Bilder: Cordoba

Nachdem wir bereits Granada gebührend betrachtet haben, wenden wir uns nun einer anderen maurisch geprägten Stadt zu – Cordoba. Heute mit ca. 325.000 Einwohnern leicht größer als Granada war sie einst im Mittelalter die größte Stadt der Welt mit damals fast einer Million Einwohnern, Sitz des Kalifats von Cordoba, das quasi den gesamten Mittelmeerraum kontrollierte.

Cordoba gilt als Paradebeispiel für ein friedliches Zusammenleben der Religionen Islam, Christentum und Judentum, was jedoch immer wieder angezweifelt wird. Fakt ist jedoch, dass in dieser Zeit großartige wissenschaftliche Fortschritte in dieser Stadt erreicht wurden, die im finsteren Mittelalter des übrigen Europas nicht denkbar gewesen wären. Zu gut sah man hier, was Diversität und Toleranz bewirken kann.

Bereits 1236 – 236 Jahre vor Granada von den Spaniern zurückerobert, konnte sich dies aber nie ganz entfalten. Die damals größte Moschee der islamischen Welt wurde in eine Kathedrale umgewandelt. die trotz Zerstörung großer Teile der Stadt im Spanischen Unabhängigkeitskrieg von 1808 bis heute überdauerte und auch von mir besucht wurde. Ebenfalls kann man das Alter der Stadt an seinen römischen Ruinen sehen und die älteste Synagoge Spaniens besuchen.

Cordoba liegt in einer fruchtbaren Talsenke, durchflossen vom großen Fluss Guadalquivir, der hier jedoch nicht mehr ganz so breit ist wie noch in Sevilla. Das, was ich auf den ersten Blick als Wüste außerhalb der Stadt zu erkennen glaubte, waren denn letztlich nur kurz gemähte Getreidefelder.

Die Stadt ist auf jeden Fall einen Besuch wert – Granada gefällt mir jedoch besser. Um vor den Bildern noch eine Anekdote loszuwerden:
Cordoba ist bekannt für seine „Patios“ – Innenhöfe, deren Wände vollständig von Blumen geschmückt sind. Die cordobaensischen Wohnungen gruppieren sich meist mit vielen Familien um diesen Innenhof, in dem auch alle Fenster gehen, währemd die Außenseiten komplett zugemauert sind. Das hält die Häuser einigermaßen kühl und der Innenhof ist ein beliebter Aufenthaltsort im Sommer. Durch eine bestimmte Terassenstruktur kann man ihn unter Wasser setzen, ohne das einem die Füsse nass werden.

Jedenfalls besichtigten wir einen Innenhof, als eine -wie uns gesagt wurde – 99-jährige Dame neugierig aus ihrer Wohnung kam, über den Innenhof an uns vorbeitorkelte und ganz humorvoll auf sich zeigend „borracha“ sagte  – „betrunken“ in deutscher Sprache, Die Spanie können einer gewissen Selbstironie nicht entbehren…

Was ich sonst noch sah, wird vielleicht noch in den Bildern deutlich. Eine Sache vielleicht noch: den Reichtum Andalusiens an Olivenbäumen wurde mir erst bei der Fahrt nach Cordoba so wirklich bewusst. Auch dies könnt ihr nun neben den städtebaulichen Aspekten Cordobas geniessen!

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