OB-Kandidaten-Vorstellung: Uli Burchardt

Manchmal verlaufen Abende anders als geplant. Aber nicht unbedingt schlechter. Organisatorisches wurde auf Sonntag verschoben, es stand kurzfristiger Konsum von Spaß statt, unter anderem im Form des schönen Spiels „Werwolf“, wo ich endlich mal wieder brillieren konnte. Anyway: ich halt mich jetzt kurz, weil der Rucksack noch gepackt werden muss und es in knapp 6 Stunden bereits aufs Kanu geht. Selbst mir ausreichend Schlaf, den ich nun nicht mehr kriege, wäre es ein harter Tag. Naja, schaun wir mal…

Uli Burchardt werde ich nicht gesondert vorstellen, das Ganze aber vielleicht nachholen, da er mit Sicherheit in die Stichwahl kommt. Ich habe ihn heute per Briefwahl nicht gewählt, er ist aber nach wie vor in meinem engeren Kreis. Hätte ich seine Antworten vor meiner Wahl bekommen, hätte ich mich möglicherweise anders entschieden.  Meinen „Wasted Vote“ verbuche ich mal unter Wahlgeheimnis.

Hier jetzt noch seine Antworten auf meine Fragen – die 7. hat er galant ausgeklammert. Kommentieren tue ich aus oben genannten Gründen nicht mehr. Der Blog soll mir schließlich nicht mein Leben diktieren, doch aus Gründen der Fairness gegenüber den OB-Kandidaten sehe ich es als notwendig an, alle Antworten rechtzeitig zu veröffentlichen. Und das ist nun nunmal die letzte Gelegenheit…

 

1. Zuerst eine technische Frage: wer finanziert eigentlich mit wessen Geld Ihren Wahlkampf?

Da ich als unabhängiger Kandidat antrete, erhalte ich keine Unterstützung aus irgendeiner Parteikasse. Meinen Wahlkampf finanziere ich zu einem Teil aus Spenden. Die Freien Wähler haben dazu freundlicherweise ein Spendenkonto eingerichtet. Über die Identität der Spender werde ich jedoch nicht informiert und das ist gut so, denn so entstehen keine Abhängigkeiten. Was nicht durch Spenden abgedeckt ist, finanziere ich aus der eigenen Tasche.

2. Als Konstanzer OB haben sie auch mit Schweizern zu tun. Welche 3

Dinge schätzen Sie an unseren Nachbarn?

Es gibt weit mehr als drei Dinge, die ich an unseren Nachbarn schätze: Zunächst fasziniert mich ihre demokratische Tradition und ihre republikanische Gesinnung, die sie in ihrem politischen Alltag immer wieder unter Beweis stellen. Dann bewundere ich die Geradlinigkeit mit der sie Projekte in ihrem Gemeinwesen anstoßen, planen und umsetzen. Was sie anpacken, hat meistens Hand und Fuß, auch wenn es mal ein paar Franken mehr kostet. Schließlich schätze ich ihre Verbundenheit mit ihrer natürlichen alpinen und voralpinen Umwelt, die Sie gerne auch Heimatliebe nennen dürfen.

3. Viele Initiativen unterschiedlichster Art engagieren sich in Konstanz – gerade auch von Studenten. Diese brauchen – gerade wenn sie mit Kindern und Jugendlichen arbeiten – völlig zu Recht ein erweitertes Führungszeugnis. Diese mit etwa 50€ nicht unerheblichen Kosten werden momentan noch von der Stadt übernommen, was aber geändert werden soll. Würden Sie sich dafür einsetzen, dass erweiterte Führungszeugnisse für engagierte Menschen weiterhin kostenlos bleiben?

Wie ist generell ihre Haltung zum Thema Ehrenamt?

Ehrenamtliches Engagement ist ein wesentlicher Bestandteil einer Gesellschaft, die sich durch solidarisches Miteinander immer wieder selber hervorbringt und neu entwirft. Als jemand, der bei DLRG und Freiwilliger Feuerwehr, später als Studentensprecher und heute im Wirtschaftsrat, viele Jahre aktiv war und ist, weiß ich, dass dem Ehrenamt oft nicht die öffentliche Aufmerksamkeit zuteil wird, die es verdient. Deswegen hatte ich angekündigt, zu entscheiden, ob eine Stabsstelle für ehrenamtliches Engagement eingerichtet werden soll und ich habe mich festgelegt: Ich werde mich dafür einsetzen, eine solche Stelle zu schaffen, die Bürgerengagement fördert und koordiniert.

Zur konkreten Frage: Derzeit kostet das Zeugnis 13 Euro, Personen, denen dies nicht zuzumuten ist, können davon ausgenommen werden. Sollte die Beschlusslage der Gemeinde inzwischen eine andere sein, wird es Aufgabe des Inhaber oder der Inhaberin einer künftigen Ehrenamtsstelle sein, dies zu überprüfen und gegebenenfalls an die Erfordernisse der ehrenamtlich Tätigen ebenso wie an die der Stadt anzupassen. Mehr kann ein OB-Bewerber nicht versprechen, ohne schon vor der Wahl als Verwaltungsmonarch zu gelten, der nicht alle Beteiligten rechtzeitig anhört.

4. Ordnen Sie die 7 folgenden Begriffe nach Ihrer subjektiv empfundenen

Bedeutsamkeit für Konstanz (Gleichheit nicht erlaubt!):

1- Studenten

Klar, dass ich als Dozent an der HTWG die Studierenden besonders schätze. Sie machen rund ein Fünftel der Konstanzer Bevölkerung aus. Viele Konstanzerinnen und Konstanzer waren früher selbst an einer unserer Hochschulen eingeschrieben. Studierende kommen zuhauf aus anderen Städten und beleben und bereichern unser Gemeinwesen. Durch sie und ihre Hochschulen werden jährlich dreistellige Millionenbeträge in den lokalen und regionalen Wirtschaftskreislauf eingebracht. Die meisten von Ihnen sind Mitbürger auf Zeit, und wenn sie Konstanz wieder verlassen, sind sie im Idealfall positive Botschafter für unsere Stadt und unsere Region.

2- Schweizer

Vielfach werden unsere Nachbarn auf ihre Kaufkraft reduziert. Das wird aber nicht der Tatsache gerecht, dass wir eine jahrhundertelange  gemeinsame Vergangenheit haben. Noch weniger wird es der Tatsache gerecht, dass wir mit den Schweizern über eine EU-Außengrenze hinweg tagtäglich grenzüberschreitendes Miteinander praktizieren, was uns so selbstverständlich ist, dass es uns gar nicht mehr auffällt. Das ist ein gutes Zeichen. Ein Beispiel: In meiner Jugend waren Schweizer Guggenmusiken in Konstanz eher eine Ausnahme. Heute sind sie selbstverständlicher Bestandteil unserer Straßenfasnacht, auf deren liberale Offenheit wir zu Recht stolz sind. Unsere Nachbarn fordern und fördern unsere Offenheit und Toleranz und das wiegt mehr als die vermeintlichen Kulturunterschiede, die bei genauer Betrachtung übrigens gar nicht so groß sind, wie sie gerne dargestellt werden.

3-Touristen

Auch Touristen möchte ich nicht auf ihren Geldbeutel reduzieren. Es sind immer noch Individuen und Familien die zu uns kommen und nicht nur Zahlesel. Ich möchte, dass sie sich als Gäste hier wohlfühlen und gerne wiederkommen. Aber es geht nicht um Massentourismus, sondern um Qualität. Das bedeutet Kultur- und Thementourismus, der den Gästen nachhaltig mehr anbietet, als ein wenig Straßenmusik und Gaukler auf der Marktstätte. Dazu gehört auch, dass sie vom Hafen oder Bahnhof kommend orientiert werden und daran hapert es immer wieder. Hier gibt es erheblichen Verbesserungsbedarf, den ich in einer kombinierten Stadtmarketingorganisation mit Tourismus, Wirtschaftsförderung und Standortmarketing aus einem Guss ansiedeln will.

4-Solaranlagenbauer

Sie repräsentieren einen wesentlichen, der Nachhaltigkeit verpflichteten Wirtschaftszweig in unserer Stadt. Ich will, dass Konstanz auch zukünftig Solarstadt bleibt und dafür gibt es sehr gute Ansätze. Insbesondere in der Forschung und Entwicklung haben wir mit den zwei Hochschulen erstklassige Standortbedingungen. Nun gilt es, sich auch im Land und beim Bund dafür einzusetzen, dass die deutsche Solarbranche weiterhin stabile Zukunftsaussichten bekommt. Gleichzeitig aber setze ich mich dafür ein, dass die Konstanzer Wirtschaftdurch Vielfalt und Diversität geprägt ist und nicht durch ein Branchenmonopol.

5- Papst

Der Papst ist als Oberhaupt der katholischen Kirche für viele Mitbürgerinnen und Mitbürger eine außerordentlich wichtige Persönlichkeit in ihrem ganz privaten Glaubensleben. Dies gilt es zu respektieren, denn dieser Respekt ist die Grundlage für eine Gesellschaft der Freiheit und Toleranz. Natürlich gilt dies im Gegenzug auch für diejenigen, die sich aus ganz persönlichen Gründen anders entscheiden.

In der Stadtgeschichte hatten Päpste auch schon mal eine wichtigere Rolle gespielt als heute, vor allem während des Konstanzer Konzils, als gleich drei von ihnen hier um das Vorrecht stritten der einzig wahre Papst zu sein. Bekanntermaßen wurde 1417 in einem Kaufhaus am See anders entschieden. Ohne dieses Weltereignis wären wir zweifellos um einen großen Teil unseres historischen Erbes ärmer geblieben.

6- Bodenseefelchen

Der Versuchung das symbolträchtige Tier ganz nach oben zu ranken, habe ich nurschwer widerstanden. Aber der Bodenseefelchen steht glücklicherweise nicht auf der Liste bedrohter Arten, dafür aber auf den Speisekarten der Region. Dies wiederum ist Wirtschaftsgrundlage vieler Zuchtanstalten rund um den Bodensee. Dass sich am Felchen Begriffe wie Gewässerschutz, Überfischung, Wirtschaftswandel und grenzüberschreitende Fischereiregeln festmachen, versteht sich von selbst, auch wenn diese hier auszuführen kein Raum ist.

7- Oberbürgermeister.

Ich würde nicht kandidieren, wenn ich das Amt des Oberbürgermeisters gering schätzen würde. Zu meinem Verständnis von Amtsführung gehört neben Fachkompetenz und Führungserfahrung aber auch die Qualität der Demut vor der großen Aufgabe. Und dazu gehört eben auch, sich nicht immer in die erste Reihe zu drängeln.

 

 

5. Wie Sie sicher im Stadtentwicklungsprogramm „Zukunft Konstanz 2020“ gelesenhaben (Gesamtdokument, S. 68) besteht die Idee eines Kreuzfahrtschiffes auf dem Bodensee. Zitat: „Einig sind sich die Experten auch darin, dass ein Kreuzfahrtschiff auf

dem Bodensee der Region nachhaltig Impulse verleihen würde.“

Würden Sie diese Idee unterstützen – gerade auch unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit?

Der Bodensee leidet sicher nicht an einem Mangel an Schiffahrt. Wo diese ausgeweitet werden soll, bedarf es einer sorgfältigen Prüfung der Wirtschaftlichkeit, vor allem aber auch der Umweltverträglichkeit.  Die Zurechnung eines Kreuzfahrtschiffes allein zur älteren Generation, wie dies im Gesamtdokument geschieht, finde ich zudem recht kurzsichtig und wenig charmant. Die Idee eines kombinierten Tagungs- und Kreuzfahrtschiffes finde ich dagegen interessanter.  Nachhaltigkeit heißt ja nicht, nur mit Senioren zu planen, sondern Generationen zusammenzuführen, anstatt sie zu dividieren. Wie auch immer man aber entscheidet, muss eins solches Schiff in seinen Dimensionen zum Bedarf,zur restlichen Schifffahrt und vor allem zur Landschaft passen.

6. Der Wert der Freiheit spielt auch in Konstanz eine große Rolle.

Diskussionen über das Glasverbot oder die Sperrstunde machen deutlich, dass zu Freiheit auch Verantwortung gehört. Was ist ihre persönliche Definition von „Freiheit“?

Freiheit bedeutet für mich die immer wiederkehrende konstruktive und inhaltliche Auseinandersetzung mit den Ansprüchen anderer. Sie bedeutet dann auch, dass ich ungezwungen und frei die Konsequenzen aus dieser Auseinandersetzung ziehen und diese frei und offen kommunizieren kann.  Dies geschieht natürlich im gegenseitigen Zugeständnis der gleichen Freiheitsrechte und im Rahmen jener Rechtsordnung, die in dem Verfahren entstanden ist, das sie nun beschützt – im freien Austausch von Ideen und Argumenten.

 

Hört sich doch ganz gut an. Bei meinem nächsten Blogpost wissen wir schon mehr, nämlich wer die Stichwahl erreicht. Ich bin gespannt und freue mich aufs Ergebnis, jetzt aber erstmal auf mein Bett und dann die Kanutour nach Schaffhausen 😉



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OB-Kandidaten-Vorstellung: Mykola Neumann

Da gabs heute doch noch 2 Antworten im Postfach: Mykola Neumann und Uli Burchardt. Erstere kommt jetzt auch zuerst, letzterer in 2-3h noch, samt einem kleinen Ausblick.

Ich bin in Eile, deshalb schnell: Mykola Neumann ist Anwalt, wohnt seit seinem Jura-Studium in Konstanz, ist verheiratet und hat 2 Kinder. Weitere Infos hier: http://www.mykola-neumann.info/standpunkte.html

Kommen wir gleich zu den Antworten:

1. Zuerst eine technische Frage: wer finanziert eigentlich mit wessem
Geld Ihren Wahlkampf?

Niemand, ich zahle alles selbst. Das sind ziemlich genau 2.000 € (Twizy Mobil, Flyer- und Plakatdruck, Webspace).
Alles andere wird selbst gemacht (Fotos, Flyerlayout, Plakatlayout, Webseitenprogrammierung).

 

Immerhin 2000€ Eigenbudget.

 

2. Als Konstanzer OB haben sie auch mit Schweizern zu tun. Welche 3
Dinge schätzen Sie an unseren Nachbarn?

Politisch ihre direkte Demokratie und menschlich ihre Freundlichkeit.
Kulturell ihre Schokolade und die herrlichen Berge.

Auch endlich mal jemand, der die Berge liebt.

3. Viele Initiativen unterschiedlichster Art engagieren sich in Konstanz
- gerade auch von Studenten. Diese brauchen - gerade wenn sie mit
Kindern und Jugendlichen arbeiten - völlig zu Recht ein erweitertes
Führungszeugnis. Diese mit etwa 50€ nicht unerheblichen Kosten werden
momentan noch von der Stadt übernommen, was aber geändert werden soll.
Würden Sie sich dafür einsetzen, dass erweiterte Führungszeugnisse für
engagierte Menschen weiterhin kostenlos bleiben?
Wie ist generell ihre Haltung zum Thema Ehrenamt?

Die Kosten muss die Stadt weiter übernehmen. Wer ehrenamtlich arbeitet darf nicht auch noch dafür zahlen müssen.
Ich bin für eine Einrichtung einer Koordinationsstelle (wenigstens Halbtags) für ehrenamtliche Tätigkeit. Das würde auf Dauer sicher der Stadt mehr einsparen, als es kostet. Wir werden noch viel mehr Ehrenamt aufgrund der demographischen Entwicklung brauchen.

Ist er nicht der einzige.

 

4. Ordnen Sie die 7 folgenden Begriffe nach Ihrer subjektiv empfundenen
Bedeutsamkeit für Konstanz (Gleichheit nicht erlaubt!): Touristen,
Papst, Studenten, Schweizer, Bodenseefelchen, Solaranlagenbauer,
Oberbürgermeister.
Gerne auch mit Begründung!

 

Ordnen Sie die 7 folgenden Begriffe nach Ihrer subjektiv empfundenen Bedeutsamkeit für Konstanz (Gleichheit nicht erlaubt!):

1. Schweizer: bringen Geld und Leben in die Stadt, wichtig, sind unsere freundlichen Nachbarn
2. Touristen: bringen Geld und Leben in die Stadt, auch sehr wichtig, sind auch freundlich, aber regelmäßig nicht unsere Nachbarn
3. Studenten: Machen die Stadt jung und halten sie lebendig (war selber mal einer hier).
4. Solaranlagenbauer: Bringen hoffentlich noch lange Geld in die Stadtkasse. 
5. Bodenseefelchen: Mmmh,lecker, gibt´s bei uns am Bodensee. 
6. Papst: Hat für Millionen gläubige Katholiken eine zentrale Bedeutung, wohnt aber nicht in Konstanz.
7. Oberbürgermeister: Steht hier an letzter Stelle, ein guter Schluss ziert alles ;-)



5. Wie Sie sicher im Stadtentwicklungsprogramm "Zukunft Konstanz 2020"
gelesen haben (Gesamtdokument, S. 68)
besteht die Idee eines Kreuzfahrtschiffes auf dem Bodensee. Zitat:
"Einig sind sich die Experten auch darin, dass ein Kreuzfahrtschiff auf
dem Bodensee derRegion nachhaltig Impulse verleihen würde."
Würden Sie diese Idee unterstützen - gerade auch unter dem Aspekt der
Nachhaltigkeit?

Grundsätzlich ja. Jede Idee in dieser Richtung sollte gedacht werden. Attraktionen ziehen Gäste an. Ich frage mich nur, wie groß so ein Schiff sein muss oder darf, damit es ein Kreuzfahrtschiff ist, welchen Tiefgang es überhaupt haben darf. Und ich würde mir wünschen, dass die Attraktion darin besteht, dass es dicht mit Solarzellen bedeckt ist und Brennstoffzellen an Bord hat, also elektrisch fährt. (Klar doch, Solarzellen reichen da nicht,  aber es wäre ein Symbol und das Schiff müsste halt Ökostrom tanken.)

Das Nachhaltigkeitsdenken scheint „in“ zu sein.

6. Der Wert der Freiheit spielt auch in Konstanz eine große Rolle.
Diskussionen über das Glasverbot oder die Sperrstunde machen deutlich,
dass zu Freiheit auch Verantwortung gehört. Was ist ihre persönliche
Definition von "Freiheit"?

Nur die Gedanken sind wirklich frei, Freiheit ist für mich ein Gefühl, z.B. wenn ich auf einem hohen Berg sitze und bei Sonnenschein und klarer Luft über die Alpengipfel schaue, oder wenn ich hoch am Wind bei herrlichem Wetter am Ruder eines Segelboots stehe und genieße.

Doch folgende Zitate sind mir im Hinblick auf unsere Freiheit wichtig:

Artikel 2 Grundgesetz

(1) Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt.

(2) Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist unverletzlich. In diese Rechte darf nur auf Grund eines Gesetzes eingegriffen werden.

und

Die Fähigkeit, das Wort „Nein“ auszusprechen, ist der erste Schritt zur Freiheit.

(Nicolas Chamfort)

und da wäre

noch dieser Liedtext

Die Freiheit

Vor ein paar Tagen ging ich in den Zoo,
die Sonne schien, mir war ums Herz so froh.
Vor einem Käfig sah ich Leute stehn,
da ging ich hin, um mir das näher anzusehn.

„Nicht füttern“ stand auf einem großen Schild
und „bitte auch nicht reizen, da sehr wild!“
Erwachsene und Kinder schauten dumm,
und nur ein Wärter schaute grimmig und sehr stumm.

Ich fragte ihn: „wie heißt denn dieses Tier?“
„Das ist die Freiheit!“ sagte er zu mir,
„die gibt es jetzt so selten auf der Welt,
drum wird sie hier für wenig Geld zur Schau gestellt.“

Ich schaute und ich sagte: „Lieber Herr!
Ich seh ja nichts, der Käfig ist doch leer!“
„Das ist ja grade“, sagte er, „der Gag!
Man sperrt sie ein und augenblicklich ist sie weg!

Die Freiheit ist ein wundersames Tier
und manche Menschen haben Angst vor ihr.
Doch hinter Gitterstäben geht sie ein,
denn nur in Freiheit kann die Freiheit Freiheit sein.

G. Danzer / G. Danzer

Erst dachte ich: der typische Jurist. Jetzt denke ich: er ist auch ein Poet 😉

7. und zum Abschluss: Welchen ihrer OB-Kandidats-Konkurrenten würden Sie am ehesten wählen und warum?

Sehr schwierige Frage, weil jeder der Kandidaten etwas besonderes ist. Die menschliche / freundliche Art und / oder die beruflichen Fähigkeiten sind da zu nennen. Oder die Art sich zu präsentieren. Ich würde wohl Benno Buchczyk als Pirat wählen, weil er ein sehr guter Redner ist und die Bürgerbeteiligung und Transparenz in seiner Partei ganz oben steht, und er als Verwaltungswissenschaftler gute fachliche Grundlagen mitbringt.

Die beiden kennen sich ja auch durch Stammtische der Piratenpartei.

Dort habe ich auch mal mit Mykola Neumann geredet. Er ist ein sympathischer Kandidat, dem ich aber nicht meine Stimme gegeben habe. Die Konkurrenz ist einfach zu groß 😉

Dabei will ich es auch belassen: bis später, mit Uli Burchardt…

Nachtrag: Antworten von Roman Urban

Roman Urban hat mir doch noch geantwortet. Ich lass es mal unkommentiert und wünsche viel Vergnügen!

 

Lieber Christoph,

gerade entdecke ich deine Anfrage auf meinem Blog.
Hier die Antworten:
1. Zuerst eine technische Frage: wer finanziert eigentlich mit wessem
Geld Ihren Wahlkampf?
Ich selbst aus eigener Tasche

 

2. Als Konstanzer OB haben sie auch mit Schweizern zu tun. Welche 3
Dinge schätzen Sie an unseren Nachbarn?
– Ein gleichschenkliges Kreuz auf der Fahne. (Gehört auch auf unsere Kirchen)
– Hoher Grad an demokratischer Mitbestimmung
– Mehr Wahrheitsbewegung als in Deutschland wie zum Beispiel die Anti-zensur-konferenz

 

3. Viele Initiativen unterschiedlichster Art engagieren sich in Konstanz
– gerade auch von Studenten. Diese brauchen – gerade wenn sie mit
Kindern und Jugendlichen arbeiten – völlig zu Recht ein erweitertes
Führungszeugnis. Diese mit etwa 50€ nicht unerheblichen Kosten werden
momentan noch von der Stadt übernommen, was aber geändert werden soll.
Würden Sie sich dafür einsetzen, dass erweiterte Führungszeugnisse für
engagierte Menschen weiterhin kostenlos bleiben?

– Würde ich unterstützen. Das Bedienungslose Grundeinkommen wird dabei sicherlich auch helfen.
Wie ist generell ihre Haltung zum Thema Ehrenamt?
Nach der Einführung des Bedienungslosen Grundeinkommen wird es mindestens 10 Mal mehr ehrenamtliche Helfer geben. Dadurch bekommen wir eine richtige solidarische Gesellschaft.

 

4. Ordnen Sie die 7 folgenden Begriffe nach Ihrer subjektiv empfundenen
Bedeutsamkeit für Konstanz (Gleichheit nicht erlaubt!):

Studenten (in Zukunft sechs Semester in einem nach Schetinin Methode, siehe http://www.1hal.de)
Touristen (lernen unsere Methoden für ein glückliches Leben)
Schweizer (gute Nachbarn, werden unsere Methoden als erstes übernehmen)
Bodenseefelchen (werden sich vermehren, da es mehr Vegetarier geben wird)
Oberbürgermeister (kennt eine Methode für glückliche Menschen)
Solaranlagenbauer (besser sind freie Energien, da Wetter unabhängig)
Papst (Marionette der reichsten Organisation der Welt)

 

5. Wie Sie sicher im Stadtentwicklungsprogramm „Zukunft Konstanz 2020“
gelesen haben (Gesamtdokument, S. 68)
besteht die Idee eines Kreuzfahrtschiffes auf dem Bodensee. Zitat:
„Einig sind sich die Experten auch darin, dass ein Kreuzfahrtschiff auf
dem Bodensee der Region nachhaltig Impulse verleihen würde.“
Würden Sie diese Idee unterstützen – gerade auch unter dem Aspekt der
Nachhaltigkeit?

– Nein, große Schiffe belasten die Ruhe der kleinen Hobby und Fischerei Schifffahrt. Ein Kreuzfahrtschiff würde auch durch die Musik die Nachtruhe der Bewohner stören.

 

6. Der Wert der Freiheit spielt auch in Konstanz eine große Rolle.
Diskussionen über das Glasverbot oder die Sperrstunde machen deutlich,
dass zu Freiheit auch Verantwortung gehört. Was ist ihre persönliche
Definition von „Freiheit“?

Freiheit bedeutet 1 Hektar Land für jede Familie auf dem Land zur freien Verfügung, Bedienungsloses Grundeinkommen für jeden Bürger in der Stadt, regionale, zinsfreie, staatliche Währung und Steuerbefreiung für alle Menschen. Glaubensfreiheit liegt vor, wenn ich durch meinen Glauben anderen ihre Freiheit, Meinung und Leben lasse. (Kirchenglocken stören die Freiheit und Ruhe von Nichtchristen)

 

7. und zum Abschluss: Welchen ihrer OB-Kandidats-Konkurrenten würden
Sie am ehesten wählen und warum?
Ich würde alle Wählen da ich in jedem Menschen das Gute sehe, auch wenn ich damit meinen Wahlzettel ungültig mache. Dankeschön und Alles Liebe.

Alles Liebe dir lieber Christoph,
dein Roman
http://www.1hal.de

OB-Kandidaten-Vorstellung: Sylvia Großmann

Deutschland hat verloren, doch die Traurigkeit hält sich in Grenzen. So richtige EM-Stimmung kam ohnehin bei mir wenig auf.

Widmen wir uns nun der Kandidatin Sylvia Großmann, der aktuell letzten Person, die mir meine Fragen beantwortet hat. Von Uli Burchardt ist nichts zu hören – dem nimmt der Sükurier ja auch seine Arbeit ab…

Apropros Fragen: die kann man sich leider nicht patentieren lassen, weshalb einige andere auch auf den Zug aufgesprungen sind, wobei doch durchaus interessante Antworten herauskamen.

http://www.see-online.info/category/obwahlkn2012/ ist auf die 5 chancenreichsten Kandidaten beschränkt.Sehr fair…

Deutlicheren Mehrwert hat da die Website der Bewegung „Occupy Konstanz“, die doch recht kontrovers diskutierte Themen wie „Bedingungsloses Grundeinkommen“ und einiges anderes abfragen. Die bisherigen Antworten, unter anderem von Roman Urban,  findet man hier: http://www.occupykonstanz.de/

Auch Frau Großmann hat dort schon geantwortet. Die 53-jährige studierte Politik- und Verwaltungswissenschaftlerin  ist derzeit Besitzerin eines Geschäfts in den Konstanzer Innenstadt, hat in ihrem Leben aber schon viel anderes gesehen. Vor allem engagierte sie sich als Unternehmensberaterin und  im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit in Südamerika, ehe sie Konstanz wieder  für sich entdeckte, wo sie seit Jahren nun auch Stadtführerin ist. Sie kennt sich also aus! Weitere Infos hier: http://www.sylvia-grossmann.de/index.html

Kommen wir auch gleich zu ihren Antworten – die schlechte bzw. andere Formatierung bitte ich zu entschuldigen, irgenwas klappt heute nicht, wie es sollte.

1. Zuerst eine technische Frage: wer finanziert eigentlich 
mit wessem Geld Ihren Wahlkampf? 
Ich selbst mit meinem Geld. Wes Brot ich ess, des Lied ich sing.
Ich will keine Verpflichtungen eingehen, aus denen die Geldgeber 
nachher Forderungen an mich bzw. mein Amt ableiten.

Konsequent und eigentlich auch richtig:
Erfolg hat man damit jedoch kaum.

2. Als Konstanzer OB haben sie auch mit Schweizern zu tun. 
Welche 3 Dinge schätzen Sie an unseren Nachbarn? 
Die direkte Demokratie, 
das Sich-Behaupten-können im EU-Raum und 
den Unwillen, Hochdeutsch zu sprechen.

Gefällt mir auch gut. 
3. Viele Initiativen unterschiedlichster Art engagieren sich 
in Konstanz - gerade auch von Studenten. Diese brauchen - 
gerade wenn sie mit Kindern und Jugendlichen arbeiten - 
völlig zu Recht ein erweitertes Führungszeugnis. 
Diese mit etwa 50€ nicht unerheblichen Kosten werden momentan 
noch von der Stadt übernommen, was aber geändert werden soll. 
Würden Sie sich dafür einsetzen, dass erweiterte 
Führungszeugnisse für engagierte Menschen weiterhin kostenlos 
bleiben? 
Selbstverständlich. Freiwilliges Engagement 
finanziell zu bestrafen, 
ist nicht akzeptabel.

 Wie ist generell ihre Haltung zum Thema Ehrenamt? 
Die Stadt sollte wenigstens eine Halbtagsstelle für das 
Bürgerschaftliche Engagement einrichten.
Dies hat der Gemeinderat bisher leider verhindert.

Der Gemeinderat verhindert noch ganz andere Dinge. 
Bleibt zu wünschen, dass die Piraten und vor allem mal Studenten
jeglicher Couleur ihn aufmischen.

4. Ordnen Sie die 7 folgenden Begriffe nach Ihrer subjektiv 
empfundenen Bedeutsamkeit für Konstanz (Gleichheit nicht erlaubt!):
1. Touristen:
 bringen Devisen und tragen die Bedeutung der Stadt in die Welt
2. Schweizer: bringen ebenfalls Devisen, sind aber sehr sparsam 
(eben Schwaben)
3. Studenten: beleben die Stadt und tragen ihre Bedeutung in die 
(wissenschaftliche) Welt 
4. Solaranlagenbauer: gehen nach China
5. Bodenseefelchen: kommen aus Japan
6. Oberbürgermeister: kommt hoffentlich aus Konstanz
7. der Staub unter meinem Bett: seit gestern Geschichte!
8. das Unkraut auf den Bahngleisen: juckt niemanden
9. Papst: wer oder was ist das, und wenn ja: welcher?

Nach Unkraut und Staub hatte ich nicht gefragt: aber jetzt sind 
wir alle schlauer. Ansonsten eine doch sehr treffende Analyse: 
wusste garnicht, dass die "Bodenseefelchen" nicht frisch gefangen
 sind, sondern tatsächlich aus Japan stammen sollen. Meine kurze 
Recherche findet aber nichts drüber: für mich bleiben 
Bodenseefelchen also Bodenseefische. Solaranlangenbauer nach 
China hat sie aber gut erkannt. Als Stadtführerin misst sie den 
Touristen die größte Bedeutung zu, den Papst scheint sie nicht so
 zu mögen. 

5. Wie Sie sicher im Stadtentwicklungsprogramm "Zukunft Konstanz 
2020" gelesen haben (Gesamtdokument, S. 68) besteht die Idee 
eines Kreuzfahrtschiffes auf dem Bodensee. Zitat: 
"Einig sind sich die Experten auch darin, dass ein 
Kreuzfahrtschiff auf dem Bodensee der Region nachhaltig Impulse 
verleihen würde." Würden Sie diese Idee unterstützen - 
gerade auch unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit? 
Das war ursprünglich und schon vor Jahren meine Idee...
Aber bitte nicht mit Dieselmotor, sondern mit Solarantrieb.

Ist das so? Dann glauben wir ihr das mal. 

6. Der Wert der Freiheit spielt auch in Konstanz eine große 
Rolle. Diskussionen über das Glasverbot oder die Sperrstunde 
machen deutlich, dass zu Freiheit auch Verantwortung gehört. 
Was ist ihre persönliche Definition von "Freiheit"? 
Die Freiheit jedes einzelnen hört immer da auf, wo die des 
anderen anfängt. 
Auch kategorischer Imperativ genannt.

Frei nach Kant. Warum nicht. Trifft meinen Geschmack.  

7. und zum Abschluss: Welchen ihrer OB-Kandidats-Konkurrenten 
würden Sie am ehesten wählen und warum?
Nicht wählen würde ich Sabine Reiser und noch ein, zwei andere. 
Sonst könnte ich mir jede/n im Amt vorstellen. 
Man wächst mit seinen Aufgaben,
das gilt für das Amt der Bundeskanzlerin (siehe Angela von vor 10 Jahren)
und muss auch für die/den Konstanzer OB gelten.

Wer sind die ein zwei anderen? Ich habe da so eine Vermutung... 

Blöe Formatierung, die sich nicht ändern lässt. Frau Großmann ist 
abzunehmen, sich für die Belange der Konstanzer einzusetzen, 
teilt im Wahlkampf aber auch  gern mal aus. 
Wir dürfen gespannt sein, wieviel Prozente sie bekommt.

Morgen folgt nochmals eine kurze Vorstellung der übrigen Kandidaten und
ein Ausblick auf Sonntag. 
Ich mach jetzt Schluss, weil mich diese Formatierung voll frustriert 
und jeder Änderungsversuch nicht klappen möchte...

OB-Kandidaten-Vorstellung: Thomas Linz

Bevor ich mit Verspätung durch das Elfmeterschießen des Derby der Iberischen Halbinsel den OB-Kandidaten Thomas Linz vorstelle ein paar Informationen/Ankündigungen.

Die Podiumsdiskussion an der Universität kann man sich in voller Länge hier anschauen: http://streaming.uni-konstanz.de/talks-events/podiumsdiskussion-ob-kandidatinnen/

Die Antwortmail von Frau Sylvia Großmann hatte ich leider übersehen – die wird aber jetzt zuguterletzt noch morgen vorgestellt. Uli Burchardt ist nochmal nachgefragt, Henning Tartsch und Klaus Springer machten bereits beim ersten Mailverkehr deutlich, dass sie wohl eher kein Interesse an der Beantwortung haben…

Vorstellen werde ich sie aber noch kurz. Am Wochenende mache ich eine Kanutour von Konstanz zu den Rheinfällen in Schaffhausen (hoffentlich nicht hinunter), weshalb ich die Kandidaten bei Noch-Beantwortung notfalls in einen Artikel quetsche bzw. mehrere aufmache. Sonntag Abend stehen die Ergebnisse dann wohl fest, Deutschland ist aber (hoffentlich) in kollektiven Freudentaumel versunken – nein, nicht wegen eines neuen OB in Konstanz…

Auch wenn die ersten Klausuren nahen, mache ich natürlich noch begrenzt weiter mit der Berichterstattung über die Oberbürgermeisterwahl. Damit nicht genug: am 12. Juli finden Uni-Wahlen für das Studentenparlament statt. Mir schwant vor, den politischen Hochschulgruppen, die zur Wahl antreten, ebenfalls eine kurze Fragenliste zu schicken. Gerade jetzt, wo am heutigen Tag  die  „Verpasste Studierendenschaft“ von Grün-Rot arrogant durchgedrückt wurde. Das ist mir auch nochmal einen Extra-Artikel wert. Auf die Gefahr hin, mich noch unbeliebter zu machen… 😀

Noch bin ich ja auch Mitglied der Piratenpartei. Das Austrittsformular liegt schon unterschrieben hier, aber ich werde noch den 27. Juli abwarten. Dann ist nämlich Aufstellungsversammlung für die Bundestagswahl. Das weckt gerade bei der Piratenpartei natürlich Begehrlichkeiten, es dürften einige Kandidaten antreten. Die würde ich auch gern löchern – wenn ein Pirat mir nicht antwortet, ist er eh unwählbar 😉

Grund für das Ganze: sehr viele, sehr positive Rückmeldungen. Warum das Ganze also nicht noch ein wenig ausbauen und auf andere Felder ausweiten. Letztlich heißt der Blog ja auch „Konstranzparency“ – darum soll es ja auch gerade gehen: Politik in Konstanz inverschiedensten Facetten sichtbar machen. Nicht nur, aber auch. Falls jemand fiese Fragen hat, die ich stellen kann – nur her damit!

Jetzt kommen wir aber zu Thomas Linz, mit dem ich mich heute im „Ziegelhof“ in Petershausen auf eine Sprite (ich) bzw. ein Johannisbeersaft (er)  getroffen habe. Er bat mich um das Gespräch um seinen Ärger über den Südkurier Luft zu machen, dessen tendenziöse Berichterstattung Sachverhalte verfälscht darstellen würde. Ich könnte ja mit meinem Blog wenigstens dafür sorgen, einen Bruchteil der Konstanzer (vermutlich ohnehin kaum Südkurierleser) aufzuklären.

Zuerst aber zur Person: Thomas Linz stammt aus Rottweil, ist 38 Jahre alt und einer der letzten verbliebenen Magister-Studenten der Universität Konstanz mit den Fächern Soziologie, Literatur und Philosophie und weit über 20 Semestern. Diese Gattung ist ja leider von den Aussterben bedroht, umso mehr hat es mich gefreut, noch mal einen Aktiven zu treffen. Ich möchte nicht sagen, das früher alles besser war, aber ein Magister mit Politik, Geschichte und VWL hätte mich doch sehr gereizt. Ging bloß nicht mehr…

Im Moment macht er Pause, da er in Elternzeit ist, und arbeitet nebenbei in der Veranstaltungsbetreuung im Kulturzentrum am Münster. Informationen, auch zum Programm,  auf seiner Website: http://thomaslinzkn.wordpress.com/

Wir habens uns nett unterhalten und er zeigte mir ein wenig internen Schriftverkehr, der jedoch nicht veröffentlicht werden sollte. Bis auf das Schreiben, was ich heute Nachmittag veröffentlicht habe.

Sein Ärger über den Südkurier scheint sich aus mehreren Quellen zu speisen: einerseits bezichtigt er ihn, eine Kampagne für OB-Kandidaten Uli Burchardt zu fahren. Da ich ihn nicht lese, kann ich das nicht einschätzen. Ideologisch würde es aber passen. Bei einem Printmedium mit Monopolstellung ist das natürlich bedenklich…

Außerdem würde er in Artikeln des Südkuriers gar keine Erwähnung mehr finden. Auf Fragen hätte er zwar nicht geantwortet, im Gegensatz zu einem anderen Kandidaten, wo dies explizit stand, wurde er jedoch einfach weggelassen.

Bei der gestrigen Südkurier-Podiumsdiskussion im Konzil fehlte er nach bewusster Absage seinerseits, um Solidarität mit Roman Urban zu zeigen. Wie ich es schon tat prangert Herr Linz das scheinbar undemokratische Verhalten des Südkurier an, Roman Urban von der Diskussion auszuschließen. Er war dann wie dieser aber vor dem Konzil mit einem Wahlkampfstand vertreteten. Er bat mich folgenen Erklärung seinerseits  zu verlinken: http://thomaslinzkn.wordpress.com/2012/06/26/absage-meiner-teilnahme-bei/

Von der Pflicht nun zur Kür: seine Antworten auf meine Fragen.

1. Zuerst eine technische Frage: wer finanziert eigentlich mit wessen
Geld Ihren Wahlkampf?

In meinen Wahlkampf stecke kein Geld. Bis gestern zum 26.06.2012, dann kamen ca.50€ (25€ Sondernutzungserlaubnis, 18,80€ für laminierte Din A3 Plakate und Kleinigkeiten für den Infostand) hinzu.

Ich investiere nur meine Zeit, Nerven und etwas Druckertinte und -papier.

Leider habe ich mittlerweile festgestellt, dass, wenn man noch ein Leben neben dem Wahlkampf führen will und finanzieren muss, diese Zeit viel zu knapp ist, um alles allein zu managen. Auch fast alle meine Unterstützer haben, neben Arbeit, Familie, etc. und anderen Verpflichtungen, leider nicht allzu viel davon übrig.

Wenigstens ehrlich. Das schätze ich. Als Langzeitstudent hat man ja auch nicht viel Geld auf der hohen Kante.

2. Als Konstanzer OB haben sie auch mit Schweizern zu tun. Welche 3
Dinge schätzen Sie an unseren Nachbarn?

An unsern Schweizern Nachbarn schätze ich, durch meine persönlichen Erfahrungen bei der EM 2008 in Basel als Volunteer:

  • Ihre Freundlichkeit und Offenheit
  • Ihre gute Organisation und Pünktlichkeit
  • Ihre Bereitschaft zu helfen und zu unterstützen

Alle Kandidaten schätzen etwas Unterschiedliches, gleichwohl diese Punkte alle schonmal irgendwie aufgetaucht sind. Ich kenne garnicht viele Schweizer näher, eher fast keinen, weshalb ich das garnicht so bestätigen kann. Schade eigentlich…

3. Viele Initiativen unterschiedlichster Art engagieren sich in Konstanz
– gerade auch von Studenten. Diese brauchen – gerade wenn sie mit
Kindern und Jugendlichen arbeiten – völlig zu Recht ein erweitertes
Führungszeugnis. Diese mit etwa 50€ nicht unerheblichen Kosten werden
momentan noch von der Stadt übernommen, was aber geändert werden soll.
Würden Sie sich dafür einsetzen, dass erweiterte Führungszeugnisse für
engagierte Menschen weiterhin kostenlos bleiben?
Wie ist generell ihre Haltung zum Thema Ehrenamt?

Ja mit Sicherheit. Ehrenamtliche Tätigkeiten und Bürgerliches Engagement halte ich für die wichtigsten zu fördernden Aspekte unserer Gesellschaft.

Eine kleine Aufwandsentschädigung oder zumindest das genannte Übernehmen der ‚bürokratischen Kosten‘ von 50,-€ durch die Stadt Konstanz, halte ich für unbedingt erhaltenswert.

Bei der Ausübung eines Ehrenamtes kann man auf jeden Fall viele persönliche Erfahrungen in Bereichen sammeln, die man sonst im ’normalen Alltagsleben‘, nicht kennenlernen würde.

Wurde alles schon irgendwie gesagt: ich unterschreibe das!

4. Ordnen Sie die 7 folgenden Begriffe nach Ihrer subjektiv empfundenen
Bedeutsamkeit für Konstanz (Gleichheit nicht erlaubt!): Touristen,
Papst, Studenten, Schweizer, Bodenseefelchen, Solaranlagenbauer,
Oberbürgermeister.
Gerne auch mit Begründung!

Bodenseefelchen

Studenten

Schweizern

Oberbürgermeister

Touristen

Papst

Solaranlagenbauer

Er spart sich die Begründung. Den Papst höher als Solaranlagenbauer einzuschätzen ist wohl auch eher schwer zu begründen, sondern eher eine Frage, welche Religion man vorzieht… Auch Touristen sind eher unwichtig, Bodenseefelchen hingegen sehr wichtig. Aber ohne Begründungen lohnt sich das Kommentieren hier nicht.

5. Wie Sie sicher im Stadtentwicklungsprogramm „Zukunft Konstanz 2020“
gelesen haben (Gesamtdokument, S. 68)
besteht die Idee eines Kreuzfahrtschiffes auf dem Bodensee. Zitat:
„Einig sind sich die Experten auch darin, dass ein Kreuzfahrtschiff auf
dem Bodensee der Region nachhaltig Impulse verleihen würde.“
Würden Sie diese Idee unterstützen – gerade auch unter dem Aspekt der
Nachhaltigkeit?

Ich bin kein Schifffahrtsexperte und kenne auch keinen, dennoch beantworte ich diese Frage einfach mal so ;-).

Auf dem Bodensee gibt es neben vielen privaten Segel- und Motorbooten, die Motorschiffe, Fähren und den Katamaran verschiedener Schifffahrtsunternehmen, die alle unter VSU (http://www.vsu-online.info/, 16.06.2012) der ‚Vereinigte Schifffahrtsunternehmen für den Bodensee und Rhein‘ zu finden sind.

Darunter befindet sich auch die ‚Sonnenkönigin‘ (https://de.wikipedia.org/wiki/Sonnenk%C3%B6nigin, 16.0612), welche zumindest von ihrer Größe her und den 1000 zugelassenen Passagieren, ziemlich meiner Vorstellung von einem ‚Kreuzfahrtschiff auf dem Bodensee‘ entsprechen könnte.

Ob so ein ‚Kreuzfahrtschiff auf dem Bodensee‘ sich finanziell rechnen würde und ökologisch sinnvoll ist, oder wie die Experten im STEP sagen: „[…] der Region nachhaltig Impulse verleihen würde.[…]“ (Gesamtdokument, S.68), weiß ich heute ehrlich gesagt nicht wirklich und ich habe momentan keine Zeit in diese Richtung weiter zu recherchieren oder mich an Experten zu wenden.

Dennoch hat mich die Frage zu folgenden Gedankenexperiment verführt.

Angenommen, es gäbe bereits so ein ‚Kreuzfahrtschiff auf dem Bodensee‘ mit ca. 1000 Plätzen für Passagiere. Und es hätte sich herausgestellt (wie so oft), der Betrieb als ‚Kreuzfahrtschiff‘, welches von Hafen zu Hafen fährt, wäre nüchtern betrachtet nicht wirklich wirtschaftlich, zum Beispiel durch zu hohe Kosten für Treibstoff und den Fahrbetrieb mit Personal.

Dann könnten wir zumindest dieses ‚Kreuzfahrtschiff‘ im Hafen von Konstanz, wenn es dort wie die ‚Sonnenkönigin‘ anlegen kann, vorübergehend als billige Unterkunft für die steigende Zahl von Studenten nutzen ;-).

Solange bis die notwendigen ’neuen Plätze‘ in den Studentenwohnheimen entweder durch Neubau, wenn möglich eines oder mehrerer Hochhäuser oder zumindest der ‚Aufstockung der Gebäude‘, wie es zum Beispiel bei den Gruppenhäusern in Sonnenbühl OST sinnvoll gewesen wäre, entstanden sind.

So ausführlich wollte ich es doch garnicht haben. Aber die Recherche zeigt sein Engagement. Die Idee mit den Studentenwohnungen auf dem Kreuzfahrtschiff kam mir allerdings auch schon. Warum nicht auch mal über kleinere Hausboote nachdenken? Wär sicher stylisch.

6. Der Wert der Freiheit spielt auch in Konstanz eine große Rolle.
Diskussionen über das Glasverbot oder die Sperrstunde machen deutlich,
dass zu Freiheit auch Verantwortung gehört. Was ist ihre persönliche
Definition von „Freiheit“?

Freiheit“ ist für mich persönlich in allen Bereichen die Möglichkeit zu haben, ohne äußeren Zwang zwischen den verschiedensten Optionen auszuwählen oder eigene Optionen selbst zu erschaffen.

In Bezug auf unsere menschliche Gemeinschaft können hier natürlich, in meiner einfachen persönlichen Definition von “persönlicher Freiheit“, durch eine unterschiedliche freie Wahl von sich entgegen stehenden Optionen, leicht die oben gezeigten Konfliktsituationen entstehen.

Ich möchte hier jetzt nicht auf unterschiedliche philosophische oder soziologische Ansichten zur ‚Freiheit‘, als ‚Willens- oder Handlungsfreiheit‘, ‚persönliche, souveräne, bürgerliche, individuelle, kollektive, innere und äußere Freiheit‘, etc. eingehen.

Sondern nur die hier angesprochene ‚Verantwortung‘ mit der ‚persönlichen Freiheit‘ umzugehen, welche meiner Meinung nach eine wichtige Rolle spielt, erwähnen.

Sicherlich fällt es nicht leicht, seine ‚persönliche Freiheit‘ selbst einzugrenzen, sobald sie mit der ‚persönlichen Freiheit‘ anderer in Konflikt kommt. Dennoch ist diese ‚Verantwortung zur Rücksichtnahme‘ untereinander in einer ‚menschlichen Gemeinschaft‘ meist unvermeidbar.

Deshalb sollte jeder, der die Chance hat, in einer ‚menschlichen Gemeinschaft‘ zu leben, in der es ‚persönliche Freiheit‘ gibt, mit seiner ‚persönlichen Freiheit‘ verantwortungs- und rücksichtsvoll anderen gegenüber umgehen.

Da spricht der Soziologe und Philosoph. Hätte man auch kurzer sagen können, findet aber meinen Gefallen.

7. und zum Abschluss: Welchen ihrer OB-Kandidats-Konkurrenten würden
Sie am ehesten wählen und warum?

Herrn Martin Luithle, da er zumindest bislang als einziger Kandidat, immerhin von einer dauerhaften Bebauung des Döbele absieht. Ich bin zwar gegen jegliche Bebauung dort und er sieht dort die Möglichkeit ein ‚temporäres Parkhaus‘ zu errichten, aber vielleicht ist dies ja bei guter Verkehrsplanung und -konzept, dann doch nicht unbedingt notwendig, hoffe ich.

Der Döbele scheint ihm sehr wichtig zu sein. So wichtig, dass er danach wählt. Manch Konstanzer Wahlberechtigtem mag das ähnlich gehen – das sollte man nicht vergeßen…

Das soll jetzt auch schon reichen. Thomas Linz ist ein sympathischer, aber chancenloser Kandidat, der auf meine Frage hin selbst nicht weiß, mit wieviel Prozenten er rechnen kann. Jedenfalls mit wenigen – soviel ist klar. Bei Podiumsdiskussionen scheint er erleichtert zu sein, wenn seine Redebeiträge endlich vorbei sind. Gute Voraussetzungen also für mich, ebenfalls in ein paar Jährchen zu kandidieren. Wenn das besser klappt und ich noch nicht Bundeskanzler, Milliardär oder gescheiterte Existenz bin… 😉

Ein anonymes Kunstwerk aus dem OB-Wahlkampf

Bevor ich das Dilemma von Studium und Freizeit löse, indem ich mich zur Klausurvorberreitung ans Hörnle verabschiede, hier noch eine lesenswerte Mail an einen OB-Kandidaten.

Ich hatte nämlich eben auf dessen Wunsch hin ein Gespräch mit dem Kandidaten Thomas Linz, auf das ich heute Abend (eher heute Nacht) noch zurückkommen werde. Herr Linz wird dann auch vorgestellt und seine Antworten bekanntgeben.

Er gab mir auch folgende anonyme Mail zu lesen, die an einen Kandidaten (den Namen habe ich unkenntlich gemacht, aber man kanns erraten) adressiert war, der sie an alle anderen weitergeleitet hat. Thomas Linz meinte, es würde ohnehin vieles von der Öffentlichkeit unbemerkt laufen – kein Wunder. Einer Veörffentlichung dieses Zeilen stände aber nichts im Weg.

Nachfolgender Mail zu zitieren halte ich auch für unbedenklich, da der Absender anonym ist bzw. sich nach der Statue im Konstanzer Hafen bzw. dem historischen Vorbild einer Hure „Imperia“ nennt. Ergo kann er auch keine Rechte einfordern – könnte ja jeder behaupten: aber ich zitiere ja auch nur.  Herr Anonymous hat aber ein wahres literarisches Kunstwerk geschaffen, das ich der Öffentlichkeit nicht vorenthalten möchte – mit gemeinen Anspielungen auf (fast) alle OB-Kandidaten…

Der Inhalt dieser Mail spiegelt natürlich keinesfalls meine Ansichten wieder, aber ich finde es doch recht lesenswert. Also nun – geheime Mails aus dem OB-Wahlkampf. Da kommen Erinnerungen aus der Piratenpartei auf. Wer weiß, vielleicht sind die Absender ja ähnlicher als man denkt. Blöd gelaufen, wenn man sich selbst nicht mit Gemeinheiten übergiesst…

Lieber XXX,

täglich drehe ich mich im drei Minuten Takt und sehe die Geschicke meiner wunderschönen Stadt am Bodensee.

Die OB Wahl in diesem Jahr ist besonders interessant. Viele Menschen stehen unter mir, bewundern meine Kurven und erzählen aus dem Konzil, von den verschiedenen Veranstaltungen der OB-Kandidaten und heimlich belauschten Gesprächen aus den Hinterzimmern.

viel Gutes, viel Interessantes aber auch viele Gemeinheiten nehme ich auf. Gerade die Gemeinheiten sind es, die mich aufhorchen lassen und die mir Angst machen, was auf Konstanz zukommt, wenn bestimmte OB-Kandidaten gewählt werden sollten.

Da gibt es einen Narren, der wie ein kalter Bach in den See fließt und das Klima zum abkühlen bringt.  Der seelige Anblick eines außerirdischen kleinen grünen Männchens oder muss ich sagen Weibchens, dass mit biologischer Gelassenheit einem Sieg entgegengrinst. Eine in einem Wohnmobil, farblos wirkende Gestalt, die wie ein fränkisches Würstchen auf einem Grill liegt, und einfach nicht warm wird. Geschweige denn gebräunt und gar. Ein Mütterchen umsorgt von südamerikanischer Ideologie, pendelnd zwischen Stadtgeschichte und Näherinnen die sie scheinbar ausgebildet hat. Ein Guru aus der neuen Kommune eins der viel Liebe und Sex in den Gemeinderat bringen wird. Der unser Geld eintauscht in bunte Farben und glitzernde Sternchen. Damals wäre er was für mich gewesen! Frisch, Fromm, Fröhlich und Frei wirkt der Buchautor, der mehr über sein neues Buch redet, als über die Ziele einer Stadt, die am Verkehrskollaps zu sterben droht. Anwälte die mehr von Kunst und Theater verstehen, die auf übertrieben Prospekten mit grünen bunten und auch farblosen Bildern die Augen der Konstanzerinnen und Konstanzer blenden. Aber auch eher auf einem Steckbrief zu finden sein könnten als einer Stadtverwaltung vorzusitzen. Immer lächeln, die Behüterin und die neue Margaret Schreinemakers der Politik. Ja, ich habe Euch alle verstanden, ja ich liebe Euch alle, aber nur solange ich noch nicht gewählt bin. Danach werde ich soviel Geld verdienen, dass ich Euch nicht mehr lieben kann, nur diejenigen, die noch mehr haben als ich. Oh, ja und dann ist ER wieder da, ER, der zu Konstanz gehört, wie der japanische Kaiser nach China. Endlich zuhause! Aber wo denn eigentlich? Im Norden, Osten oder doch vielleicht im Südwesten? Er weiß es selber noch nicht. Ein Parteisoldat, der seine Rolle nicht finden wird.

Aber was ist mit Dir denn los, Du hast so stark begonnen. Hast im Kloster Energie getankt und bist stolz und mit Selbstbewusstsein in die Schlacht gezogen. Alle sind über Dich hinübergestiegen, haben Dich getreten und verletzt. Der schlimmste Gegner ein kleiner Schreiberling von eine örtlichen Zeitung, ein Mensch der nicht weiterkommt in seinem Leben, der nur die Gemeinheiten aus all den schönen Themen herauspickt, der in seinem Leben nichts mehr erreichen wird, weil er verbittert und bösartig im Strudel der Zeit untergegangen ist, gerade dieser bösartige, ohne Perspektiven seiende kleine Wurm, gerade der sticht noch einmal zu, obwohl Du längst auf dem Rücken liegst und um Luft ringst.

Er wird es nicht schaffen, denn Du bist stärker als er. Du wirst in eine neue Schlacht ziehen, Du wirst sie alle überleben und mit erhobenem Haupt der Sieger sein. Ob in dieser Welt oder in einer anderen Welt. Der Sieger über die Gemeinheiten dieses Wahlkampfes

Du bist wie ich. Wir drehen uns im Kreis und werden noch in 1000 Jahren die OB´s dieser Welt überleben, während der kleine erbärmliche Wurm von seinen Artgenossen gefressen wird.

Viel Glück und halte die Ohren steif

Deine Imperia

OB-Kandidaten-Vorstellung: Roman Urban

Die Mail von Thomas Linz kam bisher nicht, weshalb ich mich heute mit dem OB-Kandidaten Roman Urban fasse, obwohl mir von diesem garkeine Antworten vorliegen. Das ist aber auch garnicht nötig, gleichwohl es sicher amüsant wäre.

Eigentlich möchte ich Herrn Urban mit seinen Thesen ja keine Plattform bieten – aber ich bin ja ein pluralistischer Demokrat. Hatte nach der Podiumsdiskussion an der Universität ein nettes Gespräch mit ihm, was ich hier statt der Fragen & Antworten in Auszügen ausbreiten werde.

Wer ist Roman Urban? Der Esoteriker ist 33 Jahre alt, Philosophiestudent im wohl hoch zweistelligen Semester, als Beruf gab er wohl „Avurjeda“-Berater an und wohnt auf der Insel Reichenau. Weitere Infos mag man auf seiner Website finden (www.1hal.de), dazu viele Videos, die durchaus spannend anzusehen sind und die Realität aus Roman Urbans Sicht wiederspiegeln.

Roman Urban wird vorgeworfen, ein brauner Antisemit zu sein. Ohne ihn verteidigen zu wollen – er ist sicher kein Nazi! Aber ein sogenannter „Truther“ und Esoteriker, dessen Anti-Zionismus sich aus seinen Verschwörungstheorien speist. Für einen Vorgeschmack einfach mal seine Videos anschauen – bitte mit der nötigen kritischen Distanz. Von der heutigen Südkurier-Podiumsdiskussion im Konzil wurde er denn auch ausgeladen – verbreitete aber wohl vor dem Hause seine esoterischen Ansichten…

Truther breiten sich in Deutschland immer mehr aus, Blogs gibts genug von denen. Mit dem KOPP-Verlag sogar ein Publikationsorgan. Jetzt auch einen OB-Kandidaten, der den Konstanzern die Wahrheit näher bringen möchte.

Leider ist es so, dass auch libertäre Kreise oft von solchen Verschwörungstheoretikern unterwandert werden. Als ich mit jungen Ron Paul-Anhängern mal skypte, wandte ich mich nach ein paar Minuten mit Grausen ab. Esoterik ist zweiffellos interessant, aber man sollte es nicht übertreiben…

Sicherlich gibt es das ein oder andere, was verzerrt dargestellt wird oder schlicht unwahr ist: dafür  gibt auch plausible, wissenschaftlich abgesicherte Belege . Truther hingegen verstricken sich in ihren pseudowissenschafftlichen Verschwörungstheorien schnell in Widersprüche und diskreditieren so gleich alle ähnlichen Positionen mit.

Aber zurück zu Roman Urban, dessen Wahlprogramm aufgrund seiner Länge und Aussagekraft, welche fast mit dem der Piratenpartei zu vergleichen ist (;)), ich hier ausnahmsweise mal abspulen möchte.

Erstens fordert er im Namen der „Freiheit“  einen Hektar Land zur freien Verfügung für jede Familie. Da muss der Bodensee wohl zubetoniert werden, damit das klappt. Haus und Garten sind selbstverständlich auch dabei…

Zweitens Steuerbefreiung und Grundeinkommen für alle. Eigentlich recht realistisch. Einfach mal die Notenpresse noch ein bisschen mehr laufen lassen…

Weiterhin möchte er „aufklären“, also seine Wahrheiten verbreiten. Das gelingt ihm auch minder gut. Wir wissen ja alle, wie verstrahlt wir sind…

Regionale Selbstversorgung solls schließlich richten. Selbst nimmt er es damit aber nicht so genau: die nach der Podiumsdiskussion an der Universität verschenkten Erdbeeren waren nicht nur klein, gespritzt und undelikat, sondern wie er auch offen zugab weder regional noch selbst angebaut. Hätte mich auch gewundert…

Ansonsten war es ganz amüsant, der Wahrheit zuzuhören. Einer seiner Tipps für die Hobbygärtner unter meinen Lesern: nehmt Samen unter die Zunge 5 Minuten lang und denkt an sein Wachsen. Das wird in dem dann einprogrammiert und der Samen wird nur so sprießen. Obs klappt? Versuch macht kluch!

Mein förmliches „Sie“ schien ihm zu missfallen: „kannst mich ruhig duzen“! Machte ich natürlich gerne und probierte ihn zu verstehen, was nicht gerade einfach ist. Aber was ist an Wahrheit schon einfach?

In der Podiumsdiskussion sorgte er nicht nur bei mir für einen wahren Lachflash: seine charismatische Aura zog mich sofort in einen Bann und lockerte die sonst so ernste Anspannung etwas auf. Schade, dass seine Redezeit so begrenzt war…

Von den anderen Kandidaten wurde er höflich ignoriert: ausgerechnet der bürgerliche Kandidat Uli Burchardt zeigte sein demokratisches Verständnis und verabschiedete sich als Einziger per Handschlag von ihm. Meine 7 Fragen wollte er beantworten – gekommen ist noch nichts. Nützt wohl nichts auf dem Weg zur Wahrheit!

Festzuhalten bleibt jedenfalls, dass man ihm seine Stimme besser nicht geben sollte. Das Schlimme ist: er ist kein Spaß-Kandidat, sondern sehr von seiner Agenda überzeugt! Aber absolut harmlos.  Seine Positionen stammen aus dem ganzen politischen Spektrum: mal liberal, mal sozialistisch, mal ökologisch und eigentlich auch recht spießig-konservativ.

Ich bin jedenfalls gespannt, wieviel Prozente er bekommen wird. In einer Studentenstadt weiß man ja nie. Protestwähler haben aber wahrlich genug andere Kandidaten zur Auswahl.

Morgen geht es dann hoffentlich wieder mit einen ernsthafteren Kandidaten weiter. Übrigens: heute ein neuer Rekord bei den Besucherzahlen (256). Freut mich, dass das Ganze hier auf so regen Anklang stößt…

OB-Kandidaten-Vorstellung: Sven Zylla

Ich hätte es nicht gedacht, aber auch die OB-Kandidaten sind Nachtmenschen. So kam eben noch eine Mail von Sven Zylla hereingeflattert, der um Entschuldigung für die späte Antwort bittet. Sei ihm gewährt – die „unsichtbare Hand“ regelt den Beantwortungsprozess nämlich richtig gut. Thomas Linz hat mir in einer Mail angekündigt, nach der morgigen „letzten“ Podiumsdiskussion eine Antwort auf Frage 7 zu wissen und mir dann alles zu schicken.

Wie dem auch sei: heute beschäftigen wir uns mit Herrn Zylla.

Er stammt ursprünglich aus dem hohen Norden (Hamburg), wohin es ihn im Rahmen seiner beruflichen Tätigkeit (Verwaltung in Schleswig Holstein; Regierungsdirektor in Mecklenburg-Vorpommern) auch lange Zeit wieder verschlagen hat. Aufgewachsen ist er jedoch unweit in Gailingen am Hochrhein und studierte meinen Vorgängerstudiengang Diplom-Verwaltungswissenschaften, was ihn zweifellos als OB qualifiziert. Er ist SPD-Parteimitglied und setzt sich nicht nur als Referent der Friedrich-Ebert-Stiftung für Juden in Deutschland ein. Weitere Infos wie immer hier:

http://sven-zylla.de/?page_id=160

https://twitter.com/#!/SvenZylla

Über sein Wahlprogramm lasse ich wie immer nicht aus, sondern widme mich gleich seinen recht ausführlichen Antworten:

1.

Das Wahlkampfbudget setzt sich etwa je hälftig aus Zuschüssen der SPD und aus Spenden zusammen. Die SPD hat in den vergangenen Jahren aus den Mitgliedsbeiträgen Rücklagen für die Unterstützung des OB-Wahlkampfes gebildet.

Etwas vage, da keine Zahlen. Sven Zylla ist SPD-Kandidat und sollte auch als solcher verstanden werden. Einer der wenigen Partei-Kandidaten, die sich auch dazu bekennen und nicht um jeden Preis meinen „unabhängig“ zu sein.

2.

Als Gemeinderat in Gailingen habe ich viel mit den Vertretern in unserer Schweizer Nachbargemeinde Dissenhofen zu tun gehabt. Mir gefällt an unseren Nachbarn, dass die persönliche Ebene sehr wichtig ist, also aus guter Zusammenarbeit auch schnell Freundschaften entstehen und dann Kontroversen auch leichter ausgetragen werden können. Ich schätze sowohl die demokratische und die pazifistische Tradition der Schweiz, manchmal auch ihren eigenwilligen Trotz.

Sven Zylla ist Pazifist. Die SPD bekanntlich ja nicht. Macht ihn sympathisch. Die Wertschätzung demokratischer Tradition und sogar des Trotzes auch.

3.

Vieles, was ich heute kann und bin, verdanke ich dem Ehrenamt. Ich war zwei Jahrzehnte in der DLRG-Jugend von der Orts- bis zur Bundesebene aktiv. Wir haben mit den Rettungsdiensten und der Jugendarbeit einen wichtigen Beitrag geleistet, aber ich habe persönlich auch viel gelernt und mitgenommen: Freundschaften, gemeinsames Erleben und Kämpfen für die gemeinsamen Ziele, Auftritte vor 1.500 Menschen – das prägt und hilft.

Zu der konkreten Frage nach dem Führungszeugnis: Die Förderung der Jugendarbeit sollte die Kosten für Führungszeugnisse, die in einem Verein anfallen, mit abdecken.

Meine Worte. Kann ich alles voll unterschreiben!

4.

Solaranlagenbauer – die breite Aufstellung der Konstanzer Wirtschaft ist ihre Stärke, dafür steht auch der Handwerker, der Solaranlagen auf das Dach bringt.

Oberbürgermeister – Alle – jung und alt, Menschen mit und ohne Behinderung, Alteingesessene und neu Dazugezogene, arm und reich – alle haben ein Recht darauf, sich in Konstanz wohlzufühlen. Als Oberbürgermeister werde ich mich dafür einsetzen, dass sie alle zu diesem Recht kommen. Als Kopf der Verwaltung und Mitglied des Gemeinderates kann ich meine langjährige Erfahrung an der Schnittstelle von Politik und Verwaltung hierfür einsetzen.

Studenten – Die Hochschulen prägen die Stadt kulturell und wirtschaftlich und sind ein Pfund, mit dem wir weiter wuchern sollten.

Touristen – ein weiteres wichtiges Standbein der Wirtschaft in der Bodenseeregion, nur mit einer gemeinsamen Vermarktung der Region können wir weiter gewinnen.

Schweizer – Die Zusammenarbeit mit allen unseren Nachbarn, auch denen in der Schweiz, ist auf allen Politikfeldern wichtig, wie man zum Beispiel auch an dem grenzüberschreitenden Programm des Theaters in der kommenden Spielzeit sieht. Ich habe mich bereits mit Stadtammann Netzle getroffen, genauso wie mit den auf deutscher Seite benachbarten Städten und Gemeinden Kontakt aufgenommen. Die Basis für gute Nachbarschaft ist der regelmäßige persönliche Kontakt.

Papst – Für einige Konstanzerinnen und Konstanzer mit Sicherheit am Wichtigsten. Für evangelische Christen wie mich, für Muslime wie meine Frau, für Atheisten, Juden, Hindus, Buddhisten und Menschen mit anderen religiösen und weltanschaulichen Überzeugungen spielt der Papst im Gegensatz zum Martinstag 1417 nur noch eine untergeordnete Rolle, wenn es um das tägliche Leben in Konstanz geht.

Bodenseefelchen – Konstanz ist nicht nur Hochschulstandort mit Blick in die weite Welt, sondern wegen seiner Bodenständigkeit sehr liebenswürdig. Stadt und Region haben viele kulinarische Köstlichkeiten zu bieten, Bodenseefelchen gehören mit dazu.

Die Frage scheint echt gut zu sein, da die Antworten allesamt differieren. Sven Zylla gibt sich mit der Wertschätzung der Solaranlagenbauer einen grüneren Anstrich als Frau Seeliger, gleichwohl ich die Sicht einer breiten Aufstellung der Konstanzer Wirtschaft nicht teilen würde. Auch dem Oberbürgermeister kommt eine herausragende Stellung zu bei ihm: er ist halt Verwaltungsprofi und weiß um seine potenzielle zukünftige Bedeutung! Studenten, Touristen und Schweizer folgen, der Papst ist für ihn nicht, gleichwohl aber sicher für andere wichtig, wie er betont. Bodenseefelchen als Sinnbild für die Konstanzer Bodenständigkeit trotz universitäter Internationalität  ist auch eine nette Metapher.

5.

Als langjähriger Bürger der Hafenstadt Kiel denke ich bei Kreuzfahrtschiffen zunächst an Dimensionen, die ich mir auf dem Bodensee nicht vorstellen kann…

Endlich mal jemand, der die Frage so beantwortet, wie ich es wollte. Die Kieler Kreuzfahrtschiffe wären tatsächlich etwas überdimensioniert.

6.

Freiheit ist ein zentraler Grundwert, denn ohne Freiheit kann der Mensch sich nicht entfalten, das heißt als Bürgerin und Bürger aktiv in der Gesellschaft teilhaben und demokratisch mitbestimmen. Das wissen insbesondere diejenigen, die in undemokratischen Staaten gelebt haben. Und für mich gilt auch der Grundsatz, die eigene Freiheit so zu nutzen, dass sie nicht die Freiheit der anderen unangemessen einschränkt. Die Freiheit der Berufswahl beispielsweise ist erst dann erreicht, wenn die Herkunft eines Kindes nicht mehr darüber entscheiden, ob es in der Schule und darüberhinaus Erfolg hat.

Zum Glasverbot ist zu sagen, dass die Verantwortungslosigkeit von ganz wenigen nicht die Einschränkung der Freiheit aller rechtfertigt, wenn andere Wege offen stehen. Die sehe ich in dem Engagement der Nachtwanderer, im Dialog zwischen Jugendlichen und Anwohnern, und letztlich auch in der konsequenten Durchsetzung der bereits ohne Glasverbot geltenden Regeln.

Für einen SPD-Mann gefällt mir diese ausführlichere Definition von Freiheit mit leichter Einschränkung durch den letzten Satz des ersten Absatzes doch sehr gut.

7.

Andreas Kaltenbach. Er ist derjenige meiner Mitbewerberinnen und Mitbewerber, der das Soziale Miteinander in der Stadt ebenfalls besonders hervorhebt.

Klare Worte von Sven Zylla. Andreas Kaltenbach ist, übrigens ja schon mehrfach von anderen Kandidaten genannt, sicher keine verkehrte Wahl!

Sven Zylla, den ich als SPDler eigentlich erst kategorisch ausschloss, jedoch auch nicht. Seine Antworten klingen intelligent und sympathisch, seine Vita und Taten sprechen für ihn und er kam auch bei der Podiumsdiskussion gut für mich rüber. Ein weiterer Anwärter für meine Stimme also – bald muss ich mich schon entscheiden, so schwierig hatte ich es aber noch nie.

Morgen geht es dann wohl weiter mit dem studentischen Kandidaten Thomas Linz.

OB-Kandidaten-Vorstellung: Martin Luithle

Heute kurz und knapp die Vorstellung von Martin Luithle. In 6h fährt schließlich schon wieder mein Zug zurück nach Konstanz, in dem ich nicht schlafen kann, sondern noch einen Essay fertig schreiben muss, denn ich in 17 Stunden abzugeben habe. Last-Minute Arbeit also!
Martin Luithle jedenfalls  ist Rechtsanwalt und Konstanzer. Weitere Infos findet man hier:
Bei der Podiumsdiskussion an der Uni Konstanz kam er am Ende wenig zu Wort – ähnlich gering sehen seine Chancen bei der OB-Wahl aus – doch machte er davor einen recht sympathischen Eindruck, auch wenn ich manche Vorschläge so nicht teilen kann. Aber das Wahlprogramm zu lesen kann ich Euch nicht abnehmen. Wenden wir uns also seinen Antworten zu:
Zu 1.)
Da ich von keiner Partei unterstützt werde, sondern von der Wählerinitiative „Konstanzer Perspektiven“, finanziere ich  meinen Wahlkampf vollständig aus der eigenen Kasse und habe es bislang geschafft ohne einen einzigen Cent Spendengelder auszukommen.
Die Mitglieder der Wählerinitiative unterstützen mich durch ihre Arbeit wo immer sie können und nehmen mir so eine Menge Arbeit ab. Insofern schaffe ich es bislang noch mit einem Bruchteil der Kosten auszukommen, die z.B. bei den Kandidaten Seeliger, Reiser, Burchhardt und Zylla anfallen. Auch auf bezahlte Werbeanzeigen im Südkurier habe ich bislang ganz verzicht, um die Kosten im fünfstelligen Bereich (also noch unter 10.000.- €) zu halten, was mir bislang noch gelingt.
Neben meinem Wahlkampf übe ich meistens nachts noch in vollem Umfang meinen Beruf als Rechtsanwalt aus, so dass mein Arbeitstag während des Wahlkampfes bis zu 18 Stunden täglich beträgt.
Ein richtiges Arbeitstier. Finde ich aber sehr gut, dass hier mit geringem Budget ein effektiver Wahlkampf gemacht wird. Die ihn unterstützende Wählerinitiative sagt mir nichts – aber ich kenne mich ja auch kaum aus in der Konstanzer Lokalpolitik.
Zu 2.)
An den Schweizern schätze ich ihre Freiheitsliebe, ihre direkte natürliche Art und den internationalen Flair den ihre Mehrsprachigkeit ausstrahlt.
Kann ich alles glatt unterschreiben. Gefällt mir auch sehr gut!
Zu 3.)
Ich habe mich als einziger Kandidat gegenüber der „Tatenbörse“ im Bürgerbüro an der Laube festgelegt, dass ich im Falle meiner Wahl dem Gemeinderat eine Beschlussvorlage zur Abstimmung vorlege, dass ab sofort eine hauptamtliche Stabsstelle zur Koordinierung ehrenamtlichen Engagements geschaffen wird. Ich bin der Überzeugung, dass das ehrenamtliche Engagement der Bürger  in einer Zeit knapper Kassen immer wichtiger werden wird und auch für den Zusammenhalt innerhalb Gesellschaft wichtig ist. Da die Menschen sich gegenseitig helfen wieder auf die Beine zu kommen, würde sich eine solche Stelle auch schnell amortisieren, da die Stadt ja auch Träger der Sozialhilfe ist.
Generell gute Idee, auch wenn die erste Ausgangsfrage unbeantwortet bleibt. Hatte ich ja auch bereits bei einem anderen Kandidaten geschrieben.
Zu 4.)
Bodenseefelchen, als Sinnbild für unsere Stärke (Bodensee zusammen mit den Alpen und den Hegauer Vulkanbergen schönste Landschaft in Europa). Wir leben also in der schönsten Landschaft Europas.
Papst, als Sinnbild für unsere 1.400 Jahre alte Tradition und unsere historische Bedeutung während der Konzilszeit 1414-1418 als Hauptstadt Europas. Hier wurde der Streit zwischen drei Weltreligionen und drei Päpsten befreidet und ein Papst gewählt zugleich aber auch die Verbrennung von Jan Hus beschlossen.
Schweizer, sie sind unsere Brüder. Wir waren in der Geschichte zusammen mit Kreuzlingen sogar mal eine Stadt und sollten versuchen unsere Probleme in intensiver Zusammenarbeit mit Kreuzlingen zu lösen. Davon können beide Seiten profitieren. Z.B könnten wir das Konziljubiläum zusammen mit den Kreuzlingern feiern, wenn diese uns bei der Lösung unseres Verkehrsproblems an der Bodanstrasse helfen.
Studenten, als Sinnbild für die Universität und die HTWG, die uns als Wissenschaftsstandort stark und bekannt machen, was innerhalb des Konziljubiläums ebenfalls durch wissenschaftliche Kongresse ausgenutzt werden sollte.
Touristen, wlr leben von den Touristen und sollten darauf achten, dass wir nicht den Massentourismus anziehen, den wir aufgrund unserer Größe gar nicht aufnehmen können, sondern einen hochwertigen (z.B. Kultur)-Tourismus.
Solaranlagenbauer, dieser Bereich gehört bislang wirtschaftlich zu unseren Steckenpferden. Allerdings werden im Moment die Förderungen gekürzt, sodass die wirtschaftliche Attraktivität von Solarenrgie nachlassen dürfte.
OB, er hat die Aufgabe im Rahmen der Daseinsfürsorge, die Verwaltung zu beaufsichtigen und zu führen und zusammen mit dem Gemeinderat die Entscheidungen zu treffen. Ansonsten sollte der OB die Interessen der Stadt gegenüber der Landesregierung in Stuttgart (Ausbau B 33), der Bundesregierung in Berlin wahrnehmen und diese im Rahmen des bevorstehenden Konziljubiläums auch im Ausland würdig zu vertreten. Er ist der erste Werbebotschafter der Stadt.
Die bisher ausführlichste Begründung – ich nehme mal an, dass die Reihenfolge so stimmt. Sehr interessant dann, insbesondere der Papst an zweiter Stelle. Geschichtlich, nicht religiös begründet. Genauso wie die Bodenseefelchen nicht ökologisch begründet, sondern metaphorisch genutzt werden. Gefällt mir sehr gut. Solarenergie auf dem absteigenden Ast und der Oberbürgermeister an letzter Stelle. Herr Luithle nimmt sich selbst also nicht so wichtig, Studenten und Schweizern zieht er Touristen vor und sagt zu letzteren völlig richtig, dass Konstanz sich als hochwertiger Touristen-Ort fernab von den Massenströmen profilieren sollte.
Zu 5.)
Da wir eine Gesamtschule für ca. 20 Mio € bauen müssen und meines Erachtens auch dringend  eine Konzerthalle für unser Orchseter und das bevorstehende Konziljubiläum benötigen, sehe ich in naher Zukunt  keinerlei finanzíellen Spielräume für ein soches Kreuzfahrtschiff.
20 Mio. € für eine Gesamtschule? Nicht schlecht,  aber gut zu wissen. Ein vernünftiges Kreuzfahrtschiff dürfte sich in ähnlichem Rahmen bewegen. Die Frage ist aber nicht, ob dies die Stadt finanziert, sondern die Idee generell unterstützenswert ist. Gleichwohl es natürlich eine sprudelnde Einnahmequelle wäre.
Zu 6.)
Die vehemente Massnahme des Glasverbotes rechtfertigt sich nur durch die z.T. schweren Verletzungen die u.a. badene Kinder durch Glasscherben im Uferbereich erlitten haben. Freiheit für einen selbst bedeutet in einer solidarischen Gesellschaft immer zugleich auch Verantwortung für seine Mitmenschen zu übernehmen.
Freiheit und Verantwortung habe ich bisher noch nicht gelesen. Freiheit und Solidarität auch nicht, Was man davon halten mag, mag jeder selbst bestimmen…
 Zu 7.)
Frau Sivia Grossmann, weil sie die örtlichen Konstanzer Verhältnisse ausser mir verglichen zu den anderen Kandidaten am besten kennt.
Die wirklich unabhängigen  Konschdanzer Kandidaten unterstützen sich wohl gegenseitig.
Das war jedenfalls Martin Luithle – zu dem ich auch nicht viel mehr zu sagen habe. Er macht auf mich aber auch einen guten Eindruck – genauso wie der Großteil der anderen Kandidaten. Wirklich total ausschließen von den 13 kann ich bisher nur einen, zu dem ich sicher noch kommen werde. Vielleicht morgen – auch wenn mir bisher leider noch keine weiteren Antworten vorliegen…

OB-Kandidaten-Vorstellung: Benno Buchczyk

Heute stelle ich Benno Buchczyk und seine Antworten auf meine Fragen nochmals vor: leider habe ich von den anderen Kandidaten bisher noch keine Rückmeldung bekommen – ich hoffe also, da passiert noch was…

Benno Buchcyzk, 41 Jahre alt, wurde in Schlesien geboren, seine Familie floh 1971 nach Deutschland und er wuchs in verschiedensten Städten in Baden-Würtemmberg auf, absolvierte nach dem A bitur Zivildienst in den Neckartalwerkstätten der Caritas Stuttgart und zog dann zum Verwaltungswissenschaften-Studium nach Konstanz. Momentan arbeitet er bei einem Finanzdienstleister in Singen. Weitere Informationen wie immer z.B hier:

http://www.oderbenno.de

https://twitter.com/oderBenno/status/

https://www.facebook.com/oderbenno

 

Benno Buchczyk ist Mitglied der Piratenpartei und war zur Zeit meines Eintrittes dort Vorsitzender. Ich erlebte ihn als engagiert, Neuen gegenüber aufgeschlossen und um sachliche Diskussionen unter Einbindung aller Beteiligten bemüht. Kurzum Fähigkeiten, die auch einen Oberbürgermeister meiner Meinung nach auszeichnen. In letzter Zeit zog er sich, wie ich, auch bedingt durch seinen Umzug nach Singen etwas zurück, wird aber mit 56% Zustimmung der Mitglieder von der Piratenpartei Konstanz bei seiner Kandidatur unterstützt. Benno Buchczyk vertritt meinem Empfinden nach stark Ideale der Piratenpartei wie Partizipation und Transparenz, ist andererseits aber eher bürgerlich-liberal und setzt auf Leistung statt Bevormundung.

Ein neutraleres Bild mögen freilich seine Antworten auf meine Fragen liefern:

1. Zuerst eine technische Frage: wer finanziert eigentlich mit wessem
Geld Ihren Wahlkampf?

Ich mit meinem.
Kurz und knackig. Sein Budget ist nicht gerade hoch, weshalb ihm das abzunehmen ist.

2. Als Konstanzer OB haben sie auch mit Schweizern zu tun. Welche 3
Dinge schätzen Sie an unseren Nachbarn?

Ich gehe davon aus, dass es nicht DEN Schweizer gibt.
Mein Freund, den ich seit mehr als 20 Jahren kenne, ist Schweizer.
Ich schätze ihn so, dass die Nationalität keine Rolle spielt.
Der erste, der er sagt. Nein, es gibt nicht DEN „Schweizer“ – das denke auch ich nicht. Antworten hätte ich trotzdem gut gefunden.

3. Viele Initiativen unterschiedlichster Art engagieren sich in Konstanz
– gerade auch von Studenten. Diese brauchen – gerade wenn sie mit
Kindern und Jugendlichen arbeiten – völlig zu Recht ein erweitertes
Führungszeugnis. Diese mit etwa 50€ nicht unerheblichen Kosten werden
momentan noch von der Stadt übernommen, was aber geändert werden soll.
Würden Sie sich dafür einsetzen, dass erweiterte Führungszeugnisse für
engagierte Menschen weiterhin kostenlos bleiben?
Wie ist generell ihre Haltung zum Thema Ehrenamt?

Zum erweiterten Führungszeugnis: nach meinen Recherchen betragen die Kosten in Konstanz 13,00€. Diese Summe halte ich für vertretbar.
Generell Ehrenamt: ehrenamtliche Arbeit, bürgerschaftliches Engagement sind eine wichtige Säule unserer Gesellschaft. Dieses Engagement muss vom Staat gefördert werden. Allerdings dürfen staatliche Aufgaben nicht auf ehrenamtliche Tätigkeiten abgeschoben werden.
Auf die momentane Situation mag dies zutreffen. Danach habe ich aber nicht gefragt. Letzten Satz finde ich eher befremlich, da genau das doch im Augenblick und schon seit Jahren passiert. Was allerdings garnicht so schlimm, da meilenweit effektiver ist…

4. Ordnen Sie die 7 folgenden Begriffe nach Ihrer subjektiv empfundenen
Bedeutsamkeit für Konstanz (Gleichheit nicht erlaubt!): Touristen,
Papst, Studenten, Schweizer, Bodenseefelchen, Solaranlagenbauer,
Oberbürgermeister.
Gerne auch mit Begründung!

spontan und ohne Begründung:
Studenten
Bodenseefelchen
Oberbürgermeister
Schweizer
Touristen
Solaranlagenbauer
Papst
Bodenseefelchen an zweiter Stelle: ist das auch biologischer Sachverstand (vgl. Sabine Seeliger) oder nur Lust am kulinarisch zweifelhaften Genuss? Auch als Oberbürgermeister schätzt er sich für einen Piraten ungewöhnlich stark ein. Eine Begründung hätte mich da interessiert. Das Touristen so schlecht wegkommen, mag sie verägern, aber sie wählen ja eh nicht. Der Papst bildet, hinter der Solarbranche, mal wieder wie üblich das Schlusslicht. Schade, dass kein Hardcore-Katholik kandidiert…

5. Wie Sie sicher im Stadtentwicklungsprogramm „Zukunft Konstanz 2020“
gelesen haben (Gesamtdokument, S. 68)
besteht die Idee eines Kreuzfahrtschiffes auf dem Bodensee. Zitat:
„Einig sind sich die Experten auch darin, dass ein Kreuzfahrtschiff auf
dem Bodensee der Region nachhaltig Impulse verleihen würde.“
Würden Sie diese Idee unterstützen – gerade auch unter dem Aspekt der
Nachhaltigkeit?

Ich habe diese Stelle nicht gefunden.
Ein Kreuzfahrtschiff auf dem Bodensee? Nun ja, die Sonnenkönigin fand ich schon zu überdimensioniert.
Falsches Dokument genommen, dabei war ich doch eigentlich recht präzise. Aber die Überdimensioniertheit, die die Landschaft verschandelt, spricht er immerhin an.

6. Der Wert der Freiheit spielt auch in Konstanz eine große Rolle.
Diskussionen über das Glasverbot oder die Sperrstunde machen deutlich,
dass zu Freiheit auch Verantwortung gehört. Was ist ihre persönliche
Definition von „Freiheit“?

Selbst Entscheidungen zu treffen.
Eine interessante Definition von Freiheit, nahe an der der Piratenpartei. Wie deren Programm aber nur sehr vage…

7. und zum Abschluss:  Welchen ihrer OB-Kandidats-Konkurrenten würden
Sie am ehesten wählen und warum?

Ich schätze das Wahlgeheimnis.
Ein echter Demokrat! Ich schätze aber, er würde am ehesten Uli Burchardt wählen, auch wenn man meinen mag, dass Piraten und das bürgerliche Lager nicht so recht zueinander passen. In Konstanz verschwimmen da aber ohnehin die Grenzen.
Jetzt widme ich mich lieber meinen Essay mit Abgabeschluss am Montag und rate Euch, sich mal wieder das Wahlprogramm anzuschauen, das Benno Buchczyk meiner Meinung nach glaubwürdug verkörpert und auch umsetzen kann. Er ist neben Uli Burchardt und Andreas Kaltenbach jedenfalls in meiner engeren Wahl – entschieden ist jedoch noch nichts.