Was die letzten Tage so geschah…

Donnerstag vor ein paar Tagen hatte ich mal wieder frei und entschloss mich, Neuseelands einzig wirklichen Freizeitpark mit Achterbahnen und Co. zu besuchen, „Rainbows End“ in Manukau, South Auckland.

Eigentlich hatte ich garnicht so die Lust, da in meinem ein paar Monate zuvor erworbenen Auckland Multipass der Eintritt dort aber enthalten war, wollte ich diesen ja nicht verfallen lassen. Viele Wochenenden habe ich ja nicht mehr, besser gesagt nur noch genau eins hier in der Auckland-Gegend, wo ich noch sicher mein Auto haben werde.

Der Freizeitpark ist nicht wirklich groß – flächenmässig kann man den Park locker in 10 Minuten komplett ablaufen. Mit seinen deutschen Verwandten wie „Heidepark“ oder „Europapark“ kann er sich erst Recht nicht messen, hat aber zumindest ein paar Spaß bringende Attraktionen.

Die erste für mich war eine Schiffsschaukel, wo mir gleich auffiel, dass die Sicherheitsvorkehrungen hier in Neuseeland deutlich lascher sind als in Deutschland – nicht jedoch, dass ich mich unsicher fühlte. Oft sitzt man aber ziemlich unbequem.

Mein nächstes Fahrtgeschäft war eine kleine Wildwasserbahn: man fuhr, wie man das so kennt – erst durch eine ziemlich lieblos gestaltete Kanal- und Höhlenwelt und dann ging es ein paar Meter eine Rutsche nach unten. Nicht sehr spektakulär, man wurde noch nichtmal nass.

Besser war dann schon Neuseelands einzige Looping-Achterbahn: in Vergangenheit bin ich noch kein einziges Mal eine Achterbahn mit Loopings gefahren, zu groß war die Angst rauszufallen 😉 Mittlerweile sehe ich mich jedoch als psychich gefestigt genug an, einen Ritt zu wagen. Ging zwei mal recht steil nach unten, zwei Loopings und eine Schraube – an sich war der Spaß aber ziemlich schnell vorbei. Ich blieb jedoch in der Achterbahn sitzen und fuhr gleich fünf mal hintereinander – hat mir anscheinend Spaß gemacht.

Das war auch kein Problem, denn im Park war es ziemlich leer. Im Gegensatz zu Deutschland nämlich kein Feiertag am Donnerstag, dafür heute. Bei keiner einzigen Attraktion musste ich anstehen, immer ging es sofort hinein und los. Die Fahrgeschäfte liefen deshalb sogar nur in diverse Zeitfenstern – war jedoch trotzdem kein Problem, alle auszuprobieren.

Nach dem Achterbahn-Vergnügen wollte ich dann auch noch den Freefall-Tower testen – in sowas hatte ich mich zuvor auch nie getraut. Mit der Fallschirmsprung-Erfahrung im Hinterkopf verspürte ich jedoch keine Furcht. Reinmarschiert und als einziger Gast direkt in die Höhe geschickt – dort oben hatte man einen tollen Ausblick über South Auckland – dann ging es auch im freien Fall mit 80kmh 40m in die Tiefe. Das ganze gefiel mir so gut, dass ich gleich für ein weiteres Mal sitzen blieb – praktisch – in Deutschland muss man für ähnliches ja teilweise stundenlang warten.

Weitere Attraktionen entschlossen noch ein 3D-Kino mit beweglichen Sitzen (der gezeigte Film musste wegen schreienden Kindern unterbrochen werden…), eine ziemlich billige  andere Achterbahn und viele kleinere Fahrgeschäfte. Neben den in Deutschland auf der Kirmes ja so populären Autoscootern gab es vergleichbares auch auf dem Wasser. „Bumper Boats“ heißt das und man fährt mit kreisförmigen Gefährten in einem kleinen Pool und crasht andere Boote.

Mein letztes Fahrgeschäft sollten dann ungewollt die Go Karts werden. Nicht besonders schnelle Karts (zum Glück), aber dreißig Kmh konnte man schon damit machen. Die Lenkung war jedoch eher besch****. So passierte es, dass ich in einer Kurve, ein wenig zu schnell fahrend, erst die linke Abgrenzung touchierte und dann „volle Kanne“ frontal in die andere krachte. Das hat mich ziemlich durchgeschüttelt, meine Sonnenbrille brach in 4 Teile (die man jedoch wieder aneinanderklippen konnte) und ich spürte einen ziemlichen Schmerz in meinem Rücken. Musste mich dann auch retten lassen und vernünftig auf die Strecke rücksetzen, beschloss dann jedoch noch, den Rest der Strecke zu Ende zu fahren, was auch ohne Unfall gelang.

Schmerzen waren erst fast keine, nach wenigen Minuten fühlte ich mich aber etwas benommen, der Nacken ganz taub, der Kopf schmerzte etwas. Habe durch diesen Auffahrunfall wohl ein leichteres Schleudertrauma davon getragen – mittlerweile geht es aber wieder. Zwar tut es immer noch etwas weh, auf einen Arztbesuch werde ich aber verzichten. Wird sich, im wahrsten Sinne des Wortes, schon wieder einrenken! 😉

Danach war mein Besuch dort natürlich gelaufen, in die Fahrgeschäfte traute ich mich vernünftigerweise nicht mehr rein. Eine Runde Minigolf noch, dann verließ ich nach 3 Stunden auch den Park, fuhr jedoch nicht nach Hause, sondern in die etwas weiter südlich gelegenen Auckland Botanic Gardens. Jetzt kurz vor bzw. im Winter sicher nicht die beste Jahreszeit, trotzdem gab es viel zu sehen. Die Botanischen Gärten sind absolut riesig und umfassen ein paar Kilometer Wegenetz, die zwischen abertausenden verschiedenen Pflanzenbeeten, Wäldern und Co. vorbeiführen. Ein großes Besucherzentrum samt Cafe und Bücherei markiert den Eingang. Ich bin nicht so der Pflanzen-Freak, der kleine halbstündige Spaziergang durch einen Teil der Gärten war trotzdem sehr interessant und wohl auch gut für meinen noch an den Nachwirkungen des Unfalls leidenden Kopfs.

Das war dann auch South Auckland – eine Gegend, in der man außer beiden besuchten Attraktionen nicht sehr viel Interessantes machen kann.

Am Freitag wachte ich auf, als es bereits wieder zu dämmern begann – dementsprechend nicht allzu viel los. Habe mir im Kino aber noch „Fluch der Karibik“ in 3D angeschaut. Nicht der Kracher, die Vorgänger waren deutlich besser, aber immerhin eine vernünftige Abendgestaltung.

Samstags und sonntags habe ich dann wieder gearbeitet, am Sonntag Nachmittag eher für mich selber. Ich konnte mich nämlich tatsächlich dazu aufraffen, mein Auto sauber zu machen, im Inneren wohlgemerkt. 2 Stunden harte Arbeit hat es mich gekostet, das Innere komplett zu entkernen (ein ganzer Müllsack voller alter Broschüren und Co.), die ganzen Chips-Krümel und sonstiges auszusaugen und den dicken Staub wegzuwischen.

Nach 9 Monaten musste das mal sein – wobei ich das Auto auch im nicht grade pflegsamen Zustand was das Innere betraf übernommen hatte. So ist jetzt jedoch blitzblank sauber und verkauft sich hoffentlich besser. Ist schon schade – nur noch 2 Wochen habe ich es noch, dann werde ich  probieren, es so schnell wie möglich loszuwerden. Nach 25.000 Km ist es mir bereits sehr ans Herz gewachsen.

Bevor ich es verkaufe, muss es jedoch noch seinen WOF (Warrant of Fitness) bestehen, vergleichbar dem deutschen TÜV. Diesen WOF muss man hier in Neuseeland jedoch halbjährlich machen – und seit meinem letzten Test am Ende meiner Zeit in Culverden ist ja bereits tatsächlich ein halbes Jahr bereits vergangen. Es wird also nicht eh schon Zeit – mit einem gültigen, neuen WOF wird sich der äußerlich ja nicht grade Vertrauen erweckende Honda sicher besser verkaufen. Ob er den ohne Beanstandungen bekommt, scheint mir jedoch nicht so sicher. Falls die Reparaturkosten zu hoch wären, kann ich es gleich lassen , notfalls kriegt am Ende Billy hier das Auto für ein paar Hunderter.

Erst einmal wird es mich jedoch noch in 10 Tagen über die halbe Nordinsel transportieren – es geht nochmals in die Tongariro Area, über Napier und Gisborne an der Ostküste nach Whakatane und von dort nach Rotoroua und über Hamilton wieder nach Auckland zurück. In Whakatana mache ich dann hoffentlich auch das, sofern das Wetter mitspielt, was ich bereits am letzten Tag meines Reisemonats machen wollte (wo das Wetter nicht mitspielte). Ich verrate nicht was – neben Delfinen endlich im Meer gibt es aber noch viel Aufregenders zu entdecken kann.

Vielleicht lassen die letzten Reste der Reisekasse auch noch einen „Maori-Abend“ in Rotorua zu, wo man in deren historischen Dörfer gekarrt wird, ein „hangi“-Festmahl verspeist, Geschichten erzählt bekommt, Tänze wie den „haka“ sieht, Gesängen lauscht und eben einen Abend mit den „Maori“ verbringt. Hätte ich jedenfalls noch Lust drauf – sowas fehlt mir jedenfalls noch in meiner Neuseeland-Erfahrung. Mehr dazu bald, ich muss wieder meinen lieben kleinen Bruder bei einem Facebook-Spiel schlagen, bei dem es darum geht auf einer Weltkarte diverse Städte quer über die Welt an ihrer richtigen Stelle „einzunageln“, was je nach Entfernung dann von den richtigen Koordinaten entsprechend Punkte gibt. In meinem Freudeskreis dort wird die Rangliste natürlich deutlich von den Heuermännern dominiert, die wir uns eine regelrechte Schlacht liefern, wer die besten geografischen Kenntnisse hat. Daniel und ich sind mittlerweile immerhin in der Top30 weltweit angelangt 😀

Naja, das nur so am Rande!

Advertisements
Vorheriger Beitrag
Nächster Beitrag
Hinterlasse einen Kommentar

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: