Kreisparteitag und Narrenumzug

Narri narro,

so oder so ähnlich klangen die heute durchgehend die ganze Altstadt erfüllenden Schlachtrufe der Narren, die auch gestern schon während des Kreisparteitages der Piratenpartei Konstanz für die eine oder andere Störung sorgten, ob mit lautem Trommelwirbel, Trompetenklang oder anderem.

Zum Kreisparteitag werde ich nicht viel berichten, außer dass ich mich nun doch entschlossen habe zu kandidieren und auch tatsächlich gewählt wurde. Ich bin jetzt also Schatzmeister und damit im Vorstand des KV Konstanz und freue mich auf eine gute und konstruktive Zusammenarbeit mit den anderen!

Für meinen Blog bedeutet dies, dass ich mich mich mit all zu kontroversen Aussagen vielleicht etwas mehr zurückhalten werde, um keinen „Shitstorm“ zu entfesseln. Der Blog ist und bleibt aber mein Privatvergnügen und repräsentiert nicht im Geringsten (möglich ist es jedoch…) die Meinung der Piratenpartei.

Wer sich informieren möchte – ein Artikel einer Online-Zeitung über unseren Kreisparteitag mit kompakt zusammengefassten Informationen: http://www.see-online.info/34597/konstanzer-martin-rudel-neuer-vorsitzender-des-piraten-kreisverbands/%5B/url%5D

Für noch genauere Informationen hinsichtlich der einzelnen Wahlen, Kanditatenvorstellungen und Co. kann ich auch das minutiöse, vorläufige Protokoll empfehlen, zu finden unter:  http://wiki.piratenpartei.de/BW:Kreisverband_Konstanz/Aktion/Kreisparteitag/Protokoll

Weiterhin möchte ich in diesen Artikel noch ein paar Fotos vom heutigen großen Narrenumzug durch die Konstanzer Innenstadt zeigen, dem ich die ersten zwei Stunden zugeschaut habe, ehe ich zum Lernen an die Uni gefahren bin. Denn zu letzterem fehlt mir bald immer mehr die Zeit…

Nett anzuschauen war es – ein Bericht kann das Ganze aber nur unzureichend wiedergeben, man hätte schon live oder wenigstens vor dem Fernseher dabei sein sollen. Also schauts Euch an, wie die Schwäbisch-Alemannischen Narren so aussehen – und zuerst auch noch, welch schönen Blick auf die Alpen man bei bestem Wetter vor wenigen Tagen hatte…

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Die Piratenpartei und Ich…

Am Samstag ist es soweit – der Kreisparteitag der Piratenpartei Konstanz wird stattfinden. Ich habe ja lange nichts über meine Parteiarbeit verlauten lassen – die ruhte aber auch seit Mitte Dezember.

Zuallererst muss ich zugeben (tut mir Leid, Ihr Piraten, die das jetzt lesen müssen ;)), dass die große Euphorie verpufft ist und mittlerweile in Enttäuschung umgeschlagen ist. Erst die Querelen auf Landesebene in Berlin, dann die Enttäuschung mit dem beim  Bundesparteitag beschlossenen Programm und letztlich auch noch sich für Piraten nicht ziemende  interne Streitigkeiten auf Kreisebene, von denen ich allerdings persönlich nicht viel mitbekommen habe,

Dazu kommt, dass ich bei aller nach wie vorigen Überzeugung für mehr Demokratie, Transparenz und Bürgerrechte mich doch ideologisch gewißermaßen radikalisiert habe, nicht zuletzt durch die intensive Beschäftigung mit Friedrich August von Hayek, über den ich am Donnerstag mein erstes Uni-Referat halten und bald danach auch meine Hausarbeit schreiben werde. Über ihn bin ich auch auf andere intellektuell bereichernde Gedanken gestossen und habe einen riesigen Haufen an Literatur, den ich in den Semesterferien nach geschaffter Hausarbeit noch abackern möchte bzw. nebenbeijetzt  bereits tue (ist spannender, als in der Vorlesung zuzuhören).                                                                                                                                              Wie man sich jetzt  fast denken kann, fröne ich radikalliberalen bis libertären Gedanken im Sinne der Österreichischen Schule der Nationalökonomie (ich bin allerdings kein Anarchokapitalist ;))

Somit als „neoliberaler“ Kapitalist abgestempelt (eine schlimme Beleidigung, nichts verachte ich mehr als den Neoliberalismus) habe ich es mutmaßlich schwer in einer Partei, die, habe ich fast das Gefühl, von Attac und anderen Organisationen übernommen wurde. So sehr ich auch die gesellschaftspolitischen Vorstellungen der Piratenpartei teile, so wenig gefallen mir ihre wirtschaftspolitischen Vorstellungen, sofern sie denn überhaupt vorhanden sind. Aber es ist klar, in welche Richtung sich diese zukünftig entwickeln werden – das ist halt Basisdemokratie. Da reicht es eben auch nicht, wenn 49% (zugespitzt gesagt) vernünftige Vorstellungen haben…

Voller Euphorie bin ich, gleichwohl die Stammtische nicht sonderlich toll waren, in die Partei eingetreten, mittlerweile denke ich, es war wohl zu schnell. Nichtsdestotrotz werde ich Mitglied bleiben – sofern mich die das hier lesenden Piraten nicht rausekeln 😉 (was bleiben mir auch für Alternativen…)

Auf die parteiinternen Streitigkeiten möchte ich zurzeit nicht eingehen, Fakt ist aber, dass der Kreisparteitag am Samstag interessant werden dürfte und einige Ämter neu besetzt werden. Nicht zuletzt wegen meinem gerade erfolgten „Outing“ werde ich natürlich nicht für ein  Amt kandidieren, dafür fehlt mir momentan nicht nur die Überzeugung, sondern schlichtweg auch die Zeit, zudem ich es eh als höchst zweifelhaft erachte, dass mich irgendjemand wählen würde 😉 Auch wenn ich Politik- und Verwaltungswissenschaften studiere – die Piratenpartei ist für mich kein Zugpferd, um mich schnell in irgendwelche Positionen zu hieven, wie manch böse Zunge behauptet 😛

Aber von meinem Wahlrecht werde ich natürlich Gebrauch machen und auch versuchen mitzuhelfen, dass der Parteitag reibungslos über die Bühne läuft. Berichten  werde ich dann natürlich auch darüber – ganz transparent, wie es sich für Piraten gehört.

Ich habe ja immer noch die Hoffnung – und mittlerweile sehe ich eine gewisse Dynamik entstehen – dass bald wieder konstruktives und vor allem ergebnisorientiertes Arbeiten möglich sein wird – reine Diskussionsstammtische sind zwar ganz nett, bringen aber letztlich nicht viel. Meine Initiative eine Hochschulgruppe der Piraten zu gründen stieß leider auch nicht auf viel Interesse, was daran liegen mag, dass leider kaum Studenten hier in Konstanz Mitglieder sind. Und so ganz allein, wenn man nicht so dahinter steht und eh genug anderes zu tun hat – da ist man doch eher unmotiviert etwas zu tun.

Wie dem auch sei, jetzt wisst ihr, woran ich mit der Piratenpartei bin, und die weiß, woran sie mit mir ist…