Kanu-Tour: Bericht und Bilder

Von der Sonne verbrannt, von Regen durchnässt, vom Wasser zerschrumpelt, von Schnaken gefressen, von Mücken ausgesaugt, von Ästen fast erschlagen, von Gewittern geweckt, vom Schnarchen genervt, von Italiern verhöhnt vom Paddeln erschöpft, von der Landschaft beeindruckt – so kann man meine Kanu-Tour nach Schaffhausen Gailingen am Hochrhein gut zusammenfassen.

Wegen des schlechten Wetters am Sonntag schafften wir es nicht ganz bis nach Schaffhausen: aber alles kurz der Reihe nach.

Los ging es am Samstag nach Verspätung meinerseits in Konstanz am SeaLife. Wir paddelten quer und machten an der Seestraße eine kleine Pause, ehe wir uns auf den Seerhein wagten, dessen Teil hinter der Schänzlebrücke ich noch garnicht kannte. Und der ist schon sehr schön. Weitgehend unbebautes Naturgelände auf Schweizer Seite links, das deutsche  Naturschutzgebiet Wollmatinger Ried rechts und mitten auf dem Seerhein wir.

Irgendwann knickte dann der Rhein, wurde schmaler, führte an einer Burg auf Schweizer Seite vorbei (Gottlieben) und mündete dann in den Untersee des Bodensees. Hier bot sich ein prächtiger Ausblick auf die Halbinsel Höri in der Ferne, die das Tagesziel sein sollte. Links erstreckte sich die Schweiz, die dort gleich hüglig anhebt, mit kleinen Dörfern hie und da. Rechts die Insel Reichenau, die ja doch schon ziemlich groß (lang) ist.

Mittagspause machten wir im Schweizer Dorf Ermatingen – ein ganz hübsches Örtchen. Vielleicht mal was zum Wetter gesagt: knapp 35 Grad und blauester Himmel waren eigentlich schon viel zu heiß. Habe mir während der Sitzhaltung beim Paddeln  auch an den ständig der Sonne ausgesetzten Knien trotz mehrmaligen Eincremens einen Sonnenbrand geholt. Apropos Paddeln: das ging erstaunlich gut. Zu zweit im Canadier – meist ich vorne, aber auch mal hinten den Steuermann spielen. Mit meinem Partner fuhren wir ständig vorneweg, weshalb ich auch genug Zeit hatte in der Wartezeit auf die Nachzügler ordentlich Fotos zu knipsen, die Ihr nachher bewundern dürft.

Weiter ging die Etappe Richtung Halbinsel Höri, wo wir auf dem Campingplatz in Gaienhofen übernachten wollten. Auf der rechten Seite hörte bald die Insel Reichenau auf und der Untersee mit Radolfzell und den Hegau-Vulkanen in der Ferne bot einen ansprechenden Anblick.  Etwa gegen 17 Uhr erreichten wir unser Ziel, schleppten die wasserdichten Tonnen mit unseren Habseligkeiten an Land und ich genoss noch die Sonne ein Buch lesend und im mittlerweile recht angenehm kalten Bodensee badend.

Nach einen kurzen Schlummer meinerseits sah das Wetter aber ganz anders aus. Gegen 19 Uhr blinkten die Warnlichter auf dem Bodensee: eine Gewitterfront war im Anmarsch. Schnell bauten wir unser Zelt auf, was sich als verhängnisvoller Fehler erweisen sollte. Das Zelt, vom Hochschulsport für die Island-Trekking-Touren genutzt, fasst 6-8 Leute – wir waren auch nur 7 insgesmat samt  Führer, 2 Teilnehmer hatten jedoch ihr eigenes Zelt.

Der Aufbau ging flott und es blieb noch Zeit ein paar Fotos vom aufziehenden Sturm zu machen: was an einen Sonnenuntergang erinnert ist es nicht, sondern die Gewitterfront (siehe Fotos). Das Gewitter kam immer näher und ich suchte Schutz unter dem Zelt, bald setzte der Regen und starker Sturm ein. So stark, dass das eigentlich bestens gesicherte Zelt wegzufliegen drohte. Tat es dann auch. Mit Müh und Not, leicht bekleidet im Regensturm, während ringsherum die Blitze nur so zuckten, bauten wir das Zelt ab, dessen Zeltstangen bereits teilweise gebrochen waren. Damit nicht genug: unser Zelt stand unglücklich unter einem hohen Baum, von dem meterlange Äste abbrachen und uns nur knapp verfehlten. Keine 50m weiter schlug ein Blitz ein: der 60m hohe Baum kippte zum Glück auf die andere Seite (siehe Fotos für den Reststumpf des Baumes). Er erwischte glücklicherweise nur ein Kanu, das er mitten entzwei brach, nicht die in naher Umgebung stehenden Segelboote…

Völlig durchnässt suchten wir dann Schutz in den sanitären Einrichtungen des Platzes und bauten später das arg lädierte und nur noch eigeschränkt funktionsfähige Zelt wieder auf: für eine Nacht musste es reichen!

Der Campingplatz hatte immerhin eine gute Küche zu fairen Preisen, was wir dann auch gerne in Anspruch nahmen. Das Gewitter hatte sich mittlerweile verzogen, sollte aber wieder kommen. Die Nacht war nicht nur deswegen schlaflos…

Am anderen Morgen, von Schnaken nur so zerstochen, wollte ich dann auch garnicht aufstehen, weil ich immer noch Donnergrollen und Regenprasseln hörte. Aber nach einem Frühstück endete der Regen dann bald, wir bauten das Zelt ab und brachen bei ungewisser Wetterlage auf Richtung Schaffhausen.

Weiter über den Untersee Richtung Hochrhein ging es also, mit einem kurzen Stopp in Wangen, weil mein Paddelpartner dort auf Toilette musste. Aufgrund unserer Schnelligkeit fuhren die anderen schon mal vor. Die 5 Minuten Rückstand unsererseits sollten zu einem echten Problem werden. Wieder auf dem See wurde das Wetter minütlich schlechter, wir fuhren in eine Gewitterfront mit Starkregen buchstäblich rein. In der Ferne war bereits erkennbar, dass die anderen Kanus vom Kurs ab Richtung Ufer paddelten. Langsam setzte der Regen ein, erst nieselte es nur, bis ein wahrer Wolkenguss vom Himmel kam. Und während die anderen bereits das rettende Ufer erreicht hatten, waren wir noch mitten auf dem See. Die Blitze zuckten schon und machten uns Angst und Bange. Als höchster Punkt auf spiegelglatter Fläche ist man doch etwas gefährdet…

So angestrengt habe ich mich selten in meinen Leben, weshalb mit riesigen Paddelschlägen das Ufer gerade noch so erreicht wurde, ehe die Hölle losbrach und man keine 5m mehr weit sehen konnte. Das Ufer war Privatgelände, bot aber glücklicherweise Schutz durch einen kleinen Unterschlag (siehe Foto). Ich möchte nicht wissen, wozu der vorher gedient hat. Völlig durchnässt warteten wir sicher mehr als eine halbe Stunde, bis der Regen endlich abgeklungen war und sich bereits wieder blauer Himmel abzeichnete. Waren wir den Gewittern endlich entkommen?

Die Kanus, mit Wasser vollgelaufen, wurden ausgeschöpft und die Reise über den restlichen Teil des Untersees ging weiter. Bald erreichten wir Stein am Rhein, eine sehenswerte Schweizer Stadt beidseitig des Rhein, von einer Brücke verbunden, die wir mit immer schnellerer Geschwindigkeit durchfuhren. Denn es hatte die Störmung eingesetzt. Dem Untersee entschwunden befanden wir uns nun auf dem Hochrhein und mussten eine Lehrstunde über die Gefahren dort über uns ergehen lassen. Nicht unbedingt die Ausflugsdampfer und andere Boote, denen man leicht ausweichen kann, sondern die Schiffahrts-Zeichen, also Pfähle im Rhein, an die sich die Strömung reibt. Wer einmal zu nah an diesen Pfählen vorbeifährt, wird vom Strudel gepackt und nicht mehr losgelassen. Man ist also an den Pfahl gefesselt, wenn man nicht gleich kentert. Wie wir uns zu verhalten hatten wussten wir nun, musstes aber zum Glück nicht in der Praxis einsetzen. Unser Führer berichtete uns aber schon von diversen Rettungsmanövern seinerseits.

Von Stein am Rhein ging es dann auch nicht mehr sehr weit. Kilometermäßig schon, denn die Strömung wurde immer stärker, weshalb man leicht vier- bis fünfmal so schnell wurde wie aus eigener Kraft auf dem Untersee. Leider wurde auch das Wetter immer mieser. Wir entschieden uns, eine Mittagspause im Strandbad in Gailingen am Hochrhein (wieder Deutschland) zu machen, die unbewusst das Ende unser Tour bedeuten sollte. Vor unseren Augen sahen wir noch die sehenswerte Holzbrücke, die Gailingen mit dem Schweizer Örtchen Diessenhofen auf der anderen Seite des Rheins verbindet. Wie, als hätte man es erahnt, setzten bald wieder starke Regenfälle ein, die nicht enden wollten. Nach Schaffhausen hätten wir es nicht mehr rechtzeitig geschafft, zumal die meisten Teilnehmer doch sehr unmotiviert waren im Starkregen weiter zu paddeln. Durchnässt wie ich war auch. Wir wurden also dort abgeholt, zurück zum Wassersportgelände der Uni Konstanz gefahren, verstauten dort noch Boote und Ausrüstung und machten uns auf den Heimweg. Immerhin ein Trost: in Konstanz schüttete es genauso heftig.

Das in aller Kürze – auch wenn es nun ziemlich lang geworden ist. Bilder können die ganzen Geschichte besser erzählen. Ich spar mir die Kommentare, aber es ist chronologisch und man kann ganz gut anhand obiger Story den Reiseverlauf nachvollziehen.

Auch wenn diese Kanu-Tour teilweise eher einer Tortur glich, bin ich doch froh, diese sehr interessante Erfahrung gemacht haben zu dürfen, auch wenn es nicht ganz bis ans Ziel gereicht hat, was schon etwas Enttäuschung auslöste. Gerade bei dem doch sehr überfüllten Bodensee wären die Rheinfälle sicher sehr imposant gewesen. Auch hätte ich mich gefreut, an der deutschen Exklave in der Schweit, Büsingen am Hochrhein, entlang zu fahren. 3km mehr, dann wäre es soweit gewesen….

Bis Samstag Abend bei bestem Wetter war die Stimmung gut, danach schlug sie etwas um. Das Gewitter war ein krasses Erlebnis, hat aber Spaß gemacht. Wie dem auch sei: trotz aller Erschöpfung ist der Akku aufgeladen worden. Die herrliche Landschaft von Untersee und Hochrhein ist echt sehenswert. Jetzt kann die Lernphase also endlich beginnen!

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Ein Kommentar

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