Piratenpartei und Bundestagswahl

 

Im Moment habe ich die Bibliothek als neuen Lebensraum entdeckt, wo ich mich in der letzten Klausurenwoche – jetzt, wo das Ende an zwei Händen abzuzählen ist – noch einmal austoben kann. Die ist bekanntlich auch 24h geöffnet, was mir als Nachtschwärmer sehr entgegen kommt.

Gestern hielt ich ganze 12 Stunden durch – die Disziplin hatte ich mir nicht zugetraut. Von 3 bis 3 schrieb ich eine Zusammenfassung über 20 Polit-Theoretiker, die in der Klausur am Dienstag dran kommen könnten (von insgesamt 47  – die Klausurtheoretiker haben seltsamerweise alle eine arg etatistisch-kollektivistische Tendenz). Nicht fehlerfrei, aber 24 Seiten sind auch eine ganze Menge an einem Stück geschrieben. Wen das Ergebnis (letztlich eine Zusammenfassung aller Folien und Zusatzunterlagen) interessiert, kann es sich hier anschauen: 20 Philosophen schriftlich zusammengefasst

Das Ganze habe ich aus 2 Gründen gemacht: einmal, weil ich mir durch den Schreibprozess selbst das Ganze sehr gut einprägen kann, andererseits weil mir das Lernen von komplexen, langen, zusammenhängenden  Schachtelsätzen deutlich leichter fällt als von Stichpunkten – jedenfalls wenn es darum geht, das Wissen auch wiederzugeben statt nur zu erkennen. Die Klausur wird glücklicherweise nämlich kein Multiple Choice.

Das soll hier aber nicht das Thema sein. Ich werde in den nächsten Tagen über die Kandidaten der Piratenpartei berichten, die sich für die Direktkandidatur zur Bundestagswahl in Konstanz aufstellen lassen. Dazu habe ich einen Fragebogen verschickt und bereits auch eine Antwort erhalten. Folgende Fragen habe ich mir überlegt:

1. In der Piratenpartei brennt seit längerem eine Debatte um Diskriminierung von Frauen. Wie stehst Du dazu und welchen der folgenden Ausdrücke würdest Du verwenden: der Pirat, Piratinnen und Piraten, Pirat/innen, PiratInnen, das Pirat, Eichhörnchen, was anderes (bitte spezifizieren).

2. Ordne die Parteien nach ihrer Wählbarkeit für Dich: Piratenpartei, Linkspartei, CDU/CSU, Grüne, FDP, SPD, Die Violetten, REP, Partei der Vernunft, DIE PARTEI

3. Wähle aus, was dir wichtiger ist: Basis oder Vorstand, Liquid Feedback oder Volksabstimmung, Schlömer oder Nerz, Staat oder Markt, Marx oder Hayek, Klinikfusion oder -privatisierung, Konstanz oder Bundestag, Datenschutz oder Transparenz

4. Auch wenn bei den Piraten angeblich die Basis entscheidet, so hast Du sicher eine persönliche Meinung zu folgenden politischen Fragen (eine kurze Begründung wäre nett):

– Sollte man das Meldewesen abschaffen?

– Sollte man politische Mandate zeitlich beschränken (nicht mehr als 4 Jahre pro Person z.B.) ?

– Ist die Ruhe des Verfassungsgerichtes in der derzeitig angespannten Lage zu kritisieren?

– Ist das Glasverbot in Konstanz gerechtfertigt?

– Ist das Bedingungslose Grundeinkommen utopisch?

5. Ziehst Du in Erwägung, auch für einen Platz auf der Landesliste der Piratenpartei zu kandidieren? Ja oder Nein?

6. Angenommen, du wärst Diktator : was würdest Du tun, um Deutschland in deinem Sinne positiv zu verändern ?

7. Dein Lieblingsbuch. Dein intellektuelles Vorbild. Deine Lieblingsmusik ODER -film. Dein favorisiertes Politikfeld.

Ich bin gespannt auf die Antworten, die die ja recht heterogenen Piratenkandidaten in eine politische Richtung einordnen lassen sollten. Auf jeden Fall ergibt sich ein gutes Bild über ihre Ambitionen, persönliche Einflüsse und politischen Ideen. Vielleicht fällt der ein oder andere ja auch auf die Fangfragen rein.

Bisher gibt es 3 Kandidaten – eigentlich hatte ich mit mehr gerechnet. Bundestagskarrieristen strömen doch geradezu in die Piratenpartei – für die Landtagsliste in Niedersachsen beispielsweise stellte sich sogar jedes 2. Mitglied auf. Vielleicht haben wir bei der Aufstellungsversammlung am 27ten auch noch ein paar wählbare Spontankandidaten. Ich bin gespannt – dort werde ich noch mitwählen, danach dann aber wohl mein Austrittsantrag wegschicken. Die Piratenpartei geht doch in eine Richtung, die ich nicht gutheißen kann. Schade, da sie durchaus gute Ideen in vielen Politikfeldern vertritt, viele mittlerweile aber auch unkritisch übernimmt.

Das soll es auch für heute gewesen sein.

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