Zukunft und Gegenwart

Das ging schneller als gedacht. Schavan ist schon keine Bildungsministerin mehr. Schneller als gedacht neigt sich auch mein drittes Semester schon entgegnen. Morgen steht die erste Klausur an – Haushalt und Finanzen – in 10 Tagen bereits die letzte überhaupt in Konstanz (sofern ich sie denn alle bestehen sollte).

Schließlich neigt sich auch meine Zeit hier dem Ende entgegen – zumindest vorerst. In nicht ganz 3 Wochen verlasse ich Konstanz gen Herford, um nich noch eine Woche auszuruhen und meine Hausarbeit zu schreiben. Nach 3 Tagen bei der European Students for Liberty Conference in Leuven (Belgien) fliege ich dann nach Wien und beginne unmittelbar mein Praktikum, auf das ich mich schon riesig freue. 3 Monate in einer unvergleichbaren Institution, die an sich so ziemlich im Gegensatz zu der größeren Umgebung steht, wo ich in Berlin ab Juni weitere 3 Monate Praktikum machen werde. Beides wird sehr spannend – aber ich möchte nicht zuviel verraten…

Unmittelbar nach der Bundestagswahl am 22. September, auf die mein zweites Praktikum hinausläuft und mir daher entweder große Freude oder großen Frust bringen wird, fliege ich dann schon weiter nach Madrid. Ein Erasmus-Semester an der Universidad Complutense de Madrid – meine Wunsch-Uni.

Es wird im Laufe des Jahres also wieder einige Bilder zu bewundern geben. Gleichwohl nicht nur aus Spanien: in Wien und um Wien herum gibt es allerlei zu sehen, von geplanten Wochenendausflügen nach Budapest, Bratislava, Maribor und Brünn ganz zu schweigen. Einen Freund in Warschau wollte ich auch besuchen. Langweilig wird dieses Jahr also keinesfalls.

Vor allem wird es ein Jahr im Dienste der Freiheit. Während der Praktika und darüber hinaus. Mit der erfolgreichen Gründung des Hayek Club Konstanz fing es bereits an. Viel anderes wird noch folgen. Neben der schon erwähnten ESFL-Konferenz in Leuven freue ich mich schon sehr auf die Hayek-Tage Ende Juni in Göttingen und viele weitere Seminare.

Doch das Scheiden aus Konstanz tut auch weh. Schon ein schönes Fleckchen Erde hier, das ich missen werde. Gut, dass ich im Spätwinter scheide – da ist es mehr auszuhalten als wenn ich im Bodensee baden könnte. Schade ist auch, dass ich intelektuell sehr bereichernde Besuche im Schweizer Modelhof nicht mehr wahrnehmen kann und natürlich den Hayek-Club nur noch aus der Ferne begleiten kann. Schade, sind natürlich auch noch viele andere Sachen!

Doch ich komme ja wieder – und habe dann noch ein Semester Zeit das zu machen, was viel zu kurz gekommen ist: die Bodenseeregion so richtig zu entdecken. Dabei habe ich eigentlich shcon sehr viel gesehen – aber meine Neugier klingt selten ab. Zeit habe ich dann genug: zu schreiben ist nur noch eine Bachelorarbeit dann.

Aber ich möchte nicht allzu sehr in die positive Zukunft abschweifen und mich nun auf die nächsten 10 Tage mit 4 Klausuren konzentrieren. Haushalt und Finanzen, Grundlagen der VWL, Internationale Beziehungen und Europäische Integration sowie Policy-Analyse sind die Klausur-Veranstaltungen, die ich dieses Semester sehr nachlässig besucht habe. Mal schauen, wie sich das dann auswirkt. Danach steht dann nicht mehr stumpfes Lernen, sondern feinsinniges Schreiben im Mittelpunkt. Meine Hausarbeit wird sich um Jean-Jacques Rousseau drehen, dem ein paradoxer  Satz seines Buchs über den Gesellschaftsvertrag ziemlich zum Verhägnis geworden ist – der Zwang zur Freiheit. Ist Rousseau nun ein Totalitärer oder einfach nur mißverstanden? Die Debatte darüber währt jedenfalls schon ewig und scheint noch weiter fortgesetzt zu werden. Leser aus Anfangszeiten haben vielleicht den Essay gelesen, der sich rein argumentativ ohne Literatur mit Totalitarismus-Vorwürfen auseinandergesetzt und zu einem eindeutigen Ergebnis gekommen ist. Jetzt freue ich mich, dass Ganze noch deutlich zu vertiefen.

Erst kommen aber eben noch die Klausuren. Daher wende ich mich jetzt wieder der schrecklichen Umverteilung durch Länderfinanzausgleich und Co. zu und hoffe, dass es morgen gut laufen wird!

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