Meine Reiseplanung!

Da bin ich nun angekommen. Meine Zeit hier ist fast zuende. Morgen werde ich Culverden verlassen – mit Ziel Blenheim (sprich Blinnem), den größten Ort der Marlborough Sounds Region – man kann ihn wohl schon als Stadt bezeichnen. Blenheim und Umgebung ist vor allem für seine vielen Weingute und Obstplantagen bekannt, ich bin auf die Szenerie gespannt.

An dieser Stelle auch einen kleinen Überblick über meine weitere Reiseroute:

von Culverden geht es morgen, über Hanmer und Kaikoura, nach Blenheim, wo ich meine erste Reisenacht verbringe. Von dort geht es durch den Nelson Lakes Nationalpark (wo ich min. einen längeren stopp einlege) nach Maharau, das Tor zum Abel Tasman Nationalpark. Dort in Maharau verbringe ich 2 Nächte, sodass mir ein voller Tag bleibt, den Nationalpark zu erkunden. Dort ist auch einer der  „Great Walks“ (und wohl auch einer der Bekanntesten), den ich aus Zeitgründen jedoch nicht machen werde. Eine lange Tageswanderung und auf dem Rückweg eines der zahlreichen Wassertaxis muss genügen.

Nach den 2 Übernachtungen in Marahau geht es in die Golden Bay, und zwar mit einigen noch nicht näher bekannten Zwischenstopps nach Collingwood, wo ich ebenfalls 2 Nächte verbringe. Auf dem Programm steht unter anderem der Besuch des „Farewell Spit“, einer ziemlich cool aussehenden Landzunge (seht Euch die Karte weiter unten an – da ist ja auch die Route abgezeichnet) und das Ende bzw.  der Anfang des Heaphy Tracks (nachdem ich das Ende/den Anfang  bereits in Karamea gemacht habe). Ich hoffe, dass Wetter ist schön, die Gegend soll nämlich einfach nur traumhaft sein. Dann kann ich auch mal im Meer schwimmen.

Von Collingwood geht es dann nach Nelson, drittgrößte Stadt der Südinsel, von dort dann in die Marlborough Sounds Region, wo ich wohl in Havelock und Picton übernachten werde. Was ich genau mache, überlege ich mir noch.

Von Picton geht es am 19ten dann auch mit der Fähre nach Wellington, auf einer der wohl besten Fährstrecken, die die Welt zu bieten hat, direkt durch die weitverzweigten Fjorde und Inseln der Marlborough Sounds.

Wellington werde ich dann komplett ignorieren (später in der Reisezeit oder mal ein Wochenende, je nach neuem Projekt), ich hole nämlich Jonas ab, der in einem Camp nördlich von Wellington an der Kapiti Coast sein Projekt hat und wir düsen gemeinsam nach Taupo, wo wir vermutlich eine günstige Wohngelegenheit haben. Nach ein paar Tagen dort geht es dann nach Napier, wo wir mit noch ein paar anderen Freiwilligen Weihnachten am Strand feiern werden. Am 25ten fahre ich dann bereits nach Roturua zu Markus, in dessen Projekt ich übernachte, damit wir am nächsten Morgen früh nach Auckland aufbrechen können, wo ja unser Flug nach Sydney, Australien, auf uns wartet.

Wenn ich dann aus Australien wieder zurück bin, habe ich noch mehr als 2 Wochen, ehe in Roturua das ICYE Mid Year Camp stattfindet. Wo ich in dieser Zeit genau hinreise, ist sehr von meinem neuen Projekt abhängig. Vermutlich aber vor allem den Norden (Auckland und alles oberhalb, wofür ich min. eine Woche einplane), die Coromandel Peninsula und die dünn besiedelte Ostküste. Ich werd euch auf dem Laufenden halten, wenn ich Näheres weiß.

Dass ich mein neues Projekt noch nicht habe, ist etwas ungünstig, aber ich hoffe, ich bekomme es noch nächste Woche.

Soweit seid ihr also erstmal übe meine Reiseroute informiert – meine Blog-Einträge in den kommenden 6 Wochen werden wohl etwas zurückgehen, ich hoffe aber, dass das die Leser hier nicht vertreibt 😉

Ab und an werde ich mich mal melden, das Netbook habe ich ja auch eh dabei, sodass ich vielleicht mal wieder einen Bericht vorschreibe.

Advertisements

Heute, der vorletzte Tag in Culverden!

Seltsam, nicht?  Mir kommt es so vor, als sei ich vor ein paar Wochen erst angekommen.  Dabei bin ich doch schon recht lange hier. Und nun naht das Ende. Eigentlich schade – aber irgendwie bin ich doch froh.

Die Sachen sind noch nicht alle gepackt, ein wenig aufgeräumt (das erste und letzte Mal) habe ich und alle möglichen mehr oder minder wichtigen Dokumente sortiert – nicht, dass mir nach den Aufenthalt in Australien der Rückeintritt nach Neuseeland verwehrt wird…

Heute war in der Schule ab Period 3 die „Awards Assembly“. Dabei wurden alle Schüler mit irgendwelchen Zertifkikaten beglückt und erwähnt, in welchen Fächern sie besonders gut sind – dabei zugeschaut vom Rest der Schule und vielen Eltern. Wer hier Leistung bringt, der wird auch entsprechend belohnt – ein Anreiz, den mir das deutsche Schulsystem leider nicht bot 😛

Untermalt wurde die Preisverleihung von ein bisschen Gesang und Musik von der Schulband, am Ende wurden dann auch noch die, die Schule verlassenden, Lehrer verabschiedet, darunter auch ich.

Als ich nach vorn auf die Bühne trat, etwas nervös, was ich sagen sollte, wurde ich von einem Geschenk überrascht, bei dem ich genötigt wurde, es sofort auszupacken. Inhalt war ein Trikot in den Canterbury-Farben mit Schulemblem und auf dem Rücken mein Name und eine 11 (warum grade eine 11 :D?). Sieht einfach klasse aus und ich habe mich echt gefreut. Werde es in Zukunft mit stolz tragen und allen Unwissenden erklären, wer oder was denn Amuri sei…

Dann hielt ich noh meine kleine Red, die ganz gut verlief, auch wenn ich das, was ich eigentlich sagen wollte, wieder vergessen hatte.

Nach der „Awards Assembly“ durften die Kinder mit ihren Eltern dann nach Hause gehen – wer allerdings keine Eltern dort mithatte, der musste in der Schule bleiben, bis zum pünktlichen Schulende um 15 Uhr, wenn die Schulbusse kommen. Ich genoss also noch die Zeit mit den Kindern, beaufsichtigte sie beim Schwimmen und wurde dort von einer Lehrerin am Abend bei ihr zum Dinner eingeladen.

Dort bin ich dann auch eben gewesen (nach einem letztem Tennsismatch, das 6:4 für uns ausging. Die Lehrerin, Liz, war neben Neil eigentlich so die zweite Ansprechpartnerin, grade auch am Anfang, wo sie mir meinen Stundenplan erstellt hat und so weiter. Sie kümmert sich vor allem um die „special needs“-Kinder und gibt denen Einzelunterricht, fungiert aber auch als stellvertretende Schulleiterin.

Wie dem auch sei, Liz wohnt auf einer Farm ca. 10km von Culverden entfernt, die ich, welch Wunder, recht schnell und problemlos fand. Das war mal ganz reizvoll, denn obwohl ich in dieser von Farmen geprägten Gegend schon über 4 Monate bin, habe ich noch keine Farm von innen gesehen.

Erst einmal gab es jedoch Dinner mit ihr und ihrem Mann (beide sind so Anfang 60) in ihrem ziemlich großen Anwesen (allein das Wohnhaus dreifach so groß, wie man es so von deutschen Häusern gewohnt ist, allerdings eben einstöckig). Es gab Rinderbraten vom der frisch geschlachtetem Rind, leckere Kartoffeln und Gemüse, dazu Brombeer-Blaubeer-Saft und als Nachtisch Pavlova mit Erdbeeren (Pavlova ist eine Art Baisser mit Creme und Früchten drauf). Ein sehr gesundes, und obendrein sehr leckeres Mahl also, davon hatte ich in den letzten Monaten nicht allzu viel.

Nach dem Essen haben wir drei dann das berühmte „Post-it“-Spiel gespielt, wo man ein Klebeband an den Kopf kriegt mit einer Person drauf, die man dann mit Fragen rauskriegen muss. Wir haben „nur“ 2, themenbasierte, Runden gespielt, die ich kurz wiedergeben möchte:

in Runde 1 musste die Person irgendwas mit Deutschland zu tun haben.

Ich wählte Martin Luther für Liz, sie Goebbels (geschrieben „Göbals“) für ihren Mann und der für mich… naja, werdet ihr sehen…

Nach etwas Fragerei hatte ich meine Person nämlich schon ziemlich eingeschränkt: ein männlicher deutscher Kriegsheld der Marine des 1. Weltkrieges, der kein Politiker war, nach dem Schiffe benannt wurden und auf den ich partout nicht kommen wollte. Letztlich gab man mir noch den Tipp, er sei Admiral im Ersten Weltkrieg gewesen. Nun, Tatjana, wer könnte das sein? Ich hatte keinen blassen Schimmer…

Als ich dann die Lösung sah, musste ich erstmal lachen – ich war Bismarck! Schade bloß, dass der gute Otto 25 Jahre vor dem Ersten Weltkrieg der Welt entschwand, ein Politiker und kein Admiral war, und, soweit ich weiß, auch nicht sonderlich im Krieg als Soldat geglänzt hat, wenngleich natürlich die Benennung nach Schiffen richtig ist. Naja, als besserwisserischer Deutsche musste ich natürlich erst einmal aufklären – aber halb so schlimm.

Die zweite Runde hatte dann Neuseeland-Themen – diesmal nicht nur Personen. Ich war die „Amuri Area School“, auf die ich relativ schnell kam, während „Lemon & Paeroa“, welches ich Liz‘ Mann gab, sich als harte Nuss erwies. Aber wir kamen alle relativ schnell auf unsere Löungen.

Danach zeigte mir Liz noch die Farm. Sie haben dort, zur richtigen Zeit, ca. 800 Kühe, sind aber kein Milchbetrieb, sondern schlachten die armen Tiere. Das Ergebnis in Form des Dinners war aber sehr delikat. Vegetarier bin ich hir nicht geworden!

Neben Fleischproduzierung werden auch Milchkühe aufgezogen und dann weiterverkauft an die Milchproduzenten – wenn sie keine Milch mehr geben wollen, kommen sie unters Schlachtbeil – wie grausam!

Die Farm ist jedenfalls wunderschön gelegen und ich habe den Spaziergang in der Dämmerung echt genossen und dabei – am vorletzten Tag – erst realisiert, wie schön doch eigentlich der Sonnenuntergang in Culverden ist.

War also ein sehr gelungener Abend, der auch guten Gesprächsstoff bot – mein Englisch ist ja mittlerweile fließend genug dafür.

Morgen gibt es dann die „Prizegiving Ceremony“ also nochmal sowas Ähnliches wie heute, und danach am Nachmittag eine Lehrer-Party, die sicher auch noch ganz cool wird. Dort heisst es, dann „Tschüss“ sagen, genauso wie schon vorher den Kindern der Schule, die echt traurig sind, dass ich gehe (ja, tatsächlich). Ich werde morgen in alle Klassen gehen und den Kindern den Abschied noch mit ein paar Süßigkeiten versüßen 😉

Ich werd mich dan morgen nochmal melden, auch mit der genauen Reiseroute – und übermorgen gehts dann auch schon los!

Die Bezwingung des Mt Culverden

Heute war der Jahresabschluss-Ausflug der Klasse 4-6, der uns auf den Mount Culverden führte. Obwohl das Wetter den ganzen Tag schlecht war und der Himmel grau bewölkt, fiel zum Glück kein einziger Tropfen Regen. Insofern war es sogar deutlich angenehmer, als die Besteigung in der Sommerhitze auf uns nehmen zu müssen.

Aber der Reihe nach: der Weg zum Mt Culverden fängt ca. 2km von der Schule entfernt an, weshalb die Schüler, Lehrer und auch viele teilnehmende Eltern dort mit dem Fahrrad hinfuhren. Da ich kein Fahrrad habe, bzw. die 3 kaputten in der Garage stehenden nicht reparieren wollte (oder konnte :P), habe ich den Weg per Auto zurückgelegt.

Irgendwann ging es dann auch los, zuerst über eine Schotterpiste, die stetig anstieg und sich um die Hügel schlängelte. Vorbei an Kuhweiden ging der Weg, der nach ca. 1h Marsch an einer kleinen Hütte endete, wo wir erst einmal pausierten, um danach den wirklichen Aufstieg auf den Mount Culverden zu wagen. Bis zur Hütte fuhren auch noch diverse Geländewagen, die die Rucksäcke der Kinder transportierten.

Der Mount Culverden ist eigentlich kein wirklicher Berg, sondern mit knapp 600 Metern eher ein Hügel. Haben auch fast alle Kinder hinaufgeschafft, auch wenn das letzte Stück echt steil war. Schaut Euch die Fotos an, mehr brauch ich ja nicht zu erzählen.

Irgendwann ging es dann wieder runter, und mein bekanntes Glück ließ mich auf einen Kuhfladen ausrutschen und den Hügel hinunterpurzeln. Nicht so schön! Genauso wenig die vielen Disteln und Dornenbüsche, die unseren Weg querfeldein auf den Mount Culverden säumten und mich diverse Male piesackten.

Aber ich habe es überlebt, und letztlich kamen auch alle Kinder, Eltern und Lehrkräfte wieder wohlbehütet, nach fast 4 Stunden Marsch (für knapp 8km) am Ausgangspunkt an, wo erstmal Mittag gegessen wurde. Dann ging es für die Radler zurück zur Schule, dabei wurden sie von den Autos vieler Eltern eskortiert, die vorneweg un hinterher mit eingeschaltetem Warnlicht fuhren und sogar die 1-2 vorkommenden Kreuzungen blockierten. Etwas übertrieben für eine Strecke, wo eigentlich eh nie ein Auto kommt. An der Schule angekommen war es dann noch eine Stunde Zeit bis zum Ende, die ich noch einmal nutzte, mich ordentlich unter die spielenden Kinder zu mischen. Der Abschied wird mir echt schwer fallen!

Ein ganz schöner Abschiedsausflug, bei dem auch bei mitschwang, dass man mich wohl gerne auh im nächsten Jahr wieder hätte (so ein Lehrer). Aber soll nicht sein!

Heute Abend war dann noch ein letztes Mal Fussball – diesmal draußen, weil in der Turnhalle die Bühne für die „Awards Assembly“ morgen schon aufgebaut wurde, bei der ich ja noch eine Rede halten muss (so ungefähr weiß ich immerhin, was ich sagen werde :D). Natürlich habe ich mich dort noch „schwer verletzt“ – das erste Mal in der Zeit hier. Wo genau mein Wehwehchen liegt, bleibt Eurer Fantasie überlassen…

Jetzt noch ein paar Fotos…

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Das letzte Wochenende!

Lustig, gestern hatte ich plötzlich mehr als 100 Besucher hier – dabei habe ich doch nichts Interessantes geschrieben.

Aber ich mache jetzt mal mit Neuseeland weiter und widme mich (den) letztem Wochenende.

Begonnen hat der Samstag mit meiner Fahrstunde. Ich bin also nach Rangiora gedüst, der ersten wirklichen Stadt, kann man sagen, vor Christchurch, und mich dort mit Scott, meinem Fahrlehrer getroffen. Er wartete beim Parkplatz des New World Supermarktes, den ich problemlos fand. Bei der Einfahrt auf den Parkplatz machte ich dann quasi erstmals – zu meinem Vorteil – Bekanntschaft mit der, so Scott, auf der Welt einzigartigen Verkehrsregel, dass, wenn 2 sich entgegenkommende Vehikel in dieselbe Straße abbiegen, derjenige mit dem weiteren Weg (der die Gegenfahrbahn queren muss) Vorfahrt hat. Nach ein paar Sekunden hatte ich es jedenfalls begriffen, als sich die Autos hinter dem Auto stauten, dass für mich so überraschend anhielt…

Nach Scotts Aufnahme ins Auto und seinem Lob über mein „tidy car“, ging es auch schon gleich los, erst ein bisschen Überlandverkehr und am Ende durch die Stadt. Jetzt weiss ich auch, was man im Kreisel machen muss (links: beim Einfahren links, beim Rausfahren rechts; gradeaus: beim rausfahren rechts; rechts: beim einfahren rechts, beim rausfahren rechts blinken).

Es war keine Prüfungssituation, aber er hat mich in diversen Dingen bewertet. Eigentlich war ich überall sehr gut und sehr reaktionsschnell was potenzielle Gefahren anging; mir wurde nur nahegelegt, die Geschwindigkeit im Auge zu behalten und den Seitenspiegel mehr zu benutzen (was ich extra gemacht hatte, bloß sieht man das durch meine Sonnenbrille eben nicht).

Naja, danach habe ich noch eingekauft, u.a Schokolade, die nach einer halben Stunde dann auch schon geschmolzen war, und habe mich auf den Weg nach Cheviot gemacht.

Cheviot ist sozusagen Konkurrenzort zu Culverden. Hat die einzig andere Area School im Hurunui-Distrikt, etwas mehr Einwohner und ist auch Sitz des Hurunui-Councils, liegt auf etwa gleicher Höhe wie Culverden an der State Highway 1, hat also meist noch etwas mehr Durchgangsverkehr als Culverden. Getrennt sind diese beiden Orte von einer Hügelkette, der Lowry Peaks Range, die man von hier gut sehen kann – und durch die (fast) keine Straße hindurchführt, doch dazu später.

Da Cheviot nahe am Meer liegt, ging es zuerst in die nahe Gore Bay, wo ich mal wieder den Pazifik bestaunte und etwas am Strand lang spazierte. Aber nichts Erwähnenswertes. darum bin ich bald nach Cheviot gefahren. Nicht, weil es da irgendwas Besonderes gibt, aber ich wollt einfach mal da gewesen sein 😀

In Cheviot angekommen habe ich mir erstmal eine Tankstelle gesucht – mein Kilometerstand war nämlich schon auf 440 – so hoch wie sonst nie. Maximal 500 geschätzt schafft mein Wagen mit einer Füllung. Problem nur, dass beide Tankstellen in Cheviot geschlossen hatten – samstags um 17 Uhr. In Culverden wäre das nicht passiert. Was machec ich nun – war meine Frage?

Die Strecke zurück nach Süden und dann nach Culverden ca. 90km, die Strecke nordwärts und dann nach Culverden ca. 80km. Beide, soweit ich dachte, ohne Tankstellen an der Seite.

Als Rettung fiel mir jedoch ein, dass eine kleine, treffend „Random Spur“ genannte Straße durch die Hügelkette führt. Bin also die Straße gefahren, die ersten paar Hundert Meter noch Asphalt, dann Kies und dann fast garnichts mehr. Hatte mich dann (natürlich) erst wieder verfahren und stand vor einem verschlossenen Gatter – und wenden konnte ich auch kaum, weil die Straße an beiden Seiten sehr eng war und leider von einem tiefen Graben gesäumt wurde. Wenden musste ich aber. Eine verdammte Kurbelarbeit. 10cm nach vorne fahren, total gegenlenken, 10cm zurück fahren, total gegenlenken, ….

Das ganze bestimmt 10.mal, bis ich meinen Honda letztlich um 180 Grad gedreht hatte. Dann ging es auf die richtige Straße – naja Pfad ist treffender. Zu Beginn kam noch der Hinweis, diese Straße sei nicht „maintained“, also in irgendeiner Hinsicht überwacht und präpariert. Das stellte sich schon nach 100 Metern als wahr heraus. Schlaglöcher so tief wie mein Reifen sorgten für eine ziemliche Ruckelpartie. Nach weiteren 100m habe ich lieber kleinbei gegeben und gewendet. Wäre ich da nicht sehr wahrscheinlich stecken geblieben, so wäre das Auto auf andere Weise beschädigt worden (die Reifen sind ja grade nagelneu). Außerdem, niemand kommt vermutlich diesen Weg, und Handyempfang hätte ich dort auch nicht gehabt. Also lieber umkehren.

Das Sprit-Problem blieb aber ja. Jetzt hätte ich vermutlich schon ziemlich zitttern müssen, das ungefähr 60km entfernte Kaikoura zu erreichen. Aber was blieb mir anderes übrig, diesen Weg in Kauf zu nehmen. Dazu kam es dann allerdings nicht, denn in der kleinen Ortschaft Parnassus gab es ein Raststätte mit einer Zapfsäule in Betrieb, wo ich spürbar von einer Last befreit, neuen Sprit tankte. Ca. 1 km hinter dieser Raststätte war dann auch die Abzweigung nach Waiau, bzw. eben Culverden, so habe ich keinen Umweg gemacht. Das ist jetzt nicht sonderlich interessant, musste aber raus 😀

Weiter gehts mit dem etwas interessanteren Sonntag. Ich war nämlich ein letztes Mal in Christchurch. Dort fand nämlich auch die Santa-Parade statt, ein bunter Umzug, der viele Menschen in die Stadt lockte. Neben einer Strecke von 1,6km durch die Innenstadt wimmelte es von Menschen, die der Parade zusehen wollten. Jetzt ein Erdbeben wäre verheerend gewesen 😀

Man kann sich diese Parade ungefähr wie den Herforder Visionsumzug vorstellen, bloß etwas kitschiger und deutlich größer. Thema ist natürlich „Christmas“. Die Parade wird jährlich von der Haushaltswaren-Kette Smiths City organisiert und Teilnehmer sind vor allem Vereine, ethnische Gruppen und Unternehmen aus dem Großraum Christchurch. Oft sind die Uumzugswagen von Märchen inspiriert (so gab es Schneewittchen, Dornröschen, Pinocchio uvm,) oder Fernsehserien und -filmen (das Auto von Knight Rider, ein ziemlich echt aussehender Podracer und Darth Vader mit Sturmtruppen, Superman uvm.). Teilweise auch diverse akrobatischen Vorführungen, wie Ballet, Tanz, springende Biker und und und.

Witziges Highlight war ein Feuerlöschwagen vom Christchurcher Flughafen, der regelmässig die am Straßenrand sitzenden Besucher nass gespritzt hat – mich zum Glück nicht. Kann man jetzt alles schwer beschreiben, ich lad mal noch ein paar Bilder hoch für einen kleinen Eindruck. Waren laut Zeitung 80 verschiedene Wagen, mir kamen es aber deutlich mehr vor. Fast 2h hat es gedauert, bis alles an mir vorbeigezogen war.

Den Abend verbrachte ich dann mal wieder in Hanmer, wo ich nach einem schönen Bad auch noch etwas tun musste, was ich bisher garnicht getan habe. Die Vegetarier mögen mich dafür hassen, aber während meiner Zeit hier in Neuseeland habe ich noch überhaupt kein Lamm gegessen. Das hatte ich dort nun nachgeholt und durfte es sogar selbst braten, auf einem Mini-Steinofen auf dem Teller. Hat aber klasse geschmeckt!

Ein würdiger Abschluss also für das letzte Wochenende – samstag geht es dann endlich los. Morgen steht erst einmal aber noch eine Gipfelbezwingung an. Ich begleite die Exkursion der Klassen 4-6 auf den Mount Culverden. Sehe ich mal Culverden noch von oben – wusst garnicht, dass man den besteigen kann. Evtl. besteige ich sogar noch den ungleich höheren Mount Isobel, Hausberg von Hanmer Springs, mit einer kleinen Abkürzung versteht sich, die ich ebenfalls am Sonntag entdeckt habe, fällt mir gerade noch ein. Bin nämlich den „Jacks Pass“ gefahren, eine ziemlich kurvige, extrem steile Schotterpiste, die sich die Berge bei Hanmer Springs hinaufwindet. Im Winter führt sie zu einem Skigebiet dort, im Sommer führen von ihr zwei Wege mitten durchs Gebirge nach Saint Arnaud bzw. Blenheim ab. Während erstere nur für Allrad geeignet ist, wäre letztere auch für mein Auto geeignet. Und Blenheim heisst ja sogar mein erstes Reiseziel. Bloß leider führt die Strecke über eine Farm – die Molesworth Station – eine der größten Schaffarmen Neuseelands, direkt einsam im Gebirge. Die Strecke ist für die Öffentlichkeit leider erst ab dem 28. Dezember geöffnet – schade eigentlich, das Panorama wäre echt schön gewesen.

So, jetzt ist genug… Muss noch meine Rede vorbereiten, die ich Donnerstag vor 400 Leuten, also quasi ganz Culverden, halten darf…

Hier noch ein paar Fotos – darunter auch 2 von den Sechtklässlern der Grundschule, die nächstes Jahr die Straßenseite wechseln, also in die Secondary School kommen. Eine kleine Erinnerung für mich – ich habe heute von fast jedem Kind ein Foto gemacht, aber die werde ich hier nicht veröffentlichen. Drum müsst ihr Euch mit dem Gruppenbild vom Großteil vom Room 5 zufrieden geben erstmal…

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Was ich (nicht) vermissen werde…

Die Zeit vergeht immer schneller, so langsam wird mir bewusst, dass ich schon bald dieses, eigentlich doch ganz schönes Dörfchen, verlassen muss. Daher hier 10 Dinge, die ich vermissen bzw. nicht vermissen werde!

10 Dinge, die ich vermissen werde:

– quasi alle Kinder der Grundschule, manche mehr, manche weniger

– die allgemeine Freundlichkeit der Bewohner hier

– die allfreitägliche Cranberry-Pizza  im Red Post Cafe

– zauberhafter Fussball mit den Brasilianern und Co.

– Tennis mit schlechten Bällen und komischen Regeln auf blöden Platz

– die eigentlich doch sehr relaxte Arbeit

– das wöchentliche Ausspannen in den Thermalquellen von Hanmer Springs

– der  Blick auf die schneebedeckten Berge, besonders bei Sonnenuntergang

– die Handschrift von Room 5 bewerten

– mein gemütliches Bett hier und gutes WLAN

 

10 Dinge, die ich NICHT vermissen werde:

– die unabwechslungsreiche Verpflegung (wobei ich da selbst schuld bin)

– das schnell wachsende Gras des nie genutzten, großen Gartens

– die komischen Pommes von Macs Diner

– die extrem hart die Erde bescheinende Sonne

– das ständige „Petzen“ der Kinder

– Arbeit wie z.B  Bücher binden

– den extremen Dialekt hier

– die so langsam nervige Strecke nach Christchurch

– das Angebot und das Preisniveau des örtlichen Supermarktes

– den allmorgenlichen Spaziergang zur Schule

 

 

Gutes und Schlechtes!

Es sind nur noch 10 Tage. 10 Tage, bis ich Ferien habe und aus Culverden verschwinde. Mit lachendem, wie auch mit weinendem Auge. Aber noch ist es nicht soweit!  Soeben bin ich grade vom Fussball gekommen, jeden Mittwoch ein Augenschmaus an brasilianischer Ballkunst – der ich mich mal mehr , mal minder erfolgreich entgegenstellen muss. Definitiv eines der Dinge, die ich vermissen werde… (aber dieses komische Spiel kann man ja auch woanders ausübben)

Nun aber, warum ich meinen Artikel „Gutes oder Schlechtes“ nenne:

zuerst die gute, oder zuerst die schlechte Nachricht?

Zuerst die Gute: gestern war ja nämlich das Jack-Johnson-Konzert in Christchurch. Es war einfach super! Ich war zwar etwas früh da (nachdem ich mich während der Rush Hour mitten im City Centre von Chch wiederfand – mal wieder verfahren…), und habe mir 3h Stunden die Beine in den Bauch gestanden, war dafür aber direkt vor der Bühne. Die Vorband hatte auch ganz gute Musik, trotzdem hat es endlos angemutet, bis Jack endlich auftrat, und die Menge in der CBS Canterbury Arena (knapp 10.000 würd ich schätzen) mit seiner Musik beglückte.

Von all seinen Alben etwas, vor allem die bekannteren, und auch viele meiner Lieblingssongs. Kleine Soloeinlagen seiner Bandmitglieder, „I love you Jack“-Rufe aus dem Publikum (direkt neben mir) und die musikalische Interpretation von „Rudolf, the red-nosed rendeer“ am Ende der Show haben für ordentlich Spaß gesorgt. Ich kann es  Euch nur in seinen Worten mitgeben als  verspäteten Adventgruß: „Slow down, if you can, you’re moving too fast…“ (Inaudible Melodies)

Wer Jack noch nicht kennt, der sollte mal ein paar Songs anhören (ich empfehle „Flake“), eigent sich gut um auszuspannen. Um 23.30 (nachdem ich bereits um 18 Uhr da war) war das Ausspannen dann aber zuende, das Konzert beendet, und meine schweren Beine suchten einen Sitz. Dann stand auch noch die harte Rückfahrt nach Culverden an, dass ich, nach einer schnellen Mahlzeit ihr-wisst-schon-wo, gegen 1.30 Uhr erreichte, um ziemlich müde ins Bett zu fallen und sogleich einzuschlafen.

Kommen wir jetzt zur „schlechten“ Nachricht. Es ist nicht so, dass ich das ICYE-Programm verlassen muss (wie bisher schon mit 3-4 Leuten geschehen :P), aber es ist etwas unangenehm.

Ich habe heute ämlich bei meinen Auto den „WOF“ (Warrant of Fitness) machen lassen, eine Untersuchung hier in Neuseeland, die man alle 6 Monate (bei älteren Wagen wie meinen) machen muss. Dabei werden diverse Sachen gecheckt. Meine Plakette lief zwar erst Ende Januar ab, da ich dort ja allerdings reise, und vor allem weil ich ja ein sicheres Auto haben möchte, habe ich den Wagen heute schon durchchecken lassen. Frohen Mutes wollte ich ihn heute nachmittag also abholen, doch ein schmerzhaftes „Fail“ bohrte sich daraufhin in mein Ohr.

Das ist an sich nicht sonderlich schlimm, geht aber ziemlich ins Geld. Ich muss nämlich komplett alle 4 Reifen wechseln und noch eine weitere Kleinigkeit reparieren lassen. Laut Kommentar des Werkstatt-Mannes seien die Reifen meines Autos „very nasty“! Ich solle möglichst garnicht mehr damit fahren, bis die Reifen gewechselt sind, was ich auch getan habe.

Die Sache mit den Reifen hatte, ob ihr es glaubt oder nicht, eh schon „gedacht“, gleichwohl ich es bei meinen mangelnden Auto-Kenntnissen (ja, ich dürfte eigentlich keinen Führerschein haben :D) nicht selbst überprüfen kann. Immerhin habe ich es vor ein paar Wochen hingekriegt, neues Motoröl aufzufüllen…

Die neuen Reifen jedenfalls kommen zum Glück auch schon morgen an und werden eingebaut, sodass ich am Wochenende mein Auto, gut gerüstet, zurückhaben dürfte – am Samstag steht nämlich eine praktische „Defensive Driving“-Fahrstunde an – ich bin gespannt.

Nicht sonderlich „schlecht“ also, aber ziemlich unangenehm…

Mal wieder Schule!

Richtig gehört . mal wieder Schule!

Das heisst mal ein kleiner Zwischenstand über meine Arbeit und noch ein paar weitere Infos zum Schulsystem, als auch Schule für mich!

Denn gestern habe ich nach sehnsüchtiger Wartezeit endlich mal wieder Hausaufgaben aufbekommen! Ich mache ja nämlich jetzt einen „Defensive Driving“-Kurs, den mir mein Projekt ja freundlicherweise spendiert hat.

Ich sitze also mit ein paar jüngeren Leuten in der „Academy“ (Oberstufenraum) meiner Schule und höre den Ausführungen von John zu, der uns defensives, sicheres Fahren lehren will. John ist ein cooler Typ und hat den theoretischen „Unterricht“ gestern Abend sehr lustig gestaltet – am Ende gab es ein paar lustige Videos und Horror-Bilder von verunglückten Autos – schonmal zur Abschreckung!

Die Hausaufgabe, die wir zu morgen (dann gehts nämlich schon weiter) bearbeiten müssen, ist leider neben einen Fragebogen eine CD und damit leider nicht mit meinen Netbook kompatibel. Man sollte die CD aber entsprechend machen, vor allem weil das wohl der spaßigste Teil des Kurses wäre – beinhaltet nämlich ein Fahrsimulator. Als ich John sagte, dass ich die CD nicht benutzen könne, lud er mich sofort zu sich nach Hause ein, wobei sich auch herausstellte, dass seine Frau eine Lehrerin meiner Schule ist. Nachdem die CD auf den Schulcomputer nicht läuft, werde ich auch sein Angebot annehmen und morgen nach der Schule die CD durcharbeiten – bin ich mal gespannt!

Der Kurs war bisher durchaus interessant und hilfreich – und ich habe sogar quasi alles verstanden! Da kommt schon fast wieder Sehnsucht nach Schule auf, die in den letzten Monaten (1 Jahr zuvor) richtig viel Spaß gemacht hatte, muss ich zugeben… Naja, muss ich auf die Uni warten….

Sind aber jetzt noch 3 theoretische Abendkurse und dann ein praktischer  Teil, allerdings keine Prüfung, sondern rein zur Erprobung der gelernten Kenntnisse und fahrspezifische Fragen – im eigenen Auto zum Glück, weshalb meine Angst, im Schaltwagen (und damit Schaltlhebel links), unbegründet ist.

Für die Mitschüler ist der Kurs essentiell für das Erhalten ihrer vollen Fahrlizenz – hier in Neuseeland herrscht ein System mit ein paar verschiedenen Abstufungen, das ich noch nicht ganz durchblickt habe.

Wie dem auch sei, ich komme zur anderen Schule, der Amuri Area School.

Das ist, wie ihr sicher wisst, mein jetziges Projekt, das ich allerdings in 3 Wochen ja schon verlassen werde. Es ist nicht so, dass ich (wie von anderen gehört) Tage im Kalender abhake, aber ich freue mich wirklich auf die 6 Wochen Sommerferien. Die Arbeit ist relativer Alltag geworden und wird zunehmend langweilig – nichtsdestotrotz habe ich immer noch schöne Momente, z.B. heute als mir meine kleine Nachhilfe-Schülerin versicherte, „ich sei so cool“ und „ihr Freund“, obwohl grade sie durch ihre Unmotivation schon manch strengen Umgang meinerseits riskiert hat.

Auch die anderen Kinder sind traurig, dass ich nach den Ferien nicht mehr da bin – genauso geht es mir, ich werde die Kinder ziemlich vermissen, glaube ich! Was mich allerdings besonders nervt, sind die ganzen „petzenden“ Kinder – über Kleinigkeiten, die, wenn ich sie erwähnen würde, nur Kopfschütteln und Gelächter folgen würde. Neuseeländische ländliche Schulen scheinen noch ein echtes Idyll zu sein – es gibt nur 3-4 Kinder, die hin und wieder mal – meist untereinander  – größeren Streß machen.

An der Arbeit an sich hat sich nicht viel geändert – ich mache z.b immer noch jede Menge Pausenaufsicht, wo ich jetzt auch immer darauf achten muss, dass die Kinder ihre Sonnenhüte tragen (wegen der starken Sonnenstrahlung hier) und aufgrund neuer, verschärfter Regeln darauf achten, dass die Kinder in in einem speziellen überdachten Bereich ihr Essen essen, dort jedes einzelne kontrollieren, ob es aufgegessen hat, um dann die Erlaubnis zu geben, dass es spielen kann. War bei uns damals, soweit ich mich erinnere, nicht so.

Eine Sache, die mir hier auch auffällt, ist, dass man nicht sonderlich „kritisiert“ wird – ich jedenfalls nicht – aber vielleicht ist meine Arbeit ja auch einfach nur wunderbar 😀

Außerdem habe ich jetzt die Klassenverteilung der Grundschule verstanden. Es gibt jahr 1/2, Jahr 2/3, Jahr 4/5 und Jahr 5/6.

Die Kinder werden nicht benotet, sondern ihr persönlicher Fortschritt wird beschrieben und mit dem „nationalen Standard“ verglichen. Das sind Vorgaben der Regierung, wann ein Schüler bestimmte Sachen zu können hat. Die meisten Schüler meines Projekts liegen dabei „über“ dem nationalen Standard, worauf die Schule natürlich stolz ist. Das würden deutsche Politiker jetzt natürlich am „decile rating“ festmachen, das anzeigt, welchem „sozio-ökonomischen“ Einzugsgebiet die Schule zuzuordnen ist, auf Gutdeutsch also, welchen Bildungs- und Vermögenshintergrund die Einwohner der  Gegend haben. Die Amuri School kommt auf einen Wert von 8 aus 10, das ist ziemlich  „gut“. Wundert mich auch nicht in einem ländlichen Gebiet – Farmer sind nämlich grundsätzlich sehr wohlhabend hier in Neuseeland – an Landbesitz natürlich eh, aber wenn man sich deren Häuser und Autos anschaut und die als Hintergrund nimmt, auch…

Trotzdem gibt es auch einige „Migranten“ an der Schule, hauptsächlich aus Südamerika und den Philipinnen. Die sind aber vorbildlich integriert, sprechen gutes Englisch (immer noch besser als ich) und stehen ihren in Neuseeland geborenen Mitschülern meist in nichts nach – und falls doch gibt es soviele Lehrer hier an der Schule, die mit lernschwachen oder eben migrantischen (ein Neologismus!?) üben, damit die Kinder ein gesundes Niveau erreichen.

Zu dem kann man wohl sagen, dass insbesondere die schwächeren Schüler hier im Gegensatz zu Deutschland massiv gefördert werden, sodass selbst der schlechteste am Ende seiner Schullaufbahn noch ein relativ hohes Niveau haben wird – ich spreche natürlich nur für die Schüler hier, in den größeren Städten wird das ganz anders aussehen…

Die schwächeren Kinder sind also schlauer im Vergleich zu denen in Deutschland – die schlaueren (schlau in Hinblick auf Schulstoff) jedoch den Deutschen meiner Meinung nach unterlegen. Denn wirklich tief wird hier selbst in der Oberstufe nichts vermittelt. Was in Mathe hier in der Oberstufe gemacht wird, haben wir in der 9. Klasse gemacht. Allerdings ist die hier auch ganz anders strukturiert und ich habe keine Ahnung davon, alo lasse ich es mal sein, darüber zu lästern…

Fakt ist aber, wie ich letztens auch in den heißen Thermalquellen in Hanmer diskutiert habe, dass hier in Neuseeland  ein „braindrain“ herrscht, d.h. die wirklich schlauen Köpfe wandern alle in die USA, nach Asien oder Europa ab, weil ihnen Neuseeland nicht allzu viel bieten kann. Darunter leidet das Land natürlich – das sich für seine Erfindungen eigentlich rühmen darf (komm ich mal noch irgendwannwann drauf)

Soweit dazu – der Abschluss meiner Reise kommt in Kürze als Artikel

Sonntag gehts übrigens Whale-Watching in Kaikoura 🙂

Zwischenstand und die letzten 2 Wochen(-enden)

Da ich bestimmten Leuten nicht den Abend verderben möchte, geht es nun weiter. Nicht mit den Urlaub, sondern mit den letzten Wochen(-enden). Und zwar in umgekehrter chronologischer Reihenfolge.

Heute ist Donnerstag, das heisst gleich  steht Tennis an. Die Mannschaftsspiele sind alles Doppel, man spielt nur bis 6, und zwar mit der komischen Regel, dass wenn man zurückliegt bzw. punktemässig Vorsprung hat, man bzw.Gegner spielmässig Vorsprung bekommt (Beispiel: 1:2 – der nächste Satz fängt mit 15:0 an, bei 3:1 wären es z.B 0:30). Es ist also sehr schwer (hoch) zu gewinnen. Aber ich habe mich jetzt gut eingespielt auf den Hartplatz (der schon eine ziemliche Umstellung ist) und hoffe, dass wir heute gewinnen werden.

Gestern abend war ich mal beim Fussball. Mittwoch abends findet nämlich Indoor Soccer in der Turnhalle statt. Dachte ich mir mit meinem zweifelhaften Talent natürlich, ich zeig den Kiwis mal wie man Fussball spielt.

Die Mannschaften sind bunt gemixt, Männlein, Weiblein, Grundschulkinder bis alte Herren. Was mich aber erstaunt hat, ist die Parallelgesellschaft hier auf den Lande. Wirkliche Kiwis waren nur in Form der kleineren Kinder vorhanden (die mir übrigens den Tipp gaben, dort hin zu kommen). Es gab eine große Anzahl an Südamerikanern, etwas älter als ich die meisten. Argentinier, Chilenen, Uruguayer und Brasilianer – dementsprechend hoch war auch das Niveau des Fussballs. Die arbeiten hier wohl in der Umgebung auf den Farmen und sind entsprechend durchtrainiert. Trotzdem gelang es mir mit meinen beiden linken Füßen ein paar Tore zu schiessen, ich würde sogar soweit gehen, dass ich gut mit ihnen mithalten kann 😀 Hat aber auf jeden Fall Spaß gemacht, ich werde die restlichen Mittwoch-Abende dort auch verbringen, etwas Sport tut ja schließlich gut. Tatsächlich sage ich schon die restlichen, es sind nämlich nur nur 6 Wochen hier. Nicht nur von meiner Seite möchte ich das Projekt nach den Sommerferien wechseln, sondern auch von meiner Schule. So meinte Neil zu mir, dass ich wohl der letzte ICYE-Volunteer sei und sie ab 2011 keine neuen mehr aufnehmen würden. Ich bin allerdings nicht schuld! 😛

Kann auch deshalb sein, weil Neil das 2. Halbjahr die größte Zeit weg ist. Er hat so eine Art „Sabbatical“, wo er durch die Schulen hier tourt und schaut, was da so Sache ist. Spionage sozusagen! Außerdem macht er im Frühjahr eine Deutschland-Tour, wo er unter anderem Münster besuchen wird und auf dem Weg vielleicht einen Zwischenstopp in Herford macht. Wer weiß, vielleicht trifft ihn ja jemand…

Bei ihm habe ich übrigens das letzte Wochenende eingeleitet, mit einer kulinarischen Glanzleistung seinerseits . 3 Hauben für ihn!

Sonntag war ich, nachdem ich samstag viel zu spät aufgestanden bin, dann in Christchurch, wo ich mir die 2 grösseren Museen angeschaut habe. Einerseits das Canterbury Museum, das viel Wissenswertes über die Region und Neuseeland allgemein vermittelt, aber auch Abteilungen hat, die sich mit Ägypten, Fernost und der Antarktis beschäftigen. Insbesondere habe ich jetzt einen Überblick über die komplette Vogelwelt Neuseelands, von denen das Museum unzählige ausgestopfte Präparate zeigt. War alles sehr interessant und habe mir 4h Zeit genommen, lohnt sich auf jeden Fall, wenn ihr mal nach Christchurch kommt. Und der Eintritt ist frei!

Ebenso in der Christchurcher Arts Gallery, wo ich viele Werke neuseeländischer Künstler bestaunen könnte. Die haben es viemehr drauf als ihre vorsintflutlichen europäischen Artgenossen.

Wie man sieht, mausere ich mich also zu einem ziemlichen Kulturfreak. Tatsächlich werde ich wohl nach meinem Jahr auch etwas in dieser Richtung studieren. Kombiniert mit etwas anderem, wodurch ich erst durch Neuseeland richtig wachgerufen wurde. Ihr könnt gespannt sein 😀  Denn über Unis und Studiengänge habe ich mich, seit ich hier bin, in vielen Stunden informiert. Jura ist für mich abgehakt, aus vielerlei Gründen, die ich hier nicht erwähnen brauche. Aber wer weiß, es ist grade mal ein Viertel meiner Zeit hier rum.

Nach der Widmung der Kultur führte mich dann noch ein kleiner Spaziergang durch die Parks (Christchurch wird auch die „Garden City“ genannt), die sich durchaus mit denen Londons messen können. So konnte ich dabei dem „Punting on the Avon“ zusehen: der Avon ist ein kleiner Fluss, auf dem Boote für Touristen fahren. Die werden durch einen Mann mit Stab fortbewegt, der diesen vom Flussboden abdrückt, um Fahrt aufzunehmen. Mir fehlt das deutsche Wort, sofern es das denn gibt. Danach habe ich mal wieder verirrt, und zwar habe ich mein Auto nicht wieder gefunden, das ich viel zu weit vor der Stadt geparkt hatte (man findet auch problemlos 5min von der Innenstadt einen Parkplatz, ich habe aber natürlich eine halbe Stunde entfernt geparkt). Letztlich habe ich mich aber an den Hochhäusern orientieren können und das Auto doch noch gefunden (bin nach Nordwesten statt nach Nordosten gelatscht).

Das war mein Wochenende, aber ihr habt auch noch das Recht zu erfahren, was ich das Wochenende davor getrieben habe. Am anschließenden Montag war nämlich sogar frei („Labour Day“) und ich wollte eigentlich einen größeren Trip machen. War dann aber nichts. Aber es war ein schöner Tripp. Erst ging es auf der „Inland Scenic Route“ durch Canterbury bis zum Mt Hutt, der im Winter ein beliebtes Skigebiet ist. Zwischendurch ein Stopp am Ufer eines Flusses, wo ich ein Speedboat beim Fahren beobachtet habe. Die sind nämlich Erfindung der Kiwis und können in Affentempo in noch und noch so flachen Wasser die Flüsse herauf- oder hinabschiessen und dabei sogar 360-Grad Wendungen ausführen. Werde da vermutlich auch nochmal investieren, um in eins reinzukommen und mitzufahren.

Der Mt Hutt war aber nicht mein eigentliches Ziel, sondern es ging weiter, in ein abgelegenes Tal, wo nach einiger Zeit Schotterpiste ein wunderschönes Dorf am See (Lake Clearwater) kam. Für mich ging es aber weiter in die Pampa: mein Ziel war nämlich Mt Sunday – dort war nämlich, ihr erratet es vermutlich, ein Herr-der-Ringe-Drehort, vermutlich sogar der, den man am leichtesten wiedererkennt (Berge pflegen ja schließlich ihre Erscheinung nicht zu verändern). Ein Berg war es nun nicht, sondern eher ein Hügel, alleinestehend im Tal, im Hintergrund die schneebedeckten Berge. Es handelt sich um den Hügel, auf dem der Ort „Edoras“ erbaut wurde. Dazu eine kleine Story: die neuseeländische Naturschutzbehörde hatte vorgeschrieben, dass nach den Dreharbeiten alles wieder so aussehen musste wie vorher. Der gesamte Rasen des Hügels wurde also mitsamt der Erde in Schwerstarbeit abgetragen und nach Wellington geflogen, wo er in einer extra eingerichteten Gärtnerei gepflegt wurde, um ihn nach Abchluss der Dreharbeiten dort wieder einzupflanzen. Schon strange! Tatsächlich sieht man heute nichts mehr, was auf einen Drehort hinweisen könnte. Ich war allerdings auch nicht auf den Hügel. Er ist nämlich privates Farmland, und im Gegensatz zu anderen bin ich ja kein unerwünschter Eindringling. Ich habe mich trotzdem erst über die Absperrung geschwungen, als ich nach 5 Minuten jedoch an einen reißenden Fluss kam, bin ich lieber umgekehrt. So stark war mein Begehren dann doch nicht, dass ich halbnackt durch das eiskalte Wasser waten würde. Der Blick auf den Berg war mir schön genug.

Auf den Rückweg, der sich durch mehrere Kühe auf der Straße etwa zog, fuhr ich dann noch eine 20km lange Schotterstraßenabzweigung zum Lake Heron, wo ich die Nacht verbringen wollte. Tatsache – ich wollte im Auto schlafen. Hatte mir viele Kissen und eine Decke mitgenommen. Dort gab es auch einen Campingplatz, wo auch ein paar Leute anwesend waren. Ich stellte also meinen Wagen dorthin, spazierte noch etwas um den See und machte es mir dann in meinem Wagen gemütlich, wo ich jenen poetischen Erguss hervorbrachte, den ihr weiter unten sehen könnt. Internet gabs da allerdings nicht :D, sodass ich bald versuchte, zu schlafen.  Wohlgemerkt – versuchte! Das Zeltabenteuer hätte mir eine Lehre sein sollen. Schlafen konnte ich nämlich nicht – und es wurde kalt, kälter als ich dachte, und meine Decke war nicht warm genug. Da ich hier charakterlich etwas verkomme (:P), war dann mein Entschluss auch schnell gefasst: ich wollte zurück nach Culverden fahren. Das ist aber nicht um die Ecke, sondern gute 4h Fahrzeit entfernt. Dazu war es Nacht, 1 Uhr um genau zu sein, ich war in der abgelegensten Ecke in der Wildnis und musste erst noch ein paar Kilometer schwer zu fahrende Schotterstraße zurücklegen. Das hatte ich dann soweit überlebt (ein paar Hasen, Possums und Co, allerdings nicht :D), als sich das nächste Problem stellte. Das Benzin meines Wagens war fast leer. Tankstellen gibt es hier zwar genug – bloß nachts haben die wenigsten auf. Ich hielt bei gewiss 5-6 an, aber nirgendswo war jemand zu sehen (und die Zapfsäulen gingen auch nicht ;)). Mit letzter Reserve rettete ich mich dann noch nach Christchurch, wo ich zum Glück volltanken konnte, um dann gegen 5 Uhr erschöpft aber glücklich in Culverden anzukommen. Der Sonntag war dann entsprechend im Eimer.

Am Montag ging es für mich dann noch nach Motunau Beach, einer kleinen Ansiedlung am Meer, der von Culverden aus wohl naheste Strand. Vor Motunau liegt auch eine kleine Insel, wo viele bedrohte Vögel usw. leben. Dank des guten Wetters konnte man am Horizont sogar die Nordinsel ausmachen. Sonderlich viel habe ich dort nicht gemacht, beim Strandspazerigang allerdings eine Paua-Muschel gefunden eingesteckt. Das sind Muscheln, die sehr schön schimmern. Im Canterbury Museum gab es einen Raum (ähnlich also wie das Bernsteinzimmer), der nur mit diesen Muscheln geschmückt war.

Wer jetzt denkt ich bin fertig, der hat sich getäuscht.

Ich möchte nämlich noch darauf hinweisen, dass man vielleicht bald etwas über mich in der Zeitung hören könnte. Wer also die NW abonniert hat, aufpassen! Nach einen ziemlich misslungenen Artikel Anfang des Jahres habe ich nämlich jetzt das Glück, dass eine ehemalige Mitschülerin vom RGH, die grade bei der NW das 11. Klasse-Praktikum macht, mich auf Anraten einer sehr geschätzten Lehrkraft (die sich wundern wird, wie gut mein Englisch geworden ist) kontaktiert hat und mit ein paar Infos meinerseits einen sehr gut gelungenen Artikel geschrieben hat. Steht noch nicht fest, ob er veröffentlicht wird, würde mich aber sehr freuen…

Da meine Blogadresse dort auftaucht, könnte vielleicht ein weiterer Ansturm auf diese Seite losbrechen. Ich hoffe, der Server hält durch 😀

Was das Thema Privatsphäre angeht (Google und Co. wissen eh viel mehr Interessantes über mich, als hier je stehen würde…): ich teile gerne meine Erfahrungen mit anderen Leuten – die können das, was ich hier erlebe, gerne erfahren. Angst, dass sich das irgendwie in meinem weiteren Leben negativ auswirken könnte („der Namen googlende Personalverantwortliche“!) habe ich keine – ganz im Gegenteil… Ich wollte das nur mal gesagt haben…

Nun bin ich tatsächlich am Ende, ich hoffe, Du, Tatjana, bist zufrieden und ich habe Dir den Abend gerettet 😉 Wenn ich wiederkomme, erwarte ich eine Belohung für diese 2-stündige Schreiborgie 😉

Gestern, heute und irgendwann…

Weiter gehts…

Doch vor Tag 5 erst einmal der heutige Tag. Ich durfte nämlich auf 2 pupertierende Jungen aufpassen, die ein Boule-Match (scheint hier populärer Vereinssport zu sein) gegen andere Schulen hatten. Die Fahrt ging im Schulbulli, in dem neben uns auch 6 schnatternde Mädchen auf dem Weg zu einem Fussallmatch waren. Zum Boule gibt es nichts besonders zu sagen, der Sport fasziniert mich aber irgendwie (so ähnlich wie Boccia am Strand, bloß total komisch angeschnittene gerollte Kugeln). Die beiden Jungs, auf die ich aufpassen sollte (Zitat von Neil: „Have a look that they behave themselves well!“) haben auch immerhin gewonnen. Es waren auch noch andere Schulen anwesend, was mir einen Vergleich der Schuluniformen ermöglicht hat. Die Amuri-Schüler können echt froh sein, ihres ist mit Abstand das beste (finde ich, ganz unbeeinflusst, wirklich). In der Haut manch anderes Schüler möchte ich bei der Kleidung nicht unbedingt stecken…

Nungut, nach dem Match mussten wir uns dann noch etwa eine Viertelstunde das Fussballmatch der Mädchen (Klasse 10) ansehen – eine wahre Bestrafung für die Augen (fussballerisch gesehen :P) – trotz des 10:2 Sieges unserer Mannschaft. Dadurch kam ich leider etwas verspätet erst um kurz vor 19 Uhr hier wieder in Culverden an, was schon zu spät für ein Tennis-Trainingsmatch mit Christian war. Morgen fangen nämlich die ersten Spiele an… Drückt mir die Daumen!

Heute haben wir dann auch mal gegrillt, das werden wir jetzt die nächsten Wochen noch häufiger machen. Ein schöne Barbie ist ja immmer nice.

Was den Sydney-Aufenthalt angeht (Gruss an Tatjana :P): der findet ja erst über Neujahr statt, einer Zeit, in dem man viele Preise schon extreme Wucher nennen kann. Wir haben gut getan, gestern zu buchen, was sich schon als ziemlich schwierig herausgestellt hat. Von so ungefähr 40 angeschauten Backpacker waren 39 ausgebucht bzw. hatten extreme Wucher-Preise. Nur mal als Beispiel  (Preis pro Nacht umgerechnet in Euro): bis zum 26. Dez: 16 – 27-28: 30 – 29-30: 80 – 31-2: 150 – und ab dann wieder jäh abfallend zum Standardpreis von vlt. 16 Euro. Aber 150 Euro für ein Bunkerbett in einem 10-Personen-Schlafsaal ohne jedwede Extras ist doch etwas… (ich sprech es mal nicht aus…).

Wir haben jedoch noch was preislich akzeptables gefunden (wo die Preise die ganze Zeit konstant sind, wenn auch doppelt so teuer wie üblich – denn Profit wollen sie ja alle machen…). Jetzt heisst es noch die Reise planen, wir freuen uns jedoch schon riesig auf 10 Tage Sydney, besonders die Sylvesternacht mit der größtenParty der Südhalbkugel…

Nächsten Montag ist übrigens, wie ich heute grade erfahren habe, „Labour Day“, sprich Feiertag. Ich könnte und werde auch wohl einen kleinen Roadtrip unternehmen, weiß bloß noch nicht wohin. Vielleicht geht es zum Hügel, auf dem der Herr-der-Ringe Ort „Edoras“ stand, einen Schauplatz, den man garantiert wieder erkennen wird. Dann würde ich über den Arthurs Pass an die Westküste und von dort aus wieder nach Culverden. Der Arthurs Pass soll nämlich eigentlich der schönste der drei Pässe sein, und ich habe ihn noch nicht gefahren und werde wohl auch sonst keine gute Gelegenheit mehr dafür haben… Aber mal sehen…

Zwischenstand

Mal kein Artikel über meine Reise, sondern ein kleiner Zwischenstand.

Schon ist wieder eine Woche Arbeit rum, die sich jetzt ja schon als Alltag etabliert hat. Eine Tätigkeit möchte ich aber noch kurz anreißen, da ich sie bisher noch nicht erwähnt habe. Die Kinder müssen nämlich öfters mal Handschrift üben. Das habe ich damals in der Grundschule ja abgrundtief gehasst. Meine Klaue hat sich ja auch letztlich bis zu den Abiturklausuren hingezogen. Ich finde meine Schrift ja schön, wer sie nicht lesen kann, hat halt Pech gehabt. Jedenfalls darf ich die Handschrift der Kinder bewerten, obwohl ich davon ja nicht viel Ahnung habe. Ich gehe also rum und vergebe zwischen 1 und 3 Sternen, je nachdem, wie schön die Kinder geschrieben haben. Hin und wieder gibt es sogar noch einen extra Sticker. Diese kleine Aufgabe mag ich sehr, vielleicht auch weil etwas Willkür meinerseits im Spiel ist – meistens mache ich mir den Spaß, erst weniger Sterne zu malen, um dann letztendlich doch noch mehr zu geben.

Doch die Arbeit ist nach der Schule noch nicht vorbei. Zu unserem Haus hier gehört auch ein nicht so kleiner Garten, wo das Gras wie verrückt sprießt und gedeiht. Dazu haben wir nur einen Handrasenmäher, der noch nichtmal vernünftig funktioniert.

Außerdem machen Christian und Ich (bzw. haben schon) an die Arbeit, sämtliches Unkraut zu zupfen, was bisher schon 5 volle Schubkarren zur Folge hatte. Wir haben aber gerade mal ca. 1/4 fertig…

Also noch genug Arbeit die nächsten 8 Wochen. Es sind nämlich tatsächlich nur noch 8 Wochen hier (sofern ich das Projekt wechseln sollte), so schnell geht das. Ab dem 10. Dezember beginnen nämlich schon wieder die Sommerferien. Doch die Zeit wird jetzt auch etwas interessanter. In ein paar Tagen eröffnet der Swimmingpool der Schule, in dem ich dann, wann ich will, baden kann. Außerdem spiele ich jetzt für Culverden (im Team mit Christian und 2 anderen Lehrerinnen) Tennis gegen Teams aus anderen Dörfern. Mittwoch hatte ich bereits ein Match (bzw.2), was  auf dem Hartplatz mit den blöden Bällen und mangelnder Eingespieltheit (nur Ausreden :P) aber oft nach hinten losgegangen ist. Im Doppel mit einem Mädel gegen Christian und einer haben wir (obwohl sie quasi noch nie gespielt hatte) immerhin gewonnen.

Außerdem mache ich die nächsten Wochen einen Fahrkurs. „Defensive Driving“, um mein Unfallrisiko zu minimieren. Die Idee ging von Neil aus, und die Schule finanziert auch den ganzen Spaß. Schaden tut es sicher nicht!

Heute war ich dann in Christchurch, wo ich jemand einen Glückstag beschert habe. Ich hatte nämlich 2 Freikarten (von Neil) für das Rugby-Match im AMI Stadium (Canterbury vs Counties), die übrige Karte wollte aber keiner.

Bin ich also alleine nach Christchurch gefahren, wo ich mich natürlich verirrt habe, um nach einer Stunde Fahrt durch die Stadt dann direkt am besagten Stadion anzukommen (welch Zufall), wo keine 100m ein kostenfreier Parkplatz frei war. Parken war nämlich meine größte Sorge. Da ich noch 3 Stunden zum Spiel hatte, habe ich dann noch die Innenstadt Christchurchs erkundet (die 2km entfernt ist, aber etwas Spazieren schadet ja nicht).

Eigentlich eine ganz schöne Stadt, die ich bald nochmal besuchen werde, um die diversen Museen abzugrasen (ja, ich beknne, ich gehe sehr gern in Museen aller Art…), was mir heute aus Zeitmangel verwehrt blieb. War aber immerhin in der berühmten Christchurcher Kathedrale.

Was die übrige Freikarte betrifft: mir kam eine lustige Idee, die ich dann auch ausgeführt habe. Ich habe sie, mit der Aufschrift „Your lucky day today? Have fun!“, in der Toilette bei McDonalds in der Innenstadt hinterlassen. Da hat sich bestimmt jemand gefreut…

Und tatsächlich, als ich im AMI Stadium (36000 Kapazität) saß, um das Rugby-Match über mich ergehen zu lassen, saß neben mir jemand (der die Karte gefunden hatte, war nämlich diejenige Platznummer). Ich habe mich jedoch nicht zu erkennen gegeben, soll der denken, was er will.

Rugby ist eigentlich eine ganz spannende Sache, wenn man sie erst einmal verstanden hat. Die Stimmung im Stadion war aber nicht so toll (waren aber auch nur ungefähr 20000 Leute da), da hätte ich mir mehr erwartet. Das Spiel ging übrigens 39 : 19 für Canterbury aus, war also etwas einseitig. Jetzt habe ich also auch mal ein Rugbymatch gesehen, das stand ja auf meiner To-do-Liste hier.

Soviel dazu, ist ja wieder genau soviel geworden, wie sonst auch. Ich hoffe, ihr kommt noch mit dem Lesen nach 😀