StuPa-Wahlen: der RCDS

Bevor ich näher auf die politische Hochschulgruppe RCDS eingehe, mag ich bekanntgeben, dass der Versicherungskonzern „Allianz“ einen spontan entstandenen poetischen Karriere-Tipp meinerseits so toll fand, dass ich mit Foto in einem Hochschulmagazin mit einer Auflage von immerhin 400.000 erscheinen darf – samt meinem Spruch, den ich versuche selbst zu leben – gerade mit diesem Blog.

Mit steter Ehrlichkeit

zu sich selbst und anderen

kommt man, ehrlich, weit!

Außerdem winkt mir für diese Poesie nun ein „individuelles Karriere-Training.“ Na, dann bin ich aber gespannt…

Bei meiner Fotogenität fiel es natürlich schwer, ein passendes Bild zu finden, und noch schwerer, das Ganze in das passende Format umzuwandeln. Woher soll ich denn wissen, was 300 dpi sind? Gemeint sind wohl ppi. Anyway: ich habe es noch geschafft, aber 2h Zeit vergeudet, die ich zum Lernen nutzen wollte und jetzt der Länge dieses Blog-Artikels zu Laste fallen.

Ehrlich muss ich auch noch gestehen, dass ich heute bei einem interessanten Kolloquien-Vortrag über „Politische Lügen“ war. Ob man die oder doch Ehrlichkeit bei den Antworten des RCDS findet, bleibt nun jedem selbst überlassen zu bewerten.

Erst noch kurz zum RCDS an sich: ausgeschrieben heißt das wohl Ring Christlich-Demokratischer-Studenten und vereinigt eher konservativ gesinnte, der CDU/CSU nahestehende Studenten. Eigentlich bildet der RCDS an deutschen Universitäten ein passables Gegengewicht zu den linken Kräften, umso mehr verwunderte es mich, dass es zur Zeit meines Studienstarts in Konstanz keinen RCDS gab – jedenfalls nicht aktiv im Studierendenparlament vertreten – und das in einemb is  ein Jahr vorher noch tiefschwarzen Bundesland.

Ein paar beherzte Kommilitonnen konnten sich aber wohl begeistern und den konservativen Touch der Elite-Uni Konstanz etwas aufpolieren, indem sie den RCDS wiederbelebten und nun zusammen mit „Unabhängigen“ bei den Wahlen zum Studentenparlament antreten wollen.

Was sie dabei wollen ist mir noch reichlich unklar: bei meiner 3-stündigen Plakatklebeaktion für die LHG  heute stach mir kein Plakat von ihnen ins Auge, es liegen keine Flyer aus, es gibt keine Website – ergo weiß ich auch nicht, wofür sie jetzt genau stehen, gleichwohl man eines weiß: gegen linke Hochschulpolitik.

Ein wenig schlauer machen ihre bestechend kurzen Antworten auf meine Fragen, die ich nun nicht länger vorenthalten möchte.

1. Der RCDS begrüßt grundsätzlich den Erfolg in der 
Exzellenzinitiative, fordert jedoch dass die Exzellenz auch in der 
Lehre umgesetzt wird und sich die Studiensituation allgemein durch 
den Geldsegen verbessert.

2. Studenten, AStA, Forschungsfreiheit, Verwaltung, Professoren, 
Uni-Kater, Bierautomat, Bio-Essen in der Mensa, Trommelkreise

3. Zur nächsten StuPa-Wahlen würden wir es begrüssen, wenn es vorab 
einen Gruppenübergreifenden Wahlaufruf gibt. Außerdem muss die 
Hochschulpolitik insgesamt transparenter und offener werden. 
Dies wird vor allem durch eine Zwangsmitgliedschaft wie bei der 
Verfassten Studierendenschaft nicht erreicht. Nur wenn die 
Hochschulpolitik attraktiv wird für Studenten, 
erhöht sich auch die Wahlbeteiligung. 
Langweilige und redundante Debatten über die bereits angesprochenen 
Trommelkreise schrecken da nur ab.

4. Der RCDS lehnt Zwangsbeiträge jeglicher Art ab und verweist auf 
sein alternatives Modell zur VS.

5. Subsidiarität, Freiheit, Studienbedingungen verbesser, Elite-Uni, 
Mill

 

Zu 1: Wer fordert nicht, dass die Exzellenz-Initiative der Lehre zugute kommen soll? Aber ein Bekenntnis zur Exzellenz-Initative ist ja nicht selbstverständlich – bleibt einer CDU-nahen Gruppierung aber auch nicht viel anderes übrig.

Zu 2: Das der RCDS den AStA soweit oben ansiedelt hat mich überrascht. Eine Erklärung hätte mich da gefreut. Vor allem, weil meines Wissens doch die wenigsten „Konservativen“ dort mitmischen. Professoren sind immerhin noch wichtiger als Uni-Kater Sammy, der aber immerhin den Bierautomaten vorgezogen wird. Wer hätte das gedacht – jaja, die Stereotypen! Aber besser ein Bier als Bio-Essen als Trommelkreise – das kommt nicht sonderlich überraschend. Wer übrigens nicht weiß, was Trommelkreise in dieser Präferenzfrage zu suchen haben: der „Trommelkreis“ ist eine gern genutzte Metapher für die Verschwendung studentischer Gelder durch zweifelhafte Aktionen. Glücklicherweise überwiegen die sinnvollen Aktionen und Angebote, doch ab und an fragt man sich bei diversen Veranstaltungen schon nach dem Sinn für die Studentenschaft.

Zu 3: Transparenz beim RCDS. Ein moderner Anstrich, den sie gerne gerecht werden dürfen. Den Rest der Aussage würde ich durchaus unterschreiben.

Zu 4: zum alternativen Modell gehts hier, einen Kommentar spare ich mir: http://www.vs-ohne-mich.de/index.php?page=startseite

Zu 5: War so zu erwarten. Eine Begründung wäre schön (habe ich allerdings auch nicht klar gemacht), aber wir PoWalter ersticken im Moment ja auch in Arbeit an Klausurvorbereitung…

 

Deutlich längere und durchaus auch humorvolle  Antworten kommen in den nächsten Tagen – morgen wird als Gegensatz  zum RCDS die Offene Linke Liste vorgestellt, deren Antworten mir doch sehr gut gefallen. Tatsächlich denke ich sogar ernsthaft drüber nach, den ein oder anderen dieser Liste zu wählen – aber mehr dazu morgen…

 

 

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