Pest und Cholera – die Wahl in den USA

Barack Obama und Mitt Romney kämpfen nächste Woche Dienstag um den Einzug ins Weiße Haus. Wer von ihnen gewinnt ist offen – gut für Amerika ist aber keiner der Kandidaten.

Die Wahl zwischen Pest und Cholera, die auch auf uns bei der nächsten Bundestagswahl zukommen wird, erregt seit Monaten die öffentliche Debatte. Wahnsinnige Geldbeträge werden in Kampagnen gesteckt, die nur der gegenseitigen Diffamierung dienen. Inhaltlich hingegen kommt wenig: kein Wunder, dass man auch gerne von Romnobama oder Obomney spricht – Pest und Cholera zusammen sind ein noch größeres Übel.

Auf der einen Seite steht Friedensnobelpreisträger Barack Obama, der diesen Preis noch weniger verdient hat als die Europäische Union. Ein hemmungsloser Kriegstreiber, der nicht nur Osama bin Laden, sondern auch Dutzende Unschuldiger in beinahe täglichen Drohnenangriffen beseitigt und die imperialistische Politik der Vereinigten Staaten nahtlos weiterführt. Guantanomo schloss er trotz vollmündigen Ankündigungen nicht. Warum ihn Bürgerrechtler immer noch lieben? Vielleicht wegen der Unterzeichnung des National Defense Authorization Act (NDAA), der es erlaubt, amerikanische Bürger und Ausländer rein auf Verdacht unbegrenzt zu inhaftieren? Oder vielleicht doch lieber die Einschränkung des Rechts auf Bewaffnung, für das ihn die europäischen „Bürgerrechtler“ lieben zu scheinen, die aber in elementarer Weise die letzten Schutzmechanismen der amerikanischen Bürger aushebeln.

Am Schlimmsten wiegt aber Barack Obamas in Deutschland weitgehend unbekannte Einstellung zur Abtreibungsfrage, die zweifellos ein hoch kontroverses Thema ist. Konsens besteht jedoch wohl insofern in der Frage, dass eine Abtreibung während der Geburt, bei der einem aus dem Mutterleib bereits halb entkommenen Kind mit einem Katheder das Gehirn ausgesaugt wird, um es zu ermorden, auf keine Zustimmung stoßen wird.

Im Internet gibt es dazu einige erschütternde Videos, die – mögen sie noch so christlich-ideologisch inspiriert sein – diese zum Glück mittlerweile auch in den USA verbotene Praxis zeigen. Vor knapp 9 Jahren in der Bush-Ära stimmte das Repräsentantenhaus mit 282 gegen 142 stimmen für das Gesetz dieser Praktik (Partial-Birth Abortion Ban  Act). Wenngleich einige Demokraten für das Gesetz stimmten, so erschreckt doch die immer noch hohe Mehrheit, die es nicht tat. Unter ihnen auch Barack Obama. der an anderer Stelle dies sogar noch verteidigte.

Auch ansonsten ist Obama ein wahrlicher „liberal“ amerikanischer Prägung, dem viele FDP-Liberale in nichts nachstehen, auch wenn man diese Strömung doch eher als Sozialdemokratie bezeichnen sollte.Wir wollen von wirtschaftlichen Liberalismus gar nicht sprechen. Aber wie schon angesprochen ist selbst seine gesellschaftspolitische Haltung nicht gerade bürgerfreundlich, z.B in Fragen der Drogen- und Einwanderungspolitik

Amerikas Wirtschaft liegt am Boden und nun zieht auch noch ein Jahrhundertsturm hinauf. Verschlingt ihn Sandys Auge oder wird er, ähnlich Gerhard Schröder beim Elb-Hochwasser 2002, diese Katastrophe ausnutzen können? An dieser Stelle sei gewünscht, dass sich die Schäden an der Ostküste der USA und in New York – wo ich vor 4 Wochen ja noch selbst weilte (Bilder kommen vielleicht noch) – in Grenzen halten und möglichst wenige Menschen umkommen.

Von der Pest nun zur Cholera. Mitt Romney ist Mormone – und das Hassobjekt deutscher Medien, die sich seit Monaten täglich über ihn und sein Programm auslassen. Sicherlich ist Romney kein Engel – ganz im Gegenteil – aber eine etwas differenziertere Berichterstattung würde schon nicht schaden.

Warum ich das Mormorentum erwähnte? Nun, was tut es zur Sache, welcher Religion jemand angehört, sofern er die Rechte seiner Mitmenschen achtet? Statt die „Heiligen der letzten Tage“ zu verteufeln – ein Eintritt und Austritt ist im Gegensatz zum Staat immer freiwillig möglich – sollte man vielleicht auch die beachtenswerte Mentalität von Mitgliedern dieser Religionsgemeinschaft herausstellen, die spießig wirken mag, sie aber zu rechtschaffenen Bürgern macht, die viel zum Wohlstand Amerikas beigetragen haben.

Das zeigt sich nicht zuletzt  in Mitt Romneys persönlichem Werdegang, dessen Kritik mir mittlerweile nur noch ein müdes Lächeln erlauben kann. Zumindest in Deutschland herrscht ja zunehmed eine Mentalität vor, die Unternehmer zu ausbeuterischen Unmenschen deklariert, um sie selbst um so härter ausbeuten zu können.

Romneys wirtschaftspolitische Positonen können sich daher grundsätzlich sehen lassen, auch wenn eine bemerkenswerte Unschärfe und ein noch grenzenloser Opportunismus es unmöglich machen zu sagen, was letztlich dabei rauskommt. Letztlich darf seine angebliche Politik der Steuerentlastungen nicht darüber hinwegtäuschen, dass er im Kern ein Sozialist ist – nur nicht ganz so extrem wie Obama. Das staatliche Scheingeldmonopol will er unangetastet lassen, als Gouvernor führte er eine staatliche Zwangsversicherung ein und wird daher auch an ObamaCare nicht viel ändern. Grundsätzlich wird seine Wahl der schwer angeschlagenen Wirtschaft Amerikas aber zumindest kurzfristig Aufwind geben.

Seine gesellschaftspolitischen Positionen verdienen eine gemischte Betrachtung. Während er in klassisch republikanischen Positionen wie dem Waffenrechtnoch einigermaßen liberal ist (wenn auch nur bedingt), scheint er in vielen anderen Punkten dem Nanny-Staat Obamas anzuhängen und geht mit Forderungen nach Todesstrafe und etlich weiteren einschränkenden Verboten, die nicht Angelegenheiten des Staates sein sollten, weit darüber hinaus. Das Image eines Homosexuellen-Hassers, der die USA hermetisch gegen Einwanderer abriegeln will , ist hingegen falsch. Hier hat er vergleichsweise moderate Ansichten.

Seine außenpolitischen Positionen zeigen jedoch, warum Mitt Romney unwählbar ist. Eigentlich sollte er als ökonomisch gebildeter Mensch ja wissen, dass Interventionen immer schädlich sind. Unter seine Ägide jedenfalls werden wir uns noch auf zumindest einen Krieg mit dem Iran freuen können. Auch ansonsten wird er außenpolitisch deutlich agressiver agieren als Obama, der im Vergleich noch ein echter Friedensengel ist. Zumindest für Europa hat seine Wahl aber auch Positives: während Obama sich auf dem Pazifisch-Asiatischen Raum konzentrierte, ist Romney Europa und der NATO tief verbunden. Ob jedoch eine Abneigung gegenüber China so gut ist, ist die andere Frage.

Jedenfalls zeigt sich bei ihm ebenso wie bei Obama, dass ich ihn als nichts als Cholera betrachten kann. Und nun?
Zum Glück haben die Amerikaner Alternativen – zumindest auf dem Papier. Da ist zum einen Jill Stein, eine Grüntotalitäre , die 50 Millionen Arbeitsplätze – staatsfinanziert – schaffen möchte – ein „Green New Deal“. Dann doch lieber Obama…

Immerhin gibt es noch Gary Johnson, der meine vollste Sympathie geniesst. Er geht für die drittgrößte Partei der USA – die Libertarian Party – ins Rennen und könnte, wenngleich er keine Aussichten auf einen Erfolg hat, da er systematisch totgeschwiegen wird, doch das Zünglein an der Waage spielen. In Staaten wie New Mexico, wo er langjähriger, äußerst erfolgreicher Gouvernor wär, werden ihm gar Möglichkeiten bis 30% zugeschrieben. Insgesamt dürfte ein Wahlergebnis von 5% bis 10% realistisch sein – mit Stimmen von Obama- wie Romney-Wählern wie auch vielen, die es schon seit Jahren nicht mehr mit dem unsäglichen Mehrheitswahlsystem Amerikas mit zwei nur marginal unterschiedlichen Parteien aushalten.

Denn die freiheitliche Bewegung wächst – nicht nur in Amerika. Gary Johnson kann auf die Stimmen der meist jungenRon Paul Supporter hoffen – sofern diese nicht ihr Idol kurzerhand selbst auf den Stimmzettel schreiben (oder besser gesagt in den Wahlautomaten tippen). Nicht zuletzt natürlich, weil er Drogen legalisieren möchte.

Über Gary Johnson möchte ich an dieser Stelle keine weiteren Worte verlieren um ihn nicht mit dem schlechtem Image von Pest und Cholera besudeln. Ich werde ihm in den nächsten Tagen noch einen ausführlichen eigenen Artikel widmen. Bis dahin hoffe ich, dass zumindest der Mythos Obama etwas entzaubert wurde. Ich wünsche keinem Amerikaner einen dieser Präsidenten. Aber – ganz eogistisch – wäre mir Mitt Romney lieber – wegen des Lustgewinns am Aufschrei deutscher Medien!

Hausarbeit: Tocqueville und die Tyrannei der Mehrheit

Um meine Desillusionierung in die Schranken zu weisen, lassen wir lieber Illusionen sprechen. Ich veröffentliche hiermit meine Hausarbeit über die zwei Typen der Tyrannei der Mehrheit, die Alexis de Tocqueville in seinem Buch „Demokratie in Amerika“ 1835 bzw. 1840 beschrieb – die heute jedoch aktueller denn je sind.

Einerseits ist damit die numerische Tyrannei der Mehrheit gemeint – vereinfacht gesagt, dass 51% über die restlichen 49% entscheiden. Dass diese numerische Tyrannei jedoch wenig stichhaltig ist, zeigt meine Hausarbeit.

Viel gefährlicher hingegen ist die Tyrannei der Mehrheit über das Denken. Die Gleichschaltung einer immer konformistischeren Gesellschaft können wir ja bereits heutzutage wunderbar beobachten. Wir glauben frei zu sein, und sind doch nur geknechtete Wesen. Zum Glück ist dieser Prozess, so lange er auch noch andauern mag, nicht dauerhaft. Es wird immer Individuuen geben, die sich vorherrschenden Paradigmen widersetzen – mit gutem Recht. Letztlich setzen diese sich also durch (und der ganze Kreislauf beginnt, wenn die Lehren nicht gezogen wurden) wieder von vorn, oder die Tyrannei kann nicht mehr als Tyrannei bezeichnet werden, weil alle Menschen gleich denken und handeln und daher keiner mehr de facto tyrannisiert werden kann.

Dies nur ein paar Auszüge von Schlussfolgerungen meiner sehr zitatlastigen Hausarbeit im Vertiefungsseminar zur Postdemokratie, mit deren Benotung ich bestens leben konnte. Vielleicht fühlt sich ja jemand inspiriert…

Zu schade ist es jedenfalls, die ganze Arbeit, die peu a peu während meines Sprachaufenthaltens in Spanien entstand, verstauben zu lassen. Daher ein Gruß an die Nachwelt. Es mag nur aus Desillusionierung gespeiste Illusion sein, doch glaube ich daran, dass Ideen die Welt verändern können, wenn sie verbreitet werden. Diesen Prozess werde ich desillusionierter Idealist nun hier aufnehmen,

Erst einmal aber viel Spaß beim Lesen – ist nicht ganz so einfach zu lesen 😉

Hausarbeit_Tocqueville_CH

Hayek-Club in Konstanz

Heute möchte ich auf meine aktuelle Initiative hinweisen. Interessierte Leser sind herzlich eingeladen, sich mit mir in Verbindung zu setzen. Natürlich auch, wenn sie bisher garnichts mit liberalen Ideen am Hut hatten und gerne mehr erfahren möchten…

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Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Freiheit,

ich möchte Sie auf den gerade in Gründung befindlichen Hayek-Club in Konstanz aufmerksam machen. Als regionaler Club der Hayek-Gesellschaft (www.hayek.de), von denen es mittlerweile über 40 in ganz Deutschland gibt, wollen wir einen Anlaufpunkt für all jene bieten, die sich fern von Parteipolitik zum Zwecke der Verbreitung klassisch liberaler Ideen engagieren möchten oder auch einfach nur interessiert sind, an unseren Veranstaltungen teilzunehmen.

Benannt nach dem Wirtschaftsnobelpreisträger Friedrich August von Hayek beschäftigen wir uns mit der ganzen Breite liberalen Denkens – sowohl ökonomisch als auch gesellschaftspolitisch. Uns liegen liberale Ideen und ihre Verbreitung im Raum Konstanz und der nahen Schweiz am Herzen, keine konkreten Policies. Ob die liberale Ideengeschichte, die Österreichische Schule der Nationalökonomie oder vieles mehr – wir wollen Aufklärung leisten in einer Welt, wo liberale Ideen bis ins Gegensätzliche verfälscht werden.
Wir veranstalten zu diesem Zwecke Vortragsabende mit hochkarätigen Rednern, Lesekreise über liberale Autoren  Diskussionsrunden unter Gleichgesinnten und andere Aktivitäten.

Am 29. November begrüßen wir Prof. Gerd Habermann, Initiator der Hayek-Gesellschaft, hier an seinem Promotionsort in Konstanz, um unsere Gründung offiziell zu feiern. Bis dahin fehlen jedoch noch engagierte Leute, die sich vorstellen können, aktiv bei der Etablierung des Hayek-Clubs in Konstanz mitzuwirken oder uns finanziell zu unterstützen.
Als Student der Politik- und Verwaltungswissenschaften im 3. Semester freue ich mich über jede Mitwirkung!

Ob Sie sich aktiv einbringen möchten oder einfach nur auf dem Laufenden bezüglich Veranstaltungen bleiben wollen:

Melden Sie sich bei: hayekclubkonstanz@gmx.de
Informieren Sie sich auf: www.hayekclubkonstanz.wordpress.com
Folgen Sie uns auf Facebook: https://www.facebook.com/HayekClubKonstanz?ref=hl

Ich freue mich sehr auf ihre Nachrichten und stehe für Rückfragen jederzeit zur Verfügung!

Mit freundlichen Grüßen
Christoph Heuermann

Bilder: Marokko

Kein Text außer einen Satz, nur Bilder:

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Bilder: Ronda

Wir sagen nun Spanien Auf Wiedersehen – und ich sage gleiches zu Herford. Morgen geht es nämlich nach Konstanz zurück – und ein sehr spannendes neues Semester beginnt – naja, die Spannung bezieht sich eher auf außeruniversitäres…

Mit Ronda haben wir aber noch einen schönen Ort zum Abschied: gelegen auf einem Felsplateau, das von einer tiefen Schlucht getrennt wird, liegt diese Stadt zwischen Sevilla und Malaga auf der Route der weißen Dörfer. Weiß ist auch das Stadtbild Rondas, das neben vielen schönen Bauten vor allem eine beeindruckende Stierkampfarena, die älteste Spaniens, vorweisen kann. Die genannte Schlucht überquert eine monumentale Brücke, von der aus man – aber nicht nur von dort – die andalusische Landschaft voller Hügel und Sträucher bewundern kann.  Mehr sei auch nicht mehr gesagt.

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Bilder: Malaga

Schließen wir nun Spanien – nach schönen Tagen in Berlin und einem intellektuell sehr anregenden Seminar über Erkenntnistheorie und sozialwissenschaftliche Methodik (Menger, Weber, Mises, Popper) samt vieler beeindruckender Individuuen – fast  ab. Heute Malaga, morgen Ronda – fehlt noch Marokko und New York. Dann gibt es wieder Inhalte!

Malaga hat den weitaus größten Flughafen Südspaniens, dies seinem touristischen Wert zuzuschreiben ist jedoch verfehlt. Mit einem sehr mondänen Hafen und vielen „Schicki-Micki“-Restaurant, Bars und Clubs trifft es nicht unbedingt mein Geschmack, ist aber ein Paradies für Party-Urlauber, die neben einer halben Stunde Kultur fürs Gewissen lieber den feinen Sandstrand Malagas belagern. Mit einer großen Kathedrale,alten Burgruinen, einenKunstmuseum mit vielen Originalen von Pablo Picasso und einigem mehr kann jedoch auch auch der Kulturbanause durchaus einiges mitnehmen.

Ein knapper Tag reicht dazu aber fast aus. Mein letzter Abend dort in Spanien wurde eingeleitet durch eine Schiffahrt vor der Küste bei Sonnenuntergang und setzte sich dann mit einer Kneipentour samt anschließenden Club-Besuch fort – angeblich der Angesagteste Malagas namens Sala Gold. War auch ganz nett, persönlich fand ich aber Sevilla deutlich besser.

Am anderen Tag machte ich dann noch in Kultur, ehe ich von dortigen Flughafen zurück nach Deutschland flog. Wie Malaga so aussieht, kann man jetzt betrachten.

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Bilder: Sevilla

Um das ganze bald mal abzuschließen hier jetzt noch ein Einblick aus Sevilla, wo ich sogar 2 Nächte verbrachte. Nach Granada die spanische Stadt, die mir bisher am besten gefallen hat. Was nicht zuletzt am aufregenden Nachtleben in Freiluftdiskotheken lag.

Aber auch sonst hat Sevilla viel zu bieten. Monumentale Bauten wie die Kathedrale, Paläste, die größte Holzkonstruktion der Welt, die nach ihrer Form gerne „Mushroom“ benannt werden, das Gelände der Weltausstellung 1992, zahlreiche Kirchen und viel mehr. Durchflossen vom doch recht breiten Rio Guadalquivir, über den sich einige Brücken spannen, und auf dem ich eine kleine Flussschiffahrt machte. An dieser Stelle sei auch ausnahmsweise auf mein Hostel verwiesen: das Travelers Inn Sevilla ist wirklich sehr zu empfehlen. Nur die Decken sind etwas niedrig 😉

Mehr erzählen jetzt die Bilder.

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Bilder: Cadíz

Die Abwesenheit der letzten Tage lässt sich leicht durch meine spontane Anwesenheit in Berlin erklären, wo ich einem europapolitischen Think-Tank unter die Arme greife und mir die Stadt mal eigenverantwortlich anschaue. Heute stand z.B das Pergamon-Museum an, das wirklich großartige antike, vor allem vorderasiatische Ausstellungsstücke hat, wie den Pergamonaltar oder das Stadttor von Milet.

Antik wird es theoretisch auch bei der heutigen Bilderreihe: Cadíz ist die angeblich älteste große Stadt Europas – eine phönizische Gründung. Da auf einer engen Landzunge, die weit ins Meer herausragt, gelegen, dem beständig Land abgetrotzt wurde, wurde die Stadt immer wieder auf sich selbst errichtet. Antike Ruinen sind hier also Fehlanzeige.

Ganz in der Nähe allerdings – in den -Sümpfen des Donana-Nationalparks vermuten Forscher die sagenumwobene untergegangene Stadt Atlantis. Die bisherigen Befunde sprechen für sich, wie ich in einem Dokumentarfilm auf den Flug nach New York sah.

Cadíz mag nicht Atlantis sein, liegt aber am Atlantik und kann durchaus mit historischen Gebäuden aufwarten. So z.B die Kathedrale, deren Turm auch ich bestieg, eine ins Meer gebaute Burg  – bei Flut von Wasser umspült, bei Ebbe auf dem trockenen, eine kleine, aber feine Innenstadt mit netten Gässchen und letztlich schönste Strände am im Vergleich zum Mittelmeer recht warmen Atlantik.

Von der Neustadt sah ich nicht viel an knapp einem Tag, die Anfahrt durch sie zur Altstadt ist aber auch nett, sieht man doch links und rechts das Meer schimmern. Noch extremer ist dies auf der schmalen Landzunge zum Festland, wo nur Strand, Straße und Eisenbahn existiert.

Apropos Anfahrt: von Gibraltar kommend bot sich auf der Fahrt erst noch ein herrlicher Anblick zurück auf dessen Felsen und besonders auch auf die andere „Säule des Herakles“, dem Berg auf marokkanischer Seite über die Straße von Gibraltar hinweg.
An Tarifa vorbei, südlichster Punkt Festlandspaniens und Welthauptstadt des Kite-und Wind-Surfings den vielen Kites nach zu schließen, durch öde Landschaften, wo Kampfstiere gezüchtet werden und ein Windrad nach dem anderen steht. Das lohnt sich da auch – Solarzellen wären dort statt in Deutschland aber genauso angebracht.

Und um zum Abschluss noch auf die Rückfahrt zu kommen: die führte mich per Zug von Cadiz nach Sevilla. Das spanische Bahnunternehmen Renfe hat auch sehr moderne, pünktliche Züge, die mit Geschwindigkeiten von bis zu 400kmh durch die Gegend (meist nach Madrid) sausen. Meiner war nicht ganz so schnell, nichtsdestotrotz können sich die Deutschen hier mal eine Scheibe abschneiden!

Nun aber zu den vielen Eindrücken, die diese schöne Gegend geboten hat:

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Bilder: Gibraltar (& Affen)

Springen wir nun schon zu Gibraltar, da Marokko bis zum Schluss warten muss. Ich will nicht viel erzählen, aber folgendes: mein Tag dort fiel zufällig auf den Nationalfeiertag der dortigen Bewohner, der fanatisch gefeiert wird.“Nie wieder Spanien“ steht auf vielen T-Shirts, sämtliche Bewohner Gibraltars sind rot-weiß gekleidet und man sieht ihnen ihren Stolz so richtig an. Da wurde mir richtig warm ums Herz. Jede Nation, insbesondere die kleinsten der kleinen, haben ein Recht auf Selbstbestimmung!

Fast alle waren auf einem zentralen Platz versammelt oder strebten dorthin, dementsprechend ausgestorben war die Stadt, von der ich nicht sonderlich viel sah. Die Seilbahn auf den Felsen von Gibraltar war entgegen meiner Bedenken glücklicherweise geöffnet, sodass ich schon bald oben die atemberaubenden Blicke bis nach Afrika geniessen konnte. Auch ich wurde angeblickt. Von der einzigen Population von Affen in Europa, die hier auf dem Felsen von Gibraltar, einst von Mauren eingeführt, leben und sich seitdem prächtig vermehrt haben. Ich muss sagen: hier wäre ich auch gern Affe! Und ich habe gemerkt: Affen sind uns doch so ähnlich…

Ich erkundete den Felsen zu Fuß, was eine ganz schön anstrengende Sache mit steilen An- und Abstiegen ist, besuchte eine große Höhle mit Konzertsaal innendrin, stieg schwindelerregende Treppen ins Ungewisse hinab, die wohl sehr selten benutzt werden (und kehrte nach einer Viertelstunde um, da ich nicht wusste wohin und ich nichts zu Trinken mit hatte), genoss die Aussicht und die Affen, besichtigte eine maurische Burg und Gänge innerhalb des Felsens (der ganze Felsen ist von Dutzenden Kilometern Tunneln durchhöhlt) und bahnte mir langsam meinen Weg zu Fuß abwärts den Felsen – auf gut ausgebauten, wenngleich engen Straßen, auf denen man bis zum Gipfel hochfahren könnte und einer ziemlich langen steilen Treppe, um den Weg etwas abzukürzen.

Später, als ich mit meinem Hab und Gut wieder nach Spanien über die Grenze marschieren wollte, musste ich erst noch die Landebahn des Flughafens passieren. Die trennt nämlich die ganze Halbinsel komplett ab – zum Glück kam grad keine Maschine. So bekam ich doch noch meinen Bus in der spanischen Nachbarstadt La Linea de la Concepcion..

Jetzt aber zu den vielen Bildern von Gibraltar,das ich aufgrund fehlender Zeit garnicht so erkunden konnte wie geplant. Aber ein andermal!

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Bilder: Almeria

Weiter geht es mit meinem letzten Wochenendsausflug aus Granada – ein Sonntagsausflug in die Mittelmeerstadt Almería. Allzu viel gibt es nicht zu berichten: zuerst eine Hafenbesichtigung, auf eine Besichtigung der Stadt mit der sehenswerten alten Burg (Alcazabar), der Kathedrale und einem grade in Renovierung befindlichen  Rathaus ging es dann auch schon Richtung Strandpromenade, die ich etliche Kilometer nach Osten lief, bis der Strand einen aprupten Knick machte und man in der Ferne gut die wiederbeginnende Felsküste des Cabo de Gata sehen konnte.

Aufgrund schlechtem Wetter, auch wenn es nicht regnete, war aber an ein Bad im kalten Mittelmeer nicht zu denken. So vertrieb man sich anders seine Zeit.

Sonderlich sehenswert ist Almeria gleichwohl nicht. Im Vergleich zu Granada kann die etwas kleinere Stadt (ca. 190000 Einwohner)  jedenfalls nicht mithalten. Da ist die schroffe Umgebung schon fast empfehlenswerter: so fuhr unser Bus vorbei an der Sierra Nevada und durch Ausläufer der einzigen wirklichen Wüste Europas – der Tabernas-Wüste – wo mit Vorliebe spanische Western, aber auch viele andere Filme gedreht wurden und werden. Wenngleich ich nicht viel davon sah, hatte man durch die Ausläufer bereits einen Vorgeschmack.

Da verwundert es einen auch fast, dass es in der Gegend eine große Zahl an Gewächshäusern gibt. Aufgrund der vielen Plastikplanen wird die Küste um Almería auch gerne Plastikküste genannt. Strandurlaub würde ich hier auch nicht unbedingt machen wollen – ganz ohne Plastik. Für einen Tag war es aber mal eine nette Erfahrung.

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