Empirische Sozialforschung muss nicht langweilig sein…

Andreas Diekmann ist sicher mit seinem Leben zufrieden. Er hat nämlich ein Buch über ein Thema geschrieben, das sich jedes Jahr aufs Neue zu Tausenden verkaufen lässt, obwohl niemand in einer normalen Buchhandlung schon allein des Titels wegen zu diesem Buch greifen würde. „Empirische Sozialforschung. Grundlagen, Methoden, Anwendungen“ heisst es und muss jedes Jahr aufs Neue von Studierenden zwangsgelesen werden – auch an der Uni Konstanz.

20€ kostete das gute Stück – 780 Seiten voll mit Begriffen, die man einmal lernt und danach nie wieder braucht. Nach knapp 80 Seiten, mittendrin angefangen, weiß ich nun immerhin schon, was eine Variable, eine Ausprägung und ein Merkmalsträger ist und kann mit Begriffen wie „diskret“, „polytom“, „global“ oder „relational“ (unter anderem) etwas anfangen. Ich weiß, dass es „Wenn-Dann“ und „Je-desto“-Hypothesen gibt und logisch wahre wie empirische Aussagen (unter anderem) gibt.

Ich weiß aber auch, dass ich vor Aufblättern dieses Buches garnicht gedacht hätte, dass Empirische Sozialforschung sich so leicht lesen lässt, dass man fast schon Freude am Lernen hat. Wer nicht weiß, was das überhaupt ist, dem empfehle ich die Suchmaschine seines Vertrauens.

Das ist dem Herrn Diekmann zu verdanken, der jede sich ergebende Gelegenheit dazu benutzt, sein Buch mit witzigen Begebenheiten aufzulockern, um damit anschließend irgendwelche Methoden zu illustriereren. Das  erfreut nicht nur das Studentenherz, sondern sicher auch seinen Geldbeutel.

Im Folgenden schon ein kleines Best-Of aus 80 Seiten, wie man sieht ist die Wahrscheinlichkeit eines zweiten Best-Ofs sehr hoch.  Die Seitenzahlen (Autor und Buch habe ich ja genannt) gebe ich auch an, damit man mich auch ja nicht wegen Urheberrechten belangen kann…

1. „Mit einem Schuss Ironie könnte man sagen, dass in den Sozialwissenschaften nur drei Gesetze bekannt sind: „Parkinsons Gesetz über das Wachstum der Bürokratie“, „Peters Gesetz“, dem zufolge jede Person in einer Hierarchie irgendwann die Stufe ihrer Unfähigkeit erreicht, sowie – das nicht nur in den Sozialwissenschaften gültige Gesetz von Murphy („wenn etwas schiefgehen kann, geht es schief“). Ob Murphys Gesetz als empirisch bestätigt gelten kann, ist jedoch umstritten. Bei Untersuchungen ging irgendetwas mit der experimentellen Anordnung immer schief, was wiederum im Einklang mit dem zu prüfenden Gesetz ist.“ (S. 151)

 

2. „Der Satz des Pythagoras ist übrigens auf 370 (!) verschiedene Arten bewiesen worden.“ (S. 157)

 

3. „In der atheistisch orientierten DDR wurde der Rauschgoldengel im amtlichen Sprachgebrauch in „geflügelte Jahresendfigur“ und der Schokoladenweihnachtsmann in „Schokoladenhohlkörper“ umdefiniert. Der Zweck dieses Begriffsmonsters war politischer Natur: im Urteil eines fiktiven Rechtsstreits heißt es gemäß einem Juristenscherz: „Weihnachtsmann im Sinne des Gesetzes ist auch der Osterhase““ (s. 161)

 

4. Auf der Hochschulseite der Welt (7.2.1989) wurde folgender Mathematikerscherz zum Besten gegeben: „Ich kenne drei hochrangige Wissenschaftler, die im fremden Land zwei schwarze Schafe grasen sehen. Der erste von ihnen, ein Soziologe, behauptet draufhin kühn, alle Schafe in diesem Land seien schwarz. Der zweite ist Physiker und will das nicht glauben. Er doziert: „Alles, was man im Augenblick sagen kann, ist, dass zumindest zwei der Schafe dieses Landes schwarz sind“. Der dritte, seines Zeichens Mathematiker schüttelt den Kopf und bemerkt trocken: “ Es ist lediglich richtig, dass zwei Schafe in diesem Land auf einer Seite schwarz sind!““ (s. 173)

 

5. „Es macht wenig Sinn einem Pudel vorschreiben zu wollen, eine Wurstsammlung anzulegen“ (S. 165)

 

6. „Im Jahr 1897 hat die erste Kammer des US-Bundesstaats Indiana im Gesetz Nr. 246 die Zahl π auf 4 festgesetzt. […] Die Berechnung der Fläche von Kreisen nach der „Indiana-Definition“ von π würde jeweils zu einem um 27% nach oben verzerrten Resultat führen.“(S. 162)

 

7. „Es macht wohl wenig Sinn in einem Interview die Frage zu stellen: „Wie viel Milligram von der organischen Verbindung C2H5OH haben Sie heute zu sich genommen?““ (S. 163)

 

8. „Wer aus einer Höhe von tausend Metern mit dem Fallschirm springt, könnte sich nach 999 Metern „induktiv beruhigen“, dass bisher kein Problem aufgetreten sei.“ (S. 174)

 

9. „Je geringer das Intelligenzniveau eines Agronomen, desto größer die Quantität seiner Produkte“ (S. 130)

 

Wie man sieht – empirische Sozialforschung kann auch spannend sein – zumindest jedenfalls lustig!

 

 

 

Über (Un)-Organisiertheit

Aus akuter Langeweile, die sogar dazu führte, nach 15 Monaten Abstinenz wieder mit dem Computer spielen anzufangen,  sehe ich mich gezwungen, auch heute wieder einen Artikel zu schreiben. Wer mir jetzt vorhalten mag, ich solle mich um mein Studium kümmern, den muß ich enttäuschen. Das Lesepensum ist noch sehr chillig und bereits seit gestern für die gesamte kommende Woche abgearbeitet. Ich weiß jetzt nicht nur wie man Variablen, Hypothesen und anderen Schmarrn definiert, ich kenne auch alle möglichen Varianten davon. Ich habe mich durch Max Weber gequält, dessen verklausulierten Sätze mir fast alle Ehre machen und den Seibel gelesen, benannt nach einem unserer Professoren – der, Professoren sind nunmal eitel – sich selbst gerne auf die Literaturliste setzt. Ich habe mich auch mit der Geschichte des Staates, mit der deutschen Verfassung,  mit Aristoteles und mit Persönlichkeitstheorien beschäftigt – wie man sieht ist das Studium breitgefächert – und es geht ja grade erst los.

Anlass des heutigen Artikels ist aber ein anderer: mir wurde heute vorgehalten, ich sei so gut organisiert. Welch Kompliment erster Güte für mich! Ich und organisiert ist in etwa so wahrscheinlich wie das Mittwoch die Busse in Konstanz nicht streiken. Dazu zwei Beispiele (die Organisierung meines Schreibtisches lasse ich galant außen vor):

1. am Freitag stürmte ich voller Vorfreude in die Vorlesung „Einführung in das Öffentliches Recht“, machte es mir bequem und lauschte den Ausführungen des Dozierenden, bis mir nach gut 10 Minuten auffiel, dass ich so gut organisiert war, in der Mathematik-Vorlesung „Lineare Algebra“ zu sitzen. Mathematiker bin ich bekanntlich nicht und durchziehen wollte ich das schon garnicht, also verließ ich unter verdutzten Blicken den Vorlesungssaal und kam sogar noch einigermaßen pünktlich zu meiner Vorlesung – im Saal nebenan.

2. am heutigen Abend zwischen 18-20 Uhr ist eigentlich ein Tutorat.            Eigentlich – denn es fängt erst nächste Woche an, wie ich Freitag erfahren durfte. Diese Tatsache war aus meinem so gut organisierten Gedächtnis aber bereits verschwunden und so wartete ich mit einer anderen Person – also paradiesische Betreuungsverhältnisse kann man sagen – ein paar Minuten auf unseren Tutor, ehe ich mich wieder an diese Tatsache erinnerte, dass das Tutorat gar nicht stattfand.

Wie man also sieht – ich bin sehr gut organisiert! Das habe ich ja auch in der Vorlesung „Personal & Organisation“ bereits gelernt. Ob es sich um eine instrumentelle oder institutionelle Organisation handelt, sei aber mal dahingestellt…

Piratenpartei & Gesellschaft: ein Konflikt zwischen On- und Offlinern und seine Folgen

Der heutige Student hat viel zu tun – schon ganz am Anfang, weshalb ein täglicher Output hier nicht möfglich ist.  Über das Studium möchte ich heute aber nicht berichten – über das was man in Politk und Verwaltung eigentlich macht werde ich Ende nächster Woche berichten, wenn dann tatsächlich alle Vorlesungen und Tutorate und Seminare tatsächlich gestartet sind. Nur soviel: es macht mir bereits richtig viel Spaß, auch oder gerade weil das Lesepensum hoch ist!

Im heutigen Artikel soll es aber um die Piratenpartei gehen. Nicht erst seit der Berlin-Wahl bin ich bekennender Anhänger der Piraten, schon bei der Bundestagswahl bekamen sie mein Kreuzchen, damals noch geteilt mit einer anderen SpaßPartei, die ich hier besser nicht erwähne.

Nun war ich ein Jahr in Neuseeland, beobachtete das Geschehen aus der Ferne und war doch über das Internet so nah dran. Aber nicht nur online sind die Pirten aktiv, sondern auch offline – und das wollte ich mir anschauen.

So kam es, dass ich am vergangenen Donnerstag Abend in eine etwas verrufene Kneipe spazierte, wo der Stammtisch der Piratenpartei Konstanz abgehalten wurde. Der Kreisverband hier in Konstanz hat momentan etwa 70 Mitglieder, von denen aber nur etwa 15 aktiv sind. Dazu kam, dass am Donnerstag erstmals seit langem wieder ein Stammtisch in Singen (Stadt 30km nördlich von Konstanz) abgehalten wurde, wo natürlich die ganzen Leute aus der entsprechenden Region hingingen.

Trotzdem war es recht voll – ca. 15 Freibeuter (so heißen die Noch-Nicht-Piraten) und Piraten drängten sich in der kuscheligen Sitzecke und diskutierten munter über Politik. Jeder stellte sich vor und es zeigte sich ein bunt gemischtes Bild an Personen – sogar einige Piratinnen waren anwesend. Sehr angenehm auch, dass das Klischee-Bild der Computernerdpartei hier nicht wirklich zutraf. Studenten und Rentner, Psychologen und Vertriebler, Schweizer und Deutsche, diskutierten einträchtig mit Fachinformatikern, Systemadministratoren und sonstigen ITlern.

Dabei ging es unstrukturiert und – wie erwartet – auch durchaus piratig zu. Anderen wird auch mal ins Wort gefallen und der Ton ist oft ein wenig ruppig – trotzdem ist der Umgang miteiander fair und argumentbasiert. Ist mir sympathisch…

Über konkrete Punkte der Tagesordnung möchte ich nichts sagen (gibt eh nichts wichtiges), sehr auffallend ist aber der Konflikt zwischen Onlinern und Offlinern, den ich im Folgenden gerne näher erläutern würde.

Die Piratenpartei wurde zwar bisher hauptsächlich von jungen, technikaffinen Menschen getragen, muss sich in Zukunft aber auch andere Bevölkerungsgruppen erschließen. Menschen, die noch Microsoft und Word benutzen, ihre Emails ausdrucken und das Internet nur als nützliches Informationstool sehen.

Konkret ging es um die Planung einer Veranstaltung, wo ein junger, technikaffiner Pirat vorschlug, dass ganze über Piratenpads zu organisieren (das sind Texteditoren im Internet, an denen mehrere Benutzer gleichzeitig schreiben können, z.b für Protokolle und sich nebenbei im Chat austauschen darüber). Einem älterer Mann sagte dies aber garnichts, er wolle all das lieber offline machen, sprich sich ein Konzept überlegen und beim nächsten Stammtisch darüber diskutieren. Solch eine Verschwendung von Zeit konnte der technikaffine junge Pirat, der Onliner, natürlich nicht begreifen – ebenso wenig, wie der Offliner solch ein Vorgehen über das Internet begreifen konnte. Er könne solche Instrumente nicht nur nicht bedienen, er wolle es auch gar nicht. Das, sollte man akzeptieren!

Um die Probleme des Offliners mit dem Internet nochmals zu illustrieren: er fragte über eine Mailingliste, was ein Staatstrojaner sei und zeigte sich verärgert, dass keine Antwort kam. Nun ist es bloß so, dass der Onliner das ganze so lösen würde, den Begriff in die Suchmaschine zu stecken und sich das Ergebnis so selbst holt – meist ist man damit schneller als solch eine Frage per Email überhaupt zu formulieren. Der Onliner denkt sich, was sei das denn für eine Frage – warum stellt der Offliner so eine Frage und schaut nicht gerade selbst nach.

Nun sollte es um guten Ton gehören, dass jeder jeden gegenseitig hilft. Die Konstanzer Mailingliste haben in dem Zeitraum aber vielleicht auch nur 20 Leute gelesen, die Hälfte hat die Frage überlesen, ein Viertel gedacht, dass andere antworten, ein Achtel war zu beschäftigt zum Antworten und ein anderes Achtel hatte schlichtweg keine Lust, dass zum tausendsten Mal den Offlinern zu erklären. So kam es, dass der Offliner keine Antwort erhielt.

Ein anderes Beispiel aus der Stammtischdiskussion zeigt, wie sich Lebensrealitäten zwischen Onlinern und Offlinern verschieben. Der Offliner ist der Meinung, wer am Stammtisch partizipiert muss auch aktiv anpacken und z.B Plakate kleben, während er dem Internet als Arbeitswerkzeug wenig bis keine Bedeutung beimisst. Der Onliner hingegen möchte keine Plakate kleben, jedenfalls nicht nur (das hätte er ja bei den übrigen Parteien auch machen können) , er möchte sich aktiv an der Parteiarbeit beteiligen, und zwar im Netz. Über das Wiki der Piratenpartei kann er am Parteiprogramm mitschreiben und darüber diskutieren, über Mumble mit anderen Piraten in ganz Deutschland kommunizieren und mit Liquid Feedback basisdemokratisch bestimmen, in welche Richtung das Piratenschiff segelt.

Basisdemokratie wird im übrigen großgeschrieben – auch Nichtmitglieder wie ich durften sofort abstimmen, ob der Stammtisch beim nächsten Mal an einem anderen Ort abgehalten werden soll oder nicht.

Die Lebensrealität des Onliners ist auch die meinige, ich mag mich also auch als Onliner bezeichnen. Ich hätte auch keine Lust 2 Jahre Plakate zu kleben, mich anzudienen und über Seilschaften in höhere Parteiämter aufzurücken, von der eigentlichen Parteiarbeit mit ihren Zielen aber abgeschnitten zu sein. Ich bin Postmaterialist – mir sind Partizipation, Transparenz und Schutz und Ausbau von Grundrechten wichtiger als die wirtschaftliche Situation. So wie mir geht es auch vielen anderen der jungen Generation, was über kurz oder lang dazu führen wird, dass solche Themen eine immer wichtigere Rolle spielen werden. Die Piratenpartei geht da mit gutem Beispiel voran – und bleibt dabei glaubwüridg und sympathisch. Man verstellt sich nicht, man gibt zu, dass man keine Ahung hat – auch bei Stammtischen. Das ist sympathisch! Manch Grüner, Roter, Schwarzer oder Gelber mag das traurig finden, ich finde das positiv.

Ein wichtiger Aspekt der in diese Lebensrealität hineinspielt, ist die Tatsache, dass Kommunalpolitik eher abgelehnt wird und man sich bundesweit beteiligen möchte. Kommunalpolitik muss nicht langweilig sein, Kommunalpolitik bedeutet aber, sich in eine Kommune einzufinden, sich zu integrieren, dort einige Zeit zu studieren, zu arbeiten, zu leben. Diese Zeit ist mir aber nicht gegeben. Studienbedingt bin ich 18 Monate in Konstanz, ehe ich die Stadt wegen einem Praxissemester sicher verlassen werde. Ein anschließendes Auslandssemester danach und ich bin auch nur wieder nur 6 Monate in Konstanz, ehe ich hoffentlich in Regelstudienzeit meinen Bachelor abschließe. Der Master danach führt vermutlich ins Ausland – rein hypothetisch.

Das Ganze soll veranschaulichen, dass die Lebensumstände von mir wie vieler anderen Menschen nicht mehr sind wie früher. Man stirbt nicht mehr da, wo man geboren wurde und kommt nicht Zeit seines Lebens nicht aus einem eng begrenzten Umkreis seiner Heimatstadt mehr hinaus. Warum also 2 Jahre lang Plakate kleben, wenn man danach eh wieder weg ist und in einer anderen Stadt neu anfangen darf, Plakate zu kleben?

Die Piratenpartei ermöglicht es mir jedoch, zu jeder Zeit an jedem Ort über das Internet bundesweit die Parteiarbeit gestalten. Ich kann direkt an Anträgen mitarbeiten oder gar selbst erarbeiten, die später basisdemokratisch abgestimmt und eventuell somit gar Parteilinie werden. Ich kann mit verschiedensten Personen aus verschiedensten Regionen diskutieren und meine Meinungen überdenken, ich kann mich auf Parteitagen einfach auch so mal direkt in Ämter wählen lassen, falls ich Zeit dafür habe und wenn der Wunsch nach Offline-Kommunikation besteht mich auch einfach mal unverbindlich mit den Mitgliedern des Stammtischs an dem Ort treffen, an dem ich mich grade befinde. Zeit, kann ich ohnehin aufteilen wie ich möchte. Wenn ich Zeit habe, kann ich sie investieren, wenn nicht, dann brauche ich es auch nicht. Das ist das was das Piratsein für mich ausmacht und deswegen werde ich bald von einem Freibeuter auch zu einem Pirat, um Deutschland zu ändern. Da spielen natürlich auch noch andere wichtige Aspekte wie die Grundwerte der Partei, ihr Menschen- und Weltbild und natürlich auch ihre bisherigen Inhalte eine gewichtige Rolle, deren Erläuterung aber zumindest jetzt den Rahmen sprengen würde.

Der Konstanzer Student – (un)politisch?

Dass ich mich an einer Universität statt in der Schule befinde, merkt man schon am alltäglichen Alltag und allem was dazu gehört.Nicht nur streikende Busfahrer gibt es in Konstanz, sondern auch protestierende Studierende.

Dabei wird Konstanz in allgemeinen und den Politik-und Verwaltungsstudierenden im Besonderen vorgeworfen, unpolitisch zu sein. Das mag auch stimmen, wenn man politisches Engagement auf rein parteipolitischer Ebene sieht.

Konstanzer Studierende engagieren sich aber auch politisch, bloß auf einer anderen Ebene. Sie schreiben ihre Meinung in der politischen Hochschulzeitung (deren Redaktionssitzung ich heute noch aufsuchen werde), helfen Kindern in Afrika durch vielfältige Aktionen, geben unentgeltliche Nachhilfe für Hauptschüler, machen sich Gedanken und veranstalten Aktionen über Nachhaltigkeit oder engagieren sich in der Vielzahl anderer Initiativen. Auch das ist Engagement – und dieses Engagement ist oftmals auch politisch motiviert. Es ist die reine Ausgangsrichtung „für“ etwas zu sein, sich für ein bestimmtes Ziel einzusetzen und es möglichst positiv umzusetzen.

In dieser Hinsicht ist z.B unter anderem der Berliner Student (schätzungsweise) anders. Für ihn heißt es, „gegen“ etwas zu sein. Diese Kontra-Haltung mündet in Demonstrationen, Protesten, Besetzungen. Das ist durchaus legitim. Man muss erst auf Mißstände aufmerksam machen, um sie verbessern zu können.

So eine Aufmerksamkeitserregung gelang auch den überwiegend aus dem Dunstkreis der linken Hochschulgruppe(n) stammenden Aktivisten Studierenden, die kurzerhand im Uni-Foyer ihre Zelte aufschlugen und dort seit mittlerweile 3 Tagen campieren, um auf die Konstanzer Wohnungsproblematik aufmerksam zu machen. Ob diejenigen tatsächlich alle ohne Wohnung sind, darf angezweifelt werden, zumindest in einem Fall der Übernachtenden ist mir gegensätzliches bekannt.

Doch so ein Aufmerksamskeiterregung ist sinnvoll. Zwar vergeht keine Woche, wo die Konstanzer Lokalzeitungen über das Thema berichten, Politiker vage Versprechungen machen und Studierende verzweifelt um eine Wohnung kämpfen, doch an dem Problem ändert sich nichts. Wird es auch nicht groß, wie ich in einen meiner nächsten Beiträge darlegen werde.

Halten wir also fest: der Konstanzer Student engagiert sich politisch auf einer anderen Ebene als es gemeinhin erwartet wird. Er ist eher pragmatisch und weniger visionär und aufgrund der Tatsache, die nicht günstigen Wohn- und Lebenshaltungskosten in Konstanz aufbringen zu können, eher postmaterialistisch eingestellt. Insofern wird sich auch nicht viel ändern, da der Großteil der Studierenden garnicht einsieht, warum sie denn protestieren sollten. Zeitverschwendung – ein zügiges, gut abgeschlossenes Studium – man ist ja schließlich Bachelor – und das Partyleben drumrum ist ihen wichtiger! Der Großteil hat ja schließlich eine Wohnung gefunden – da versteht man natürlich die, die keine haben, aber man selbst hat schließlich eine. Hört sich egoistisch an, ist aber nachzuvollziehen.

Manche linke Zeitgenossen mögen protestieren, das Foyer besetzen oder – wie letzte Woche bei der Begrüßungsveranstaltung des Rektors geschehen – das Audimax stürmen und in jenem Fall sinnvoll, aber theatralisch über das Kooperationsabkommen der Universität Konstanz mit EADS zu informieren. Grob gesagt bestehen Bedenken der Pazifisten, dass die Forschung der Uni Konstanz  Rüstungszwecken dienen könnte – es geht n der Kooperation nämlich um Satellitenforschung. Die Uni räumt das aus und verkündet froh die vielen Vorteile der Kooperation, der linke AStA (Allgemeiner Studierenden-Ausschuss) – der eigentlich überall ja immer links ist – meint, dass hier Rüstungsforschung betrieben werde, die eklatant gegen geltende Gesetze und ethische Richtlinien verstoßen würde.

Wer von ihen Recht hat, vermag ich noch nicht zu sagen. Ich werde mich bemühen, ein Exemplar des Kooperationsvertrages zur Einsicht zu bekommen, schon allein um die Transparenz zu prüfen, die an der Uni leider nicht wirklich zu finden ist. Darüber werde ich in Zukunft auch noch berichten.

Um nicht völlig abzuschweifen möchte ich diesen Artikel nun beenden und hoffe, dass die Grundessenz meiner unstrukturierten Zeilen verstanden wurde und man es mir nachsieht, längst nicht auf alle möglichen Aspekte dieser reizvollen Fragestellung eingegangen zu sein. Ich bin schließlich Student und möchte mein Studium zügig und gut abschließen und mich nebenbei auch noch „für“ etwas engagieren. Genauso aber auch „gegen“ etwas, genauso werde ich mich parteipolitisch engagieren. In dieser Hinsicht entspreche ich vielleicht nicht dem typischen Konstanzer Studenten. Darüber ebenfalls bald mehr – wie man sieht, werden mir die Themen nicht ausgehen!

Busstreik – mal wieder

In Konstanz stehen Mittwoch vormittag die Busse still – mal wieder. Letzten Montag und Dienstag – ich gerade mal eine Woche hier angekommen – ging den ganzen Tag quasi garnichts – nur eine Linie verkehrte. Am Mittwoch ist der Streik begrenzt bis 13 Uhr, was jedoch bedeutet, dass ich mal zur Uni radeln muss, um meine Vorlesung nicht zu verpassen.

Doch warum streiken die Busfahrer überhaupt? Sie forden laut Verdi unter anderem kürzere Schichten, volles Weihnachtsgeld und 30 Tage Urlaub für alle unabhängig vom Alter.

Ich bin grundsätzlich der Meinung, dass ihnen das auch zusteht. Bus fahren ist nicht grade ein aufregender Job, verlangt jedoch dauerhafte hohe Konzentration. In Konstanz vielleicht eher weniger setzt man sich aber durchaus auch der Gefahr aus, verbal oder gar physisch attackiert zu werden, wenn man, vorwiegend natürlich nachts, in seinem Bus für Ruhe und Ordnung sorgen  will.

Wenn man jsich jedoch den Status quo ansieht, könnte man darüber auch anders denken. Insbesondere was den Verdienst angeht, haben Konstanzer Busfahrer einen Spitzenlohn. Sie verdienen laut gehalt-tipps.de satte 3032,83 € während z.B. ein Bielefelder Busfahrer nur 2046,- € verdient. Solche Angaben sind natürlich mit Vorsicht genießen, suggerieren aber zumindest, dass es den Konstanzer Busfahrern eigentlich ganz gut geht.

Wenn man sich Streiks allgemein so anschaut, kann man immer mit einem Kompromiß rechnen. Ob die Konstanzer Busfahrer sich kompromißbereit zeigen, ist aber wohl völlig offen. Von ihnen zieht nicht nur fast jeder mit, sondern der eingeschränkte bis nicht vorhandene Busverkehr baut ordentlich Druck auf den Stadtwerken Konstanz auf, die für den Busverkehr verantwortlich sind.

Am vergangenen Montag und Dienstag – ausgerechnet zum Uni-Start und damit sehr geschickt ausgewählt – streikten die Busse, weshalb sämtliche Erstsemester den Gießberg hochradeln oder hochspazieren mussten, bei Regen und oft ohne Plan, wo es langgeht. Viele Konstanzer zeigten sich auch uninformiert und warteten Stunden an den Haltestellen, ohne das ein Bus vorbeifuhr. An schlechter Informationspolitik kann das eigentlich nicht liegen – auf sämtlichen Internetseiten wie sozialen Netzwerken mit Konstanz-Thematik, von der Uni und von den lokalen Zeitungen wurde man ständig gewarnt. Nun ist nicht jeder digital unterwegs oder liest Zeitungen, hätte aber zumindest die Ankündigungszettel sehen müssen, die an jeder Haltestelle hingen.

Mehr konnten hier die Stadtwerke nicht tun – der Konstanzer Bürger zeigtes sich hier anscheinend aber uneinsichtig. Überhaupt könne die Mehrheit der befragten Betroffenen den Streik nicht verstehen, eben mit der Begründung, dass es den Konstanzer Busfahrern vergleichsweise ja ganz gut ginge.

Gut geht es aber auch den Konstanzern, die mit dem Bus fahren. Wenn ich den Busverkehr hier im Verhältnis zu meiner Heimatstadt Herford setze, ist der hier gradezu luxuriös. An sämtlichen Wochentagen, meist zumindest bis Mitternacht, kommt man überall im 30-Minutentakt überall hin, in den meistwn Fällen noch deutlich schneller. Zur Uni fährt den ganzen Tag über beispielsweise ein Bus im 8-Minuten-Takt.

Mit dem Semesterticket, dass dieses Jahr 45 € statt 35 € kostet, kann man den gesamten Busverkehr dann auch kostenlos benutzen. Das lohnt sich schon, gerade im Herbst und Winter, wenn einem das nasskalte, neblige Bodenseewetter den Spaß am Radfahren verdirbt.

Rad fahren heißt es dann aber am Mittwoch morgen – und Solidarität mit den Streikenden, auch wenn man selbst betroffen ist. Fahrrad fahren ist schließlich nochmals umweltverträglicher als Bus fahren (hätte nie geglaubt, dass ich sowas jemals sagen würde ;)). Natürlich haben alte und gehbehinderte Leute ein Problem, dass man schwer lösen kann – gleichzeitig steigt gerade dadurch aber auch der Druck, bald zu einer Einigung zu kommen.

Hoffen wir also, dass die Streikenden bald keinen Grund mehr zum Streiken haben und die Busse ganz natürlich wieder fahren, damit Konstanz ganz konstant eine Stadt mit einer guten  Infrastruktur bleibt.

Konstanz und die Schweizer

Als Neu-Konstanzer fällt einem auf, woran sich die Alt-Konschdanzer sicher schon längst gewöhnt haben. Konstanz ist beliebt bei den Schweizern, und zwar konstant. Die Schweiz ist teuer – das weiß man nicht nur, wenn man aufs Jungfraujoch gefahren ist und in Zürich gespeist hat, sondern erschließt sich schon daran, dass die Schweizer eben nach Konstanz pilgern, obgleich sie  daheim doch sehr viel bequemer mit ihren Schweizer Franken bezahlen können. Daheim ist in diesem Fall meist die Stadt Kreuzlingen,die nahtlos in Konstanz übergeht. Kreuzlingen ist im übrigen garnicht so schweizerisch, mit 50% Ausländeranteil (davon ca. 23% Deutsche) nimmt die Stadt die Spitzenposition der Schweiz ein. Das lag nicht zuletzt daran, dass früher, ganz früher, das Leben in Kreuzlingen tatsächlich mal deutlich erschwingbarer war als in Konstanz. Niedrige Mieten und ausreichend Wohnraum – statt in den Turnhallen konnte der Student also in der Schweiz nächtigen, durfte aber natürlich – Schengen sei Dank – problemlos in Deutschland einkaufen (was damals auch bereits billiger war) und durfte sich über die Mehrwertsteuerrückerstattung freuen.

Das waren noch Zeiten, als der Schweizer Franken stabil war! Eigentlich ist er immer noch stabil, wieder zumindest – nachdem der Höhenflug durch eine feste Kopplung an einen Mindestkurs gestoppt wurde. Ein anhaltender Höhenflug wär dem einkaufenden Schweizer auch garnicht unlieb gewesen, bloß dem arbeitendem Schweizer ein Dorn im Auge – den Unternehmen fiel es ja immer schwerer Gewinne zu machen durch Exporte, was sich ja auch auf den Schweizer Arbeiter hätte auswirken können. Wenn der Profit eben nicht durch Exporte maximiert werden kann, werden die Arbeiter minimiert.

Vor diesem Hintergrund kann man den Schweizer verstehen, wenn er sein ohnehin über den deutschen Löhnen liegendes Einkommen noch weiter maximieren möchte, indem er nicht in der teuren Schweiz, sondern im günstigen Konstanz einkauft, wobei günstig relativ ist. Das erklärt auch, warum der Ausländeranteil in Kreuzlingen so hoch ist. Man arbeitet in der Schweiz für gutes Geld und wohnte früher sogar günstiger, einkaufen und sonstige Vergnügungen verlebte man aber in Konstanz – ein doppelter Vorteil also.

So kann sich Konstanz vor Lebensmittelgeschäften, Modeketten, Spielcasinos und Restaurants kaum retten, während Kreuzlingen damit doch sehr unterversorgt ist. Wozu das führt, kann man sehen, wenn man an einem bitterkalten Samstag  bei grauesten Himmel durch die Innenstadt flaniert. In der ostwestfälischen Provinz kommt soviel Publikum nicht einmal während der 4 vollsten verkaufsoffenen Sonntage zusammen. Die Menschenmassen strömen durch die Fußgängerzone, allenthalben hört man Schweizerdeutsch – man fühlt sich aber eher wie beim Oktoberfest in München als wie beim Einkaufen in der Kleinstadt Konstanz. Für eine Kleinstadt, knapp 82.000 Einwohner, sind die Einkaufsmöglichkeiten vergleichsweise nämlich als sehr gut zu bezeichnen. Den Schweizern sei Dank!

Dank sei ihnen aber nicht, dass sie die Kassen sämtlicher Läden verstopfen. Nicht weil sie dort einkaufen – das ist ihr gutes Recht – sondern weil sie kleine blaue Zettelchen ausfüllen, um sich die Mehrwertsteuer zurückerstatten lassen zu können. Ja, richtig gehört! Wer einen Wohnsitz in der Schweiz hat (bzw. außerhalb der EU), kann sich die Mehrwertsteuer zurückerstatten lassen. Das hilft nicht nur den Schweizern, die damit mehr Geld in ihre Tresore stopfen können, sondern auch den Konstanzer Einzelhändlern, die dadurch teurer verkaufen können – den Schweizern wird es ja erstattet, der Konstanzer leidet dann eben darunter.

Noch viel mehr leiden tut natürlich noch die Bundesregierung, der hier „viele, viele Millionen“ Steuereinnahmen verlorengehen, um es ganz kompetent mit Sebastian Nerz‘ Worten zu sagen.

Vor einiger Zeit wurde mal darüber diskutiert, die Rückerstattung erst ab einen bestimmten Wert zuzulassen. Das wäre jedoch fatal für den Konstanzer Handel gewesen, weil der durchschnittliche Kassenbon durchschnittlich nur 18€ beträgt, was eben auch zeigt, dass kleine Einkäufe bereits in Deutschland und nicht in der Schweiz erledigt werden. Noch eine Zahl zu den Vorteilen, die den Konstanzern durch ihre Grenzlage zugute kommen: etwa 700 Millionen € beträgt der Gesamtumsatz des Konstanzer Handels mit den Schweizer Kunden, die längst nicht nur aus Kreuzlingen, sondern teilweise von sehr viel weiter entfernt anreisen und Konstanz Straßen und Parkhäuser verstopfen – in letzteren braucht man samstags garnicht versuchen, einen Platz zu bekommen.

Trotz gewisser Nachteile wie der Verstopfung der Stadt durch viele, viele Menschen (als Klaustrophobiker ist das ein Nachteil) geniesst Konstanz eben aber daraus auch gewisse Vorteile. Vor allem, weil der Stadt selbst die Mehrwertsteuer ja nicht entgeht – die bekommt sie ja garnicht. Letztlich sollte man sich also freuen, wenn man Schweizerdeutsch in Konstanzs Gassen hört und sich nicht immer über die Schweizer beschweren, wenn sie einem das Warten an der Kasse zur Tortur machen, weil sie ihre blauen Ausfuhrzettel zur Mehrwertsteuerrückerstattung ausfüllen.

Übrigens: Tankstellen sind in Konstanz unterrepräsentiert. Kreuzlingen kann sich dagegen kaum davor retten .Die Moral von der Geschichte: die Schweizer sind auch nicht immer so erfreut, wenn sie an der Tankstelle auf die vielen Deutschen warten müssen, die die vergleichsweise immer noch günstigen Spritpreise ausnützen! Das als Wort zum bereits begonnen Sonntag!

Das Mammut, Uncle Sam und Öl…

Das Leben ist schon spannend – jedenfalls wenn man sich am täglichen Weltgeschehen erfreut. Nicht nur Eurokrise und die zerfallende BVB-Koalition bestimmen die Schlagzeilen – nein, in den letzten Tagen wurden wir national mit dem sogenannten „Staatstrojaner“ von den Medien infiziert und in einigen Fällen sicher auch vorher schon infiltriert. Damit nicht genug – angeblich wollten angebliche Terroristen, die angeblich aus dem Iran stammen und angeblich in Kontakt mit dem Mammut stehen, in einem angeblichen Restaurant angeblich eine angebliche Bombe zünden, um neben den angeblichen Saudi-Arabischen Botschafter angeblich ganz nach der Manier „Ach, Scheiss auf Sie“ (Zitat des angeblichen Terroristen) die angeblich zahlreichen anderen Gäste des angeblich bereits erwähnten Restaurants angeblich umbringen.

Ich möchte mich darüber nicht lustig machen – es ist eine ernste Thematik, die man aber – nicht nur angeblich – bezweifeln kann. Fakt ist, dass Weltpolizist Uncle Sam die Nachfolger des persischen Schahs nicht wirklich leiden kann – harmlos gesprochen. Die glauben nämlich nicht nur an den Koran und regeln ihr Leben durch die Scharia, sondern bauen – angeblich – auch Atombomben. Wenn es denn so wäre, wäre es eine ernste Sache. Israel ist nicht fern und laut dem Mammut solle das ausgelöscht werden. Das trauen sich die Korangläubigen und Scharia-Befolgenden aber  eh nicht – Israel hat schließlich nicht nur eine Atombombe- und der treue Verbündete, Uncle Sam, gleich hundertfach so viele – genug, um ganz Persien mit Pilzen zu zieren.

So eine angebliche Atombombe ist aber natürlich der perfekte Grund, das einstige Persien als – durchaus berechtigte- Gefahr für den Weltfrieden anzusehen. Nachzuweisen ist sie nicht – sie ein zweites Mal zu unterstellen wird auch nicht mehr klappen. Also sucht der gutmütige Uncle Sam nach einer neuen Methode, um die Nachfolger des Schahs als blutrünstige Agressoren darzustellen – es wartet schließlich jede Menge Öl zum Trinken Airforce One befüllen, um damit nach Hawaii zu fliegen.

Keine Frage – der Iran ist ein grausiges Regime, regiert durch ein Mammut, das das Land dahin führt, wo es herkommt – in die Steinzeit! Es bleibt nur zu hoffen, dass der „Arabische Frühling“ – dort!- im nächsten Jahr wieder aufblüht.

Doch der Eindruck drängt sich geradezu auf, dass hinter dieser ganzen Thematik etwas ganz gewaltig faul ist. Die CIA als Dilettant mit kreativer Energie zu bezeichnen erscheint mir zwar als gefährlich, für nichts anderes halte ich aber diesen Staat im Staat, der Parasit in Uncle Sams Gehirn. Das wollen wir vorerst aber nicht weiter ausführen.

Was daran faul ist, erkennt wohl jeder denkende Mensch recht schnell, wenn er in den Medien mit dieser Geschichte, die zu schön um wahr zu sein ist, konfrontiert wird. Das ganze liest sich wie ein Agententhriller, sieht aus wie von Hollywood gedreht. Die haben den Drehbuchautor in Erwartung eines Kassenschlagers sicher bezahlt – Uncle Sam hat ja schließlich kein Geld mehr – außer für die guten alten Bomben, mit denen er bald das Mammut ausrotten will. So wird es kommen – vielleicht nicht jetzt, vielleicht nicht nächstes Jahr, aber wenn bald eine angeblich aus dem Iran stammende Bombe tatsächlich in Uncle Sams Nation hochgeht, hat er den Salat. Mit Öl, aber ohne Essig…

Das Rezept kennt man ja bereits: man nehme ein paar Strengstoffkugeln, mixe sie mit Rotormaschinen, füge noch ein paar grüne Gummibärchen dazu und backe dann das ganze in der Gluthitze der Wüste, um am Ende daraus Öl zu erhalten. Der Verschleiss an Gummibärchen, Sprengstoffkugeln und Rotormaschinen ist natürlich hoch – die Gummibärchen anderer Farbe haben aber viel höhere Verluste zu beklagen. Vielleicht baumeln sie nicht mehr am Galgen, weil sie gleichfarbige Gummibärchen lieben – dafür benutzen sie Sprengstoffkugeln, um neben den grünen auch andersfarbige Gummibärchen zu zermatschen. So dreckig ist die Welt!

Um nicht allzu sehr ins zynisch-metaphorische abzuschweifen nun abschließend noch ein ernstes Wort: man wird – sofern 2012 an der jetzigen geistigen Dimension der Weltbevölkerung nichts ändert- nie wissen, ob das Mammut (Ahmadinedschad)und somit das Land der einstigen persischen Schahs (Iran) in die angeblichen Anschläge in Uncle Sams Heimatland (USA) verwickelt sind, auch wenn viele einem das glauben machen wollen.

Das Ganze mag völlig wahr sein – genauso wahr wie das Mammut die Atombombe baut, statt nur angereichertes Uran zu schnupfen. Genauso kann es aber völlig falsch sein – wie dargelegt ein reiner Vorwand, um den Iran weiter zu isolieren und womöglich bald mit einem Krieg zu beginnen, dessen Ausgang absehbar ist und noch für viel Leid sorgen wird. Ich bin jedenfalls gespannt, wie sich dieser Fall weiterentwickeln wird und hoffe zumindest, dass nicht das eintritt, was ich prophezeie. Eintreten tue ich aber für das folgende: denkt selbst und lasst Euch nicht – vom wem auch immer – manipulieren!

Ein Anfang in Konstanz

Jetzt bin ich Student! Der Studentenausweis ist abgeholt (nach einer halben Stunde Schlange stehen), das Studi-Ticket auch (wofür hab ich eigentlih mein Fahrrad mitgenommen?) und in der Mensa habe ich auch bereits gegessen. Indonesisches Pfefferhuhn mit Ananas und Rosinen, dazu Kartoffelklöpe – garnicht mal so schlecht. Einschließlich einem großen Glas Fanta kommt man auf 2,80 € (da wäre sogar noch ein Salat inklusive und es gibt noch günstigere Angebote) – die Mensa werde ich dann häufiger mal aufsuchen, da es um meine eigenen Kochkünste ja eher schlecht bestellt ist.

Heute Abend gibt es meine Leibspeise Tomate mit Mozzarella in Olivenöl – frisch heute eingekauft im Kaufland, das nur etwa 3 Minuten entfernt liegt. Da kriegt man alles,auch preiswerte Sachen und muss nicht allzu lange schleppen. Neben Lebensmitteln für die nächsten Tage auch noch andere Dinge des täglichen Bedarfs – der ohnehin nicht allzu große studentische -Geldbeutel verliert also bereits einiges an Gewicht. Verhungern werde ich aber wohl nicht – verdursten schon garnicht – das Bodenseewasser ist nämlich höchst transparent und  trinkbar. Merkt man schon, wenn man 3 Meter in die Tiefe schauen kann.

Mit der Konstanzer Stadtverwaltung wollte, habe ich heute aber nicht herumgeschlagen. Der große Andrang nach dem „Tag der Deutschen Einheit“ (der mich gestern wegen ungeöffneter Supermärkte fast umkommen ließ) war schon zu spüren, als ich meine Nummer zog, verließ ich aber geschwind das Bürgerbüro. Waren nämlich noch 100 Leute vor mir dran – das Büro jedoch auch nur noch 90 Minuten geöffnet. Also morgen – in aller Frühe!

Neben all dem Organisatorischen habe ich auch bereits einige Leute kennengelernt – gestern waren wir 12 Leute überwiegend aus meinem Studiengang Politik- und Verwaltungswissenschaften, die sich (Facebook sei dank) verabredet hatten, um Konstanz mal nachts zu erkunden.

Der Abend führte uns in eine nette Bar, den Klimperkasten, wo mein stilecht in einem Whiskeyglas eingeschenkter Weißwein für Wasser gehalten wurde, was mir gleich spöttische Kommentare einbrachte, ob ich Antialkoholiker sei. Das bin ich nicht – ich habe viel vielmehr einen guten Wein in mein Geschmacksrepertoire aufgenommen. Freut ein paar Leute bestimmt!

Heute Abend geht es mit überwiegend denselben Leuten in einem Irish Pub, morgen nachmittag starten dann auch bereits die Ersti-Höfe, eine von der Fachschaft organisierte Einführungsveranstaltung irgendwo in einer Herberge in tiefster badischer Provinz. Wird sicherlich sehr interessant!

Das als kleiner Einblick in den Start meines Studentenlebens, allzu transparent werde ich darüber in Zukunft aber nicht mehr berichten.

Berichten kann ich aber bereits jetzt schon: ich scheine die richtige Wahl getroffen zu haben !!!