Max Weber – ein „zensierter“ Verriss (Achtung: SATIRE)

Guten Abend,

ich habe mich grade an meinen Vorsatz erinnert und werde nun die ersten Worte 2012 schreiben – und gleich gehts provokant los. Ihr habt nämlich die Ehre, meinen eigentlich für das Fachschaftsmagazin „Powalter“ verfassten Artikel über  Max Weber zu lesen, der aber aus redaktionellen Erwägungen aus Rücksicht auf Mitglieder des Fachbereichs nicht angenommen wurde.

Edit: Um es noch einmal deutlich zu machen: das Ganze ist ausnahmsweise nicht meine Meinung und auch keine  (wissenschaftlich–fundierte ) Kritik, sondern pure Satire mit vielleicht schlechtem Geschmack 😉

Nun mag ich das ganze nicht Zensur nennen – einen Text vor allem mit der Begründung nicht zu veröffentlichen, dass er Professoren, Mitarbeiter aber auch Studierenden missfallen könnte, halte ich für nahe dran. Meine ähnlich verschachtelten Sätze wie bei Max Weber scheinen auch nicht immer verstanden und mißgedeutet worden zu sein – ich hoffe, es geht euch ähnlich! Falls ihr meiner Logik nämlich tatsächlich folgen könnt, muss ich zukünftig noch anspruchsvoller schreiben. Aber anspruchsvolle, provokante Kost ist nicht Jedermanns Sache und für ein Magazin an einer  „Exzellenz-Uni“ anscheinend nicht passend.

Wie dem auch sei – der Inhalt des Artikels ist rein tatsachenorientiert statt erfunden. Zweiffellos ist es ein Verriss, aber zu loben gibt es bei Max Weber wenig – jedenfalls haben meine Recherchen nichts ergeben. Aber genug geredet – jetzt provoziere ich und zeige Euch die volle Wahrheit (jedenfalls einen Teil davon) , was Max Weber noch so getrieben hat. Ein gewisses soziologisch-/politisches Max-Weber-Verständnis könnte helfen, dem Text zu folgen, der aufgrund von Zeichenbeschränkungen leider ein etwas abruptes Ende hat.

Dem studierenden Powalter wäre es wohl nur allzu recht gewesen, wenn sich folgende Aussage des Historikers Alfred Doves bewahrheitet hätte: „Es wird von Weber nichts übrig bleiben, trotz seiner vielen Einfälle.“

Einfälle hatte er genug, auch wenn er nicht die Gabe hatte, diese verständlich zu formulieren.

Seine verschachtelte und komplexe Logik in der Herrschaftssoziologie löst so ein Grausen aus, dass man sich fragt, wie dieser Mensch auf solche Gedanken kommen konnte, ohne Cannabis in seine Pfeife zu stopfen.

Seine Schriften eroberten genauso schnell die Welt wie die Spanische Grippe, an der er im jungen Alter von 56 Jahren starb. Durch diese Schriften reduzierte sich die Weltbevölkerung zwar nicht um Dutzende Millionen, in etwa genau so hoch dürfte jedoch die Zahl verzweifelter Studenten der Sozialwissenschaften sein, deren Gedanken von der rationalen Herrschaft Max Webers geknechtet werden.

Wie konnte es also bloß geschehen, dass aus diesem hoffnungsvollen Spross einer bourgeoisen Familie solch eine Qual wurde?

Eine empirische Auswertung des Datenmaterials fördert so Erstaunliches zutage, dass Webers Zeitgenosse Sigmund Freud sicher Freude gehabt hätte, Weber psychoanalytisch zu untersuchen.

Die Fassade des brillanten Wissenschaftlers Max Weber hätte nämlich sicher Risse bekommen, wäre sein intimstes Privatleben noch zu Lebzeiten enthüllt worden. In 27 Jahren Ehe verkehrten Weber und seine Ehefrau nur auf intellektueller Ebene miteinander, was Raum zur psychoanalytischen Theoriebildung schafft. Eine der Theorien stellt die Hypothese auf, dass Weber an einem Ödipus-Komplex litt. So seien seine ersten sexuellen Erregungen nicht nach – wie er sagte – dem Prügel eines Dienstmädchen entstanden, sondern durch den seiner Mutter.

Weber fiel auch in politischer Hinsicht auf: Würde er heute leben, möchte man ihn fast bei rechtsnationalen Splitterparteien verorten. Sein Hass auf die Polen und den Sozialismus äußert sich zum Beispiel so:

Dass wir heute nicht einmal eine Division gegen die Polen entsenden können, das haben wir dieser Revolution zu verdanken. Man sieht nichts als Schmutz, Mist, Dünger, Unfug und sonst nichts anderes. Liebknecht gehört ins Irrenhaus und Rosa Luxemburg in den Zoologischen Garten.“

Bei solch dem Idealtypus sicher nicht entsprechenden Äußerungen hätte manch Bürokrat ihn lieber an den Webstuhl statt den Lehrstuhl verbannt.

Ein Klassiker und insbesondere in den USA sehr geschätzter Vordenker der Verwaltungswissenschaften ist und bleibt er trotzdem – diese Erkenntnis werden noch viele junge Menschen mitnehmen müssen!

Und was meint Ihr ?  Nicht-Veröffentlichung gerechtfertigt oder nicht? Provokant oder harmlos? Anspruchsvoll oder anspruchslos?

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