Kanu-Tour: Bericht und Bilder

Von der Sonne verbrannt, von Regen durchnässt, vom Wasser zerschrumpelt, von Schnaken gefressen, von Mücken ausgesaugt, von Ästen fast erschlagen, von Gewittern geweckt, vom Schnarchen genervt, von Italiern verhöhnt vom Paddeln erschöpft, von der Landschaft beeindruckt – so kann man meine Kanu-Tour nach Schaffhausen Gailingen am Hochrhein gut zusammenfassen.

Wegen des schlechten Wetters am Sonntag schafften wir es nicht ganz bis nach Schaffhausen: aber alles kurz der Reihe nach.

Los ging es am Samstag nach Verspätung meinerseits in Konstanz am SeaLife. Wir paddelten quer und machten an der Seestraße eine kleine Pause, ehe wir uns auf den Seerhein wagten, dessen Teil hinter der Schänzlebrücke ich noch garnicht kannte. Und der ist schon sehr schön. Weitgehend unbebautes Naturgelände auf Schweizer Seite links, das deutsche  Naturschutzgebiet Wollmatinger Ried rechts und mitten auf dem Seerhein wir.

Irgendwann knickte dann der Rhein, wurde schmaler, führte an einer Burg auf Schweizer Seite vorbei (Gottlieben) und mündete dann in den Untersee des Bodensees. Hier bot sich ein prächtiger Ausblick auf die Halbinsel Höri in der Ferne, die das Tagesziel sein sollte. Links erstreckte sich die Schweiz, die dort gleich hüglig anhebt, mit kleinen Dörfern hie und da. Rechts die Insel Reichenau, die ja doch schon ziemlich groß (lang) ist.

Mittagspause machten wir im Schweizer Dorf Ermatingen – ein ganz hübsches Örtchen. Vielleicht mal was zum Wetter gesagt: knapp 35 Grad und blauester Himmel waren eigentlich schon viel zu heiß. Habe mir während der Sitzhaltung beim Paddeln  auch an den ständig der Sonne ausgesetzten Knien trotz mehrmaligen Eincremens einen Sonnenbrand geholt. Apropos Paddeln: das ging erstaunlich gut. Zu zweit im Canadier – meist ich vorne, aber auch mal hinten den Steuermann spielen. Mit meinem Partner fuhren wir ständig vorneweg, weshalb ich auch genug Zeit hatte in der Wartezeit auf die Nachzügler ordentlich Fotos zu knipsen, die Ihr nachher bewundern dürft.

Weiter ging die Etappe Richtung Halbinsel Höri, wo wir auf dem Campingplatz in Gaienhofen übernachten wollten. Auf der rechten Seite hörte bald die Insel Reichenau auf und der Untersee mit Radolfzell und den Hegau-Vulkanen in der Ferne bot einen ansprechenden Anblick.  Etwa gegen 17 Uhr erreichten wir unser Ziel, schleppten die wasserdichten Tonnen mit unseren Habseligkeiten an Land und ich genoss noch die Sonne ein Buch lesend und im mittlerweile recht angenehm kalten Bodensee badend.

Nach einen kurzen Schlummer meinerseits sah das Wetter aber ganz anders aus. Gegen 19 Uhr blinkten die Warnlichter auf dem Bodensee: eine Gewitterfront war im Anmarsch. Schnell bauten wir unser Zelt auf, was sich als verhängnisvoller Fehler erweisen sollte. Das Zelt, vom Hochschulsport für die Island-Trekking-Touren genutzt, fasst 6-8 Leute – wir waren auch nur 7 insgesmat samt  Führer, 2 Teilnehmer hatten jedoch ihr eigenes Zelt.

Der Aufbau ging flott und es blieb noch Zeit ein paar Fotos vom aufziehenden Sturm zu machen: was an einen Sonnenuntergang erinnert ist es nicht, sondern die Gewitterfront (siehe Fotos). Das Gewitter kam immer näher und ich suchte Schutz unter dem Zelt, bald setzte der Regen und starker Sturm ein. So stark, dass das eigentlich bestens gesicherte Zelt wegzufliegen drohte. Tat es dann auch. Mit Müh und Not, leicht bekleidet im Regensturm, während ringsherum die Blitze nur so zuckten, bauten wir das Zelt ab, dessen Zeltstangen bereits teilweise gebrochen waren. Damit nicht genug: unser Zelt stand unglücklich unter einem hohen Baum, von dem meterlange Äste abbrachen und uns nur knapp verfehlten. Keine 50m weiter schlug ein Blitz ein: der 60m hohe Baum kippte zum Glück auf die andere Seite (siehe Fotos für den Reststumpf des Baumes). Er erwischte glücklicherweise nur ein Kanu, das er mitten entzwei brach, nicht die in naher Umgebung stehenden Segelboote…

Völlig durchnässt suchten wir dann Schutz in den sanitären Einrichtungen des Platzes und bauten später das arg lädierte und nur noch eigeschränkt funktionsfähige Zelt wieder auf: für eine Nacht musste es reichen!

Der Campingplatz hatte immerhin eine gute Küche zu fairen Preisen, was wir dann auch gerne in Anspruch nahmen. Das Gewitter hatte sich mittlerweile verzogen, sollte aber wieder kommen. Die Nacht war nicht nur deswegen schlaflos…

Am anderen Morgen, von Schnaken nur so zerstochen, wollte ich dann auch garnicht aufstehen, weil ich immer noch Donnergrollen und Regenprasseln hörte. Aber nach einem Frühstück endete der Regen dann bald, wir bauten das Zelt ab und brachen bei ungewisser Wetterlage auf Richtung Schaffhausen.

Weiter über den Untersee Richtung Hochrhein ging es also, mit einem kurzen Stopp in Wangen, weil mein Paddelpartner dort auf Toilette musste. Aufgrund unserer Schnelligkeit fuhren die anderen schon mal vor. Die 5 Minuten Rückstand unsererseits sollten zu einem echten Problem werden. Wieder auf dem See wurde das Wetter minütlich schlechter, wir fuhren in eine Gewitterfront mit Starkregen buchstäblich rein. In der Ferne war bereits erkennbar, dass die anderen Kanus vom Kurs ab Richtung Ufer paddelten. Langsam setzte der Regen ein, erst nieselte es nur, bis ein wahrer Wolkenguss vom Himmel kam. Und während die anderen bereits das rettende Ufer erreicht hatten, waren wir noch mitten auf dem See. Die Blitze zuckten schon und machten uns Angst und Bange. Als höchster Punkt auf spiegelglatter Fläche ist man doch etwas gefährdet…

So angestrengt habe ich mich selten in meinen Leben, weshalb mit riesigen Paddelschlägen das Ufer gerade noch so erreicht wurde, ehe die Hölle losbrach und man keine 5m mehr weit sehen konnte. Das Ufer war Privatgelände, bot aber glücklicherweise Schutz durch einen kleinen Unterschlag (siehe Foto). Ich möchte nicht wissen, wozu der vorher gedient hat. Völlig durchnässt warteten wir sicher mehr als eine halbe Stunde, bis der Regen endlich abgeklungen war und sich bereits wieder blauer Himmel abzeichnete. Waren wir den Gewittern endlich entkommen?

Die Kanus, mit Wasser vollgelaufen, wurden ausgeschöpft und die Reise über den restlichen Teil des Untersees ging weiter. Bald erreichten wir Stein am Rhein, eine sehenswerte Schweizer Stadt beidseitig des Rhein, von einer Brücke verbunden, die wir mit immer schnellerer Geschwindigkeit durchfuhren. Denn es hatte die Störmung eingesetzt. Dem Untersee entschwunden befanden wir uns nun auf dem Hochrhein und mussten eine Lehrstunde über die Gefahren dort über uns ergehen lassen. Nicht unbedingt die Ausflugsdampfer und andere Boote, denen man leicht ausweichen kann, sondern die Schiffahrts-Zeichen, also Pfähle im Rhein, an die sich die Strömung reibt. Wer einmal zu nah an diesen Pfählen vorbeifährt, wird vom Strudel gepackt und nicht mehr losgelassen. Man ist also an den Pfahl gefesselt, wenn man nicht gleich kentert. Wie wir uns zu verhalten hatten wussten wir nun, musstes aber zum Glück nicht in der Praxis einsetzen. Unser Führer berichtete uns aber schon von diversen Rettungsmanövern seinerseits.

Von Stein am Rhein ging es dann auch nicht mehr sehr weit. Kilometermäßig schon, denn die Strömung wurde immer stärker, weshalb man leicht vier- bis fünfmal so schnell wurde wie aus eigener Kraft auf dem Untersee. Leider wurde auch das Wetter immer mieser. Wir entschieden uns, eine Mittagspause im Strandbad in Gailingen am Hochrhein (wieder Deutschland) zu machen, die unbewusst das Ende unser Tour bedeuten sollte. Vor unseren Augen sahen wir noch die sehenswerte Holzbrücke, die Gailingen mit dem Schweizer Örtchen Diessenhofen auf der anderen Seite des Rheins verbindet. Wie, als hätte man es erahnt, setzten bald wieder starke Regenfälle ein, die nicht enden wollten. Nach Schaffhausen hätten wir es nicht mehr rechtzeitig geschafft, zumal die meisten Teilnehmer doch sehr unmotiviert waren im Starkregen weiter zu paddeln. Durchnässt wie ich war auch. Wir wurden also dort abgeholt, zurück zum Wassersportgelände der Uni Konstanz gefahren, verstauten dort noch Boote und Ausrüstung und machten uns auf den Heimweg. Immerhin ein Trost: in Konstanz schüttete es genauso heftig.

Das in aller Kürze – auch wenn es nun ziemlich lang geworden ist. Bilder können die ganzen Geschichte besser erzählen. Ich spar mir die Kommentare, aber es ist chronologisch und man kann ganz gut anhand obiger Story den Reiseverlauf nachvollziehen.

Auch wenn diese Kanu-Tour teilweise eher einer Tortur glich, bin ich doch froh, diese sehr interessante Erfahrung gemacht haben zu dürfen, auch wenn es nicht ganz bis ans Ziel gereicht hat, was schon etwas Enttäuschung auslöste. Gerade bei dem doch sehr überfüllten Bodensee wären die Rheinfälle sicher sehr imposant gewesen. Auch hätte ich mich gefreut, an der deutschen Exklave in der Schweit, Büsingen am Hochrhein, entlang zu fahren. 3km mehr, dann wäre es soweit gewesen….

Bis Samstag Abend bei bestem Wetter war die Stimmung gut, danach schlug sie etwas um. Das Gewitter war ein krasses Erlebnis, hat aber Spaß gemacht. Wie dem auch sei: trotz aller Erschöpfung ist der Akku aufgeladen worden. Die herrliche Landschaft von Untersee und Hochrhein ist echt sehenswert. Jetzt kann die Lernphase also endlich beginnen!

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OB-Kandidaten-Vorstellung: Martin Luithle

Heute kurz und knapp die Vorstellung von Martin Luithle. In 6h fährt schließlich schon wieder mein Zug zurück nach Konstanz, in dem ich nicht schlafen kann, sondern noch einen Essay fertig schreiben muss, denn ich in 17 Stunden abzugeben habe. Last-Minute Arbeit also!
Martin Luithle jedenfalls  ist Rechtsanwalt und Konstanzer. Weitere Infos findet man hier:
Bei der Podiumsdiskussion an der Uni Konstanz kam er am Ende wenig zu Wort – ähnlich gering sehen seine Chancen bei der OB-Wahl aus – doch machte er davor einen recht sympathischen Eindruck, auch wenn ich manche Vorschläge so nicht teilen kann. Aber das Wahlprogramm zu lesen kann ich Euch nicht abnehmen. Wenden wir uns also seinen Antworten zu:
Zu 1.)
Da ich von keiner Partei unterstützt werde, sondern von der Wählerinitiative „Konstanzer Perspektiven“, finanziere ich  meinen Wahlkampf vollständig aus der eigenen Kasse und habe es bislang geschafft ohne einen einzigen Cent Spendengelder auszukommen.
Die Mitglieder der Wählerinitiative unterstützen mich durch ihre Arbeit wo immer sie können und nehmen mir so eine Menge Arbeit ab. Insofern schaffe ich es bislang noch mit einem Bruchteil der Kosten auszukommen, die z.B. bei den Kandidaten Seeliger, Reiser, Burchhardt und Zylla anfallen. Auch auf bezahlte Werbeanzeigen im Südkurier habe ich bislang ganz verzicht, um die Kosten im fünfstelligen Bereich (also noch unter 10.000.- €) zu halten, was mir bislang noch gelingt.
Neben meinem Wahlkampf übe ich meistens nachts noch in vollem Umfang meinen Beruf als Rechtsanwalt aus, so dass mein Arbeitstag während des Wahlkampfes bis zu 18 Stunden täglich beträgt.
Ein richtiges Arbeitstier. Finde ich aber sehr gut, dass hier mit geringem Budget ein effektiver Wahlkampf gemacht wird. Die ihn unterstützende Wählerinitiative sagt mir nichts – aber ich kenne mich ja auch kaum aus in der Konstanzer Lokalpolitik.
Zu 2.)
An den Schweizern schätze ich ihre Freiheitsliebe, ihre direkte natürliche Art und den internationalen Flair den ihre Mehrsprachigkeit ausstrahlt.
Kann ich alles glatt unterschreiben. Gefällt mir auch sehr gut!
Zu 3.)
Ich habe mich als einziger Kandidat gegenüber der „Tatenbörse“ im Bürgerbüro an der Laube festgelegt, dass ich im Falle meiner Wahl dem Gemeinderat eine Beschlussvorlage zur Abstimmung vorlege, dass ab sofort eine hauptamtliche Stabsstelle zur Koordinierung ehrenamtlichen Engagements geschaffen wird. Ich bin der Überzeugung, dass das ehrenamtliche Engagement der Bürger  in einer Zeit knapper Kassen immer wichtiger werden wird und auch für den Zusammenhalt innerhalb Gesellschaft wichtig ist. Da die Menschen sich gegenseitig helfen wieder auf die Beine zu kommen, würde sich eine solche Stelle auch schnell amortisieren, da die Stadt ja auch Träger der Sozialhilfe ist.
Generell gute Idee, auch wenn die erste Ausgangsfrage unbeantwortet bleibt. Hatte ich ja auch bereits bei einem anderen Kandidaten geschrieben.
Zu 4.)
Bodenseefelchen, als Sinnbild für unsere Stärke (Bodensee zusammen mit den Alpen und den Hegauer Vulkanbergen schönste Landschaft in Europa). Wir leben also in der schönsten Landschaft Europas.
Papst, als Sinnbild für unsere 1.400 Jahre alte Tradition und unsere historische Bedeutung während der Konzilszeit 1414-1418 als Hauptstadt Europas. Hier wurde der Streit zwischen drei Weltreligionen und drei Päpsten befreidet und ein Papst gewählt zugleich aber auch die Verbrennung von Jan Hus beschlossen.
Schweizer, sie sind unsere Brüder. Wir waren in der Geschichte zusammen mit Kreuzlingen sogar mal eine Stadt und sollten versuchen unsere Probleme in intensiver Zusammenarbeit mit Kreuzlingen zu lösen. Davon können beide Seiten profitieren. Z.B könnten wir das Konziljubiläum zusammen mit den Kreuzlingern feiern, wenn diese uns bei der Lösung unseres Verkehrsproblems an der Bodanstrasse helfen.
Studenten, als Sinnbild für die Universität und die HTWG, die uns als Wissenschaftsstandort stark und bekannt machen, was innerhalb des Konziljubiläums ebenfalls durch wissenschaftliche Kongresse ausgenutzt werden sollte.
Touristen, wlr leben von den Touristen und sollten darauf achten, dass wir nicht den Massentourismus anziehen, den wir aufgrund unserer Größe gar nicht aufnehmen können, sondern einen hochwertigen (z.B. Kultur)-Tourismus.
Solaranlagenbauer, dieser Bereich gehört bislang wirtschaftlich zu unseren Steckenpferden. Allerdings werden im Moment die Förderungen gekürzt, sodass die wirtschaftliche Attraktivität von Solarenrgie nachlassen dürfte.
OB, er hat die Aufgabe im Rahmen der Daseinsfürsorge, die Verwaltung zu beaufsichtigen und zu führen und zusammen mit dem Gemeinderat die Entscheidungen zu treffen. Ansonsten sollte der OB die Interessen der Stadt gegenüber der Landesregierung in Stuttgart (Ausbau B 33), der Bundesregierung in Berlin wahrnehmen und diese im Rahmen des bevorstehenden Konziljubiläums auch im Ausland würdig zu vertreten. Er ist der erste Werbebotschafter der Stadt.
Die bisher ausführlichste Begründung – ich nehme mal an, dass die Reihenfolge so stimmt. Sehr interessant dann, insbesondere der Papst an zweiter Stelle. Geschichtlich, nicht religiös begründet. Genauso wie die Bodenseefelchen nicht ökologisch begründet, sondern metaphorisch genutzt werden. Gefällt mir sehr gut. Solarenergie auf dem absteigenden Ast und der Oberbürgermeister an letzter Stelle. Herr Luithle nimmt sich selbst also nicht so wichtig, Studenten und Schweizern zieht er Touristen vor und sagt zu letzteren völlig richtig, dass Konstanz sich als hochwertiger Touristen-Ort fernab von den Massenströmen profilieren sollte.
Zu 5.)
Da wir eine Gesamtschule für ca. 20 Mio € bauen müssen und meines Erachtens auch dringend  eine Konzerthalle für unser Orchseter und das bevorstehende Konziljubiläum benötigen, sehe ich in naher Zukunt  keinerlei finanzíellen Spielräume für ein soches Kreuzfahrtschiff.
20 Mio. € für eine Gesamtschule? Nicht schlecht,  aber gut zu wissen. Ein vernünftiges Kreuzfahrtschiff dürfte sich in ähnlichem Rahmen bewegen. Die Frage ist aber nicht, ob dies die Stadt finanziert, sondern die Idee generell unterstützenswert ist. Gleichwohl es natürlich eine sprudelnde Einnahmequelle wäre.
Zu 6.)
Die vehemente Massnahme des Glasverbotes rechtfertigt sich nur durch die z.T. schweren Verletzungen die u.a. badene Kinder durch Glasscherben im Uferbereich erlitten haben. Freiheit für einen selbst bedeutet in einer solidarischen Gesellschaft immer zugleich auch Verantwortung für seine Mitmenschen zu übernehmen.
Freiheit und Verantwortung habe ich bisher noch nicht gelesen. Freiheit und Solidarität auch nicht, Was man davon halten mag, mag jeder selbst bestimmen…
 Zu 7.)
Frau Sivia Grossmann, weil sie die örtlichen Konstanzer Verhältnisse ausser mir verglichen zu den anderen Kandidaten am besten kennt.
Die wirklich unabhängigen  Konschdanzer Kandidaten unterstützen sich wohl gegenseitig.
Das war jedenfalls Martin Luithle – zu dem ich auch nicht viel mehr zu sagen habe. Er macht auf mich aber auch einen guten Eindruck – genauso wie der Großteil der anderen Kandidaten. Wirklich total ausschließen von den 13 kann ich bisher nur einen, zu dem ich sicher noch kommen werde. Vielleicht morgen – auch wenn mir bisher leider noch keine weiteren Antworten vorliegen…

OB-Kandidaten-Vorstellung: Andreas Kaltenbach

Jetzt bin ich wieder in Herford und kann die Konstanzer OB-Kandidaten nur beglückwünschen, sich für die Stadt am Bodensee entschieden zu haben. Hier oben ist es eisig kalt, es gibt keinen großen See, keine hohen Berge, keine schöne Stadt, aber immerhin Industrie! Aber es ist meine Heimat: Ostwestfalen ist ein schönes Fleckchen Land und hat auch seine schönen Seiten, besonders wenn mal die Sonne scheint!

Heute möchte ich aber nicht über Herford quatschen (wo der nächste Bürgermeisterwahlkampf noch auf sich warten lässt), sondern den nächsten Kandidaten vorstelleb: entgegen der gestrigen Ankündigung ist das heute Andreas Kaltenbach.

Mit ihm hatte ich gestern nach der Podiumsdiskussion noch kurz gesprochen, schickte ihm gestern Nacht noch die Fragen und hatte sie heute mittag – noch in Konstanz – bereits zurück.

Bereits gestern machte Herr Kaltenbach einen sehr guten Eindruck auf mich, was sich durch die Beantwortung meiner Fragen weiter gefestigt hat. Er ist jedenfalls im ganz engen Zirkel für meine Stimme.

Der 54-Jährige, der bei der AOK arbeitet, ist Ur-Konstanzer und besonders der Tradition der Fasnet sehr verbunden. So ist er Zunftmeister der Konstanzer „Blaetzlebuebe“. Aber Tradition heißt nicht konservativ: Kaltenbach ist bürgerlich, aber modern. Seine  Forderungen wie z.B nach „Bürgerforen“ zeigen dies. Die schaut man sich am besten mal selbst an. Z.B hier:

http://andreaskaltenbach.de/

Video: 10-minütige Vorstellung  im Konzil: http://www.youtube.com/watch?v=5hqpfjePh_o

 

Dann wollen wir jetzt auch gleich mal wieder zu den Fragen und Antworten kommen. Mich freut übrigens sehr, dass dies auf so breite Resonanz stößt. Allein heute weit mehr als 200 Aufrufe dieses Blogs!

 

1. Zuerst eine technische Frage: wer finanziert eigentlich mit wessem
Geld Ihren Wahlkampf?

Ich finanziere meinen Wahlkampf ausschließlich selbst.

Ich habe einen Gastronomen als guten Bekannten, der sich aus Überzeugung beteiligt, aber mein Budget ist sehr klein.

Vom Plakate kleben bis zum Prospekte verteilen bin ich ständig selbst unterwegs !

Nimmt man ihn ab. Ein unabhängiger Kandidat, tief verwurzelt in Konstanz, aber ohne großes Budget, Woher auch?

2. Als Konstanzer OB haben sie auch mit Schweizern zu tun. Welche 3
Dinge schätzen Sie an unseren Nachbarn?

1. Verlässlichkeit

2. Den Schweizer Franken, denn damit halten sie die örtlich Wirtschaft am Laufen

3. Die „grundsätzliche Verwandtschaft im alemannischen Sprach und Wirtschaftsraum“ (dazu stehen die Ostschweizer auch)

Verlässlichkeit ist eine Tugend, die in Deutschland nicht mehr viel gilt. Ich hoffe, glaube aber auch, dass Andreas Kaltenbach diesen Anspruch an sich selbst erfüllt. Der Schweizer Franken ist natürlich auch eine schöne Währung: nicht nur das Giralgeld und die echtwertigen Münzen sid ästhetisch, sondern auch, was man mit ihr anstellen kann, wenn bald der Euro liquidiert ist. Die Betonung der Verwandtschaft – Fasnet wird schließlich auch in der Schweiz gefeiert – gefällt mir auch. Fehlt nur noch, dass der Kreis Konstanz neuer Kanton der Schweiz wird. Dann hätten wir gleich automatisch mehr Bürgerbeteiligung, bloß kaum noch Einzelhandel…

3. Viele Initiativen unterschiedlichster Art engagieren sich in Konstanz
– gerade auch von Studenten. Diese brauchen – gerade wenn sie mit
Kindern und Jugendlichen arbeiten – völlig zu Recht ein erweitertes
Führungszeugnis. Diese mit etwa 50€ nicht unerheblichen Kosten werden
momentan noch von der Stadt übernommen, was aber geändert werden soll.
Würden Sie sich dafür einsetzen, dass erweiterte Führungszeugnisse für
engagierte Menschen weiterhin kostenlos bleiben?
Wie ist generell ihre Haltung zum Thema Ehrenamt?

Erste Frage: Unbeding „ja“

Zweite Frage: Ich engagiere mich selbst seit 21 Jahren im Ehrenamt. Ohne diese Menschen wäre die Stadt menschlich ärmer und – ich möchte betonen – wahrscheinlich nicht handlungsfähig.

Wir brauchen eine Koordinationsstelle dafür. Dafür setze ich mich ein !

Hört sich gut an. Besonders die Betonung der Handlungsfähigkeit der Stadt. Steuern allein schaffen keine Handlungsfähigkeit…

 

4. Ordnen Sie die 7 folgenden Begriffe nach Ihrer subjektiv empfundenen
Bedeutsamkeit für Konstanz (Gleichheit nicht erlaubt!): Touristen,
Papst, Studenten, Schweizer, Bodenseefelchen, Solaranlagenbauer,
Oberbürgermeister.
Gerne auch mit Begründung!

Touristen: Unsere größte Einnahmequelle und dazu sehr umweltverträglich.

Studenten: Halten die Stadt jung und offen für interessante Errungenschaften (einschließlich hochqualifizierte Jobs)

Schweizer: Siehe Punkt 1; allerdings das ganze Jahr über

Solaranlagenbauer: Es ist mehr die Forschung, aber leider abgerutscht und derzeit Patient mit (politisch gewollter ?) schlechter Prognose

Oberbürgermeister: Kann initiativ werden und hat damit  Verantwortung für unser aller Zukunft

Bodenseefelchen: Unverkennbar unsere Spezialität

Papst: Seit 1418 für die Stadt nicht mehr greifbar (außer das päpstliche Wappen am Hauptportal des Münsters)

Touristen sind umweltverträglich? Bei den Massen wird ganz schön viel CO2 ausgeatmet. Ein so deutliches Bekenntnis zu den Kurzzeit-Konstanzern gab es bisher nicht. Unmittelbar danach folgen dann auch schon die Mittelzeit-Konstanzer, während die Minimalzeit-Konstanzer aus dem befreundeten Ausland auch im Winter für klingelnde Kassen sorgen. Über den Rest muss man nicht viel sagen: immerhin erwähnt er wie intendiert das Konzil. Da kennt sich noch jemand mit der Konstanzer Historie aus!

5. Wie Sie sicher im Stadtentwicklungsprogramm „Zukunft Konstanz 2020“
gelesen haben (Gesamtdokument, S. 68)
besteht die Idee eines Kreuzfahrtschiffes auf dem Bodensee. Zitat:
„Einig sind sich die Experten auch darin, dass ein Kreuzfahrtschiff auf
dem Bodensee der Region nachhaltig Impulse verleihen würde.“
Würden Sie diese Idee unterstützen – gerade auch unter dem Aspekt der
Nachhaltigkeit?

Nein ! Wenn, dann müsste dies ausschließlich durch Privatinitiative entstehen.

Das „Event-Schiff“ Sonnenkönigin hat diesen Hintergrund. Davon partizipiert aber die Stadt Konstanz nicht.

Den letzten Satz verstehe ich nicht, auch wenn ich weiß, was gemeint ist. Sollte wohl „profitiert“ heißen. Aber sehe ich ähnlich: also, ihr Entrepreneure der Zeppelin Uni in Friedrichshafen – zeigt was man an einer privaten Hochschule so lernt…

6. Der Wert der Freiheit spielt auch in Konstanz eine große Rolle.
Diskussionen über das Glasverbot oder die Sperrstunde machen deutlich,
dass zu Freiheit auch Verantwortung gehört. Was ist ihre persönliche
Definition von „Freiheit“?

Eigenverantwortliches Umgehen mit meinen Bedürfnissen und meinem Leben; allerdings immer im Rahmen der vorgegebenen Regeln, nach denen ich nur ein Teil des gesellschaftlichen Ganzen bin und die Bedürfnisse der Anderen respektieren muss.

Eigenverantwortung und geregelter Rahmen. Das ist leicht positiv und leicht negativ. Aber gefällt mir.

7. und zum Abschluss: Welchen ihrer OB-Kandidats-Konkurrenten würden
Sie am ehesten wählen und warum?

Uli Burchardt, weil er auch aus Konstanz kommt und am Ehesten meine Ideen trifft

Noch eine klare Aussage. Wie Kaltenbach ist auch Burchardt noch ein enger Favorit von mir. Verwundert nicht, denn die Ideen der beiden sind tatsächlich ähnlich. Ich habe Herrn Kaltenbach gestern vielleicht Unrecht getan, ihn als sozialdemokratisch angehaucht zu bezeichnen. Ich wüsste aber nicht, wie ich es sonst machen sollte. Ich bezeichne ihn daher als unabhängig, fortschrittlich und ehrlich an den Belangen der Konstanzer Bürger interessiert, zu denen er hoffentlich auch die Studenten zählt.

Viel mehr fällt mir jetzt auch nicht mehr ein! Aber ich würde empfehlen, sich mit seinem Wahlprogramm auseinanderzusetzen und das Video seiner Vorstellung im Konzil anzuschauen! Er wird zwar wohl keine echte Chance haben, hätte es aber verdient.

7 Fragen an die OB-Kandidaten

Da kein Interesse bestand, Fragen an die Oberbürgermeister-Kandidaten loszuwerden, musste ich eben selbst welche formulieren.

Eben habe ich es dann auch tatsächlich hinbekommen, sie an die interessierten Kandidaten zu schicken. Teilnehmen werden alle ernstzunehmenden Kandidaten für das Oberbürgermeisteramt Konstanz – nämlich 10Leute.Um sie mal zu nennen: Sabine Reiser, Sabine Seeliger, Benno Buchczyk, Mykola Neumann, Thomas Linz, Uli Burchardt, Sven Zylla, Henning Tartsch, Klaus Springer und Sylvia Großmann.

Von den verbliebenen 3en kam keine Antwort – wobei man fairerweise sagen muss, dass es sich um in meinen Augen chancenlose Einzelkämpfer handelt, die wahrlich genug anderes zu tun haben. Die Fragen werde ich ihnen trotzdem nochmals schicken – man weiß ja nie… (EDIT: Frau Großmanns Mail hatte ich wohl übersehen – sie nimmt natürlich auch teil…)

Die Fragen, die ich mir ausgedacht habe, sind mal ernst, mal weniger, mal auch etwas fies. Sind aber auch nur 7. Sieben, weil 7 meine Glückszahl ist 😉 Jetzt hoffe ich, dass ich auch das Glück habe, dass die Kandidaten sich an ihre Zusagen halten und meine Fragen beantworten, die ihr jetzt nachlesen könnt:

1. Zuerst eine technische Frage: wer finanziert eigentlich mit wessem
Geld Ihren Wahlkampf?

2. Als Konstanzer OB haben sie auch mit Schweizern zu tun. Welche 3
Dinge schätzen Sie an unseren Nachbarn?

3. Viele Initiativen unterschiedlichster Art engagieren sich in Konstanz
- gerade auch von Studenten. Diese brauchen - gerade wenn sie mit
Kindern und Jugendlichen arbeiten - völlig zu Recht ein erweitertes
Führungszeugnis. Diese mit etwa 50€ nicht unerheblichen Kosten werden
momentan noch von der Stadt übernommen, was aber geändert werden soll.
Würden Sie sich dafür einsetzen, dass erweiterte Führungszeugnisse für
engagierte Menschen weiterhin kostenlos bleiben?
Wie ist generell ihre Haltung zum Thema Ehrenamt?

4. Ordnen Sie die 7 folgenden Begriffe nach Ihrer subjektiv empfundenen
Bedeutsamkeit für Konstanz (Gleichheit nicht erlaubt!): Touristen,
Papst, Studenten, Schweizer, Bodenseefelchen, Solaranlagenbauer,
Oberbürgermeister.
Gerne auch mit Begründung!

5. Wie Sie sicher im Stadtentwicklungsprogramm "Zukunft Konstanz 2020"
gelesen haben (Gesamtdokument, S. 68)
besteht die Idee eines Kreuzfahrtschiffes auf dem Bodensee. Zitat:
"Einig sind sich die Experten auch darin, dass ein Kreuzfahrtschiff auf
dem Bodensee der Region nachhaltig Impulse verleihen würde."
Würden Sie diese Idee unterstützen - gerade auch unter dem Aspekt der
Nachhaltigkeit?

6. Der Wert der Freiheit spielt auch in Konstanz eine große Rolle.
Diskussionen über das Glasverbot oder die Sperrstunde machen deutlich,
dass zu Freiheit auch Verantwortung gehört. Was ist ihre persönliche
Definition von "Freiheit"?

7. und zum Abschluss:  Welchen ihrer OB-Kandidats-Konkurrenten würden
Sie am ehesten wählen und warum?

Wie man sieht: ein breites Programm fernab der die öffentliche Debatte bestimmenden Probleme wie Wohnungsnot, Verkehr und Wirtschaft, die mich selbst eigentlich garnicht so wirklich interessieren. Insbesondere die Präferenzfrage 4 finde ich genial (Eigenlob stinkt!) – jetzt muss Sie nur noch so beantwortet werden wie intendiert.

Bleibt auch zu hoffen, dass die Antworten im Laufe der nächsten Woche eintrudeln. Ich weiß noch nicht, wie ich sie vorstelle: entweder jeden Kandidaten einzeln mit ihren Antworten oder antwortenbasiert alle Kandidaten vergleichend. Wünsche für sowas  gibt es hier ja eh nicht… Die OB-Wahl in Konstanz verspricht jedenfalls noch einiges an Spannung!

Mir bleibt nun nur noch übrig,  der Uni Konstanz exzellente Ausreden zu wünschen, wenn es morgen  zur Aberkennung des „Elite“-Status kommt. Ich hoffe es natürlich nicht, aber ich gehe davon aus. Elite ist auch was anderes…

OB-Wahl in Konstanz und die lokalpolitische Medienwelt

Wir sind schon im Juni angekommen. Das heißt, bald steht die die OB-Wahl in Konstanz an, über die ich nun verstärkt berichten werde. Die UN-Simulation KONMUN 2012 dieses Wochenende, in der ich aus der Perspektive Kameruns partizipierte, ist schon wieder zu Ende, hat aber Spaß gemacht und brachte eine erfolgreich verabschiedete Resolution mit sich, mit der ich als Kameruner sehr gut leben konnte. Am Ende gabs dann noch den Trostpreis für den „idealistischsten“ Teilnehmer – stimmt ja irgendwie auch…

Aber das soll heute nicht das Thema sein: es ist Anfang Juni – und Ende Juni – genauer gesagt Anfang Juli heute in 4 Wochen finden bereits die Oberbürgermeister-Wahlen für die Stadt Konstanz statt – der erste Wahlgang jedenfalls, der sicher noch eine  Stichwahl 2 Wochen später nach sich ziehen wird.

Im Gegensatz zu anderen Städten, die händeringend nach Bewerbern suchen, haben die Konstanzer WählerInnen eher ein Luxusproblem: mittlerweile sind es voll und ganz 14 Kanditaten, wenn ich mich nicht täusche, die das schöne Konstanz für sich entdeckt haben bzw. ohnehin schon länger mit  Konstanz und der Bodenseeregion verbunden ist. Das Spektrum der Bewerber reicht von Bürokraten auf Landesebene über Anwälte bis zu einem Förster um nur einige zu nennen. Politisch sind fast alle sehr auf dem grünen Nachhaltigkeitstrip – kein Wunder, da Konstanz als erste Stadt mit grünem Oberbürgermeister Deutschlands, Horst Frank, der nach 16 Jahren Amtszeit sich nun vermutlich in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet, geradezu prädestiniert dafür ist. Sie kommen aus allen Parteien bzw. sind bzw. sehen sich als unabhängig, selbst ein Pirat tritt an, dessen Person mir allzu gut bekannt ist; den ich aber aus Rücksicht auf einen möglichen Mißerfolg bei seiner  recht kurzfristigen Unterschriftensammlung (100 in 5 Tagen oder so) mal ganz intransparent noch nicht offenbare. Seine Piratenmitgliedschaft heißt übrigens längst noch nicht, dass ihn die Piraten auch unterstützen – Gründe dafür findet man unter anderem zwischen den Zeilen in meiner Rücktrittserklärung.

Trotz der vielen Kandidaten haben die Konstanzer aber ein Problem: der Zugang zu Informationen hinsichtlich der Bürgermeisterwahl ist beschränkt und gefiltert.

Der Südkurier, ein eher konservatives Blatt, hält seit Jahren in Konstanz das Monopol auf dem Printmarkt. Die ohnehin spärlichen Informationen auf der Website (www.südkurier.de) müssen hinsichtlich der OB-Wahl mittlerweile gar bezahlt werden. Das ist zwar das gute Recht des Südkuriers (und auch nicht sehr teuer), hindert denjenigen, der sich über die OB-Wahl informieren will, z.B den armen Studenten, dies zu tun. Denn ein Abo des Südkuriers haben wohl auch nur die Wenigsten.

Im Onlinebereich gibt es noch einige Alternativen, die aber allesamt wie natürlich auch mein Blog ideologisch gefärbt sind und hinsichtlich der OB-Wahl teilweise sehr einseitig Propaganda für ihren Wunschkanditaten machen.Die Auflistung konzentriert sich allein auf die Internetangebote, die auch regelmässig über die OB-Wahl berichten – es gibt natürlich noch einen Haufen mehr an vielen interessanten Blogs, insbesondere Foto-Blogs (einfach mal googlen).

Da gibt es einmal SeeOnline (www.see-online.info), betrieben von einer der SPD (und ab und an auch mal den Piraten) nahestehenden Redakteurin, die aus persönlichen Gründen allerdings die unabhängige CDU-Kandidatin Sabine Reiser zu unterstützen scheint, deren professioneller Wahlkampf und Fachkompetenz sie sicher zu den aussichtsreichsten Kandidaten macht. Über die Kandidaten möchte ich heute aber noch keine großen Worte verlieren.

Ein anderes Online-Magazin für Konstanz nennt sich SeeMoz (www.seemoz.de) und ist nicht nur wegen der Farbgebung als tiefrot zu bezeichnen.

Das dritte mir bekannte Online-Magazin bzw. eher Blog nennt sich „Dornröschen“ (http://www.tmw-kn.com/blog/) und ist spontan schwer einzuordnen.

Der vierte Blog ist dann also meiner – ich habe mich entschlossen, ein wenig über die OB-Wahl zu berichten, indem ich die beteiligten Kanditaten vorstelle, sie auch mit ein paar Fragen belästige und meinen Senf dazu gebe.

Dazu brauche ich die Hilfe von euch Lesern! Bis Mittwoch habt ihr Zeit, in den Kommentaren Fragen loszuwerden, die ich sofern sie nicht zu grob abschweifen, in einem Fragenkatalog den antretenden Kandidaten schicken werde. Bei ihrer so stark bekundeten Bürgernähe scheint mir eine Antwort auch sehr realistisch, zumal ich einen Haufen der Bewerber bereits kennengelernt habe bzw. auch persönlich schon näher kenne und einschätzen kann. Ich habe mir natürlich auch einige Fragen überlegt – falls es aber einige mehr werden umso besser! Würde mich freuen, wenn Ihr Eure Fragen hier loswerdet. Gerne durchaus sehr kritische ! Wie ihr wollt – mit Namensnennung, Pseudonym oder anonym!

Ein wenig Abwechslung in diesem Wahlkampf kann schließlich nicht schaden – die Plakate allerorten würde man am liebsten abreißen…

Meine Abrechnung mit Konstanz: Part 1 – die Uni

Ich habe mir gedacht, ich werde in den nächsten Tagen mal mein bisher halbes Jahr in Konstanz Revue passieren lassen und ein wenig abrechnen 😉

Konstanz muss sich keine Sorgen machen, die Abrechnung wird überwiegend positv verlaufen. Ob für die Uni allgemein (Part 1), den Fachbereich und Studiengang (Part 2) oder die Stadt und das Leben drumrum (Part 3).

Heute fangen wir mit Part 1 an: die Universität Konstanz

Dass sie eine Exzellenz-Uni ist, in allen 3 Förderlinien erfolgreich, sieht man ihr von außen nicht gerade an. An Hässlichkeit übertrifft es fast die Uni Bielefeld, die aber längst nicht mit so einer schönen Lage punkten kann wie die Uni Konstanz. Auf und an dem Gießberg, rundherum dichter Wald, Wiesen und Naturschutzgebiete, der See nicht allzufern – da kann man über die äußeren Werte hinwegsehen. Zumal es immer ganz nett ist, die Insel Mainau, den Bodensee und das gegenüberliegende Seeufer zu beobachten – ob in der Mensa, manchem Hörsaal oder anderen Räumen. Im Sommer, wenn man am liebsten in den See springen würde, ist das vielleicht nicht mehr so schön ;

Ein einziger Campus hat aber auf jeden Fall seine Vorteile. Durch seine Lage außerhalb der Stadt ist sie zwar etwas von Konstanz entkoppelt, dafür sind viele Studenten gleichzeitig auf einen Haufen, ohne, dass es je übermässig voll wirkt.

Am Anfang verläuft man sich noch in den verwinkelten Gebäuden, schnell hat man aber die Orientierung raus und findet sich gut zurecht. Hin und wieder entdeckt man noch „geheime“ interessante Räume, bspw. den Bierautomaten in der Chemie-Fachschaft. Oder bewundert die garnicht mal so kleine Aquarienwelt im Biologietrakt, wo hungrige Piranhas auf ihre Opfer warten.

Kommen wir zur Mensa: speisen mit den Blick auf den Bodensee ist nett. Das Essen ist einigermaßen preiswert, schmeckt aber auch so. Alle 2 Wochen gibt es das gleiche, bloß unter einem anderen Namen. Die Portionen sind allerdings recht groß, weshalb Gourmands dort eher auf die Kosten kommen als Gourmets. Gibt allerdings auch eine Grilltheke usw. – die ist zwar teurer, da ist das Essen aber auch deutlich appetitlicher. Insgesamt betrachtet kann man in der Mensa aber durchaus essen, ich mach es etwa 2-3 mal in der Woche – vor allem, da es immer noch besser schmeckt, als wenn ich mir selbst was mache ;D Gibt auch noch einen Asiaten auf dem Campus  – bei dem hab ich mich allerdings noch nie getraut zu essen…

Als großes Problem – könnte man meinen – dürfe sich die Bibliothek der Universität Konstanz darstellen, die ja durch Asbestfasern verseucht ist. Tatsächlich merke aber zumindest ich keine wirklichen negativen Auswirkungen, was damit zusammenhängen mag, dass ich die Hausarbeit noch nicht wirklich gestartet habe und während der Klausurenphase die mutmassliche Überfüllung nicht miterlebt habe, weil ich, wenn überhaupt, zuhause gelernt habe. Eher sind mir die positiven Seiten aufgefallen: 24h geöffnet, 7 Tagen die Woche, sodass man auch tief nachts dort arbeiten kann, sowie eine Ausleihfrist von bis zu 20 Wochen, sofern nicht jemand das Buch vormerkt. Hab hier ein paar Bücher schon seit ein paar Monaten rumliegen – müsst ich echt mal zurückgeben… Die Bib ist auch echt gut bestückt, hab mir schon einige Literatur für nach den Semesterferien rausgesucht.

Was könnte ich noch so allgemein über die Uni erzählen? Ich habe als Vergleich ja nur die Uni Bielefeld – und  Konstanz  schlägt die in fast allen Aspekten doch deutlich. Den Exzellenzstatus der Uni sieht man ihr nicht so an. Da kann auch die unieigene Segelbootflotte und die stylischen Videotafeln im Eingangsbereich nicht drüber hinwegtäuschen.

Aber fachlich bekommt man einiges geboten, und darauf kommt es ja auch an. Fast jeden Abend findet irgendwo ein interessanter Vortrag statt, zu dem man gerne hingehen würde – meist sehr lohnend. Auch das sonstige Angebot kann sich echt sehen lassen, ob kulturell oder vom Hochschulsport. Solch ein breites Programm ist echt toll. Im Moment mach ich ja nur Schach, werde aber versuchen im nächsten Semester einen Platz im Segel- oder Kayakkurs zu erhaschen – den See muss man ja nutzen. Die Skiausfahrten sind auch immer sehr gut.

Jetzt fällt mir nichts mehr ein, was ich loben kann. Genauso wenig aber kann ich sehr viel kritisieren. Halten wir fest: mir gefällt die Uni Konstanz an sich sehr gut und ich bin froh die Entscheidung zugunsten von ihr getroffen zu haben 🙂

Und dann der Regen

Heute Abend war ich mal im Kino. Der Film hieß „Und dann der Regen“ , auch wenn ich mich an keine Stelle im Film erinnere, wo es geregnet hat.

Regen bedeutet aber Wasser – und Wasser, ob wir es nun spanisch „agua“ oder in Quechua „yaku“ nennen, ist für viele Menschen ein knappes und kostbares Gut.

Das scheint vielen Leuten hier in Deutschland nicht klar zu sein, die Unmengen des kostbaren Nasses verschwenden. Zugegeben, ich bin auch so ein Übeltäter. Vielleicht gerade deshalb, weil wenige Meter entfernt Deutschlands grösstes Wasserreservoir liegt – der Bodensee, der halb Baden-Würtemmberg versorgt und daher das Bewusstsein klein ist, dass Wasser Mangelware ist. Regnen tut es obendrein ja auch noch genügend.

In manchen Gegenden der Erde regnet es aber eher selten – nicht nur in Sahara, Gobi und anderen Wüsten, sondern auch im Hochland von Bolivien in Südamerika. Dort fanden im Jahr 2000 die Wasseraufstände von Cochabamba statt, um die sich der Film dreht (nur auf Englisch: http://en.wikipedia.org/wiki/Cochabamba_protests_of_2000)

Eigentlich dreht  sich der Film um einen Regisseur, der auch einen Film dreht, nämlich über Kolumbus und die Versklavung der Indios. Statt an der Küste zu drehen, wich der Regisseur ins Inland, zu den Quechua in den Anden aus – ist ja schließlich kostengünstiger, diese als Statisten zu beschäftigen. Zum Inhalt des Films möchte ich garnichts sagen – das kann man selbst nachlesen oder noch besser ansehen.

Der Film hat mich sehr nachdenklich gestimmt. Ein Film im Film zeigt erstaunliche und natürlich beabsichtigte Parallen zum eigentlichen Film. Die bösen Spanier versklaven die Indios im Film im Film, im Film sind es die bösen internationalen Konzerne (Stichwort Globalisierung), die der einheimischen Bevölkerung quasi den Wasserhahn zudrehen, indem sie die Preise kurzerhand verdreifachen und der Bevölkerung gar untersagen, Regenwasser aufzufangen. Das ganze mündet natürlich in Protesten – genauso wie die Indios sich gegen ihre Versklavung zu wehren versuchen.

Eigentlich befürworte ich ja Privatisierungen. Wasser gehört jedoch allen Menschen – niemand sollte sich daran bereichern, auch wenn die Realität ganz anders aussieht. Spekulanten spekulieren schon jetzt mit Wasser  .                         Ein gescheiterter Versuch eines Amerikanes sah vor, Wasser-Futures einzuführen. Er wollte standardisierte Terminkontrakte auf die Höhe des Wasserspiegels der fünf großen Seen in Nordamerika kreieren , die den Grundwasserspiegel bestimmen, und damit auch die Ernten in Illinois und Iowa.

Wasser ist kein Produkt des Menschen, der Mensch aber ist ein Produkt des Wassers, ohne das er nicht überleben kann. Dass Konzerne die Natur ausbeuten ist hinlänglich bekannt – doch so schön Gold auch glitzert und Diamanten auch funkeln, sie sind nicht lebensnotwendig. Wasser hingegen schon – ob man nun verdurstet oder bei Protesten erschossen wird ist da zweitrangig.

Eigentlich wollte ich noch mehr schreiben, aber ich höre jetzt auf, da ich momentan keine vernünftige Antwort auf die Frage finde, wie man die Wasserversorgung global so organisieren kann, dass alle Menschen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben, ohne dass eine staatliche oder globale Stelle feste Quoten vorgibt, was ich sehr bedenklich finde und ideologisch mit meinen Idealen natürlich nicht vereinbar ist.  Ein Menschenrecht auf Wasser, wie es die UN im Juli 2010 beschloss und damit rein theoretisch in allen 192 UN-Staaten gilt, ist da nur bedingt hilfreich. Selbst Deutschland ratifizierte noch nicht einmal ein Zusatzprotokoll, womit das Menschenrecht auf Wasser auch wirklich für seine Bürger gilt – dies taten weltweit erst 3 Staaten…

 

 

 

Bodensee Therme Konstanz

Ich sehe mich gezwungen, mal wieder zu schreiben und sehe mich noch mehr gezwungen, dies im neuen Jahr häufiger zu tun. Ein guter Vorsatz also neben einigen weiteren – mal schauen, inwieweit ich ihn erfüllen kann.

Heute gibt es auch nur einen kleinen stadtspezifischen Artikel – nämlich über die Bodensee-Therme Konstanz. Wer nicht weiß, was eine Therme ist – so etwas wie ein Schwimmbad, bloß weniger zum Schwimmen als viel mehr zum Relaxen in heißen, oft mit angeblich heilenden und angelich natürlichen Mineralstoffen angereicherten Wasser. In den Genuss heißer Quellen kam ich ja bereits in Neuseeland, wo ich im ersten halben Jahr fast wöchentlich die „berühmten“ Hot Pools von Hanmer Springs aufsuchte, während ich im zweiten halben Jahr wirklich wöchentlich im Rahmen meiner Tätigkeit bei Mt Tabor einen Autisten ins Helensviller Bad begleitet habe. Das war zwar nur ein heißes Becken statt 9 verschiedene, aber immerhin war es heiß.

In dieser Beziehung muss ich auch gleich die Bodensee-Therme in Konstanz kritisieren. Wirklich warm ist das Wasser nicht, jedenfalls nicht für einen Warmduscher wie  mich 😉 Aber es ist immerhin so angenehm warm, dass man nicht nach 5 Minuten rausmuss (die 42 Grad Pools in Hanmer Springs haben einen schnell dehydrieren lassen…) und auch Stunden dort aushalten kann, ohne das einem allzu kalt wird. Das mag auch an den eisigen Außentemperaturen liegen, die einem garnicht dazu verleiten, mehr als den Kopf aus dem Wasser herauszustrecken – im Außenbecken natürlich nur, dass ich bei meiner Anwesenheit dort vorziehe. Im Innenbereich ist es zwar schön kuschlig warm lufttemperaturmässig, das Innenbeckenwasser aber recht kalt und der Whirlpool zwar heiß, aber regelmässig überfüllt.

Nun, was macht man in so einer Therme, insbesondere wenn man sie allein aufsucht? Kontemplation lautet das Stichwort, ein neu-denglischer Begriff ist auch „chillaxen“. Was gibt es Entspannenderes, als bequem im warmen Wasser (das ruhig wärmer sein könnte) zu liegen, den Kopf an eine Kopfstütze gelehnt (ja, sowas gibts da!), sich von den Massagedüsen und Blubberblasen massieren zu lassen und in den Sternenhimmel hochzublicken oder das verschiedenfarbige Lichtspiel zu bewundern, dass den aufsteigenden Wasserdampf in ein Meer an Farben verwandelt. Da kann man 2 Stunden mal so richtig vom Studium und dem ganzen Rest abschalten und sich gehen lassen. Das ganze liegt übrigens nur wenige Meter vom Bodensee entfernt – im Winter sicher nicht so ratsam – aber im Sommer kann man über den eigenen Steg dann auch schnell mal eine Erfrischung suchen (wobei ich mich frage, wer im Sommer überhaupt die Therme aufsuchen mag)

Auch architektonisch ist die Therme sehr schön gestaltet – warme Farben, ansprechende Architektur (am Tag spiegelt sich der Bodensee in den Fenstern) und ein angemessenes Interieur samt modernster Technik (Eintrittskarten und Schlüssel für Schließfächer waren gestern – heute kriegt man für alles einen digitalen Chip am Armband) macht das Ganze zu einer wahren Freude.

Und dabei ist es garnicht mal teuer: für einen in Konstanz Wohnenden beträgt der Eintritt in den letzten 2 Abendstunden (20-22 Uhr) grade einmal 4,40€  – das lässt das Studentenbudget auch noch zu.

Wem das jetzt zuviel nach Werbung klingt – es ist eine reine Meinung meinerseits, die sich weder in vergünstigten Eintrittspreisen, wärmerem Wasser oder sonstwas niederschlägt, auch wenn mittleres zu hoffen wäre. Ich gehe da jedenfalls gern min. alle 2 Wochen hin und kann die Leser meines Blogs nur ermuntern, dass gleiche zu tun – ihr müsst ja nicht kontemplieren, sondern könnt euch auch unterhalten – aber bitte nicht allzu laut… 😛

 

Herbsteindrücke aus Konstanz

Die Blätter fallen von den Bäumen, über Bodensee und Stadtgebiet hängt stetiger Nebel, es wird kälter, regnerischer und früher dunkel. Der Herbst hat Konstanz voll im Griff und kann trotzdem als golden bezeichnet werden. Hier kommen jetzt einige Bilder über Konstanz und vor allem dem Bodensee im Herbst, die in den vergangenen Herbstwochen aufgenommen wurden.

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Über dieses Blog

Ahoi,

nach etwas Abstinenz vom Bloggen habe ich mich entschlossen, fortan wieder anzufangen. Nicht über Neuseeland (www.chrissofnz.wordpress.com) – der Abschnitt meines Lebens ist leider schon vorbei – sondern über mein in Kürze beginnendes Studium der Politik- und Verwaltungswissenschaften in Konstanz, das Leben dort – vor allem aber über Politik dort, in Deutschland und der ganzen Welt sowie allem was damit zusammenhängen könnte.

Wie man vielleicht weiß, bin ich nämlich ein dediziert politikinteressierter Mensch, der darauf brennt, seine Ansichten auch mal loszuwerden. Qualitätsjournalismus a la BILD (äh.. BLÖD) darf man nicht erwarten, eine gewisse Zynik hin und wieder schon.

Vielleicht wundert sich manch einer über den kreativen Titel dieses Blogs: den Geistesblitz hatte ich gestern Abend kurz vorm Einschlafen und notierte ihn mir gleich, um ihn nicht zu vergeßen.

Unschwer zu erkennen kann man aus „Konstranzparency“ die Wörter „Konstanz“ und „Transparency“ herauslesen. Darum geht es auch hier im Blog.

Einmal um das schöne Universitätsstädtchen Konstanz am Bodensee, das ich Euch gewißermassen ja so transparent machen werde wie der Bodensee ist, andererseits aber um einen Wert (ja, für mich ist das ein Wert!), der mir sehr am Herzen liegt. Den versuche ich hier natürlich vorzuleben – dazu brauche ich aber die Mithilfe meiner eifrigen Leser. Kommentiert also fleißig, was transparenter und allgemein besser sein könnte – ich werde es mir zu Herzen nehmen!

Zu meiner politischen Couleur – um ganz transparent zu sein: Sympathisant und bald wohl Mitglied der Piratenpartei – linksliberal oder auch soziallibertär, progressiv und vor allem verseßen auf mehr Partizipation und Transparenz – wie man unschwer auch an den Verlinkungen sehen kann. Dazu werde ich mich bald aber mal ausführlicher äußern.

Mehr gibt es fürs Erste auch nicht zu sagen. Ich verweise noch auf meine eigene Homepage, falls Ihr Euch weiter informieren wollt: christophheuermann.wordpress.com

Transparente Grüße, noch aus Herford!