Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Blog

Mein Neuseeland-Jahr ist fast vorbei – die Koffer sind bereits halb gepackt, Formalitäten geklärt und der Abfahrt wird entgegen gefiebert, obwohl man eigentlich noch dableiben möchte.

In diesem Jahr hat mich ganz besonders mein Blog begleitet:

Meine Intention einen Blog zu schreiben war natürlich vor allem der Drang Familie, Freunde und Co. an meinen Erlebnissen teilhaben zu lassen ohne alles tausendmal erzählen zu müssen, was ja kommunikationstechnisch auch garnicht geklappt hätte. Mit vielen stand ich direkt kaum in Kontakt, weiß aber wohl, das sie meinen Blog intensiv verfolgt haben – vermutlich wisst Ihr mehr über mein Jahr als ich selbst. Der älteren Generation wurden die Sachen netterweise ausgedruckt – dabei hat sich auch ein ganz schöner Blätterwald gesammelt. Ich kann nur raten, würde mich aber nicht wundern, dass da annähernd 1000 Blätter zusammengekommen sind, rein textmässig. Geschrieben habe ich nämlich massig: 202 Beiträge sind es bis jetzt – also mehr als jeden zweiten Tag. Mal nur ein paar Zeilen, oft aber auch ein paar Seiten. Mal 10 Minuten, mal 3 Stunden Arbeit investiert.

Fast 7000 Besucher haben sich schon dafür interessiert – das finde ich ganz ordentlich. Nachdem im Januar/Februar die Aktivität am größten war, hat sie mittlerweile nachgelassen – wurde vielleicht auch etwas langweilig.

All die langatmigen Reiseberichte mit detaillierten Beschreibungen sind sicher nicht jedermanns Sache, zumal wenn man mich eh nicht persönlich kennt. Ich habe zwar stets versucht, die Beiträge mit etwas Humor aufzulockern und möglichst viel Wissenswertes zu schreiben, ob das geklappt hat, weiß ich  natürlich nicht. Was ich über meine Schreibkünste von Kritikern gehört habe, ließ mich nur vor Freude jauchzen – also habe ich einfach so weitergemacht wie zuvor.

Auch einige „Fremde“ aus den Weiten des Internets haben ihren Blick auf dieses Blog geworfen – die Personalverantwortlichen unter ihnen bestimmt schonmal gleich alles abgespeichert. Wer weiß, was man alles gegen mich verwenden kann? Partyfotos jedenfalls nicht. Immer witzig ist es, mit welchen Suchbegriffen Leute auf meinen Blog stoßen (ja, ich kann das sehen):

Viele Leute mögen wohl die Adresszeile eines Browsers nicht (habe eh gehört, dass die langsam aber sicher ausstirbt) und suchen mit der Suchmaschine  Ihres Vertrauens z.b nach „christoph heuermann blog“ oder „chrissof nz“.

Oft sehe ich, dass potenzielle Neuseeland-Reisende auf mein Blog kommen, nachdem sie nach Erfahrungsberichten für bestimmte Ziele gesucht haben. Damit kann ich ja auch ordentlich dienen.

Die meisten Suchanfragen führen – paradoxerweise – aber zu eher unrühmlichen Beiträgen meinerseits, z.B jenem über diesen Studium-Selbst-Test. „Bin ich intelligent“ ist wohl eine beliebte Frage, die das allwissende Google beantworten soll. Ich kann da jemanden, der sowas fragt, nur antworten „Nein“. Interessant auch, wieviele Leute den TAN für jenen Studiums-Selbsttest haben wollen, um den Test umgehen zu können, der ja Pflicht für die Bewerbung an einer baden-würtenmbergischen Hochschule ist. Liebe Interessierte – selbst wenn ich Euch den TAN gäbe, würde er Euch nichts nutzen, weil man ein personalisiertes Zertifikat ausdrucken muss.

65 Kommentare gab es insgesamt – hier hätte ich mir deutlich mehr Kommunikation erwünscht. Geglänzt hat da nur eine angehende Lehrerin aus Bielefeld…

Der beliebteste Beitrag, abgesehen von der Startseite (sprich den aktuellesten Beiträgen) mit 4.703 Aufrufen ist der Beitrag zum Erdbeben in Christchurch gewesen – da nehmen sich die 71 Aufrufe aber nur mickrig aus. Nach Katastrophen sehnt sich eben jedes Menschenherz.

Interessant in dieser Hinsicht ist auch, als ich die Begriffe „WikiLeaks“ und „Fukushima“erwähnt habe stiegen die Zugriffszahlen kurzzeitig rasant. Der beste Tag an Zugriffen war der 15. Juni – komisch eigentlich, war ich doch dort am Anfang meines letzten Urlaubstripps. Wenn ich mir die Statistik jenes Tages anschaue (auch das kann ich…) wird deutlich, dass irgendein Verrückter fast alle Beiträge einzeln gelesen hat – 153 insgesamt. Muss wohl spannend gewesen sein!

Statistiken sind schon interessant (macht mir Mut für die Statistikveranstaltungen im Studium), jetzt aber zu einem anderen Thema, nach der Vergangenheit zur Gegenwart des Blogs.

Heute, morgen und übermorgen schreibe ich noch Beiträge – danach ich bin unterwegs auf dem Seminar bzw. Reise dorthin/dortweg und Flug nach Hause. Dass ich in der Zeit Internet habe ist möglich, aber zweifelhaft. Vielleicht lest Ihr am Mittwoch also den bereits letzten Beitrag aus Neuseeland geschrieben. In Dubai werde ich mich wohl mal melden können (die Scheichs finanzieren natürlich Internet am Flughafen), ansonsten erst wieder aus Deutschland…

Eigentlich ist der Blog ja über meinen Neuseeland-Aufenthalt. Da ich aber ja auch bereits über die Vorbereitung dorthin geschrieben habe, werde ich auch noch vereinzelt ein paar Beiträge veröffentlichen, wie ich mich denn wieder so einlebe, nachdem ich ja so lange weg war.

Mittelfristig werde ich dann auf eine andere Blog-Adresse umsteigen, wo ich auch längerfristig bloggen werde. Dort mit etwas mehr Stil und Schreibkunst, etwas kürzere Beiträge, philospohisch angehaucht und durchaus politisch. Ein paar Beiträge über mein kommendes Studium wird man dort dann ebenso finden, wie allerlei Anderes. Es könnte sich lohnen, sage ich mal so salopp, seinen Blick darauf zu richten. Wenn es für mich tatsächlich weit in den Süden Deutschland gehts oder auch mal wieder ins Ausland ist das ja der perfekte Weg informiert zu bleiben und zu werden. Die Quanität der Beiträge werde ich deutlich einschränken, die Qualität wird dafür steigen! Wenn es soweit ist, gebe ich u.a. auch hier Bescheid – bis dahin lohnt sich immer mal wieder ein Blick auf diesen Blog, den ich probiere am Leben zu erhalten, sodass es zumindest nicht der Zwangslöschung nach einem halben Jahr Inaktivität (oder so) zum Opfer fällt.

Noch ein letztes Wort: das Schreiben hat mir immer sehr viel Spaß gemacht. Nur deshalb habe ich soviel geschrieben.Mal mehr, mal weniger motiviert, oft auch abhängig vom Thema des Beitrages. Quasi ein Reisebericht als Pflichtübung oder doch eher freies Schreiben zum Training des Geistes?

Die Zeit, freie Zeit, die ich hier hatte, spielte ebenfalls eine Rolle. Soviel Zeit werde ich in den nächsten 50 Jahren wohl nicht mehr haben, aber das ist auch gewollt so. Zu groß ist die Anzahl der Projekte auf dem Weg zur Weltherrschaft – eins davon sind Blogs.

Mittels einem WordPress-Blog habe ich mir übrigens bereits eine eigene, noch im Aufbau befindliche Website zugelegt, die unter http://www.christophheuermann.wordpress.com bestaunt werden kann. Eine eigene Internetpräsenz in der heutigen Zeit schadet ja nicht – im Gegensatz zu all den fortschrittsfeindlichen Privatsphäre-Aktivisten, die ja rein garnichts über sich „online“ stellen (wollen) (nehmts nicht persönlich :P), gehe ich lieber den anderen Weg und publiziere ganz oppurtunistisch das, von dem ich mir  zumindest keinen Schaden erhoffe. Soviel dazu !

 

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Ein Kommentar

  1. Tatjana

     /  Juli 11, 2011

    vielen Dank für das Lob… ;D aber das kann bzgl. deines Schreibstils auch nur zurückgeben – ich habs (fast) immer gern gelesen! 🙂
    die statistiken hören sich – obwohl ich mich ja mit Mathe/Statistik hoffentlich so schnell nicht wieder persönlich beschäftigen muss – super interessant an!
    Ich hoffe, du genießt deine letzten ruhigen Tage (so schnell kommen die, wie du schon sagst, nicht wieder) und freust dich, neben dem schon eintretendem Fernweh nach Neuseeland, auf Deutschland.
    Meld dich mal bei Gelegenheit, wenn du wieder da bist – eine Auswahl (! – ;D) an Fotos würde ich mir doch auch gern zu Gemüte führen!
    Lg,
    Tatjana =)

    Antwort

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