Über (Un)-Organisiertheit

Aus akuter Langeweile, die sogar dazu führte, nach 15 Monaten Abstinenz wieder mit dem Computer spielen anzufangen,  sehe ich mich gezwungen, auch heute wieder einen Artikel zu schreiben. Wer mir jetzt vorhalten mag, ich solle mich um mein Studium kümmern, den muß ich enttäuschen. Das Lesepensum ist noch sehr chillig und bereits seit gestern für die gesamte kommende Woche abgearbeitet. Ich weiß jetzt nicht nur wie man Variablen, Hypothesen und anderen Schmarrn definiert, ich kenne auch alle möglichen Varianten davon. Ich habe mich durch Max Weber gequält, dessen verklausulierten Sätze mir fast alle Ehre machen und den Seibel gelesen, benannt nach einem unserer Professoren – der, Professoren sind nunmal eitel – sich selbst gerne auf die Literaturliste setzt. Ich habe mich auch mit der Geschichte des Staates, mit der deutschen Verfassung,  mit Aristoteles und mit Persönlichkeitstheorien beschäftigt – wie man sieht ist das Studium breitgefächert – und es geht ja grade erst los.

Anlass des heutigen Artikels ist aber ein anderer: mir wurde heute vorgehalten, ich sei so gut organisiert. Welch Kompliment erster Güte für mich! Ich und organisiert ist in etwa so wahrscheinlich wie das Mittwoch die Busse in Konstanz nicht streiken. Dazu zwei Beispiele (die Organisierung meines Schreibtisches lasse ich galant außen vor):

1. am Freitag stürmte ich voller Vorfreude in die Vorlesung „Einführung in das Öffentliches Recht“, machte es mir bequem und lauschte den Ausführungen des Dozierenden, bis mir nach gut 10 Minuten auffiel, dass ich so gut organisiert war, in der Mathematik-Vorlesung „Lineare Algebra“ zu sitzen. Mathematiker bin ich bekanntlich nicht und durchziehen wollte ich das schon garnicht, also verließ ich unter verdutzten Blicken den Vorlesungssaal und kam sogar noch einigermaßen pünktlich zu meiner Vorlesung – im Saal nebenan.

2. am heutigen Abend zwischen 18-20 Uhr ist eigentlich ein Tutorat.            Eigentlich – denn es fängt erst nächste Woche an, wie ich Freitag erfahren durfte. Diese Tatsache war aus meinem so gut organisierten Gedächtnis aber bereits verschwunden und so wartete ich mit einer anderen Person – also paradiesische Betreuungsverhältnisse kann man sagen – ein paar Minuten auf unseren Tutor, ehe ich mich wieder an diese Tatsache erinnerte, dass das Tutorat gar nicht stattfand.

Wie man also sieht – ich bin sehr gut organisiert! Das habe ich ja auch in der Vorlesung „Personal & Organisation“ bereits gelernt. Ob es sich um eine instrumentelle oder institutionelle Organisation handelt, sei aber mal dahingestellt…

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