Back in Culverden

Ich bin heil angekommen und damit zurück in Culverden. Nach 5-stündiger Autofahrt von Karamea durch Dauerregen (musste auch mal sein, dass Wetter an der We(s)t Coast sonst war traumhaft) bin ich gestern Abend hier wieder angekommen. Jetzt heisst es Fotos sortieren, von denen ich eine ganze Menge, so ca. 800, gemacht habe. Hochladen werde ich hier dann die 25 Schönsten.

Ich bin mir noch unschlüssig, wie ich am besten über meine Erlebnisse schreibe, aber Ihr werdet bald etwas davon zu hören bekommen 🙂

Die Arbeit in der Schule

Nun ist es Zeit, sich einmal dem Thema zu widmen, weswegen ich eigentlich hier bin.

Es mag für viele jetzt überraschend kommen, aber ich habe schon knapp die Hälfte meiner Zeit hier rum. Wenn ich aus dem Urlaub wiederkomme sind es nur noch 10 Wochen, allerdings nicht zum Heimflug, der ist nämlich, frisch umgebucht, am 17.07.11. Am 18.7 darf ich dann wieder meine Füsse auf germanischen Boden setzen.

Das ICJA-Programm hier in Neuseeland sieht nämlich vor, jeweil knapp 5 Monate in 2 unterschiedlichen Projekten zu arbeiten. Ich könnte zwar auch sicherlich hier bleiben, ein Perspektivenwechsel ist aber sicher auch sinnvoll. Einhergehend mit einem Projekt auf der Nordinsel kann ich dann auch dort noch in Wochenendtripps die schönen Seiten erkunden, für die in der Reisezeit vielleicht keine Zeit bleibt.

Das ganze soll jetzt natürlich nicht heißen, dass mein Projekt schlecht ist. Mir gefällt es nach wie vor super hier.

Ich arbeite vor allem in der Primary School. Kurz vorweg noch ein paar Worte zum Grundschulsystem hier, ob das so stimmt weiß ich aber nicht (hoffe es ist, halbwegs verständlich). Die Kinder werden grundsätzlich eingeschult, sobald sie 5 Jahre alt sind. Das heisst, ihr erster Schultag ist also auch ihr 5. Geburtstag. Es gibt keine Klassen mit Klassenlehrern wie in Deutschland, sondern Raumlehrer.

Es gibt Raum 2 (Klasse 1/2), Raum 1  Klasse (2/3), Raum 6 (Klasse 3/4) und Raum 5 (Klasse 4/5). Was Euch also sicher auffällt, 2 Jahrgangsstufen pro Klasse. Die Kinder werden in Raum 2 eingeschult und springen dann, wenn der Raumlehrer sie als weit genug fortgeschritten empfindet, in den nächsten Raum. So können gute Schüler schon bspsw. nach einem halben Jahr wechseln, während schwächere Schüler auch 1 1/2 Jahre brauchen können – Sitzen bleiben kann man in diesem System ja nicht. So wechseln konkret zum Term 4 (nach den Ferien) mehrere Kinder von Raum 2 zu 1 (wobei ich nicht weiß, wie lange sie dort schon sind)

Grade die schwächeren Kinder werden hier intensiv gefördert. Manche werden sogar zeitlich länger gefördert als sie wirklich im Unterricht sind. Dort setzt auch eine meiner Aufgaben an. Ich helfe nämlich einer Schülerin aus Raum 1 beim Schreiben und Rechnen. Sie hat, gelinde gesagt, Konzentrationsprobleme und es ist hart, sie auf die Aufgaben zu fokussieren. Ingesamt arbeite ich 5 Stunden die Woche mit ihr. Am Anfang machen wir meist kleine Gedächtnisspiele (ich sage Zahlenfolgen, die sie nachsagen muss; das berühmte „Koffer-Pack-Spiel“; Gegenstandsfolgen raten, u.a.). Dann folgt das Schreiben. Eine Seite mit 8 Zeilen müssen geschrieben werden. Das sind dann einfache Stories über Katzen, Hunde, Dinosaurier oder über das, was sie am Wochenende überlebt hat (uvm). Damit sind wir auch meist eine ganze Stunde beschäftigt, da sie oft abgelenkt ist oder nicht weiß, was sie schreiben soll, trotz der vielen Ideen, die ich ihr nahelege. Außerdem muss ich ständig korrigieren oder Wörter buchstabieren, meist sieht das Heft sehr „untidy“ aus. Es ist interessant zu sehen, wie englichsprachige Kinder Wörter falsch schreiben. Im Deutschen liegt man oft richtig, indem man schreibt, wie man spricht. Im Englischen geht das aber fast garnicht.

Manchmal frage ich sie auch Vokabeln ab (sowas wie „when“ oder „at“). Wenn dann noch Zeit ist, rechne ich mit ihr, was ihr deutlich leichter fällt. Auf eine Handtafel schreibe ich Additionen im Zahlenbereich bis 20, die sie dann löst.

Falls die Perioden mit ihr noch nicht rum sind danach, helfe ich den anderen Kindern im Raum 1 und/oder beobachte den Unterricht. Kein Frontalunterricht, sondern die Kinder sind immer in verschiedenen Gruppen, manche am Computer, manche spielen Spiele, manche lesen. manche werden vom Lehrer unterrichtet. Das bringt auf jeden Fall etwas.

So ausführlich möchte ich die andere Arbeit jetzt nich beschreiben. daher kurz: in Raum 2 lese ich mit den Kleinen, helfe Ihnen beim Kleben oder Schneiden oder allen möglichen anderen Dingen oder sortiere deren Bücher in die Grundschulbücherei ein. Einmal die Woche ist auch Tanzunterricht, in der ich die Musik bediene 😀

In Raum 6 lasse ich mir ebenfalls Bücher vorlesen und stelle Fragen dazu. Darüber hinaus gehe ich oft rum, beantworte Fragen und korrigiere frisch bearbeite Aufgaben. Selbiges auch in Raum 5. Dazu kommen noch viele andere  Sachen, die aufgrund ihrer Vielfalt schwer aufzuzählen sind.

In den Pausen muss ich oft „duty“ machen, sprich Pausenaufsicht. Ich wandel über den (Grund-)Schulhof und passe auf, dass die Kleinen keinen Blödsinn machen. Ich unterhalte mich mit ihnen, beantworte geduldig immerwiederkehrende Fragen zu meiner Größe, gebe ihnen „High-Five“, jongliere einen Fussball 30-mal und lasse mich als Fussballgott feiern oder schicke Sie zum Spielen, wenn sie brav ihr Butterbrot aufgegessen haben. Außerdem tröste ich bei kleineren (seelischen) Verletzungen und bestrafe Übeltäter, die sie teilweise verursachen. Dazu muss man sagen, dass die Kinder hier einerseits sehr diszipliniert sind, andererseits aber auch sehr wehleidig. Raufereien sind hier die absolute Ausnahme, man hört auch kaum „böse Wörter“. Die Kinder kommen teilweise heulend angelaufen, wenn jemand „Loser“ sagt oder jemand nicht mit ihnen spielen will. Meist lässt sich die Trauer aber schnell mindern, indem ich mit den Kindern zu den Übeltätern hingehe und mit ihnen über den Tathergang diskutiere (2 Meinungen prallen aufeinander, danach haben sich trotzdem alle wieder lieb). Das muss ich insgesamt 7-mal die Woche  jeweils 20 Minuten machen, darf mir danach aber zusätzlich 20 Minuten frei nehmen.

Arbeit außerhalb der Grundschule habe ich dann auch noch. Jeden Tag die vierte Stunde sitze ich in der Bücherei und vertrete deren Leiterin in ihrer Mittagspause (in der sie trotzdem immer anwesend ist). Teilweise räume ich Bücher ein, eigentlich sitze ich aber nur rum und lese Bücher und falls jemand ein Buch ausleihen will, leihe ich ihm das aus (in den Computer einscannen und abstempeln).  So habe ich schon ein interessantes Buch über Wölfe und ein Mann, der mit ihnen lebt, gelesen. genauso wie einen Grishham-Roman und aktuell, als Einklang auf den Urlaub, die LOTR-Trilogie. Auf Englisch natürlich, was mich sprachmässig ziemlich weiterbringt. Das tut aber auch die sonstige Arbeit wie Hefte korrigieren und mir Bücher vorlesen lassen; unbekannte Wörter, die sich mir im Zusammenhang erschließen und in meinem Gedächtnis verankert bleiben.

Dann gibt es da noch die Arbeit mit  einem älteren, lernschwachen Schüler, was immer eine ziemliche Qual ist, weil er keine Lust hat. Eigentlich soll ich mit ihm eine Stunde pro Tag Aufgaben machen. Seine akute Lustlosigkeit hat ihn aber die letzten 2 Wochen von der Schule ferngehalten (Schwänzen könnte man sagen), worüber ich auch nicht böse bin. Stattdessen arbeite ich dann lieber mit den Grundschulkindern.

Ab und an stehen auch noch andere Aufgaben an: so mache ich Spaziergänge mit einem älteren Jungen, der schon sein ganzes Leben im Rollstuhl sitzt, aber noch gehen kann. Das trainiere ich mit ihm, er geht in einem Laufwagen und wir gehen über das Schulgelände. Heute immerhin ganze 30 Minuten lang, neuer Rekord. Dabei muss ich mich ständig dran erinnern, nicht so schnell zu sein (ich mach 1 Schritt, wenn er 10 macht). Aber wir verstehen uns super, unterhalten uns und nach getanem Spaziergang bringe ich ihm Schach bei oder wir chillen irgendwo.

Das ist so die Hauptarbeit, dazu kommen immer noch ganz nette andere Sachen. So war letzten Freitag die „Real Art Roadshow“ da, ein fetter Lastwagen voll mit neuseeländischer Kunst, die sich alle Schüler über den Tag verstreut angeschaut haben. Waren schon ein paar nette Werke dabei,

Soviel dazu, und es ist jetzt auch wirklich viel.

Zum Abschluss noch: ich mache keine Arbeit, die nicht ein anderer machen könnte.  Trotzdem erachte ich sie als sinnvoll. Ich denke nämlich, dass ich schon eine große Hilfe für die meisten Lehrer bin. Weil ich Sachen mache, die sonst sehr viel Zeit rauben, die man besser investieren kann. So kann der Lehrer bspsw. mit seiner Gruppe Schülern konzentriert arbeiten und wird nicht immer von Fragen der anderen torpediert, weil ich ja dafür da bin. Außerdem bin ich natürlich auch ein kultureller Gewinn für die Schule und ein spaßbringendes Objekt für die Schüler 😛

Was mache ich hier eigentlich? Prolog

Was mache ich hier eigentlich? Versprochen ist versprochen, darum nun einen Überblick auf meine körperlich ungeheuer belastende Tätigkeit hier.

Aber vor der Arbeit steht ja bekanntlich das Vergnügen (jedenfalls für mich), und das werde ich am Wochende und in den schon in 8 Tagen beginnenden Ferien haben. Am Wochenende werde ich Kaikoura erkunden, ein kleines Städtchen an der Ostküste, weltbekannt für seinen Ökotourismus. Falls ich kurzfristig noch buchen kann, werde auch ich mir eine Whale-Watching-Tour gönnen, um die gigantischen Pottwale zu sehen, die dort rumschwimmen (Kaikoura liegt nämlich direkt vor einem Tiefseegraben, wo es auch riesige Kalmare, Lieblingsspeise dieser Wale, gibt.) Neben den Pottwalen kann man mit Glück auch noch andere Wale sehen, dazu viele Seehunde und Delfine zu denen auch extra Touren angeboten werden, wo man mit denen schwimmen kann (vielleicht ein anderes mal). Für die Kryptozoologen: Nicht allzu weit entfernt wurde in den 20er Jahren ein Megalodon gesichtet. Auch ansonsten kann man dort durchaus Weißen Haien begegnen. Seid also froh, dass ich erstmal nicht ins Wasser gehe dort.

Das andere Vergnügen sind die Ferien, die nächsten Freitag starten. Ich werde in ihnen über die südliche Südinsel reisen, und zwar zusammen mit Rico. Rico ist ebenfalls ein deutscher Freiwilliger (allerdings nicht ICJA), der an einer Waldorfschule in Dunedin arbeitet. Ich hatte heute ein nettes Gespräch mit ihm über Skype, wo wir unsere Reise geplant haben.

Ich werde nach Dunedin fahren und dort samstags irgendwann ankommen (da ich nicht weiß, ob ich durchfahren soll (dauert schon so 6 Stunden) oder lieber auf halber Strecke (Timaru) übernachte). Dort eine Nacht übernachten, mir die Stadt zeigen lassen und dann geht es auf. Grobe Routenplanung:

Dunedin-Invercargill-Bluff-Milford Sound-Queenstown-Haast-Westküste hoch zu den Gletschern (Franz-Josef Glacier und Mt Cook), bis nach Greymouth, dann den Arthurs Pass nach Christchurch, von Christchurch dann ins Landesinnere zu Nationalparks, dann wieder an die Küste (Oamaru) und zurück nach Dunedin. 2 Wochen haben wir dafür Zeit. Übernachten werden wir zusammen im Zelt, Essen kochen wir unser eigenes. Wird also eine erschwingliche Reise, sofern ich das durch Unterkunft gesparte Geld nicht für abenteuerliche Aktivitäten ausgebe. Ich freu mich jedenfalls schon.

Jetzt ist es schon wieder so viel, ich muss euch auf wann anders vertrösten, was ich hier mache.

Verkehr in Neuseeland

Ich dachte mir, es wär vielleicht ganz interessant, Euch ein paar Infos zum Verkehr hier in Neuseeland zu geben.

Erst einmal, das Auto fahren macht hier riesig Spaß. Liegt zuletzt auch nicht daran, dass ich mir einen Fm-Transmitter gekauft habe, und mich jetzt mit eigener Musik beschallen lassen kann, die Radiosender sind hier nicht so mein Geschmack. Das klappt ziemlich gut, besser als in Deutschland, finde ich.

Der spaßbringende Effekt liegt aber vor allem an der Streckenführung und Landschaft. Man darf zwar nur 100 fahren, das reicht aber auch völlig aus. Entweder fährt man auf kilometerlangen Graden, oder durch total enge Kurven, dabei den Hügel hinauf und hinab, immer und immer wieder. Die Straßen sind hier ziemlich wellig, man meint fast immer, man hebt ab. Ist fast wie Achterbahnfahren das Auto fahren hier. Nebenbei kann man noch die wunderschöne Landschaft hier beobachten, sofern der Blick nicht auf der Straße weilt, denn konzentrieren sollte man sich schon.

Es herrscht ja schließlich Linksverkehr – aber das ist das kleinste Problem für mich. Rechts vor links gilt hier trotzdem, auch wenn ein Großteil der Kreuzungen mit „Give Way“ (Vorfahrt gewähren) oder „Stop“ (selbsterklärend) geregelt ist. Ampeln habe ich noch keine gesehen, aber ich war ja auch noch in keiner größeren Stadt. Die wohl seltsamste Regel hier ist, dass wenn sich zwei Autos entgegenkommen, die beide in die gleiche Straße abbiegen wollen, derjenige mit dem längeren Weg Vorfahrt hat. Verstehe ich nicht warum, aber ok. Ansonsten ist es doch relativ gewohnt, auch wenn es hier z.B, was ich aus Deutschland nicht kenne, alle paar Kilometer extra Überholspuren gibt. Überholen ist aber auch ohne die kein Problem, ich erwähnte ja schon die kilometerlangen Graden, und der Verkehr ist darüber hinaus auch nicht allzu stark, auch wenn es sich bei meiner Hauptstraße um den State Highway 7 handelt, die von Christchurch kommend zur Westküste bzw. allgemein nach Norden führt (über Culverden).

Die Entfernungen hier sind gleichwohl gewaltig. Zum Glück ist Sprit hier billig, und mein Auto braucht uch nicht allzuviel. Ich würde schätzen, dass ich pro 500km mit umgerechnet  ca. 25 € hinkomme. Wer mir trotzdem was spenden will, ich gebe euch gerne meine Kontonummer 😛

Schon ist es da – das Car !

So schnell kann es gehen. Nachdem ich eigentlich gedacht hatte, der Autokauf würde sich durch das Erdbeben in Christchurch verschieben, bin ich nun stolzer Besitzer eines Auto. Um die Spannung nicht zu groß werden zu lassen, es ist ein Honda Civic Baujahr 1992, mit Automatikgetriebe und netter Musikanlage ;)).

Wir mussten auch nicht mal nach Christchurch, sondern nur ins Nachbardorf Hawarden. bzw. eher außerhalb dort auf eine wundervoll gelegene Farm inmitten von Weinreben. Der Verkäufer ist nämlich gut bekannt mit einer Lehrerin unserer Schule, die Neil gestern erst den Tipp gegeben hat.

Ich habe dann auch nicht lange gezögert, eine Probefahrt gemacht und auf Neil vertraut, der sagte, dass Auto ist vollkommen in Ordnung. Dein Eindruck habe ich aber auch. Drum verzichteten wir ins erdbebenzerstörte Christchurch zu fahren und machten gleich den Kauf klar. Erst hieß es, ich hole den Wagen erst nächste Woche ab, aber jetzt habe ich ihn schon heute. Nachdem ich ihn pflichtgemäss versichert hatte (die erstangerufene Versicherung wollte mich nicht versichern :D), stand da den ersten Fahrstunden nichts im Weg. Neil, der als Fahrlehrer fungierte, musste mich  zuerst zwar ab und an drauf aufmerksam machen, dass ich links fahren muss, das habe ich aber jetzt schon verinnerlicht. Ansonsten ist es ja nahezu wie in Deutschland. Nach einer halben Stunde habe ich ihn dann zuhause abgesetzt und bin selbst zum Üben noch ein bisschen rumgecruist. Schön durchs kleine Dorf, um auch mal Rechtsvorlinks und abbiegen und so weiter zu üben, aber auch über ins Nichts führende Landstraßen, um zu schauen, wie sich der Wagen dort so schlägt, wenn er bisschen schneller fahren darf (100 ist hier eh überall max.) Ich muss sagen, das Auto läuft fantastisch und ich bin momentan sehr zufrieden. Ich hoffe natürlich, dass das so bleibt.

Aber vielleicht verschafft ihr euch selbst einen kleinen Eindruck!

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Starkes Erdbeben in Christchurch

Eigentlich wollte ich heute mit Neil ja nach Christchurch fahren, um ein paar Autos anzusehen,  die ich mir vielleicht ersteigern möchte. Eigentlich…

Doch daraus wurde nichts, und nach Christchurch zieht es mich jetzt auch garnicht so. Grund ist nämlich ein ziemlich starkes Erdbeben (Stärke 7), das sich hier in den frühen Morgenstunden ereignet hat.

Hier in Culverden hat wohl auch die Erde gebebt, allerdings wohl nur ziemlich leicht, aufgewacht bin ich nämlich nicht. Da allerdings eine Flasche auf meinem Tisch umgefallen ist, was anders ja kaum zu erklären ist, geh ich davon aus.

Christchurch scheint es aber ziemlich hart erwischt zu haben. Für die Sensationslustigen sei folgendes Video empfohlen: http://www.stuff.co.nz/the-press/news/4094979/Huge-earthquake-rocks-Christchurch

Ich denke aber, davon wird man auch in den Deutschen Nachrichten hören.  Glücklicherweise sind keine Totesopfer, sondern nur viele mehr oder weniger schwer Verletzte zu beklagen. Ich hoffe, meinen Mitfreiwilligen in Christchurch geht es gut.

Die Stadt jedoch hat, wie man in dem Video leicht sehen kann, ziemlich gelitten, sodass sogar der Notstand ausgerufen wurde. Es scheint sogar Plünderungen in der Innenstadt gegeben zu haben. Ein Glück, dass wir nicht schon gestern nach Christchurch gefahren sind. Wirklich miterleben möchte ich das nämlich garnicht so gerne, auch wenn es sich vielleicht spannend anhört.

Das Wochenende ist jetzt aber leider im Eimer.

Das Musical

Mal ein kleiner Beitrag zwischendurch:

endlich ist es geschafft, die „production“ der Amuri Area School ist vorüber. Heute war nach gestern die zweite und letzte Aufführung des Musicals mit dem vielsagenden Namen „Aaaaarrrhhh“, welches von 2 Lehrern hier verfasst wurde, Stuart und Kirsty, die eine Menge Arbeit darin investiert haben.

Auch ich habe einiges meiner (freien) Zeit investiert und so ungefähr 20 Überstunden geleistet, aber es hat sich gelohnt, auch wenn es oft langweilig war. Ich war ja schließlich keiner der altersmässig bunt durchmischten Darsteller, sondern „nur“ Requisiten-Schlepper, von denen es aber eine ganze Menge gab. Den besten Part an der Sache durfte ich dann leider nicht ausführen (einen Anker hoch- und runterziehen), weil die technischen Vorraussetzungen nicht so optimal dafür waren. Im Gegensatz zu unseren schulischen Aufführungen im Stadttheater, fand dieses Spektakel in der schulischen Turnhalle statt. Doch es gab eine richrtge, große Bühne, Tribünen und Stühle für gut 200 Zuschauer und die Technik, die ich mit installiert hatte, braucht sich durchaus nicht zu verstecken. Das Bühnenbild und die Verkleidung der Akteure war auf alle Fälle viel aufwendiger, als man es von deutschen Schulproduktionen gewöhnt ist (ich beziehe mich u.a. auf unserem Variete-Abend RGH). Das liegt auch daran, dass der Kunst- und Holzarbeits-Kurs die Requisiten bastelten und bemalten (was ich am ersten Tag hier auch getan habe). Darüber hinaus griff der Schuldirektor in die Tasten des Klaviers gemeinsam mit ein paar jungen, musisch talentierten Schülern an E-Gitarren. Denn es war natürlich ein Musical, auch wenn mir zumindest die Lieder eher unbekannt waren. „We don“t need no education“ oder „Country Roads“ dürfte jedem aber ein Begriff sein. Um euch nicht noch mehr auf die Folter zu spannen, jetzt letztlich, worum es denn eigentlich ging. Ich muss gestehen, dass ich trotz der vielen Proben und Auftritte (ingesamt 7) die Story nicht wirklich durchblickt habe. Es handelt sich jedoch um Piraten, es kommt irgendeine Prophezeiung ins Spiel, ein böser Kraken droht irgendwas, die Piraten kommen in die Region hier um Culverdeb und lösen irgendwelche Aufgaben, wobei sich zwei ineinander verlieben. Zwischendurch kommen immer mal wieder ein paar Songs, wozu dann die kleineren Grundschulklassen zu getanzt oder gesungen haben (besonders die Erstklässler in Oktopus-Kostümen waren so süß ;)). Es wird dann Bezug genommen auf irgendwelche Fernseh-Shows oder whatever (ein Neuseeländer hätte unseren Variete-Abend ja auch nicht verstanden) und letztlich finden die Piraten dann einen Schatz, der böse Kraken taucht auf, wird bekämpft und besiegt und alle sind glücklich.

Hört sich verwirrend an, war aber ganz unterhaltsam, und hat blendend geklappt. Mit mehr möchte ich euch dann auch garnicht mehr langweilen.

Morgen geht es für mich nach Hanmer Springs für eine Nacht, wo ich unter anderem das dortige Thermalba besuchen werde. Mal was anderes…

Allgemeines über die Schule

Wie versprochen, möchte ich euch einen kleinen Einblick über die Amuri Areea School geben. Der Artikel wird leider irre lang, obwohl ich mich erstmal nur auf Allgemeines beschränke, und meine Arbeit erst in den nächsten Tagen vorstellen werde.

In die Schule kommen alle Kinder der mehr oder minder näheren Umgebung. Mehr oder minder nah heisst in diesem Fall durchaus im Umkreis von 30 km. So gibt es in diesen entfernten Orten (Hawarden, Waiau. Rotherham, Hanmer Springs) meist Grundschulen oder Mittelschulen (5-8), spätestens die Oberstufe absolvieren aber alle Schüler hier in Culverden. Wenn man bedenkt, dass die Schule trotzdem mal grade 270 Schüler hat, kann man erahnen, dass es hier etwas einsam ist. Auf diese 270 Schüler kommen aber in etwa 30 Lehrer, was ein für Deutschland wohl utopisches Betreuungsverhältnis darstellt. Die Klassen bewegen sich insofern auch bei maximal 15 Leuten, in höheren Jahrgängen auch deutlich weniger. Dadurch ist die individuelle Entwicklung jedes Einzelnen viel besser möglich. Darüber hinaus kommen auch oft noch Aushilfslehrer, die wie auch  ich manchmal, den Schülern Nachhilfe geben. Diese werden einfach für kurze Zeit aus dem Unterricht geholt und es wird z.B Rechnen geübt.

Erwähnenswert ist zudem, dass es drei sogennannte „whanau“ gibt, Häuser (wie bei Harry Potter :D) denen die Schüler angehören und die sich unter einander einen Wettstreit um Hauspunkte liefern. Sie heißen Caverhill, Mitchell und Hamilton (benannt nach den ersten Siedlern hier in der Region). Hauspunkte gibt es z.B beim „Talent Quest“ (siehe unten), Sportwettkämpfen oder auch für besonders leistungsstarke Schülern. Diese müssen übrigens Schuluniformen tragen, die aus Rock bzw. kurzer Hose, T-Shirt der Hausfarbe und grünem Pullover mit Schulemblem bestehen. Die Schüler hier sind entsprechend abgehärtet, ihnen macht es anscheinend nichts aus, bei dem aktuell eiskalten Temperaturen so, zwanghaft, rumzulaufen. Für Sport gibt es zudem nochmal ein bestimmtes Dress, ohne das man nicht mitmachen darf. In Deutschland galt ich noch als strenger Gegner einer Schuluniform, mittlerweile habe ich mich aber dran gewöhnt (ich kann schließlich anziehen was ich will :P) und würde das auch in deutschen Schulen unterstützen.

Die Stunden sind hier anders gegliedert als in Deutschland. Die Schule beginnt um 8.45 (einer für mich ganz humanen Zeit) mit einer zehnminütigen „Form Time“, wo Kleingruppen von Schülern mit jeweils einem Lehrer Wichtiges für den Tag klären. Ab 8.55 beginnt der Unterricht. Es gibt sogenannte „periods“ die eine gesamte Zeitstunde umfassen. Nach der zweiten Periode gibt es eine 25-minütige Pause, wo die Kinder essen und spielen können. Von 11.20 bis 13.20 währen dann die nächsten beiden Perioden, die darauf folgende Pause dauert dann sogar 45 Minuten. Hier können die Kinder in der Kantine essen, relaxen oder wieder spielen, oder was auch immer. Einmal wöchentlich findet dann auch ein sogenannter „Talent Quest“ statt, quasi eine Castingshow, wo die Schüler der drei verschiedenen Häuser ihr Talent zeigen und dafür bewertet werden. Das Talent (oder auch nicht) besteht z.B aus Gesang, Klavierspiel oder Tanzdarbietungen, meist ziemlich lustig für die zahlreichen Zuschauer, die sich dafür in der Turnhalle („Gym“) eingefunden haben. In den Pausen muss ich ab und an Aufsicht führen, also rumspazieren und auf die Kinder aufpassen, meist habe ich jedoch frei und unterhalte mich im Lehrerzimmer mit anderen Lehrern, lese dort Zeitung oder rätsel Sudokus und esse natürlich eine Kleinigkeit, die ich mir in der dortigen Mikrowelle aufwärme. Nach dieser großen Pause gibt es noch eine letzte Periode, die von 14.05 bis 15.05 geht. Danach ist die Schule beendet, die Schüler strömen zu ihren Bussen und auch mein Arbeitstag ist beendet, sofern ich nicht ab und an noch kleinere Hilfstätigkeiten verrichte. Im Moment stehen z.B zahlreiche Proben (u.a. noch Sonntag Abend) für das Musical an, das nächste Woche aufgeführt wird. Und ich darf Requisiten schleppen, Kabel verlegen und sonstiges aufbauen. Das ist zwar eher langweilig, aber ja auch nur bis nächste Woche nötig, wenn die Aufführungen sind.

Zur baulichen Substanz (welche ausschließlich aus Flachbauten besteht, Treppen sucht man hier vergeblich) kann man sagen, dass man die Schule in Primary School und Secondary School aufteilt, welche durch die treffend „School Road“ benannte Straße durchschnitten wird. Bis auf die Schulbusse vor un nach der Schule kommt hier aber kaum ein Auto vorbei, wenngleich die Straße noch etliche Kilometer (hab auf ihr letzten Samstag ein paar Kilometer zurückgelegt) ins Umland hineinführt. Die Primary School-Seite besteht aus mehreren Gebäuden, einem großen Spielplatz für die Pause, dazu Fussball-/Rugbyfeld und sogar 2 Tennisplätze. Es gibt 6 „rooms“, also Klassenräume für die Kinder, dazu noch Büros und ein Versammlungsraum, wo das „Assembly“ der Primary School stattfindet (freitags). Dort werden nach dem Singen der Nationalhymne (sehr lustig bei dem Kindergeschrei) Preise verliehen, Arbeiten vorgestellt und Dinge angekündigt.                             Außerdem ist das dorfeigene Schwimmbad (und Whirlpool) auf dieser Seite untergebracht, das man bei den eisigen Temperaturen im Moment natürlich noch nicht benutzen kann. Aber ich freue mich schon auf dem Sommer, ich kriege sogar einen eigenen Schlüssel dafür. Zudem befindet sich auf dem Gelände neben viel Gras noch der Kreisel, wo die Schulbusse warten, Materialhäuser (wo die Kinder sich Spielsachen für die Pausen ausborgen können) und sogar eine kleine Zahnklinik, wo die Zähne der Kinder kontrolliert werden können.

Die Secondary-School-Seite ist etwas größer. So gibt es ein Gebäude, in dem sich Büros, Sekretariat und Lehrerzimmer befinden, eine recht große „Library“ (wo ich in Zukunft sicher das ein oder andere Buch ausleihen werde), die Turnhalle („Gym“ genannt“), Kantine, Aufenthaltsraum (bzw. eher Haus) für die Oberstufe, etliche Sportstätten draußen und natürlich noch die ganzen Gebäude mit den Lehrräumen, ob nun  für Kunst, Holzarbeit, Informatik, Sozialwissenschaften oder was auch immer. Unter anderem gibt es auch einen Raum, in dem über hochmoderne Kommunikationstechnik Schüler weit entfernt unterricht werden (videokonferenz-mässig). Überhaupt ist die Ausstattung hier in Längen besser, als man das von deutschen Schulen (jedenfalls vom RGH) gewöhnt ist. So stehen in fast jedem Raum ein paar Computer und darüber hinaus liegen auch überall ein paar fette Notebooks rum, was als ziemlich selbstverständig (selbst in der 1. Klasse) angesehen wird.

Alles in allem also eine Schule, auf die ich auch gerne gegangen wäre. Deutschland sollte sich an solchen Schulen in vieler Hinsicht ein Beispiel nehmen. Auf den Unterricht, meine Arbeit und sonstiges werde in den nächsten Tagen noch eingehen, dieser Artikel wird ungewollt einfach viel zu lang gerade (ich kann leider Unwichtiges nicht vom Wichtigen trennen…).

Ein paar Fotos

Hier ist eine sehr kleine Auswahl an Fotos in irgendeiner Reihenfolge,

Falls ihr Facebook habt, könnt ihr, sofern mit mir befreundet (Datenschutz ist wichtig :P), alle 121 Bildlein sehen.

Nicht umsonst heisst Neuseeland Aotearoa - Land der langen weißen Wolke

ein weißer Berg im Skigebiet Mt Lyford

heiße Matschquellen in Roturua, direkt neben unserem VOS-Camp-Haus

Schafe gibts hier natürlich auch...

Ich beim Golfen 😉

Blick von vorne auf die Grundschule, wo ich am meisten arbeite

Aussicht von der Straße vorm Haus

mein Mitbewohner Christian (Snowboarder ;))

Blick auf die Südalpen von Culverden

Just to give u an impression 😉

Tag 1 und 2

Schon ist der zweite Arbeitstag zu Ende, wie schnell doch die Zeit vergeht…

Der erste fing für mich gestern um kurz vor 9 an, bot aber noch nicht allzuviel Spannung. Da man mir noch einen „Stundenplan“ schrieb, durfte ich den Tag über in dem Raum zubringen, den ich in Deutschland gehasst habe.

Richtig geraten?! Genau, ich durfte in den Kunstraum und habe dort gewisse Sachen bemalt. Einen Zaun weiß bepinselt und Plakate veredelt, alles Sachen für das Schul-Musical, was bald aufgeführt wird. Zwischendurch unterhielt ich mich mit der Lehrerin. Pro Stunde waren auch jeweils immer um die 4 Schüler da, die geholfen haben. In der Pause wurde ich dann eingeführt, wie die Pausenaufsicht zu machen ist. Ich muss nämlich ab und an in den Pausen über den Schulhof der Primary School gehen und dabei aufpassen, dass die Kinder auch schön brav sind, ihr Pausenbrot aufessen und nicht auf den Rasen laufen.

Sonst habe ich innerhalb der Schule an diesem Tag nicht viel erlebt, jede Menge jedoch danach. Am späten Nachmittag ging ich nämlich mit Christian Golfen (er hat das ganze Equipment mit allen nötigen Schlägern). Culverden hat nämlich einen traumhaften Golfplatz mit herrlichem Panoramablick auf die weißen Berge. Wir wollten einfach ein bisschen üben auf ein paar Bahnen, um nicht zu spät zum Dinner zu kommen, was wir wiederum bei Tina einnahmen, einer Lehrerin, wo diesmal auch wieder 2 andere anwesend waren. Der Golfplatz hat 9 Bahnen und wir schafften die ersten 4. Nachdem ich am Anfang noch Probleme mit dem Schlagen hatte, wurde ich im Laufe der Bahnen immer besser (hab ja bisher auch nur auf Fehmarn gespielt). Als es bei der zweiten Bahn über den kleinen Bach ging, passierte das erste Missgeschick. Natürlich landete mein Ball direkt im tiefen Wasser, wo er jetzt auf ewig bleiben darf. Entsprechend nervös war ich, als wir zum zweiten Mal über den Bach schlagen mussten. Dieses Mal klappte aber alles und der Ball kam wohlbehalten auf der anderen Seite an. Auf der letzten, immerhin 500m langen Bahn passierte mir aber noch ein Missgeschick. Der Ball landete mitten in einer riesigen Pfütze, die mitten auf dem Platz stand, von mir aus aber nicht sichtbar war. Weil ich das Verlieren dieses Balls nicht auch noch eingestehen wollte, zeigte ich Herz, indem ich mir die Schuhe auszog und in das eiskalte, aber nur knöcheltiefe Wasser watete, um den Ball hinaus zu holen. Von Christian wurde dies natürlich frenetisch gefeiert. Am Ende der Bahn konnte dann ich ihn feiern, als ihn ein fantastischer Schlag gelang. Aus 20m Entfernung traf er nämlich im hohen Bogen mit einem Aufsetzer erst die Lochfahne und letztlich das Loch. Ein Schlag, dessen Wahrheit ich innerhalb der Schule nun bereits ein paar mal bekräftigen durfte. Weil es nun aufs Abendessen zuging und dazu dunkel wurde, machten wir Schluss und aßen bei Tina zu Abend, unterhielten uns und fuhren relativ zeitig in mein neues Zuhause, wo ich recht bald einschlief. Ob es immer noch der Jetlag ist, ich weiß es nicht, ich bin jedenfalls um 21 Uhr so hundemüde, dass ich schlafen muss.

Schlafen kann man hier zum Glück gut, sodass ich heute morgen gut gestärkt aufwachte, um den zweiten Tag anzugehen. Ich hatte nämlich eine große Aufgabe vor mir: nachdem ich nach 5 Minuten allmorgendlichen Spaziergang in der Schule angekommen war, wurde mir eröffnet, ich solle während des „Assembly“, einer Versammlung der ganzen Schule, eine kleine Rede halten. Ich kam also zusammen mit einigen Lehrern in die Turnhalle und wollte mich auf die dortigen Stühle setzen, während die Schüler auf der Tribüne saßen. Doch alle blieben stehen, denn es wurde erst die neuseeländische Nationalhymne gesungen. Die ist zweisprachig (Maori und Englisch) und sehr schön anzuhören, solltet ihr mal machen. Danach wurde ich nochmal offiziell begrüsst und habe dann ein paar Worte über mich gesagt hat. Ich werde in der Schule wohl von den Schülern nur „Mr H (Ätsch)“ gerufen werden, weil „Heuermann“ für Englisch-Sprachige doch sehr schwer auszusprechen ist. Hat bisher auch noch keiner hingekriegt, hört sich an wie „Yuhermän“. Danach wurden noch diverse Schüler ausgezeichnet, haben über Exkursionen berichtet und so weiter. So eine feierliche Versammlung wär in deutschen Schulen auch garnicht mal so schlecht!

Meine Arbeit heute war sehr aufregend und vielfältig. Zuerst war ich in der Primary School bei den ganz kleinen Schülern, habe den Unterricht beobachtet und ihnen beim Lesen geholfen. Reihum mussten sie zu mir kommen und haben mir aus kleinen Heften Geschichten über Piraten oder Nilpferde vorgelesen, die ich jetzt schon auswendig kenne. Danach assistierte ich einer anderen Lehrerin in derselben Klasse, die mir ein weinendes Kind überließ, das ich verwahren sollte, was sich als sehr schwer herausstellte, weil ich einerseits nicht wusste, was los war, und andererseits auch nicht verstand, wenn sie was sagte, ganz zu schweigen von meinen limitierten Englisch, mit dem ich sie zu trösten versuchte. Hat aber letztlich dann geklappt. Mit dem Verständnis klappt es ansonsten aber ziemlich gut und mein Englisch scheint immer besser zu werden. Ich habe jetzt sogar schon den Punkt erreicht, dass ich meist in Englisch denke.

Danach half ich in der Bibliothek einen „special needs“-Jungen beim Lesen und anschließendem Aufgaben lösen. Mit ihm werde ich noch öfter zu tun haben. In der letzten Stunde assistierte ich Bruce beim Sport. Wir sichteten Leute für das Schulfussball-Team. Für einen Deutschen sah das ziemlich grottig aus, dem Neuseeländer war die Leistung wohl aber eine Gute. Bruce war jedenfalls voll des Lobes über die beiden Mannschaften, aus denen er die Schlechtesten aussortierte, um somit das Schulteam zu bilden. Ich half ihn dabei, die Auswahl war aber nicht sonderlich schwer, weil nicht allzu viele weg mussten und wir deshalb einfach das fussballerisch nicht so starke Geschlecht (ihr wisst schon) nahmen… Bruce macht übrigens mit ein paar Schülern am Sonntag einen Trip zum Mount Lyford, und ich darf mitkommen. Ski fahren in Neuseeland, und das Beste, die Schule bezahlt sogar alles für mich. Ich freue mich schon riesig!