Woche der Freiheit

Ich habe noch einmal gebadet und am Hörnle gechillt, der Zug nach Herford ist gebucht, die Hausarbeit nichtmal ansatzweise fertig, die Einreiseerlaubnis für die USA steht und ich freue mich nun sehr auf die „Woche der Freiheit“, über die ich jetzt berichten werde.

„Die Woche der Freiheit“ ist eine Sommerakademie für Ökonomie, Politik und Philosophie, die von der Friedrich-von-Hayek-Gesellschaft gesponsort wird. So fallen dank großzügiger Stipendien die Kosten für die hoffnungsvollen Teilnehmer auch gering aus, die ganz dekadent (im Vergleich zu sonstigen Jugendherbergen) in einem 3-Sterne Hotel am Netzener See inmitten der Mark Brandenburg unweit den Toren Berlins  untergebracht sind: http://www.seehof-netzen.de/

Der nahe gelegene Ort Lehnin (welch Ironie wenn das „h“  nicht wäre) beherbergt ein Kloster, das wir besichtigen werden, welches laut dem Länge des  Wikipedia-Artikels nach sehr bedeutend ist: http://de.wikipedia.org/wiki/Kloster_Lehnin

Auch sonst ist für genügend Programm gesorgt: es gibt Vorlesungen namhafter Dozenten, Debattentraining, ein Planspiel zur Euro-Krise, der Besuch des Bundestages und womöglich auch eines Abgeordneten, Besuch des liberalen Instituts in Potsdam, eine Bootsfahrt, genügend Freizeit und noch viel mehr. Wie es dann tatsächlich war werde ich berichten – weitere Infos gibt es hier: http://wochederfreiheit.org/?page_id=7
Vor allem die Vorlesungen sind sehr interessant – werden viele der behandelten Autoren doch an deutschen Universitäten sträflich vernachlässigt – auch wenn der ein oder andere dieses Semester bei mir drankam – Hayek, Buchanan, Popper und Schumpeter nämlich. Eine Auffrischung und ein anderer Blick – da auch ganz andere Thematik – schadet aber sicher nicht. Gerade wirtschaftliches Wissen – was ich mir bisher autodidaktisch aneignen musste – wird dort in allen Facetten näher gebracht, ehe ich im nächsten Semester VWL belegen muss und da vermutlich was ganz anderes lerne. Ich freue mich jedenfalls auf Eucken, Ricardo und Bastitat neben einigen anderen.

Ganz lustig ist es übrigens, mal zu schauen, unter welche bösen Lobbyisten ich dort gerate. Ausgehend von folgendem Link einfach mal durchklicken – viele der Dozenten haben da ihren eigenen Artikel: http://lobbypedia.de/index.php/Friedrich_August_von_Hayek_Stiftung#Friedrich_August_von_Hayek_Gesellschaft_e.V.

Die NGO Lobbyisten hinter dieser eigentlich unterstützenswerten Lobbypedia heißen LobbyControl (überwachen sich aber bestimmt nicht selbst) und möchten sich „aktiv für Transparenz und Demokratie“ einsetzen. Eine gute Sache? Nur wenn sie gut gemacht ist.

LobbyControl (http://www.lobbycontrol.de/blog/) scheinen sich nämlich ausschließlich den aus ihren Weltbild heraus verhassten Kapitalismus anzunehmen (ein Blick aufs Team ist selbsterklärend: http://www.lobbycontrol.de/blog/index.php/initiative/der-lobbycontrol-vorstand/), während die ganzen linken und grünen Machenschaften völlig ausgeblendet werden. Wahre Unabhängigkeit sieht anders aus!

Lobbies der Klimaindustrie wie WWF oder Greenpeace werden in der Lobbypedia nämlich gar nicht aufgeführt, ebenso kaum Gewerkschaften (und wenn dann ohne jegliche Info) oder ähnliche Akteure. Ein Schelm, wer dabei böses denkt – vielleicht Zeit mal eine entsprechende unbhängige Informationsplattform aufzuziehen…

Zu einer Demokratie gehört auch ein Pluralismus an Interessenartikulation. Deshalb ist Lobbyismus per se nicht schlecht. Schlecht ist er, wenn er nicht nachvollziehbar ist. In dieser Hinsicht gebührt LobbyControl Dank, sich diesem Thema angenommen zu haben. Aber wohl nur, um das eigene Weltbild zu pushen mit  nur mit dem hintergründigen Gedanken an Aufklärung.

Dabei wird auch durchaus gewertet, und Sachzusammenhänge  sehr undifferenziert darstellt. Alles böse Kapitalisten, die die Banken retten wollen – was einfach nicht wahr ist! Neoliberalismus wird als Kampfbegriff genutzt, statt unabhängig über ihn zu informieren. Neoliberalismus = Sozialdawinismus!  Der wahre Neoliberale nämlich hätte die Banken reihenweise Pleite gehen lassen statt sie zu retten. Wir wollen das nicht auf die Spitze treiben – ein kritischer Blick auf solche Informationen sollte aber angestrebt werden.

Aber ich wollte ja eigentlich über die „Woche der Freiheit“ schreiben. Darüber habe ich jetzt auch eigentlich genug informiert und werde es in 10 Tagen wieder tun. Ich freue mich schon sehr, dass es bald endlich los geht…

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