Das Studi-Ticket und der Zwangs-Soli

Zur Zeit läuft eine Urabstimmung in  Studierendenschaft über die Erweiterung des Semestertickets auf die Kreisregion Konstanz. Beim alten Studi-Ticket (welches nur für Stadt Konstanz +  Fähre nach Meersburg gilt) bleibt alles beim Alten, während man zusätzlich nun noch ein Ticket erwerben können soll, womit man von umliegenden Städten wie Radolfzell und Singen bis Schaffhausen und Tuttlingen nach Konstanz pendeln kann. Grund ist vor allem die angespannte Wohnsituation in Konstanz, die sich mit etwa 3000 neuen Studierenden ab dem Wintersemester noch deutlich verschärfen wird. Da diese vermutlich nicht alle hier in Konstanz eine Wohnung finden werden, soll das Wohnen in der Umgebung attraktiver gemacht werden. Das Ganze kostet 52€ und 7€ Solidarbeitrag von ALLEN Studierenden. Nun ist 52€ im Vergleich zur angebotenen Leistung sehr günstig, momentan müssen Pendler zwischen 192-366€ je nach Zone im Semester blechen, um nach Konstanz zu gelangen.

7€ sind nun nicht viel Geld, aber bei 15000 Studierenden kommt schon eine ordentliche Summe zusammen. Mit der werden die beteiligten Unternehmen, vor allem Bus und Bahn massiv subventioniert, obwohl ein Großteil der Soli-Zwangszahler diese Leistungen garnicht in Anspruch nimmt. „Weite Wege“ sollte man nicht subventionieren, sagt auch die Liberale Hochschulgruppe, die als einzige zu einem „Nein“ bei der Abstimmung aufruft, die mittels Internet von allen Studierenden bis morgen Freitag stattfindet – ein wenig unglücklich für viele, da die gesamte IT-Infrastruktur der Uni in den letzten Tagen zusammengebrochen ist und manche Personen eben doch noch lieber Webmailer als Thunderbird, Outlook oder Co. benutzen.

Dann wird sich zeigen, wie solidarisch die Konstanzer Studierenden sind, die es ja nicht einmal schaffen Hörsääle zu besetzen (ließ ich mir sagen).

Immerhin wird über das Ganze demokratisch entschieden: ich habe mich schon entschieden: nicht wegen der wenigen Kosten und aus mangelnden Mitgefühl (Stichwort: falsch verstandene Solidarität), sondern aus Prinzip. Sonst müssen wir bald nicht nur den Kaffee während der AStA-Sitzungen, sondern auch noch ganz andere Dinge mit einem Zwangs-Soli, den man durch mehrheitstyrannische Entscheidung aufoktroyiert bekommen hat, subventionieren. Da zahl ich persönlich lieber Studiengebühren…

 

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Die Ideologie des Egomarxismus und die Piratenpartei

Was passiert, wenn sich ein PoWalter und ein WiWi an einem Dienstag Abend im AStA-Biergarten (sowas gibts !)  der Universität Konstanz unterhalten?

Richtig – man erfindet ganz neue wissenschaftliche Theorien oder Ideologien. Ergebnis des heutigen Abends war der Egomarxismus: denn viele Wirtschaftswissenschaftler sind ja bekanntlich  „Homo oeconomicüsse“ für die kollektive Aktion dann als gut gilt, wenn sie Ihnen persönlich nützt.

Ich persönlich kann mich jetzt rühmen, den Egomarxismus entdeckt zu haben. Laut Google kam nämlich noch niemand auf diese glorreiche Idee. Ich hoffe bloß, ich werde dadurch nicht als Neomarxist in die Geschichte eingehen…

Egomarxismus ist jedenfalls die Lehre vom Klassenkampf aus individualistischer Perspektive. Mit dem Ziel „allen das Selbe, aber mir am meisten“. So soll es jedenfalls sein. Das Theoriegebäude muss noch gemauert werden. Viel wichtiger scheint jedoch, dass man den Egomarxismus bestens auf ein Phänomen der jüngeren Weltgeschichte anwenden kann, was es gleichwohl auch schon Jahrhunderte vorher gab: die Piraten!

Heute entern die Piraten aber keine Schiffe mehr (außer vor der somalischen Küste und vereinzelt woanders), sondern sie organisieren sich in Parteien, um ihresgleichen großzügige Entwicklungshilfe zu gewähren.

Relativ schnell kam mir in den Sinn, dass der Egomarxismus zur Piratenpartei wie die Faust aufs Auge passt. Denn viele Piraten scheinen danach zu streben, ihre Bedürfnisse auf Kosten anderer zu befriedigen, die selbst dieser Befriedigung nicht bedürfen, aber dafür zahlen sollen. Z.B. Video- und Musikkonsum für lau – Stichwort Kulturflatrate. Genauso wie die Abschaffung, pardon, -Reform des Urheberrechts zielt auch die Idee eines kostenlosen fahrscheinlosen öffentlichen Nahverkehrs in die Richtung – von mir zukünftig nur noch liebevoll ÖPNV-GEZ genannt. Dass die Piraten (und die Grünen) lieber Bus und Bahn fahren ist hinreichend bekannt, die einen, weil man Autos schließlich lenken muss und dabei nicht zocken, twittern und lqfben kann, die anderen aus einer wie bei Fukushima in Hysterie ausgearteten Furcht vor der Erderwärmungerkältung…

Aber es gibt auch noch böse Anthrophosophen, die gerne über die Autobahn rasen und ihre Moneten lieber beim Tankwart lassen als den vorbildlichen ÖPNVlern ihr Ticket zu finanzieren. BGE allein reicht dazu  ja nicht.

Im Gegensatz zur in Diskussion befindlichen Autobahn-Maut ist die ÖPNV-GEZ eine Zwangsabgabe bei Nichtinanspruchnahme von Leistungen. Wer hingegen die Autobahn-Maut nicht zahlen möchte, kann ja auf ÖPNV umsteigen. Dort könnte man dann eine ÖPNV-Maut verlangen, um die Strecken auszubauen und mir damit meine Reisezeit zu verkürzen. Positiver Nebeneffekt Nr. 2: weniger los! Dient als perfekte  Illustration für den Egomarxismus : „allen das selbe, aber mir am meisten“.

Mehr fällt mir jetzt auch nicht mehr ein. Muss erstmal über diese großartige Ideologie näher nachdenken. Eine Parteigründung erübrigt sich ja immerhin.

Die ZEIT und eine Debatte über Politikwissenschaft – Teil 2

Zum Abschluss eines tollen Wochenendes in Herford nun der zweite Teil der ZEIT-Debatte über die Politikwissenschaften

Es geht um den Artikel von Julian Kirchherr (http://www.zeit.de/studium/hochschule/2012-05/Politikwissenschaft-Kritik/seite-1) und er ist FDPler, aber scheinbar kein Gesinnungsgenosse wie wir sehen werden. Aber gerade das macht den Liberalismus ja aus.

Fangen wir an:

Sie sind enttäuscht von uns Studenten, weil wir so schweigsam sind

Würde mich brennend interessieren, was unsere Professoren dazu sagen. Nicht nur zum Schweigen, sondern zum ständigen Getuschele und Gezocke. Über ersteres freuen sie sich wohl – ist die Vorlesung eher rum.

Solch Kollektivaussagen wie „wir Studenten“ hätte ich von einem Liberalen aber nun echt nicht erwartet. Herr Kirchherr, ich teile Ihre Meinung nicht, werde aber bis zum letztem Atemzug kämpfen, dass Sie ihre Meinung frei äußern können – frei nach Voltaire.

Ich will Ihnen sagen, warum wir nicht leidenschaftlich über die Barschel-Affäre diskutieren und warum uns Endlosgespräche zu Themen wie Macht kalt lassen: Wir wollen in unseren Seminaren endlich etwas Nützliches lernen. Aber Sie bringen uns nichts Nützliches bei.

Ich fand meine erstes Semester schon sehr nützlich. Allerdings sind wir Powalter ja ohnehin etwas praxisorienierte Politikwissenschaftler, weil wir gleich etwas über die Verwaltung mitlernen, die ja um eine Metapher zu bemühen das Fahrwerk des Politik-Ferraris ist.

Das Studium der Politikwissenschaft ist für uns ein Mittel zum Zweck. Wir erwarten, dass die Dozenten uns die Werkzeuge an die Hand geben, die wir brauchen, um etwas zu bewirken: Als Entwicklungshelfer in Mali, Freelancer bei Spiegel Online oder auch als Berater bei McKinsey.

Das ist es im gewissen Maße durchaus, aber sicher nicht allein. Als Politikwissenschaftler erwartet mich eine Karriere als promovierter Taxifahrer – da sollte ich besser Wirtschaft oder Jura studieren. Wober ich persönlich ja glaube, dass es schnurzpiepegal ist, was man studiert – mitnehmen tut man letztlich vom Pflichtstoff eh sehr wenig – es kommt ganz drauf an, wie man seine Zeit nutzt.

Die drei Jobperspektiven kämen für mich übrigens nicht in Frage. Ironisch schon fast, dass man damit was „bewirken“ kann. Als Entwicklungshelfer ja noch vielleicht, aber das andere scheint mir doch eher Wunschdenken zu sein…

Das sind unsere Träume, aber die Antwort unserer Dozenten lautet immer nur: „Wie wäre es mit einer Diskussion zu Max Weber oder Karl Marx?“ Doch diese Diskussionen führen nicht zu Antworten.

Richtig. Werden sie auch niemals! Aber wer Antworten sucht, scheint mir in einer Naturwissenschaft besser aufgehoben zu sein. Oder in der Philosophie – mit der Gefahr nach 20 Semestern immernoch keine Antworten gefunden zu haben. Allerdings schärft manch Diskussion Geist und Verstand und trainiert die Sichtweise anderer Leute zu verstehen. Letztlich wollen doch alle Menschen nur das Eine Gleiche – bloß auf unterschiedlichen Wegen mit unterschiedlichen Mitteln zu unterschiedlichen Zwecken.

Als ich ein Praktikum beim Umweltprogramm der Vereinten Nationen in Brüssel absolviert habe, sollte ich Förderanträge schreiben, um Mittel des Europäischen Sozialfonds anzuzapfen. Mein Studium hat mich darauf nicht vorbereitet. Dafür weiß ich Bescheid über regionale Integrationstheorien und den Konstruktivismus. Na toll.

Würde ich sowas an der Uni lernen müssen, weiß ich genau was passiert. Im Gegensatz zu Statistik, wo mich ab und an noch an die Uni quäle, würde ich sowas wohl boykottieren. Wie will sowas auch beigebracht werden? Learning by doing muss die Devise sein  – wofür sind denn Praktika da außer zur Ausbeutung? Außerdem –  längst nicht jeder Politikstudent möchte in die Bürokratiebunker von Brüssel, Straßburg, Berlin oder sonstwo…

Frau Florin, Sie wohnen in einem akademischen Elfenbeinturm. Sie sind verliebt in Theorien und Definitionen. Wegen Dozenten wie Ihnen ist das Studium der Politikwissenschaften so trocken und theoretisch.

Da hat er Recht. Es ist aber wohl eher weniger eine Sache des Inhalts, sondern mehr eine der Kommunikation von Inhalten. Die Themen sind – subjektiv aus meiner Sicht (ich werde ständig gefragt, wie man sich für sowas begeistern kann…) – hochspannend und lohnen tiefergehender Beschäftigung. Gerade wegen den Theorien…

Während die Studenten in Ihrem Seminar schweigen, Frau Florin, brodelt es in den meisten von ihnen. Viele von uns haben schon über einen Studienabbruch nachgedacht. Spätestens zum Masterstudium wählen wir dann eine andere Fachrichtung als Politikwissenschaft. Oder gehen ins Ausland, denn dort wird der Praxisbezug des Studiums hochgehalten.

Oder sie gehen nach Konstanz !? Vielleicht bin ich einfach an der falschen Uni und bin als halber Politikwissenschaftler nicht qualifiziert mich dort drüber auszulassen. Ein Studium-Abbruch kommt jedenfalls nicht in Frage – die Hälfte ist ja quasi schon geschafft. Dass Deutschland im Master nicht unbedingt in Frage kommt, ist hingegen weniger eine Frage des Praxisbezuges, sondern mehr eines der Inhaltsspezialisierung.

Wir jungen Politikwissenschaftler wollen nicht diskutieren, sondern umsetzen. Als ich in den Stadtrat meiner Heimatstadt gewählt worden bin, dachte ich: Als angehender Politikwissenschaftler Kommunalpolitik machen, ein Kinderspiel. Doch das war falsch. Trotz aller Seminare zu Kommunalpolitik war ich heillos überfordert: Doppelte Buchführung? Kontraktmanagement? Budgetierung und Controlling?

Komm nach Konstanz, Junge! Naja, sowas haben wir auch (noch) nicht gelernt. Natürlich ist Kommunalpolitik kein Kinderspiel, auch für Politikwissenschaftler nicht. Juristen haben da es schätzungsweise einfacher. Leider ist die Illusion eines Politikstudiums als Wegbereiter einer Politiker-Laufbahn eine noch weit verbreitete Annahme in der Bevölkerung, der mittlerweile sogar der ein oder andere Studieninteressent anheim zu fallen scheint. Politik ist jedoch viel, viel, viel mehr. Politik ist oft trocken und langweilig, Politikwissenschaft ist es nicht.

In der Universität hatte ich philosophische Essays über die Kommunalpolitik als Schule der Demokratie gelesen. Doch mit der Quintessenz dieser Essays lässt sich nicht begründen, wann eine Schule geschlossen, die Sportförderung gestrichen oder die Preise im Schwimmbad erhöht werden müssen

Womit lässt es sich denn begründen? Wenn überhaupt, nicht durch Kraft von Argumenten, sondern durch pure Ideologie. Über die lernt man im Studium leider herzlich wenig. Könnte ja sein, dass manche Ideen einen zu großen Anklang finden…

 

Wir Studenten wollen einen Kurs in Ökonometrie oder Spieltheorie, aber unsere Dozenten bieten uns nur das nächste Seminar zu Adorno.

O Gott! Ich möchte das nicht. Ich möchte auch keinen Kurs zu Adorno. Wie wär es stattdessen zu einem Kurs zur Geschichte des Liberalismus. Würde dem Autor der kommentierten Zeilen durchaus gut tun. Sein Bildungsideal hat nämlich wenig gemein mit dem humanistisch-liberalen, ob nun von Humboldt oder sonstwem.

Wir wollen nicht Bundeskanzler in die richtige Reihenfolge bringen, denn die Politikwissenschaft ist kein Geschichtsunterricht

Nicht nur, aber auch. Ich sehe die Geschichtswissenschaft als wichtigstes Fach zum Verstädnis von Politik – noch wichtiger als die Politikwissenschaft selbst…

Wir interessieren uns für Mechanismen und Wirkungszusammenhänge: Mit welchen Instrumenten steuere ich den demografischen Wandel? Welche Parteien profitieren und warum, wenn die Wahlbeteiligung steigt? Welchen Effekt hat Einwanderung auf rechtsextreme Gruppierungen?

Das interessiert mich auch. Ist aber nicht unbedingt ein Thema für Vorlesungen. Da könnte man einfach mal zu Kolloquien und Vorträgen gehen und nimmt von dort dann viel mit – viel los ist da leider eher wenig. Ansonsten ist sowas ideal zum Selbststudium: ein gutes Buch, eine Nacht in der Bib – und man ist um ein paar Erkenntnisse reicher.

 

Frau Florin, Sie schreiben, Sie seien eine Beobachtungsexpertin. Das stimmt und das ist das Problem der deutschen Politikwissenschaft: Während Sie beschreiben und beschreiben, wollen wir Studenten erklären und analysieren, um dann Empfehlungen zu erarbeiten und umzusetzen. Wir sehnen uns nach Relevanz, während Sie sich mit uns über Definitionen streiten wollen und in Nostalgie verfallen, dass wir keine Tageszeitung mehr lesen. Wann werden Sie endlich verstehen, dass Online-Medien die Tageszeitungen unserer Generation sind?

Da kriegt er ja noch die Kurve.  Jedenfalls am Ende mit den Online-Medien. Seine Informationen sucht man sich heute selber – dann kann man auch sicher sein – und nur dann – , dass man alles Relevante mitbekommt…

„Was machen denn eigentlich die Absolventen unseres Studiengangs?“, fragen wir unsere Dozenten oft. Doch dann heißt es nur: „Wieso müsst Ihr immer so sehr auf Eure Karriere fokussieren? Konzentriert Euch aufs Studium!“

Taxi fahren !? Oder wenn es gut läuft, Protokolle im Bundestag schreiben !? Manch einer bringt es sogar zum Abgeordneten oder  sitzt in irgendwelchen Bürokratiebunkern. Ein paar schlauere Individuuen kommen noch in der Wirtschaft – Stichwort McKinsey unter – und der Rest? Lebt von Sozialleistungen, die ihre Vorbilder ausgedacht haben…

Zugepitzt gesagt. Tatsächlich sollte man sich auch auf das Studium konzentrieren. Es schadet aber keinem, insbesondere den notorischen 20-Semestlern, auch etwas die Zukunft in Blick zu haben. 20 Semester Studium bedeuten nämlich nicht unbedingt mehr Bildung, wie es ja gerne suggeriert wird. Aber das ist ein anderes Thema…

 

 

 

 

 

Die ZEIT und eine Debatte über Politikwissenschaft – Teil 1

Heute möchte ich noch 2 Artikel kommentieren, die jüngst bei ZEIT online erschienen. Der eine ist ein Weckruf einer Politik-Dozentin an die neue Studentengeneration (http://www.zeit.de/2012/21/P-Politikwissenschaft), das andere die Replik eines Studenten auf diesen Artikel (http://www.zeit.de/studium/hochschule/2012-05/Politikwissenschaft-Kritik/seite-1).

Zuerst wende ich mich ersterem zu und kaue genüsslich Satz für Satz ab, zweiteren gibt es im nächsten Artikel.  Ganz wichtig: alles rein meine Position, meine Erfahrung, meine Beobachtungen.    Ich spreche gewiß nicht für wie auch über alle Politikstudenten, vermutlich nichtmal für die kleinste Minderheit. Pauschale Beurteilungen versuche ich zu vermeiden, wird aber wohl darauf hinauslaufen. Wenn ich vom „Politikstudenten“ spreche meine ich also nicht den allgemeinen, den es nicht geben kann, sondern dient dies lediglich der Vereinfachung. Und Vorsicht – es ist allerhand zu lesen!

Also gut – los gehts – Zitate von ZEIT online (http://www.zeit.de/2012/21/P-Politikwissenschaft)

Das Erste, was ich von euch sah, waren diese großen Wasserflaschen aus Plastik.

Wasser? Plastik? groß? Nicht bei mir. Sieht man in Konstanz auch eher seltener.

Während einer Doppelstunde Regierungslehre schafften viele von euch locker einen Liter.

Was ist denn Regierungslehre? Kann man das trinken? In 90 Minuten kann man jedenfalls noch deutlich mehr machen als einen Liter zu trinken.

Ich kann mich nicht daran erinnern, dass zu meiner Studienzeit während eines Seminars auch nur einer zur Flasche gegriffen hätte. Das hätte wertvolle Redezeit gekostet.

Redezeit wofür? Seminare sind ja eigentlich ganz nett, gerade in Konstanz, wo unsere Proseminare auf 15 Personen beschränkt sind. Da sind noch echte Diskussionen gut möglich, auch wenn letztlich meist die Zeit fehlt. Man hat ja nicht mal Zeit für Referate. Statt sich mal etwas eingehender mit der Thematik zu befassen, soll man nur den Pflichttext einigermaßen verständlich reproduzieren. Nicht ganz einfach, wie ich selbst gemerkt habe, aber das erinnert mich doch sehr an Schule und Texte markieren (was ich zum Glück nie gemacht habe). Besonders wenn man dann noch seine Note für mündliche Beteiligung erhält und man unter Druck ist, irgendwas zu reproduzieren und dabei letztlich nicht allzu viel Sinnvolles rauskommt…

Oder, wie man auch zwanzig Jahre nach 68 noch sagte: Zeit, um alles kritisch zu hinterfragen.

Hinterfragen ist tatsächlich außer Mode gekommen. Besonders sich selbst. Und den Zeitgeist. Und überhaupt alles. Könnte ja der Karriere schaden…

Ihr aber trinkt über alle autoritären und totalitären Regime, über alle parlamentarischen, semipräsidentiellen und präsidentiellen Systeme hinweg. Auch große Worte großer Menschen, sagen wir von Max Weber und Theodor W. Adorno, stillen euren Durst nicht.

Was von Max Weber zu halten ist, legte ich in meinen satiristischen, vom „powalter“ zensierten Artikel bereits da. Viel halte ich nicht von ihm. Kommt einem ja auch das Grauen, diese Texte zu lesen, auch wenn einige Ideen dem Idealtypus sicher nahe kommen. Vor Adorno habe ich hingegen größten Respekt. Und wo sie totalitäres Regime sagt: wir sollten noch trinken, solange wir es noch dürfen. Könnte uns gerade in Baden-Würtemmberg (bewusst falschgeschrieben ;)) ja bald auch verboten werden wie in Hamburg das Rauchen…

Woher der kommt? Vom Diskutieren jedenfalls nicht. Ich hätte fordern können, in Deutschland einen Wächterrat nach iranischem Vorbild einzuführen. Ihr hättet trotzdem weitergenuckelt. Ihr unterwerft euch einem 3-Liter-Wasser-am-Tag-Diktatürchen, war ich versucht zu sagen. Aber ich schluckte es hinunter.

3 Liter schaffe ich gerade mal an 3 Tagen. Ja ich weiß, das ist ungesund. Und gegen die Forderung nach einem Wächterrat kann man nun echt nicht viel aussetzen – so Gesinnungswächter gibt es ja schon allerhand…

 

Das klingt gemein. Dabei bin ich gar nicht euch böse, sondern mir selbst. Als ich vor gut zehn Jahren einen Lehrauftrag in Politikwissenschaft annahm, glaubte ich, euch zu kennen. Ich dachte, ihr interessiert euch für Macht.

Macht. Macht Politik aus. Politikwissenschaft ist die Wissenschaft der Macht. Politik ist das Streben nach Machterhalt. Ist mittlerweile auch bei der Piratenpartei schon angekommen…

Denn Macht ist der Sauerstoff eines politischen Systems, sie entsteht aus dem Zusammenwirken von Menschen und Ideen. Ein Politikwissenschaftler kann Machtverhältnisse nicht so exakt messen wie ein Naturwissenschaftler seine Stoffmengen. Trotzdem dürfen Politologen so vermessen sein, die Verhältnisse ändern zu wollen.

Manch Politikwissenschaftler wollen wirklich alles messen. Nicht nur Macht, sondern z.B. auch Demokratie. Bei den tollen Indizes kommt dann raus, dass Griechenland eine absolute Vorzeigedemokratie ist – weil der Index nämlich z.B. mit  der Anzahl der Parteien im Parlament bzw. deren Prozentualabstand untereinander berechnet wird – in Griechenland ja mittlerweile nicht mehr allzu groß (ganz sicher bin ich mir nicht, eine Wiederholung des Stoffes wär mal anzustreben…).

Manch Politikwissenschaftlern mag man ihre Mathematisierungsideologie noch nachsehen, den Politikern, die Begriffe wie „Glück“ messen wollen jedoch nicht. Wer wie in Bhutan von einem „Bruttosozialglück“ spricht, maßt sich an, Bescheid zu wissen, was jedes Individuum als Glück empfindet. Glück ist eine, wohl die zentralst individuelle Präferenz eines jeden Menschen, deren Fremdbestimmung unweigerlich ein totalitäres System bedeutet. Manch einer wird das aber wohl nie begreifen…

Karl Popper, einer der wichtigsten Ideengeber des Fachs, sagte einmal, jede Hypothese sei so lange haltbar, bis sie falsifiziert sei. Ich merkte rasch: Die Wissenschaft wusste nichts über euch. Nirgends stand geschrieben, dass ihr euch weniger um die Belüftung des politischen Prozesses als um den Flüssigkeitshaushalt eures Körpers sorgt. Der Wasserbedarf ist natürlich ein oberflächliches Kriterium, das Karl Popper niemals akzeptiert hätte.

Der kritische Rationalist Karl Popper hat die Essenz der Wissenschaft erkannt. Und in seinem großartigen Buch „Die offene Gesellschaft und ihre Feinde“ schonungslos mit Glückserzwingern wie Platon, Hegel und Marx abgerechnet. Das wird ob seiner Bedeutung für die Wissenschaftstheori leider oft unter den Tisch fallen gelassen.

Doch unter der Oberfläche hat sich etwas Substanzielles verschoben. Der Wissenspegel veränderte sich. Kulturpessimistische Dozenten behaupteten, er sei gesunken. Die Kanzler in die richtige Reihenfolge zu bringen und dabei Ludwig Erhard nicht zu vergessen, den historischen vom dialektischen Materialismus zu unterscheiden, die drei Gewalten zu benennen – Fehlanzeige.

Kein Kommentar. Nur soviel: in Zeit von Smartphones und Google hat man dieses Wissen in 10 Sekunden. Abgefragtes Wissen, wie es der Autorin anscheinend vorschwebt, ist tatsächlich irrelevant, wichtig ist es das Wissen mit anderem Wissen zu verknüpfen – das wird keine Maschine je so leisten können wie das menschliche Gehirn.

Mir erschienen auch andere Themen spannender als die Kanzler in chronologischer Reihenfolge. In der Schröder-Ära zum Beispiel wurde es in der Politikwissenschaft modern, von einer Amerikanisierung des deutschen Regierungssystems zu sprechen. Personalisierung, Inszenierung, Emotionalisierung – das waren die Politologen-Modewörter. Ich habe darüber gesprochen, ihr habt mitgeschrieben. Emotionslos. Über Misstrauensvoten, Rücktritte, Skandale und Untersuchungsausschüsse habt ihr mit einer Leidenschaft referiert, als ginge es um den 32. Änderungsantrag der Abwasserverordnung für die ländlichen Gebiete Sachsen-Anhalts.

Ich schreibe nicht mit. Aber natürlich bin ich emotionslos. Soll ich Tränen weinen, wenn ich erfahre, dass Sokrates den Schierlingsbecher getrunken hat oder in die Hände klatschen, weil Obama erster schwarzer farbiger (???) Präsident der USA wurde? Von Gefühlen in der Wissenschaft sollte man sich fernhalten, wie Gerard Bökenkamp heute in einem sehr lesenswerten Artikel schrieb: http://ef-magazin.de/2012/05/25/3537-meinungsvielfalt-ein-hoch-auf-den-andersdenkenden

Brav habt ihr die Lehrbuch-Kapitel gelesen, die ich euch vor einer Klausur empfahl. Wenn ich die Seiten 21 bis 76 nannte, konnte ich sicher sein, dass niemand Seite 20 oder 77 anschauen würde. Ein paar von euch, mit den Jahren weniger, lesen regelmäßig Zeitung, kaum einer schaut täglich Nachrichten. Ihr liebt klare Ansagen, aber nicht die Tagesschau-Sprecherin.

In Konstanz wird glücklicherweise weitgehend auf Lehrbücher verzichtet und Primärliteratur gelesen. Durchaus Mengen, die man auch mit erhöhter Lesegeschwindigkeit oft nicht wirklich bändigen mag. Gelesen wird, was relevant ist – oder interessant. Max Weber würde ich freiwillig nicht lesen.

Zeitung lese ich auch nicht. Gleichwohl ich mir wohl jetzt den englischen „The Economist“ abonnieren werde – das kann man noch qualitativ hochwertige anspruchsvollere Berichterstattung nennen. In Zeiten des Internets kann man sich seine Informationen immerhin, wenn auch mühsam, selbst zusammenklauben. Wie schon gesagt: kritisches Hinterfragen ist aus der Mode gekommen. Das gilt auch für die Medien, ob nun Print oder auch die Tagesschau: neutrale Berichterstattung schön und gut, aber man muss sich nur mal anschauen, wer in den Rundfunkräten sitzt. Und man sollte bedenken: die Konsumgewohnheiten wandeln sich. Viele Studenten – wie ich – besitzen gar keinen Fernseher und können folglich auch keine Tagesschau sehen, wenn sie es nicht streamen wollen/können – so einfach ist das. Selbstrecherche ist jedenfalls besser als Dauerberieselung – das könnte sich der ein oder andere Dozent auch durchaus mal zu Herzen nehmen. Einfach mal die „klausurrelevante“ Aufgabe stellen, gewisse, eher schwer zugängliche Informationen zu recherchieren. Da lernt man gleich, wie man gute Hausarbeiten schreibt…

Warum studiert ihr eigentlich dieses Fach, wenn ihr euch gar nicht für Politik interessiert?

In Konstanz mit Verwaltungswissenschaften ist das ja quasi ein „BWL-light“-Studium ohne viel Mathe – die Statistik-Durchfallquoten holen die meisten aber immerhin auf den Boden der Tatsachen zurück. Monetäre Anreize können es ja eigentlich kaum sein: klar, als Politiker lässt sich  auf anderer Kosten viel Geld verdienen – als promovierter Taxifahrer verdient man dieses Geld. Aber diese Debatte möchte ich mir jetzt mal schenken.

Das fragte ich vor einigen Jahren zuerst mich, dann euch. Da habt ihr Flasche und Notebook kurz zur Seite gelegt. War mein Referat nicht gut?, haben einige gefragt. Kriege ich keinen Schein?, wollten andere wissen. Doch, doch, die Referate sind okay, habe ich euch getröstet. Das ist ja gerade das Problem. Die meisten haben geschwiegen. Das ist das noch viel größere Problem.

Bei benoteten Referaten würde ich auch lieber schweigen. Seltsamerweise finden die meisten das anscheinend ziemlich toll und hassen hingegen Hausarbeiten. Aber das ist wohl reine Typsache…

Aus meinem Proseminar hat der Bologna-Prozess ein Optionalmodul gemacht. Das Wort passt zu einer Generation, der die Soziologen so viele Optionen attestieren wie keiner Jugend zuvor. Ein paar Module später ist meine Hypothese falsifiziert: Ihr Um-die-20-Jährigen interessiert euch doch für Politik, aber wir von der alten Schule würden das nicht so nennen. Nein, ich bin nicht kulturpessimistisch. Wir Beobachtungsexperten haben zu wenig hingeschaut. Wir müssen lernen, nicht nur ihr.

Nicht schlecht. Proseminar heißt hier immernoch Proseminar. Und es ist Pflicht, gleichwohl eine wegen auslastungsbedingter Auslosung eher zweifelhafte Auswahlmöglichkeit besteht.

Es langweilt euch, Menschen und Ideen beim Mächtigwerden zuzusehen. Politik begreift ihr als ständige Selbstbeobachtung. Ihr lest nicht das Interview mit der Bundesfamilienministerin, sondern die Neon-Titelgeschichte »Wann möchtest du ein Kind?«

Das wäre jetzt sehr pauschal dem zuzustimmen oder nicht. Ich für meinen Fall weiß garnicht, was Neon ist. Ich Kulturbanause! Ein Interview mit der derzeitigen Bundesfamilienministerin würde ich allerdings nicht unbedingt gerade vorziehen – auch wenn Vorschläge wie das Betreuungsgeld mir immer wieder ein seltenes Lächeln auf die Lippen zaubern.

Ihr geht nicht zur Gewerkschaftskundgebung für den Mindestlohn, aber vielleicht zum Flashmob »Stürmt die nächste McDonald’s-Filiale«.

Weder noch. Die Autorin vergißt, dass nicht jeder Student automatisch gleich links ist und sich der Lehrmeinung unbedingt anschließt. Zum Hinterfragen braucht man nicht die Vorlesung mit Monologen aufhalten…

Ihr wolltet nicht wissen, ob Christian Wulff mit seinen Urlauben für lau das Amt des Bundespräsidenten beschädigt hat, ihr habt euch auf der Seite »Übernachte bei Bettina Schausten« getummelt.

Diese rein moralische Frage erübrigt sich doch eigentlich.

Die arabische Revolution hat euch elektrisiert, weil die Bilder dieses Mädchen mit dem blauen BH um die Welt gingen. Sie war so alt wie ihr, und der BH hätte von H&M sein können.

Politik hautnah. Mit aus Kinderarbeit finanzierter Kleidung. Zugegeben – ich kauf da aber auch…

Ihr wollt nichts von Emotionalisierung und Personalisierung hören. Ihr wollt fühlen. Ihr trinkt dauernd fürs Körperfeeling. Und auch Politik muss so süffig sein, dass sie euren emotionalen Durst stillt. Politik ist das, was ihr dazu macht, weil es euch persönlich angeht. Ihr seid der Star, nicht der Minister, der EU-Kommissar, nicht einmal die Kanzlerin. Ihr wollt nicht die Macht verstehen, ihr wollt euch verstanden wissen. Damit seid ihr rebellischer als all die Jugendstudien behaupten, die euch zur unpolitischen Generation erklären.

Unpolitische Generation? Es wächst eine extremst politische Generation heran, allerdings ist es nur eine Viertelgeneration. Drei Viertel sind dem – frei nach Marx – Konsum fürs Volk zugewandt, während das verbliebene Viertel mit aller Macht versucht, Veränderungen zu erreichen. Ob nun die Piratenpartei in Deutschland, die hauptsächlich von jungen Menschen begonnenen Proteste im „Arabischen Frühling“ oder die Unterstützung Ron Pauls in Amerika zeigen, wohin der Wind in Zukunft weht.

Als Parteienforscher noch von der Amerikanisierung der Wahlkämpfe schwadronierten, habt ihr eine neue Partei zu Wasser gelassen, deren Spitzenkandidaten nicht zu Pop-Hymnen in den Saal einziehen. Eine Partei, die sich durch Nicht-Inszenierung inszeniert, die einfach nur da ist. Eure Piraten machen uns ratlos, auch wenn wir dauernd als Experten bei Phoenix auftreten.

Der Wind weht jedenfalls nicht ins Segel der Piratenpartei – die Politikwissenschaftler sorgen schon dafür. Nach ein paar Monaten werden die Analysen mal etwas genauer, die Piratenpartei aber immernoch mißverstanden. Als angebliche Raubkopierer haben sie ja auch eine gefährliche Nähe zu Plagiatoren wie Veronica Saß, Tochter von Edmund Stoiber, der die Uni Konstanz nach langem Rechtsstreit nun endlich die Doktorwürde aberkennen konnte.

Vor einigen Wochen habe ich im Optionalmodul über die Barschel-Affäre und das journalistische Selbstverständnis referiert. Zur PowerPoint-Präsentation gehörte auch der stern-Titel mit dem Foto des toten Politikers in der Badewanne. Ich habe euch angeschaut. In meinem Blick lag jene Frage, die früher nur Sportreporter stellten. »Und, wie fühlt ihr euch jetzt?« Ihr habt tatsächlich auf die Leinwand mit dem Barschel-Bild geblickt. Einer von euch sagte: »Ich fühle mich an die Hinrichtung Saddam Husseins erinnert. An solche Titelbilder habe ich mich gewöhnt.

Barschel-Affäre? Da tut sich ja eine echte Wissenslücke auf. Aber jetzt weiß ich, was da war. Ein Seminar drüber fände ich aber wohl leicht langweilig. In den heutigen Vorlesungen kriegt man ja auch mehr geboten als tote Männer in Badewannen. Da gibt es dann heiße Erotikszenen, ordentliches Geballer und mafiöse Sprüche zu sehen – die Vorlieben sind individuell unterschiedlich…

Das klang kalt, aber mir wurde warm ums Herz. Wahrscheinlich müssen wir Lehrenden uns verabschieden von den Kanzlern in der richtigen Reihenfolge. Von den großen Polit-Affären und den noch größeren Ismen der politischen Ideengeschichte. Von all dem, was noch in der Studienordnung steht und in den Politikteilen der Zeitungen. Das einzige Standardwerk zur Regierungslehre, das ihr lesen würdet, müsste heißen: »Ich. Und das Regierungssystem der Bundesrepublik«.

Ist doch langweilig. Heute macht doch eh jeder „Internationale Beziehungen“. Damit kann man sich ja das Gewand des kosmopolitischen Weltbürgers anziehen. Einen Blick in die Studienordnung könnte ich all diesen zukünftigen Weltbürgern aber mal tatsächlich wärmstens ans Herz legen. Manch Studienberater ist sicher froh, seine Zeit sinnvoller zu investieren…

Soll ich Widerstand leisten oder vor euch kapitulieren? Ich werde versuchen, doch noch etwas für die Kanzler zu kämpfen. Ich werde euch erzählen, was tief in mir vorging, damals im Oktober 1982, als Helmut Kohl Bundeskanzler wurde. Dann werdet ihr spüren, was ein konstruktives Misstrauensvotum ist.

Emotionen gehören in die Politik, nicht in deren Wissenschaft. Allenfalls zur Wahlforschung. Da hängt ja immer Fukushima, Genmais und CO2-Ablasshandel als moral-emotionales Anhängsel immer mit drin.

Frau Florin wünsche ich jedenfalls viel Erfolg bei ihren Umerziehungsversuchen. Sie wird damit heutzutage bloß keinen Erfolg mehr haben – auch an einer recht konservativen Uni wie Bonn nicht.

 

Den zweiten Teil gibts demnächst – schon in 6 Stunden ist höchste Konzentration beim Schachturnier gefordert – dabei möchte man ja nicht einschlafen…

Aktuelles

Eigentlich wollte ich ja nichts mehr schreiben heute, mache das aber doch, da mich mein Kurzheimaturlaub über Pfingsten ab morgen wohl ein paar Tage vom Bloggen fernhält.

Daher mal kurz ganz post-privacy ein paar Dinge, die jetzt so anstehen in den nächsten 2 Wochen: heute war ich erstmals wieder beim Stammtisch der Piratenpartei. Mehr gibts dazu auch nicht zu sagen. Ich muss ja meine Stimme noch klug bei den Neuwahlen einsetzen und kann dann abspringen…

Im heutigen Vertiefungseminar zur Postdemokratie ging es unter anderen auch um Hayek: leider wurde er etwas verfälscht dargestellt bzw. viele wichtigen Aspekte nicht berücksichtigt. Aber 20 Minuten für ein Referat, das über die geringe Pflichtliteratur hinausgeht, wäre auch schon fast knapp bemessen.

Die nächsten 2 Wochen darf ich mir jetzt ein Thema für meine neue Hausarbeit ausdenken und ein Exposé erstellen: irgendetwas mit „Demokratiekritik“ schwebt mir vor. Allerdings bin auch noch mit einem Referat dran: die französischen Neomarxisten Jacques Ranciere und Chantal Mouffé. Nicht gerade begeisternd, aber mal ganz interessant.

Um zurück zum Hayek zu kommen: heute bekam ich die Zusage samt Stipendium für die von der Friedrich-August-von-Hayek-Gesellschaft veranstalteteten Sommerakademie „Woche der Freiheit“ (www.wochederfreiheit.org). Ich werde zu gegebener Zeit mal noch einen extra Artikel drüber schreiben: freue mich schon total drauf!

Ansonsten kann ich mich wahrlich nicht über Langeweile beschweren. Die Abende sind alle verplant und das wird die nächsten 2 Wochen auch noch so weitergehen. Höhepunkt sicher ist nächste Woche Mittwoch, wo sich Konstanzer Professoren, darunter unser werter japanischer Methoden- und Statistikprof und einer der Internationalen Beziehungen, sich als DJ die Ehre geben werden um bei der Konstanzer Professorennacht für ordentlich Stimmung zu sorgen. Wer mal ein kurzes Interview mit den beiden hören möchte: http://soundcloud.com/luke_scrapwalker/interview-prof-dr-shikano-prof (dnach weiß man, was so auf uns zukommt). Gleich am Tag danach, Donnerstag 31.5  von meiner Coaching-Studi-Initiative die „ROCK YOUR LIFE“-Sommerparty in der Kantine, für die ich jetzt mal by the way Werbung machen möchte. Kommt alle vorbei, es dient einem guten Zweck 😛

Ddann direkt am Wochenende meine zweite MUN (UN-Simulation), von Konstanzern für Konstanzer, im Kleinformat, aber auf Englisch. Wird sicher ganz spannend – mein Land ist Kamerun, Thema sind Menschenrechte. Über die in Stuttgart hatte ich ja noch garnicht berichtet – die war aber bis auf die Altersstruktur doch sehr gut und spaßig.

Dann sind wir auch schon im Juni: wie die Zeit vergeht. Nächste Woche steht schon die erste Probeklausur an, die richtigen Klausuren sind schon in knapp 6 Wochen ! Wird Zeit, mal was für die Uni zu tun. Dieses Semester lasse ich schon arg schleifen habe ich das Gefühl…

Das Semester geht jedenfalls schnell zu Ende, und der „legendäre“ Konstanzer Sommer lässt leider noch auf sich warten. Soviel zur aktuellen Lage – jetzt wünscht mir Glück für mein erstes Schachturnier seit 2 Jahren am Samstag in Lünen bei Dortmund, wo ich mir Hoffnungen auf ein Preisgeld machen kann 🙂

uni.kn !

Die wahre Exzellenz der Universität Konstanz liegt weder im Bodensee noch auf dem Gießberg, sondern in ihrer Internetadresse. Hoch innovativ, wie sich die Uni gibt, scheint man sich die Domain von St. Kitts und Nevis gesichert zu haben.

Zumindest in einem Fall: da http://www.uni-konstanz.de ja vieeeeeeeeeelllllllll zu lang ist, geht es jetzt mit http://www.uni.kn viel, viel schneller…

Begleitet wurde dies von einer hochwertigen Marketingaktion durch Flyer in der Mensa, von denen man nicht wusste, was sie eigentlich sollten….

Eine Investition der verbliebenen Studiengebühren in eine weitere Segelboot-Flotte wäre in meinen Augen lohnender gewesen…

Aber vielleicht beschwere ich mich auch zu früh und bald bekommt jeder Student seine eigene .kn-Adresse. Das wäre wirklich innovativ!

Der passive Wahlkampf Ron Pauls

Heute werfen mir mal einen Blick über den großen Teich – in die USA.

SPIEGEL online verkündet nämlich groß, dass Mitt Romney seinen Vize-Präsidenten sucht ((http://www.youtube.com/watch?v=UEHqcHRGnUY)).

Dabei steht noch gar nicht fest, dass Mitt Romney überhaupt Präsidentschaftskanditat wird. In dieser Hinsicht kann man den deutschen Medien neben mangelnden Englisch-Kenntnissen und fehlender Fähigkeit zur Recherche auch wohlbewusstes Verschweigen von Tatsachen vorwerfen.

Statt von seiner Kanditatur zurückzutreten, hatte der einzig verbliebene Konkurrent Romneys – Ron Paul – lediglich erklärt, keinen aktiven Wahlkampf mehr treiben zu wollen, da er an die Grenzen seiner finanziellen Leistungsfähigkeit gelangt wäre. Im Gegensatz zum Multimillionär-Romney, gesponsort durch am Bestand des bestehenden Neoliberalismus interessierten Unternehmen, kam der Großteil von Ron Pauls Einnahmen durch Millionen kleiner Einzelspenden von wenigen Dollar durch an Freiheit interessierten mündigen Individuuen zustande.

Nun führt Ron Paul tatsächlich keinen aktiven, wohl aber noch einen passiven Wahlkampf. Weitgehend unbemerkt macht er sich die Eigenheiten des US-amerikanischen Wahlrechts zunutze und sammelt auch nach den Wahlen – den „Primaries“ bzw. „Caucus“ – im Hintergrund Delegierte für seine Nominierung für die Präsidentschaft am Parteitag der Republikaner im August in Tampa, Florida und ist dabei überaus erfolgreich: so hat er mittlerweile die meisten Delegierten aus Nevada, Maine, Iowa, Lousianna,Minnesota und Michigan hinter sich – letzteres für den dort gebürtigen Mitt Romney besonders ärgerlich. Viele Vorwahlen stehen dazu auch immernoch aus.

Ich möchte mich jetzt nicht im Kleinklein des dortigen Wahlrechtes verlieren, durch seine geänderte Taktik mag Ron Paul aber durchaus noch Chancen haben, zumal laut einem Präzedenzfall in der Vergangenheit wohl ohnehin kein Delegierter an sein Mandat gebunden ist.

Natürlich hat dies demokratietheoretisch gesehen einen faden Beigeschmack – sieht man sich die bereits erfolgten offensichtlichen Manipulationen bei den US-Vorwahlen der Republikaner aber genauer an, so scheint solch eine Gegenoffensive nur gerechtfertigt.

Es mag an Naivität grenzen, Ron Paul noch Chancen einzuräumen. Ob der fehlenden bzw. verfälschten Berichterstattung der deutschen Medien, halte ich es aber für angebracht, darüber aufzuklären. Es könnte sein, dass sich im August einige sehr verwundert die Augen reiben werden und sich dann gezwungen sehen müssen sich objektiv mit dem „Spinner aus Texas“ auseinanderzusetzen – oder mit den „Spinnern“, die ihn unterstüzen. Bei knapp einer Million „Likes“ auf Facebook fällt es es aber schwer, dies nur als Randerscheinung abzutun. In dieser Hinsicht gibt es erstaunliche Parallellen zum Aufstieg der Piraten in Deutschland – bloß dass diese durch die spezifisch deutsche Mentalität sehr viel stärker auf den Staat und Sozialleistungen setzen.

Während Mitt Romney seine Unterstützung bei den eher älteren Weißen, den christlichen Flügeln (gleichwohl er als Mormone da nicht so gern gesehen ist) den großen Konzernen und der Finanzindustrie hat, zieht-Ron Paul auch eine große Anzahl an Unabhängigen und eigentlichen Demokraten-Wählern an – vor allem jungen Leuten – was ihn zu einer sehr viel ernsthafteren Gefahr für Obama macht als Mitt Romney.

Zu seinen politischen Positionen wie auch zur sonstigen Person Ron Paul, die mit meiner Agenda nicht vollkommen, aber zu einem großen Teil im Einklang sind, werde ich mich heute nicht äußern.

Fakt ist, dass Amerika mit Mitt Romney und Barack Obama die Wahl zwischen Pest und Cholera hat. Da wäre Obama noch eher zu verschmerzen, obgleich er Bürgerrechte massiv beschneidet und weitere Freiheiten einschränkt.

Wer jetzt meint, ich rede nur Stuss – mit ein wenig Englisch kann man all dies mit wenigen Klicks schnell verifizieren. Ich verabschiede mich nun ins Kino – „Der Diktator“ – als Gegensatz zum absoluten Anti-Diktator, über den ich gerade geschrieben habe…

Buchtipp: The Libertarian Reader

Heute mal wieder eine Buchempfehlung über ein Buch, mit dem ich mich neben dem Studium die letzten 4 Wochen beschäftigt habe.

Denn nach der Hayek-Lektüre in den Weihnachtsferien und intensiver Beschäftigung mit ihm in meiner Hausarbeit, nach dem kolossalen Ayn Rand-Epos „Atlas Shrugged“, nach Werken in den Semesterferien wie „Anarchy, State and the Utopia“ von Robert Nozick und „Ethik der Freiheit“ von Murray Rothbard“, neben vielen andere, -schien mir nun das Verlangen groß, tiefer in die libertäre Ideengeschichte zu blicken.

Zu diesem Zweck benutzte ich das Angebot der Universitätsbibliothek Bücher vorzuschlagen und war ganz verwundert, dass mein Vorschlag angenommen und nach 3 Wochen das gewünschte Buch bereits von der Bibliothek gekauft wurde. Das Argument, es seien sehr viele, akademisch durchaus verwertbare Texte verschiedener Autoren, hat wohl gezogen.

Worum geht es denn jetzt eigentlich? Um „The Libertarian Reader“ von David Boaz mit dem verheißungsvollen Untertitel „Classic & Contemporary Writing from Lao-Tzu to Milton Friedman“,

David Boaz ist Vizepräsident des amerikanischen Think-Tanks Cato Institute (www.cato.org), die wohl einflussreichste libertäre Denkfabrik, bei der ich versuchen werde, einen Teil meines Praxissemesters nächstes Jahr zu absolvieren.

Nun zum Buch: es ist eine Aufsatzsammlung verschiedenster Autoren aus allen Epochen, die mit einer libertären Haltung publiziert haben. Die Texte sind in 7 verschiedene Themenschwerpunkte gegliedert,in „Skeptizismus über Macht“, „Individualismus und Zivilgesellschaft“, „Individuelle Rechte“, „Freie Märkte und spontane Ordnung“, „Frieden und internationale Harmonie“ und „die Zukunft des Libertarismus“. Selbst linke Pazifisten und Piraten kommen hier also teilweise auf ihre Kosten 😉

Das Autorenspektrum reicht vom Alten Testament (Samuel), über den Chinesen Lao-Tzu zu John Locke und Thomas Paine, Gründervätern der USA wie  James Madison und  bekannten Abolitionisten (Gegnern der Sklaverei) und Kämpfern des Frauenwahlrechts zu neueren Autoren wie Ayn Rand, Michael Polanyi und John Perry Barlow wie in ökonomischer Hinsicht über Adam Smith und Frederic Bastiat zu F.A. von Hayek, Ludwig von Mises und Milton Friedman – um nur die Bekanntesten zu nennen.

Das Buch ist zwar nur auf Englisch erhältlich, die Texte aber gut zu verstehen. Mit 450 Seiten zwar nicht an einem Abend zu verschlingen, bietet es durch die vielen kurzen oder auch mal längeren Aufsätze (insgesamt sind es 69) aber beste Möglichkeiten als „Gute-Nacht“-Lektüre, auch wenn man danach vielleicht nicht so gut schlafen kann.

Wer jetzt Lust bekommen hat, selbst einen Einblick zu wagen – ab Montag steht das Buch wieder in der Uni-Bibliothek Konstanz und wartet auf anspruchsvolle Leser…

Ich kann es nur empfehlen: gedanklich sehr stimulierend!

 

 

Mein Tag in Zürich in Bildern

Auch wenn manch ein treuer Leser aus Neuseeland-Zeiten meine Reiseberichte vermissen wird, werde ich heute keinen über meinen Tagestrip in Zürich schreiben, da dies einige Stunden dauern könnte. Stattdessen gibt es viele Bilder (wenn auch nur 1/4 der tatsächlich geknipsten) in der Diashow, die meinen Weg durch Zürich sicher sehr viel besser veranschaulichen. Ich bin jedenfalls knapp 15 km gelaufen, an allen relevanten Sehenswürdigkeiten vorbei,  habe eine Seerundfahrt gemacht, war im Schweizer Landesmuseum, habe am Limmat und See gechillt und schlußendlich fast meinen Zug zurück verpasst, weil ohnehin in Eile der Paradeplatz für einen Filmdreh gesperrt war. Aber es hat noch geklappt trotz Feiertagsmuße – die Geschäfte waren ja übrigens alle geschlossen und die Banker nicht unterwegs, weshalb ich dringend auch mal unter der Woche nach Zürich sollte, um mir den Trubel anzuschauen, der sich beim guten Wetter heute an die Seepromenade verlagert hat.

Zu erwähnen sei noch: ich habe gehungert. 7€ für einene kleine Bratwurst ist dann doch etwas viel. Ansonsten überrascht mich Zürich aber sehr positiv: eine sehr ästhetische Stadt – gediegene Architektur, gemütliche Gässchen, ein glasklarer See (noch klarer als der Bodensee), frontaler Alpenblick, über der Stadt thronende Universitäten, ungekannte Toleranz (mit Disco-Lautstärken-Ghettoblaster-Deutschrap Shisha rauchend mitten im Park), vielfältige Internationalität, genug öffentliche Toiletten und eine Servicefreundlichkeit (besonders in den Zügen der SBB), die in Deutschland seinesgleichen sucht.

Dazu ein Land, standhaft sich der EU verweigernd (leider weniger standhaft das Bankgeheimnis), mit einer noch funktionierenden Demokratie (auch wenn ich negativ überrascht war, dass in einem Schweizer Kanton erst 1990 das Frauenwahlrecht eingeführt wurde) und einem positiven Nationalstolz, der sich nicht nur in den an jeder Stelle wehenden Fahnen erkennen lässt.

Kurzum: Zürich ist einen Besuch wert, wie Ihr nun sehen könnt – auch ohne das nötige Kleingeld!

 

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Norbert Alois Röttgen – Gedanken zum gegangen werden!

Während ich hier genüsslich meine Erdbeeren auf Zitronensorbet schlürfe, frage ich mich, wie es dem Mann geht, der heute eiskalt wie mein Sorbet von Mutti Merkel abserviert wurde.

Die Rede ist von  Rüttgers, äh, Röttgen, der nach seinem grandiosen Wahlergebnis am Sonntag, das prozentual mit der durch ihn mitverursachten Strompreisentwicklung bei weitem nicht mithalten kann, heute gegangen wurde, weil Mutti Merkel – ganz entgegen ihrer sonstigen konservativen Policy des Bewahrens (Euro, Griechenland, Hosenanzug) – klare Kante zeigte.

Nicht unschuldig dabei sicher Horst Lorenz Seehofer, dessen neues Streben nach Transparenz und klaren Worten ihn mir immer sympathischer werden lässt, auch wenn er in meinem Ranking als sozialer Christ noch unter den demokratischen Christen steht. An dieser Stelle übrigens  Gratulation an Neu-Umweltminister Altmaier, dessen ständiges Gezwitschere mittlerweile sogar hartgesottenen Piraten auf den Keks zu gehen scheint.

Aber zurück zu Norbert Alois, dem mit E10 betriebenen U-Boot der Grünen, der die planwirtschaftliche Energiewende einleitete, sie aber offensichtlich nicht steuern konnte. Wer Hayeks „Weg zur Knechtschaft“ gelesen hat, weiß warum. Wer nicht, sollte das schleunigst nachholen.

Allerdings muss man die politischen Gedanken Röttgens nicht allesamt verteufeln, die letztlich lediglich dem Mainstream entsprechen. So setzte er sich für die Liberalisierung des Staatsangehörigenkeitenrechts ein und machte sich für den Bürokratieabbau stark.

Gerade letzteres verwundert, schien mir Röttgen doch fast einer Technokratenschmiede wie der Uni Konstanz entsprungen zu sein. Ein Jurist aus Bonn, promoviert, aber nicht plagiiert (wer weiß!?), möchte die Bürokratie zurückdrängen. Eine ehrenwerte Idee – bei der Idee ist es aber wohl auch geblieben. Als ich heute meinen Führerschein aus seiner Sicherheitsverwahrung im Konstanzer Bürokratiebunker befreite, wurde mir dies mal wieder allzu bewusst.

Ehrenwert war sicher auch seine Idee, im Umweltministerium lieber den obersten Planwirtschaftler zu spielen statt sich mit Kraft über die möglicherweise fatalen Folgen von Currywurstpropaganda für das Ernährungsverhalten deutscher Bürger zu duellieren.

Der Kopfmensch Röttgen hat sich da aber wohl verspekuliert. Statt 2 Pöstchen hat er jetzt garkeinen mehr. Aber das wird schon wieder: die Grünen brauchen  schließlich noch einen etwas fähigeren Kanzlerkandidaten. Und wenn es mit der Union so weiter geht, wird sich Röttgen in einigen Jahren freuen, als grüner Kanzler in einer Grün-Schwarzen Koalition die zur Agarministerin degradierten Merkel für die Zitronen in meinem Zitronensorbet eiskalt abzuservieren, die sie in riesigen Gewächshäusern in der Uckermarck züchten wollte.

Und falls es mit dieser Dystopie nichts werden sollte, bleibt auch noch Greenpeace: sein Ruf als Anti-Wa(h)l(fang)kämpfer eilt ihm ja voraus!