtung einer Koordinationsstelle (wenigstens Halbtags) für ehrenamtliche Tätigkeit. Das würde auf Dauer sicher der Stadt mehr einsparen, als es kostet. Wir werden noch viel mehr Ehrenamt aufgrund der demographischen Entwicklung brauchen.

Ist er nicht der einzige.

 

4. Ordnen Sie die 7 folgenden Begriffe nach Ihrer subjektiv empfundenen
Bedeutsamkeit für Konstanz (Gleichheit nicht erlaubt!): Touristen,
Papst, Studenten, Schweizer, Bodenseefelchen, Solaranlagenbauer,
Oberbürgermeister.
Gerne auch mit Begründung!

 

Ordnen Sie die 7 folgenden Begriffe nach Ihrer subjektiv empfundenen Bedeutsamkeit für Konstanz (Gleichheit nicht erlaubt!):

1. Schweizer: bringen Geld und Leben in die Stadt, wichtig, sind unsere freundlichen Nachbarn
2. Touristen: bringen Geld und Leben in die Stadt, auch sehr wichtig, sind auch freundlich, aber regelmäßig nicht unsere Nachbarn
3. Studenten: Machen die Stadt jung und halten sie lebendig (war selber mal einer hier).
4. Solaranlagenbauer: Bringen hoffentlich noch lange Geld in die Stadtkasse. 
5. Bodenseefelchen: Mmmh,lecker, gibt´s bei uns am Bodensee. 
6. Papst: Hat für Millionen gläubige Katholiken eine zentrale Bedeutung, wohnt aber nicht in Konstanz.
7. Oberbürgermeister: Steht hier an letzter Stelle, ein guter Schluss ziert alles ;-)



5. Wie Sie sicher im Stadtentwicklungsprogramm "Zukunft Konstanz 2020"
gelesen haben (Gesamtdokument, S. 68)
besteht die Idee eines Kreuzfahrtschiffes auf dem Bodensee. Zitat:
"Einig sind sich die Experten auch darin, dass ein Kreuzfahrtschiff auf
dem Bodensee derRegion nachhaltig Impulse verleihen würde."
Würden Sie diese Idee unterstützen - gerade auch unter dem Aspekt der
Nachhaltigkeit?

Grundsätzlich ja. Jede Idee in dieser Richtung sollte gedacht werden. Attraktionen ziehen Gäste an. Ich frage mich nur, wie groß so ein Schiff sein muss oder darf, damit es ein Kreuzfahrtschiff ist, welchen Tiefgang es überhaupt haben darf. Und ich würde mir wünschen, dass die Attraktion darin besteht, dass es dicht mit Solarzellen bedeckt ist und Brennstoffzellen an Bord hat, also elektrisch fährt. (Klar doch, Solarzellen reichen da nicht,  aber es wäre ein Symbol und das Schiff müsste halt Ökostrom tanken.)

Das Nachhaltigkeitsdenken scheint „in“ zu sein.

6. Der Wert der Freiheit spielt auch in Konstanz eine große Rolle.
Diskussionen über das Glasverbot oder die Sperrstunde machen deutlich,
dass zu Freiheit auch Verantwortung gehört. Was ist ihre persönliche
Definition von "Freiheit"?

Nur die Gedanken sind wirklich frei, Freiheit ist für mich ein Gefühl, z.B. wenn ich auf einem hohen Berg sitze und bei Sonnenschein und klarer Luft über die Alpengipfel schaue, oder wenn ich hoch am Wind bei herrlichem Wetter am Ruder eines Segelboots stehe und genieße.

Doch folgende Zitate sind mir im Hinblick auf unsere Freiheit wichtig:

Artikel 2 Grundgesetz

(1) Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt.

(2) Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist unverletzlich. In diese Rechte darf nur auf Grund eines Gesetzes eingegriffen werden.

und

Die Fähigkeit, das Wort „Nein“ auszusprechen, ist der erste Schritt zur Freiheit.

(Nicolas Chamfort)

und da wäre

noch dieser Liedtext

Die Freiheit

Vor ein paar Tagen ging ich in den Zoo,
die Sonne schien, mir war ums Herz so froh.
Vor einem Käfig sah ich Leute stehn,
da ging ich hin, um mir das näher anzusehn.

„Nicht füttern“ stand auf einem großen Schild
und „bitte auch nicht reizen, da sehr wild!“
Erwachsene und Kinder schauten dumm,
und nur ein Wärter schaute grimmig und sehr stumm.

Ich fragte ihn: „wie heißt denn dieses Tier?“
„Das ist die Freiheit!“ sagte er zu mir,
„die gibt es jetzt so selten auf der Welt,
drum wird sie hier für wenig Geld zur Schau gestellt.“

Ich schaute und ich sagte: „Lieber Herr!
Ich seh ja nichts, der Käfig ist doch leer!“
„Das ist ja grade“, sagte er, „der Gag!
Man sperrt sie ein und augenblicklich ist sie weg!

Die Freiheit ist ein wundersames Tier
und manche Menschen haben Angst vor ihr.
Doch hinter Gitterstäben geht sie ein,
denn nur in Freiheit kann die Freiheit Freiheit sein.

G. Danzer / G. Danzer

Erst dachte ich: der typische Jurist. Jetzt denke ich: er ist auch ein Poet 😉

7. und zum Abschluss: Welchen ihrer OB-Kandidats-Konkurrenten würden Sie am ehesten wählen und warum?

Sehr schwierige Frage, weil jeder der Kandidaten etwas besonderes ist. Die menschliche / freundliche Art und / oder die beruflichen Fähigkeiten sind da zu nennen. Oder die Art sich zu präsentieren. Ich würde wohl Benno Buchczyk als Pirat wählen, weil er ein sehr guter Redner ist und die Bürgerbeteiligung und Transparenz in seiner Partei ganz oben steht, und er als Verwaltungswissenschaftler gute fachliche Grundlagen mitbringt.

Die beiden kennen sich ja auch durch Stammtische der Piratenpartei.

Dort habe ich auch mal mit Mykola Neumann geredet. Er ist ein sympathischer Kandidat, dem ich aber nicht meine Stimme gegeben habe. Die Konkurrenz ist einfach zu groß 😉

Dabei will ich es auch belassen: bis später, mit Uli Burchardt…

Nachtrag: Antworten von Roman Urban

Roman Urban hat mir doch noch geantwortet. Ich lass es mal unkommentiert und wünsche viel Vergnügen!

 

Lieber Christoph,

gerade entdecke ich deine Anfrage auf meinem Blog.
Hier die Antworten:
1. Zuerst eine technische Frage: wer finanziert eigentlich mit wessem
Geld Ihren Wahlkampf?
Ich selbst aus eigener Tasche

 

2. Als Konstanzer OB haben sie auch mit Schweizern zu tun. Welche 3
Dinge schätzen Sie an unseren Nachbarn?
– Ein gleichschenkliges Kreuz auf der Fahne. (Gehört auch auf unsere Kirchen)
– Hoher Grad an demokratischer Mitbestimmung
– Mehr Wahrheitsbewegung als in Deutschland wie zum Beispiel die Anti-zensur-konferenz

 

3. Viele Initiativen unterschiedlichster Art engagieren sich in Konstanz
– gerade auch von Studenten. Diese brauchen – gerade wenn sie mit
Kindern und Jugendlichen arbeiten – völlig zu Recht ein erweitertes
Führungszeugnis. Diese mit etwa 50€ nicht unerheblichen Kosten werden
momentan noch von der Stadt übernommen, was aber geändert werden soll.
Würden Sie sich dafür einsetzen, dass erweiterte Führungszeugnisse für
engagierte Menschen weiterhin kostenlos bleiben?

– Würde ich unterstützen. Das Bedienungslose Grundeinkommen wird dabei sicherlich auch helfen.
Wie ist generell ihre Haltung zum Thema Ehrenamt?
Nach der Einführung des Bedienungslosen Grundeinkommen wird es mindestens 10 Mal mehr ehrenamtliche Helfer geben. Dadurch bekommen wir eine richtige solidarische Gesellschaft.

 

4. Ordnen Sie die 7 folgenden Begriffe nach Ihrer subjektiv empfundenen
Bedeutsamkeit für Konstanz (Gleichheit nicht erlaubt!):

Studenten (in Zukunft sechs Semester in einem nach Schetinin Methode, siehe http://www.1hal.de)
Touristen (lernen unsere Methoden für ein glückliches Leben)
Schweizer (gute Nachbarn, werden unsere Methoden als erstes übernehmen)
Bodenseefelchen (werden sich vermehren, da es mehr Vegetarier geben wird)
Oberbürgermeister (kennt eine Methode für glückliche Menschen)
Solaranlagenbauer (besser sind freie Energien, da Wetter unabhängig)
Papst (Marionette der reichsten Organisation der Welt)

 

5. Wie Sie sicher im Stadtentwicklungsprogramm „Zukunft Konstanz 2020“
gelesen haben (Gesamtdokument, S. 68)
besteht die Idee eines Kreuzfahrtschiffes auf dem Bodensee. Zitat:
„Einig sind sich die Experten auch darin, dass ein Kreuzfahrtschiff auf
dem Bodensee der Region nachhaltig Impulse verleihen würde.“
Würden Sie diese Idee unterstützen – gerade auch unter dem Aspekt der
Nachhaltigkeit?

– Nein, große Schiffe belasten die Ruhe der kleinen Hobby und Fischerei Schifffahrt. Ein Kreuzfahrtschiff würde auch durch die Musik die Nachtruhe der Bewohner stören.

 

6. Der Wert der Freiheit spielt auch in Konstanz eine große Rolle.
Diskussionen über das Glasverbot oder die Sperrstunde machen deutlich,
dass zu Freiheit auch Verantwortung gehört. Was ist ihre persönliche
Definition von „Freiheit“?

Freiheit bedeutet 1 Hektar Land für jede Familie auf dem Land zur freien Verfügung, Bedienungsloses Grundeinkommen für jeden Bürger in der Stadt, regionale, zinsfreie, staatliche Währung und Steuerbefreiung für alle Menschen. Glaubensfreiheit liegt vor, wenn ich durch meinen Glauben anderen ihre Freiheit, Meinung und Leben lasse. (Kirchenglocken stören die Freiheit und Ruhe von Nichtchristen)

 

7. und zum Abschluss: Welchen ihrer OB-Kandidats-Konkurrenten würden
Sie am ehesten wählen und warum?
Ich würde alle Wählen da ich in jedem Menschen das Gute sehe, auch wenn ich damit meinen Wahlzettel ungültig mache. Dankeschön und Alles Liebe.

Alles Liebe dir lieber Christoph,
dein Roman
http://www.1hal.de

OB-Kandidaten-Vorstellung: Sylvia Großmann

Deutschland hat verloren, doch die Traurigkeit hält sich in Grenzen. So richtige EM-Stimmung kam ohnehin bei mir wenig auf.

Widmen wir uns nun der Kandidatin Sylvia Großmann, der aktuell letzten Person, die mir meine Fragen beantwortet hat. Von Uli Burchardt ist nichts zu hören – dem nimmt der Sükurier ja auch seine Arbeit ab…

Apropros Fragen: die kann man sich leider nicht patentieren lassen, weshalb einige andere auch auf den Zug aufgesprungen sind, wobei doch durchaus interessante Antworten herauskamen.

http://www.see-online.info/category/obwahlkn2012/ ist auf die 5 chancenreichsten Kandidaten beschränkt.Sehr fair…

Deutlicheren Mehrwert hat da die Website der Bewegung „Occupy Konstanz“, die doch recht kontrovers diskutierte Themen wie „Bedingungsloses Grundeinkommen“ und einiges anderes abfragen. Die bisherigen Antworten, unter anderem von Roman Urban,  findet man hier: http://www.occupykonstanz.de/

Auch Frau Großmann hat dort schon geantwortet. Die 53-jährige studierte Politik- und Verwaltungswissenschaftlerin  ist derzeit Besitzerin eines Geschäfts in den Konstanzer Innenstadt, hat in ihrem Leben aber schon viel anderes gesehen. Vor allem engagierte sie sich als Unternehmensberaterin und  im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit in Südamerika, ehe sie Konstanz wieder  für sich entdeckte, wo sie seit Jahren nun auch Stadtführerin ist. Sie kennt sich also aus! Weitere Infos hier: http://www.sylvia-grossmann.de/index.html

Kommen wir auch gleich zu ihren Antworten – die schlechte bzw. andere Formatierung bitte ich zu entschuldigen, irgenwas klappt heute nicht, wie es sollte.

1. Zuerst eine technische Frage: wer finanziert eigentlich 
mit wessem Geld Ihren Wahlkampf? 
Ich selbst mit meinem Geld. Wes Brot ich ess, des Lied ich sing.
Ich will keine Verpflichtungen eingehen, aus denen die Geldgeber 
nachher Forderungen an mich bzw. mein Amt ableiten.

Konsequent und eigentlich auch richtig:
Erfolg hat man damit jedoch kaum.

2. Als Konstanzer OB haben sie auch mit Schweizern zu tun. 
Welche 3 Dinge schätzen Sie an unseren Nachbarn? 
Die direkte Demokratie, 
das Sich-Behaupten-können im EU-Raum und 
den Unwillen, Hochdeutsch zu sprechen.

Gefällt mir auch gut. 
3. Viele Initiativen unterschiedlichster Art engagieren sich 
in Konstanz - gerade auch von Studenten. Diese brauchen - 
gerade wenn sie mit Kindern und Jugendlichen arbeiten - 
völlig zu Recht ein erweitertes Führungszeugnis. 
Diese mit etwa 50€ nicht unerheblichen Kosten werden momentan 
noch von der Stadt übernommen, was aber geändert werden soll. 
Würden Sie sich dafür einsetzen, dass erweiterte 
Führungszeugnisse für engagierte Menschen weiterhin kostenlos 
bleiben? 
Selbstverständlich. Freiwilliges Engagement 
finanziell zu bestrafen, 
ist nicht akzeptabel.

 Wie ist generell ihre Haltung zum Thema Ehrenamt? 
Die Stadt sollte wenigstens eine Halbtagsstelle für das 
Bürgerschaftliche Engagement einrichten.
Dies hat der Gemeinderat bisher leider verhindert.

Der Gemeinderat verhindert noch ganz andere Dinge. 
Bleibt zu wünschen, dass die Piraten und vor allem mal Studenten
jeglicher Couleur ihn aufmischen.

4. Ordnen Sie die 7 folgenden Begriffe nach Ihrer subjektiv 
empfundenen Bedeutsamkeit für Konstanz (Gleichheit nicht erlaubt!):
1. Touristen:
 bringen Devisen und tragen die Bedeutung der Stadt in die Welt
2. Schweizer: bringen ebenfalls Devisen, sind aber sehr sparsam 
(eben Schwaben)
3. Studenten: beleben die Stadt und tragen ihre Bedeutung in die 
(wissenschaftliche) Welt 
4. Solaranlagenbauer: gehen nach China
5. Bodenseefelchen: kommen aus Japan
6. Oberbürgermeister: kommt hoffentlich aus Konstanz
7. der Staub unter meinem Bett: seit gestern Geschichte!
8. das Unkraut auf den Bahngleisen: juckt niemanden
9. Papst: wer oder was ist das, und wenn ja: welcher?

Nach Unkraut und Staub hatte ich nicht gefragt: aber jetzt sind 
wir alle schlauer. Ansonsten eine doch sehr treffende Analyse: 
wusste garnicht, dass die "Bodenseefelchen" nicht frisch gefangen
 sind, sondern tatsächlich aus Japan stammen sollen. Meine kurze 
Recherche findet aber nichts drüber: für mich bleiben 
Bodenseefelchen also Bodenseefische. Solaranlangenbauer nach 
China hat sie aber gut erkannt. Als Stadtführerin misst sie den 
Touristen die größte Bedeutung zu, den Papst scheint sie nicht so
 zu mögen. 

5. Wie Sie sicher im Stadtentwicklungsprogramm "Zukunft Konstanz 
2020" gelesen haben (Gesamtdokument, S. 68) besteht die Idee 
eines Kreuzfahrtschiffes auf dem Bodensee. Zitat: 
"Einig sind sich die Experten auch darin, dass ein 
Kreuzfahrtschiff auf dem Bodensee der Region nachhaltig Impulse 
verleihen würde." Würden Sie diese Idee unterstützen - 
gerade auch unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit? 
Das war ursprünglich und schon vor Jahren meine Idee...
Aber bitte nicht mit Dieselmotor, sondern mit Solarantrieb.

Ist das so? Dann glauben wir ihr das mal. 

6. Der Wert der Freiheit spielt auch in Konstanz eine große 
Rolle. Diskussionen über das Glasverbot oder die Sperrstunde 
machen deutlich, dass zu Freiheit auch Verantwortung gehört. 
Was ist ihre persönliche Definition von "Freiheit"? 
Die Freiheit jedes einzelnen hört immer da auf, wo die des 
anderen anfängt. 
Auch kategorischer Imperativ genannt.

Frei nach Kant. Warum nicht. Trifft meinen Geschmack.  

7. und zum Abschluss: Welchen ihrer OB-Kandidats-Konkurrenten 
würden Sie am ehesten wählen und warum?
Nicht wählen würde ich Sabine Reiser und noch ein, zwei andere. 
Sonst könnte ich mir jede/n im Amt vorstellen. 
Man wächst mit seinen Aufgaben,
das gilt für das Amt der Bundeskanzlerin (siehe Angela von vor 10 Jahren)
und muss auch für die/den Konstanzer OB gelten.

Wer sind die ein zwei anderen? Ich habe da so eine Vermutung... 

Blöe Formatierung, die sich nicht ändern lässt. Frau Großmann ist 
abzunehmen, sich für die Belange der Konstanzer einzusetzen, 
teilt im Wahlkampf aber auch  gern mal aus. 
Wir dürfen gespannt sein, wieviel Prozente sie bekommt.

Morgen folgt nochmals eine kurze Vorstellung der übrigen Kandidaten und
ein Ausblick auf Sonntag. 
Ich mach jetzt Schluss, weil mich diese Formatierung voll frustriert 
und jeder Änderungsversuch nicht klappen möchte...

OB-Kandidaten-Vorstellung: Sven Zylla

Ich hätte es nicht gedacht, aber auch die OB-Kandidaten sind Nachtmenschen. So kam eben noch eine Mail von Sven Zylla hereingeflattert, der um Entschuldigung für die späte Antwort bittet. Sei ihm gewährt – die „unsichtbare Hand“ regelt den Beantwortungsprozess nämlich richtig gut. Thomas Linz hat mir in einer Mail angekündigt, nach der morgigen „letzten“ Podiumsdiskussion eine Antwort auf Frage 7 zu wissen und mir dann alles zu schicken.

Wie dem auch sei: heute beschäftigen wir uns mit Herrn Zylla.

Er stammt ursprünglich aus dem hohen Norden (Hamburg), wohin es ihn im Rahmen seiner beruflichen Tätigkeit (Verwaltung in Schleswig Holstein; Regierungsdirektor in Mecklenburg-Vorpommern) auch lange Zeit wieder verschlagen hat. Aufgewachsen ist er jedoch unweit in Gailingen am Hochrhein und studierte meinen Vorgängerstudiengang Diplom-Verwaltungswissenschaften, was ihn zweifellos als OB qualifiziert. Er ist SPD-Parteimitglied und setzt sich nicht nur als Referent der Friedrich-Ebert-Stiftung für Juden in Deutschland ein. Weitere Infos wie immer hier:

http://sven-zylla.de/?page_id=160

https://twitter.com/#!/SvenZylla

Über sein Wahlprogramm lasse ich wie immer nicht aus, sondern widme mich gleich seinen recht ausführlichen Antworten:

1.

Das Wahlkampfbudget setzt sich etwa je hälftig aus Zuschüssen der SPD und aus Spenden zusammen. Die SPD hat in den vergangenen Jahren aus den Mitgliedsbeiträgen Rücklagen für die Unterstützung des OB-Wahlkampfes gebildet.

Etwas vage, da keine Zahlen. Sven Zylla ist SPD-Kandidat und sollte auch als solcher verstanden werden. Einer der wenigen Partei-Kandidaten, die sich auch dazu bekennen und nicht um jeden Preis meinen „unabhängig“ zu sein.

2.

Als Gemeinderat in Gailingen habe ich viel mit den Vertretern in unserer Schweizer Nachbargemeinde Dissenhofen zu tun gehabt. Mir gefällt an unseren Nachbarn, dass die persönliche Ebene sehr wichtig ist, also aus guter Zusammenarbeit auch schnell Freundschaften entstehen und dann Kontroversen auch leichter ausgetragen werden können. Ich schätze sowohl die demokratische und die pazifistische Tradition der Schweiz, manchmal auch ihren eigenwilligen Trotz.

Sven Zylla ist Pazifist. Die SPD bekanntlich ja nicht. Macht ihn sympathisch. Die Wertschätzung demokratischer Tradition und sogar des Trotzes auch.

3.

Vieles, was ich heute kann und bin, verdanke ich dem Ehrenamt. Ich war zwei Jahrzehnte in der DLRG-Jugend von der Orts- bis zur Bundesebene aktiv. Wir haben mit den Rettungsdiensten und der Jugendarbeit einen wichtigen Beitrag geleistet, aber ich habe persönlich auch viel gelernt und mitgenommen: Freundschaften, gemeinsames Erleben und Kämpfen für die gemeinsamen Ziele, Auftritte vor 1.500 Menschen – das prägt und hilft.

Zu der konkreten Frage nach dem Führungszeugnis: Die Förderung der Jugendarbeit sollte die Kosten für Führungszeugnisse, die in einem Verein anfallen, mit abdecken.

Meine Worte. Kann ich alles voll unterschreiben!

4.

Solaranlagenbauer – die breite Aufstellung der Konstanzer Wirtschaft ist ihre Stärke, dafür steht auch der Handwerker, der Solaranlagen auf das Dach bringt.

Oberbürgermeister – Alle – jung und alt, Menschen mit und ohne Behinderung, Alteingesessene und neu Dazugezogene, arm und reich – alle haben ein Recht darauf, sich in Konstanz wohlzufühlen. Als Oberbürgermeister werde ich mich dafür einsetzen, dass sie alle zu diesem Recht kommen. Als Kopf der Verwaltung und Mitglied des Gemeinderates kann ich meine langjährige Erfahrung an der Schnittstelle von Politik und Verwaltung hierfür einsetzen.

Studenten – Die Hochschulen prägen die Stadt kulturell und wirtschaftlich und sind ein Pfund, mit dem wir weiter wuchern sollten.

Touristen – ein weiteres wichtiges Standbein der Wirtschaft in der Bodenseeregion, nur mit einer gemeinsamen Vermarktung der Region können wir weiter gewinnen.

Schweizer – Die Zusammenarbeit mit allen unseren Nachbarn, auch denen in der Schweiz, ist auf allen Politikfeldern wichtig, wie man zum Beispiel auch an dem grenzüberschreitenden Programm des Theaters in der kommenden Spielzeit sieht. Ich habe mich bereits mit Stadtammann Netzle getroffen, genauso wie mit den auf deutscher Seite benachbarten Städten und Gemeinden Kontakt aufgenommen. Die Basis für gute Nachbarschaft ist der regelmäßige persönliche Kontakt.

Papst – Für einige Konstanzerinnen und Konstanzer mit Sicherheit am Wichtigsten. Für evangelische Christen wie mich, für Muslime wie meine Frau, für Atheisten, Juden, Hindus, Buddhisten und Menschen mit anderen religiösen und weltanschaulichen Überzeugungen spielt der Papst im Gegensatz zum Martinstag 1417 nur noch eine untergeordnete Rolle, wenn es um das tägliche Leben in Konstanz geht.

Bodenseefelchen – Konstanz ist nicht nur Hochschulstandort mit Blick in die weite Welt, sondern wegen seiner Bodenständigkeit sehr liebenswürdig. Stadt und Region haben viele kulinarische Köstlichkeiten zu bieten, Bodenseefelchen gehören mit dazu.

Die Frage scheint echt gut zu sein, da die Antworten allesamt differieren. Sven Zylla gibt sich mit der Wertschätzung der Solaranlagenbauer einen grüneren Anstrich als Frau Seeliger, gleichwohl ich die Sicht einer breiten Aufstellung der Konstanzer Wirtschaft nicht teilen würde. Auch dem Oberbürgermeister kommt eine herausragende Stellung zu bei ihm: er ist halt Verwaltungsprofi und weiß um seine potenzielle zukünftige Bedeutung! Studenten, Touristen und Schweizer folgen, der Papst ist für ihn nicht, gleichwohl aber sicher für andere wichtig, wie er betont. Bodenseefelchen als Sinnbild für die Konstanzer Bodenständigkeit trotz universitäter Internationalität  ist auch eine nette Metapher.

5.

Als langjähriger Bürger der Hafenstadt Kiel denke ich bei Kreuzfahrtschiffen zunächst an Dimensionen, die ich mir auf dem Bodensee nicht vorstellen kann…

Endlich mal jemand, der die Frage so beantwortet, wie ich es wollte. Die Kieler Kreuzfahrtschiffe wären tatsächlich etwas überdimensioniert.

6.

Freiheit ist ein zentraler Grundwert, denn ohne Freiheit kann der Mensch sich nicht entfalten, das heißt als Bürgerin und Bürger aktiv in der Gesellschaft teilhaben und demokratisch mitbestimmen. Das wissen insbesondere diejenigen, die in undemokratischen Staaten gelebt haben. Und für mich gilt auch der Grundsatz, die eigene Freiheit so zu nutzen, dass sie nicht die Freiheit der anderen unangemessen einschränkt. Die Freiheit der Berufswahl beispielsweise ist erst dann erreicht, wenn die Herkunft eines Kindes nicht mehr darüber entscheiden, ob es in der Schule und darüberhinaus Erfolg hat.

Zum Glasverbot ist zu sagen, dass die Verantwortungslosigkeit von ganz wenigen nicht die Einschränkung der Freiheit aller rechtfertigt, wenn andere Wege offen stehen. Die sehe ich in dem Engagement der Nachtwanderer, im Dialog zwischen Jugendlichen und Anwohnern, und letztlich auch in der konsequenten Durchsetzung der bereits ohne Glasverbot geltenden Regeln.

Für einen SPD-Mann gefällt mir diese ausführlichere Definition von Freiheit mit leichter Einschränkung durch den letzten Satz des ersten Absatzes doch sehr gut.

7.

Andreas Kaltenbach. Er ist derjenige meiner Mitbewerberinnen und Mitbewerber, der das Soziale Miteinander in der Stadt ebenfalls besonders hervorhebt.

Klare Worte von Sven Zylla. Andreas Kaltenbach ist, übrigens ja schon mehrfach von anderen Kandidaten genannt, sicher keine verkehrte Wahl!

Sven Zylla, den ich als SPDler eigentlich erst kategorisch ausschloss, jedoch auch nicht. Seine Antworten klingen intelligent und sympathisch, seine Vita und Taten sprechen für ihn und er kam auch bei der Podiumsdiskussion gut für mich rüber. Ein weiterer Anwärter für meine Stimme also – bald muss ich mich schon entscheiden, so schwierig hatte ich es aber noch nie.

Morgen geht es dann wohl weiter mit dem studentischen Kandidaten Thomas Linz.

OB-Kandidaten-Vorstellung: Benno Buchczyk

Heute stelle ich Benno Buchczyk und seine Antworten auf meine Fragen nochmals vor: leider habe ich von den anderen Kandidaten bisher noch keine Rückmeldung bekommen – ich hoffe also, da passiert noch was…

Benno Buchcyzk, 41 Jahre alt, wurde in Schlesien geboren, seine Familie floh 1971 nach Deutschland und er wuchs in verschiedensten Städten in Baden-Würtemmberg auf, absolvierte nach dem A bitur Zivildienst in den Neckartalwerkstätten der Caritas Stuttgart und zog dann zum Verwaltungswissenschaften-Studium nach Konstanz. Momentan arbeitet er bei einem Finanzdienstleister in Singen. Weitere Informationen wie immer z.B hier:

http://www.oderbenno.de

https://twitter.com/oderBenno/status/

https://www.facebook.com/oderbenno

 

Benno Buchczyk ist Mitglied der Piratenpartei und war zur Zeit meines Eintrittes dort Vorsitzender. Ich erlebte ihn als engagiert, Neuen gegenüber aufgeschlossen und um sachliche Diskussionen unter Einbindung aller Beteiligten bemüht. Kurzum Fähigkeiten, die auch einen Oberbürgermeister meiner Meinung nach auszeichnen. In letzter Zeit zog er sich, wie ich, auch bedingt durch seinen Umzug nach Singen etwas zurück, wird aber mit 56% Zustimmung der Mitglieder von der Piratenpartei Konstanz bei seiner Kandidatur unterstützt. Benno Buchczyk vertritt meinem Empfinden nach stark Ideale der Piratenpartei wie Partizipation und Transparenz, ist andererseits aber eher bürgerlich-liberal und setzt auf Leistung statt Bevormundung.

Ein neutraleres Bild mögen freilich seine Antworten auf meine Fragen liefern:

1. Zuerst eine technische Frage: wer finanziert eigentlich mit wessem
Geld Ihren Wahlkampf?

Ich mit meinem.
Kurz und knackig. Sein Budget ist nicht gerade hoch, weshalb ihm das abzunehmen ist.

2. Als Konstanzer OB haben sie auch mit Schweizern zu tun. Welche 3
Dinge schätzen Sie an unseren Nachbarn?

Ich gehe davon aus, dass es nicht DEN Schweizer gibt.
Mein Freund, den ich seit mehr als 20 Jahren kenne, ist Schweizer.
Ich schätze ihn so, dass die Nationalität keine Rolle spielt.
Der erste, der er sagt. Nein, es gibt nicht DEN „Schweizer“ – das denke auch ich nicht. Antworten hätte ich trotzdem gut gefunden.

3. Viele Initiativen unterschiedlichster Art engagieren sich in Konstanz
– gerade auch von Studenten. Diese brauchen – gerade wenn sie mit
Kindern und Jugendlichen arbeiten – völlig zu Recht ein erweitertes
Führungszeugnis. Diese mit etwa 50€ nicht unerheblichen Kosten werden
momentan noch von der Stadt übernommen, was aber geändert werden soll.
Würden Sie sich dafür einsetzen, dass erweiterte Führungszeugnisse für
engagierte Menschen weiterhin kostenlos bleiben?
Wie ist generell ihre Haltung zum Thema Ehrenamt?

Zum erweiterten Führungszeugnis: nach meinen Recherchen betragen die Kosten in Konstanz 13,00€. Diese Summe halte ich für vertretbar.
Generell Ehrenamt: ehrenamtliche Arbeit, bürgerschaftliches Engagement sind eine wichtige Säule unserer Gesellschaft. Dieses Engagement muss vom Staat gefördert werden. Allerdings dürfen staatliche Aufgaben nicht auf ehrenamtliche Tätigkeiten abgeschoben werden.
Auf die momentane Situation mag dies zutreffen. Danach habe ich aber nicht gefragt. Letzten Satz finde ich eher befremlich, da genau das doch im Augenblick und schon seit Jahren passiert. Was allerdings garnicht so schlimm, da meilenweit effektiver ist…

4. Ordnen Sie die 7 folgenden Begriffe nach Ihrer subjektiv empfundenen
Bedeutsamkeit für Konstanz (Gleichheit nicht erlaubt!): Touristen,
Papst, Studenten, Schweizer, Bodenseefelchen, Solaranlagenbauer,
Oberbürgermeister.
Gerne auch mit Begründung!

spontan und ohne Begründung:
Studenten
Bodenseefelchen
Oberbürgermeister
Schweizer
Touristen
Solaranlagenbauer
Papst
Bodenseefelchen an zweiter Stelle: ist das auch biologischer Sachverstand (vgl. Sabine Seeliger) oder nur Lust am kulinarisch zweifelhaften Genuss? Auch als Oberbürgermeister schätzt er sich für einen Piraten ungewöhnlich stark ein. Eine Begründung hätte mich da interessiert. Das Touristen so schlecht wegkommen, mag sie verägern, aber sie wählen ja eh nicht. Der Papst bildet, hinter der Solarbranche, mal wieder wie üblich das Schlusslicht. Schade, dass kein Hardcore-Katholik kandidiert…

5. Wie Sie sicher im Stadtentwicklungsprogramm „Zukunft Konstanz 2020“
gelesen haben (Gesamtdokument, S. 68)
besteht die Idee eines Kreuzfahrtschiffes auf dem Bodensee. Zitat:
„Einig sind sich die Experten auch darin, dass ein Kreuzfahrtschiff auf
dem Bodensee der Region nachhaltig Impulse verleihen würde.“
Würden Sie diese Idee unterstützen – gerade auch unter dem Aspekt der
Nachhaltigkeit?

Ich habe diese Stelle nicht gefunden.
Ein Kreuzfahrtschiff auf dem Bodensee? Nun ja, die Sonnenkönigin fand ich schon zu überdimensioniert.
Falsches Dokument genommen, dabei war ich doch eigentlich recht präzise. Aber die Überdimensioniertheit, die die Landschaft verschandelt, spricht er immerhin an.

6. Der Wert der Freiheit spielt auch in Konstanz eine große Rolle.
Diskussionen über das Glasverbot oder die Sperrstunde machen deutlich,
dass zu Freiheit auch Verantwortung gehört. Was ist ihre persönliche
Definition von „Freiheit“?

Selbst Entscheidungen zu treffen.
Eine interessante Definition von Freiheit, nahe an der der Piratenpartei. Wie deren Programm aber nur sehr vage…

7. und zum Abschluss:  Welchen ihrer OB-Kandidats-Konkurrenten würden
Sie am ehesten wählen und warum?

Ich schätze das Wahlgeheimnis.
Ein echter Demokrat! Ich schätze aber, er würde am ehesten Uli Burchardt wählen, auch wenn man meinen mag, dass Piraten und das bürgerliche Lager nicht so recht zueinander passen. In Konstanz verschwimmen da aber ohnehin die Grenzen.
Jetzt widme ich mich lieber meinen Essay mit Abgabeschluss am Montag und rate Euch, sich mal wieder das Wahlprogramm anzuschauen, das Benno Buchczyk meiner Meinung nach glaubwürdug verkörpert und auch umsetzen kann. Er ist neben Uli Burchardt und Andreas Kaltenbach jedenfalls in meiner engeren Wahl – entschieden ist jedoch noch nichts.

 

OB-Kandidaten-Vorstellung: Sabine Reiser

Heute möchte ich mit der Vorstellung der Oberbürgermeister-Kandidaten für Konstanz anfangen: vorgestellte OB-Kandidatin Nr. 1 ist Sabine Reiser, deren Konterfei auf massig Plakaten quer durch ganz Konstanz zu bewundern ist.

Nähere Informationen zur Kandidatin gibt es hier:

http://www.sabine-reiser-fuer-konstanz.de/

https://www.facebook.com/sabine.reiser.fuer.konstanz

https://twitter.com/sabinereiser

Deshalb möchte ich auch garnicht groß auf ihr Leben eingehen, sondern mich gleich ihren Antworten auf meine Fragen widmen. Tatsache ist jedoch, dass Frau Reiser einen hochprofessionellen Wahlkampf betreibt und daher gute Chancen hat, in die Stichwahl zu kommen, obwohl sie als unabhängig antretendes CDU-Mitglied von ihrer Partei nicht unterstützt wird (diese unterstützen vorwiegend Uli Burchardt).

Tatsache ist auch, dass Frau Reiser mit ihrer juristischen Aubildung und in ihrer Position als Referatsleiterin im Regierungspräsidium Stuttgart zweiffelos die für einen Oberbürgermeister nötigen Kompetenzen mitbringt – gleichwohl ich behaupten mag, dass dafür nicht unbedingt Verwaltungskenntnisse nötig sind. Als Referatsleiterin schwerpunktmässig beschäftigt mit Städtebauförderung und Ausbau betrieblicher und touristischer Infrastruktur hat sie sogar Erfahrung in einem für Konstanz sicher zentralen Feld.

Ihr Wahlprogramm werde ich wie bei den anderen Kandidaten auch grundsätzlich nicht kommentieren: da soll sich jeder seine eigene Meinung bilden. Allerdings fordern die meisten Leute doch sehr ähnliches, reden von Partizipation, Transparenz und Nachhaltigkeit. Deshalb ist für mich ein zentraler Aspekt die Glaubwürdigkeit der Kandidaten. Wie glaubwürdig Sabine Reiser im Fall einer Amtsübernahme als  Oberbürgermeisterin zu werden scheint, kann man dann mit den 7 Fragen überprüfen, die sie mir, übrigens als erste, beantwortet hat. Ob sie dies persönlich oder ihr Team getan hat, kann ich nicht verifizieren und mag daher auch keine falschen Behauptungen aufstellen. Hier jedoch jetzt chronologisch die Fragen samt kurzen Kommentar meinerseits.

1. Zuerst eine technische Frage: wer finanziert eigentlich mit wessem Geld Ihren Wahlkampf?
Ich rechne mit Wahlkampfkosten in Höhe von rund 60.000 Euro. Das wäre etwa ein Euro pro Wahlberechtigtem, manche sagen auch, es sei ein Euro pro Einwohner nötig. Zumindest sind das Erfahrungswerte anderer. Bisher habe ich 10.000 Euro selbst eingebracht. Da ich von keiner Partei nominiert bin und als unabhängige Bewerberin antrete, erhalte ich auch keine finanzielle Unterstützung von einer Partei. Ich hoffe auf viele private Spenden.

Die 10000€ Eigenkapital nimmt man ihr ohne Weiteres ab. Der höhere öffentliche Dienst ist ja schließlich doch eine wahre Goldgrube. Allerdings fehlt in ihrer Rechnung die Information, woher die weiteren 50000€ stammen bzw. noch stammen werden. Nur aus Privatspenden kann ich mir schwerlich vorstellen; und selbst die sollten ab einem gewissen Beitrag transparent sein.

2.      Als Konstanzer OB haben sie auch mit Schweizern zu tun. Welche 3 Dinge schätzen Sie an unseren Nachbarn?

Ihre Freundlichkeit, ihre Kaufkraft und die Schweizer Schokolade

Schweizer sind freundlich. Das kann ich bestätigen! Noch freundlicher, wenn man nicht wie Steinbrück die Kavallerie auf sie hetzen möchte und ihr Bankgeheimnis angreift. Das wurde leider garnicht angesprochen. Kaufkraft haben sie natürlich auch, wer wochenends in Konstanz unterwegs ist hat dies sicher schon gemerkt. Die Vorliebe für Schweizer Schokolade teilt sie mit mir – ein richtiger Sympathiepunkt!

3. Viele Initiativen unterschiedlichster Art engagieren sich in Konstanz – gerade auch von Studenten. Diese brauchen – gerade wenn sie mit Kindern und Jugendlichen arbeiten – völlig zu Recht ein erweitertes Führungszeugnis. Diese mit etwa 50€ nicht unerheblichen Kosten werden momentan noch von der Stadt übernommen, was aber geändert werden soll. Würden Sie sich dafür einsetzen, dass erweiterte Führungszeugnisse für engagierte Menschen weiterhin kostenlos bleiben?

Wie ist generell ihre Haltung zum Thema Ehrenamt?

Wir leben in einer Bürgergesellschaft. Der Staat könnte die Arbeit ehrenamtlich Engagierter niemals aus Steuergeld bezahlen. Ehrenamtlich Arbeitende leisten gesellschaftlich unverzichtbare Arbeit, bringen sich mit ihrer Freizeit ein und investieren oft auch noch eigenes Geld. Das Mindeste, was ihnen die Stadt zurückgeben kann, ist außer der Anerkennung die Freistellung von Gebühren für ein  erweitertes Führungszeugnis. Das käme Vereinen wie „Rock Your Life“ genauso zugute wie den vielen Sportvereinen, die Jugendarbeit leisten. Jeden Euro, den die Stadt in ehrenamtliche Arbeit investiert, bekommt sie mehrfach wieder zurück.

Wo sie „Rock your Life“ erwähnt, muss sie wohl ein bisschen auf meinem Blog gestöbert haben. Tatsächlich hatte ich angeregt, ein wenig Lobbying zu betreiben, das hat sich scheinbar gelohnt. Sehe ich sonst auch eigentlich genauso wie sie.

4. Ordnen Sie die 7 folgenden Begriffe nach Ihrer subjektiv empfundenen Bedeutsamkeit für Konstanz (Gleichheit nicht erlaubt!): Touristen, Papst, Studenten, Schweizer, Bodenseefelchen, Solaranlagenbauer, Oberbürgermeister.

Gerne auch mit Begründung!

Studenten (mutmaßlich Hauptzielgruppe des Blogbeitrags)

Touristen

Schweizer

Solaranlagenbauer

Oberbürgermeister

Papst

Bodenseefelchen

Meine fiese Frage wurde bisher höchst unterschiedlich beantwortet: wie angekündigt publiziere ich die Antworten ungekürzt. Wir sehen also, gewisse opportunistische Tendenzen. Wenn es natürlich tatsächlich so ist, so ist das umso besser. Dass sie Touristen den Schweizern vorzieht ist nachvollziehbar und sinnvoll. Erstere werden nicht fernbleiben, wenn der Schweizer Franken abwertet und die Mehrwertsteuerrückerstattung fällt. Momentan sind die einkaufenden Schweizer natürlich trotzdem der Motor für Konstanz‘ Wirtschaft, mehr jedenfalls als die Solaranlagenbauer, die momentan ja massiv zu kämpfen haben. Etwas Diversifizierung würde der Konstanzer Wirtschaft gut tun. Dass Frau Reiser sich selbst bedeutsamer als den Papst empfindet, ist für eine CDU-Frau ja beinahe anmaßend (sofern sie Katholikin wäre), aber zu verstehen. Papst nahm ich wegen der Konstanzer Historie ums Konzil von 1414-1418. Dass die Bodenseefelchen jedoch auf dem letzten Platz sind ist zwiespältig: als bekennender Fisch-Vegetarier gefällt mir das gut, nach Frau Seeligers Antwort auf diese Frage allerdings nicht mehr. Darauf dürft Ihr euch morgen freuen – verraten sei soviel, dass eine Biologin doch mehr Ahnung hat als man denkt…

 

5. Wie Sie sicher im Stadtentwicklungsprogramm „Zukunft Konstanz 2020“ gelesen haben (Gesamtdokument, S. 68)

besteht die Idee eines Kreuzfahrtschiffes auf dem Bodensee. Zitat: „Einig sind sich die Experten auch darin, dass ein Kreuzfahrtschiff auf dem Bodensee der Region nachhaltig Impulse verleihen würde.“

Würden Sie diese Idee unterstützen – gerade auch unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit?

Ja, unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit aber nur, wenn es sich um eine Lädine oder eine Galere handeln würde und die Kreuzfahrer die Nächte auf einem Eco-Campingplätze verbringen würden.

Was ist eine Lädine? Wie ich gerade erfahren habe, ein historisch auf dem Bodensee gebräuchlicher Lastensegler. Man lernt stets dazu! Damit hätte der Vorschlag echt Reiz – Frau Reiser ist richtig kreativ. Eco-Campingplätze find ich aber unnötig.

6. Der Wert der Freiheit spielt auch in Konstanz eine große Rolle. Diskussionen über das Glasverbot oder die Sperrstunde machen deutlich, dass zu Freiheit auch Verantwortung gehört. Was ist ihre persönliche Definition von „Freiheit“?

Die persönliche Freiheit endet da, wo sie die Freiheit anderer beeinträchtigt.

Diese negative Freiheitskonzeption wollte ich hören. Geschmackssache – die bisherigen anderen Antworten waren positive Freiheitskonzeptionen…

7. und zum Abschluss:  Welchen ihrer OB-Kandidats-Konkurrenten würden Sie am ehesten wählen und warum?

Schwierige Frage. Wie viele Bürgerinnen und Bürger, bin auch ich noch in der Entscheidungsfindung. Spontan würden ich drei Mitbewerber in die engere Wahl nehmen.

Ich bin auch noch in der Entscheidungsfindung. Klare Worte lässt sie hier vermissen, doch fragt man sich, wer denn diese Mitbewerber seien. Zumindest Uli Burchardt könnte ich mir vorstellen. Ich bin gespannt, wen Sie, sollte sie nicht in die Stichwahl kommen, unterstützen wird. Das könnte nämlich durchaus den Ausschlag geben…

 

Das wars auch schon soweit. Mein Eindruck aus den Fragen und der Kommunikation mit Frau Reiser: eine unabhängige Power-Frau mit viel Einsatz, sehr professionell, aber durchaus mit Sinn für Humor. Zu einer abschließenden Kandidatenbewertung möchte ich mich noch nicht hinreißen lassen (da wird vor allem die Podiumsdiskussion morgen ehr spannend), doch würde ich den Interessierten empfehlen, einen näheren Blick auf ihr Wahlprogramm zu werfen und vielleicht auch persönlich mit ihr in Kontakt zu treten. Sie bzw. ihr Wahlkampfteam haben bisher immer sehr zügig geantwortet.

Konstanz würde nach 16 Jahren ein Farb- und Geschlechtswechsel im Amt des Oberbürgermeisters durchaus gut tun. Ich denke, Frau Reiser hat auch durchaus die Qualitäten, Konstanz erfolgreich in die Zukunft zu führen und steht daher bei mir in der engeren Wahl. Allerdings bin ich gegen Staatsbedienstete und ihre Glaubwürdigkeit generell sehr skeptisch eingestellt, was das Bild etwas trübt. Nichtsdestotrotz – bildet Euch eure Meinung – ich hoffe, ich konnte mit meinen Fragen ein paar zusätzliche Aspekte aufwerfen!

Morgen geht es dann (vermutlich) weiter mit der nächsten Sabine: die nennt sich auch unabhängig, ist aber doch sehr grün und hat Ahnung vom Ökosystem Bodensee!

 

Die Piraten, Demokratie und der OB-Wahlkampf

Gestern bin ich nicht nur zum ersten Mal in den mit 17 Grad relativ kalten Bodensee gesprungen und habe mir einen Quasi-Ganzkörpersonnenbrand geholt, sondern nahm auch nochmals die Gelegenheit wahr, bei der Kreismitgliederversammlung der Piratenpartei zu partizipieren. Jetzt bin ich endlich meine Schatzmeister-Unterlagen los und kann das Kapitel nun weitgehend für mich beenden.

Bleibe ich Pirat? Ich glaube nicht. Die gestrige Veranstaltung grenzte teilweise an Realsatire. Der  neu gewählte Vorstand sieht aber passabel aus, sodass man hoffen kann, dass die Piraten jetzt den Kindergarten verlassen. Neuer Vorstandsvorsitzender ist der Radolfzeller Arzt Stefan Bushuven, sein Stellvertreter das einzige Ex-Vorstandsmitglied Andreas Bergholz, meine Nachfolgerin als Schatzmeisterin die als Betriebswirtin bestens qualifizerte Ulrike Trachternach und als Beisitzer die Herren Norbert Annabring und Heiko Stubenvoll. Ihnen alles Gute und eine erfolgreiche Amtszeit, die nicht schon nach 3 Monaten endet…

Mit der Demokratie, die sie vergöttern, scheinen es einige Piraten, auch neue Vorstandsmitglieder,  aber doch nicht so genau zu nehmen. Im Zuge der Frage, welchen OB-Kandidaten man unterstützen solle, lief seit einiger Zeit eine Online-Umfrage unter allen Mitgliedern des Kreisverbandes, bei der die OB-Kandidaten mittels Zustimmungswahl gewählt werden sollten. Sprich, all für den Abstimmenden geeigneten Kandidaten dürfen gewählt werden, der siegreiche Kandidat vereinzt die meisten Stimmen, aber min. 50% auf sich.  Bevor das bereits feststehende Ergebnis gestern verkündet wurde, entbrannte jedoch noch eine Satzungsänderungsschlacht. Zum Glück nicht die Mehrheit, aber eine große Minderheit der anwesenden Piraten wollte sich die Möglichkeit vorbehalten,  die eventuelle Wahrscheinlichkeit, dass kein Kandidat die 50% erreicht, auszuhebeln, indem die Anwesenden der Kreismitgliederversammlung sich über den Beschluss aller Parteimitglieder hinwegsetzen und vor Ort einen Kandidaten zu unterstützen, der vielleicht nur 45% der Stimmen hat.

Die Intention mag nachvollziehbar sein, ich finde das aber bedenklich. Letztlich wäre es ohnehin nicht nötig gewesen: offiziell von der Piratenpartei unterstützt wird nun das Parteimitglied Benno Buchczyk mit 56%  Zustimmung. Der zeigte auch als Einziger (ich hielt mich vornehm zurück…) bereits während der Debatte, dass er zu demokratisch getroffenen Entscheidungen steht, sprach sich vehement gegen die Satzungsänderungen aus und ich nehme ihn ab, dass er, wenn er nur 45% Zustimmung erreicht hätte, die Abstimmung voll respektiert hätte.

Benno Buchczyk ist der letzte Bewerber mit der Glückszahl Nr. 13, als ehemaliger PoWalter bestens qualifiziert und wird den Wahlkampf sicher noch aufmischen. Trotz „offizieller “ Unterstützung der Piratenpartei darf er aber nicht allzu viel erwarten. Ich bin gespannt, ob es über moralische Unterstützung hinausgeht, abgesehen von den Piraten, die sich ohnehin in seinem Wahlkampfteam engagieren. Wirkliche Chancen räume ich ihm aber nicht ein. Wer sich über den Kandidaten Benno informieren möchte: http://www.oderbenno.de

Wem das jetzt nach zuviel Werbung klingt: es ist Werbung! Jedenfalls kann ich das Kreuz an seiner Stelle empfehlen. Das heißt aber weder, dass ich ihn wähle, noch, dass ich nicht auch andere Kandidaten für geeignet halte. Darüber werde ich in den nächsten Tagen informieren: von Sabine Seeliger, Sabine Reiser und eben Benno Buchczyk habe ich meinen Fragenkatalog bereits beantwortet bekommen. Zu wirklich klaren Aussagen kam aber niemand: am ehesten noch Frau Seeliger, die obwohl unabhängig, doch großzügig von den Grünen gesponsort wird, dies aber auch auf meine Frage hin transparent macht. Sie bewies auch ökologischen Sachverstand, nannte sogar ihren Favoriten für das Oberbürgermeister-Amt nach ihr und kam insgesamt am authentischsten rüber, auch wenn ich wahrlich kein Fan grüner Politik bin.

Das als kleiner Appetithappen für die kommende Woche: am Mittwoch ab 19.30 Uhr im Audimax der Universität Konstanz findet übrigens eine Podiumsdiskussion statt, die sehr interessant werden dürfte. Die Konstanzer Hochschulen bilden knapp 25% aller Wahlberechtigten – das dürfte eines der Höhepunkte des Wahlkampfes bilden. Ich bin gespannt – auch auf die hoffentlich noch eintrudelnden Antworten der anderen Kandidaten!

7 Fragen an die OB-Kandidaten

Da kein Interesse bestand, Fragen an die Oberbürgermeister-Kandidaten loszuwerden, musste ich eben selbst welche formulieren.

Eben habe ich es dann auch tatsächlich hinbekommen, sie an die interessierten Kandidaten zu schicken. Teilnehmen werden alle ernstzunehmenden Kandidaten für das Oberbürgermeisteramt Konstanz – nämlich 10Leute.Um sie mal zu nennen: Sabine Reiser, Sabine Seeliger, Benno Buchczyk, Mykola Neumann, Thomas Linz, Uli Burchardt, Sven Zylla, Henning Tartsch, Klaus Springer und Sylvia Großmann.

Von den verbliebenen 3en kam keine Antwort – wobei man fairerweise sagen muss, dass es sich um in meinen Augen chancenlose Einzelkämpfer handelt, die wahrlich genug anderes zu tun haben. Die Fragen werde ich ihnen trotzdem nochmals schicken – man weiß ja nie… (EDIT: Frau Großmanns Mail hatte ich wohl übersehen – sie nimmt natürlich auch teil…)

Die Fragen, die ich mir ausgedacht habe, sind mal ernst, mal weniger, mal auch etwas fies. Sind aber auch nur 7. Sieben, weil 7 meine Glückszahl ist 😉 Jetzt hoffe ich, dass ich auch das Glück habe, dass die Kandidaten sich an ihre Zusagen halten und meine Fragen beantworten, die ihr jetzt nachlesen könnt:

1. Zuerst eine technische Frage: wer finanziert eigentlich mit wessem
Geld Ihren Wahlkampf?

2. Als Konstanzer OB haben sie auch mit Schweizern zu tun. Welche 3
Dinge schätzen Sie an unseren Nachbarn?

3. Viele Initiativen unterschiedlichster Art engagieren sich in Konstanz
- gerade auch von Studenten. Diese brauchen - gerade wenn sie mit
Kindern und Jugendlichen arbeiten - völlig zu Recht ein erweitertes
Führungszeugnis. Diese mit etwa 50€ nicht unerheblichen Kosten werden
momentan noch von der Stadt übernommen, was aber geändert werden soll.
Würden Sie sich dafür einsetzen, dass erweiterte Führungszeugnisse für
engagierte Menschen weiterhin kostenlos bleiben?
Wie ist generell ihre Haltung zum Thema Ehrenamt?

4. Ordnen Sie die 7 folgenden Begriffe nach Ihrer subjektiv empfundenen
Bedeutsamkeit für Konstanz (Gleichheit nicht erlaubt!): Touristen,
Papst, Studenten, Schweizer, Bodenseefelchen, Solaranlagenbauer,
Oberbürgermeister.
Gerne auch mit Begründung!

5. Wie Sie sicher im Stadtentwicklungsprogramm "Zukunft Konstanz 2020"
gelesen haben (Gesamtdokument, S. 68)
besteht die Idee eines Kreuzfahrtschiffes auf dem Bodensee. Zitat:
"Einig sind sich die Experten auch darin, dass ein Kreuzfahrtschiff auf
dem Bodensee der Region nachhaltig Impulse verleihen würde."
Würden Sie diese Idee unterstützen - gerade auch unter dem Aspekt der
Nachhaltigkeit?

6. Der Wert der Freiheit spielt auch in Konstanz eine große Rolle.
Diskussionen über das Glasverbot oder die Sperrstunde machen deutlich,
dass zu Freiheit auch Verantwortung gehört. Was ist ihre persönliche
Definition von "Freiheit"?

7. und zum Abschluss:  Welchen ihrer OB-Kandidats-Konkurrenten würden
Sie am ehesten wählen und warum?

Wie man sieht: ein breites Programm fernab der die öffentliche Debatte bestimmenden Probleme wie Wohnungsnot, Verkehr und Wirtschaft, die mich selbst eigentlich garnicht so wirklich interessieren. Insbesondere die Präferenzfrage 4 finde ich genial (Eigenlob stinkt!) – jetzt muss Sie nur noch so beantwortet werden wie intendiert.

Bleibt auch zu hoffen, dass die Antworten im Laufe der nächsten Woche eintrudeln. Ich weiß noch nicht, wie ich sie vorstelle: entweder jeden Kandidaten einzeln mit ihren Antworten oder antwortenbasiert alle Kandidaten vergleichend. Wünsche für sowas  gibt es hier ja eh nicht… Die OB-Wahl in Konstanz verspricht jedenfalls noch einiges an Spannung!

Mir bleibt nun nur noch übrig,  der Uni Konstanz exzellente Ausreden zu wünschen, wenn es morgen  zur Aberkennung des „Elite“-Status kommt. Ich hoffe es natürlich nicht, aber ich gehe davon aus. Elite ist auch was anderes…

Veggie-Day und LHG Konstanz

Erst einmal möchte ich noch einmal dazu auffordern, Fragen an die Oberbürgermeisterkanditaten in die Kommentare zu schreiben, sodass diese nicht alle an mir hängen bleiben. Ich habe alle Kandidaten gestern noch angeschrieben und von mehr als der Hälfte auch bereits positive Rückmeldung bekommen. Eure Fragen werden also auch beantwortet!

Schreiben tue ich heute aber nicht über die OB-Wahl, sondern über 2 Dinge.

Erst einmal war heute wohl international, oder national, oder auch nur in Konstanz – ich weiß es nicht – „Veggie Day“, sprich die Mensa hat nur Kaninchenfutter verkauft. Die Ironie an der Geschichte: ich zog es vor heute auszuschlafen, kam erst an die Uni, als die Mensa schon zuhatte, und ließ mir im Unwissen daran ausgerechnet heute zum ersten Mal überhaupt eine schöne Currywurst an der relativ neuen Seezeit-Imbißbude schmecken, die zwar auch arg nach Tofu aussah, aber doch wahrscheinlich Fleisch war. Ich will es jedenfalls hoffen und finde es sehr bedenklich, wenn die Studenten mittlerweile gezwungen werden, sich vegetarisch zu ernähren. Falls diese glorreiche Idee noch einmal stattfinden wird, wird die Empörung noch größer sein und Gegenaktionen sicher stattfinden, sofern man denn rechtzeitig vorher Bescheid weiß.

Heute Abend war ich dann erstmals bei der Liberalen Hochschulgruppe Konstanz, die ganz dekadent im recht  neuen Restaurant Brigantinus am Seerhein tafelte, deren Pizzen zwar sehr lecker schmeckten, dessen Einrichtung jedoch arg an einem Abklatsch vom „Il Boccone“ erinnerte, bei deutlich schlechterem Service und ähnlich hohen Preisen.

Trotzdem war es ein sehr netter Abend, ich war angenehm überrascht. Im Gegensatz zu den Stammtischen der Piraten habe ich bei der Liberalen Hochschulgruppe Konstanz auf Anhieb sehr wohl gefühlt. Es gibt tatsächlich noch liberal gesinnte Studenten!

Der „Veggie-Day“ stieß auf die gleiche Empörung und es wurde munter über liberale Hochschulpolitik diskutiert. Denn es stehen bald nicht nur OB-Wahlen, sondern auch die Wahlen zum Studentenparlament an. Ich trete übrigens auch an: auf Platz 9 der LHG-Liste, sodass ich keine Chanc habe gewählt zu werden, was ich ja auch garnicht möchte (es gibt 13 Plätze insgesamt, die LHG hat realistische Chancen auf 2, maximal 3)                       Die Liberalen, die bereits dort mitmischten, priesen mit wahrhaft zynischen Unterton den wahnsinnigen Spaß den sie immer im linksgrünen Studentenparlament hatten, das von Toleranz, Kompetenz und vor allem Einsatz für die Studierenden Studenten nur so zu strotzen scheint. Ich habe jedenfalls keine Lust, in einen von mal gerade einem Viertel der Studenten legitimierten Gremium meine Zeit totzuschlagen und endlosen Monologen von selbsternannten Weltverbesserern zu lauschen. Aber ich stehe dann wohl auf dem Wahlzettel – also wählt mich und die einzige hochschulpolitische Gruppierung, die die Bedingungen an der Universität zu verbessern versucht statt die Welt retten zu wollen…

Hauptthemen des Wahlkampfes werden noch gesammelt, vor allem geht es aber gegen den Zwangsbeitrag bei der Neueinführung der Verfassten Studierendenschaft in Konstanz. In diesem Zusammenhang: heute wurde übrigens das Ergebnis für das Studienticket veröffentlicht. Knapp drei Viertel der Stimmen dafür, ein Viertel dagegen bedeuten zwar nun einen 7€ Zwangsbeitrag, die lächerliche Wahlbeteiligung von ebenfalls knapp einem Viertel der Studenten zeigt aber, dass drei Viertel der Studenten letztlich nicht mal ein Viertel sind. Die Frage, ob die Konstanzer Studenten nur politikverdrossen oder aber diese niedrige Wahlbeteiligung durch bewusst passive Informationspolitk gewollt ist klammere ich mal aus…

Wie schlecht Hochschulgremien oft wirtschaften und wofür sie ihre Gelder ausgeben, erzählte ein StuPa-Mitglied der LHG. Das Kulturreferat der Studierendenvertretung (oder sonstwas) organisierte eine „Rotlicht-Lesung“ in der „Bar Balou“, mietete dafür eine Tänzerin und noch mehr Sachen. Und für solche „Kultur“  und endlos viele andere Beispiele aus dem gesamten Bundesgebiet müssen die Konstanzer Studenten bald womoöglich einen Zwangsbeitrag bezahlen. Studiengebühren für die Uni, die allen zugute kommen, sind nicht in Ordnung, Gebühren für die Studentenvertretung, die in der eigenen Verwaltung und fragwürdigen Veranstaltungen versickern, hingegen schon. Das nenne ich Logik und wundere mich, warum in ganz Deutschland Studierendenvertretungen in Mehrheit mit linksgrünen Vertretern besetzt sind.

Aber über hochschulpolitische Themen mag ich noch ein andermal schreiben. Fakt ist jedenfalls, dass es mir bei der LHG sehr gut gefallen hat und ich fast bedauere, nicht schon eher dort mal vorbeigeschaut zu haben. Mitglied konnte ich aber noch nicht werden – dazu muss ich erstmal bei den Piraten austreten – mein Geständnis nahm man mit Fassung 😉             Das werde ich bald wohl auch tun – nur die Neuwahlen und Wahl des OB-Favoriten der Piratenpartei möchte ich noch abwarten…

Das war es dann auch schon für heute!