Das letzte Wochenende!

Lustig, gestern hatte ich plötzlich mehr als 100 Besucher hier – dabei habe ich doch nichts Interessantes geschrieben.

Aber ich mache jetzt mal mit Neuseeland weiter und widme mich (den) letztem Wochenende.

Begonnen hat der Samstag mit meiner Fahrstunde. Ich bin also nach Rangiora gedüst, der ersten wirklichen Stadt, kann man sagen, vor Christchurch, und mich dort mit Scott, meinem Fahrlehrer getroffen. Er wartete beim Parkplatz des New World Supermarktes, den ich problemlos fand. Bei der Einfahrt auf den Parkplatz machte ich dann quasi erstmals – zu meinem Vorteil – Bekanntschaft mit der, so Scott, auf der Welt einzigartigen Verkehrsregel, dass, wenn 2 sich entgegenkommende Vehikel in dieselbe Straße abbiegen, derjenige mit dem weiteren Weg (der die Gegenfahrbahn queren muss) Vorfahrt hat. Nach ein paar Sekunden hatte ich es jedenfalls begriffen, als sich die Autos hinter dem Auto stauten, dass für mich so überraschend anhielt…

Nach Scotts Aufnahme ins Auto und seinem Lob über mein „tidy car“, ging es auch schon gleich los, erst ein bisschen Überlandverkehr und am Ende durch die Stadt. Jetzt weiss ich auch, was man im Kreisel machen muss (links: beim Einfahren links, beim Rausfahren rechts; gradeaus: beim rausfahren rechts; rechts: beim einfahren rechts, beim rausfahren rechts blinken).

Es war keine Prüfungssituation, aber er hat mich in diversen Dingen bewertet. Eigentlich war ich überall sehr gut und sehr reaktionsschnell was potenzielle Gefahren anging; mir wurde nur nahegelegt, die Geschwindigkeit im Auge zu behalten und den Seitenspiegel mehr zu benutzen (was ich extra gemacht hatte, bloß sieht man das durch meine Sonnenbrille eben nicht).

Naja, danach habe ich noch eingekauft, u.a Schokolade, die nach einer halben Stunde dann auch schon geschmolzen war, und habe mich auf den Weg nach Cheviot gemacht.

Cheviot ist sozusagen Konkurrenzort zu Culverden. Hat die einzig andere Area School im Hurunui-Distrikt, etwas mehr Einwohner und ist auch Sitz des Hurunui-Councils, liegt auf etwa gleicher Höhe wie Culverden an der State Highway 1, hat also meist noch etwas mehr Durchgangsverkehr als Culverden. Getrennt sind diese beiden Orte von einer Hügelkette, der Lowry Peaks Range, die man von hier gut sehen kann – und durch die (fast) keine Straße hindurchführt, doch dazu später.

Da Cheviot nahe am Meer liegt, ging es zuerst in die nahe Gore Bay, wo ich mal wieder den Pazifik bestaunte und etwas am Strand lang spazierte. Aber nichts Erwähnenswertes. darum bin ich bald nach Cheviot gefahren. Nicht, weil es da irgendwas Besonderes gibt, aber ich wollt einfach mal da gewesen sein 😀

In Cheviot angekommen habe ich mir erstmal eine Tankstelle gesucht – mein Kilometerstand war nämlich schon auf 440 – so hoch wie sonst nie. Maximal 500 geschätzt schafft mein Wagen mit einer Füllung. Problem nur, dass beide Tankstellen in Cheviot geschlossen hatten – samstags um 17 Uhr. In Culverden wäre das nicht passiert. Was machec ich nun – war meine Frage?

Die Strecke zurück nach Süden und dann nach Culverden ca. 90km, die Strecke nordwärts und dann nach Culverden ca. 80km. Beide, soweit ich dachte, ohne Tankstellen an der Seite.

Als Rettung fiel mir jedoch ein, dass eine kleine, treffend „Random Spur“ genannte Straße durch die Hügelkette führt. Bin also die Straße gefahren, die ersten paar Hundert Meter noch Asphalt, dann Kies und dann fast garnichts mehr. Hatte mich dann (natürlich) erst wieder verfahren und stand vor einem verschlossenen Gatter – und wenden konnte ich auch kaum, weil die Straße an beiden Seiten sehr eng war und leider von einem tiefen Graben gesäumt wurde. Wenden musste ich aber. Eine verdammte Kurbelarbeit. 10cm nach vorne fahren, total gegenlenken, 10cm zurück fahren, total gegenlenken, ….

Das ganze bestimmt 10.mal, bis ich meinen Honda letztlich um 180 Grad gedreht hatte. Dann ging es auf die richtige Straße – naja Pfad ist treffender. Zu Beginn kam noch der Hinweis, diese Straße sei nicht „maintained“, also in irgendeiner Hinsicht überwacht und präpariert. Das stellte sich schon nach 100 Metern als wahr heraus. Schlaglöcher so tief wie mein Reifen sorgten für eine ziemliche Ruckelpartie. Nach weiteren 100m habe ich lieber kleinbei gegeben und gewendet. Wäre ich da nicht sehr wahrscheinlich stecken geblieben, so wäre das Auto auf andere Weise beschädigt worden (die Reifen sind ja grade nagelneu). Außerdem, niemand kommt vermutlich diesen Weg, und Handyempfang hätte ich dort auch nicht gehabt. Also lieber umkehren.

Das Sprit-Problem blieb aber ja. Jetzt hätte ich vermutlich schon ziemlich zitttern müssen, das ungefähr 60km entfernte Kaikoura zu erreichen. Aber was blieb mir anderes übrig, diesen Weg in Kauf zu nehmen. Dazu kam es dann allerdings nicht, denn in der kleinen Ortschaft Parnassus gab es ein Raststätte mit einer Zapfsäule in Betrieb, wo ich spürbar von einer Last befreit, neuen Sprit tankte. Ca. 1 km hinter dieser Raststätte war dann auch die Abzweigung nach Waiau, bzw. eben Culverden, so habe ich keinen Umweg gemacht. Das ist jetzt nicht sonderlich interessant, musste aber raus 😀

Weiter gehts mit dem etwas interessanteren Sonntag. Ich war nämlich ein letztes Mal in Christchurch. Dort fand nämlich auch die Santa-Parade statt, ein bunter Umzug, der viele Menschen in die Stadt lockte. Neben einer Strecke von 1,6km durch die Innenstadt wimmelte es von Menschen, die der Parade zusehen wollten. Jetzt ein Erdbeben wäre verheerend gewesen 😀

Man kann sich diese Parade ungefähr wie den Herforder Visionsumzug vorstellen, bloß etwas kitschiger und deutlich größer. Thema ist natürlich „Christmas“. Die Parade wird jährlich von der Haushaltswaren-Kette Smiths City organisiert und Teilnehmer sind vor allem Vereine, ethnische Gruppen und Unternehmen aus dem Großraum Christchurch. Oft sind die Uumzugswagen von Märchen inspiriert (so gab es Schneewittchen, Dornröschen, Pinocchio uvm,) oder Fernsehserien und -filmen (das Auto von Knight Rider, ein ziemlich echt aussehender Podracer und Darth Vader mit Sturmtruppen, Superman uvm.). Teilweise auch diverse akrobatischen Vorführungen, wie Ballet, Tanz, springende Biker und und und.

Witziges Highlight war ein Feuerlöschwagen vom Christchurcher Flughafen, der regelmässig die am Straßenrand sitzenden Besucher nass gespritzt hat – mich zum Glück nicht. Kann man jetzt alles schwer beschreiben, ich lad mal noch ein paar Bilder hoch für einen kleinen Eindruck. Waren laut Zeitung 80 verschiedene Wagen, mir kamen es aber deutlich mehr vor. Fast 2h hat es gedauert, bis alles an mir vorbeigezogen war.

Den Abend verbrachte ich dann mal wieder in Hanmer, wo ich nach einem schönen Bad auch noch etwas tun musste, was ich bisher garnicht getan habe. Die Vegetarier mögen mich dafür hassen, aber während meiner Zeit hier in Neuseeland habe ich noch überhaupt kein Lamm gegessen. Das hatte ich dort nun nachgeholt und durfte es sogar selbst braten, auf einem Mini-Steinofen auf dem Teller. Hat aber klasse geschmeckt!

Ein würdiger Abschluss also für das letzte Wochenende – samstag geht es dann endlich los. Morgen steht erst einmal aber noch eine Gipfelbezwingung an. Ich begleite die Exkursion der Klassen 4-6 auf den Mount Culverden. Sehe ich mal Culverden noch von oben – wusst garnicht, dass man den besteigen kann. Evtl. besteige ich sogar noch den ungleich höheren Mount Isobel, Hausberg von Hanmer Springs, mit einer kleinen Abkürzung versteht sich, die ich ebenfalls am Sonntag entdeckt habe, fällt mir gerade noch ein. Bin nämlich den „Jacks Pass“ gefahren, eine ziemlich kurvige, extrem steile Schotterpiste, die sich die Berge bei Hanmer Springs hinaufwindet. Im Winter führt sie zu einem Skigebiet dort, im Sommer führen von ihr zwei Wege mitten durchs Gebirge nach Saint Arnaud bzw. Blenheim ab. Während erstere nur für Allrad geeignet ist, wäre letztere auch für mein Auto geeignet. Und Blenheim heisst ja sogar mein erstes Reiseziel. Bloß leider führt die Strecke über eine Farm – die Molesworth Station – eine der größten Schaffarmen Neuseelands, direkt einsam im Gebirge. Die Strecke ist für die Öffentlichkeit leider erst ab dem 28. Dezember geöffnet – schade eigentlich, das Panorama wäre echt schön gewesen.

So, jetzt ist genug… Muss noch meine Rede vorbereiten, die ich Donnerstag vor 400 Leuten, also quasi ganz Culverden, halten darf…

Hier noch ein paar Fotos – darunter auch 2 von den Sechtklässlern der Grundschule, die nächstes Jahr die Straßenseite wechseln, also in die Secondary School kommen. Eine kleine Erinnerung für mich – ich habe heute von fast jedem Kind ein Foto gemacht, aber die werde ich hier nicht veröffentlichen. Drum müsst ihr Euch mit dem Gruppenbild vom Großteil vom Room 5 zufrieden geben erstmal…

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Kaikoura – Whale Watching

Heute war mal wieder einer meiner sentimentalen Tage, an denen mir richtig bewusst geworden ist, welches Privileg es doch ist, in Neuseeland sein zu dürfen. Der Tag führte mich nämlich nach Kaikoura, das ich nach einer schönen Fahrt um ca. 10 Uhr morgens erreichte. Schon die Strecke, die teilweise am Meer entlang verläuft, ist atemberaubend. Hohe Hügel auf der einen, das Meer  auf der anderen Seite. Die Gischt der garnicht mal so kleinen Wellen trifft manchmal sogar die Straße. Das Wetter war herrlich, Sonnenschein und kaum eine Wolke am Himmel. Ich habe nur einen kleinen Zwischenstopp gemacht, hätte aber vielmehr machen können, wäre da nicht die Zeit gewesen – ich musste nämlich zeitig zum Whale-Watch kommen, 10.30 war Check-In-Time. Nach etwas Wartezeit und einem Film über die Meeresbewohner mit anschließendem Safety-Briefing (wie im Flugzeug) ging dann auch schon der Bus zum etwas entfernten Hafen. Grade bevor ich jedoch in den Bus einstiegen wollte, gab es eine kleine Überraschung. Ich hörte nämlich jemanden „Christoph“ rufen und erblickte Katha und Sophie, 2 ICYE-Freiwillige, die in Christchurch ihr Projekt haben und wohl auch Wale sehen wollten.  Da aber der Bus nicht auf mich wartet, konnte ich nicht viel mehr machen, als kurz „Hey“ zu sagen…

Am „Hafen“ angekommen ging es dann auf die Boote – ein Art Katamaran. Man musste sich erst einmal in den Innenraum setzen (sehr bequeme Sitze übrigens) und die Crew-Mitglieder – allesamt Maori – haben sich vorgestellt.

„Whale-Watch Kaikoura“ ist nämlich völlig in der Hand von Maori und beschäftigt auch hauptsächlich diese. Auch schlechten, ungelernten Schülern gibt das Unternehmen regelmässig die Chance auf Arbeit. Überhaupt wäre ohne das Whale-Watch-Unternehmen Kaikoura heutzutage wohl nur ein weiterer unbedeutender Küstenort. Wer mehr über Kaikoura, das Unternehmen und Co. erfahren will, ich verweise auf: http://www.merian.de/reiseziele/artikel/a-643617

Besondere Wichtigkeit hatte natürlich das Erklären, was bei Seekrankheit zu tun sei. Vorsorglich wurde auch schonmal auf die Spucktüten an jedem Sitz verwiesen – natürlich kostenlos und so viel man braucht (O-Ton).

Überhaupt war die Crew (nur 4 Leute) total humurvoll, kompetent und freundlich – hat das Erlebnis nochmal deutlich gesteigert.

Irgendwann ging es dann los – und ich dachte, gut das es Spucktüten gibt. Es wurde zwar angekündigt, dass die See total flach sei, in Wirklichkeit reitet man über bis zu 3m hohe Wellenkämme. Wie das bei schlechteren See-Bedingungen dann aussieht, möchte ich mir garnicht ausmalen.

Außerdem saß ich relativ weit vorne, der Ritt durch die Wellen glich also einer Achterbahnfart und in meinen Magen stieg schon ein ungutes Gefühl auf. Ich möchte darauf nicht weiter eingehen, aber es sei gesagt, dass ich keinerlei Tüten gebraucht habe – im Gegensatz zu manch anderen auf dem Boot.

Nach 5 nautischen Meilen waren wir dann auch an unserem Bestimmungsort angelangt, wo das Sonar den Wal vermutet hat.

Kurz ein paar Sachen dazu: bei den Wal(en) handelt es sich um „Sperm Whales“. Das sind nicht etwa (wie Google es übersetzt) „Spermien-Wale“, sondern Pottwale – die größte Art unter den Zahnwalen. Vor Kaikoura erstreckt sich ein sehr tiefer Unterwasser-Canyon, wo es auch die Lieblingsbeute des Pottwals gibt, nämlich Riesen-Kalmare. Die sieht man zwar nicht an der Oberfläche, ab und an wird aber mal ein totes Exemplar an die Küste geschwemmt. Bisher größtes Exemplar war satte 15m groß, ziemlich enorm für einen Kraken. Der Pottwal wird jedoch noch größer (über 20m) – und wiegt wesentlich mehr. Ungefähr so groß wie unser Boot also und doppelt so schwer  (bis zu 40 Tonnen!).

Seine Lieblingsbeute neben den Kalmaren sind übrigens Haie, insbesondere Weiße Haie, die es auch zuhauf in diesem Gebiet geben soll. Da der Pottwal kein schneller Schwimmer ist, hat er eine besonders gemeine Waffe. Sein Sonar wird zu 160 Dezibel laut und tötet alles in der näheren Umgebung Unterwasser. Darum sollte man mit dem Wal auch besser nicht schwimmen. Bei den ganzen Haien, die da angeblich rumschwimmen, aber eh nicht so zu empfehlen. Wer mehr erfahren will, lest den Artikel oben oder benutzt die Suchmaschine Eures Vertrauens!

Am Sichtungsplatz angekommen hiess es dann Warten, bis der Pottwal auftaucht. Er muss nämlich hin und wieder mal an die Oberfläche kommen, um frische Luft zu schnappen, er ist ja schließlich ein Säugetier. Das Warten wurde jedoch nicht lang, da man gut die verschiedenen Seevögel beobachten konnte, die anmutig wenige Zentimeter über das Wasser gleiteten – darunter auch Albatrosse mit bis zu 3m Flügelspannweite!

Irgendwann hiess es dann, der Wal sei da. Es handelt sich nur um einen Wal, einen männlichen  „Resident“, der das ganze Jahr im Canyon dort lebt – die Weibchen und andere Männchen sind immer nur saisonal sichtbar. Das Besondere an Kaikoura ist aber eben, dass ein paar Pottwale das ganze Jahr über zu sehen sind. Natürlich liefen gleich alle Leute auf die eine Seite des Bootes, das schon fast in Schieflage geriet und knipsten, was das Zeug hält. Ich natürlich auch. Gesetzestechnisch muss sich das Boot min. 50m vorm Wal fernhalten, der dadurch kleiner erscheint als er eigentlich ist, zumal man meist nur ca. ein Drittel seiner gesamten Länge aus dem Wasser herausragen sieht. Plötzlich schwamm der Wal jedoch auf das Boot zu, und nur knapp 15m am Rumpf vorbei, was einen wahnsinnigen Blick ermöglicht hat, den ich unglücklicherweise nicht einfangen konnte, weil ich grade ein Video von ihm gedreht hatte. Danach ist er dann auch abgetaucht.

Die Tour war jedoch noch nicht zuende, sondern es wurde wieder ein bisschen gewartet, weil er womöglich bald nochmal auftauchen sollte. nach ca. einer halben Stunde passierte das dann auch, wenn auch ein paar hundert Meter entfernt. Unser Boot nahm also Kurs und wir hatten noch einmal Gelegenheit, dieses majestätische Tier zu bewundern – diesmal sogar im Hintergrund die noch schneebedeckten Berge hinter Kaikoura – traumhaft!

Ca. 10 Minuten liess sich der Wal Zeit Luft zu holen und seine Wasserfontänen hochzupusten, ehe er letztlich verschwand. Seine Schwanzflosse, die aus dem Wasser aufragte, war das letzte was ich von ihm sah, und fast das Schönste. Unglücklicherweise betätigte ich den Auslöser meiner Kamera eine Sekunde zu früh, sonst hätte man die Flosse noch besser gesehen. Aber auch so ein Top-Foto, das ihr unten bewundern dürft.

Dann ging es langsam zur Küste zurück, wo noch kurz die Robben dort besichtigt wurden – war allerdings nur eine da. Delfine oder andere Wale haben wir leider nicht gesehen, das ist Pech. Letzte Woche wurden z.-b neben Massen von Delfinen sogar ein paar Orcas gesichtet. In den Marlborough Sounds und der Tasman Region werde ich dazu jedoch vielleicht auch noch die Gelegenheit bekommen!

Nachdem ich grade etwas Essen bestellt hatte, direkt beim Whale-Watch kam die nächste, eigentlich vorhersehbare, Überraschung. Wenige Meter von meinem Platz gingen die anderen ICYE-Freiwilligen aus Christchurch vorbei – erkannt haben sie mich erstmal nicht. Ich bin hingerannt und habe kurz mit ihnen ein paar Worte gewechselt – doch diesmal umgekehrt, der Bus wartet nicht auf sie…

Da ich mich noch etwas in Kaikoura aufhalten wollte, bin ich durch die „Innenstadt“ (Straße mit ein paar Geschäften, Restaurants, Banken und Co.) zum Besucherzentrum gegangen und habe mich erkundigt, wo man noch gut ein bisschen Wandern könne. Am Strand dann zurückgegangen, stig ich in mein ziemlich warmes Auto ein und probierte den Parkplatz zu finden, von wo es zu diesem Wanderweg ging. Hab ihn, rein der Nase nach, auch auf Anhieb gefunden. Kurz vorher überholte ich jemanden, der mich dann, bevor ich losgehen wollte, wieder einholte und fragte, ob ich ihn wieder zurück nach Kaikoura mitnehmen könnte. Der Arme war nämlich fast schon 2h zu diesem Parkplatz gelaufen. Wir machten also die Wanderung zusammen und unterhielten uns dabei. Er kommt ursprünglich aus Kanada und arbeitet auch an einer Schule in Wellington für ein Jahr, allerdings als „richtiger“ Lehrer. War eine ganz nette Ablenkung, der Weg war nämlich steil. Leider konnte ich den eigentlich erwarteten Ausblick auf Kaikoura  und das Meer nicht geniessen, da der Pfad durch den Regenwald verlief und die Bäume eben die Sicht versperrten. Es war ein Rundweg, und wir brauchten ca. 45 min. um wieder am Carpark anzukommen. Evtl. fahre ich nächstes Wochenende nochmal hin und mache dann eine Tageswanderung zum Gipfel eines der Berge, die ihr unten auf den Fotos bewundern könnt.

Dann nahmen wir die Straße, die 15k schnurgradeaus bis zum Meer führt. Irgendwann habe ich ihn dann rausgeworfen und bin nach einem kleinen Einkauf im „New World“ zurück nach Culverden gecruist. War ein ganz netter Typ und mal eine gute Erprobung meiner Englischkenntnisse über eine Stunde ziemlich viel zu reden.

Jetzt gibt es noch ein paar Fotos als Entschädigung für da viele Lesen!

Enjoy it!

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Karte mit allen bisherigen (und geplanten) Routen!

Alle bisherigen und geplanten Routen

Nach ein bisschen Arbeit habe ich jetzt eine wunderschönes Karten-Kunstwerk erschaffen, das auf Eure Begutachtung wartet!

Das Bearbeiten und Veröffentlichen dieser Karte ist übrigens legal!

Ich denke, sie gibt einen ganz guten Überblick, wo ich bisher so war, und was ich in den kommenden Ferien auf der Südinsel noch machen werde.

Legende ist dort vorhanden, die Linien decken sich natürlich nicht immer (wenn auch größtenteils) mit den wirklichen Streckenverläufen. Bei Sachen in der näheren Umgebung hab ich auf mehrfarbige Routen teilweise verzichtet – so bin ich ja z.B in Hanmer fast jede Woche…

Die schwarzen Punkte sind bisherige bzw. geplante Übernachtungen – dann kann man sich vlt. noch ein bisschen besseres Bild machen, wo ich wirklich war, und wo ich nur mehr oder weniger durchgefahren bin ,)

Zur braunen Linie: das ist eine Alternativroute für die Sommerferien, die mir noch im Kopf rumspukt (setzt sich am Endpunkt dann mit der schwarzen fort), werde sie aber wohl nicht machen, ist zu lang und kostet zuviel sprit für 2 Tage, an denen ich den Weg machen muss (damit werde ich den Arthurs Pass leider wohl nicht überqueren…)

Hätte garnicht gedacht, dass man mit Paint sowas zaubern kann – sehst selbst!

Für bessere Qualität einfach draufklicken!

Entscheidungen und Wochenende!

So, mal wieder was von mir.

Gestern fand ich eine Mail im Postfach, das es nun darum geht, ein neues Projekt auszuwählen. Wie ich leider festgestellt habe, stehen meine beiden Wunschprojekte in Wellington garnicht mehr zur Auswahl. Ich muss mich jetzt also anders entscheiden und möchte Euch daran teilhaben lassen.

Klar ist, dass ich auf die Nordinsel möchte, da die Gegend hier, wie schön sie auch ist, doch langsam langweilig wird und alles gesehen ist. Zumal es interessant ist den Lebensstil zu vergleichen – so habe ich schon öfters von den hier Einheimischen gehört, das die Südinsulaner viel netter, freundlicher, offener usw. sind.

Wie dem auch sei, diese 5 Projekte sind in meiner näheren Auswahl:

1. Vertical Horizon Adventure Camp (http://verticalhorizon.co.nz/)

2. Kauaeranga Valley Christian Camp (http://www.kvcc.org.nz/)

3. Finlay Park Camp (http://www.finlaypark.co.nz/)

4. Whangarei Heads School (http://www.whangareiheads.school.nz/welcome.php)

5. Mount Tabor Trust (http://www.mt-tabor.org.nz/index.html)

Könnt ihr euch ja mal anschauen, wenn es interessiert. Ich neige momentan zu ersterem, das ist ein Adventure Camp in Inglewood, an der Ostküste der Nordinsel, direkt bei dem 2500m hohen einsam in der Landschaft stehenden und auf Bildern traumhaft aussehenden Mount Taranaki 😀                                        Mit New Plymouth ist auch eine Viertelstunde entfernt eine größere Stadt in der Nähe, die bereits als lebenswerteste Kleinstadt (unter 50.000) der Welt ausgezeichnet wurde. Ich glaube, das könnte dort ganz nett werden – aber fraglich natürlich, ob ich auch überhaupt meinen Erstwunsch bekomme. Die anderen Camps sind aber auch an durchaus attraktiven Stellen, sodass es mir ehrlich gesagt, eigentlich relativ egal ist, wo ich hinkomme. Die Schule und die Behinderten-Einrichtung ist auch recht interessant, echt schwierig sich zu entscheiden.

Soviel zu diesem Sachverhalt. Gestern war ich mal wieder in Christchurch – eigentlich aus einem ziemlich banalen Grund: ich musste mir mal wieder die Haare schneiden lassen. Der Friseur hier in Culverden ist auf 5 Wochen ausgebucht und außerdem sogar noch recht teuer. Also bin ich in Christchurch irgendwo reinspaziert und sofort wurden mir in barbarischster Weise meine wunderschönen Haare abgesäbelt!

Nachdem es Freitag wieder extrem heiß war (nicht auszuhalten…), hat es gestern fast den ganzen Tag geregnet, auch in Christchurch. Ziemlich schnelle Wetterwechsel hier. Da ich aber nicht nur des Haare Schneidens wegen nach Christchurch gefahren bin, beschloss ich, nicht zuletzt wegen der Hysterie um den neuen „Harry-Potter“-Film ein neuseeländisches Kino aufzusuchen.

Meine Wahl fiel auf das „Hoyts“, eine Kinokette hier in Neuseeland, vergleichbar mit Cinemaxx. Ich muss aber sagen, die Sessel sind deutlich bequemer und weiter und selbst ich kann meine Beine vollständig ausstrecken im Kinosaal.

Dort saß ich dann nämlich auch und erduldete den zweieinhalb-stündigen „Harry-Potter-Film“, der mich nicht sonderlich überzeugt hat. Trotz seiner Länge passiert eigentlich ziemlich wenig – oder aber, anders betrachet, ziemlich viel, soviel dass man das meiste schnell wieder vergisst. Ich muss zugeben, als der Film anfing, wusste ich vor lautem „Herr-der-Ringe“-Fanatismus garnicht mehr, worüber der 7. Teil handelt – aber es fiel mir dann doch recht schnell wieder ein. Was auch gut ist, denn für jene, die das Buch nicht gelesen haben, könnte es Verständnisschwierigkeiten geben.

Aber ich möchte mich hier nicht auch noch als Filmkritiker betätigen und deshalb nur noch sagen, dass der Film immerhin ein paar Stunden gute Ablenkung bot – aber auch nicht mehr…

Nach einem kleinen Imbiss und der Suche meines Autos (diesmal hab ich die richtige Abzweigung genommen!) ging es dann an die Heimfahrt nach Culverden, die so langsam echt ermüdend wird. Noch 3-4 mal werde ich die Strecke machen – trotz der ganz netten Landschaft ist es aber irgendwann zu viel ständig die 100km nach Christchurch  zu fahren – geht ja auch an den Sprit.

Heute Abend geht es für mich dann noch mal wieder nach Hanmer Springs in den heißen Quellen relaxen, ich muss nämlich noch meine 10er-Karte, wo ich noch ein paar Punkte drauf habe, in den nächsten 3 Wochen abgelten. Dort kann ich dann auch schön entspannt nochmal nachdenken, für welches neue Projekt ich mich entscheide – morgen werde ich das dann an den ICYE schicken!

Heute frei nach gestrigem Erfolg!

Nach einer Woche Pause nun der nächste Artikel.

Bevor ich morgen auf den 11. Reisetag eingehe: heute hatte ich frei (zur Klarstellung: nicht durch den Erfolg, falls die Überschrift das implizieren sollte).

Ein öffentlicher Ferientag, weil in Christchurch die „Show“ stattfand. Das ist ein Event, das bereits Mittwoch begonnen hatte und bis heute andauern sollte. Hauptsächlich geht es da um Rinder und Schafe, mit denen alles mögliche angestellt wird und ein paar andere „Bauern“-typische Aktivitäten wie Traktorwettrennen oder Holzhacken. Kostet natürlich auch was. Ich hätte es zwar spendiert bekommen, habe mich aber nicht entschieden dorthin zu gehen, hätte sich für 2-3h auch nicht gelohnt, weil die Veranstaltung schon um 5 beendet wurde (das Programm dort war eh nicht so der Kracher),

In Christchurch war ich trotzdem, und zwar am Meer, zuerst in der Hafenstadt Lyttelton, die in einer schönen Bucht hinter den Hügeln nahe der Banks Peninsula liegt. Dort ist auch ein größerer (Container)-Hafen, der das schöne Bild der Bucht (erinnert an Dunedin) leider zerstört. Trotzdem ein netter Ort, der sich an den steilen Hang schmiegt. Auf dem Weg dorthin bin ich auch erstmals in Neuseeland durch einen Tunnel gefahren (selbst zumindest; sonst aber auch nur der Homer-Tunnel zum Milford Sound). Der war sogar ein paar Kilometer gleich lang. Nach Lyttelton habe ich noch die Governors Bay besucht. Hier liegt ein ICYE Projekt, ein Kinderheim, in dem auch ein paar andere Freiwillige arbeiten. Die kann man wirklich für die schöne Lage dort beneiden. Ich bin ein bisschen am Meeresufer lang spaziert (war leider Ebbe) und habe mir aus der Entfernung mal das Projekt angeschaut. Wollte ja keinen bei der Arbeit stören, wobei ich glaube, dass eh keiner da war (war etwas still :D). Naja, danach ging es dann zurück nach Christchurch, doch nicht durch den Tunnel, sondern über einen Pass, der sich die doch recht hohen Hügel hinaufschraubt. Auf dem höchsten Punkt, wo sich auch ein Parkülatz und Cafe befindet, hat man eine super Aussicht. Auf der einen Seite der Blick in die  von Hügeln umschlossene Bucht, auf der anderen Seite über ganz Christchurch mit den noch schneebedeckten Bergen am Horizont. Hat sich gelohnt, diesen Weg zu nehmen. Danach ging es dann mit gewissen Umwegen zurück nach Culverden. Sonntag werde ich wohl nach Akaroa fahren (diesmal wirklich, ja), welches auf der erwähnten Banks Peninsula liegt, eine von Hügeln zerklüftete Halbinsel bei Christchurch, dessen Ausläufer eben schon dort waren, wo ich jetzt war. Ist aber von Christchurch immer noch so eine Stunde Fahrzeit. Die Strecke sieht aber sehr schön aus.

Zum nächsten Reiseartikel werde ich heute nicht mehr kommen, deshalb noch ein paar Worte zu gestern:

gestern war in sehr erfolgreicher Tag. Nicht nur, dass ich im Tennis gewonnen habe, zusammen mit Christian im Doppel (6:3 und nach hartem Match 6:5 bei den schon früher erwähnten komischen Regeln(.

Nein, ich habe auch meine Ehre wiederhergestellt. Und zwar wird in Room 5 (Klasse 5/6) donnerstags immer ein Mathe-Test geschrieben, der „Basic Facts Speed Test“. Wie der Name schon sagt, handelt es sich um(100) einfache Rechenaufgaben (wie z.B. 6+7, 81:9, 8×7 oder 19-6), die in höchstens 7 1/2 Minuten möglichst schnell gelöst werden müssen. Dass das noch Mathematik ist, die der Christoph beherrscht, wollte ich natürlich zeigen. Also hatte ich vor etlichen Wochen mal aus Spaß mitgeschrieben. War natürlich auch alles richtig und ich war einer der Schnellsten – aber nicht der Schnellste. Während viele Kinder nämlich tatsächlich sehr lange für die 100 Aufgaben brauchen, sind 2 Kinder ziemlich schnell. So schnell, dass ich geglaubt hatte, sie würden „cheaten“. Darum habe ich bei den letzten Tests denen nur zugeguckt, um zu schauen, was ich falsch mache. Ich schreibe nämlich einfach nicht schnell genug. Die Aufgaben sind in einem Sekundenbruchteil gelöst, doch ma muss die Lösung eben niederschreiben. Für die 100 Aufgaben habe ich gestern 1 Minute und 38 Sekunden gebraucht, d.h. nicht ganz eine Sekunde pro Rechnung und Beschriftung. Schneller geht das echt nicht für mich. So hatte ich gestern dann auch meine Konkurrenten in den Schatten gestellt – doch der Rekord liegt bei 1 Minute und 10 Sekunden. Da muss man echt schon arg übertrieben schnell schreiben können. Probiert das doch einfach selbst mal aus!

Wie dem auch sei, ich habe bewiesen, dass ich doch noch besser rechnen kann als die Schulkinder – Gott sei Dank! Die Uni kann also kommen (wobei der Mathe-Anteil dort quasi nicht vorhanden sein wird, denke ich :D)

Zwischenstand und die letzten 2 Wochen(-enden)

Da ich bestimmten Leuten nicht den Abend verderben möchte, geht es nun weiter. Nicht mit den Urlaub, sondern mit den letzten Wochen(-enden). Und zwar in umgekehrter chronologischer Reihenfolge.

Heute ist Donnerstag, das heisst gleich  steht Tennis an. Die Mannschaftsspiele sind alles Doppel, man spielt nur bis 6, und zwar mit der komischen Regel, dass wenn man zurückliegt bzw. punktemässig Vorsprung hat, man bzw.Gegner spielmässig Vorsprung bekommt (Beispiel: 1:2 – der nächste Satz fängt mit 15:0 an, bei 3:1 wären es z.B 0:30). Es ist also sehr schwer (hoch) zu gewinnen. Aber ich habe mich jetzt gut eingespielt auf den Hartplatz (der schon eine ziemliche Umstellung ist) und hoffe, dass wir heute gewinnen werden.

Gestern abend war ich mal beim Fussball. Mittwoch abends findet nämlich Indoor Soccer in der Turnhalle statt. Dachte ich mir mit meinem zweifelhaften Talent natürlich, ich zeig den Kiwis mal wie man Fussball spielt.

Die Mannschaften sind bunt gemixt, Männlein, Weiblein, Grundschulkinder bis alte Herren. Was mich aber erstaunt hat, ist die Parallelgesellschaft hier auf den Lande. Wirkliche Kiwis waren nur in Form der kleineren Kinder vorhanden (die mir übrigens den Tipp gaben, dort hin zu kommen). Es gab eine große Anzahl an Südamerikanern, etwas älter als ich die meisten. Argentinier, Chilenen, Uruguayer und Brasilianer – dementsprechend hoch war auch das Niveau des Fussballs. Die arbeiten hier wohl in der Umgebung auf den Farmen und sind entsprechend durchtrainiert. Trotzdem gelang es mir mit meinen beiden linken Füßen ein paar Tore zu schiessen, ich würde sogar soweit gehen, dass ich gut mit ihnen mithalten kann 😀 Hat aber auf jeden Fall Spaß gemacht, ich werde die restlichen Mittwoch-Abende dort auch verbringen, etwas Sport tut ja schließlich gut. Tatsächlich sage ich schon die restlichen, es sind nämlich nur nur 6 Wochen hier. Nicht nur von meiner Seite möchte ich das Projekt nach den Sommerferien wechseln, sondern auch von meiner Schule. So meinte Neil zu mir, dass ich wohl der letzte ICYE-Volunteer sei und sie ab 2011 keine neuen mehr aufnehmen würden. Ich bin allerdings nicht schuld! 😛

Kann auch deshalb sein, weil Neil das 2. Halbjahr die größte Zeit weg ist. Er hat so eine Art „Sabbatical“, wo er durch die Schulen hier tourt und schaut, was da so Sache ist. Spionage sozusagen! Außerdem macht er im Frühjahr eine Deutschland-Tour, wo er unter anderem Münster besuchen wird und auf dem Weg vielleicht einen Zwischenstopp in Herford macht. Wer weiß, vielleicht trifft ihn ja jemand…

Bei ihm habe ich übrigens das letzte Wochenende eingeleitet, mit einer kulinarischen Glanzleistung seinerseits . 3 Hauben für ihn!

Sonntag war ich, nachdem ich samstag viel zu spät aufgestanden bin, dann in Christchurch, wo ich mir die 2 grösseren Museen angeschaut habe. Einerseits das Canterbury Museum, das viel Wissenswertes über die Region und Neuseeland allgemein vermittelt, aber auch Abteilungen hat, die sich mit Ägypten, Fernost und der Antarktis beschäftigen. Insbesondere habe ich jetzt einen Überblick über die komplette Vogelwelt Neuseelands, von denen das Museum unzählige ausgestopfte Präparate zeigt. War alles sehr interessant und habe mir 4h Zeit genommen, lohnt sich auf jeden Fall, wenn ihr mal nach Christchurch kommt. Und der Eintritt ist frei!

Ebenso in der Christchurcher Arts Gallery, wo ich viele Werke neuseeländischer Künstler bestaunen könnte. Die haben es viemehr drauf als ihre vorsintflutlichen europäischen Artgenossen.

Wie man sieht, mausere ich mich also zu einem ziemlichen Kulturfreak. Tatsächlich werde ich wohl nach meinem Jahr auch etwas in dieser Richtung studieren. Kombiniert mit etwas anderem, wodurch ich erst durch Neuseeland richtig wachgerufen wurde. Ihr könnt gespannt sein 😀  Denn über Unis und Studiengänge habe ich mich, seit ich hier bin, in vielen Stunden informiert. Jura ist für mich abgehakt, aus vielerlei Gründen, die ich hier nicht erwähnen brauche. Aber wer weiß, es ist grade mal ein Viertel meiner Zeit hier rum.

Nach der Widmung der Kultur führte mich dann noch ein kleiner Spaziergang durch die Parks (Christchurch wird auch die „Garden City“ genannt), die sich durchaus mit denen Londons messen können. So konnte ich dabei dem „Punting on the Avon“ zusehen: der Avon ist ein kleiner Fluss, auf dem Boote für Touristen fahren. Die werden durch einen Mann mit Stab fortbewegt, der diesen vom Flussboden abdrückt, um Fahrt aufzunehmen. Mir fehlt das deutsche Wort, sofern es das denn gibt. Danach habe ich mal wieder verirrt, und zwar habe ich mein Auto nicht wieder gefunden, das ich viel zu weit vor der Stadt geparkt hatte (man findet auch problemlos 5min von der Innenstadt einen Parkplatz, ich habe aber natürlich eine halbe Stunde entfernt geparkt). Letztlich habe ich mich aber an den Hochhäusern orientieren können und das Auto doch noch gefunden (bin nach Nordwesten statt nach Nordosten gelatscht).

Das war mein Wochenende, aber ihr habt auch noch das Recht zu erfahren, was ich das Wochenende davor getrieben habe. Am anschließenden Montag war nämlich sogar frei („Labour Day“) und ich wollte eigentlich einen größeren Trip machen. War dann aber nichts. Aber es war ein schöner Tripp. Erst ging es auf der „Inland Scenic Route“ durch Canterbury bis zum Mt Hutt, der im Winter ein beliebtes Skigebiet ist. Zwischendurch ein Stopp am Ufer eines Flusses, wo ich ein Speedboat beim Fahren beobachtet habe. Die sind nämlich Erfindung der Kiwis und können in Affentempo in noch und noch so flachen Wasser die Flüsse herauf- oder hinabschiessen und dabei sogar 360-Grad Wendungen ausführen. Werde da vermutlich auch nochmal investieren, um in eins reinzukommen und mitzufahren.

Der Mt Hutt war aber nicht mein eigentliches Ziel, sondern es ging weiter, in ein abgelegenes Tal, wo nach einiger Zeit Schotterpiste ein wunderschönes Dorf am See (Lake Clearwater) kam. Für mich ging es aber weiter in die Pampa: mein Ziel war nämlich Mt Sunday – dort war nämlich, ihr erratet es vermutlich, ein Herr-der-Ringe-Drehort, vermutlich sogar der, den man am leichtesten wiedererkennt (Berge pflegen ja schließlich ihre Erscheinung nicht zu verändern). Ein Berg war es nun nicht, sondern eher ein Hügel, alleinestehend im Tal, im Hintergrund die schneebedeckten Berge. Es handelt sich um den Hügel, auf dem der Ort „Edoras“ erbaut wurde. Dazu eine kleine Story: die neuseeländische Naturschutzbehörde hatte vorgeschrieben, dass nach den Dreharbeiten alles wieder so aussehen musste wie vorher. Der gesamte Rasen des Hügels wurde also mitsamt der Erde in Schwerstarbeit abgetragen und nach Wellington geflogen, wo er in einer extra eingerichteten Gärtnerei gepflegt wurde, um ihn nach Abchluss der Dreharbeiten dort wieder einzupflanzen. Schon strange! Tatsächlich sieht man heute nichts mehr, was auf einen Drehort hinweisen könnte. Ich war allerdings auch nicht auf den Hügel. Er ist nämlich privates Farmland, und im Gegensatz zu anderen bin ich ja kein unerwünschter Eindringling. Ich habe mich trotzdem erst über die Absperrung geschwungen, als ich nach 5 Minuten jedoch an einen reißenden Fluss kam, bin ich lieber umgekehrt. So stark war mein Begehren dann doch nicht, dass ich halbnackt durch das eiskalte Wasser waten würde. Der Blick auf den Berg war mir schön genug.

Auf den Rückweg, der sich durch mehrere Kühe auf der Straße etwa zog, fuhr ich dann noch eine 20km lange Schotterstraßenabzweigung zum Lake Heron, wo ich die Nacht verbringen wollte. Tatsache – ich wollte im Auto schlafen. Hatte mir viele Kissen und eine Decke mitgenommen. Dort gab es auch einen Campingplatz, wo auch ein paar Leute anwesend waren. Ich stellte also meinen Wagen dorthin, spazierte noch etwas um den See und machte es mir dann in meinem Wagen gemütlich, wo ich jenen poetischen Erguss hervorbrachte, den ihr weiter unten sehen könnt. Internet gabs da allerdings nicht :D, sodass ich bald versuchte, zu schlafen.  Wohlgemerkt – versuchte! Das Zeltabenteuer hätte mir eine Lehre sein sollen. Schlafen konnte ich nämlich nicht – und es wurde kalt, kälter als ich dachte, und meine Decke war nicht warm genug. Da ich hier charakterlich etwas verkomme (:P), war dann mein Entschluss auch schnell gefasst: ich wollte zurück nach Culverden fahren. Das ist aber nicht um die Ecke, sondern gute 4h Fahrzeit entfernt. Dazu war es Nacht, 1 Uhr um genau zu sein, ich war in der abgelegensten Ecke in der Wildnis und musste erst noch ein paar Kilometer schwer zu fahrende Schotterstraße zurücklegen. Das hatte ich dann soweit überlebt (ein paar Hasen, Possums und Co, allerdings nicht :D), als sich das nächste Problem stellte. Das Benzin meines Wagens war fast leer. Tankstellen gibt es hier zwar genug – bloß nachts haben die wenigsten auf. Ich hielt bei gewiss 5-6 an, aber nirgendswo war jemand zu sehen (und die Zapfsäulen gingen auch nicht ;)). Mit letzter Reserve rettete ich mich dann noch nach Christchurch, wo ich zum Glück volltanken konnte, um dann gegen 5 Uhr erschöpft aber glücklich in Culverden anzukommen. Der Sonntag war dann entsprechend im Eimer.

Am Montag ging es für mich dann noch nach Motunau Beach, einer kleinen Ansiedlung am Meer, der von Culverden aus wohl naheste Strand. Vor Motunau liegt auch eine kleine Insel, wo viele bedrohte Vögel usw. leben. Dank des guten Wetters konnte man am Horizont sogar die Nordinsel ausmachen. Sonderlich viel habe ich dort nicht gemacht, beim Strandspazerigang allerdings eine Paua-Muschel gefunden eingesteckt. Das sind Muscheln, die sehr schön schimmern. Im Canterbury Museum gab es einen Raum (ähnlich also wie das Bernsteinzimmer), der nur mit diesen Muscheln geschmückt war.

Wer jetzt denkt ich bin fertig, der hat sich getäuscht.

Ich möchte nämlich noch darauf hinweisen, dass man vielleicht bald etwas über mich in der Zeitung hören könnte. Wer also die NW abonniert hat, aufpassen! Nach einen ziemlich misslungenen Artikel Anfang des Jahres habe ich nämlich jetzt das Glück, dass eine ehemalige Mitschülerin vom RGH, die grade bei der NW das 11. Klasse-Praktikum macht, mich auf Anraten einer sehr geschätzten Lehrkraft (die sich wundern wird, wie gut mein Englisch geworden ist) kontaktiert hat und mit ein paar Infos meinerseits einen sehr gut gelungenen Artikel geschrieben hat. Steht noch nicht fest, ob er veröffentlicht wird, würde mich aber sehr freuen…

Da meine Blogadresse dort auftaucht, könnte vielleicht ein weiterer Ansturm auf diese Seite losbrechen. Ich hoffe, der Server hält durch 😀

Was das Thema Privatsphäre angeht (Google und Co. wissen eh viel mehr Interessantes über mich, als hier je stehen würde…): ich teile gerne meine Erfahrungen mit anderen Leuten – die können das, was ich hier erlebe, gerne erfahren. Angst, dass sich das irgendwie in meinem weiteren Leben negativ auswirken könnte („der Namen googlende Personalverantwortliche“!) habe ich keine – ganz im Gegenteil… Ich wollte das nur mal gesagt haben…

Nun bin ich tatsächlich am Ende, ich hoffe, Du, Tatjana, bist zufrieden und ich habe Dir den Abend gerettet 😉 Wenn ich wiederkomme, erwarte ich eine Belohung für diese 2-stündige Schreiborgie 😉

Kaikoura und so

Dies war mein bisher bestes Wochenende in Neuseeland.

Und das trotz der Arbeit am Freitag, die eher eine Qual war. Ich hatte mich nämlich dazu bereit erklärt, Christian bei der Kinder-Disco zu unterstützen. Die 8. Jahrgangsstufe hat nämlich eine solche veranstaltet, um Geld für irgendeine Klassenfahrt zu sammeln. Christian war DJ, und ich war sein Helfer, habe mit auf- und abgebaut, den DJ-Bereich überwacht und aufgepasst, das die Kinder keinen Blödsinn machen. Außerdem war ich „Judge“ bei verschiedenen Partyspielen, wo ich die jeweils Besten bewertet habe. Von 17-19 Uhr war Disco für die 1.-4. Klassen, von 19-22 Uhr für die 5.-8. Klassen. Zumindest musikmässig liess es sich aber aushalten. Denn auch die kleinen Kinder hier werden mit deftigem HipHop und Co. beschallt, was aber immer noch besser ist als irgendwelche deutschen Karnevalskinderlieder… Getanzt habe ich aber nicht großartig, dafür war das Publikum etwas jung…

Samstag morgen wollte ich dann nach Kaikoura aufbrechen. 10 Uhr sollte es losgehen, wurde dann aber 14 Uhr. Mein Auto hat nämlich gestreikt. Irgendwas ist wohl nicht ganz in Ordnung mit der Batterie o.ä., jedenfalls sprang es nicht an. Als Neil dann m 14 Uhr kam und es versuchte, klappte es dann auf einmal wieder. Ich hatte vorher allerdings auch nicht den Mut gehabt, den Anlasser 30 Sekunden zu zündern, danach sprang es nämlich dann an. Jetzt ist aber wieder alles super.

Ich fuhr also nach Kaikoura, und nahm die Inlandstraße (es gibt auch einen Weg an der Küste entlang), weil der Wind doch sehr kräftig bläst und man verdammt aufpassen muss, nicht von der Straße gedrängt zu werden. Die 100 Minuten Fahrt nach Kaikoura haben irre Spaß gemacht. Vorbei am Gebirge, über viele Hügel mit Zickzackstraßen und gan engen Kurven, an Abgründen vorbei und über bestimmt 10 einspurige Brücken. Dabei kaum Verkehr (Hin- und Rückfahrt kamen mir vlt. höchstens 20 Autos entgegen, vor und hinter mir war nie einer), sodass man die schmalen Kurven auch gut schneiden konnte. Dazu noch schön Musik gehört, was will man mehr. In Kaikoura angekommen, hatte ich dann erstmal Mühe meine Unterkunft zu finden. Glücklicherweise hatte ich über meinen iPod Screenshots vom Ort meiner Unterkunft gemacht, sodass ich es doch recht schnell gefunden habe.

Eingecheckt und ausgepackt, habe ich dann Kaikoura erkundet. Wollte eigentlich in den Stadtkern, bin aber in die falsche Richtung gelaufen. Drei freundliche dort heimische Jugendlichr haben mich dann dort aber hingebracht. Nach den Kauf lebensnotwendiger Sachen ging es dann zurück zum Hostel und dann zum Strand um den Sonnenuntergang zu beobachten. Nach einer Kleinigkeit zu Essen habe ich dann noch im Hostel (übrigens: Albatross Backpackers) gelesen und mich dann in meine Höhle verkrochen (ja, mein Bett war sozusagen eine Höhle, sehr nett (siehe Diashow).

Heute ging es dann nach dem Auschecken zu einer Wanderung um die Kaikourische Halbinsel. Das hat mich schon so 3 Stunden Wandern gedauert, es hat sich aber gelohnt.  So habe ich Robben vor meiner Nase gesehen, das Panorama bestaunen können (wo sieht man schon schneebedeckte Berge direkt neben dem Ozean) und mich von Tieren angreifen lassen. Von wegen in Neuseeland gibt es keine gefährlichen Tiere. Mit meiner roten Jacke über die Kuhweide gehend, war mir schon ganz mulmig zumute. Kurze Zeit später wurde ich dann von einem Schwarm Möven attackiert, die mich zwangen, geduckt meinen Kopf mit den Händen schützend in den zum Glück nahe gelegenen Wald zu laufen… Keine Ahnung was mit denen los war…

Doch das Highlight kommt jetzt erst noch. Nachdem ich mein Auto getankt hatte, fuhr ich nämlich zum Ohau Point, das ist 30km nördlich von Kaikoura. Schon die Anfahrt lohnt sich. Doe Straße schmiegt sich an die hohe Steilküste und führt direkt am Wasser entlang. Links also viel Fels, und rechts endloser Ozean.  Doch was ist der Ohau Point? eigentlich kann man dort eine Kolonie von Robben beobachten. Eigentlich… Die waren auch jetzt da. Doch der große Abstellplatz war vollgeparkt, also muss es ja noch eine Besonderheit geben, und die gibt es. Und zwar führt dort vom Strand ein kleiner Wanderweg ins Gebirge zum Ohau-Wasserfall. Eigentlich nichts besonderes. Vom Ohau-Wasserfall, der einen kleinen Teich speist,  rauscht ein Bach zur Küste hinunter und vereiningt sich mit dem Pazifik.

Ich nahm also den nur 10-minütigen Weg zu den Wasserfällen auf mich und erlebte mein persönliches Naturhighlight bisher in Neuseeland (es war keine Überraschung, ich hatte davon gehört und bin deswegen dahin gefahren).

In dem kleinen Süsswasser-Teich schwammen nämlich ganz viele, süße, kleine Baby-Robben. Dazu der bestimmt 30m hohe Wasserfall. Die Robbenbabies planschten im Teich, sprangen herum und zeigten „coole Moves“, ein paar ruhten auch auf den Steinen aus und wurden von den leider vielen Touristen belästigt, die natürlich probierten,  den Robben möglichst nahezukommen und sie mit ihrem Blitzlichtgewitter zu verchrecken. Naja, Fotos habe ich auch gemacht, sogar ein Video gedreht (mal schauen, ob ich das hier irgendwie einfügen kann), mich aber doch etwas mehr zurückgehalten als die anderen menschlichen Individuuen dort.

Auf der 2-stündigen Rückfahrt, wo ich wieder die Inlandroute nahm, kam es dann noch zu einem Highlight. Ich musste 5 Minuten mitten auf der Hauptstraße anhalten, weil vor mir eine Herde Schafe die Straße mir entgegen hochgetrieben wurde. War auch mal ganz nett.

Eben war ich dann noch in Hawarden und habe mich mit Paul getroffen, der dort als Freiwilliger im Hurunui College arbeitet. Wir haben viel gelabert (auf Deutsch, vielleicht wär in Zukunft Englisch besser) und er hat mir Hawarden und seine Schule gezeigt. Er wird auch höchstwahrscheinlich mit in den Urlaub fahren. Unsere genauer Reiseroute werde ich die Tage noch brkanntgeben, soviel vorweg, es wird sehr erlebnisreich werden. Rico und ich sind nämlich „Herr-der-Ringe“-Freaks und haben es uns vorgenommen, alle Drehorte zu besichtigen. Rico hat so ein „Location-Book“ und die Route schon geplant. Unter anderem werden wir z.B eine Mehrtages-Wandertour unternehmen, wo wir auch durch Flüsse waten müssen und in Hütten übernachten, um den Wald „Lothloriens“ oder ähnilches zu sehen. Aber auch die „normalen“ Sehenswürdigkeiten werden wir erkunden und genug Spaß anderweitig haben.

Ich lade auch noch ein paar Fotos hoch, die könnt ihr euch in der Diashow anschauen. Ihr werdet schon zuornden können, was wann und wo ist 😉

Ist nur der erste Teil von ein paar Bildern (upload dauert verdammt lange)

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Sehnsucht nach Meer – und der Verkehr…

Ja, ich bins mal wieder. Wie man unschwer erkennen kann, bin ich der Poesie verfallen. Tatsächlich habe ich schon ein schönes Gedicht geschrieben, das wird aber erst einmal unter Verschluss bleiben, sofern sich nicht jemand daran erfreuen mag. Der Verkehr wird in diesem Eintrag übrigens gar nicht behandelt, sondern im nächsten Eintrag, der Übersichtlichkeit halber.

Heute hatte ich, wie der Titel verrät, Sehnsucht nach Meer. Die Sehnsucht reifte schon länger, schließlich bin ich auf einer Insel, und seitdem ich hier bin habe ich nur einmal das Meer gesehen (für 3 Minuten in Tauranga bei der Busfahrt nach Rotorua). Aber sehen reicht natürlich nicht, ich wollte meine eigenen Hände in das kühle Wasser des Stillen Ozeans tauchen, der mir garnicht mal so still schien. Mein frisch getankter Honda brachte mich nämlich nach Amberley Beach, ein kleines Örtchen am Meer, 55km und damit etwas mehr als eine halbe Stunde entfernt von Culverden. Mutterseelenallein war der kleine Parkplatz direkt am Strand, nicht verwunderlich bei dem bewölkten, regendrohenden Himmel.

Aus dem Auto über die kleine Düne gestiegen, sah ich ihn dann endlich in all seiner Pracht: den Pazifik, weit ausgebreitet und schier endlos. Würde ich gradeaus schwimmen, würde ich letztlich an der südchilenischen Küste ankommen, ohne ein einziges Mal Land zu sehen. Auf vorher betrachteten Bildern dachte ich, mich würde ein schwarzer Steinstrand erwarten, doch Bilder können täuschen. Es erwartete mich feinster schwarzer Vulkansand. Sieht vielleicht nicht einladend aus, ist aber besser als normaler weißer Sand.

Ich machte, nachdem ich mich mit den Wassern des Pazifiks salbte, also einen kleinen Strandspaziergang, bei dem ich Angler beobachtete, den brechenden Wellen zusah (dort kann man ganz gut surfen) und von Motorbikes erschreckt wurde, die über den Sand rasten und über die Dünen sprangen. Mein Aufenthalt währte nicht allzulange, als die ersten Regentropfen fielen, fuhr ich heim nach Culverden. An sich war es ein schönes Panorama mit lohnenden Bildern gewesen. Leider war, als ich welche knipsen wollte, die Batterie leer, ärgerlich. Aber ich werde, wenn es etwas wärmer geworden ist, nochmal dorthin zurückkehren und das nachholen. Dann vielleicht auch dort schwimmen (trotz der dortigen Haischulen im Sommer :D) und den dort wunderschön sein sollenden Sonnenuntergang beobachten.

Hanmer Springs – Ankunft und Baden

Wird mal wieder Zeit, sich schriftstellerisch zu betätigen… Schon alleine deshalb, weil mich alle Leute wegen meines Schreibstils loben. Doch was ist an jenem so besonders? Ich kann ihn für mich selbst auch nicht definieren, deshalb schreibe ich jetzt einfach mal drauf los, über mein letztes Wochenende in Hanmer Springs.

Hanmer Springs ist ein kleiner Ort inmitten der Berge, nur (bzw. immerhin) ca. 30 Minuten von Culverden entfernt (es ist das nächste Dorf in diese Richtung…). Schon die Anreise ist spektakulär. Es geht an der traumhaften Bergkulisse vorbei, an grünen Wiesen und entlang eines majestätischen Flusses, der glatt der Anduin sein könnte (Fluss bei Herr der Ringe, für die Unwissenden). An einer Stelle überquert man diesen sogar auf einer einspurigen, bestimmt knapp 100m hohen Brücke, von der übrigens auch Bungee-Jumping angeboten wird 😉

Meine Anreise fand im Schulbus statt, da doch einige Schüler in jenem schönen Örtchen wohnen. Nachdem angekommen, bin ich erst einmal orientierungslos durch die Gegend gelaufen und habe meine Unterkunft gesucht, sie aber relativ schnell gefunden (hatte nämlich zufällig die richtige Straße getroffen). Schon auf dem Weg zu meinem Backpacker fiel mir das reichhaltige Freizeitangebot auf. Verschiedene Veranstalter warben mit Quadbiking, Rafting, Bungeejumping, Skifahren, Heli-Flügen und noch mehr. Allerdings auch ziemlich teuer alles. Im Backpacker angekommen war der dortige Besitzer grade für gewisse Zeit abwesen, sodass ich erst einmal das Örtchen erkundet, Geld abgehoben (einziger Automat in ziemlich weiten Umkreis) und eingekauft habe (deutlich besseres Angebot als hier in Culverden).

Hanmer Springs ist vor allem wegen seiner heißen Thermalquellen berühmt, doch dazu später. Nach Entdeckung dieser wurde das Dorf um diese herumgebaut. Es gibt sozusagen eine Hauptstraße an der sich diverse Restaurants und Läden aneinanderreihen,  an jener liegt auch der Eingang zum Bad. Hanmer Springs ist schon ein ziemlicher Touristenort, das bewiesen mir die stetig fotografierenden Individueen, die wir in der Schweiz (Interlaken) zuhauf damals zum Spaß gezählt haben. An Unterkunft ist alles, vom 5-Sterne-haus, über Motels bis zu mehreren Backpackern geboten. In einem der letzteren, Hanmer Backpackers, habe ich mich für knapp 15 Euro die Nacht einquartiert und es nicht bereut. Nach den Check-In zeigte mir der sehr sympathische, das Haus alleine betreuende Edwin (Holländer ;)) jenes und ich fühlte mich sofort heimisch. Keine Bettenbunker, sondern 2 Schlafsäle mit komfortablen Einzelbetten. Es gab kostenlose Kiwifrüchte und Eis im Kühlschrank, genauso wie Kaffee und Tee. Dazu eine große Küche, eine gemütliche Sitzecke mit großem Bücherschrank und ansprechende Sanitäranlagen. Ich habe leider keine Bilder gemacht, werde das aber noch nachholen, war nämlich bestimmt nicht mein letztes Mal dort.

Nach einer kurzen Pause ging ich dann ins Thermalbad. Umgezogen und die Sachen im Schließfach verstaut (ziemlich modernes elektronisches Schließfach mit Pin-Nr. und so) ging es dann sofort ans Baden. Man bedenke nämlich, dass sich alles im Freien befindet und es draußen noch ziemlich kalt (um die 5 Grad) war. Die Bäder, es sind nämlich mehrere Pools (um die 12), waren zum Glück angenehm warm, wenn nicht zu heiß. So war der heisseste Pool immerhin 42 Grad, es war ein Schwefelbad, was man auch gerochen hat. Aber sicher sehr vitalisierend für meine Haut gewesen. Die anderen Pools schwankten zwischen 30 Grad und dieser Höchsttemperatur. Darüber hinaus gab es auch noch 2 Rutschen im „Kinder“-Bereich, die aber durchaus mit denen im H2O zu vergleichen sind und Spaß gemacht haben, zumal ich der einzige dort war. Schwimmen kann man übrigens fast nirgendwo, das ist auch nicht so gewollt. In den Pools kann man sich nicht allzu lange aufhalten, mehr als 2h ist schon viel, ich war etwa 2 1/2 halb da.  Lag aber vielleicht auch daran, dass ich durch das heiße Wasser schnell dehydriert war.

Als es dunkel wurde konnte man perfekt relaxen und den Sternenhimmel bewundern. Darüber hinaus waren die Pools relativ leer und  mit den Anwesenden kam man gut ins Gespräch und unterhielt sich. In den Ferien und auch samstags soll es aber angeblich ein ziemliches Gedränge geben, von dem ich am Freitag glücklicherweise verschont wurde.

Was der Abend noch so brachte und wie ich mich am nächsten Tag verirrte, das lass ich euch in Kürze wissen, ist wieder alles so lange geworden grade…

Ein paar Fotos

Hier ist eine sehr kleine Auswahl an Fotos in irgendeiner Reihenfolge,

Falls ihr Facebook habt, könnt ihr, sofern mit mir befreundet (Datenschutz ist wichtig :P), alle 121 Bildlein sehen.

Nicht umsonst heisst Neuseeland Aotearoa - Land der langen weißen Wolke

ein weißer Berg im Skigebiet Mt Lyford

heiße Matschquellen in Roturua, direkt neben unserem VOS-Camp-Haus

Schafe gibts hier natürlich auch...

Ich beim Golfen 😉

Blick von vorne auf die Grundschule, wo ich am meisten arbeite

Aussicht von der Straße vorm Haus

mein Mitbewohner Christian (Snowboarder ;))

Blick auf die Südalpen von Culverden

Just to give u an impression 😉