Tag 3/4: Paihia/Waitangi & Whangarei (Heads) – ohne Schifffahrt

Widmen wir uns nun Teil 3 der Reiseerzählung. Mal schauen, ob ich die mit meinen Nacken- und Kopfschmerzen auf die Reihe kriege. Ich war nämlich heute in Neuseelands einzig wirklichen „Freizeitpark“ names „Rainbows End“ (mehr dazu in Kürze), wo ich beim Kart fahren einen üblen Crash gebaut habe und ein leichteres Schleudertrauma erlitten habe…

Aber keine Angst, mir geht es soweit ganz gut, einen Arzt werde ich deswegen wohl nicht aufsuchen. Mehr dazu in ein paar Tagen.

Ich schreibe nun und veröffentliche die Bilder aus den Tagen 3 und 4, abgesehen von meinem Übernacht-Schiffs-Trip durch die Bay of Islands. Dieses besondere Ereignis hat ein Extra-Artikel mit vielen tollen Fotos verdient!

Doch fangen wir mit dem Morgen des dritten Tages an: von meiner Herberge in Paihia, die etwas außerhalb vom Ortskern liegt, brach ich jenen auf und schaute mir schonmal das Örtchen an. Unwesentlich größer, aber durchaus getriebiger als in Russell, auch am frühen Morgen. Trotzdem, vergleichsweise zu den Sommermonaten, wohl sehr wenig los. Den Namen „Paihia“ verdankt das Örtchen übrigens einer amüsanten Begebenheit: der erste weiße Siedler meinte zu den ihm begleitenden Maori, dass er an jener Stelle gerne einen Ort gründen würde – seine Maori-Sprachkentnnisse hielten sich jedoch in Grenzen. Er wusste jedoch was „gut“ heisst, nämlich „pai“. So sagte er zu seinen Begleitern „Pai here“, also dass es „hier gut sei“. Diese Maori-Englisch Mischung führte dann angeblich zum Ortsnamen „Paihia“.

Der Ortskern vonPaihia wird von vielen kleinen Läden, Buchungsbüros und Restaurants dominiert, sowie kleineren und großen Luxushotels, sowie ein schönes altes Gebäude direkt am Wasser neben der ebenfalls nett aussehenden Marina. Unmittelbar vor Paihia, das auch über einen kleinen Sandstranf verfügt, liegen auch bereits ein paar kleine Insel.

Ich verließ das Örtchen jedoch erst wieder, da ich schließlich noch 6 Stunden Zeit hatte, bis mein Bay of Islands-Schifftrip starten sollte.

Erstes Ziel waren die Haruru Falls, nicht so imposant wie die Whangarei Falls, aber durchaus ein angenehmer Anblick, trotz des matschig braunen Wassers. Hier machte ich auch eine interessante Beobachtung, die ich vorher noch nie gesehen hatte. Ein Regenbogen in der Gischt des Wasserfalls! Siehe eines der Fotos…

Die Haruru Falls sind ein paar Kilometer ins Inland von Paihia und liegen in gleichnamigen Ort „Haruru Falls“, wo es nochmals einige Hotels und Co. gibt. Von hier fuhr ich zurück Richtung Paihia, jedoch über eine Schotterstraße, die mich ungewollt zu einem ziemlich coolen Aussichtspunkt brachte. Der war auf dem Mt Bledisloe, auf dem man bequem hinauffahren konnnte und dann noch einen 5-minütigen Spaziergang zum Aussichtspunkt zu unternehmen hatte. Das Wetter war großartig und so auch die Blicke. Über den gesamten Naturhafen, die vielen verschiedenen Inlets auf allen Seiten, Blick auf Paihia, Waitangi und Russell, nach Westen ins Inland und natürlich in die Bay of Islands, wo man einige der Inseln bereits ausmachen konnte. Bilder sind hier sicher mehr gefragt als Buchstaben.

Die Schotterstraße führte weiter nach Waitangi, gewißermaßen den historischsten Ort Neuseelands (wie oft habe ich das schon bei anderen gesagt :D?). Aus der Schotterpiste wurde Asphalt und man kam den Hügel durch grünstes Grasland bis auf Meereshöhe wieder hinunter, dabei mit wahnsinnigen Ausblicken. Dort, direkt neben der Straße, liegt auch ein exquisiter Golfplatz – bei den Blicken von dort vergißt man fast das Golf spielen.

Nur unwesentlich weiter ist man dann an den „Waitangi Treaty Grounds“ angekommen, gewißermaßen den Geburtsort des modernen Neuseelands. Dort wurde 1840 der „Vertrag von Waitangi“ von Vertretern der britischen Krone sowie vielen Maori-Häuptlingen unterzeichnet, daraus ergebend war die Kolonie Neuseeland offiziell beansprucht. Der Vertrag wurde grade dort im Norden unterzeichnet, weil umtriebige Franzosen planten, die heutige „Northland“-Region zu einem eigenen Staat unter französischer Herrschaft zu machen.

Der Vertrag besagt, dass die Maori ihre Souveränität aufgeben, dafür jedoch britische Staatsbürger werden. Ihnen wurde garantiert, ihr Land und ihre Besitztümer behalten zu dürfen, was jedoch oft nicht der Fall war.

Übersetzungsschwierigkeiten führten bald schon zu verschiedensten Auslegungen, vielen Maoris war die eigentliche Reichweite des Vertrages auch garnicht benutzt. Letztlich endete dies dann in den „Neuseelandkriegen“, verschiedene bewaffnete Konflikte zwischen Maori und Pakeha (weiße Siedler).

In den letzten Jahren machte das „Waitangi-Tribunal“ von sich reden, bei denen Klagen der Maori gegen die Regierung behandelt wurden. So flossen z.B 2008 um die 243 Millionen Dollar „Reparationszahlungen“ für Unrecht in Besitzstreitigkeiten, die aus dem Waitangi-Vertrag resultierten.

Der Vertrag wurde am 6. Februar 1840 von William Hobson unterzeichnet, der darauf erster Gouverneur Neuseelands wurde. Der 6. Februar ist seitdem Neuseelands höchster Nationalfeiertag und wird landesweit zelebriert, insbesondere natürlich in Waitangi.

Dort ist heute auch ein großer Park mit einigen besonderen Dingen samt modernen Besucherzentrum, den man für etwas Eintritt besichtigen darf. Ich hatte das Glück, dass ich nach einem kleinen Plausch an der Kasse meinen Freiwilligendienst gewinnbringend in Preisnachlass umsetzen konnte und sogar extra noch irgendwelche Broschüren bekam.

Los ging es mit einem kurzen Film, der die Geschichte des „Treaty of Waitangi“ vermittelte. Danach hatte ich dann Gelegenheit über die „Treaty Grounds“ zu wandeln, also genau jenem Gebiet, wo der Vertrag einst unterzeichnet wurde. Das ist teils Wald, teils eine Grasfläche direkt am Meer mit saftig grünem Gras. Zu den besonderen Dingen, die dort ausgestellt wurden gehörte z.B ein Maori-Kanu. Dieses Kanu ist jedoch  im „Guiness-Buch der Rekorde“ als größtes Einbaum-Kanu der Welt erfasst und hat tatsächlich gigantische Ausmaße, wie lang genau habe ich vergeßen, aber siehe Fotos.

Eine andere Attraktion ist das „Treaty House“, wo besagter William Hobosn residierte und den Vertrag einst ausarbeitete. Dort ist jener auch ausgestellt – unter dickem Glas liegend kann man enen Blick auf dieses Weltdokumentenerbe werfen. Außerdem war dort eine kleine Ausstellung über den „Vertrag von Waitangi“ untergebracht.

Ebenfalls auf dem Gelände ist ein Versammlungshaus der Maori, ein sogenanntes „marae“. Die gibt es quasi in jedem -Ort in Neuseeland, dieses war aber natürlich besonders. Ein Geschenk der Maori an die „Treaty Grounds“, die in den dreißiger Jahren von einem Privatmann erworben wurden, um sogleich an die Regierung verschenkt zu werden, mit der Idee eben ein solch historisches Reservat zu erhalten und nicht etwa zugebaut werden zu lassen.

Das Versammlungshaus ist äußerlich wie innerlich mit tollster Holzschnitzkunst verkleidet, verschiedene myhtologische Figuen der Maori zeigend. Je nach Iwi (Stamm) der Maori differenzierend sehen diese Figuren anders aus. Betritt man ein „marae“ muss man übrigens die Schuhe als Geste des Respekts ausziehen – sprich man darf nur barfüßig in einem „marae“ wandeln. Über die ganze Maori-Kultur habe ich ja überhaupt noch nicht viel Worte verloren, das werde ich aber noch nachholen.

Beenden wir jedoch das Kapitel „Waitangi“ damit und gehen weiter. Ich hatte noch viel Zeit und keine Ahnung, was zu tun, sodass ich nochmals nach Kerikeri fuhr, wo ich ja bereits 4 Wochen vorher gewesen war. Hatte dort ja eigentlich alles gesehen, weshalb ich eine versteckte Straße zum Kerikeri Inlet nahm, eines der Inlets der Bay of Islands. Direkten zugang zum Wasser hatte man nirgends, alles wiar mit teuren Wohnungen zugepflastert. Nach etwas Umherirren kam ich aber noch an einen Hügel an, den man ersteigen durfte und konnte die Aussicht auf das Kerikeri Inlet bewundern. Auf dem Rückweg runter vom Auto wurde ich dann von einem nervigen, kleinen Vogel verfolgt, der ständig um mich rum geflogen ist und mir ziemlich Angst gemacht hat, auch wenn er nicht größer als meine Hand war. Keine Ahnung ob der auf Menschenfleisch stand wie die Darwi-Finken (war glaub ich sowas wie ein Fink sogar).

Zurück in Paihia wartete ich dann, dass es endlich losging, doch dazu mehr demnächst.

Am nächsten Tag zur etwa gleichen Zeit war ich dann nach einen wirklich großartigen Ausflug auch wieder in Paihia angekommen und machte mich wieder auf den Weg Richtung Helensville. Nach Paihia stand noch ein kleiner Stopp im Nachbarort Opua auf dem Programm, von wo aus die Autofähre nach Russell fährt. Ich schaute mir den Hafen an und hatte einen guten Blick auf das „Waikare Inlet“, fuhr jedoch bald schon weiter Richtung Süden.

In Whangarei angekommen machte ich dann das, was ich am ersten Tag meines Ausfluges wegen schlechten Wetters ausgelassen hatte. Das Wetter war herrlich, also fuhr ich auf den Mt Parahaki hinauf, wo sich ein Denkmal samt Aussichtsplattform befindet. Herrliche Blicke auf die Stadt Whangarei. ihr Umland samt dem Naturhafen und Hatea River bis hin zum Meer und den Küstenverlauf nach Süden folgten. Auch hier verweise ich auf die Bilder.

Es war noch etwas Zeit bis Sonnenuntergang, weshalb ich beschloss das ca. 30km westlich gelegene Whangarei Heads anzusteuern, das an der Spitze des Naturhafens von Whangarei nahe am eigentlichen Pazifik liegt, direkt am Mt Manaia, einen knapp 500m hohen ganz nett aussehendem Berg.

Auf Whangarei Heads war ich auch in anderer Hinsicht gespannt: dort liegt ein Projekt, eine Grundschule, das jeweils einer meiner Favoriten hier war. Wär ich mal dorthin gegangen, es ist wunderschön dort! Zumindest das Örtchen, das ich nach einer malerischen Fahrt über eine Straße meist direkt am Wasser des Naturhafens vorbei, durch viele kleine Vorstädtchen Whangareis, erreichte.

Wenn man Pech hat, könnte bei falscher Wohnlage die Idylle Whangarei Heads jedoch zerstört werden. Der Ort liegt nämlich direkt an der Hafenausfahrt, die andere Seite des Festlandes ist teils keine 200m entfernt. Und genau an jener Stelle, dem „Marsden Point“ liegt Neuseelands einzige Erdöl-Raffinierie. Hatte, fand ich, aber sogar seinen Charme, auch wenn nicht wirklich in die Landschaft passen wollte. Vielleicht lag es einfach am beginnenden Sonnenuntergang, der den grauen Komplex mit den vielen Tanks in ein idyllisches Licht rückte.

Den Sonnenuntergang genoss ich dann auch bei Fahrt nach Whangarei zurück und machte ein paar Pausen, um ihn ausgiebig zu fotografieren. Irgendwann wurde es dann aber dunkel und ich war auf dem Weg nach Helensville zurück, der nicht mehr viel besonders bot, außer einem Abendessen im „Food Court“ von Wellsford (hätte nicht gedacht, dass die da sowas haben).

Ein Fazit zur Reise kommt morgen (wie man zwischen den Zeilen lesen konnte, habe ich mich jetzt gegen Ende recht kurz gehalten), hier kommen noch ein paar schöne Bilder!!!

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