Tag 4: Roturua & Hamilton+ 50 Fotos

Nun der letzte Teil, um diese Sache dann auch mal abzuschließen und uns dem Endspurt zu widmen.

Nach meiner letzten Nacht in einem Hostel-Bett (ich werde es nicht vermissen, obwohl ich eigentlich nie wirklich Schlafschwierigkeiten hatte) wachte ich gegen 9 Uhr auf und machte mich nochmals auf den Weg zum Waiotapu Thermal Wonderland bzw. einer Stelle in der Nähe davon, wo ich mir den Ausbruch des „Lady Knox Geysers“ um 10.15 Uhr ansehen wollte.

Dort angekommen wurde man auch erstmal kontrolliert, ob man überhaupt ein Ticket hatte, danach durfte man dann zur Tribüne gehen. In de Stein wurde nämlich eine Art Tribüne mit vielen Bänken gehauen, nicht weit entfernt war dann auch der Geysir, der natürlich noch ruhte. Hätte ihn mir breiter erhofft die Öffnung war lediglich tellergroß. Nach und nach sammelte sich die Tribüne mit Gästen, irgendwann kam dann jemand, erklärte was zum Geysir und brachte ihn dann zum Ausbruch.

Der Geysir bricht nämlich nicht von alleine aus, sondern braucht etwas Anschub. Als er vor mehr als 100 Jahren entdeckt wurde, war in der Gegend ein Gefängnislager, dessen Häftlinge die Büsche der Gegend rodeten, um später Bäume zu pflanzen – die heute Teil des gestern erwähnten Kaingaroa Forests sind. Dabei stießen sie auch auf jenen Geysir, der zu dieser Zeit noch von heißen Quellen umgeben war. Als sie dort ihre Wäsche wuschen und Seife in den Geysir gelangte, brach dieser plötzlich aus. Irgendeine chemische Reaktion weckt den Geysir jedenfalls auf. Heute wird  nicht mehr Seife verwendet, sondern ganz umweltbewusst biologisch selbstabbauendes Lösungsmittel mit ähnlichen Inhaltsstoffen.

Das wurde also in den Schlund des Geysirs gekippt – und der begann dann auch zu sprudeln.Höher und höher schraubte sich das Wasser, bis es plötzlich eine gewaltige Eruption gab und das Wasser 5m in die Höhe gespritzt wurde und fortan in dieser Höhe weiter sprudelte. Mal wurde es noch ein bisschen höher, mal nahm es ab. Ich habe ein sehr gutes Video gedreht – Fotos sieht man unten aber auch noch. Ich habe nicht gewartet, bis der Geysir aufgehört hat, sondern bin nach ein paar Minuten direkt ins Auto gestiegen und zu meinem nächsten Ziel gefahren – dem Orakei Korako. Das ist ebenfalls mal wieder ein Thermalgebiet und das einzige, was mir noch fehlte. Auch als „the Hidden Valley“ angepriesen, liegt es tatsächlich sehr versteckt und isoliert zwischen Rotorua und Taupo, zwischen grün bewachsenen ehemaligen Vulkanen an einem See. Erreichen kann man das Thermalgebiet nur, in dem man mit einer Fähre über den See fährt. Deshalb hat es sich noch seine ganz eigene Schönheit und Unberührtheit erhalten – die geothermalen Aktivitäten sind vielleicht nicht ganz so ausgeprägt wie in Waiotapu, aber die Lage macht das mehr als wett.

Ich kaufte mir also in der noch im Aufbau zu befinden scheinenden Rezeption ein Ticket und wurde mit der Fähre über den See chauffiert – keine Minute dauerte die Überfahrt. Dann folgte ich den Weg, der ins Tal hineinführte, in stetiger Steigung nach oben. Verschiedene geothermale Dinge gab es zu bestaunen – ich verweise auf die Fotoauswahl. Interessant war vor allem eine große Wand aus irgendwelchen geothermalen Stoffablagerungen (Sillikat oder sowas), eine Höhle (Höhlen in Thermalgebieten sind sehr selten) und verschiedenste Tümpel und Flächen in verschiedensten Farben. Wie gesagt ging es stetig hinauf, man legte also einige Höhenmeter zurück. Dafür hatte man oft einen tollen Blick zurück auf den See, das gesamte Thermalgebiet und den umgebenden Regenwald, durch den am Ende auch eine längere Strecke zurückführte.

Hat sich auf jeden Fall gelohnt – ich halte mich mal kurz. Ich beschloss nun zurück Richtung Auckland zu fahren, hatte ich am Abend doch noch eine Verabredung. Ich nahm einen bisher noch nicht gemachten Weg (was sonst), der mich auch ein paarmal über den Waikato River führte, der sich dort durch die Gegend schlängelt. Zeit jedenfalls für einen kleinen Fotostop.

Bald näherte ich mich Hamilton an, eine boomende Stadt etwa 90 Minuten südlich von Auckland. Mittlerweile gut 130.000 Einwohner und damit Neuseelands 4t-größte Stadt hat die Stadt einiges zu bieten. Sie ist außerdem Universitätsstadt mit immerhin 12.000 Studierenden, die an der University of Waikato ein breites Angebot an Fächern haben.

Ich habe Hamilton schon mehrmals passiert, bisher jedoch noch nie angehalten. Das tat ich jetzt trotz Regenwetters aber auf Empfehlung einer Arbeitskollegin. Mein Ziel waren die „Hamilton Gardens“, eine Ansammlung verschiedener thematischer Gärten, ein großer Botanischer Garten und Co.

Die thematischen Gärten waren auch wirklich spitze. Es gab einen Japanischen und Chinesischen, einen Englischen und Amerikanischen, Indisschen. Italienischen, Spanischen und Maori-Garten – alle im landestypischen Stil. Alles gut getroffen, fand ich (siehe Fotos). Dazu noch anderer thematische Gärten wie z.B Kräutergarten, Gemüsegarten, nachhaltiger Hinterhof und noch viel mehr. Oft hatte man auch einen guten Blick auf den Waikato River, der mitten durch Hamilton fliesst. Anschließend besuchte ich noch den Botanischen Garten, aber nur teilweise, und fuhr dann weiter Richtung Auckland. Statt der Straße um die Innenstadt herum zu folgen, fuhr ich jedoch in diese hinein, um zumindest den Stadtkern noch aus dem Auto zu erblicken. Eigentlich kann man sagen, dass Hamilton auch nur aus einer einzigen Straße besteht, jener die ich gefahren bin, an der alle möglichen Attraktionen, Firmengebäude, Restaurants, Bars und Co. liegen. Der Blick aus dem Auto hat mir aber auch gereicht – danach ging es noch 120km nördlich nach Auckland. Auf den Weg dorthin geschah nicht viel – die schon oft gefahrene Strecke führt meist direkt neben den Waikato River her, der stellenweise arg über die Ufer trat. Ein Sonnenuntergang konnte noch beobachtet werden, dann war auch schon mein letzter Urlaubstag in Neuseeland flöten. Der Abend sollte aber noch etwas Abwechslung bereithalten…

Ich war nämlich bei Familie Thimbleby eingeladen, jener neuseeländischen Familie, die ich bereits Anfang Februar besucht hatte. Die Eltern der Frau dort sind mit entfernten Verwandten von mir befreundet – so kam irgendwie der Kontakt zustande. Vor dem meinigen Verlassen von Neuseeland wollte ich mich nochmals sehen lassen und so wählten wir meinen letzten freien Sonntag, weil die Familie viel beschäftigt ist. Gegen 6 Uhr war ich dort, hatte ein tolles Gespräch mit den beiden Eltern und ein leckeres Abendessen zusammen auch mit deren beiden Kindern. Der jüngere 14-jährige Sohn, ein wahrer Clown (sagten auch die Eltern ;)), unterhielt uns mit Jonglage-Tricks und noch vielmehr und wollte partout nicht Klavier lernen – wer kennt das nicht. Die ältere, 17-jährige Tochter, verzog sich nach dem Essen schnell wieder zum Lernen – sie möchte Medizin studieren und tut entsprechend was dafür.

Bei den Gesprächen zeigte sich dann auch mal, wie gut man es hinsichtlich des Studiums doch eigentlich in Deutschland hat. Als ich ihnen antwortete, dass man höchstens 500€ pro Semester Studiengebühren zahlen müsse und selbst das aufgrund lautstarker Proteste mittlerweile fast kaum noch ein Bundesland tut, war das Gelächter groß. In Neuseeland wie auch in Großbritannien muss man ja ordentlich blechen für ein Studium…

Alles in allem ein sehr netter Abend, der viel zu schnell zu Ende ging – gegen 22 Uhr verabschiedete ich mich und machte mich auf den Heimweg nach Helensville. Wir werden aber auf jeden Fall den Kontakt halten und ich werde dort mal wieder vorbeischauen, wenn ich in Zukunft in Neuseeland bin…

Das dazu – ich bin glücklich, dieses Reisekapitel jetzt abgeschlossen zu haben! War jedenfalls ein schöner letzter Trip mit vielen Eindrücken – alles gepresst in nur 4 Tage! Das Auto hatte sich nochmals bewährt und zum Abschluss viel gesehen – ich vermisse es bereits. Ist auch schon wieder 2 Wochen her, dass ich es verkauft habe. So schnell vergeht die Zeit – in 2 Wochen bin ich bereits wieder zuhause…

 

 

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