Wahlaufruf OB-Wahl Konstanz

Kurze Erinnerung aus Baden-Baden (übrigens wie Konstanz auch ein schönes Städtchen – noch etwas mondäner) : in ein paar Stunden beginnen die Wahlen zum Oberbürgermeister von Konstanz. Geht alle wählen – 43,8%  war zwar deutlich besser als die 13% für das StuPa an der Uni, ist aber ziemlich lächerlich.

Ich würde mich jedenfalls freuen, wenn ich gemäß dem Vanhanen-Index zur Demokratiemessung Konstanz morgen einen hohen Demokratiegrad bescheinigen kann. Dafür muss die Wahlbeteiligung sehr hoch und das Ergebnis des besten Kandidaten möglichst niedrig sein. Ich schätze, um die 30-35% wird sich der Wahlsieger bewegen.

Da ich sonst ja immer soviel Glück habe, wette ich mal das Ergebnis. Ich glaube, es wird sehr knapp…

Sabine Seeliger: 32%

Sabine Reiser: 31%

Uli Burchardt: 28%

Mykola Neumann: 7%

Klaus Springer: < 1%

Roman Urban: <1%

Sonstige: <1%

Auf jeden Fall gibt es morgen Abend einen strahlenden Gewinner, der 8 Jahre lang Konstanzs Geschicke leiten darf. Es gibt viel zu bewegen: und man kann viel falsch machen!

Die Herausforderungen sind immens – die Frage ist, ob und wie sie angepackt werden. Bleibt Konstanz Rentnersruhesitzstadt oder verwandelt es sich tatsächlich in eine wirkliche Studentenstadt (Thema: Sperrstunde), bleibt es Touristen- und Einzelparadies und/oder wird es zu einem starken, ausdifferenzierten Wirtschaftsstandort. Die Uni ist exzellent geworden – mal schauen, obs Konstanz auch hinbekommt.

Also: Wählen gehen – ein wenig Propaganda muss sein! Ich bin gespannt.

OB-Wahlen in Konstanz: die Qual der Wahl

Während heute und morgen die Wahlen an der Uni laufen, bereitet sich ganz Konstanz auf die ungleich wichtigere Oberbürgermeister- Wahl am Sonntag vor, in der noch 6 verbliebene Kandidaten, davon mit ernsthaften Chancen nur noch 3, um Stimmen ringen.

Ich selbst bin das Wochenende garnicht in Konstanz, sondern nehme an der Deutschen Meisterschaft im Schachtennis teil, die in Baden-Baden stattfindet. Schach und Tennis kombiniert – da reicht es sogar gleich das Ticket zur Deutschen Meisterschaft zu lösen, wo ich aber sicher sang- und klanglos untergehen werde. Gerade schwang ich den Tennisschläger zum ersten Mal seit 20 Monaten wieder, was doch erstaunlicherweise gut ging: falls ein Konstanzer Leser dieses Blogs das Gefühl verspürt – ich habe jetzt richtig Lust regelmässig mal zu spielen!

Und während am Sonntag Abend die Freude über den Wahlsieg bei einer Person ganz groß sein dürfte, ist ein Mitfeiern meinerseits suboptimal, da ich bereits am Montag zur verbrecherischen Zeit von 8 Uhr morgens die erste Klausur schreiben darf. Thema: Analyse und Vergleich politischer Systeme

Un -Analyse und Vergleich, geschickt zur Überleitung genutzt, soll es nun auch in der Essenz dieses Artikels gehen. Wegen meiner beschriebenen Abwesenheit habe ich nämlich heute neben den Uni-Wahlen bereits meinen OB-Wunschkandidaten per Briefwahl gewählt.

Für mich war die richtige Wahl eine Qual – eine Qual der Wahl. Fernab jeglichen empirischen Anspruches und mit normativem Touch möchte ich nun versuchen darzulegen, welche Faktoren bei so einer Wahl bei mir eine Rolle spielen und wie die noch chancenreichen Kandidaten dort in meinen Augen abschneiden. Soviel sei schon verraten: ich halte niemanden der 6 Kandidaten für bedenklos wählbar und habe mich daher entschieden, die sehr sinnvolle Möglichkeit zu wählen, einen Wunschkandidaten vorzuschlagen. Der ist Sozialdemokrat, wohnt an der Seestraße, mag gern Monster-Trucks und strotzt mit Verwaltungskompetenz. Ich glaube, ich bin nicht der Einzige, der ihn wählt – auch wenn er in meinem folgenden Raster auch nicht unbedingt besser abschneiden würde.

Noch einmal kurz zu den Kandidaten der zweiten Runde der OB-Wahl: mit Chancen im Rennen sind noch Sabine Seeliger (grün), Sabine Reiser („unabhängig“, CDU-Mitglied) und Uli Burchardt (teilweise von CDU, FDP und FW unterstützt). Wer mit diesen nicht zufrieden ist und noch einen seriösen Kandidaten sucht, wird ihn mit den sicher chancenlosen Mykola Neumann  finden, der sein Ergebnis von 1% beim ersten Wahlgang nun deutlich verbessern dürfte. Verbleiben tun auch noch Klaus Springer und Roman Urban, deren Unwählbarkeit ich aber von vornherein annehme. Diese Beiden werde ich daher auch ausblenden.

Nun – wie wählt der Bürger? Wie wähle ich?

Theorien, die ich schon lernen durfte, sind z.B. das Medianwählermodell von Anthony Downs, das davon ausgeht, dass Wähler rein rational die Partei wählen, die ihnen am meisten Nutzen verspricht. Die Annahmen (Zweiparteiensystem, jeder geht zur Wahl, keine inhärenten Parteipräferenzen) lassen sich aber nur schwer mit dieser Oberbürgermeisterwahl in Einklang bringen. Ähnlich sieht es mit der Theorie von Wählerklienteln aus, die vielleicht bei Bundestagswahlen einen Wahrheitsgehalt haben mag, auf Persönlichkeitswahlen wie es Oberbürgermeister-Wahlen sind jedoch geringen Einfluss haben.

Doch was hat Einfluss? Für mich spielen folgende Faktoren eine entscheidende Rolle in meiner Wahlentscheidung.

1. Ideologie

Von Ideologie bin auch ich nicht verschont: sie spielt eine wichtige Rolle bei jeder Wahl. Gehört der Kandidat zur In-Group meiner Ideologie, so ist er deutlich eher wählbar als wenn er es nicht ist. Bedauernswerter Weise aber erwartbar ist dies bei keinem der Kandidaten der Fall. Sabine Seeliger ist meiner Ansicht nach recht typisch linksgrün, Frau Reiser betont bürgerlich- modern, aber konservativ, und Uli Burchardt ebenfalls bürgerlich-modern und konservativ, aber mit liberalerem und auch linksgrünen Touch (er wirbt mit einer attac-Mitgliedschaft). Mykola Neumann können wir eine gewisse Nähe zur Piratenpartei zusprechen, die ja nach Selbsteinschätzung ideologielose Politik machen möchte, was ihr jedoch zunehmend seltener gelingt.

 

 

2. Inhalte

Eng verknüpft mit der Ideologie sind auch immer die Inhalte, mit dem ein politischer Kandidat um Stimmen wirbt. Nach der Ideologie richten sich meist auch die politischen Positionen aus. Und manch auf dem ersten Auge gleiche Position zweier Kandidaten beruht auf völlig unterschiedlichen Ideologien und damit auch Gründen. Inhalte sollte man also nicht isoliert betrachten, sondern immer im größeren Kontext. Die Glaubwürdigkeit soll in dieser Dimension jedoch keine Rolle spielen.

Was konkret die Inhalte der OB-Kandidaten angeht, reicht dies von „geht garnicht“ bis „ganz passabel“. Sabine Seeliger disqualifiziert sich durch Forderung einer City-Maut und als Gegnerin des B33-Ausbaus als Autobahn, auch wenn sich in ihrer studentenfreundlichen Politi viel Unterstützenswertes findet. Nicht anders sieht es bei den 3 anderen Kandidaten aus: man wird immer etwas finden, das einem gut, und was einem schlecht gefällt. Und jeder Wähler muss dies für sich selbst entscheiden…

 

3. Persönliche Integrität

Diese Dimension finde ich am Wichtigsten. Was nützen alle Versprechungen, wenn es nur leere Worte sind?Persönliche Integrität heißt für mich, dass Werte und Worte von Kandidaten im Einklang mit ihrem tatsächlichen Handeln stehen. Es wird immer mal unvorhergesehene Ereignisse geben, durch die gemachte Versprechungen nicht gehalten werden können. Wesentlich ist dann, wie damit umgegangen wird.

Bei den OB-Kandidaten ist diese Frage subjektiv schwer zu beurteilen, da sie auf politischer Ebene noch nicht groß in Erscheinung getreten sind. Da hat man es auf bundespolitischer Ebene deutlich einfacher (und wird überall enttäuscht). Trotzdem ein paar Worte zu den Kandidaten:

Sabine Seeliger habe ich in dieser Beziehung nichts vorzuwerfen. Ganz im Geggenteil finde ich, dass ihre finanzielle Unterstützung der Klage gegen das Glasverbot am Seerhein genau diese persönliche Integrität zeigt. Einsatz für eigene Werte und politische Glaubensvorstellungen auch über die Politik hinaus. Ins gleiche Horn stößt auch ihr Einsatz für Bio und erneuerbare Energien. Auch wenn ich das nicht unterstützenswert finde, so imponiert doch eine gewisse Kohärenz zwischen Ideologie und Handeln.

Bei Sabine Reiser sieht es anders aus. Ihre Integrität scheint darauf hinauszulaufen, mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln endlich gewählt zu werden. Mit allen Mitteln bedeutet auch zu vielleicht eher unlauterer Werbung zu greifen: sie schaltete eine ganzseitige Anzeige auf der Titelseite des Konstanzer E1NS-Magazin, der von diesem jedoch als objektiver Artikel verkauft wird, indem sie extreme, teils lächerliche Selbstdarstellung betreibt. Ein Konstanzer Blogger weiß hier Näheres zu berichten – ein Klick lohnt sich: http://crashsource.de/1102-ob-wahlkrampf-in-konstanz-sabine-reiser/

Auch Uli Burchardt mag man vorwerfen, die Wähler täuschen zu wollen. Er kokettierte mit seinem Engagement bei den Globalisierungskritikern von „attac“, das sich laut Konstanzer Aktivisten  jedoch allenfalls auf eine schnell im Internet erworbene Mitgliedschaft beschränkt: http://www.koch.ro/blog/index.php?/archives/157-Uli-Burchardt-und-ATTAC.html

Auch sein „Engagement“ in anderen Vereinen scheint eher gering auszufallen. Um jedoch auf „attac“ zurückzukommen: warum meint Herr Burchardt das eine „attac“-Mitgliedschaft so toll ist? Für mich disqualifiziert ihn nicht nur diese Falschaussage, sondern schon die Idee einer „attac“-Mitgliedschaft an sich. Bei seiner Nachhaltigkeitsausrichtung ist es zumindest nachvollziehbar. Herr Burchardt scheint auch den gewissen Typus eines Selbstdarstellers einzunehmen, der als Marketing-Fachmann sich damit ja bestens auskennend, manchmal so wirkt, den Wahlkampf als Plattform benutzend eher sein Buch „Das Manufactum-Prinzip“ zu bewerben statt sich um die Belange von Konstanz zu kümmern.

Über Mykola Neumann kann ich an dieser Stelle nichts Schlechtes schreiben, da mir nichts bekannt ist. Ihn schätze ich aber – er ist schließlich Rechtsanwalt – in dieser Beziehung aber als sehr solide ein.

 

4. Bürgernähe

Ein entscheidender Faktor für mich ist die Bürgernähe. Und zwar nicht nur die Anschein erweckende während des Wahlkampfes, sondern die dann tatsächliche als Oberbürgermeister. Alle Kandidaten reden schließlich von mehr Partizipation – die Frage ist ob sie es auch umsetzen.

Während des Wahlkampfes kann man fehlende Bürgernähe gleichwohl niemanden absprechen: gerade Sabine Reiser zeigt sich da sehr bemüht – heute lag wieder Wahlwerbung im Briefkasten – wirkt dabei jedoch im Gegensatz zu Sabine Seeliger nicht wirklich authentisch, sondern sehr gekünstelt. Mit perfekt einstudiertem Lächeln vermag sie mich nicht zu vereinnahmen. Wie wichtig Bürgernähe ist, sieht man auch an der Tatsache, dass sie nach der Podiumsdiskussion an der Uni Gespräche plötzlich abbrach, weil „wichtige“ Personen gerade in der Nähe waren, denen sie sich widmen wollte. Kann man verstehen, muss man aber nicht.

In der Beantwortung von Anfragen zeigte sie sich jedoch immer sehr rasant- gleichwohl sicher ein großes Team dahinter steht. Ähnlich bei Sabine Seeliger. Uli Burchardt hat sicher auch ein großes Team, die Anfragen werden hier aber längst nicht so zügig bis garnicht beantwortet. Mykola Neumann muss man hier in Schutz nehmen -als Einzelkämpfer, der dazu noch weiter seinem Beruf nachgeht, hat er es nicht gerade leicht. Vielmehr ist sein Engagement zu bewundern.

Ich jedenfalls bin gespannt, ob man den zukünftigen Oberbürgermeister auch einmal unter „normalen“ Konstanzern sieht oder nur in der High-Society.

 

5. Charakter und Sympathie

Ist schon fast sowas wie ein Gesamteindruck und je nach Mensch unterschiedlich. Aber wohl immer sehr bedeutend. Für wen ich Sympathie hege und für wen eher nicht ist sicher schon deutlich geworden.

 

6. Rationales

Als gnadenloser Kosten-Nutzen-Maximierer wägt man bei seiner Wahlentscheidung sicherlich auch die Vor- und Nachteile des Kandidaten für sich ab. Frau Seeligers glaubwürdiger Einsatz gegen das Glasverbot und eine zeitliche Ausweitung der Sperrstunde sind für einen Studenten sicherlich positiv zu beurteilen. Allerdings sollte man nicht nur an sich denken – gerade wenn man ohnehin in Konstanz nur für kurze Zeit seinen Lebensmittelpunkt hat. Ein Oberbürgermeister, der mich nur ein Jahr „regiert“ und der auf mein unmittelbares Leben ohnehin kaum Einfluss hat, führt dazu, dass einem eigentlich egal sein kann, wer Oberbürgermeister wird. Man kann dies dann so oder so sehen: Verantwortung übernehmen und das Wählen, von dem man sich das Beste für alle erhofft. Oder man entzieht sich der Verantwortung – meiner Meinung in diesem Fall durchaus legitim – und lässt die dauerhaft hier lebenden Konstanzer entscheiden, während man selbst nicht zur Wahl schreitet oder aber den Stimmzettel ungültig macht/ einen Wunschkkandidaten vorschlägt, um zumindest die Wahlbeteiligung zu erhöhen. Daran nämlich könnte es auch liegen, dass die Wahlbeteiligung, gerade unter Studierenden, aber auch in der Forschung, eher gering ist. Es macht da einen Unterschied, ob man noch 4 Jahre in Konstanz vor sich hat, weil man gerade mit dem Jura-Studium angefangen hat oder aber in meinen Fall weiß, im nächsten Jahr um diese Zeit Konstanz bereits verlassen zu haben und auch nur noch für eine kurze Periode zurückzukommen.

 

 

Das war es dann auch eigentlich schon, was mich merklich in meiner Wahlentscheidung beeinflusst. Die ganzen Dimensionen werden vermixt, ihr Anteil ist jedoch immer dynamisch, die Gesamtentscheidung spiegelt das Ganze nur so ungefähr wieder. In Bundestagswahlen sind die Dimensionen noch etwas umfangreicher, in Oberbürgermeister-Wahlen müssen sie ausreichen. Es ist ja auch auch nicht so, dass ich das jetzt haargenau so durchgehe, sondern ein Versuch selbst einmal niederzuschreiben, wie man eigentlich zu einer Wahlentscheidung kommt.

Meine ist nun so, keiner dieser Spitzenkandidaten zu wählen. Am ehesten würde mir momentan tatsächlich noch Sabine Seeliger zusagen. Mit meinem Gewissen kann ich es aber absolut nicht vereinbaren, eine linksgrüne Kandidatin zu wählen. Da ist die Ideologie doch stärker, die Emotion siegt über die Rationalität!

Wie auch immer: am Sonntag Abend wissen wir alle mehr. Für Konstanz wird das Ergebnis einschneidend sein. Mittlerweile sehe ich einen Farbwechsel nicht mehr sehr euphorisch entgegen – vielleicht sollte Konstanz tatsächlich grün bleiben. Bei den Inhalten der Kandidaten wird es das aber ohnehin. Wer sich übrigens noch einmal einen Eindruck von den Kandidaten verschaffen möchte: am Freitag von 11-15 Uhr ist ein offenes Forum an der Universität, wo man noch einmal mit allen ins Gespräch kommen kann – so ist jedenfalls der Anspruch dieser Veranstaltung…

Auch hier wieder der Aufruf: geht am Sonntag wählen, auch wenn es Euch nicht anzugehen scheint! Notfalls macht tatsächlich vom Vorschlagsrecht Gebrauch und wünscht Euch Harry Potter herbei…

Vor den Wahlergebnissen am Sonntag freue ich mich jedoch erst einmal auf die morgen. Ein Sitz, besser zwei, sollten für die Liberale Hochschulgruppe wohl drin sein. Wer noch nicht gewählt hat, sei auch dies ans Herze gelegt, dies morgen noch zu tun!

 

 

 

 

OB-Kandidaten-Vorstellung: Mykola Neumann

Da gabs heute doch noch 2 Antworten im Postfach: Mykola Neumann und Uli Burchardt. Erstere kommt jetzt auch zuerst, letzterer in 2-3h noch, samt einem kleinen Ausblick.

Ich bin in Eile, deshalb schnell: Mykola Neumann ist Anwalt, wohnt seit seinem Jura-Studium in Konstanz, ist verheiratet und hat 2 Kinder. Weitere Infos hier: http://www.mykola-neumann.info/standpunkte.html

Kommen wir gleich zu den Antworten:

1. Zuerst eine technische Frage: wer finanziert eigentlich mit wessem
Geld Ihren Wahlkampf?

Niemand, ich zahle alles selbst. Das sind ziemlich genau 2.000 € (Twizy Mobil, Flyer- und Plakatdruck, Webspace).
Alles andere wird selbst gemacht (Fotos, Flyerlayout, Plakatlayout, Webseitenprogrammierung).

 

Immerhin 2000€ Eigenbudget.

 

2. Als Konstanzer OB haben sie auch mit Schweizern zu tun. Welche 3
Dinge schätzen Sie an unseren Nachbarn?

Politisch ihre direkte Demokratie und menschlich ihre Freundlichkeit.
Kulturell ihre Schokolade und die herrlichen Berge.

Auch endlich mal jemand, der die Berge liebt.

3. Viele Initiativen unterschiedlichster Art engagieren sich in Konstanz
- gerade auch von Studenten. Diese brauchen - gerade wenn sie mit
Kindern und Jugendlichen arbeiten - völlig zu Recht ein erweitertes
Führungszeugnis. Diese mit etwa 50€ nicht unerheblichen Kosten werden
momentan noch von der Stadt übernommen, was aber geändert werden soll.
Würden Sie sich dafür einsetzen, dass erweiterte Führungszeugnisse für
engagierte Menschen weiterhin kostenlos bleiben?
Wie ist generell ihre Haltung zum Thema Ehrenamt?

Die Kosten muss die Stadt weiter übernehmen. Wer ehrenamtlich arbeitet darf nicht auch noch dafür zahlen müssen.
Ich bin für eine Einrichtung einer Koordinationsstelle (wenigstens Halbtags) für ehrenamtliche Tätigkeit. Das würde auf Dauer sicher der Stadt mehr einsparen, als es kostet. Wir werden noch viel mehr Ehrenamt aufgrund der demographischen Entwicklung brauchen.

Ist er nicht der einzige.

 

4. Ordnen Sie die 7 folgenden Begriffe nach Ihrer subjektiv empfundenen
Bedeutsamkeit für Konstanz (Gleichheit nicht erlaubt!): Touristen,
Papst, Studenten, Schweizer, Bodenseefelchen, Solaranlagenbauer,
Oberbürgermeister.
Gerne auch mit Begründung!

 

Ordnen Sie die 7 folgenden Begriffe nach Ihrer subjektiv empfundenen Bedeutsamkeit für Konstanz (Gleichheit nicht erlaubt!):

1. Schweizer: bringen Geld und Leben in die Stadt, wichtig, sind unsere freundlichen Nachbarn
2. Touristen: bringen Geld und Leben in die Stadt, auch sehr wichtig, sind auch freundlich, aber regelmäßig nicht unsere Nachbarn
3. Studenten: Machen die Stadt jung und halten sie lebendig (war selber mal einer hier).
4. Solaranlagenbauer: Bringen hoffentlich noch lange Geld in die Stadtkasse. 
5. Bodenseefelchen: Mmmh,lecker, gibt´s bei uns am Bodensee. 
6. Papst: Hat für Millionen gläubige Katholiken eine zentrale Bedeutung, wohnt aber nicht in Konstanz.
7. Oberbürgermeister: Steht hier an letzter Stelle, ein guter Schluss ziert alles ;-)



5. Wie Sie sicher im Stadtentwicklungsprogramm "Zukunft Konstanz 2020"
gelesen haben (Gesamtdokument, S. 68)
besteht die Idee eines Kreuzfahrtschiffes auf dem Bodensee. Zitat:
"Einig sind sich die Experten auch darin, dass ein Kreuzfahrtschiff auf
dem Bodensee derRegion nachhaltig Impulse verleihen würde."
Würden Sie diese Idee unterstützen - gerade auch unter dem Aspekt der
Nachhaltigkeit?

Grundsätzlich ja. Jede Idee in dieser Richtung sollte gedacht werden. Attraktionen ziehen Gäste an. Ich frage mich nur, wie groß so ein Schiff sein muss oder darf, damit es ein Kreuzfahrtschiff ist, welchen Tiefgang es überhaupt haben darf. Und ich würde mir wünschen, dass die Attraktion darin besteht, dass es dicht mit Solarzellen bedeckt ist und Brennstoffzellen an Bord hat, also elektrisch fährt. (Klar doch, Solarzellen reichen da nicht,  aber es wäre ein Symbol und das Schiff müsste halt Ökostrom tanken.)

Das Nachhaltigkeitsdenken scheint „in“ zu sein.

6. Der Wert der Freiheit spielt auch in Konstanz eine große Rolle.
Diskussionen über das Glasverbot oder die Sperrstunde machen deutlich,
dass zu Freiheit auch Verantwortung gehört. Was ist ihre persönliche
Definition von "Freiheit"?

Nur die Gedanken sind wirklich frei, Freiheit ist für mich ein Gefühl, z.B. wenn ich auf einem hohen Berg sitze und bei Sonnenschein und klarer Luft über die Alpengipfel schaue, oder wenn ich hoch am Wind bei herrlichem Wetter am Ruder eines Segelboots stehe und genieße.

Doch folgende Zitate sind mir im Hinblick auf unsere Freiheit wichtig:

Artikel 2 Grundgesetz

(1) Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt.

(2) Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist unverletzlich. In diese Rechte darf nur auf Grund eines Gesetzes eingegriffen werden.

und

Die Fähigkeit, das Wort „Nein“ auszusprechen, ist der erste Schritt zur Freiheit.

(Nicolas Chamfort)

und da wäre

noch dieser Liedtext

Die Freiheit

Vor ein paar Tagen ging ich in den Zoo,
die Sonne schien, mir war ums Herz so froh.
Vor einem Käfig sah ich Leute stehn,
da ging ich hin, um mir das näher anzusehn.

„Nicht füttern“ stand auf einem großen Schild
und „bitte auch nicht reizen, da sehr wild!“
Erwachsene und Kinder schauten dumm,
und nur ein Wärter schaute grimmig und sehr stumm.

Ich fragte ihn: „wie heißt denn dieses Tier?“
„Das ist die Freiheit!“ sagte er zu mir,
„die gibt es jetzt so selten auf der Welt,
drum wird sie hier für wenig Geld zur Schau gestellt.“

Ich schaute und ich sagte: „Lieber Herr!
Ich seh ja nichts, der Käfig ist doch leer!“
„Das ist ja grade“, sagte er, „der Gag!
Man sperrt sie ein und augenblicklich ist sie weg!

Die Freiheit ist ein wundersames Tier
und manche Menschen haben Angst vor ihr.
Doch hinter Gitterstäben geht sie ein,
denn nur in Freiheit kann die Freiheit Freiheit sein.

G. Danzer / G. Danzer

Erst dachte ich: der typische Jurist. Jetzt denke ich: er ist auch ein Poet 😉

7. und zum Abschluss: Welchen ihrer OB-Kandidats-Konkurrenten würden Sie am ehesten wählen und warum?

Sehr schwierige Frage, weil jeder der Kandidaten etwas besonderes ist. Die menschliche / freundliche Art und / oder die beruflichen Fähigkeiten sind da zu nennen. Oder die Art sich zu präsentieren. Ich würde wohl Benno Buchczyk als Pirat wählen, weil er ein sehr guter Redner ist und die Bürgerbeteiligung und Transparenz in seiner Partei ganz oben steht, und er als Verwaltungswissenschaftler gute fachliche Grundlagen mitbringt.

Die beiden kennen sich ja auch durch Stammtische der Piratenpartei.

Dort habe ich auch mal mit Mykola Neumann geredet. Er ist ein sympathischer Kandidat, dem ich aber nicht meine Stimme gegeben habe. Die Konkurrenz ist einfach zu groß 😉

Dabei will ich es auch belassen: bis später, mit Uli Burchardt…