Meine Abrechnung mit Konstanz: Part 1 – die Uni

Ich habe mir gedacht, ich werde in den nächsten Tagen mal mein bisher halbes Jahr in Konstanz Revue passieren lassen und ein wenig abrechnen 😉

Konstanz muss sich keine Sorgen machen, die Abrechnung wird überwiegend positv verlaufen. Ob für die Uni allgemein (Part 1), den Fachbereich und Studiengang (Part 2) oder die Stadt und das Leben drumrum (Part 3).

Heute fangen wir mit Part 1 an: die Universität Konstanz

Dass sie eine Exzellenz-Uni ist, in allen 3 Förderlinien erfolgreich, sieht man ihr von außen nicht gerade an. An Hässlichkeit übertrifft es fast die Uni Bielefeld, die aber längst nicht mit so einer schönen Lage punkten kann wie die Uni Konstanz. Auf und an dem Gießberg, rundherum dichter Wald, Wiesen und Naturschutzgebiete, der See nicht allzufern – da kann man über die äußeren Werte hinwegsehen. Zumal es immer ganz nett ist, die Insel Mainau, den Bodensee und das gegenüberliegende Seeufer zu beobachten – ob in der Mensa, manchem Hörsaal oder anderen Räumen. Im Sommer, wenn man am liebsten in den See springen würde, ist das vielleicht nicht mehr so schön ;

Ein einziger Campus hat aber auf jeden Fall seine Vorteile. Durch seine Lage außerhalb der Stadt ist sie zwar etwas von Konstanz entkoppelt, dafür sind viele Studenten gleichzeitig auf einen Haufen, ohne, dass es je übermässig voll wirkt.

Am Anfang verläuft man sich noch in den verwinkelten Gebäuden, schnell hat man aber die Orientierung raus und findet sich gut zurecht. Hin und wieder entdeckt man noch „geheime“ interessante Räume, bspw. den Bierautomaten in der Chemie-Fachschaft. Oder bewundert die garnicht mal so kleine Aquarienwelt im Biologietrakt, wo hungrige Piranhas auf ihre Opfer warten.

Kommen wir zur Mensa: speisen mit den Blick auf den Bodensee ist nett. Das Essen ist einigermaßen preiswert, schmeckt aber auch so. Alle 2 Wochen gibt es das gleiche, bloß unter einem anderen Namen. Die Portionen sind allerdings recht groß, weshalb Gourmands dort eher auf die Kosten kommen als Gourmets. Gibt allerdings auch eine Grilltheke usw. – die ist zwar teurer, da ist das Essen aber auch deutlich appetitlicher. Insgesamt betrachtet kann man in der Mensa aber durchaus essen, ich mach es etwa 2-3 mal in der Woche – vor allem, da es immer noch besser schmeckt, als wenn ich mir selbst was mache ;D Gibt auch noch einen Asiaten auf dem Campus  – bei dem hab ich mich allerdings noch nie getraut zu essen…

Als großes Problem – könnte man meinen – dürfe sich die Bibliothek der Universität Konstanz darstellen, die ja durch Asbestfasern verseucht ist. Tatsächlich merke aber zumindest ich keine wirklichen negativen Auswirkungen, was damit zusammenhängen mag, dass ich die Hausarbeit noch nicht wirklich gestartet habe und während der Klausurenphase die mutmassliche Überfüllung nicht miterlebt habe, weil ich, wenn überhaupt, zuhause gelernt habe. Eher sind mir die positiven Seiten aufgefallen: 24h geöffnet, 7 Tagen die Woche, sodass man auch tief nachts dort arbeiten kann, sowie eine Ausleihfrist von bis zu 20 Wochen, sofern nicht jemand das Buch vormerkt. Hab hier ein paar Bücher schon seit ein paar Monaten rumliegen – müsst ich echt mal zurückgeben… Die Bib ist auch echt gut bestückt, hab mir schon einige Literatur für nach den Semesterferien rausgesucht.

Was könnte ich noch so allgemein über die Uni erzählen? Ich habe als Vergleich ja nur die Uni Bielefeld – und  Konstanz  schlägt die in fast allen Aspekten doch deutlich. Den Exzellenzstatus der Uni sieht man ihr nicht so an. Da kann auch die unieigene Segelbootflotte und die stylischen Videotafeln im Eingangsbereich nicht drüber hinwegtäuschen.

Aber fachlich bekommt man einiges geboten, und darauf kommt es ja auch an. Fast jeden Abend findet irgendwo ein interessanter Vortrag statt, zu dem man gerne hingehen würde – meist sehr lohnend. Auch das sonstige Angebot kann sich echt sehen lassen, ob kulturell oder vom Hochschulsport. Solch ein breites Programm ist echt toll. Im Moment mach ich ja nur Schach, werde aber versuchen im nächsten Semester einen Platz im Segel- oder Kayakkurs zu erhaschen – den See muss man ja nutzen. Die Skiausfahrten sind auch immer sehr gut.

Jetzt fällt mir nichts mehr ein, was ich loben kann. Genauso wenig aber kann ich sehr viel kritisieren. Halten wir fest: mir gefällt die Uni Konstanz an sich sehr gut und ich bin froh die Entscheidung zugunsten von ihr getroffen zu haben 🙂

Produktivität und Prokrastination

Unglaublich, wie produktiv ein Tag noch verlaufen kann, wenn man bis 15 Uhr schläft. So produktiv, dass ich jetzt sogar zum Abchluss noch einen Blogartikel verfasse.

Das Gespenst der Prokrastination hat in den letzten Monaten ohnehin (zum Glück) merklich nachgelassen, in der ein oder anderen Hinsicht aber immer mal wieder zugeschlagen. So habe ich mir für meine Positionspapiere für die UN-Simulation MUNBW 2012 gebührend Zeit gelassen und die Frist bereits knapp 2 Wochen überschritten, ehe ich heute Abend mich mal eben dazu motivieren konnte, alle 3 zu schreiben. Themen waren: Privatisierung der Kriegsführung, Herabsetzung der Einsatzbereitschaft von Kernwaffen und der Einsatz moderner Waffensysteme wie unbemannte Drohnen, Streubomben und Landminen. Alles aus der Sicht Chinas, denn ich werde mich zum Chinesen verwandeln und das Reich der Mitte im Hauptausschuss 1, dem Ausschuss für Abrüstung und internationale Sicherheit, vertreten. Bis dahin vergehen aber noch 2 Monate, ebenso muss ich noch 2 Arbeitspapiere erarbeiten, die etwa komplexer sein müssen und als Vorbereitung auf eine eventuelle Resolution dienen könnten.

Jetzt ist – wäre da nicht mein Umzug am Donnerstag – mein Kopf quasi völlig frei und ich kann mich auf die Hausarbeit konzentrieren. Im Gespräch mit meinem Betreuer habe ich das Ganze nun merklich eingegrenzt, eine gute Gliederung erstellt und werde jetzt morgen so richtig damit anfangen. Grob gesagt mache ich eine polit-theoretische Untersuchung über den Freiheitsbegrif und damit  verbunden die Menschenbilder und ähnliche Aspekte vergleichend bei J.S. Mill und F.A. von Hayek, die dem ein oder anderen sicher ein Begriff sein dürften. Die Bibliothek freut sich sicher, mich mal zu sehen.

Das war natürlich längst nicht alles – ich habe mir unter anderem schon mal mein neues Heim angeschaut, eingekauft, mich über den Konstanzer Hühnerhaufen der Piratenpartei geärgert, einen wahnsinnig tollen Sonnenuntergang über Konstanz erlebt (siehe unten) und seit meinem Einzug auf der Fensterbank stehende leere Bierflaschen und anderen Müll entsorgt 😉

In gewissen Hinsicht besteht also doch Prokrastination. Gerade in der Hausarbeit, (hoffentlich) nicht (auch) für die Hausarbeit!

Mein Seminar in Thüringen

Guten Abend,

ein tolles, ereignisreiches Wochenende geht bald zuende, dessen ganzen Erlebnisse ich hier garnicht verarbeiten kann. Wie gesagt war ich auf einem Seminar meiner Austauschorganisation ICJA in Thüringen. Viele nette Leute getroffen und interessante Einblicke mitgenommen. In 2 je 4-stündigen Workshops beschäftigten wir uns am Samstag mit entwicklungspolitischen bzw. allgemein globalen Themen bzw. Problemen.

Der eine Workshop fand zum Thema „Überfischung“ statt: unter anderem spielten wir ein sehr spannendes Planspiel, was wegen spezifischer Regeln, obwohl wir als ICJAner natürlich theoretisch meinten ganz nachhaltig zu handeln, recht schnell eskalierte. Der See, aus den wir Fische ziehen konnten, war nämlich schnell fischlos – zu groß war die Gier…

Ich esse bekanntlich eh kein Fisch, ja ich hasse (tote) Fische abgrundtief, insofern hatte das Ganze für mich jetzt keine direkten Auswirkungen. Aber ich kann Euch allen nur raten: esst keinen Fisch und glaubt nicht, dass der gesund ist. Dann esst lieber ordentlich Fleisch 🙂

Ein anderer Workshop trug den Titel „Make IT fair“ und behandelte die Wertschöpfungskette elektronischer Geräte mit besonderem Augenmerk auf dem Recyling. Ich hatte ja vor ein paar Wochen bereits den Film „Blood in the mobile“ gesehen und hier darüber berichtet – dieser Workshop hat das ganze nochmals ein wenig vertieft. Über ein paar Fakten war ich schon schockiert: jedes Jahr fallen in Deutschland 750 000 Tonnen Elektroschrott an, eine Google-Anfrage benötigt ungefähr soviel Strom wie das 1-stündige Brennen einer Energiesparlampe und ein Plasmabildschirm mit 1m-Bilddiagonale frisst soviel Strom wie 6 Kühlschränke!!!

Außerdem weiß ich jetzt, dass ich in meiner PC-Nutzung alles richtig mache: ein aufgemotzter Gamer-PC kostet schnell 150€ an Strom in Jahr, während man mit einem Laptop meist immer unter 20€ bleibt. Überhaupt ist jeder Desktop-PC ein deutlich größerer Stromschlucker als jeder Laptop. Interessant zu wissen! Solch und noch viel mehr Fakten haben wir uns erarbeitet und z.B. in einem Film die schädlichen Auswirkungen der Verarbeitung von Elektroschrott in Indien kennengelernt. Das hat mich im Nachhinein nochmal zum Nachdenken angeregt: wer meinen Neuseeland-Blog gelesen hat, weiß, dass ich qua Amtes als Freiwilliger mit dem Bulli durch Auckland gecruist bin und samt und für einen meiner Schützlinge alte Waschmaschinen, Kühlschränke und anderen Elektroschrott eingesammelt habe, die er dann auseinandergenommen, verschrottet und verkauft hat. Ganz schön gefährlich sowas – da wae ich mir damals noch garnicht so bewusst drüber.

Am gestrigen Abend folgte dann noch ein Highlight: die Welthandelssimulation

Die hatten einige schon gespielt, was jedoch nicht so schlimm war, denn sie konnten Rollen wie UN, Weltbank, Reporter oder auch das „moralische Gewissen“ übernehmen. Wir wurden Länderteams zugeteilt, das Ziel des Spiels war entsprechend möglichst viel Geld einzunehmen. Dafür musste man – wie das eben so ist – Produkte verkaufen, die man selbst „basteln“ musste. Aber um die Sachen zu „basteln“ brauchte man bestimmte Sachen – Papier, Stifte, Schablonen, Scheren und Co.

Ich hatte natürlich wahnsinniges Pech und war ein Vertreter des Kongo. Wir hatten zwar quasi das Monopol über die Schlüsselressource Papier, sonst aber garnichts. Die erste Zeit des Spiels verbrachten wir also damit, Scheren, Schablonen usw. aufzutreiben, was aber ganz schön schwer war. Die Weltbank sprach nicht mit uns, die anderen „reichen“ Länder wie Frankreich und Japan, die teilweise 2 Scheren, mehrere Schablonen und Co. hatten stellten überzogene Forderungen – wie das auch in der realen Welt so ist. Um nicht ganz unterzugehen gründeten wir nach kurzer Zeit mit dem anderen afrikanischen Land – Togo – die Volksrepublik Katongo (nach dem Fußballspieler ;)) und besaßen damit quasi die gesamten Papierressourcen und sonst nichts, während der Rest in unterschiedlicher Intensität alles hatte, bloß kein oder nur wenig Papier, was essentiell zum Produzieren war. Um selbst Scheren, Schablonen und Co. zu bekommen haben wir natürlich Papier vertauscht – im Nachhinein betrachtet ein Fehler. Wir hätten besser auf unserem Papier sitzen lassen sollen und jeglichen Kontakt zu anderen Ländern verweigern sollen. Die Weltbank, sofern sie mit uns sprach, kommandierte uns so richtig herum (die Leute da haben ihre Rolle richtig genossen), während wir so richtig frustriert wurden (vorsichtshalber wurde vor der Simulation „keine Gewalt“ vereinbart“. Letzten Endes hatte eh alles nichts gebracht – was wir nämlich nicht wussten: wir waren bereits mit 5000 Dollar Schulden in das Spiel gestartet, während andere Nationen keine Schulden, teilweise sogar ein ordentliches positives Vermögen am Anfang hatten. Durch ständige Verzinsungen stieg deren Geld dann automatisch an, während wir uns immer weiter verschuldeten. Von der Weltbank habe ich jetzt ein ganz schlechtes Bild…

Ich war schon ziemlich frustriert, aber naja, so läuft es eben. In der richtigen Welt läuft es (leider) nicht groß anders – diese Erkenntnis durften wir alle mitnehmen. War immerhin ein kleiner Appetizer auf die große MUNBW-Konferenz, die mir in 2 Monaten bevor steht.

Über meine anderen Erlebnisse werde ich vielleicht noch morgen berichten – gerade die Bahn brachte mich mal wieder kurz vor den Nervenzusammenbruch 😉

Ein Wochenende in Thüringen

Morgen zieht es mich nach Thüringen. Zum ersten Mal in meinem Leben (echt jetzt) betrete ich dieses Bundesland. Ich übernachte dort sogar 2 Nächte, in dem noblen Kaff – soll ein Luftkurort sein – namens Friedrichroda.

Anlass ist ein Rück-Rückkehrertreffen meiner Neuseeland-Austauschorganisation ICJA, wo sich ein paar Leute des letzten Jahrganges nochmal wiedersehen und zu gewissen Themen arbeiten. Wenn ich mich richtig erinnere, soll es z.B. um Entwicklungspolitik gehen. Als powalter kann ich da natürlich nicht nein sagen und nehme das gerne mit, auch wenn ich garkein „weltwärtsler“ war.

Der Andrang schien sich in Grenzen zu halten – nicht verwunderlich, da entweder viele Leute die Semesterferien für einen Besuch in ihrem Gastland nutzen (wenn es nicht soweit weg ist wie Neuseeland…) oder viele auch noch mitten in der Klausurenphase sind.

Mit der bin ich durch – die Hausarbeit werde ich Montag aktiv anfangen. Die jeweils knapp 7h Bahnfahrt, die mir bevorstehen, bieten aber schonmal eine gute Gelegenheit, einen groben Überblick zu bekommen.Von Konstanz mit 5x Umsteigen über Offenburg, Mannheim, Fulda, Eisenach und Frotstätt soll es letztlich nach Friedrichroda gehen. Ich bin gespannt.

Nachdem ich mich über F.A. von Hayek bereits bestens auskenne, werde ich nach 14h Bahnfahrt mich am Sonntag Abend dann auch gebührend über J.S. Mill auskennen – hoffentlich jedenfalls genug, um meine Hausarbeit beginnen zu können. Die trägt nämlich den Titel „Der Begriff der Freiheit bei Hayek und Mill“. Ein Vergleich, der sich garnicht so einfach gestalten dürfte.

Jetzt freue ich mich aber erstmal auf das Seminar, ein paar bekannte und ein paar neue Gesichter und ein schönes Wochenende. Nicht freuen tue ich mich auf die vegetarische Verpflegung – denn diesen dogmatischen Vegetarismus meiner Austauschorganisation ICJA kann ich nicht ab. Aber  kann ich mit leben und ich werde das Wochenende wohl auch überleben 😉

Atlas Shrugged

Who is John Galt?

Dass ich im Moment so wenig publiziere, hat Gründe. Seit Ende der Klausuren letzten Freitag ist nämlich jeder Abend bisher gut gefüllt gewesen mit allerlei Aktivitäten. So sollte es auch sein!

Berichten möchte ich heute über das Buch, dass mich die letzten 5 Wochen fast täglich begleitete. 1169 Seiten dick ist es bisher das monumentalste Werk, das ich je lesen durfte, sogar mehr als der „Herr der Ringe“ bei deutlich voll gesdruckteren Seiten!

Über „Atlas Shrugged“ und „Herr der Ringe“ gibt es übrigens ein sehr schönes, treffendes Zitat vom Wirtschafts-Nobelpreisträger Paul Krugman:

„There are two novels that can change a bookish fourteen-year old’s life: The Lord of the rings  and Atlas Shrugged. One is a childish fantasy that often engenders a lifelong obsession with its unbelievable heroes, leading to an emotionally stunted, socially crippled adulthood, unable to deal with the real world. The other, of course, involves orcs.

Das sagt schon fast alles. Tatsächlich gab es kaum einen Tag, an dem ich meist abends vor dem Schlafen gehen nicht ein paar Zeilen gelesen habe. Ab und an versüßte es mir auch langweilige Vorlesungen oder andere Wartezeiten.

Natürlich habe ich dieses ganzen dystopischen „Roman“ auf Englisch gelesen, was der Lesegeschwindigkeit natürlich etwas geschadet hat – sonst brauch ich eigentlich nicht so lang. Dafür hat sich mein Wortschatz beträchtlich erweitert – und die Erkenntnisse, die ich aus dem Buch ziehen durfte, sind sehr bewegend.

Geschrieben bzw. veröffentlicht wurde „Atlas Shrugged“  bereits  1957 von Ayn Rand, einerAmerikanerin mit russischen Wurzeln und jüdischem Hintergrund. Andere Werke mit den Titeln wie „Capitalism: The Unknown Ideal“ oder „The Virtue of Selfishness“ lassen erahnen, wie Ayn Rand, bereits 1982 verstorben, drauf war.

In ihren Werken entwickelte sie eine eigenen philosophische Denkrichtung, den Objektivismus, die den Verstand über alles andere stellt. Wie auch in „Atlas Shrugged“ deutlich wird, vertritt sie einen strikten „Laissez-faire“-Kapitalismus. Am besten selbst mal informieren, bevor ich hier alles wiederkäue.

Zum Inhalt des Romans sei soviel gesagt: ich wollte grade nur einen extrem kleinen Überblick geben, was aber bereits ziemlich hart ist. Wikipedia muss euch also helfen 😉

Letztlich handelt es von wenig standhaften Unternehmern in einer kollektiv sozialistisch-planwirtschaftlichen USA, die sich erst gegen den Niedergang wehrend später spurlos verschwinden, in einen geheimen Tal für sich leben und warten, bis die gesamte Wirtschaft und Gesellschaft endgültig zusammengebrochen ist, da niemand mehr die Fähigkeit hat, Innovationen zu schaffen und Unternehmen zu führen. Nach „The road to serfdom“ von F.A. von Hayek das zweite Werk, das eindrucksvoll die Gefahren des Sozialismus vor Augen führt. Das lustigste Gesetz, von dem nach und nach Hunderte verabschiedet werden, besagt, dass Schriftsteller nicht mehr als 10000 Bücher verkaufen dürfen, weil sie ja anderen Schriftstellern die Überlebenschancen nehmen. In der Art wird die gesamte Wirtschaft nach und nach von einigen wenigen „Gutmenschen“ eingeschränkt, die sich letztlich schamlos selbst am geraubten, enteigneten Eigentum anderer erfreuen. Die Haupthandlung ist eigentlich eine komplett andere, aber das ist eine andere Geschichte. Das Buch ist so reichhaltig, dass man es selbst lesen sollte. Ich hab es aus der Uni-Bibliothek, Amerikanistik.

„Atlas Shrugged“ gilt als eines der einflussreichsten politischen Bücher Amerikas, in vielen Ranglisten ist es laut Lesermeinung nach der Bibel das bedeutendste Buch. In Europa und Deutschland ist Ayn Rand und ihr Werk allerdings nahezu – unbekannt. Vielleicht auch besser so.

Die meisten Kritiker sprechen ihr höhere literarische Qualität ab, bezeichnen das ganze sogar als Kitsch (die Handlung ist streckenweise tatsächlich etwas kitschig und nicht immer sonderlich originell) und stören sich natürlich überhaupt an den Aussagen, die Ayn Rand in ihrem Buch trifft. Ihre Philosophie sei „fast perfekt in ihrer Unmoralität“ schreibt Gore Vidal.

Ich stimme auch nicht längst mit allem überein – sonst wäre ich wohl schneller aus der Piratenpartei raus, als mir lieb ist :P, betrachte es in Teilaspekten aber als sehr hilfreich für meinen weiteren Lebensweg.

Das war es auch schon. Ich möchte mich nicht weiter darin verzetteln, nur auf dieses wirklich lohnenswerte Buch aufmerksam machen. Lesen – es könnte euer Leben verändern! Oder sich zuwenigst drüber informieren und es danach hassen, und mich, weil ich es gelesen habe. Danach kann man dann drüber diskutieren – vorher nicht 😉

Ich schätze, 99% der Leser hier können damit nichts anfangen und würden es am liebsten verbrennen und verbieten !!!

Ein wenig Philosophie ?

Es verlangt in mir wieder nach einer Publikation in diesem Blog. Worüber?

Über unseren neuen Bundespräsidenten? Über den bevorstehenden Angriff Israels auf den Iran? Über meine Klausuren der letzten Woche und die anschließenden Feierlichkeiten ? Oder über den schönen Skitag, den ich heute in Lech und Zürs am Arlberg verbrachte? Über das großartige Buch, was ich gerade immer mal nebenbei lese und nach 5 Wochen und 1100 Seiten bald beeendet habe? Über die unsinnigen Gedanken, die ich mir in letzter Zeit gemacht habe? Über die Piratenpartei? Über Kontemplation und spirituelle Läuterung? Über meine bevorstehende Reise dieses Wochenende nach Thüringen? Oder über die zu schreibende Hausarbeit, der ich mich morgen zuwenden werde? Umziehen tue ich – übrigens – in wenigen Tagen auch.

Viele Fragen – die Antwort ist kurz und prägnant: nichts von alledem! Jedenfalls nicht heute.

Ob morgen, übermorgen oder überhaupt wird die Zeit zeigen. Die Zeit – ein Mysterium, dass ich nie begreifen werde.

Letztes Jahr um diese Zeit war ich in Neuseeland, arbeitete mit geistig behinderten Menschen in der Nähe von Auckland. Eine schöne Zeit, die viel zu schnell vorbeiging, deren Ende trotzdem oft von mir herbeigesehnt wurde; wo die Tage langsam dahinschmolzen, ein letztlich immer gleicher Tagesablauf und Abendgestaltung die Zeit als ewig erschienen liessen, mal abgesehen von den vielen Abenteuern, die ich bei meinen Roadtrips in Aotearoa – wie gern würde ich mich in grade in den Flieger setzen – erlebt habe. Die gibt es übrigens immer noch nachzulesen – ich lese auch immer wöchentlich nach, was ich im vergangenen Jahr um diese Zeit erlebt habe (chrissofnz.wordpress.com).

Dieses Jahr, um diese Zeit – ich schreibe gerade diese Zeilen – ist vieles ähnlich und manches anders. Das Studium ist ebenfalls eine schöne Zeit – mal mehr , mal weniger. „Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt“ könnte man oft zitieren.

Und diese Zeit rast vorbei. Nun stehe ich schon fast am Ende meines ersten Semesters und frage mich: wie konnte das so schnell gehen? Die letzten Monate verflogen wie im Zeitraffer: ich bin um tausende Erfahrungen reicher, um tausende Erkenntnisse weiser, um tausende Euro ärmer 😉

Und ich harre der Dinge, die da kommen werden!

Das war jetzt leicht philosophisch, aber mir war mal danach…

Was so los war…

Es sei mal wieder ein Blogbeitrag zu schreiben, dachte ich mir. Worüber bloß? Über die „shikanöse“ Klausur (welch Wortspiel sich da jemand hat einfalllen lassen) heute, die ich mit einer frequentistischen Wahrscheinlichkeit von 99% nicht bestehen werde? Da der Blog ja öffentlich ist, möchten wir das nicht auf die Spitze treiben 😉 (zu den Klausuren äußere ich mich noch am Wochenende, wenn alle vorbei sind – anzumerken ist aber, dass der Fachbereich wohl ordentlich aussortieren möchte :P)

Familiärer Besuch half mir immer, schnell darüber hinwegzukommen. Im Kino sahen wir den Film „Hugo Cabret“ (sehr empfehlenswert – auch wenn es wie ein Kinderfilm anmuten mag, ist er durchaus anspruchsvoll) und labten uns danach bei gut Speis und Trank in Konstanz Gastronomieszene, für die abgesehen von Dönerbuden und asiatischen Garküchen mein Geldbeutel sonst zu schmal ist.

Am Wochenende war ja das Südbadentreffen der Piratenpartei. Freitag hin, mit von mir aus unverschuldeter zweistündiger Unpünktlichkeit (man kann auch sagen, manch anderer Pirat hat kein Zeitgefühl) und sich dann im Schneegestöber im tiefsten Schwarzwald mehrmals verirrt, unter anderen über kleine Feldwege gefahren (und schön gedriftet), sich in einer Baustelle wiedergefunden (gesperrter Straßenabschnitt) und kurz vor einem Ziel auf einen Bauernhof gelandet (der Navi führt falsch), wo der Wachhund mein Auto attackierte. Richtiges Abenteuerfeeling quasi – da werden Erinnerungen an Neuseeland wach. Die engen Kurven und Steigungen des Schwarzwaldes (jetzt war ich auch mal da) taten ihr übriges, dass ich mich so richtig wieder sehne, auf Entdeckungstour durch Aotearoa zu gehen.

Sonst möchte ich nicht allzu viel vom Südbadentreffen berichten, dass in einer kleinen Hütte in der Nähe vom Örtchen Oppenau stattfand. Es gab Diskussionen,  ein paar spannende Vorträge (genauer gesagt 2, da ich am Samstag Nachmittag bereits wieder wegfuhr) – einmal über Softwarepatente, das andere ein Rhetorikkurs, wobei es weniger um Rhetorik im eigentlichen Sinne, als um generelle Kommunikation ging – wie verhält man sich am Infostand usw…
Die Vorträge werden auch auf den Seiten des Bezirksverbands Freiburg veröffentlicht, da könnte sich reinhören durchaus mal lohnen (wurde ja alles schön aufgenommen!)

Mein Auto sprang natürlich dann auch nicht an (Batterie leer), mein Handy hatte ich verloren (fand sich dann letztlich im Bettlaken wieder), bin mies im Schnee ausgerutscht – es war also kein wahnsinnig toller, aber wenigstens erfolgreicher ( Tag, der noch durch einen magischen Sonnenuntergang über den Schwarzwaldhügeln abgerundet wurde, den ich aus dem Auto bei der Rückfahrt beobachten durfte (nachdem ich freundlicherweise immerhin Starthilfe bekommen hatte). Der Navi führte mich bloß natürlich wieder falsch – statt in Rottweil auf die Autobahn nach Konstanz zu kommen kam ich 50m nördlich in Horb am Neckar raus. Wenn das so weiter geht, kenne ich bald ganz Baden-Württemberg 😉

Aber genug für heute. Die Klausur heute vergeßend muss ich mich auf die nächste Klausur (Personal&Organisation) am Mittwoch vorbereiten – und wollte den Rest der Nacht dazu nutzen, mit dem Lernen mal wenigstens anzufangen. Aber wie ich schon immer wusste und heute wieder gesehen habe: je mehr ich lerne, desto schlechter bin ich. Schätzungsweise. Vielleicht habe ich ja auch alles richtig erraten 😉

ACTA-Demo in Konstanz

Auch wenn ACTA (ich schrieb letztens was dazu) mittlerweile von vielen Staaten abgelehnt wird, finden morgen bundesweit massenhaft Demonstrationen statt. Heute gab das Auswärtige Amt wohl ebenfalls bekannt, dass sie das Gesetz wohl nicht ratifizieren wird – ein Schelm wer im Angesicht der Demonstrationen morgen dabei nichts Böses denkt…

Selbst das verschlafene Konstanz wird eine Demonstration sehen. Die beginnt am Samstag um 15 Uhr am Nycomed Hochhaus (oder auch Telekom-Hochhaus, bei der Post; Moltkestraße)) und zieht über irgendeine Route bis zur Marktstätte, wo eine Abschlusskundgebung abgehalten wird. Auf facebook haben mittlerweile 161 Leute zugesagt – fraglich nur, ob die bei der Kälte auch alle kommen – jetzt, wo ACTA eh schon verhindert ist.

Ich selbst bin garnicht da – das Südbadentreffen der Piraten im Schwarzwald steht – etwas unglücklich – dieses Wochenende an. Da ich morgen Abend in Anbetracht dreier Klausuren nächste Woche aber eh schon wieder zurück wollte, fahre ich vielleicht schon etwas früher und beteilige mich dann auch an der Demo gegen ACTA.

Ist aber eh uncool, weil natürlich typisch für Konstanz das Tragen von Guy-Fawkes-Masken (Kennzeichen von Anonymus) verboten wurde – trotz Fasching 😉

Aktuelle Infos gibts unter:  https://www.facebook.com/events/137777673009011/

Piratenpartei – sozialistisch, liberal oder was? Eine Untersuchung des Wahlprogamms von SH aus „liberaler“ Perspektive!

Bloggen wir doch mal wieder einfach ein bisschen, um vom Lernen abzuhalten, dass die letzten Tage nicht gerade sehr intensiv, aber durchaus effizient geschah. Die erste Klausur schrieb ich bereits am Freitag und mir schwant Gutes, gleichwohl ich arg in Zeitnot geriet und dem wichtigsten Teil der Klausur (was natürlich der allerletzte zu behandelnde Punkt war) nicht die Beachtung schenkte, die man ihm zuteil werden lassen sollte. Belohnen tat ich mich dann gestern mit einem Skitag am Diedamskopf in Vorarlberg, Österreich – ein tolles Skigebiet mit exzellenten Pisten bei extremer Kälte: -25 Grad waren nicht leicht auszuhalten – 2 meiner Fingerkuppen sind immer noch taub, leichte Erfrierungen bereiteten gestern schon einige Schmerzen…

Aber das alles soll nicht das Thema sein, dem ich mich heute annehmen möchte:  das Thema ist mal wieder die Piratenpartei, und eigentlich ein freudiger Anlass, jedenfalls für mich.

Ich kam heute nämlich dazu (um mich vom Lernen abzuhalten), mir das Wahlprogramm der Piratenpartei in Schleswig-Holstein anzusehen, wo ja Anfang Mai der Landtag gewählt wird. Und was ich da las, hörte sich richtig gut und vernünftig an, so vernünftig, dass es mir ein Bedürfnis ist, mal ein paar Gedanken zu artikulieren:

Wenn man sich  mal so umhört, stösst man bei vielen Leuten auf ziemliche Ablehung hinsichtlich der Piratenpartei – das seien ja alles Sozialisten, Anarchisten, Verschwörungstheoretiker, Nazis,  Spinner und Dilettanten…

Mir wurde geraten, mir das ganze ganz genau zu überlegen (das hab ich) und doch wieder aus der Partei auszutreten, wenn ich nicht voll und ganz dahinter stehe (daran ließ ich ja schonmal Zweifel hier im Blog anklingen). Mittlerweile haben sich einige Zweifel verstärkt, andere jedoch zerstreut.

Gerade die Aussage, die „Piratenpartei“ sei die neue Linkspartei regt mich immer wieder auf. Ohne Zweifel – viele Piraten sind (sehr) links, unlängst sind einige Stadträte der LINKE zu den Piraten übergelaufen und wenn man sich  in den Wirtschafts-AGs und Co. mal umhört, gibt es da natürlich auch Kommunisten und Co. Andererseits gibt es aber auch viele – in meinen Augen – vernünftige Piraten, die nicht verstaubten Ideologien herlaufen, die in die Knechtschaft führen, sondern ideologiefrei denken und so ein in gewisser Hinsicht manchmal fast widersprüchliches, aber sehr gutes Wahlprogramm zusammenstellen – wie z.B in Schleswig-Holstein geschehen.

Ich möchte betonen: ich habe nichts gegen Linke (im Sinne von Sozialisten), die wollen das gleiche wie ich, bloß mit den in meinen Augen falschen und vor allem gefährlichen Mitteln. Ich bin sehr liberal eingestellt (im ursprünglichen Sinne), dazu stehe ich und das kann auch jeder wissen 😉 Gerade diese Vielfalt an Meinungen und Strömungen macht aber auch den Reiz der Piratenpartei aus – doch letztlich steuert die Basisdemokratie das Piratenschiff in eine Richtung – um mal ein paar Metaphern zu bedienen. So kam die, muss ich sagen, recht linke Berliner Piratenpartei per Basisdemokratie  mit leicht sozialistisch anmutenden Vorschlägen zu einem recht linkem Wahlprogramm, dass zweifelsfrei durchaus Erfolg hatte – in SH sieht das  basisdemokratisch bestimmte Wahlprogramm – sofern ich mich nicht ganz falsch erinnere – doch schon ein wenig anders aus (natürlich auch bedingt durch den Gegensatz Land vs Stadt) , gleichwohl die Grundlinien natürlich sehr ähnlich sind.

Jetzt aber zum eigentlichen Kern meines Blogposts – ich wollte zeigen, welche Vorschläge aus dem hohen Norden mir aus liberaler Perspektive sehr gut gefallen, da sie Freiheit und Eigenverantwortung stärken statt zu  bevormunden und zu regulieren, wie man es von den übrigen als links angesehen Parteien (+ CDU und FDP) gewohnt ist. Dabei greife ich ganz bewusst eben nicht die Kernthemen der Piratenpartei auf, sondern möchte zeigen, dass sie sich programmatisch auch in anderen Feldern immer breiter aufstellt. Das Durchlesen des kompletten Wahlprogramms möchte ich jedenfalls allen ans Herz legen, dann könnt ihr auch mit all den sozialisten Programmpunkten gegen diesen Blogartikel kontern 😉 (zu finden unter: http://www.piratenpartei-sh.de/wahlen-2012/wahlprogramm.html)

7.3 Entwicklung Deutschlands nach 1945 im Geschichtsunterricht

Wir wirken darauf hin, dass an den Schulen in Schleswig-Holstein die Entwicklung Deutschlands nach 1945 ein größeres Gewicht im Geschichtsunterricht bekommt. Hierbei soll ein besonderer Augenmerk auf ehemalige Nationalsozialisten in wirtschaftlich, politisch und gesellschaftlich bedeutsamen Positionen der neuen Bundesrepublik ebenso sehr gelegt werden, wie auf die Diktatur des Kommunismus/Sozialismus und des Unrechtsstaates DDR.

Der erste Punkt hat vielleicht  nicht viel mit „liberal“ zun tun, hat mir in meiner Schulzeit aber sehr gefehlt. Den Schülern sollte möglichst früh klargemacht werden, dass der Totalitarismus von zwei Seiten kommen kann…

7.14 Keine Schulstrukturreform aus ideologischen Gründen

Jahrzehntelang bestand Schulpolitik nur im Streit um das bessere Schulsystem.

Wir lehnen Schulstrukturreformen aus ideologischen Gründen ab. Unsere Schulpolitik wird sich darauf konzentrieren, wie Schüler besser auf ihr Leben vorbereiten werden können. Die wichtige Frage ist für uns, was unsere Kinder wie lernen sollen und nicht die Schulorganisation bzw. Art der Differenzierung beim Lernen.

Sprach ich schon von Ideologiefreiheit? Den Satz könnte man auch falsch verstehen, merke ich gerade. Es geht um die Ablehung von „Schulstrukturreformen aus ideologischen Gründen“, nicht um die „ideologische“ Ablehhnung von Schulstrukturreformen. Was da geschah, durfte  bereits nicht nur ichin meiner Schulzeit miterleben.

8.6 Kosten durch unnötige Verbeamtung reduzieren

Wir setzen uns für die Anfertigung einer umfassende Studie ein, die ermitteln soll, welche Tätigkeiten im öffentlichen Dienst eine Verbeamtung notwendig erfordern und welche Tätigkeiten von Angestellten erledigt werden können.

Nichts gegen Beamte – ich bin ja selbst fast auf dem Weg zu einem (hoffentlich nicht) – aber einen schlanken (und natürlich auch transparenten) Staat finde ich sehr erstrebenswert.

10.3 Subventionen überprüfen

Öffentliche Ausgaben, im besonderen Maße Subventionen, werden auf den Prüfstand gestellt. Subventionen sollen nur dort eingesetzt werden, wo wichtige Ziele anders nicht erreicht werden können. Darüber hinaus müssen alle Subventionen degressiv angelegt oder enger als bisher zeitlich befristet sein und regelmäßig auf ihren Sinn hin überprüft werden.

Kann ich nur unterschreiben. Im Gegenzug hätte man schon einiges an Programmpunkten gegenfinanziert.

10.4 Beendigung der Pflichtmitgliedschaft in Kammern

Wir treten für die Abschaffung der Zwangsmitgliedschaft in einer Industrie- und Handels-, Landwirtschafts- oder Handwerkskammer ein. Eine freiwillige Mitgliedschaft bleibt von diesem Ziel unberührt. Rechtsanwalts-, Notar- und Ärztekammern sind von diesem Ziel nicht erfasst.

Ich möchte den Sinn oder Unsinn von Kammern nicht in Frage stellen. Sie leisten vielerorts auch viel Gutes. Andererseits werden sämtliche Unternehmer (wenn das mal nicht Lobbyismus der ganzen selbsständigen ITler ist ;)) gezwungen Mitglied einer Organisation zu sein, deren Angebote sie nicht benötigen, dafür aber genötigt,  einen nicht geringen Beitrag zahlen.

10.5 Für liberale Ladenschlussgesetze

Die liberalen Ladenöffnungszeitregelungen in Schleswig Holstein, nach denen die Ladeninhaber an 6 Tagen in der Woche, außer Sonntags, frei entscheiden können wann ihre Läden geöffnet haben, sehen wir als einen richtigen Schritt in Richtung Freiheit und Eigenverantwortung. Wir gehen jedoch einen Schritt weiter. Auch Sonntags sollen die Ladenöffnungszeiten freigegeben werden.

Der sogenannte Schutz des Sonntags ist ursprünglich religiös motiviert. Ob der Staat die Sonntagsruhe festschreiben muss, ist nach unserer Sichtweise fraglich. Wir fordern auch den Sonntag für Gewerbetreibende frei zu geben.

Die Ablehnung dagegen kommt aus allen Lagern. Mal religiös motiviert, mal möchte man Verkäuferinnen und Co. schützen. Ich finde jedoch, jedem Menschen sollte freigestellt sein, wann er arbeiten möchte – und jeder Unternehmer sollte entscheiden dürfen, wann er produziert, verkauft usw.

11 Steuerpolitik und Finanzen

Einfach ist besser

Die Piratenpartei versteht sich weder als »Steuersenkungs-« noch als »Steuererhöhungspartei«. Fakt ist, dass wir ein gerechteres und transparentes Steuersystem benötigen, das unsere Infrastruktur verbessert, damit unser Land auch weiterhin als attraktiver Wirtschaftsstandort bestehen kann.

Das jetzige System der Steuergesetzgebung ist weder reformier- noch vermittelbar und hat die Folge, dass »Steuersparen« zu einem Volkssport geworden ist, so dass wir einen Schnitt und einen Neuanfang wagen müssen.

Die Piratenpartei setzt sich dafür ein, dass nicht nur bezahlte Lobbyisten der Wirtschaft und andere Gruppen die Leitlinien der Politik und hier insbesondere das Steuersystem bestimmen. Gerade der Bürger, das Volk als Souverän muss in Zukunft mehr direkten Einfluss nehmen können.

Die Piratenpartei wird alles daran setzen, sich auf Kommunal-, Landes- und Bundesebene für die Etablierung eines einfachen verständlichen Steuersystems im Sinne des Landes stark zu machen.

Zugegeben, noch recht vage. Ist aber zum Glück, nicht wie bei der FDP, das einzige Thema 😉

11.1 Schuldenfreies Schleswig-Holstein

Ein Drittel aller Einnahmen muss Schleswig-Holstein an Banken und Finanziers weiterleiten, allein um seine Schulden zu bedienen. Diese Mittel fehlen für die Zukunftsaufgaben unseres Landes wie Bildung, was der Generationengerechtigkeit widerspricht, ebenso wie für soziale Zwecke und andere Landesaufgaben. Außerdem macht der Schuldenberg unser Land von Zinsschwankungen und damit von Finanzmärkten und Ratingagenturen abhängig. Die beschlossene Schuldenbremse ändert an diesen Problemen nichts, sondern schließt lediglich ein weiteres Anwachsen des Schuldenbergs aus.

Wir wollen Schleswig-Holstein zum Vorreiter in Deutschland für eine nachhaltige Staatsfinanzierung machen, indem wir die Schuldenbremse durch einen Schuldenstopp ergänzen: Wir wollen in der Landesverfassung festschreiben, dass Schleswig-Holstein seine Schulden bis 2050 schrittweise zurückzahlen muss. Indem wir die bis 2020 infolge der Schuldenbremse ohnehin erforderliche Stärkung des Verhältnisses der Nettoeinnahmen zu den Ausgaben des Landes fortsetzen, verringern wir die Abhängigkeit des Landes von den Finanzmärkten und erobern finanzielle Gestaltungsspielräume für die Zukunft unseres Landes zurück.

Hier wurde echte Einsicht bewiesen – fragt sich nur, wie man das ganze finanzieren möchte. Hier muss die Piratenpartei, auch insgesamt, auf allen Gliederungsebenen noch deutlich konkreter werden. Richtige Ansätze (z.B Überprüfung öffentlicher Aufgaben) gibt es immerhin schon.

Wir setzen uns dafür ein, dass die Landesverfassung Schleswig-Holsteins dahingehend erweitert wird, dass der Genuss der Naturschönheiten und die Erholung in der freien Natur, insbesondere das Betreten von Wäldern, Stränden, Küstenabschnitten und Flussgebieten sowie das Befahren der Gewässer und die Aneignung wildwachsender Waldfrüchte in ortsüblichem Umfang jedermann unentgeltlich gestattet und ohne Personenkontrollen möglich ist. Dabei wird jedermann verpflichtet, mit Natur und Landschaft pfleglich umzugehen und dabei die bestehenden naturschutzrechtlichen Bestimmungen einzuhalten. Das Land und die Gemeinde sind berechtigt und verpflichtet, der Allgemeinheit die Zugänge zu den Meeren, den Seen, den Flüssen und sonstigen landschaftlichen Schönheiten freizuhalten und allenfalls durch Einschränkungen des Eigentumsrechtes freizumachen sowie Wanderwege und Erholungsparks anzulegen.

Klappt in Skandinavien ja auch! Und Schleswig-Holstein ist ja quasi Skandinavien – auch wenn mancher das nicht gerne hören möchte 😉 Gleichwohl ist dieser Punkt aus liberaler Sicht vielleicht etwas kontrovers – werden hier ja möglicherweise Eigentumsrechte verletzt. Was anderes erwartet man ja auch nicht von den Piraten 😉

15.3 Jugendschutz

Wir möchten bewährte Mechanismen zum Jugendschutz erhalten und sie für das digitale Zeitalter, in dem die Grenze zwischen Anbieter und Konsument verschwimmt, weiterentwickeln. Zusammen mit den Bildungseinrichtungen, den Erziehungsberechtigten und vor allem auch mit betroffenen Kindern und Jugendlichen wollen wir neue Lösungen finden. Eine Bevormundung volljähriger Personen im Namen des Jugendschutzes lehnen wir ab. Jede Form von Regulierung muss inhaltlich schlüssig begründet, praktikabel und auf Kinder und Jugendliche eingeschränkt sein. Der freie Zugang zu Kunst und Kultur muss gewährleistet bleiben. Zur kulturellen Vielfalt zählen dabei ausdrücklich auch Computerspiele.

So muss es sein!

16.7 Verkehrsbeschränkungen hinterfragen

Verkehrsbeschränkungen sollen nur nach sorgfältiger Prüfung der Voraussetzungen angeordnet werden. Es darf nicht der Verdacht entstehen, dass sie nur dazu dienen, die Kassen an der Strecke liegender Städte und Gemeinden durch Bußgelder zu füllen.

Wir stehen für ein umwelt- und verkehrspolitisches Konzept aus einem Guss und lehnt Aktionismus ab. Maßnahmen wie Fahrverbote für einzelne Fahrzeugtypen und die Einführung neuer Tempolimits auf autobahnähnlich ausgebauten Straßen erfüllen den vorgeblichen Zweck der Verkehrslenkung zumeist nicht und besitzen ökologisch nur eine Alibifunktion. Den Menschen, die auf die Benutzung dieser Verkehrsräume angewiesen sind, werden dabei keine Alternativen geboten.

Stattdessen setzen wir auf Lösungen, die die Interessen aller Verkehrsteilnehmer berücksichtigen. Dazu gehört eine vorausschauende Verkehrsplanung genauso wie Verbesserungen im Angebot des öffentlichen Personenverkehrs.

Ohne Worte…

5.23 Waffenrecht

Die Verschärfungen der Waffengesetze in den letzten Jahren dienten vor allem dazu, Sicherheit vorzutäuschen und einfache und schnelle Antworten auf komplizierte Probleme zu geben. Wir setzen uns für Waffengesetze ein, welche die sorgfältige Aufbewahrung von Schusswaffen regeln und dadurch die Sicherheit aller Bürger gewährleisten. Wir lehnen es aber ab, beispielsweise Sportschützen zu Sündenböcken für gesellschaftliche Probleme zu machen.

Zum Abschluss noch ein vielleicht etwas kontroverserer Punkt. Birgit Homburger (FDP) , die in der aktuellen „powalter“-Ausgabe die Piratenpartei kritisierte, ist der Meinung, dass zu Freiheit untrennbar auch Verantwortung gehöre. Das ist bei diesem Thema sicher richtig (gleichwohl ich mich wundere, dass die FDP noch das Wort Verantwortung in den Mund zu nehmen traut…), sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass nicht etwa lasche Waffengesetze zu mehr Mord und Todschlag führen, sondern gesellschaftliche Mißstände, die die Piraten nicht regulieren wollen, sondern aktiv präventieren möchten.

Damit möchte ich auch diesen sehr arbeitsreichen Artikel beenden und freue mich auf Eure Kommentare!

ACTA ad acta legen

Vielleicht haben manche schon von ACTA gehört, dem „Anti-Counterfeiting-Trade-Agreement“. Seit Jahren wird daran gefeilt, die Piratenpartei hat schon länger auf die Problematik aufmerksam gemacht, mittlerweile bricht aber ein Sturm der Entrüstung über das geplante Abkommen aus, das kurz vor der Ratifizierung steht. Denn ACTA ist der erste Schritt zur Zensur des Internets und wird dann längst nicht der letzte sein. Also wehret den Anfängen! Ganz zu schweigen davon, dass das ACTA-Abkommen einem Geheimvertrag gleicht, der aktiv verschwiegen wurde und wo nähere Informationen extrem schwer bis garnicht zu beschaffen sind.

Ich schreibe morgen Klausur, deshalb schreibe ich jetzt nichts groß dazu (zu ACTA selbst) (benutzt halt die Suchmaschine eures Vertrauens), sondern rufe Euch nur dazu auf, dagegen in irgendeiner Weise Stellung zu beziehen.

Schnell und wirkungsvoll per Online-Petition: http://www.avaaz.org/de/eu_save_the_internet_spread/?slideshow

Schon mehr als 1,5 Millionen Leute haben unterzeichnet, und es werden minütlich Dutzende mehr.

Am 11. Februar sind in allen größeren deutschen Städten Demos angekündigt, möglicherweise wird auch in Konstanz eine stattfinden. Ich stehe sonst nicht so auf Demos, dem werde ich aber nicht entziehen können!