Abrechnung Part II: Fachbereich Politik- und Verwaltung

Servus,

soeben habe ich meine Hausarbeit verschickt. Schaun wir mal – ich hab zwar keinen roten Faden – also das wichtigste – sonst ist es aber ein Meisterwerk geworden, was ich zu gegebener Zeit hier publizieren werde.Eine Mikro- und Makroebene auf die Freiheit zu beziehen – wie innovativ von mir. Wahrscheinlich zu innovativ für den Konstanzer Fachbereich.

Über den möchte ich heute schreiben, ehe ich morgen 7 Stunden über die Autobahn nach Herford düse. Ich hatte ja meine Abrechnung mit der Uni bereits – jetzt muss es so langsam mal weitergehen: heute also der Fachbereich!

Erst einmal: ich bin sehr zufrieden. Politik- und Verwaltungswissenschaften ist hinsichtlich der Inhalte genau das Richtige für mich. Hinsichtlich der späteren Berufsfelder schätzungsweise eher weniger – ich weiß schon viel, was ich nicht mehr machen möchte  (anderes Thema). Man kann sich ja zum Glück recht breit bilden, sowohl in Politik als auch in BWL und weiteren verwandten Fächern.

Der Fachbereich Politik- und Verwaltungswissenschaften hat ganze 16 Lehrstühle – das ist schon ganz ordentlich, zumal es garnicht so viele Studierende sind. 210 in meinem Jahrgang, nach diesen ersten Semester vermutlich ein paar weniger…

Der Fachbereich ist politisch – meiner Einschätzung nach – ziemlich grünrot. Wie mittlerweile auf Landesebene in der Regierung. Da passt die ganze Sozialpolitiks- und Wohlfahrtsstaatenforschung ja auch blendend rein in diesen politischen Bereich. Der Fachbereich ist vor allem führend in Policy-Analyse  und sowas – für Laien: Policy = Politikfeld. Eigentlich ganz positiv, da es mich sehr interessiert, die Schwerpunkte (Sozialpolitik eben) aber leider so garnicht.

Außerdem wird hier in Konstanz eben sehr viel Wert auf die Methodik und Statistik gelegt. Ich möchte mich nicht überlegen fühlen – aber was ich so höre, lernen wir hier deutlich mehr als an anderen Unis. Wobei man nie weiß, ob denn auch alles sogut vermittelt wurde, die Durchfallquoten in diesen Vorlesungen sind immer unnormal hoch. Ich hab immerhin bestanden 😉

Politische Theorie wird in Konstanz eher vernachlässigt. Einerseits schade, andererseits kann man sich das meiner Meinung sowieso viel besser im Selbststudium aneignen – man muss halt viel lesen. Diskussionen sind natürlich noch besser – wie z.B in den Seminaren möglich.

Für die muss man den Konstanzer Fachbereich echt loben. Bereits jetzt am Anfang sind die Teilnehmer auf maximal 15 begrenzt – also keine 80 Leute wie es an anderen Unis Gang und Gäbe zu sein scheint. Nicht nur das – im nächsten Semester – verwundert mich schon ein wenig – geben ein paar Professoren die Proseminare des Grundstudiums. Darunter ein Seminar, das sich mit Netzpolitik beschäftigt, vielleicht auch über die Piratenpartei: unglücklicherweise kann ich das nicht mehr belegen, weil ich mein Politikseminar bereits im ersten Semester jetzt hatte. Aber vielleicht freiwillig…

Was gibt es sonst noch zu sagen? Wir haben 2 großartige Studiengangsberater, die auch tatsächlich was von ihrer Sache verstehen (ist leider eher selten wie ich bei meiner Recherche letztes Jahr erleben durfte), ein paar andere nette Mitarbeiter am Fachbereich und öfter auch mal spannende Vorträge – Kolloqium nennt sich das. Da war ich im letzten Semester immer, um einen Einblick in aktuelle Forschungsfragen zu gewinnen – leider wird das nicht so angenommen wie es wünschenswert wäre, grade von jüngeren Semestern.

Was ich kritisieren möchte: unsere Prüfungsordnung ist vergleichsweise echt hart. Und die Klausuren zumindest dieses Jahr waren es gantz subjektiv auch. Wer zweimal nicht besteht – ist quasi weg vom Fenster und wird wahrscheinlich nirgendwo in Deutschland mehr Politik studieren dürfen. Sämtliche Noten zählen von Anfang an für die Endnote, wenn auch nicht sonderlich stark (meine Prüfungen zählen jetzt irgendwie 12%, und da ist schon was aus dem 3. Semester mit bei). Es gibt auch keine Wiederholungsmöglichkeiten von Prüfungen zwecks Notenverbesserung – mit meiner 3,7 in Methoden (damit lieg ich im Durchschnitt ;)) ziehe ich den Rest also schon rapide runter…

Trotzdem – ich bin erfolgreicher als noch in der Schule, das will schon was heißen. Im nächsten Semester werd ich – sofern mein Antrag bewilligt wird – auch Sachen aus dem 5. Semester schon besuchen. Der Fachbereich ist in dieser Hinsicht sehr flexibel und ganz kundenfreundlich 😉 Auslandskontakte sin exzellent (wär noch nen eigenen Artikel wert), gleiches gilt für Praktika – unser 4. Semester (in genau einem Jahr also schon) ist ja ein reines Praxissemester, wo der Fachbereich schon mit ein paar netten Institutionen kooperiert. Die sind zwar nicht unbedingt was für mich – mich zieht es eher zu Thinktanks in die USA – aber trotzdem ganz nett. Rennommiert ist der Fachbereich durchaus – noch ein I-Tüpfelchen auf dem Exzellenzstatus der Uni.

Ich fühle mich jedenfalls echt wohl hier am Fachbereich abgesehen von ein paar Kleinigkeiten, die ich hier nicht unbedingt ausführen möchte. Kann auch jedem nur empfehlen in Konstanz Politik zu studieren – Verwaltung braucht man in Form der Reifen, ohne die das Politik-Auto nicht fährt 😉

Naja, ist jetzt nicht der Artikel geworden, der es sein sollte, aber ich hab immerhin was geschrieben und zumindest ein wenig informiert.

Der nächste kommt dann bereits aus Herford!

 

 

 

 

 

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Meine Abrechnung mit Konstanz: Part 1 – die Uni

Ich habe mir gedacht, ich werde in den nächsten Tagen mal mein bisher halbes Jahr in Konstanz Revue passieren lassen und ein wenig abrechnen 😉

Konstanz muss sich keine Sorgen machen, die Abrechnung wird überwiegend positv verlaufen. Ob für die Uni allgemein (Part 1), den Fachbereich und Studiengang (Part 2) oder die Stadt und das Leben drumrum (Part 3).

Heute fangen wir mit Part 1 an: die Universität Konstanz

Dass sie eine Exzellenz-Uni ist, in allen 3 Förderlinien erfolgreich, sieht man ihr von außen nicht gerade an. An Hässlichkeit übertrifft es fast die Uni Bielefeld, die aber längst nicht mit so einer schönen Lage punkten kann wie die Uni Konstanz. Auf und an dem Gießberg, rundherum dichter Wald, Wiesen und Naturschutzgebiete, der See nicht allzufern – da kann man über die äußeren Werte hinwegsehen. Zumal es immer ganz nett ist, die Insel Mainau, den Bodensee und das gegenüberliegende Seeufer zu beobachten – ob in der Mensa, manchem Hörsaal oder anderen Räumen. Im Sommer, wenn man am liebsten in den See springen würde, ist das vielleicht nicht mehr so schön ;

Ein einziger Campus hat aber auf jeden Fall seine Vorteile. Durch seine Lage außerhalb der Stadt ist sie zwar etwas von Konstanz entkoppelt, dafür sind viele Studenten gleichzeitig auf einen Haufen, ohne, dass es je übermässig voll wirkt.

Am Anfang verläuft man sich noch in den verwinkelten Gebäuden, schnell hat man aber die Orientierung raus und findet sich gut zurecht. Hin und wieder entdeckt man noch „geheime“ interessante Räume, bspw. den Bierautomaten in der Chemie-Fachschaft. Oder bewundert die garnicht mal so kleine Aquarienwelt im Biologietrakt, wo hungrige Piranhas auf ihre Opfer warten.

Kommen wir zur Mensa: speisen mit den Blick auf den Bodensee ist nett. Das Essen ist einigermaßen preiswert, schmeckt aber auch so. Alle 2 Wochen gibt es das gleiche, bloß unter einem anderen Namen. Die Portionen sind allerdings recht groß, weshalb Gourmands dort eher auf die Kosten kommen als Gourmets. Gibt allerdings auch eine Grilltheke usw. – die ist zwar teurer, da ist das Essen aber auch deutlich appetitlicher. Insgesamt betrachtet kann man in der Mensa aber durchaus essen, ich mach es etwa 2-3 mal in der Woche – vor allem, da es immer noch besser schmeckt, als wenn ich mir selbst was mache ;D Gibt auch noch einen Asiaten auf dem Campus  – bei dem hab ich mich allerdings noch nie getraut zu essen…

Als großes Problem – könnte man meinen – dürfe sich die Bibliothek der Universität Konstanz darstellen, die ja durch Asbestfasern verseucht ist. Tatsächlich merke aber zumindest ich keine wirklichen negativen Auswirkungen, was damit zusammenhängen mag, dass ich die Hausarbeit noch nicht wirklich gestartet habe und während der Klausurenphase die mutmassliche Überfüllung nicht miterlebt habe, weil ich, wenn überhaupt, zuhause gelernt habe. Eher sind mir die positiven Seiten aufgefallen: 24h geöffnet, 7 Tagen die Woche, sodass man auch tief nachts dort arbeiten kann, sowie eine Ausleihfrist von bis zu 20 Wochen, sofern nicht jemand das Buch vormerkt. Hab hier ein paar Bücher schon seit ein paar Monaten rumliegen – müsst ich echt mal zurückgeben… Die Bib ist auch echt gut bestückt, hab mir schon einige Literatur für nach den Semesterferien rausgesucht.

Was könnte ich noch so allgemein über die Uni erzählen? Ich habe als Vergleich ja nur die Uni Bielefeld – und  Konstanz  schlägt die in fast allen Aspekten doch deutlich. Den Exzellenzstatus der Uni sieht man ihr nicht so an. Da kann auch die unieigene Segelbootflotte und die stylischen Videotafeln im Eingangsbereich nicht drüber hinwegtäuschen.

Aber fachlich bekommt man einiges geboten, und darauf kommt es ja auch an. Fast jeden Abend findet irgendwo ein interessanter Vortrag statt, zu dem man gerne hingehen würde – meist sehr lohnend. Auch das sonstige Angebot kann sich echt sehen lassen, ob kulturell oder vom Hochschulsport. Solch ein breites Programm ist echt toll. Im Moment mach ich ja nur Schach, werde aber versuchen im nächsten Semester einen Platz im Segel- oder Kayakkurs zu erhaschen – den See muss man ja nutzen. Die Skiausfahrten sind auch immer sehr gut.

Jetzt fällt mir nichts mehr ein, was ich loben kann. Genauso wenig aber kann ich sehr viel kritisieren. Halten wir fest: mir gefällt die Uni Konstanz an sich sehr gut und ich bin froh die Entscheidung zugunsten von ihr getroffen zu haben 🙂

Max Weber – ein „zensierter“ Verriss (Achtung: SATIRE)

Guten Abend,

ich habe mich grade an meinen Vorsatz erinnert und werde nun die ersten Worte 2012 schreiben – und gleich gehts provokant los. Ihr habt nämlich die Ehre, meinen eigentlich für das Fachschaftsmagazin „Powalter“ verfassten Artikel über  Max Weber zu lesen, der aber aus redaktionellen Erwägungen aus Rücksicht auf Mitglieder des Fachbereichs nicht angenommen wurde.

Edit: Um es noch einmal deutlich zu machen: das Ganze ist ausnahmsweise nicht meine Meinung und auch keine  (wissenschaftlich–fundierte ) Kritik, sondern pure Satire mit vielleicht schlechtem Geschmack 😉

Nun mag ich das ganze nicht Zensur nennen – einen Text vor allem mit der Begründung nicht zu veröffentlichen, dass er Professoren, Mitarbeiter aber auch Studierenden missfallen könnte, halte ich für nahe dran. Meine ähnlich verschachtelten Sätze wie bei Max Weber scheinen auch nicht immer verstanden und mißgedeutet worden zu sein – ich hoffe, es geht euch ähnlich! Falls ihr meiner Logik nämlich tatsächlich folgen könnt, muss ich zukünftig noch anspruchsvoller schreiben. Aber anspruchsvolle, provokante Kost ist nicht Jedermanns Sache und für ein Magazin an einer  „Exzellenz-Uni“ anscheinend nicht passend.

Wie dem auch sei – der Inhalt des Artikels ist rein tatsachenorientiert statt erfunden. Zweiffellos ist es ein Verriss, aber zu loben gibt es bei Max Weber wenig – jedenfalls haben meine Recherchen nichts ergeben. Aber genug geredet – jetzt provoziere ich und zeige Euch die volle Wahrheit (jedenfalls einen Teil davon) , was Max Weber noch so getrieben hat. Ein gewisses soziologisch-/politisches Max-Weber-Verständnis könnte helfen, dem Text zu folgen, der aufgrund von Zeichenbeschränkungen leider ein etwas abruptes Ende hat.

Dem studierenden Powalter wäre es wohl nur allzu recht gewesen, wenn sich folgende Aussage des Historikers Alfred Doves bewahrheitet hätte: „Es wird von Weber nichts übrig bleiben, trotz seiner vielen Einfälle.“

Einfälle hatte er genug, auch wenn er nicht die Gabe hatte, diese verständlich zu formulieren.

Seine verschachtelte und komplexe Logik in der Herrschaftssoziologie löst so ein Grausen aus, dass man sich fragt, wie dieser Mensch auf solche Gedanken kommen konnte, ohne Cannabis in seine Pfeife zu stopfen.

Seine Schriften eroberten genauso schnell die Welt wie die Spanische Grippe, an der er im jungen Alter von 56 Jahren starb. Durch diese Schriften reduzierte sich die Weltbevölkerung zwar nicht um Dutzende Millionen, in etwa genau so hoch dürfte jedoch die Zahl verzweifelter Studenten der Sozialwissenschaften sein, deren Gedanken von der rationalen Herrschaft Max Webers geknechtet werden.

Wie konnte es also bloß geschehen, dass aus diesem hoffnungsvollen Spross einer bourgeoisen Familie solch eine Qual wurde?

Eine empirische Auswertung des Datenmaterials fördert so Erstaunliches zutage, dass Webers Zeitgenosse Sigmund Freud sicher Freude gehabt hätte, Weber psychoanalytisch zu untersuchen.

Die Fassade des brillanten Wissenschaftlers Max Weber hätte nämlich sicher Risse bekommen, wäre sein intimstes Privatleben noch zu Lebzeiten enthüllt worden. In 27 Jahren Ehe verkehrten Weber und seine Ehefrau nur auf intellektueller Ebene miteinander, was Raum zur psychoanalytischen Theoriebildung schafft. Eine der Theorien stellt die Hypothese auf, dass Weber an einem Ödipus-Komplex litt. So seien seine ersten sexuellen Erregungen nicht nach – wie er sagte – dem Prügel eines Dienstmädchen entstanden, sondern durch den seiner Mutter.

Weber fiel auch in politischer Hinsicht auf: Würde er heute leben, möchte man ihn fast bei rechtsnationalen Splitterparteien verorten. Sein Hass auf die Polen und den Sozialismus äußert sich zum Beispiel so:

Dass wir heute nicht einmal eine Division gegen die Polen entsenden können, das haben wir dieser Revolution zu verdanken. Man sieht nichts als Schmutz, Mist, Dünger, Unfug und sonst nichts anderes. Liebknecht gehört ins Irrenhaus und Rosa Luxemburg in den Zoologischen Garten.“

Bei solch dem Idealtypus sicher nicht entsprechenden Äußerungen hätte manch Bürokrat ihn lieber an den Webstuhl statt den Lehrstuhl verbannt.

Ein Klassiker und insbesondere in den USA sehr geschätzter Vordenker der Verwaltungswissenschaften ist und bleibt er trotzdem – diese Erkenntnis werden noch viele junge Menschen mitnehmen müssen!

Und was meint Ihr ?  Nicht-Veröffentlichung gerechtfertigt oder nicht? Provokant oder harmlos? Anspruchsvoll oder anspruchslos?