Kaipara – Marsden Point – Mangawhei

Nun wollen wir auch noch kurz über meinen Freitag berichten, an dem ich nochmals die Gegend nördlich von Helensville erkundete, leider bei grauesten Himmel mit vielen Regenschauern.
Mein nördlichstes Ziel war Marsden Point, an der Südspitze des Whangarei Harbours.
Doch erst ging es noch an den Kaipara Harbour, den ich ja bisher weitgehend unbeachtet habe lassen. Gibt dort auch eigentlich nicht viel zu tun. Ungefähr mittig zwischen Helensville und Wellsford führen aber ein paar Straßen inlands auf die zerklüfeten Halbinseln im Kaipara Harbour. Weitgehend geschottert, was das Vorankommen erschwerte, führten sie durch das immergrüne Hügelland dieser Region, ab und an eine wetterbedingt eher schlechte Aussicht auf Teile des Kaipara Harbours eröffnend. Ich fuhr bis zu einem Mini-Dorf, dessen Name mir entfallen ließ und noch ein paar Kilometer weiter zum dazugehörigen Strand. Eigentlich ganz schön gelegen, geschützt von einer Sandbank, die ein wichtiges Vogelreservat ist. Hat deshalb aber auch den Ausblick versperrt, von hier hätte man sonst nämlich gut den Ausgang des Kaipara Harbours in die Tasmanische See sehen können.
Leider war grade Ebbe, bei Flut und natürlich schönerem Wetter wäre es dort siher angenehmer gewesen.
So fuhr ich gleich weiter nördlich zum Marsden Point, wo sich Neuseelands einzige Erdölraffinerie befindet. An der Südspitze des Whangarei Harbours gelegen hat man von dort auch einen genialen Blick in den Whangarei Harbour bis nach Whangarei, wie auch nur wenige Meter über das Wasser zum Ort Whangareo Heads mit dem direkt dahinter steil aufragenden Mt Manaia.
Doch meine Aufmerksamkeit zog natürlich erst die Raffinerie auf sich, die auch über ein gut gemachtes Besucherzentrum verfügte, wo neben vielen anderen Sachen (z.B einen extrem detailgetreuen Modell der Region Auckland bis Whangarei mit der Ölpipeline-Route) auch ein 20-minütiger Film gezeigt wurde, der zeigt, wie man aus Erdöl denn eigentlich überhaupt die verschiedenen Kraftstoffe macht.
Ich muss zugeben, damit hatte ich mich noch nie beschäftigt und so war ich ja erstaunt, dass das Erdöl in der Raffineri ja komplett in entweder Benzin, Diesel, Kerosin, Schwefel oder was auch immer umgewandelt wird und quasi nix übrig bleibt. Hätte ich jetzt vorher noch nicht gewusst!

Natürlich benutzte die Raffinerie dort die Möglichkeit sich als ökologisch vorbildliches Unternehmen darzustellen, Kritik an sowas gab es natürlich dort nicht z finden, nur all die tollen Auswirkungen. Da eine Stellwand suggerierte, wie sauber doch der Strand und das Wasser nahe der Raffinerie waren, fuhr ich auch noch dorthin – man hatte extra einen großzügigen Parkplatz direkt zwischen Raffinerie und Strand für die Neugierigen angelegt.
Und ich muss sagen: keine Spur von Öl, und ich bin großflächig umhergewandert. Wäre es etwas wärmer gewesen, wäre ich ohne Bedenken ins Wasser gesprungen.
Aber gut, ist ja auch nur eine Erdölraffinerie, auch wenn direkt im Hafen davor natürlich öfters große Öltanker liegen.

Vom Marsden Point ging es noch etwas westlich in das kleine Örtchen One Tree Point, von dem man einen weiteren guten Blick auf Hafen und diesmal auch die Raffinerie nicht allzuweit entfernt hat.
Von dort dann weiter südöstlich wieder zur Küste, zum Strand von Ruakaka, einer etwas größeren Ortschaft an der Ostküste. Bei schönem Wetter sicher ein herrlicher Strand, der sich kilometerlang über die gesamte Bream Bay erstreckt – so heißt die Bucht in der man in einiger Ferne auch kleinere Inseln sichten kann.
Weiter südlich ging es nach Waipu, einer sehr schottisch geprägten Siedlung etwas im Inland mit ein paar schönen historischen Gebäuden, die mich jedoch nicht zum Anhalten brachten. Nicht weit von Waipu am Meer liegt ein von einer Sandbank (ein wichtiges Vogelreservat) geschützten Gewässer (Waipu Cove), das ich mir auch noch anschaute, um weiter südlich über die Ortschaft Laings Beach nach Mangawhai Heads zu gelangen. Dort war ich bereits einmal gewesen, da es dort sehr schön ist, wanderte ich aber nochmals ein wenig rum. Aber keine Worte rüber zu verlieren.

Zurück ging es nach Süden, von Wellsford aber weiter dem SH! folgend an der Ostküst entlang, ich hatte nämlich noch ein Ziel. Die Ostküste südlich von Wellsford bis Auckland hatte ich ja auch schonmal gesehen und mittlerweile wurde es eh dunkel, ich stoppte dann also auch erst in Waiwera, einen kleinen von zwei Hügeln eingerahmten Ort direkt am Meer, nicht mehr als eine halbe Stunde mehr von Helensville entfernt.
Dort liegen die Waiwera Hot Pools, ein beliebtes Ziel für gestreßte Auckländer wie auch Touristen, In der Größe in etwa mit denen in Hanmer Springs zu vergleichen ist der grundlegende Aufbau aber etwas anders, die Pools laden auch teilweise zum Schwimmen ein.
Eine besonders nette Attraktion ist ein überdachter angenehm warmer Pool, in dem man sich auf eine Leinwand produzierte Filme anschauen kann. Sehr bequemes Kino!
Es gibt eine Vielzahl weiterer unterschiedlich warmer Pools, darunter einer mit wahnsinnigen 48 Grad. 1 Sekunde mit der Hand rein hat schon gereicht – unmöglich, dass sich manche dort wohl tatsächlich reintrauen (trotz Warnhinweis).
Die Anlage verfügte auch über ein paar nette Rutschen, davon eine sehr wilde die einem nichts anderes möglich machte, als Wasser zu schlucken. Nach zweimal hatte ich dann auch bereits genug!
Hauptsächlich entspannte ich mich in einem etwa 37 Grad warmen Pool, bei Nacht mit all den Lichtern und eher wenig Besuchern in Bad war das auch wirklich sehr entspannt.
Wie es so kam, war neben mir ein deutschsprachiges Schweizer-Ehepaar samt kleinen Sohn, die anscheinend nach Neuseeland auswandern wollten. Bei soviel Blindheit dererseits konnte ich aber nur heimlich den Kopf schütteln. Wie sich herausstellte hatten sie weder Ahnung von ihrem Visa, mit dem sie da waren, wussten nicht, was sie machen sollten, um in Neuseeland bleiben zu können und waren auch nicht wirklich qualifiert dazu. Die Frau konnte obndrauf quasi kein, der Mann nur sehr rudimentäres Englisch mit starkem deutschen Akzent. Hätte denen gutgetan, sich vielleicht vor Abflug mal zu informieren, wie das alles so ausschaut.
Auch ich werde mir das mal anschauen – wer weiß, ob ich nicht in den nächsten Jahren politisches Asyl in Neuseeland beantragen muss…

In der Anlage nahm ich dann nach gut 3 1/2 Stunden im Wasser auch noch mein Abendessen zu mir und fuhr mit Stopp im Supermarkt Orewas nach Helensville zurück. Soviel dazu!

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