Bilder: Cadíz

Die Abwesenheit der letzten Tage lässt sich leicht durch meine spontane Anwesenheit in Berlin erklären, wo ich einem europapolitischen Think-Tank unter die Arme greife und mir die Stadt mal eigenverantwortlich anschaue. Heute stand z.B das Pergamon-Museum an, das wirklich großartige antike, vor allem vorderasiatische Ausstellungsstücke hat, wie den Pergamonaltar oder das Stadttor von Milet.

Antik wird es theoretisch auch bei der heutigen Bilderreihe: Cadíz ist die angeblich älteste große Stadt Europas – eine phönizische Gründung. Da auf einer engen Landzunge, die weit ins Meer herausragt, gelegen, dem beständig Land abgetrotzt wurde, wurde die Stadt immer wieder auf sich selbst errichtet. Antike Ruinen sind hier also Fehlanzeige.

Ganz in der Nähe allerdings – in den -Sümpfen des Donana-Nationalparks vermuten Forscher die sagenumwobene untergegangene Stadt Atlantis. Die bisherigen Befunde sprechen für sich, wie ich in einem Dokumentarfilm auf den Flug nach New York sah.

Cadíz mag nicht Atlantis sein, liegt aber am Atlantik und kann durchaus mit historischen Gebäuden aufwarten. So z.B die Kathedrale, deren Turm auch ich bestieg, eine ins Meer gebaute Burg  – bei Flut von Wasser umspült, bei Ebbe auf dem trockenen, eine kleine, aber feine Innenstadt mit netten Gässchen und letztlich schönste Strände am im Vergleich zum Mittelmeer recht warmen Atlantik.

Von der Neustadt sah ich nicht viel an knapp einem Tag, die Anfahrt durch sie zur Altstadt ist aber auch nett, sieht man doch links und rechts das Meer schimmern. Noch extremer ist dies auf der schmalen Landzunge zum Festland, wo nur Strand, Straße und Eisenbahn existiert.

Apropos Anfahrt: von Gibraltar kommend bot sich auf der Fahrt erst noch ein herrlicher Anblick zurück auf dessen Felsen und besonders auch auf die andere „Säule des Herakles“, dem Berg auf marokkanischer Seite über die Straße von Gibraltar hinweg.
An Tarifa vorbei, südlichster Punkt Festlandspaniens und Welthauptstadt des Kite-und Wind-Surfings den vielen Kites nach zu schließen, durch öde Landschaften, wo Kampfstiere gezüchtet werden und ein Windrad nach dem anderen steht. Das lohnt sich da auch – Solarzellen wären dort statt in Deutschland aber genauso angebracht.

Und um zum Abschluss noch auf die Rückfahrt zu kommen: die führte mich per Zug von Cadiz nach Sevilla. Das spanische Bahnunternehmen Renfe hat auch sehr moderne, pünktliche Züge, die mit Geschwindigkeiten von bis zu 400kmh durch die Gegend (meist nach Madrid) sausen. Meiner war nicht ganz so schnell, nichtsdestotrotz können sich die Deutschen hier mal eine Scheibe abschneiden!

Nun aber zu den vielen Eindrücken, die diese schöne Gegend geboten hat:

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