Tag 2 (Teil 2): Wairoa-Opotiki

Von Wairoa führen drei Wege Richtung Norden. Einerseits die Reise durch den Te Urewera Nationalpark, vorbei am Lake Waikaremoana, die ich bereits am 1. Weihnachtstag zusammen mit Jonas auf unseren Weg nach Rotorua gemacht habe.

Andererseits gibt es noch den SH2, der entlang der Küste von Wairoa nach Gisborne führt, entlang der Mahia Peninsula. Wer ein gutes Gedächtnis hat, weiß, dass ich auch diese Strecke schon absolviert habe.

Doch es gibt noch eine dritte, wenig befahrene Strecke, die sich durchs Inland nach Gisborne schlängelt. Die fuhr ich dann auch und konnte mich, wie sollte es anders sein, an grünen Hügeln mit vielen Schafen ergötzen. Knapp 140km sind es von Wairoa nach Gisborne über diese Strecke, es gibt nur winzige Siedlungen wie z.B Tiniroto, wo ich einen kleinen Stopp machte. Da gibt es eigentlich ein „Arboretum“, also eine Pflanzung verschiedener Bäume, die ich mir anschauen wollte, bot doch der Herbst eigentlich ein schönes Blätterspiel. Diese Attraktion fand ich aber irgendwie nicht, obwohl ich dem Schild folgte und 15km einen einsamen Schotterweg weiter inland folgte. Dort kam ich mir dann wieder mal richtig abgelegen vor. Aber die Landschaft hat durchaus seinen Reiz – auch wenn die üblichen grünen Hügeln dominieren.

Eigentlich hat die Strecke sonst nichts besonders zu bieten – ich wollte nur etwas Abwechslung haben. Statt über die eher flache Ebene entlang der Küste ging es hier ständig irgendwelche Hügel hinauf, von einem relativ nahe an Gisborne hatte man dann sogar noch eine nette Aussicht bis zum Meer. Es gab extra einen Aussichtspunkt, der aber abgesperrt war mit einer Schranke. Ich überwand sie und oben angekommen merkte ich den Grund der Absperrung. Bäume versperrten die Sicht vollständig – man konnte also nicht viel sehen – geschweige denn fotografieren. Also ging es weiter, meist bergab, bis man wieder ungefähr auf Meereshöhe angekommen war, vorbei an den Weinbergen und Obsthainen rund um „Gizzy“, welches ich aber links rechts liegen ließ, denn ich wollte trotz der fortgeschrittenen Uhrzeit (ca. 4 Uhr) mein letztes Ziel noch vor Einbruch der Dunkelheit erreichen.

Auf Irrwegen steuerte ich über kleine Straßen, die eigentlich als Abkürzung gedacht waren, sich jedoch nicht so anfühlten; kam jedoch trotzdem bald wieder auf dem SH2 an, der von Gisborne nach Opotiki führt. Die Reise zwischen den beiden Städten hatte ich ja auch bereits gemacht – allerdings auf den langen, beschwerliche, aber lohnenswerten Weg um das East Cape herum. Die SH2 ist die schnelle Route, nur etwas mehr als 2 Stunden und kann auch mit einer Besonderheit aufwarten. Direkt hinter Opotiki beginnt nämlich eine satte 50km lange Schlucht, die Waioeka Gorge, durch die die Straße führt. Nun muss man das ganze vielleicht nicht unbedingt als Schlucht definieren, doch es fühlt sich so an. Neben der Straße plätschert der Fluss Motu, direkt daneben auf beiden Seiten ragen hohe, steile Felswände und meist dicht bewaldete Hügel empor, anfangs nur um die 400m, letztlich aber sogar bis 1000m. Nur an wenigen Stellen ist es etwas breiter – dort wurden früher dann Siedlungen gegründet. Man war – man kann es sich fast denken – dort nämlich auf der Suche nach Gold. Von den Siedlungen sind meist nur noch ein paar Relikte übrig, die aber touristisch aufbereitet die Besucher anlocken. Fast durch die gesamte 50km lange Schlucht zieht sich neben der Straße ein breiter Standstreifen, sodass man auch problemlos Fotos machen kann. Von der Möglichkeit habe ich auch ausführlich Gebrauch gemacht, bis es langsam aber sicher dämmerte. Bis ich von Gisborne dort angekommen war, war nämlich eine weitere Stunder durch übliches Terrain vergangen. Und es war, wenn ich mich nicht täusche, kürzester Tag des Jahres an diesem Tag.

Viel mehr kann ich zur Waioeka Gorge auch nicht beitragen, aber es war zumindest ganz nett, auch wenn ich die letzten 20km aufgrund von Dunkelheit kaum noch was sehen konnte. Ein paar Kilometer aus der Schlucht heraus liegt auch schon das Städtchen Opotiki, wo ich ja Mitte Januar nach dem Sydney-Trip meine Nordinsel-Rundreise sozusagen begonnen hatte.

In derselben Herberge wie damals, geleitet von einer deutschen Familie, kehrte ich ein und genoss mein Abendessen aus Kumara und verbrannten Schnitzel, während die anderen Gäste einen frisch geangelten Schnapper ausnahmen und aufaßen. Nichts für mich!

Ich wartete dann noch auf einen heißersehnten Anuf, während ich eines meiner Bücher aus der Bibliothek las – „The Winner“ von David Baldacci. Absolut brilliant geschrieben und noch besser als die beiden anderen Bücher, die ich bereits gelesen hatte. Er hat aber noch einen Haufen anderer Bücher, mal schauen ob ich in Deutschland da dran komme.

Bei dem heißersehnten Anruf handelte es sich um die Zu-/ bzw. Absage für meinen White Island Trip. White Island ist Neuseelands aktivster Vulkan, auf einer Insel 40km von der Küste entfernt. Nicht nur der Vulkan selbst wäre hochinteressant, sondern man sieht auch während der Fahrt dorthin mit ziemlich sicherer Wahrscheinlichkeit Massen an Delfinen un sogar Wale und Co.

Aufgrund der Wettervorhersage am anderen Tag hagelte es leider eine Absage. Am Sonntag sollte es auch nicht klappen, nur um es schonmal zu erwähnen. Damit hatte ich es an 4 Tagen versucht (während meinem Reisemonat nämlich bereits auch) und bin immer gescheitert. Aber was nichts geworden ist, kann ja noch werden.So habe ich auf der weitgehend erkundeten Nordinsel ja noch ein Ziel, für das sich das Zurückkommen lohnt!

Das war es für den zweiten Tag – morgen werde ich viele Bilder aus den ersten zwei Tagen online stellen. Die gab es ja schon lange nicht mehr…

 

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