Die Ideologie des Egomarxismus und die Piratenpartei

Was passiert, wenn sich ein PoWalter und ein WiWi an einem Dienstag Abend im AStA-Biergarten (sowas gibts !)  der Universität Konstanz unterhalten?

Richtig – man erfindet ganz neue wissenschaftliche Theorien oder Ideologien. Ergebnis des heutigen Abends war der Egomarxismus: denn viele Wirtschaftswissenschaftler sind ja bekanntlich  „Homo oeconomicüsse“ für die kollektive Aktion dann als gut gilt, wenn sie Ihnen persönlich nützt.

Ich persönlich kann mich jetzt rühmen, den Egomarxismus entdeckt zu haben. Laut Google kam nämlich noch niemand auf diese glorreiche Idee. Ich hoffe bloß, ich werde dadurch nicht als Neomarxist in die Geschichte eingehen…

Egomarxismus ist jedenfalls die Lehre vom Klassenkampf aus individualistischer Perspektive. Mit dem Ziel „allen das Selbe, aber mir am meisten“. So soll es jedenfalls sein. Das Theoriegebäude muss noch gemauert werden. Viel wichtiger scheint jedoch, dass man den Egomarxismus bestens auf ein Phänomen der jüngeren Weltgeschichte anwenden kann, was es gleichwohl auch schon Jahrhunderte vorher gab: die Piraten!

Heute entern die Piraten aber keine Schiffe mehr (außer vor der somalischen Küste und vereinzelt woanders), sondern sie organisieren sich in Parteien, um ihresgleichen großzügige Entwicklungshilfe zu gewähren.

Relativ schnell kam mir in den Sinn, dass der Egomarxismus zur Piratenpartei wie die Faust aufs Auge passt. Denn viele Piraten scheinen danach zu streben, ihre Bedürfnisse auf Kosten anderer zu befriedigen, die selbst dieser Befriedigung nicht bedürfen, aber dafür zahlen sollen. Z.B. Video- und Musikkonsum für lau – Stichwort Kulturflatrate. Genauso wie die Abschaffung, pardon, -Reform des Urheberrechts zielt auch die Idee eines kostenlosen fahrscheinlosen öffentlichen Nahverkehrs in die Richtung – von mir zukünftig nur noch liebevoll ÖPNV-GEZ genannt. Dass die Piraten (und die Grünen) lieber Bus und Bahn fahren ist hinreichend bekannt, die einen, weil man Autos schließlich lenken muss und dabei nicht zocken, twittern und lqfben kann, die anderen aus einer wie bei Fukushima in Hysterie ausgearteten Furcht vor der Erderwärmungerkältung…

Aber es gibt auch noch böse Anthrophosophen, die gerne über die Autobahn rasen und ihre Moneten lieber beim Tankwart lassen als den vorbildlichen ÖPNVlern ihr Ticket zu finanzieren. BGE allein reicht dazu  ja nicht.

Im Gegensatz zur in Diskussion befindlichen Autobahn-Maut ist die ÖPNV-GEZ eine Zwangsabgabe bei Nichtinanspruchnahme von Leistungen. Wer hingegen die Autobahn-Maut nicht zahlen möchte, kann ja auf ÖPNV umsteigen. Dort könnte man dann eine ÖPNV-Maut verlangen, um die Strecken auszubauen und mir damit meine Reisezeit zu verkürzen. Positiver Nebeneffekt Nr. 2: weniger los! Dient als perfekte  Illustration für den Egomarxismus : „allen das selbe, aber mir am meisten“.

Mehr fällt mir jetzt auch nicht mehr ein. Muss erstmal über diese großartige Ideologie näher nachdenken. Eine Parteigründung erübrigt sich ja immerhin.

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