Über Fußball, Ästhetik und Sparpotenzial

Es war eine gute Idee, den Abend im Irish Pub zu verbringen. Dort lief nämlich Fußball -das Relegationsrückspiel Fortuna Düsseldorf gegen Hertha BSC Berlin.

Natürlich war ich für Düsseldorf – die Menschen dort haben am Sonntag schließlich vernünftiger gewählt als der Landesdurchschnitt. Berlin ist halt   auch nur arm und sexy und gehört daher völlig zu Recht in die 2. Liga. Welch bittere Ironie, dass Griechenotto Rehakles dort Trainer ist …

Eigentlich habe ich ja meinen Spaß am Fußball schauen verloren. Mir ist egal wer gewinnt – ich möchte nur ein ästhetisches Spiel sehen. Um mich aufzuheitern schaue ich mir z.B. liebend gerne die letzten 3 Minuten des Champions-League-Finales von 98/99 an, die sicher die Herzen jedes Anti-Erfolgsfans höher schlagen lassen (http://www.youtube.com/watch?v=QcvTfOgEGs4).

Eine ähnliche Ästhetik wies auch das heutige Spiel auf. Das Spiel wurde zwar nicht mehr gedreht, auch wenn ich es Hertha nach der Stürmung des Spielfeldes durch die euphorisierten Fortuna-Fans fast gewünscht hätte, doch diese Wahnsinnsmassen hatten ihre ganz eigene Schönheit. Wie man weiß, liebe ich schließlich das Chaos, die spontane Ordnung 😉

Nicht schön allerdings, dass bei solchen Spielen solch ein Wahnsinns-Polizeiaufgebot herrschen muss, das – wie man heute gesehen hat – trotzdem nicht ausreicht. Es ist  aber zweifellos wichtig bei all den fanatisch-frenetischen Fußballenthusiasten in den deutschen Stadien, deren Biergenuß sie zu manch wirren Gesängen und Feuerwerken anstiftet.

Die Rechnung für diese Polizeiensätze bekommen aber nicht die Vereine oder die Fußballverbände, sondern der Steuerzahler, der die ohnehin gigantischen Summen im Fußball-Business damit weiter subventioniert. Aus liberaler Sicht finde ich das nicht nur nicht schön, sondern auch unästhetisch.

Fußball mag das Opium fürs deutsche Volk sein – eine Tatsache, die manchem Politiker wohl nur allzurecht ist. Im Zeitalter stetiger Verschuldung – um den Bogen zurück zu Rehakles und Berlin zu spannen – täte es jedoch gut darüber nachzudenken, wie man Staatsausgaben reduzieren kann. Hier wäre eine gute Möglichkeit: statt 100 Millionen für Robben und riberische Seehunde auszugeben, könnten die Vereine damit auch einfach die Polizeieinsätze finanzieren. Der Ästhetik der Spiele(r) würde es nicht schaden…

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