Konstanzer Schildkröte Rheini geklaut!

Das Sommerloch macht sich nicht nur in der Medienlandschaft, sondern auch auf diesen Blog bemerkbar, indem ich mich mit einer Provinzposse aus Konstanz beschäftige.

Hauptakteur ist eine Schildkröte namens Rheini, die auf einem kleinen Floß beim Rheinstrandbad in Konstanz lebt. Nachdem sein Floß bereits entwendet wurde (http://www.suedkurier.de/region/kreis-konstanz/konstanz/Unbekannte-stehlen-Floss-von-Schildkroete-Rheini;art372448,5615450), wurde nach dessen Wiederherstellung nun auch die Schildkröte Rheini selbst geklaut (http://www.suedkurier.de/region/kreis-konstanz/konstanz/meinung/Mann-stiehlt-Schildkroete-aus-Konstanzer-Bad;art1014417,5642782), die bereits im vergangenen Jahr am Konstanzer Rheinstrandbad auftauchte und den strengen Winter überlebt zu haben schien.

Rheini war Besuchermagnet des Strandbades, das ich selbst noch nie besucht habe. Rheini auf seinen Floss habe ich trotzdem mal gesehen.

Erschreckend ist nicht nur die verkommene Moral, solch eine Schildkröte einfach zu klauen, sondern auch, dass laut Südkurier es niemand geschafft haben will, den unbekannten Kidnapper in seiner Geiselnahme aufzuhalten. Den Unmensch gleichwohl sollte man erkannt haben, weshalb ein Fahndungserfolg nicht unwahrscheinlich ist – wenn es denn dazu käme. Rheini gehört schließlich niemanden, nur sich selbst. Oder ist Rheini gar ausgebüxt und wurde nun 2 Jahre später von seinem rechtmäßigen Besitzer abgeholt?

Da ist es doch wahrscheinlicher, dass ein übereifriger Grüner die Schildkröte aus angeblicher Tierliebe erlöst hat. Das erhöht immerhin die Wahrscheinlichkeit, dass Rheini nicht in der Suppe landet!

Denn Rheini ist schließlich nicht im Rhein endemisch, sondern stammt aus dem Süden der USA. Hier mit Artenschutz zu argumentieren ist aber höchst fahrlässig. Wenn Schildkröten sich auch in deutschen Gewässern durchsetzen, sollte uns das freuen – denn schädlich sind sie im Gegensatz zu manch anderen eingeschleppten Tieren eher weniger. Das ist Evolution. Und wenn Rheini seine Nische gefunden hat und strengen Bedingungen widersteht, gebührt das höchste Anerkennung für diese Leistung.

Nun wird Rheini seiner individuellen Freiheit beraubt, und läuft Gefahr Rest seines Lebens, wenn nicht im Suppentopf, dann doch im Terrarium zu enden. Dank dem  Sozialingeningenieur, der Rheini aus dem Rhein klaute – aus welchen Gründen auch immer.

Es bleibt nur zu hoffen, dass man Rheini findet, befreit und ihm wieder Selbstbestimmung auf seinem Floß im Rhein ermöglicht, auf dass er noch viele Jahre für glückliche Kinderaugen sorgt!

Ich kann den Dieb nur bitten, Rheini zurückzugeben. Wer Hinweise auf den Verbleib der gekdinappten Schildkröte hat, kann sich an konstanz.redaktion@suedkurier.de wenden.

Wie die Geschichte auch ausgehen wird – sie wäre filmreif. Vielleicht sorgt der Film über die Schildkröte Rheini in ein paar Jahren ebenfalls für glückliche Kinderaugen – er muss nur noch gedreht werden.

Die Piratenpartei Konstanz übrigens scheint sich zurückzuhalten. Statt in dieser Angelegenheit mal Flagge zu zeigen, scheint man das Kidnapping einer Schildkröte nicht für einen relevanten politischen Inhalt zu halten. Schade eigentlich diese verpasste Gelegenheit, da man an Inhalten ja sonst nicht viel zu bieten hat…

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Ein Kommentar

  1. Christina

     /  August 31, 2012

    Sehr geehrter Autor, leider sind sie falsch informiert. Ausgesetzte Rot- und Gelbwangen, Cumberland und jede Menge anderer, vor allem nordamerikanische Schildkröten, sind eine große Gefahr für die einheimische Tierwelt. Eine einzige ausgewachsene Schildkröte kann die Molch-und Froschpopulation eines mittelgroßen Teiches vernichten. Überdies machen die ausgesetzten angriffslustigen Nordamerikaner es schwierig, die europäische Sumpfschildkröte wieder anzusiedeln. Ob es im Falle Rheinis norwendig gewesen wäre, sie aus dem Bodensee zu holen – darüber kann man streiten (man weiß ja nicht einmal, wer oder warum er es getan hat). Aber viele Seen und Teiche sind überladen mit Schildkröten, die mal jemand als süße münzgroße Tierchen gekauft hat und dann irgendwann als schwimmender Suppenteller oder gar Klodeckel loswerden wollte. In der Regel überleben die Tiere drei bis fünf Winter -bis dahin haben sie aber meistens schon genug Unheil angerichtet.
    Wünschen wir Rheine das Beste.

    Antwort

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