Atlas Shrugged

Who is John Galt?

Dass ich im Moment so wenig publiziere, hat Gründe. Seit Ende der Klausuren letzten Freitag ist nämlich jeder Abend bisher gut gefüllt gewesen mit allerlei Aktivitäten. So sollte es auch sein!

Berichten möchte ich heute über das Buch, dass mich die letzten 5 Wochen fast täglich begleitete. 1169 Seiten dick ist es bisher das monumentalste Werk, das ich je lesen durfte, sogar mehr als der „Herr der Ringe“ bei deutlich voll gesdruckteren Seiten!

Über „Atlas Shrugged“ und „Herr der Ringe“ gibt es übrigens ein sehr schönes, treffendes Zitat vom Wirtschafts-Nobelpreisträger Paul Krugman:

„There are two novels that can change a bookish fourteen-year old’s life: The Lord of the rings  and Atlas Shrugged. One is a childish fantasy that often engenders a lifelong obsession with its unbelievable heroes, leading to an emotionally stunted, socially crippled adulthood, unable to deal with the real world. The other, of course, involves orcs.

Das sagt schon fast alles. Tatsächlich gab es kaum einen Tag, an dem ich meist abends vor dem Schlafen gehen nicht ein paar Zeilen gelesen habe. Ab und an versüßte es mir auch langweilige Vorlesungen oder andere Wartezeiten.

Natürlich habe ich dieses ganzen dystopischen „Roman“ auf Englisch gelesen, was der Lesegeschwindigkeit natürlich etwas geschadet hat – sonst brauch ich eigentlich nicht so lang. Dafür hat sich mein Wortschatz beträchtlich erweitert – und die Erkenntnisse, die ich aus dem Buch ziehen durfte, sind sehr bewegend.

Geschrieben bzw. veröffentlicht wurde „Atlas Shrugged“  bereits  1957 von Ayn Rand, einerAmerikanerin mit russischen Wurzeln und jüdischem Hintergrund. Andere Werke mit den Titeln wie „Capitalism: The Unknown Ideal“ oder „The Virtue of Selfishness“ lassen erahnen, wie Ayn Rand, bereits 1982 verstorben, drauf war.

In ihren Werken entwickelte sie eine eigenen philosophische Denkrichtung, den Objektivismus, die den Verstand über alles andere stellt. Wie auch in „Atlas Shrugged“ deutlich wird, vertritt sie einen strikten „Laissez-faire“-Kapitalismus. Am besten selbst mal informieren, bevor ich hier alles wiederkäue.

Zum Inhalt des Romans sei soviel gesagt: ich wollte grade nur einen extrem kleinen Überblick geben, was aber bereits ziemlich hart ist. Wikipedia muss euch also helfen 😉

Letztlich handelt es von wenig standhaften Unternehmern in einer kollektiv sozialistisch-planwirtschaftlichen USA, die sich erst gegen den Niedergang wehrend später spurlos verschwinden, in einen geheimen Tal für sich leben und warten, bis die gesamte Wirtschaft und Gesellschaft endgültig zusammengebrochen ist, da niemand mehr die Fähigkeit hat, Innovationen zu schaffen und Unternehmen zu führen. Nach „The road to serfdom“ von F.A. von Hayek das zweite Werk, das eindrucksvoll die Gefahren des Sozialismus vor Augen führt. Das lustigste Gesetz, von dem nach und nach Hunderte verabschiedet werden, besagt, dass Schriftsteller nicht mehr als 10000 Bücher verkaufen dürfen, weil sie ja anderen Schriftstellern die Überlebenschancen nehmen. In der Art wird die gesamte Wirtschaft nach und nach von einigen wenigen „Gutmenschen“ eingeschränkt, die sich letztlich schamlos selbst am geraubten, enteigneten Eigentum anderer erfreuen. Die Haupthandlung ist eigentlich eine komplett andere, aber das ist eine andere Geschichte. Das Buch ist so reichhaltig, dass man es selbst lesen sollte. Ich hab es aus der Uni-Bibliothek, Amerikanistik.

„Atlas Shrugged“ gilt als eines der einflussreichsten politischen Bücher Amerikas, in vielen Ranglisten ist es laut Lesermeinung nach der Bibel das bedeutendste Buch. In Europa und Deutschland ist Ayn Rand und ihr Werk allerdings nahezu – unbekannt. Vielleicht auch besser so.

Die meisten Kritiker sprechen ihr höhere literarische Qualität ab, bezeichnen das ganze sogar als Kitsch (die Handlung ist streckenweise tatsächlich etwas kitschig und nicht immer sonderlich originell) und stören sich natürlich überhaupt an den Aussagen, die Ayn Rand in ihrem Buch trifft. Ihre Philosophie sei „fast perfekt in ihrer Unmoralität“ schreibt Gore Vidal.

Ich stimme auch nicht längst mit allem überein – sonst wäre ich wohl schneller aus der Piratenpartei raus, als mir lieb ist :P, betrachte es in Teilaspekten aber als sehr hilfreich für meinen weiteren Lebensweg.

Das war es auch schon. Ich möchte mich nicht weiter darin verzetteln, nur auf dieses wirklich lohnenswerte Buch aufmerksam machen. Lesen – es könnte euer Leben verändern! Oder sich zuwenigst drüber informieren und es danach hassen, und mich, weil ich es gelesen habe. Danach kann man dann drüber diskutieren – vorher nicht 😉

Ich schätze, 99% der Leser hier können damit nichts anfangen und würden es am liebsten verbrennen und verbieten !!!

Tag 10: Rafting & Swimming

Heute war ein toller Tag: wir haben nicht viel gemacht, aber das, was wir gemacht haben, war super!

Zuerst stand heute morgen ja nämlich Rafting an. Wir standen früh auf und mussten erst einmal eine dreiviertel Stunde nach Turangi fahren, das am anderen Ende des Sees liegt.

Irgendwann waren wir dann bei unserem Veranstalter angekommen, durften uns gleich umziehen und saßen fix dann auch schon im Kleinbus, der uns zum Ausgangspunkt unserer Tour brachte.

Der Neoprenanzug war zwar etwas unbequem, dafür hat er und die andere Kleidung aber schön warmgehalten. Eine dicke Schwimmweste, um nicht untergehen zu können, Neoprenstiefel und ein Helm gegen herabfallende Steine und Co.. rundeten unser doch recht komisches Erscheinungsbild ab.

Dann hieß es auch schon bald ins Boot zu steigen, nachdem wir es allemann einen steinigen, steilen Pfad zum Fluss runtergetragen haben. Der Fluss ist übrigens der Tongariro, wonach der gleichnamige Nationalpark benannt ist. Unser Streckenabschnitt ging durch unberührten Regenwald und Schluchten, die mich etwas an Herr-der-Ringe erinnert haben. Als würden wir den Anduin hinabgleiten…

Der Fluss ist zudem weltberühmt für das Angeln – hier kann man riesengroße Forellen fangen – ein paar von den Viechern habe ich auch im Wasser gesehen. Das soll eigentlich glasklar sein, durch die vielen Regenfälle der letzten Tage war es aber trüb und der Fluss bot ganz neue Herausforderungen, da mit höherem Wasser manch Steine verdeckt sind, was mal gut ist, weil man drüber fahren kann, mal schlecht, weil man drauf stecken bleibt.

Jedenfalls ging es für uns bald auf das Boot , ein stabil aussehendes, gelbes Schlauchboot.

Positiv hervorheben kann ich, dass „wir“ lediglich 6 Personen waren. Jonas und ich, sowie eine Texanerin und ihr Sohn als einzige Kunden, dazu 2 Instrukteure.. Optimale Betreuung also.

Nach einer Sicherheitseinweisung (wie vermeide ich es, ins Wasser zu fallen – oder wenn, wie komme ich wieder ins Boot…) und ein paar Paddelübungen ging es dann auch gleich auf den Tongariro stromabwärts. Rafting ist eine verdammt komplizierte, technische Angelegenheit. Da genügt es nicht, nur nach vorne zu paddeln, sondern man muss auch mal umgekehrt paddeln, oder die eine Seite nach vorne, die andere zurück. Oder wer rechts sitzt sich nach links schmeißen oder vice versa, damit das Boot von irgendeinem Felsen loskommt. Irgendwann kamen dann auch die ersten Stromschnellen von ingesamt gut 50, die wir auf unserer gut 3-stündigen Tour überqueren mussten. Macht einfach höllisch Spaß, auch wenn man ordentlich nass wird. Es ist zwar keiner as dem Boot gefallen, teilweise aber so rumgeschleudert worden, dass das fast passiert wäre. Man sitzt ja nämlich nicht sicher im Boot, sondern auf der Außenkante direkt am Wasser, der Gurt ist sozusagen der Fuß, der irgendwo (mir fehlt das Wort) untergeklemmt wird und damit sozusagen als Schutz vorm von Bord gehen, wirkt.

Nach ein paar Stromschnellen haben wir im ruhigeren Wasser dann eine Pause gemacht – und wer wollte, konnte von einer bestimmt über 3m hohen Klippe in den eisig kalten Fluss springen.

Wer sich an Schwimmunterricht mit mir erinnert, der wird wissen, was ich gemacht habe 😀

Irgendwann ging es dann auch wieder weiter, Stromschnellen über Stromschnellen, mal herausfordernder, mal weniger. Die Landschaft ist wunderschön, die Vögel zwitschern im Wald und es ist absolut menschenleer. Ich habe es wirklich genossen!

Zwischendurch haben wir ein paar mal gestoppt, weil unsere „Guides“ den Fluss checken mussten, weil der sich wegen dem vielen Regen ja ordentlich verändert hat. Aber nach gut 3 Stunden kamen wir dann, ziemlich erschöpft, am Ende unserer wirklich lohnenswerten Tour an.

Zurück im Basislager gab es dann was zu Essen, die mit einer wasserfesten Kamera von uns selbstgemachten Fotos wurden bewundert und ein bisschen von den Strapazen erholt.

Wir fragten dort, was man noch so im Gebiet dort machen könnte, doch durch das schlechte Wetter hatten wir kein Lust auf Wandern. Das kann man dort nämlich tiemlich gut. Dort, im Tongariro Nationalpark, stehen nämlich drei große Vulkane – von denen einer übrigens auch als Schicksalsberg von HdR gedient hat. Die Geröllwüste und Co. rundherum diente als „Mordor“.

Durch dieses faszinierende Gebiet führt wohl die schönste Tageswanderung Neuseelands – das Tongariro Crossing. Ca. 8 Stunden Wandern über einige Höhenmeter, aber die Anstrengung soll es wohl wert sein. Die Vulkane, Geröllwüste, durch Schwefel und Co. verfärbte Seen und noch viel mehr. Eigentlich wollten wir das morgen angehen, doch leider ist das Wetter morgen so schlecht, dass der Track sogar geschlossen wird. Werde ich irgendwann aber garantiert noch machen.

Zurück zu meinem Tag: wir fuhren noch nach Turangi, dem größeren Ort dort unten am See, wo es aber nicht sonderlich viel zu sehen gibt und dann auch schon wieder zurück nach Taupo, wo wir uns erholt haben. Ich weiß nicht warum, aber ich war so müde, dass ich 3 Stunden durchgeschlafen habe. Sonderlich viel verpasst haben wir deshalb aber nicht. War schon schwer, für morgen noch ein paar sinnvolle Aktivitäen zu finden – und da ist trotz schlechtem Wetters auch einiges an Wandern in der Umgebung hier bei.

Aber weiter zu unserer anderen schönen Aktivität hier heute. Nach einem Abendessen in der Stadt wurden wir nämlich von 2 ehemaligen Arbeitskolleginen von Jonas (die wir ja bereits am Tag zuvor getroffen hatten) eingeladen, mit ihnen Schwimmen zu kommen. Es ging nicht etwa, zu einem kommerziellen Badebetrieb, sondern zu einem von Mutter Natur gesegneten Ort am Waikato River.

Obwohl nämlich schon beinahe dunkel, waren wir in diesem Fluss schwimmen. Eigentlich ist der so 15 Grad warm – Schwimmen ist also schon nur was für Mutige. Wir waren jedoch an einem Platz, wo das Wasser geothermal erwärmt wird und plötzlich knapp 40 Grad warm ist. Natürliche „Hot Pools“ in einem Fluss traumhaft! Zwar ist der Ansturm dort meist recht groß, wir hatten jedoch einen ruhigen Abend dort, im heißen Wasser liegend und sich unterhaltend. Das Wasser ist, wo es warm ist, zwar nur knapp 20cm tief, aber reicht ja, um sich hinzulegen und voll einzutauchen. Besonders witzig ist es, sich im Grenzbereich zwischem kalten und warmen Wasser aufzuhalten. Es gibt nämlich kein wirkliches Zwischending – die Beine im 15 Grad kaltem Wasser und der Körper im knapp 40 grad warmen – manchmal schon fast zu warmen – Wasser. Als es dann dunkel wurde, sogar noch den Sternenhimmel beobachten, auch wenn die Wolken diese meist verdeckten.

Alles in allem ein sehr gelungener Tagesabschluss mit den beiden Mädels!

Die dann nach Hause gefahren, und dann uns – und nun liegen wir hier und erholen uns von diesem schönen Tag ein zweites Mal. Also – wenn ihr mal nach Taupo kommt: unbedingt in den „Hot Water Streams“ (so wird das nämlich genannt) im „Spa Park“ baden – am besten abends.

Mal schauen was wir morgen machen, übermorgen geht es dann ja schon nach Napier, wo wir auch Weihnachten verbringen, dass – oh Schreck – ja schon in 3 Tagen angeblich stattfindet. Nicht für mich jedenfalls. Ich überlege schon, ob ich mir Heiligabend nicht eine Nacht im Gefängnis gönne – Napier hat nämlich ein ehemaliges Gefängnis als Backpackers-Unterkunft….