Goodbye Konstanz – ein Schlusstrich unterm 2. Semester.

Manchmal ist man so schockiert, dass einem die Worte fehlen. Dabei klang der letzte Tag in Konstanz so schön in der Strandbar mit ein paar Cocktails aus.

Totalitäre Tendenzen scheinen sich innerhalb der Piratenpartei immer weiter auszubreiten – statt Transparenz wird geschwiegen. Das sollte man sich nicht gefallen lassen. Daher könnte es morgen einige unschöne Enthüllungen geben…
Heute jedoch werde ich noch ein Schlusstrich unter dieses Semester ziehen, welches noch nicht ganz vorbei ist – Hausarbeit und Essay müssen noch geschrieben, abgegeben und benotet werden – jedoch im Sinne der Klausuren schon. 4 Stück waren es – man hielt sie für leicht, was rauskam, war nicht der Brüller. Wenn alle Klausurendurchschnitte im 3er-Bereich (EDIT: gut, nicht ganz richtig geschätzt, aber fast…) lagen und die Durchfallquote jeweils den Modus bildete, liegt der Eindruck nahe, man wolle hier Kapazitäten für das nächste Semester schaffen, in dem die PoWalter-Schar wohl leider verkleinert sein wird. Der Hauptschuldige dafür scheint schon ausgemacht: er heißt „Multiple Choice“ – oder ist es die dritte Nachkommastelle?

Ich selbst, weiß nicht, ob ich zufrieden sein soll. Alles auf Anhieb bestanden, überdurchschnittliche Noten – eine richtig gut – was will man mehr? Doch irgendwie ist man auch ernüchtert, obwohl man das ganze Semester gechillt hat.

Tatsächlich ist der Studiengang Politik- und Verwaltungswissenschaften zeitlich nicht gerade aufwändig. Es reicht aus, sich eine Woche vor und während der Klausurenphase ordentlich Stoff zu geben, um mit guter Leistung durchweg bestehen zu können, nachdem man im Vorfeld rein garnichts gemacht hat. Kommt natürlich immer auf die Ansprüche an, die man an sich selbst hat. Bei mir wäre das, einen vernünftigen Masterplatz zu bekommen – da bin ich weiterhin auf dem besten Wege. Wenn man bedenkt, dass das Grundstudium, sprich die ersten 3 Semester nur 30%, das 4. Semester garnicht und das 5./6. Semester gar 70% der Endnote ausmacht, ist es momentan eigentlich lächerlich über seine Noten einen großen Kopf zu machen. Da reicht es völlig aus, wenn das Mathezeugs wie Statistik knapp bestanden ist, da man ohnehin nicht viel verstanden hat und von dieser Zahlenverdreherei auch nicht unbedingt viel verstehen will (ohne hier jemanden zu nahe treten zu wollen…). Es hat jedenfalls seine Existenzberechtigung und ist sicher in vielen Fällen hilfreich, was man vom Fach Politikwissenschaft im allgemeinen ja nicht unbedingt sagen kann…

Notenphilosophische Überlegungen mal außen vor gelassen kann ich trotzdem sagen, dass ich mit meinem Studium der Politik- und Verwaltungswissenschaften überwiegend sehr zufrieden sind – mit dem Ort ohnehin. Lediglich der Fachbereich ist arg quantitativ und politische Theorie bzw. Philosophie sehr stiefmütterlich behandelt. Ärgerlich, wenn die zwei besten Noten aus diesem Bereich kommen und der einen ohnehin am meisten interessiert. In diesem Sinne wäre es vielleicht tatsächlich besser gewesen, Politik und Geschichte oder Philosophie oder ähnliche Kombinationen zu studieren. Aber in meiner letztjährigen eher pragmatischen Studienentscheidung lockten noch die Träume über die Bürokratiebunker Brüssels, denen ich mittlerweile nicht mehr viel abgewinnen kann – auch wenn ich das Streben vieler Kommilitonnen danach bestens nachvollziehen kann: http://www.spiegel.de/politik/ausland/eu-beamte-muessen-auch-in-der-schuldenkrise-nicht-sparen-a-847459.html

Politische Theorie ist brotlose Kunst – aber das mag auch nur ein aktueller Gedankensprung sein. Noch studiere ich ja ein paar Jährchen und insbesondere die Ökonomie gewinnt zunehmend an Reiz.

Konstanz jedenfalls ist eine atemberaubende Stadt, die dieses Jahr leider nicht den Sommer hatte, wie ich ihn mir vorgestellt habe. So blieb das Baden im Bodensee auf ein paar wenige Male beschränkt.

Nichtsdestotrotz kann man hier gut sein Studium verbringen – natürlich sehr subjektiv alles – aber mir ist eine gute Auswahl an Eissorten wichtiger als eine gute Auswahl an Tanztempeln. Letztere sind hier in Konstanz nämlich nicht sonderlich pralle…

Auch wenn das Semester wie erwähnt noch nicht ganz abgeschlossen ist, freue ich mich jetzt trotzdem auf 2 Monate Auszeit von Konstanz, in der ich nicht viel Zeit zur Muße haben werde. Hausarbeiten und Essays müssen geschrieben werden, Bewerbungen für Praxissemester auf den Weg gebracht werden, Literatur muss gelesen werden und Pläne müssen geschmiedet werden. Nebenbei winkt die bald endlich beginnende Woche der Freiheit, der Spanisch-Kurs in Granada und eine Reise nach New York. Geburtstag habe ich auch noch! Das werden wahrhaft spannende Zeiten!

In diesem Sinne Goodbye Konstanz – morgen (heute in 7 Stunden) fahre ich mit dem bisher schnellsten Zug, den ich gefunden habe (nur 7 1/2 Stunden),  nach Herford ich bin erst im Oktober wieder hier im Ländle!

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2 Kommentare

  1. Max

     /  August 3, 2012

    Wenn alle Klausurendurchschnitte im 3er-Bereich (gut, eine 2,9) lagen und die Durchfallquote jeweils den Modus bildete, liegt der Eindruck nahe, man wolle hier Kapazitäten für das nächste Semester schaffen, in dem die PoWalter-Schar wohl leider verkleinert sein wird.

    Dass die 5,0 den Modus bildet, ist überhaupt nicht erstaunlich: Wenn man in der Klausur 100 Punkte erreichen kann, dann ist der Breich für die 5,0 50 Punkte breit (0-49), für jede andere Note sind es lediglich 5 Punkte. Dass ein Notenbereich, der 10x so groß wie jeder andere Notenbereich ist, auch den Modus auf sich vereint, ist relativ naheliegend und war auch garantiert in den Jahren vorher so. Median und arithmetisches Mittel sind da deutlich interessanter… (Filed under: Warum Zahlenverdreherei manchmal doch ganz nützlich ist…)

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