Was ich (nicht) vermissen werde…

Die Zeit vergeht immer schneller, so langsam wird mir bewusst, dass ich schon bald dieses, eigentlich doch ganz schönes Dörfchen, verlassen muss. Daher hier 10 Dinge, die ich vermissen bzw. nicht vermissen werde!

10 Dinge, die ich vermissen werde:

– quasi alle Kinder der Grundschule, manche mehr, manche weniger

– die allgemeine Freundlichkeit der Bewohner hier

– die allfreitägliche Cranberry-Pizza  im Red Post Cafe

– zauberhafter Fussball mit den Brasilianern und Co.

– Tennis mit schlechten Bällen und komischen Regeln auf blöden Platz

– die eigentlich doch sehr relaxte Arbeit

– das wöchentliche Ausspannen in den Thermalquellen von Hanmer Springs

– der  Blick auf die schneebedeckten Berge, besonders bei Sonnenuntergang

– die Handschrift von Room 5 bewerten

– mein gemütliches Bett hier und gutes WLAN

 

10 Dinge, die ich NICHT vermissen werde:

– die unabwechslungsreiche Verpflegung (wobei ich da selbst schuld bin)

– das schnell wachsende Gras des nie genutzten, großen Gartens

– die komischen Pommes von Macs Diner

– die extrem hart die Erde bescheinende Sonne

– das ständige „Petzen“ der Kinder

– Arbeit wie z.B  Bücher binden

– den extremen Dialekt hier

– die so langsam nervige Strecke nach Christchurch

– das Angebot und das Preisniveau des örtlichen Supermarktes

– den allmorgenlichen Spaziergang zur Schule

 

 

Tag 14: Karamea-Opara Basin-Culverden

So, nun möchte ich endlich die Reisegeschichte beenden und den Trip kurz resümmieren, um dann von dieser schweren Last befreit mit interessanteren Artikeln auftrumpfen zu können – es hat sich schon manche Idee auf meiner Festplatte angestaut, genug um jeden Tag bis zu den Ferien etwas zu schreiben. Aber dazu wirds wohl nicht kommen.

Bevor ich mit dem 14ten und letzten Tag beginne – hier noch ein kleiner Witz, den mir ein Grundschulkind heute erzählt hat!

„What does a  possum do at the road? – He wants to see his flat mate“

Hahahaha – habt ihr gelacht,  oder nicht? Zumindest hoffentlich verstanden, auf Deutsch wiederzugeben würde dem auf Wortspiel basierenden Witz schließlich seinen Charme rauben.

Nun aber zum letzten Tag meiner Reise – wer mitgezählt hat, weiß, dass dieser an einem Freitag war – die letzen beiden Ferientage wollte ich in Culverden verbringen, so langsam war ich das „aus dem Koffer leben“ auch satt.

Ich stand also nach einer schlaflosen Nacht auf und richtig, ich befand mich ja immernoch in den Räumlichkeiten der Rongo-Sekte! Die Nacht war deshalb schlaflos, weil es nur dünne Decken zum Zudecken gab bei unangenehmer Kälte) und die Bettmatraze extrem dünn und unbequem war. Aber ich hab es überlebt, noch ein paar Worte mit den Rongonianern gewechselt und bin dann auf deren Anraten zum Opara Basin gefahren. Das hiess, dass ich erst einmal wieder Richtung Heaphy Track gefahren bin, dann aber auf halber Strecke dorthin eine Schotterstraße mitten in den Urwald genommen habe. Das Opara Basin ist nämlich mitten im Kahurangi Nationalpark gelegen, ca. 25k von Karamea entfernt.  Und die Straße war  natürlich auch leer. War bisher die herausfordendste Straße – Schotter bzw. gar kein Belag, ständiges Auf und Ab, extrem kurvige Strecke, dabei die g anze Zeit durch den dichten, kaum Sonne durchlassenden Urwald. Ich kam aber heil im Zielgebiet an, wo sich außer mir auch niemand anders befand. Da wurde mir auch deutlich, dass, wenn ich steckengeblieben wäre (da ich ja nunmal kein Allrad habe) oder von der Strecke abgekommen wäre (man driftet da ganz schön – unabsichtlich) wohl so schnell keine Hilfe bekommen hätte. Ohne Handyempfang, kein Mensch im weiteren Umkreis und mit Karamea der nächste Ort ca. 25km Straße entfernt.

Zum Opara Basin ist folgendes zu sagen: es ist ein Gebiet mitten im Regenwald, indem ein paar Wanderwege verlaufen, darunter auch der Startpunkt eines Mehrtages-Tripps. Hauptsächlich kommen die Besucher hier aber wegen der Höhlen her. Das Gestein dort ist nämlich irgendwie besonders und es gibt viele Höhlen, wo man auch öfters Fossilien oder Knochen vor nicht allzu langer Zeit ausgestorbener Tiere findet (z.B vom Moa (= quasi ein Kiwi, bloß größer als ein Strauß).

Außerdem fliesst ein Fluss durch die Gegend und der idylische Regenwald lockt mit einem Orchester an Vogelstimmen.

Soweit abgelegen hätte ich es nicht erwartet, doch das DoC hat hier sogar eine Toilette aufgestellt und ein überdachtes Infozentrum, wo man sich an Schautafeln schlau machen konnte. So erfuhr ich, dass den Höhlen und Flüssen in dieser Gegend „Herr-der-Ringe“ Namen gegeben wurden (der Kreis schliesst sich…)

Tatsächlich führte mich meine erste Wanderung (von mehreren kleineren, höchens halbstündigen Trips) zur „Moria Cave“ – benannt nach Moria – oder auch Khazad-dûm um den kleinen Volk entgegenzukommen (:P) – der verlassenen Zwergenstadt, wo  der böse Balrog kommt und Gandald von der Brücke mit in die Tiefe reisst…

Doch der Eingang der Höhle sah nicht wie im Film aus, noch befand ich mich im Azanulbizar – einladend war es aber nicht. Ein kleines Loch mitten im Felsen – es herrschte Dunkelheit auf den ersten Blick. Ich entschied mich trotzdem hereinzusteigen und es ging auch sofort hinunter in die Tiefe. Da sah ich aber auch schon, dass es wieder hell wurde, die Höhle hatte ihren wirklichen Einlass nämlich ein paar Meter weiter – bloß kommt man von dort nicht hinein, weil ein Fluss direkt vorüberfliesst. Ich kraxelte also ein bisschen in der „Höhle“ rum, was ich fast bereut hätte, denn der Weg hinaus aus der Höhle war nicht so einfach wie rein – der Boden war glitschig und ich musste mich echt ziemlich konzentrieren, um wieder sicher hinauszugelangen. Ich beschloss dann, statt den Weg wieder umzukehren, den etwas längeren Rundweg zu nehmen, der mich noch an zwei sehr schön spiegelnden Seen vorbeiführte – spiegelnde Bäume sehen aber ja nicht sonderlich interessant aus. Ich stieg dann wieder ins Auto und fuhr noch 2km weiter, weil dort ebenfalls noch ein kleiner Ausflug wartete. Neben einer größeren Höhle, die allerdings abgesperrt ist und die man nur in fachkundiger Begleitung betreten darf, führt ein Pfad zu zwei anderen wirklich größeren Höhlen. Ich ging also den Pfad, weiter und immer weiter, und wunderte mich, warum es plötzlich so dunkel wurde. Der Wald ist zwar ohnehin dicht, aber so dicht konnten die Bäume auch nicht sein. Ich schaute nach oben und stellte verblüfft fest, dass ich mich bereits in einer riesigen, bestimmt 30m hohen Höhle befand, in der die Bäume reingewachsen waren. Die Höhle ging allerdings nicht sonderlich weit, nichtsdestotrotz war es ein beeindruckender Anblick.

Danach suchte ich noch zwei weitere Höhlen auf, wo ich mich diesmal tatsächlich als Höhlenforscher betätigte. Obwohl dringend empfohlen wurde, eine Taschenlampe griffbereit zu haben, betrat ich die Höhle, zuerst die kleinere, ohne. Es führte aber ein gesichter Rundweg einmal hindurch, also nicht sonderlich gefährlich. Trotzdem wurde es recht eng und ich musste zeitweise krabbeln. Schwaches Licht gab mir nur mein Ipod (dessen Leuchtkraft reicht aber quasi nicht aus) und meine Kamera, die, wenn ich den Blitz benutzte, mir für den Bruchteil einer Sekunde die Orientierung ermöglichte. Sonderlich viel von der Höhle habe ich demnach natürlich nicht gesehen, die kleinere jedoch erfolgreich durchquert. Danach ging es in die größere, die im Gegensatz zu der kleineren ziemlich breit und hoch war. Auf einen Schild vorm Eingang wurde vor Spinnen und Käfern hingewiesen – man solle doch bitteschön aufpassen, diese nicht zu zertrampeln. Ich ging also auch in diese Höhle, immer weiter, das Licht vom Eingang erlosch irgendwann und ich war in vollkommener Dunkelheit gefangen. Langsam tastete ich mich mithilfe des Kamerablitzes voran – nach wenigen Minuten wurde es mir aber zuviel. Irgendwie war mir die Höhle unheimlich, so ganz ohne Licht – und mit dem Gedanken weit und breit der einzige Mensch zu sein. Angst vor Höhlenbären braucht man hier zwar nicht zu haben, doch ich beschloss, lieber wieder umzukehren. Diese Höhle blieb von mir also unerforscht.Ich möchte darauf hinweisen, dass die potentiellen Gefahren nicht sonderlich hoch waren, schließlich waren es vom DoC ausgewiesene Wanderziele, die auch entsprechend gesichert waren. Wenn man aber Lust auf „Caving“ hat, dort in der Nähe gibt es noch eine Vielzahl weiterer Höhlen, die noch weitgehend unerforscht sind…

Nun hiess es für mich Abschied nehmen und meine ziemlich lange Auto-Fahrt begann. Ohne nämlich groß einen Zwischenstopp im Auge zu haben, wollte ich nach Culverden zurückkehren. Nach ca. 40 Minuten war ich in Karamea, nach 2 Stunden nahe Westport , nach 3 1/2 Stunden machte ich dann Pause in Reefton, einen kleinen, im Vergleich aber doch recht großen  Örtchen (viertgrößter und einziger inländischer Westküstenort), welcher sich, warum auch immer, preist, die erste Straßenbeleuchtung Neuseelands gehabt zu haben. Irgendwas lässt sich ja immer vermarkten 😀

In nicht allzu weiter Ferne ist übrigens die Pike-River-Kohlemine, von der man vielleicht auch in Deutschland grade hört. SPON berichtet z.B darüber und ergeht sich in der Stadtneuschöpfung „Greychurch“ – eine Mischung aus Greymouth und Christchurch (beim nächsten Erdbeben heisst Christchurch bestimmt „Christmouth“…)

Es gab  nämlich ein Grubenunglück, bloß im Gegensatz zum „Wunder von Chile“ werden dort alle 29 Bergleute ihre Schicht vermutlich  nicht überleben. Die Anteilnahme ist, grade hier in der Gegend, wo es nicht allzuweit weg ist, ziemlich hoch. Aber mal sehen, vielleicht gibt es ja wirklich noch ein Wunder…

Von Reefton ging es dann über den Lewis Pass zurük nach Culverden, was noch einmal 2-3h Fahrt bedeutete. Kurz vor Reefton ereignete sich dann das eigentlich schon lange Erwartete. Regen! 5 Tage war ich an der We(s)t Coast, und es gab keinen Regen, tagsüber. Nun schien ich aber die volle, glücklciherweise ausgebliebene Ladung abzubekommen – es regnete und regnete und hörte nicht auf. Dadurch habe ich auch die eigentlich spontan geplanten Zwischenstopps für kurze Wanderungen nicht wahrgenommen.

Erst als ich das Gebirge verließ und in die Ebene kurz vor Culverden einschwenkte, sah ich wieder die Sonne, die am Horizont zu verschwinden drohte. Es war nämlich schon Abend geworden. Froh, wieder in Culverden zu sein, erließ ich also alle notwenigen Anweisungen (gegenüber mir selbst) und zelebrierte das Ende der Reise mit einer schönen Cranberry-Pizza im Red-Post-Cafe – ein Ritual, dass ich nach Abreise hier wohl vermissen werde. Das restliche Wochenende erholte ich mich dann noch, samstags abends in den Thermalquellen Hanmers, schrieb was in diesem Blog ;), und bereitete mich wieder auf die Arbeit vor. Das ist jetzt zwischen 6-7 Wochen her – und ich bin erstaunt, wie ich mich noch an alles erinnert habe.

Damit könnte ich eigentlich zum Abschluss kommen, mache ich aber nicht. Erst noch ein kleines Resumeé meiner Reise.

Die Reise war wirklich „awesome“, „fantastisch“ und sehr „lehrreich“. Vor allem war sie unerwartet, denn eigentlich dachte ich, ich wäre die ganze Zeit mit den beiden ehemaligen Mitreisenden zusammen. Es war aber genau die richtige Entscheidung, getrennte Wege zu gehen – ich hätte einfach zu viele interesannte Dinge verpasst. Da nehme ich dann gerne auch etwas Einsamkeit auf mich. Im Endeffekt war es durch das Schlafen in Backpackers statt in Zelten und der Spritkosten etwas teurer als kalkuliert, aber es war sein Geld auf jeden Fall wert! Ich freue mich schon riesig, wenn es in knapp 2 Wochen wieder losgeht – die genaue Route werde ich noch mitteilen…

Um meine Frühlingsferien-Route besser nachvollziehen zu können, werde ich wohl auch noch eine Karte bearbeiten und Euch zeitnah präsentieren.

Soviel dazu, Fotos kann ich im Moment leider nicht hochladen, da das Internet grade arg langsam ist…

Mal wieder Schule!

Richtig gehört . mal wieder Schule!

Das heisst mal ein kleiner Zwischenstand über meine Arbeit und noch ein paar weitere Infos zum Schulsystem, als auch Schule für mich!

Denn gestern habe ich nach sehnsüchtiger Wartezeit endlich mal wieder Hausaufgaben aufbekommen! Ich mache ja nämlich jetzt einen „Defensive Driving“-Kurs, den mir mein Projekt ja freundlicherweise spendiert hat.

Ich sitze also mit ein paar jüngeren Leuten in der „Academy“ (Oberstufenraum) meiner Schule und höre den Ausführungen von John zu, der uns defensives, sicheres Fahren lehren will. John ist ein cooler Typ und hat den theoretischen „Unterricht“ gestern Abend sehr lustig gestaltet – am Ende gab es ein paar lustige Videos und Horror-Bilder von verunglückten Autos – schonmal zur Abschreckung!

Die Hausaufgabe, die wir zu morgen (dann gehts nämlich schon weiter) bearbeiten müssen, ist leider neben einen Fragebogen eine CD und damit leider nicht mit meinen Netbook kompatibel. Man sollte die CD aber entsprechend machen, vor allem weil das wohl der spaßigste Teil des Kurses wäre – beinhaltet nämlich ein Fahrsimulator. Als ich John sagte, dass ich die CD nicht benutzen könne, lud er mich sofort zu sich nach Hause ein, wobei sich auch herausstellte, dass seine Frau eine Lehrerin meiner Schule ist. Nachdem die CD auf den Schulcomputer nicht läuft, werde ich auch sein Angebot annehmen und morgen nach der Schule die CD durcharbeiten – bin ich mal gespannt!

Der Kurs war bisher durchaus interessant und hilfreich – und ich habe sogar quasi alles verstanden! Da kommt schon fast wieder Sehnsucht nach Schule auf, die in den letzten Monaten (1 Jahr zuvor) richtig viel Spaß gemacht hatte, muss ich zugeben… Naja, muss ich auf die Uni warten….

Sind aber jetzt noch 3 theoretische Abendkurse und dann ein praktischer  Teil, allerdings keine Prüfung, sondern rein zur Erprobung der gelernten Kenntnisse und fahrspezifische Fragen – im eigenen Auto zum Glück, weshalb meine Angst, im Schaltwagen (und damit Schaltlhebel links), unbegründet ist.

Für die Mitschüler ist der Kurs essentiell für das Erhalten ihrer vollen Fahrlizenz – hier in Neuseeland herrscht ein System mit ein paar verschiedenen Abstufungen, das ich noch nicht ganz durchblickt habe.

Wie dem auch sei, ich komme zur anderen Schule, der Amuri Area School.

Das ist, wie ihr sicher wisst, mein jetziges Projekt, das ich allerdings in 3 Wochen ja schon verlassen werde. Es ist nicht so, dass ich (wie von anderen gehört) Tage im Kalender abhake, aber ich freue mich wirklich auf die 6 Wochen Sommerferien. Die Arbeit ist relativer Alltag geworden und wird zunehmend langweilig – nichtsdestotrotz habe ich immer noch schöne Momente, z.B. heute als mir meine kleine Nachhilfe-Schülerin versicherte, „ich sei so cool“ und „ihr Freund“, obwohl grade sie durch ihre Unmotivation schon manch strengen Umgang meinerseits riskiert hat.

Auch die anderen Kinder sind traurig, dass ich nach den Ferien nicht mehr da bin – genauso geht es mir, ich werde die Kinder ziemlich vermissen, glaube ich! Was mich allerdings besonders nervt, sind die ganzen „petzenden“ Kinder – über Kleinigkeiten, die, wenn ich sie erwähnen würde, nur Kopfschütteln und Gelächter folgen würde. Neuseeländische ländliche Schulen scheinen noch ein echtes Idyll zu sein – es gibt nur 3-4 Kinder, die hin und wieder mal – meist untereinander  – größeren Streß machen.

An der Arbeit an sich hat sich nicht viel geändert – ich mache z.b immer noch jede Menge Pausenaufsicht, wo ich jetzt auch immer darauf achten muss, dass die Kinder ihre Sonnenhüte tragen (wegen der starken Sonnenstrahlung hier) und aufgrund neuer, verschärfter Regeln darauf achten, dass die Kinder in in einem speziellen überdachten Bereich ihr Essen essen, dort jedes einzelne kontrollieren, ob es aufgegessen hat, um dann die Erlaubnis zu geben, dass es spielen kann. War bei uns damals, soweit ich mich erinnere, nicht so.

Eine Sache, die mir hier auch auffällt, ist, dass man nicht sonderlich „kritisiert“ wird – ich jedenfalls nicht – aber vielleicht ist meine Arbeit ja auch einfach nur wunderbar 😀

Außerdem habe ich jetzt die Klassenverteilung der Grundschule verstanden. Es gibt jahr 1/2, Jahr 2/3, Jahr 4/5 und Jahr 5/6.

Die Kinder werden nicht benotet, sondern ihr persönlicher Fortschritt wird beschrieben und mit dem „nationalen Standard“ verglichen. Das sind Vorgaben der Regierung, wann ein Schüler bestimmte Sachen zu können hat. Die meisten Schüler meines Projekts liegen dabei „über“ dem nationalen Standard, worauf die Schule natürlich stolz ist. Das würden deutsche Politiker jetzt natürlich am „decile rating“ festmachen, das anzeigt, welchem „sozio-ökonomischen“ Einzugsgebiet die Schule zuzuordnen ist, auf Gutdeutsch also, welchen Bildungs- und Vermögenshintergrund die Einwohner der  Gegend haben. Die Amuri School kommt auf einen Wert von 8 aus 10, das ist ziemlich  „gut“. Wundert mich auch nicht in einem ländlichen Gebiet – Farmer sind nämlich grundsätzlich sehr wohlhabend hier in Neuseeland – an Landbesitz natürlich eh, aber wenn man sich deren Häuser und Autos anschaut und die als Hintergrund nimmt, auch…

Trotzdem gibt es auch einige „Migranten“ an der Schule, hauptsächlich aus Südamerika und den Philipinnen. Die sind aber vorbildlich integriert, sprechen gutes Englisch (immer noch besser als ich) und stehen ihren in Neuseeland geborenen Mitschülern meist in nichts nach – und falls doch gibt es soviele Lehrer hier an der Schule, die mit lernschwachen oder eben migrantischen (ein Neologismus!?) üben, damit die Kinder ein gesundes Niveau erreichen.

Zu dem kann man wohl sagen, dass insbesondere die schwächeren Schüler hier im Gegensatz zu Deutschland massiv gefördert werden, sodass selbst der schlechteste am Ende seiner Schullaufbahn noch ein relativ hohes Niveau haben wird – ich spreche natürlich nur für die Schüler hier, in den größeren Städten wird das ganz anders aussehen…

Die schwächeren Kinder sind also schlauer im Vergleich zu denen in Deutschland – die schlaueren (schlau in Hinblick auf Schulstoff) jedoch den Deutschen meiner Meinung nach unterlegen. Denn wirklich tief wird hier selbst in der Oberstufe nichts vermittelt. Was in Mathe hier in der Oberstufe gemacht wird, haben wir in der 9. Klasse gemacht. Allerdings ist die hier auch ganz anders strukturiert und ich habe keine Ahnung davon, alo lasse ich es mal sein, darüber zu lästern…

Fakt ist aber, wie ich letztens auch in den heißen Thermalquellen in Hanmer diskutiert habe, dass hier in Neuseeland  ein „braindrain“ herrscht, d.h. die wirklich schlauen Köpfe wandern alle in die USA, nach Asien oder Europa ab, weil ihnen Neuseeland nicht allzu viel bieten kann. Darunter leidet das Land natürlich – das sich für seine Erfindungen eigentlich rühmen darf (komm ich mal noch irgendwannwann drauf)

Soweit dazu – der Abschluss meiner Reise kommt in Kürze als Artikel

Sonntag gehts übrigens Whale-Watching in Kaikoura 🙂