Bilder: Las Alpujarras/Trevélez

Heute die Bilder aus der Region Alpujarras. Dies ist ein sehr gebirgiger Landstrich südlich bzw. noch Teil der Sierra Nevada, deren höchster Berg Mulhacen sich auf 3483m Höhe erstreckt. Steile Täler und kleine, weiß getünchte Orte, die sich an die Hänge schmiegen – das ist das typische Bild. Wegen seiner Unzugänglichkeit war die Region das letzte Rückzugsgebiet der Mauren in Spanien, nachdem sie 1492 aus dem nahen Granada vertrieben wurden.

Erst in letzter Zeit wirklich erschlossen ist die Regio nun ein beliebtes Ziel für Tagestouristen und Wanderer, die die eigenwillige Schönheit der Region geniessen wollen. Auch ich machte mich per Bus von Granada auf den Weg – Ziel war der Ort Trevélez, eines der höchstgelegenen Dörfer Spaniens am Fuße des Mulhacens.

Für die knapp 100km Straße – Luftlinie wäre es etwa nur die Hälfte – benötigt der Bus mit Zwischenstopps in anderen Bergdörfern aber satte 3 1/2 Stunden, in der man – sofern man auf der richtigen Seite sitzt – aber ein schöne Aussicht hat und einen Blick in schwindelerregende Tiefen werfen kann, an der sich der große Bus in Dutzenden von Serptentinen geradeso entlangwindet.

Treveléz selbst ist ein beliebter Ausgangspunkt von Wanderungen und Stadt des nach ihr benannten Treveléz-Schinken, eine Art luftgetrockneter Serrano-Schinken, der von Dutzenden Betrieben in diesem Dorf verarbeitet wird. Auch ich nahm mir das Vergnügen, diesen schmackhaften, recht dicken, festen Schinken zu probieren und wurde nicht enttäuscht.

Ansonsten schlenderte ich ein wenig durch die engen Gassen, sah mir die Schinkenschlachtereien an und genoss die Aussicht, dabei etliche Höhenmeter überwindend – der obere Teil des Dorfes (nur knapp 1000 Einwohner) ist etwa 200m höher als der untere. An wirkliches Wandern war aufgrund einer Fußverletzung nicht zu denken, weshalb die 3 Stunden Aufenthalt auch genug waren, ehe der Bus mich wieder nach Granada fuhr.

Jetzt ein paar Impressionen der Landschaft der Alpujarras – auf Unterschriften verzichte ich diesmal, auch wenn der Ort nicht immer Trevélez ist (nur die Fotos in der Mitte)…

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Bilder: Almunecar und Nerja

Nach einer Artikel-Stagnation in den letzten Wochen dürfte es in nächster Zeit wieder eine Inflation geben. Hoffen wir, dass es den Content nicht entwertet.

Die großen Reisen sind nämlich abgeschlossen, jetzt folgen noch zahlreiche weitere kleine.

Wer auf Bilder von New York wartet, den muss ich enttäuschen und auf ein paar Tage später vertrösten. Kommen tun die aber bestimmt.

Noch befinde ich mich ja bei meiner Spanien Reihe, die ich nun fortsetzen werde. Heute auf dem Programm stehen die beiden Orte Almunecar und Nerja, gelegen an der Costa Tropical bzw. Costa de Sol.

Almunecar liegt an an der Costa Tropical, der zur Provinz Granada gehörende Küstenabschnitt, der durch die Sierra Nevada von Nordwinden geschützt wird und daher ein tropisches Klima ermöglicht, in denen tropische Früchte gedeihen, die dort auch angebaut werden. Der Küstenabschnitt ist nicht recht groß, im Osten grenzt er an die Umgebung Almerias, im Westen an die Malagas.

So ist Nerja bereits der westlichste Ort der Costa del Sol, zur Provinz Malaga gehörend, anders aber als die anderen Strände in dieser Region noch sehr felsig und mit schönen Buchten.

Beide Städte sind natürlich touristisch – Nerja aber deutlich stilvoller. In Almunecar gab es lediglich einen breiten Kiesstrand, das Meerwasser ist lange Zeit sehr flach und die Stadt wird von Bettenburgsbetonklötzen dominiert, die immerhin von den Ruinen einer alten Burganlage überragt werden.

Deshalb führte mich mein Sonntagsausflug ein paar Stunden Baden und Sonnen später nach Nerja, welches mit seinen weißen Häusern un engen Gassen, geschmiegt an eine Steilküste, von schönen Buchten unterbrochen, deutlich mehr Flair aufweist. In Nerja ist der sogenannte „Balcon de Europa“ – eine Art Promenade und Aussichtsplattform an der Steilküste und zugleich Hauptplatz von Nerja mit einer Vielzahl an Restaurants, von der man an klaren Tagen bis Afrika sehen kann, zumindest aber die Panoramasicht Nerjas geniessen kann, das im Hinterland gleich von hohen Bergen umragt wird. Hin und wieder führen Treppen zu den kleinen Buchten hinab, in denen feinkörnige Strände winken, die sofort in schwimmgerecht tiefes Wasser mit ordentlichen, aber nicht zu hohen Wellengang hineinführen. Ein Haufen von Felsen lädt ein ins Meer zu springen oder bietet angenehmen Schatten. Auch von der sonst an der Costa del Sol angeblich herrschenden Quallenplage habe ich dort wenig mitbekommen.

Allerdings sollte man sich das Baden an beiden Stränden trotzdem zweimal überlegen. Grund sind auch keine Haie, sondern ganz einfach die Wassertemperatur, die mit etwa 17 Grad nicht gerade warm ist. Der Bodensee ist wärmer. Grund dafür ist die Nähe zur Straße von Gibraltar und der Austausch der Wassermassen des Atlantiks und des Mittelmeers. Aufgrund der Außentemperaturen von knapp 40 Grad in der Sonne war es aber eine willkommene Abkühlung.

Aber genug berichtet – ein paar Bilder sollten mehr aussagen als Tausend Worte. Nerja sollte man auf jeden Fall mal besuchen, wenn man gerade in Südspanien weilt, Almunecar kann man getrost auslassen!

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Bilder: Cordoba

Nachdem wir bereits Granada gebührend betrachtet haben, wenden wir uns nun einer anderen maurisch geprägten Stadt zu – Cordoba. Heute mit ca. 325.000 Einwohnern leicht größer als Granada war sie einst im Mittelalter die größte Stadt der Welt mit damals fast einer Million Einwohnern, Sitz des Kalifats von Cordoba, das quasi den gesamten Mittelmeerraum kontrollierte.

Cordoba gilt als Paradebeispiel für ein friedliches Zusammenleben der Religionen Islam, Christentum und Judentum, was jedoch immer wieder angezweifelt wird. Fakt ist jedoch, dass in dieser Zeit großartige wissenschaftliche Fortschritte in dieser Stadt erreicht wurden, die im finsteren Mittelalter des übrigen Europas nicht denkbar gewesen wären. Zu gut sah man hier, was Diversität und Toleranz bewirken kann.

Bereits 1236 – 236 Jahre vor Granada von den Spaniern zurückerobert, konnte sich dies aber nie ganz entfalten. Die damals größte Moschee der islamischen Welt wurde in eine Kathedrale umgewandelt. die trotz Zerstörung großer Teile der Stadt im Spanischen Unabhängigkeitskrieg von 1808 bis heute überdauerte und auch von mir besucht wurde. Ebenfalls kann man das Alter der Stadt an seinen römischen Ruinen sehen und die älteste Synagoge Spaniens besuchen.

Cordoba liegt in einer fruchtbaren Talsenke, durchflossen vom großen Fluss Guadalquivir, der hier jedoch nicht mehr ganz so breit ist wie noch in Sevilla. Das, was ich auf den ersten Blick als Wüste außerhalb der Stadt zu erkennen glaubte, waren denn letztlich nur kurz gemähte Getreidefelder.

Die Stadt ist auf jeden Fall einen Besuch wert – Granada gefällt mir jedoch besser. Um vor den Bildern noch eine Anekdote loszuwerden:
Cordoba ist bekannt für seine „Patios“ – Innenhöfe, deren Wände vollständig von Blumen geschmückt sind. Die cordobaensischen Wohnungen gruppieren sich meist mit vielen Familien um diesen Innenhof, in dem auch alle Fenster gehen, währemd die Außenseiten komplett zugemauert sind. Das hält die Häuser einigermaßen kühl und der Innenhof ist ein beliebter Aufenthaltsort im Sommer. Durch eine bestimmte Terassenstruktur kann man ihn unter Wasser setzen, ohne das einem die Füsse nass werden.

Jedenfalls besichtigten wir einen Innenhof, als eine -wie uns gesagt wurde – 99-jährige Dame neugierig aus ihrer Wohnung kam, über den Innenhof an uns vorbeitorkelte und ganz humorvoll auf sich zeigend „borracha“ sagte  – „betrunken“ in deutscher Sprache, Die Spanie können einer gewissen Selbstironie nicht entbehren…

Was ich sonst noch sah, wird vielleicht noch in den Bildern deutlich. Eine Sache vielleicht noch: den Reichtum Andalusiens an Olivenbäumen wurde mir erst bei der Fahrt nach Cordoba so wirklich bewusst. Auch dies könnt ihr nun neben den städtebaulichen Aspekten Cordobas geniessen!

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Bilder: Granada II – Alhambra und Generalife

Heute schauen wir  uns die Alhambra näher an. Das ist eine berühmte Burg, die sich auf dem Sabikah-Hügel von Granada erstreckt. Bis man erstmal dort ist, muss man also erst mal einen recht anstrengenden Aufstieg bewältigen. Mit Umrissen von etwa 740m x 220m ist die Alhambra im Inneren ein ausgezeichnetes Beispiel maurischer Kunst in Spanien. Seit 1984 Weltkulturerbe zieht sie von allen Monumenten die järlich meisten Besucher Spaniens an, obwohl die Zahl der Besichtigung täglich auf etwa 2000 beschränkt ist. Daher empfiehlt es sich, bereits einige Tage zuvor ein Ticket zu kaufen, das in zwei Zeiträumen, entweder zwischen 8 und 14, oder zwischen 14 und 20 Uhr gültig ist. So lange braucht man dann aber nicht – etwa 3 Stunden sollte man sich aber mindestens für einen Besuch einplanen und darauf achten, zum auf dem Ticket angegebenen Zeitpunkt beim Eingang des  „Palacio de Nacaries“ zu sein, der zweifellos das Highlight eines jeden Besuchs bildet.

Unmittelbar an die Alhambra grenzen die sehr schönen Gärten von Generalife, gekrönt von einem Sommerpalast, der ebenfalls seinen Besuch lohnt.

Granada, letzter verbliebener Rückzugsort der Mauren in Spanien, wurde 1492 von den katholischen Königen Ferdinand von Aragon und Isabella von Kastilien erobert, die ihrerseits in der granadinischen Kathedrale begraben liegen – wie gestern gezeigt. Die Alhambra nahm dabei jedoch nur unwesentlich Schaden – ein Glück für die Nachwelt.

Wer sich weiter informieren möchte – und das empfehle ich – der Wikipedia-Artikel ist recht umfangreich. Einfach mal die Suchmaschine seines Vertrauens benutzen und man wird von Infos nur so erschlagen.

Ich beschränke mich daher jetzt nur auf die Bilder, die in diesem Falle teilweise doch recht schön geworden sind. Viel Spaß!

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Bilder: Granada I

Es wird Zeit, viele Bilder über die Stadt zu zeigen, die für mich die Schönste Andalusiens ist – was vielleicht an der Aufenthaltsdauer in ihr liegt. Sevilla ist zwar ähnlich schön wie Granada, jedoch schwer vergleichbar, da deutlich größer. Granada hat jedoch einfach sein gewisses Flair. Auf 800m Höhe gelegen, umringt von Gebirge, darunter die Sierra Nevada, die schnell bis auf 3500m ansteigt, dehnt sich die Stadt – garnicht so klein – auf der Hochebene deutlich aus. Etwa 240000 Einwohner zählt die Stadt – davon sind 80000 Studenten, was der Stadt ein jugendliches Flair verleiht. Hinzu kommen noch einige Tausend Touristen – die Alhambra in Granada ist das meistbesuchteste Monument Spaniens.

Nachmittags – Siesta-Time – sind die Straßen wie ausgestorben, während nachts dichtes Gedränge herrscht. Granada ist die Stadt der Tapas – hier bekommt man noch zu jedem Getränk gratis Tapas dazu. Auch ist es Stadt des Flamenco – zwei Shows habe ich mir angeschaut.

Zwei besonders schöne Viertel hat Granada zu bieten. Das Albaicin, das maurische Stadtviertel mit weiß getünchten Häusern in Hanglage, sowie das angrenzende Zigeunerviertel Sacromonte mit seinen Wohnhöhlen. Aber auch der Rest der Stadt kann sich durchaus sehen lassen – und natürlich die Alhambra, die ich heute jedoch nur von außen zeigen werde. Ihr Inneres lohnt wahrlich ein eigener Artikel.

Granada wird auch von 2 Flüssen durchflossen – den Rio Darro und den Rio Genil – die im Sommer jedoch kaum Wasser führen. Nachts sind sie aber ein beliebter Ort für Dutzende von Fledermäusen.

Neben der Alhambra sind die wichtigsten Monumente wohl die sehr schöne Kathedrale, in der die Katholischen Könige – Isabel von Kastilien und Ferdinand von Aragon begtaben liegen -, die Cartuja. ein Kloster, dessen Bilder ich leider versehentlich gelöscht habe und noch viel, viel mehr.

Das alles kann man jetzt in den Bildern betrachten – die Unterschriften sagen, was Sache ist. Denn ich könnte noch Stunden weitererzählen. Gleichwohl die Bilder im Nachhinein betrachtet nicht sonderlich gelungen sind (dafür ist die Fotokamera auch zu schlecht), so wird doch vielleicht ein wenig der Reiz Granadas deutlich.

Viel Spaß!

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4 Wochen Spanien – ein Ausblick

Zurück in Deutschland. Das bedeutet, dass nach langer Pause jetzt eine wahre Artikel- und Bilderflut ansteht. Es könnte sich also wieder lohnen, mal öfters einen Blick auf diesen Blog zu werfen.

Knapp 2500 Fotos habe ich in 4 herrlichen Wochen in Spanien, in Andalusien,  gemacht – die besten werde ich nach und nach – chronologisch – teilen. Angefangen mit Granada im Allgemeinen und danach der Alhambra im Besonderen, werden danach jeweils Bilder aus Cordoba, Nerja und Almunecar, der Alpujarras-Region (Trevelez) und Almeria kommen, ehe es mit meiner Nach-Granada-Reise durch Marokko mit Tetouan, Tanger, Chef-Chaouen, Gibraltar, Cadiz, Sevilla, Ronda und Malaga weitergeht.

Unterbrochen wird das ganze aber bereits am Donnerstag: dann wird nämlich der 5. Kontinent besucht – fehlt nur noch die Antarktis dann. Ziel ist New York – 6 Tage Zeit um den Gran Manzana, wie die Spanier es sagen – zu erkunden.

Wissenswerte ueber Spanien werde ich immer mal wieder einbringen. Denn nicht nur aus Begriffen wie „Big Apple“ für NY wird „Gran Manzana“ im Spaninischen , sondern heisst z.B auch Meister Proper in der spanischen Werbung „Don Limpio“.

Falls die Bilder aus Spanien Mitte Oktober dann enden, kann es dann ja gleich mit denen aus New York weitergehen, ehe ich pünktlich zum Studienbeginn wieder in gewohnter Manier aus Konstanz berichten kann.

Viel Spaß beim Lesen und Schauen in den nächsten Tagen. Meine Kamera ist zwar schlecht, aber der ein oder andere gelungene Schnappschuss sollte dabei sein.

Tetouan und Tanger

Heute war ein langer Tag, der uns Marokko näher brachte. So besuchten wir Tetouan, eine der ältesten Städte Marokkos, und Tanger, welches mit ca. 1,5 Mio. Einwohner an der Grenze von Mittelmeer und Atlantik gelegen, ein eher jugendliches Flair hat.

Während mir gestern Abend Marokko im Laternenlicht auffällig modern schien, hat sich dieser Eindruck heute nicht weiter bestätigt. Unser Besuch in Tetouan ging los mit einem Besuch beim Geldwechsler. Hier kann man zwar fast ueberall mit Euro bezahlen, ein paar Dirham – so heisst de Währung – in der Tasche schaden aber auch nicht.

Danach ging es durch Tetouan, erst durch die neuere Stadt, vorbei am Königspalast, wo vor einigen Tagen noch der König von Marokko residierte und hinein in das mittelalterliche Stadtviertel Medina – ein Labyrinth an engen Gässchen, in dem man sich ohne Führer gewiss verlaufen hätte. Aber nicht nur ein Führer, sondern auch ein örtlicher Iman und zwei Undercover-Polizisten begleiteten uns. Ganz so sicher kann das also nicht gewesen sein. Bei der auffällig, nicht grade den marokannischen Sitten entsprechenden Kleidung mancher Teilnehmerinnen nicht verwunderlich (auch wenn der Islam hier nicht sonderlich streng praktiziert wird – Kopftuch ist schon eigentlich Standard). Dieses Labyrinth – die Medina – ist ein einzig großer Marktplatz und hat ein gewisses Flair, ist für Deutsche, die noch nicht in Drittweltländern waren, aber sicher eine interessante Erfahrung. Neben dem vielen Obst und Gemüse – Marokko ist nämlich, kaum zu glauben, komplett autark und importiert keine Nahrungsmittel – angenehm duftenden Gewuerzen und vielem anderen Zeugs lagen auch Haifische mit abgetrennten Flossen auf der Straße rum, waren Massen an Hühnern in enge Käfige gefercht und wurden frisch unter aller Augen geschlachtet und wurden Esel mit dem Tragen abnormaler Lasten gequält. Nichtsdestotrotz sehr interessant, sowas einmal gesehen zu haben. Wir besuchten einen Teppichhändler, der uns viele schöne Teppiche zeigte, und uns anzudrehen versuchte. Da konnte ich natuerlich nicht widerstehen. Der arabischen Kultur des Feilschens folgend handelte ich den Preis um 80€ runter und bin nun stolzer Besitzer eins kleinen, aber feinen marokkanischen Teppichs.

Mittags gab es typisch marokkanisches Essen in einem Restaurant – Gemüsesuppe, Couscous mit Hühnchen und dazu Fleischspiesse, Tee, Honigmelone und süßes Gebäck danach. Hat mir doch ganz gut geschmeckt. Begleitet wurde unser Essen von Trommelwirbel, Gitarrenspiel und einem Artisten, der Teelichter auf einem Tablett auf seinem Kopf balancierte.

Nach dem Essen strebten wir dann auch zu unserem Bus, verfolgt von aufdringlichen Straßenverkäufern, die einem mit rudimentärstem Englisch allerhand Zeugs andrehen wollen. Ueberhaupt ist es mit der Sprache ein wenig schwer hier in Marokko.

Französisch und Arabisch werden von den meisten gesprochen und verstanden, hier im Norden Marokkos auch noch oft Spanisch. Englisch hingegen ist eher weniger verbreitet. Auch wenn ich Französisch fast alles vergessen hatte und von meinem Arabischkurs auch nicht viel hängen blieb, so kann man sich hier doch durchschlagen. Alleine hätte ich aber Respekt in Marokko und würde es mir zweimal überlegen, wo ich hingehe und wie ich mich kleide – eine kollektive Reise ist zwar manchmal nervig, aber doch ganz gut in diesem Fall, beim ersten Mal in Nordafrika.

Von Tetouan fuhren wir 1 Stunde nach Tanger – vorbei an einer Landschaft, die – von wegen nur Wüste – deutlich grüner ist als Andalusien und durchzogen von hohen Bergen – Ausläufern des Atlas-Gebirges, das etwas weiter südlich bei Marrakesch ja bis in die 4500er in den Himmel ragt. Dort liegt dann auch entsprechend Schnee und die Gegend ist sehr fruchtbar. Die richtige Wüste, die Sahara, beginnt erst südlich des Atlas-Gebirges.

Tanger ist, wie schon geschrieben, eine große moderne Stadt mit langem Sandstrand, lässt aber seinen historischen Charakter vermissen. Nach einer kleinen Panoramafahrt durch die Stadt ging es für ein kleines Bakschischzum Kamel reiten. Hatte ich noch nie vorher gemacht – aber jetzt saß ich auch mal auf einem Kaml. Ist ganz nett – insbesondere wenn sich das Kamel aufrichtet bzw. hinsetzt. Festhalten empfohlen!Zur Erholung  wurden wir zu  einem schönen Cafe an der Atlantikküste gefahren, idyllisch neben einem Leuchtturm an einer Steilküste gelegen, umsäumt von einem Grün, das ich von Marokko nicht erwartet hatte. Eher was für die High-Society Marokkos, auf dem Parkplatz davor warteten Dutzende Händler auf zahlungsfreudige Kundschaft. Die Strände in der Umgebung luden durchaus zum Baden ein und wurden längst nicht nur von Ganzkörperbikini-Trägerinnen bevölkert. Auch wenn der Muezzin ständig ruft, so kriegt man sonst vom Islam hier wenig mit. Die Scharia gilt hier in Marokko auch nur um Familienrecht – der König als oberster Iman ist relativ tolerant verglichen mit anderen arabischen Staaten.

Später ging es noch in die Stadt Tanger, wo wir eine Stunde Aufenthalt zur freien Verfügung hatten, die wir in nur in einer Einkaufsstraße verbringen sollten. Aber das war etwas langweilig und so erkundete ich zusammen mit einer Tschechin noch ein wenig mehr. Man fühlt sich schon ein wenig fremd, ständig sind all die Blicke auf einen gerichtet, ständig wird man von Händlern angequatscht. Unangenehme Erfahrungen waren es aber noch nicht. Man fühlt sich jedenfalls nicht unsicher. Ueberall sind Polizisten, auch wenn die hier gerne mal ein Bakschisch wollen.

Viel mehr gibt es nicht zu berichten aus Tanger- eben waren wir hier nahe unserem Hotel noch in einem riesigen arabischen Supermarkt, in dem es wider Erwarten sogar Alkohol gab – und zwar in Massen zu in etwa deutschen Preisen. Verglichen mit der Kaufkraft der Marokkaner natürlich sehr teuer. Allerdings gibt es eine Extrakasse für Alkoholkäufe, die Käufer werden irgendwie registriert und müssen den Supermarkt durch die Hintertür verlassen. Auch ansonsten ist der Supermarkt interessant – nicht groß anders, aber leicht – z.B die vielen offenen Gewürze, die man sich in seine Tüten löffelt.

Morgen geht es bereits wieder zurück nach Spanien – oder in meinem Fall nach Gr0ßbritannien, genauer gesagt Gibraltar. Erst einmal wird jedoch noch die Stadt Chefchaouen besucht, die bekannt für ihre blauen Häuser ist. Ich bin gespannt – bisher gefällt mir Marokko schon ganz gut. Ich könnte mir vorstellen, dass ein Besuch von Marrakesch und Casablanca in einigen Monaten durchaus schön sein könnte. Aber schauen wir mal, was sich morgen noch ereignet…

Die Internetverbindung ist schlecht – Bilder werden daher noch nachgereicht…

 

Adios Granada, Hola Marokko

Heute habe ich bereits Granada verlassen. Es waren drei wahnsinnige Wochen, die ich sehr vermissen werde. Soviel gesehen, soviel unternommen, soviel gelernt. Nicht nur die Sprache, sondern auch vieles anderes – wie ich noch in einem Extra-Artikel darlegen werde.

Schon 1500 Fotos sind geknipst und es duerfte noch ein Tausender dazukommen. Nicht nur, aber vor allem hier in Afrika. Ich setzte heute naemlich den Fuß auf den Afrikanischen Kontinent, auch wenn der Teil dieses Kontinents noch zu Spanien gehörte. Die Hafenstadt Ceuta (sprich: Ze-Uta, eine der zwei Enklaven Spaniens in Afrika (die andere ist Melilla) ist nicht sonderlich schön und hermetisch abgeriegelt.

Im Schengen-Europa ohne Grenzen der heutigen Tage gibt es sowas nicht mehr – deshalb war es interessant einmal eine extrem gesicherte EU-Außengrenze mit dem Bus zu überqueren.Konstanz ist zwar auch EU-Außengrenze – die Schweiz und Marokko sind aber wohl kaum zu vergleichen. Wobei ich sagen muss: das, was ich bisher gesehen habe, istinfrastrukturell deutlich besser als in Andalusien. Gibt auch nicht soviele Olivenbäume – zum Glück!

Der Grenzuebertritt dauerte jedenfalls ewig – Polizisten kontrollierten unseren Bus und so weiter. Die ganze Grenze – Fotos sind verboten – ists chon fast einen Kilometer lang, aber nur wenige Meter breit – eingeengt von Meer und Berg . von der spanischen bis zur marokannischen Schranke dauert es also , dazwischen Dutzende Grenzschuetzer ptroullierend und viele Marokanner mit Säcken auf den Rücken, die die Gelegenheit nutzen, in Ceuta günstig einzukaufen bzw. sich mit Sachen einzudecken, die es hier in Marokko nicht gibt. Wir befinden uns jetzt schliesslich in einem islamischen Land. Kein Alkohol also. Der Supermarkt, den ich mir schon anschaute, hatte aber ohne Zweifel westliches Niveau. Nur mit Euro kann man nicht zahlen – erstmal mussten Dirham abgehoben werden.

Interessant war uebrigens auch die Schiffahrt hin nach Afrika. Die Straße von Gibraltar ist schon sehr wild, die Hälfte der Passagier lag bleich in der Ecke mit den bekannten Tüten. So eine Schaukelei habe ich auch noch nie erlebt. Mein Magen hat sich aber glücklicherweise nicht umgedreht. Stattdessen genoss ich das Panorama des von Wolken eingehüllten Felsen von Gibraltar, auf dem ich Montag wohl noch steigen werde bzw. das der herannahenden afrikanischen Küste.

Jetzt klingt der Abend in unseren 3-Sterne-Hotel aus und ich habe erstmals seit 3 Wochen wieder Internet auf meinem Laptop. Wie schön. Bald ist aber Schlafenszeit – hier ist eine Stunde Zeitverschiebung zurück, sont wuerde ich das schon tun. Denn morgen wird ein anstrengender Besichtigungstag. Tetouan und Tanger warten auf mich, am Sonntag steht noch Chefchaouen auf dem Programm. Ich bin sehr gespannt und freue mich total, Marokko kennenzulernen!

 

 

Ein Lebenszeichen aus Spanien II

Hola,

Granada gefaellt mir immer besser – leider ist es am Freitag schon vorbei. Dann folgt aber noch eine Woche voll an neuen Eindruecken, auf die ich mich sehr freue. Ein Angebot der Schule hat meine Reiseplanung etwas durcheinandergewirbelt, jedoch positiv. Freitag geht es gen Afrika. Mit der Faehre in die spanische Enklave Ceuta und dann weiter in die marokannischen Staedte Tanger, Tetouan und Chefchaouen. Waehrend die anderen Teilnehmer wieder nach Granada fahren, werde ich in Gibraltar bleiben. Von dort aus geht es am naechsten Tag, nachdem ich Gibraltar kennengelernt habe, in die Stadt Cadiz am Atlantik. Am naechsten Tag ueber Jerez de la Frontera nach Sevilla, wo ich zwei Naechte bleiben werde. Eventuell einen tag nach Huelva – das entscheide ich spontan. Donnerstag geht es dann mit einem Zwischenstop in Ronda nach Malaga, von wo aus ich am Freitag Abend zurueck nach Deutschland fliegen werde.

Wie man sieht ein spannendes, aber sicher anstrengendes Reiseprogramm innerhalb einer Woche, das 14 Monate nach Neuseeland so langsam aber mal wieder Zeit wird.

Am Wochenende war ich noch in Trevelez, eine der hoechstgelegenen Doerfer Spaniens am Fusse des 3483m hohen Mulhacens (hoechster Berg der spanischen Halbinsel), das bekannt fuer seinen Schinken ist, der tatsaechlich ausgezeichnet schmeckt. Die Gegend der Alpujarras bzw. der Nevada ist auch wunderbar schoen – wenn auch karg, schroff und lauter Olivenbaeume. Andalusien ist naemlich das Griechenland Spaniens. Keine Industrie, viele Touristen, noch mehr Olivenbaueme. Viel Historie, Straende, gutes Essen, aber hohe Arbeitslosigkeit. Die schon recht krassen 30% hier in Granada kriegt man aber garnicht mit.

Sonntag war ich noch in Almeria, eine haessliche stadt am Mittelmeer, nur die Burg, die Alcazaba, ist einen Besuch wert. Das Wetter war auch eher schlecht, sodass an Baden nicht zu denken war. Trotzdem ein angenehmer Tag auswaerts.

Fuer mich heisst es jetzt noch die Woche geniessen, die letzten Zeilen meiner Hausarbeiten zu beenden und die spanische Sprache weiter zu perfektionieren. Adios!