Piratenpartei schädlich für meine Karriere?

Meine Oma hat jetzt seit meiner Heimkehr nach Herford schon mehrmals gefragt, ob mir die Mitgliedschaft in der Piratenpartei nicht schaden würde. Beim Bewerben später und so…

Eigentlich eine interessante Frage. Natürlich müsste ich es nicht an die große Glocke hängen. Aber bei der Transparenz der Piraten kommt das trotz Datenschutz einer Unmöglichkeit gleich, sein Amt zu verheimlichen. Wer will das auch?

Fragen wir mal anders? Schadet eine Mitgliedschaft in CDU und FDP? Wohl nur bedingt. Schadet eine in SPD und Grünen? Genauso bedingt. Das ein FDPler vielleicht weniger Chancen in der Gewerkschaft und ein Grüner selbiges im Atomenergiekonzern hat liegt in der Sache der Dinge. Bei der Linkspartei sieht es vielleicht ein wenig anders aus. Ich würde auch keine Stasi-Spitzel im Unternehmen haben wollen. Solange die Linkspartei  bzw. eher die Person, um die es geht, aber demokratische oder freiheitliche Ansichten vertritt, soll das kein Problem sein. Gibt ja schließlich auch ein Antidiskriminierungsgesetz, was in der Praxis leider nur schwer greift…

Ist es nicht vielleicht sogar ein Bonus? Ein nicht arbeitsunaufwändiges Ehrenamt, in den man ziemlich viel lernt, vor allem die so hochgejubelten „Soft Skills“. Da mag es weltanschauliche Differenzen geben – kommt es nicht auf Leistung und Kompetenz an? Zeigt es nicht Begeisterung für eine bestimmte Sache? Macht es den Mitarbeiter nicht vielleicht zufriedener; intrinisch motivierter?

Ich für meinen Teil kann da nur sagen: ein Unternehmen, dass seine Mitarbeiter weder nach Leistung noch nach Kompetenz auswählt, wird nicht nur schnell verschwinden, sondern kommt für mich auch ganz einfach nicht infrage. Auf Proporz und Quoten kann ich getrost verzichten – da kann auch das Gehalt noch so toll sein. Motivation ist nicht kaufbar.

Für mich sehe ich eh etwas anderes vor, sodass die Eingangsfrage ins Leere schiesst. Und notfalls bleiben für den waschechten Piraten ja noch die ganzen IT-Unternehmen 😉

Was denkt ihr dazu?

 

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Abrechnung Part II: Fachbereich Politik- und Verwaltung

Servus,

soeben habe ich meine Hausarbeit verschickt. Schaun wir mal – ich hab zwar keinen roten Faden – also das wichtigste – sonst ist es aber ein Meisterwerk geworden, was ich zu gegebener Zeit hier publizieren werde.Eine Mikro- und Makroebene auf die Freiheit zu beziehen – wie innovativ von mir. Wahrscheinlich zu innovativ für den Konstanzer Fachbereich.

Über den möchte ich heute schreiben, ehe ich morgen 7 Stunden über die Autobahn nach Herford düse. Ich hatte ja meine Abrechnung mit der Uni bereits – jetzt muss es so langsam mal weitergehen: heute also der Fachbereich!

Erst einmal: ich bin sehr zufrieden. Politik- und Verwaltungswissenschaften ist hinsichtlich der Inhalte genau das Richtige für mich. Hinsichtlich der späteren Berufsfelder schätzungsweise eher weniger – ich weiß schon viel, was ich nicht mehr machen möchte  (anderes Thema). Man kann sich ja zum Glück recht breit bilden, sowohl in Politik als auch in BWL und weiteren verwandten Fächern.

Der Fachbereich Politik- und Verwaltungswissenschaften hat ganze 16 Lehrstühle – das ist schon ganz ordentlich, zumal es garnicht so viele Studierende sind. 210 in meinem Jahrgang, nach diesen ersten Semester vermutlich ein paar weniger…

Der Fachbereich ist politisch – meiner Einschätzung nach – ziemlich grünrot. Wie mittlerweile auf Landesebene in der Regierung. Da passt die ganze Sozialpolitiks- und Wohlfahrtsstaatenforschung ja auch blendend rein in diesen politischen Bereich. Der Fachbereich ist vor allem führend in Policy-Analyse  und sowas – für Laien: Policy = Politikfeld. Eigentlich ganz positiv, da es mich sehr interessiert, die Schwerpunkte (Sozialpolitik eben) aber leider so garnicht.

Außerdem wird hier in Konstanz eben sehr viel Wert auf die Methodik und Statistik gelegt. Ich möchte mich nicht überlegen fühlen – aber was ich so höre, lernen wir hier deutlich mehr als an anderen Unis. Wobei man nie weiß, ob denn auch alles sogut vermittelt wurde, die Durchfallquoten in diesen Vorlesungen sind immer unnormal hoch. Ich hab immerhin bestanden 😉

Politische Theorie wird in Konstanz eher vernachlässigt. Einerseits schade, andererseits kann man sich das meiner Meinung sowieso viel besser im Selbststudium aneignen – man muss halt viel lesen. Diskussionen sind natürlich noch besser – wie z.B in den Seminaren möglich.

Für die muss man den Konstanzer Fachbereich echt loben. Bereits jetzt am Anfang sind die Teilnehmer auf maximal 15 begrenzt – also keine 80 Leute wie es an anderen Unis Gang und Gäbe zu sein scheint. Nicht nur das – im nächsten Semester – verwundert mich schon ein wenig – geben ein paar Professoren die Proseminare des Grundstudiums. Darunter ein Seminar, das sich mit Netzpolitik beschäftigt, vielleicht auch über die Piratenpartei: unglücklicherweise kann ich das nicht mehr belegen, weil ich mein Politikseminar bereits im ersten Semester jetzt hatte. Aber vielleicht freiwillig…

Was gibt es sonst noch zu sagen? Wir haben 2 großartige Studiengangsberater, die auch tatsächlich was von ihrer Sache verstehen (ist leider eher selten wie ich bei meiner Recherche letztes Jahr erleben durfte), ein paar andere nette Mitarbeiter am Fachbereich und öfter auch mal spannende Vorträge – Kolloqium nennt sich das. Da war ich im letzten Semester immer, um einen Einblick in aktuelle Forschungsfragen zu gewinnen – leider wird das nicht so angenommen wie es wünschenswert wäre, grade von jüngeren Semestern.

Was ich kritisieren möchte: unsere Prüfungsordnung ist vergleichsweise echt hart. Und die Klausuren zumindest dieses Jahr waren es gantz subjektiv auch. Wer zweimal nicht besteht – ist quasi weg vom Fenster und wird wahrscheinlich nirgendwo in Deutschland mehr Politik studieren dürfen. Sämtliche Noten zählen von Anfang an für die Endnote, wenn auch nicht sonderlich stark (meine Prüfungen zählen jetzt irgendwie 12%, und da ist schon was aus dem 3. Semester mit bei). Es gibt auch keine Wiederholungsmöglichkeiten von Prüfungen zwecks Notenverbesserung – mit meiner 3,7 in Methoden (damit lieg ich im Durchschnitt ;)) ziehe ich den Rest also schon rapide runter…

Trotzdem – ich bin erfolgreicher als noch in der Schule, das will schon was heißen. Im nächsten Semester werd ich – sofern mein Antrag bewilligt wird – auch Sachen aus dem 5. Semester schon besuchen. Der Fachbereich ist in dieser Hinsicht sehr flexibel und ganz kundenfreundlich 😉 Auslandskontakte sin exzellent (wär noch nen eigenen Artikel wert), gleiches gilt für Praktika – unser 4. Semester (in genau einem Jahr also schon) ist ja ein reines Praxissemester, wo der Fachbereich schon mit ein paar netten Institutionen kooperiert. Die sind zwar nicht unbedingt was für mich – mich zieht es eher zu Thinktanks in die USA – aber trotzdem ganz nett. Rennommiert ist der Fachbereich durchaus – noch ein I-Tüpfelchen auf dem Exzellenzstatus der Uni.

Ich fühle mich jedenfalls echt wohl hier am Fachbereich abgesehen von ein paar Kleinigkeiten, die ich hier nicht unbedingt ausführen möchte. Kann auch jedem nur empfehlen in Konstanz Politik zu studieren – Verwaltung braucht man in Form der Reifen, ohne die das Politik-Auto nicht fährt 😉

Naja, ist jetzt nicht der Artikel geworden, der es sein sollte, aber ich hab immerhin was geschrieben und zumindest ein wenig informiert.

Der nächste kommt dann bereits aus Herford!

 

 

 

 

 

Aktuelles

Es ist nachts. 2.22 Uhr, Warum also nicht einen Blogeintrag schreiben?

Den frühen Abend verbrachte ich mit meinem großen Idol Maggie Thatcher. Naja, Idol ist übertrieben. Sie war schließlich eine Konservative. Gesellschaftspolitisch leider auf der völlig falschen Seite. Wirtschaftlich hat sie immerhin ein paar gute Akzente gesetzt, auch wenn solch Sachen wie Kopfsteuern totaler Irrsinn sind. Da ist mir der Reagan doch deutlich lieber 😉

„Die eiserne Lady“ heisst der Film über sie – er zeigt vor allem eine von Demenz geplagte alte Dame, die sich an die Hochzeiten ihrer Karriere erinnert, gespielt von einer wirklich guten Meryll Streep, die durchaus zu Recht dafür kürzlich einen Oscar erhalten hat.

Aber Personenkult soll heute nicht das Thema sein. Auch nicht die Hausarbeit, die ich so grundsätzlich heute abgeschlossen habe. Ich war wirklich innovativ und habe mir überlegt, den negativen Freiheitsbegriff in eine Mikro- und Makro-Ebene zu differenzieren und dort Friedrich von Hayek und John Stuart Mill einzuordnen. Eigentlich wollte ich zeigen, dass der  negative Freiheitsbegriff Hayeks radikaler als der von Mill ist – hat auch ganz gut hingehauen. Vieles gefällt mir trotzdem nicht – zum Glück habe ich ja noch 4 Tage Zeit zur Überarbeitung – danach ist nicht nur Abgabeschluss, ich verlasse Konstanz auch gen Heimat – nach Herford!

Damit mir dort nicht langweilig wird, habe ich eben eine Liste für mich interessanter Bücher aufgestellt, denen ich mich in den Semesterferien widmen möchte. In letzter Zeit wurde mein Interesse in wirtschaftliche Themen immer mehr geweckt – da möchte ich mich also etwas bilden. Natürlich nicht so ein neoklassischer Mainstream – mit einer Ausnahme (ich brauche noch ne Idee was), ich möchte ja schauen, ob das Ganze seine Daseinsberechtigung hat – sondern Werke von Autoren, die in der Wissenschaft ein Schattendasein fristen müssen, obwohl sie die – meiner Ansicht nach, aus dem was ich aus Grundlagen mir bereits erarbeitet habe – die deutlich  besseren Ansätze haben. Diese gilt es nun zu vertiefen! Neben wirtschaftlichen Themen gehen manche Bücher denn auch eher in die politphilosophische Richtung – da hat mir die Hausarbeit noch nicht genug von gegeben. Aber seht selbst, in welch anarchokapitalistische und libertären Ideen ich mich bilden will. Auf Marx und den anderen Schmarrn habe ich vorerst keine Lust – das hatte ich im Proseminar und werde es im nächsten Semester in der Vorlesung „Staats- und Demokratietheorie“ wohl nochmal behandeln.

The machinery of freedom, David Friedman

Ethik der Freiheit, Murray Rothbard

Wettbewerb und Unternehmertum, Israel Kirzner

Anarchy, state and the utopia, Robert Nozick

Human Action, Ludwig von Mises

Economics – über Wirtschaft und Mißwirtschaft, Henry Hazlitt

Demokratie: der Gott, der keiner ist; Monarchie, Deomkratie und natürliche Ordnung, Hans-Hermann Hoppe

Fehlt mir noch so ein neoklassisches VWL-Studenten-Buch. Kann mir jemand eins empfehlen?

Dann habe ich auch reichlich zu tun in den nächsten Wochen – nebenbei muss ich ja auch noch Arbeitspapiere für die MUN-Konferenz verfassen, die ICJA-Teamerschulung machen, das Kommunalprogramm der Piratenpartei Konstanz auf die Beine stellen, mich auf einen Kurztrip nach Weimar bilden und auch einfach mal die Zeit in der Heimat mit allem drum und dran genießen 😉

Gute Nacht!

Ein paar Gedanken zum Blog

Ich bin ganz verwundert. 119 Leute haben heute (gestern) auf meinem Blog zugegriffen. Schon eine Motivation für mich, weiter zu machen. Ich frage mich bloß immer, wer eigentlich meinen Blog liest? Klar, Familie, Verwandtschaft und Freunde wissen teilweise davon – aber mehr als maximal 10 Zugriffe pro Tag würde ich da nicht erwarten. Wo kommen all die anderen her? Zumindest die heutige Besucherzahl ist damit zu erklären, dass mein Blog auf der Facebookpage meiner Austauschorganisation ICJA verlinkt wurde. Die haben mich zwar nicht gefragt (ganz böse!), aber deshalb kann ich mich auch schwer beschweren. Facebook ist ohnehin so eine Sache, da ich jeden meiner Artikel dort verlinke – welcher meiner 417 „Freunde“ (man mag es kaum glauben, aber ich habe diese Personen zumindest alle schonmal gesehen :D) schaut also so vorbei. Wer liest diesen Blog noch so? Klar, gewisse Kommilitionen spionieren mich aus 😉 und Personaler beobachten mein Wirken ganz genau. Wunschdenken, sicherlich 😉 Vielleicht gibt es den ein oder anderen Pirat, der sich eine kritische Beobachtung der Geschehnisse erhofft, vielleicht liest einer meiner Profs, was ich Böses über ihn schreibe. Kurz gesagt: ich weiß nicht, wer hier alles mitliest und ich möchte das auch garnicht unbedingt wissen, gleichwohl eine gewisse Neugierde sicherlich da ist.

Kommen wir zur Frage, die sich manche vielleicht auch fragen werden. Warum blogge ich eigentlich?

Nun, einerseits führe ich eine mit meinem Neuseeland-Aufenthalt beginnende Tradition fort. Das hört sich so konservativ an, das bin ich ja eigentlich nicht… Andererseits ist das Ganze auch sowas wie eine aktive Meditation für mich – sich nur auf den Text konzentrieren und alle anderen Gedanken für kurze Zeit vergeßen – das macht sogar Spaß. Ich suche mir die Themen ja schließlich auch selbst aus – und wenn ich keins finde, schreibe ich halt nichts darüber. Manchmal sitze ich eine Stunde an einem Artikel und gebe ihn dann auf, weil ich ihn nicht überzeugend genug finde. An Entwürfen habe ich hier schon einiges rumliegen. Im Bloggen sehe ich auch die Möglichkeit, Meinungen zu äußern und auf Sachstände hinzuweisen – ob die Meinungen nun geteilt werden oder nicht, sie regen zumindest an sich mit dem Sachverhalt zu beschäftigen. Und wenn 5% der Leser hier genau das tun, ist schon viel gewonnen für mich. Umgekehrt scheinen auch viele Leser auf meinen Blog zu stoßen, nachdem sie irgendwas gegoogelt haben. Mein Themenspektrum ist ja recht breit und das Ganze nimmt teilweise schon absurde Züge an. In meinen Blog-Statistiken sehe ich z.B, wer mit welchem Google-Suchwort auf meinem Blog gelandet ist. Da sind manchmal richtige Hammer-Anfragen dabei, wo man sieht, wie manche Leute denken. Außerdem habe ich die beunruhigende Erkenntnis gezogen, dass fast täglich mein Name gegoogelt wird. Wer hat es da auf mich abgesehen? Es gibt ja nur noch einen anderen „Christoph Heuermann“ – den habe ich eisenhart aus den ersten 3 Google-Seiten verdrängt 😛

Den Blog z.B auf privat zu setzen fiele mir aber nicht im Traum ein. Wenn ich publiziere, möchte ich auch, dass das gelesen wird – egal von wem. Und wenn der Personaler im Vorstellungsgespräch dann gewisse Blog-Artikel anspricht, finde ich das garnicht so negativ – ganz im Gegenteil 😉 Zum Datenschutz habe ich ja eh eine sehr piratenuntypische Position. Datenschutz ist mir ziemlich egal und jeder darf wissen, wo ich wohne, was meine politischen Ansichten sind und was ich sonst so mache. Die Daten, die ich für mich behalten möche, bleiben auch bei mir. Überhaupt sehe ich es in den Textmassen hier, sofern nicht explizit nach etwas gesucht wird, eher einen Vorteil, da es soviel ist, dass man garnicht weiß, wo man anfangen will, wenn man mir einen Blogartikel böse auslegen möchte. Aber das ist alles nur hypothetisch. Abgemahnt wurde ich auch noch nicht und überhaupt habe ich noch keine schlechte Erfahrungen mit dem Bloggen gesammelt. Kritische Kommentare blieben allerdings auch bisher aus – schade eigentlich… 😉

Letztlich  freue mich immer über neue Leser – freuen würde ich mich aber auch über Themenwünsche, allgemeine Kommentare und alles, was Euch noch so einfällt. Um zum Schluss noch ein Ziel zu definieren: min. 100 Zugriffe täglich möchte ich in Zukunft anpeilen. Das ist noch ein langer Weg – im Moment sind es so normal 40-50 Zugriffe täglich – aber durchaus realistisch. Wie gesagt, ich brauche eure Ideen und Vorschläge, wie ich diesen Blog besser gestalten kann, insbesondere natürlich in Hinblick auf die Themen und so weiter.

Gute Nacht!

 

 

Die Untiefen der Verwaltung in der Piratenpartei

Du bist vor ein paar Monaten in die Piratenpartei eingetreten und hast noch immer keine Bestätigung bekommen?

Mach dir nichts draus – du bist nicht der einzige! Verwaltung ist nicht der Piraten Stärke (nicht ihre einzige) – muss es das bei einer so jungen Partei?

Ich denke schon: es kann nicht angehen, dass Neumitglieder monatelang auf Bestätigung warten, Gelder nicht fließen und so weiter und sofort. Das Piratenschiff durch die Untiefen der Verwaltung zu manövrieren ist sicher nicht einfach – der Freibeuter macht dies schließlich ehrenamtlich – eine Aufgabe, Verwaltung halt, die auch nicht sonderlich Spaß zu machen scheint. Da muss über Neumitglieder abgestimmt werden und diese eingeladen werden; da müssen täglich neue Anfragen bearbeitet, Mails verschickt und Buchungen getätigt werden. Irgendwer muss das Ganze aber ja machen 😉

An der Professionalität der Verwaltung (und nicht nur da) kann man noch einiges schrauben: da muss man auch garnicht wie ich Verwaltungswissenschaften studieren (sowas lernt man da eh nicht).

Die gesamte Struktur der Piratenpartei  ist meiner Ansicht nach falsch geregelt. Es gibt Bund, Land, Bezirk und Kreis, in manch großer Stadt mittlerweile vielleicht auch Ortsvereine. Und jeder ist für irgendwas zuständig. Online-Mitgliedsanträge gehen z.B ans Land, schriftliche meist an den Kreis. Bearbeitet werden sie aber vom Bezirk, der ihnen die Mitgliedsnummern zuweist. Vorher muss aber der Kreisvorstand noch über die Aufnahme des Mitglieds abstimmen (reine Formsache), hinterher begrüßt der Kreis dann das Neumitglied.  Bisher immer per Email, die wohl in den Spamordnern verschwand. Das dauert meist ewig. In den vergangenen Tagen häuften sich die Anfragen zu Recht „verärgerter“ Neumitglieder, die auf ihre Bestätigung und die Kontodaten zwecks Zahlung des Mitgliedsbeitrages warteten.Nun kann man niemanden die Schuld zuweisen – weder dem Vorstandsmitglied, das die Mitglieder begrüßt, aber warum auch immer als Spam deklariert wird, noch dem Neumitglied, dessen Spamordner solche Mails ja eigentlich nicht als Spam deklarieren soll.

Schuldzuweisungen hin oder her – klar ist, dass etwas getan werden muss. Schon kleine Anpassungen wie die Bitte um Rückbestätigung können Wunder wirken – nützen aber nichts, wenn die Mail nicht gelesen wird. Wir werden daher in den nächsten Wochen dazu übergehen, Mitglieder postalisch zu begrüßen, vielleicht mit einem Begrüßungsgeschenk – das kommt auch deutlich netter als eine Copy&Paste-Mail.

Nicht das einzige, das ich gerne optimieren möchte. Die Reibungsverluste, die innerhalb der Piratenpartei entstehen, sind meiner subjektiven Ansicht nach unglaublich, viele Arbeit wird doppelt gemacht, und die ganze Sache zieht sich elendig lang hin. Wichtige Zeit geht verloren – die Partei ist schließlich auch nicht alles für den Piraten 😉 – die viel besser in Kommunalpolitik, Vernetzung mit anderen Parteien, Neumitgliederwerbung und Co. investiert wäre.

Es gibt zwei Möglichkeiten: Dezentralisierung oder Zentralisierung. Der derzeitige Mischmasch aus beidem ist ineffizient.

Zentralisierung macht z.B im Rechnungswesen Sinn. Nicht, dass ich meine Pflichten so versuche loswerden zu wollen – doch der Kreisverband in Form des oft – wie bei mir – unausgebildeten Laien-Schatzmeisters sollte sich auf allerelementarste Dinge der Finanzen kümmern und keine komplizierten Jahresbilanzen erstellen müssen. Das können qualifizierte Kräfte auf Landesebene deutlich besser, zuverlässiger und schneller, sprich also effizienter. Gleichwohl ich sagen muss, dass meine Schatzmeistertätigkeit im Gegensatz zur anderen Vorstandsarbeit nur einen Bruchteil der Zeit benötigt – der Schatzmeister könnte sich aktiv um Spenden – also Fundraising – kümmern und sich anderweitig betätigen, z.B in der Pflege der Mitglieder.

Für die Mitgliederverwaltung gibt es in den meisten Gliederungen den Generalsekretär – bei uns in Konstanz jedoch nicht exziplit. Die Mitgliederverwaltung macht im Moment aber auch noch der Bezirk – das läuft zwar sehr gut, geht aber wie bereits angesprochen mit einigen Reibungsverlusten einher. In dieser Hinsicht wäre es sinnvoll, die Mitgliedsverwaltung zu dezentralisieren und gliederungshierarchisch so tief wie möglich anzusetzen. Bei Problemen und Fragen kann vor Ort immer noch am besten geholfen werden – außerdem geht dann – kommt natürlich auf die Personen an – viel weniger, optimalerweise nichts, verloren und das ganze wird deutlich schneller. Gibt nämlich durchaus Leute, die nach Wochen Wartezeit ihren Mitgliedsantrag zurückgezogen haben – wer möchte ihnen das verübeln?

Mitgliederverwaltung und Buchungswesen werden im Moment auf ein professionelles, gemeinsames Softwaresystem umgestellt,auf das alle Gliederungen Zugang haben – die dort entstandenen Komplikationen, die viel über den Charakter der Piraten aussagen, lasse ich jedoch mal unter den Tisch fallen. Mit diesen System – ich habe noch keine Einführung bekommen – dürfte sich meiner Ansicht aber gleichzeitige Zentralisierung auf der einen wie Dezentralisierung auf der anderen Ebene erreichen lassen. Die Bezirksverbände, mittlerweile wohl sehr überlastet (Kompliment an alle, die dieses zeitraubende Amt auf sich nehmen) haben dann auch deutlich weniger zu tun – wieder Zeit, die auf sinnvollere Aufgaben verwendet werden könnte.

Nicht nur in diesen Hauptdisiziplinen der Verwaltung der Piratenpartei besteht noch einiges an Optimierungsbedarf. Als Verwaltungswissenschaftsstudent hat man zum Glück einiges mit  den vielen IT-lern gemeinsam – Prozesse zu optimieren sehen auch die als eine elementare Aufgabe. In dieser Hinsicht bin ich positiv gestimmt, dass auch außerhalb Reichweite meiner Möglichkeiten auf Kreisebene Anpassungen vorzunehmen, das Piratenschiff (diese Metaphern sind so herrlich ;)) bald mit gestärkten Rumpf und innovativen Segeln Richtung Bundestag steuert. Bevor man andere regiert, sollte man sich schließlich selbst regieren können – auch wenn das bei all der Transparenz und Basisdemokratie -ich bin von diesen Idealen mittlerweile desillusioniert und halte sie im Übermaß gar für gefährlich (anderes Thema für einen anderen Artikel ;)) – in einer anti-hierarchischen Partei natürlich keine leichte Aufgabe ist. Vielleicht werde ich das ganze mal als Antrag zum Bundesparteitag einbringen oder diesen Blogartikel mal entsprechend weiterleiten 😛

Um es mit dem Spruch eines unserer Professoren bei einer der ersten Vorlesungen zu sagen: „Politik ohne Verwaltung ist wie ein Auto ohne Räder“. Die Verwaltung (ob nun auf staatlicher, privatwirtschaftlicher oder Parteienebene) mag vielen als langweilige Expertenangelegenheit erscheinen (Vorsicht Plagiat -steht wörtlich auf den Folien) – ist aber essentiell für anhaltenden Erfolg. Denn was bringen einem tausend engagierte Neumitglieder, wenn sich niemand um sie kümmert und sie deshalb schnell die Motivation verlieren?

Friedrichshafen und Rheinfall in Schaffhausen

Wenn man seine Hausarbeit nicht schreibt, hat das Gründe, die nicht immer mit fehlender Motivation zusammenhängen. Gestern wie heute wurde mir z,B. aus der Familie ein Besuch abgestattet, mit dabei von der ganz alten Generation 😉

Mein Zimmer ist jetzt top eingerichtet und mein Magen wieder gut gefüllt – mein Kopf aber auch einige Eindrücke reicher.

Bei bescheidenem, aber besser als angekündigten Wetter ging es heute morgen erst mit dem Katamaran nach Friedrichshafen und zurück, vor allem um die Bodenseeregion vom Wasser aus mal kennenzulernen (ich kenne sie ja schon, aber mein Besuch nicht ;)).

Nach einer kleinen Erholungspause ging es heute Nachmittag dann noch nach Schaffhausen, bekanntlich in der Schweiz, wo sich der Rhein tosend in den Rhein ergießt. Der Rheinfall in Schaffhausen ist auch echt kein Reinfall, sondern ein lohnenswerter Besuch. Das letzte mal vor 7 Jahren dort, wollte ich die Erinnerung mal wieder auffrischen und schlug vor dort hinzufahren. Hin über Deutschland – zurück fuhren wir über die Schweiz – mit herrlichen Blick auf den Rhein und den Untersee.

Aber seht selbst!

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Im Moment bin ich ein wenig unmotiviert zu schreiben – tue ich ja auch schon genug für meine Hausarbeit – also kopiere ich einfach ein paar .- selbstgeschriebene – Sachen.

Gestern war ich nämlich auf den TvT (Teilnehmervorbereitungstreffen) der UN-Simulation MUNBW 2012 in Stuttgart (und bin um 5 Uhr aufgestanden um dahin zu kommen -.-) und habe dort viel Wissenswertes erfahren und die Geschäftsordnung geübt. Denn Übung braucht man durchaus bei all den Formalia: von sich selbst in der dritten Person zu reden ist auf Anhieb immer etwas schwierig 😉

Veröffentlichen möchte ich jetzt hier meine Positionspapiere, die ich aus möglichst realitätsgetreuer  Sicht Chinas zu 3 verschiedenen Themen im weiten Feld der Verteidigungs- und Sicherheitspolitik schreiben musste. Die muss ich in den kommenden Tagen verwenden, um Arbeitspapiere auszuarbeiten, die bei der Konferenz dann debattiert werden und letztendlich vielleicht in einer Resolution münden. Immerhin – meine 3 Positionspapiere wurden alle direkt akzeptiert – wie ich mitbekommen habe ist das eher unüblich. Daher dürfte das Niveau hoch genug sein, die auch hier zu publizieren. Ich habe bloß etwas oft und einseitig „Volksrepublik China“ verwendet…

Wen also Chinas Verteidigungs- und Sicherheitspolitik interessiert, der dürfte ein bisschen Input bekommen!

 

Privatisierung der Kriegsführung – Bewaffnung lokaler Milizen und Einsatz von Söldnern

Die Volks­re­pu­blik China hat in ihrer lan­gen Ge­schich­te er­lebt, was eine pri­va­ti­sier­te Kriegsführung be­deu­ten kann und ist daher be­son­ders für die­ses Thema sen­si­bi­li­siert.

China ver­folgt seit Gründung des ers­ten Si­cher­heits­un­ter­neh­mens im Jahr 1984 eine Po­li­tik ausführ­li­cher Kon­trol­le und Re­gu­lie­rung. Ge­genwärtig be­ste­hen etwa 1600 reine Si­cher­heits­un­ter­neh­men, die etwa 1,5 Mil­lio­nen Men­schen beschäfti­gen. Die Si­cher­heits­bran­che ist also ein nicht zu un­terschätzen­der Wirt­schafts­fak­tor. Neue Ge­set­ze wur­den er­ar­bei­tet, die die Rolle von Si­cher­heits­un­ter­neh­men be­schränken und sie klar zu staat­lich le­gi­ti­mier­ten Behörden wie der Po­li­zei ab­gren­zen.

Die Volks­re­pu­blik China ist der An­sicht, dass das Ge­walt­mo­no­pol strikt in der Hand des Staa­tes lie­gen muss.So ist China Un­ter­zeich­ner des Mon­treux-Do­ku­men­tes vom 17. Sep­tem­ber 2008, das auf Ein­hal­tung des hu­ma­nitären Völker­rechts und der Ach­tung der Men­schen­rech­te beim Ein­satz von Si­cher­heits­un­ter­neh­men pocht und die Lücken im in­ter­na­tio­na­len Recht, be­son­ders in Hin­blick auf den Kom­bat­tan­ten­sta­tus der Mit­ar­bei­ter von Si­cher­heits­un­ter­neh­men, zu schließen ver­sucht.

Die chi­ne­si­sche Volks­re­pu­blik  setzt sich aktiv für wei­te­re Maßnah­men ein, um ein in­ter­na­tio­nal gel­ten­des ver­bind­li­ches Re­gel­werk für den Um­gang pri­va­ter Si­cher­heits- und Militärun­ter­neh­men zu schaf­fen und ver­ur­teilt die jüngs­ten Skan­da­le über di­ver­se Si­cher­heits­un­ter­neh­men aufs Schärfste.

 

Einsatz moderner Waffensysteme wie unbemannte Drohnen, Streubomben und Landminen

Die Volks­re­pu­blik China ist sich der Ge­fah­ren be­wusst, die von mo­der­nen Waf­fen­sys­te­men wie un­be­mann­ten Droh­nen, Streu­bom­ben und Land­mi­nen aus­ge­hen, hält diese aber für es­sen­ti­ell für ihre Lan­des­ver­tei­di­gung.

Un­be­mann­te Droh­nen sieht die Volks­re­pu­blik China als un­ver­zicht­ba­res Mit­tel an, um ihr großes, teil­wei­se sehr schwer zugäng­li­ches Ter­ri­to­ri­um zu über­wa­chen und um gegen Kri­mi­na­lität und Ter­ro­ris­mus vor­zu­ge­hen. Daher strebt die Volks­re­pu­blik China die Ent­wick­lung und den Bau wei­te­rer un­be­mann­ter Droh­nen an.

Den Ein­satz von Streu­bom­ben sieht die Volks­re­pu­blik China zwar kri­tisch, je­doch in be­stimm­ten Si­tua­tio­nen nach Abwägung hu­ma­nitärer As­pek­te als not­wen­di­ges militäri­sches Mit­tel an. Die Volks­re­pu­blik China setzt sich nach wie vor dafür ein, dass das Überein­kom­men über Streu­mu­ni­ti­on da­hin­ge­hend geändert wird, dass nur ältere, vor 1980 pro­du­zier­te Bestände an Streu­mu­ni­ti­on ver­bo­ten wer­den, da Streu­bom­ben neue­rer Tech­no­lo­gie keine große Ge­fahr für die Zi­vil­bevölke­rung mehr dar­stel­len.

Hin­sicht­lich des Ein­sat­zes von Land­mi­nen un­terstützt die Volks­re­pu­blik China die in­ter­na­tio­na­len Be­stre­bun­gen eine Lösung zu fin­den. Ob­wohl nicht Un­ter­zeich­ner der Ot­ta­wa-Kon­ven­ti­on setzt sich die Volks­re­pu­blik China aktiv für die Mi­nenräumung ein und hat seit 1998 be­reits fast 40 Staa­ten mit fi­nan­zi­el­len, tech­ni­schen oder per­so­nel­len Mit­teln bei der Mi­nenräumung ge­hol­fen und setzt sich aktiv in der Schu­lung von Mi­nenräumern ein, z.B. in Sri Lanka und dem Sudan.

 

Herabsetzung der Einsatzbereitschaft von Kernwaffen

Die Volks­re­pu­blik China ver­folgt ein kom­plet­tes Ver­bot des Ein­sat­zes von Mas­sen­ver­nich­tungs­waf­fen wie z.B. Kern­waf­fen und un­terstützt keine an­de­re Staa­ten bei Ent­wick­lung oder Be­schaf­fung die­ser.

Die Volks­re­pu­blik China ist laut Atom­waf­fen­sperr­ver­trag an­er­kann­te Atom­macht, die aber le­dig­lich zi­vi­le Ziele ver­folgt, z.B. in Hin­blick auf die En­er­gie­ge­win­nung durch Atomkraftwerke.Die Volks­re­pu­blik China un­terstützt als Gründungs­part­ner des In­ter­na­tio­nal Frame­work for Nu­cle­ar En­er­gy Co­ope­ra­ti­on die zi­vi­le Nut­zung von Kern­ener­gie und for­dert alle Staa­ten auf, in die­ser Hin­sicht eine an­ge­mes­se­ne Ba­lan­ce zwi­schen Abrüstung und in­ter­na­tio­na­ler Ko­ope­ra­ti­on bei der fried­li­chen Nut­zung von Kern­ener­gie zu fin­den. Dabei ist der Volks­re­pu­blik China eine um­fas­sen­de Kon­trol­le und Re­gu­lie­rung wich­tig, um den mögli­chen Mißbrauch von Kern­ener­gie von z.B. Ter­ro­ris­ten zu ver­ei­teln

.Die Volks­re­pu­blik China ge­steht ins­be­son­de­re allen Ent­wick­lungsländern ihr Recht auf fried­li­che Nut­zung von Kern­ener­gie zu, so­fern dies nicht als Vor­wand für die Ent­wick­lung von Kern­waf­fen dient. Bei der Kon­tro­ver­se um das Atom­waf­fen­pro­gramm des Iran setzt die Volks­re­pu­blik China auf eine di­plo­ma­ti­sche Lösung und möchte dabei eine kon­struk­ti­ve Rolle spie­len.

Die Volks­re­pu­blik China hat alle Abrüstungs­verträge un­ter­zeich­net und ist Mit­glied aller re­le­van­ter in­ter­na­tio­na­ler Or­ga­ni­sa­tio­nen. In Hin­blick auf den Ver­trag von Bang­kok hebt die Volks­re­pu­blik China ihre grundsätz­li­che Be­reit­schaft einer Un­ter­zeich­nung her­vor.

Die Volks­re­pu­blik China ver­folgt bei Ver­hand­lun­gen das Prin­zip des Mul­ti­la­te­ra­lis­mus und un­terstützt die USA und Russ­land als Staa­ten mit großem Atom­waf­fen­ar­se­nal bei ihren Abrüstungs­be­stre­bun­gen. Die Volks­re­pu­blik China ist letzt­lich der An­sicht, dass die Her­ab­set­zung der Ein­satz­be­reit­schaft von Kern­waf­fen nur unter gleich­be­rech­tig­ter Be­tei­li­gung aller be­trof­fe­nen Staa­ten zu­frie­den­stel­lend gelöst wer­den kann.

 

 

Umzug

Nur so zur Info: ich bin heute (gestern) umgezogen und in meinem neuen Heim gefällt es mir ganz gut. Was ich nie gedacht hätte: ich hab mein sämtliches Hab und Gut in meinen kleinen Opel Astra quetschen können – arg eng und knapp, aber es ging. Ich hatte gedacht, ich müsste 3-mal hin- und herfahren.

Naja, das wars auch schon, ich wollte nur etwas Content generieren 😉