Tag 1: Whangarei, Tutukaka Coast und Russell

[Dann wollen wir mal anfangen. Grade habe ich sämtliche Bilder auf meinem Netbook nochmals auf eine externe Festplatte geladen, also alle neuen darunter, sodass die auch ja heil nach Haus kommen. Ich habe mich jedoch bei der Anzahl schon ein wenig geirrt. Ganze 9,561 Bilder habe ich bereits gemacht! 15,6 Gigabyte an Daten alleine. Die 10.000er Marke werde ich noch locker brechen. Wenn man das jetzt mal so zusammenrechnet sind es momentan etwa „nur“ 8 Stunden Betrachtungszeit, wenn man durchschnittlich von 3 Sekunden pro Bild ausgeht. Hab mich aber, glaube ich, verrechnet 😀

Nun gut, widmen wir uns nun den Anfängen meiner Reise, beginnend mit schlechten Wetter, bereits in Helensville, das ich gegen 8 Uhr morgens, also untypisch früh, verließ.  Wird aber ja auch schon um 17 Uhr dunkel, drum wollte ich was vom Tag haben.

Hoch ging es in den Norden, den altbewährten SH16 bis Wellsford (60km) und dann auf den SH1 nach Norden bis zu meinem ersten Ziel, Whangarei (nochmals ca. 80km). Whangarei ist die größte Stadt in der Region nördlich von Auckland, immerhin mit s 70.000 Einwohnern, Tendenz steigend. Eigentlich ist Whangarei keine Stadt mehr, sondern ein Verwaltungsdistrikt aus mehreren kleinen Orten die zusammengefasst Whangarei bilden (das nur so am Rande).

Ich fuhr also auf Whangarei zu, der Regen prasselte auf meine Scheibe hinab, die Aussichten waren nicht sehr rosig. Die Straße ist gut ausgebaut (ist ja auch der State Highway 1), an einer Stelle etwa auf halbem Weg zwischen Whangarei und Wellsford ist sie jedoch eng, kurvig und steil. Da geht es nämlich über die Brynderwyn Ranges, einen kleinen Gebirgszug, der auch die Grenze der Regionen „Northland“ und „Auckland“ bildet. Denn falls noch nicht bewusst – die Region Auckland erstreckt sich noch fast 100km nördlich vom eigentlichen City Centre – Helensville liegt ja auch drin.

Aber zurück zum Trip, sonst werde ich nie fertig. Eigentlich wollte ich in Whangarei einen Aussichtspunkt auf einen Hügel besuchen, wo man mit dem Auto hinausfahren könnte. Die mit dem starken Regen verbundenen „arme“ Aussicht hielt mich jedoch davon ab. Hätte eh nichts gebracht. Nur zur Beruhigung: am letzten Tag holte ich dies nach – und es hat sich gelohnt…

Eine Attraktion, die ich auch im Regen ausführen konnte, waren jedoch die Whangarei Falls, die der Regen sogar noch imposanter machte. Etwas außerhalb von Whangarei ist dieser Wasserfall oft als fotogenster Neuseelands genannt. Und die ganzen zusätzlichen Wassermassen sorgten noch für deutlich mehr Kraft als üblich – wenn auch für die unappetitliche braune Farbe des Wassers.

Eingepackt in meiner wirklich sehr guten Regenjacke schaute ich mir erst von oben an, wie die Wassermassen immerhin 27m tief stürzte , um sich dann im Fluss durch einen Wald fortzusetzen. Aussichtspunkte waren gut oberhalb, man konnte auch den Fluss  nur wenige Meter vor dem Fall auf einem etwas abenteuerlichen Stahlsteg überqueren und dann einen Weg zum Grund des Flusses hinunterkraxlen, was ich auch tat. Von wiederum einer anderen Brücke über den Fluss unten hatte man dann einen tollen Blick auf den Wasserfall. Ich wagte mich auf dem Landweg noch etwas näher an den Wasserfall, was ich jedoch besser hätte unterlassen soll. Der Wind spritzte die Gischt des Wasserfalls die 30m bis zu mir und durchnässte mich von Kopf bis Fuß.

Zeit, zurück zu gehen und sich auf der weiteren Fahrt trockenen zu lassen, die westwärts zur Tutukaka Coast führte, benannt nach dem Örtchen Tutukaka, was ich auch bald erreichte. Das hat einen schönen Hafen mit vielen Booten und ist der Ausgangspunkt zu den „Poor Knights Islands“. Das sind Naturreservate ein paar Kilometer von der Küste entfernt, auf denen die Landung strengstens verboten ist, schließlich überleben dort seltene Vögel, Tuatatas und Co.

Die Inseln umgeben jedoch auch ein Meeresschutzgebiet, das das wohl beste Tauchrevier Neuseelands bietet. Sogar weltweit soll es eines der Besten sein, öfters mal in den Top10 der Top-Tauchdestinationen gerankt. Nun ja, ich hatte nicht des Vergnügen, konnte die Inseln noch nichtmal sehen, trotz einiger guter Aussichtspunkte.

Bei gutem Wetter ist es sicherlich traumhaft dort, so war es nur etwas ernüchternd. Die Straße führte weiter die Küste entlang und ich hielt hier und dort für ein paar Fotos an diversen Stränden und Buchten – im Vergleich zu dem, was noch kommen sollte jedoch, auch wegen des Wetters, nicht sonderlich sehenswert. Aber ihr bekommt es trotzdem noch zu sehen…

Letztlich führte die Straße wieder ins Inland, zurück Richtung SH 1. Ich bog jedoch noch auf eine teils unbefestigte Straße ab, die mich wieder an die Küste nach Whananaki South führte. Whananaki South besteht aus fast garnichts, nur ein paar Hütten und ist von Whananaki North durch ein recht breites Feuchtgebiet getrennt (bei Flut ist halt alles voller Wasser).Die Örtchen sind mit einer Schotterpiste außen herum veerbunden, das ganze sind aber 15km. Drum haben die Bewohner eine Brücke gebaut – jedoch nur für Fußgänger.

Diese Brücke in Whananaki ist die längste Fußgängerbrücke der Südhalbkugel – ich weiß nicht wie lang genau, aber geschätzte 600-700 Meter, die ich dann auch überquerte. Es regnete wie aus Eimern und ich wurde pitschnass, dafür habe ich jedoch die längste Fußgängerbrücke der Südhalbkugel überquert und danach noch Whananaki North angeschaut, wo aber auch nur ein paar mehr Häuser, eine Schule und immerhin eine öffentliche Toilette sind. Dank des Regens ist die Brücle nicht sehr fotogen und das Wasser ziemlich schmutzig – trotzdem eine Erfahrung wert.

Zurück ging es ins Inland, durch den etwas größeren Ort Hikurangi (wo unser „Hausmeister“ hier auf der Farm am Wochenende wohnt) zurück auf den SH1, der mich Richtung Bay of Islands führte. Von hier waren es auch in etwa nur noch 50 Kilometer. Überhaupt ist die Entfernung nicht allzuweit, knapp 200km von Helensville bis zur Bay of Islands, machbar in gut 2 1/2 Stunden. In der Nähe zweigt wiederum eine Straße zur Küste ab, über die man bis nach Russel gelangt. Das ist auch die enzige geteerte und einigermaßen vernünftig ausgebaute Straße die nach Russell führt, vorbei an tollen Buchten und Stränden. Aufgrund des Wetters verschob ich das jedoch lieber auf später un fuhr weiter durch das Inland.

Kurz vor Beginn der eigentlichen „Bay of Islands“ (das ist für mich, wo man auch Meer sieht), liegt das kleine Städtchen Kawakawa. Eigentlich nicht viel mehr wert als einen Tank- oder Raststopp hat dieses Kaff eine Attraktion zu bieten, die die ohnehin zahlreichen Touristen in Scharen anlockt.

In diesem Örtchen (warum grade hier und nicht gleich in den tausendmal schöneren Orten wie Paihia oder Russell?) verbrachte der berühmte österreichische Maler Friedensreich Hundertwasser seine letzten Lebensjahre und wurde auch hier beerdigt (er starb 2000 bei auf dem Kreuzfahrtschiff Queen Elizabeth 2 auf der Fahrt von Neuseeland nach Europa).

Nicht jedoch sondern seine Grabstätte (die eh nicht zugänglich ist), sondern sein Kunstwerk in Kawakawa lockt die Touristen an. Er hat nämlich die öffentlichen Toiletten von Kawakawa verziert – durchaus ansprechend. Die darf man natürlich auch benutzen – es gibt extra eine Reinungsfachkrafts, die immer alles schön sauber macht. Ich muss sagen, in solch schönen Toiletten durfte ich mich noch nie einrichten. Bilder sagen hier mehr als Worte.

Nach einer kleinen Stärkung ging es dann nach Russell, dem wohl historischsten Örtchen der Bay of Islands, wenn nicht gar ganz Neuseelands. Russell liegt zwar auf dem Festland, jedoch so abgelegen das es Inselflair versprüht. Erreichen tut man es über schon benannte Küstenstraße oder per Fähre von Opua, dem ersten kleinen Örtchen der Bay of Islands. Dort fährt eine Autofähre für wenig Geld halbstündlich auf die andere Seite nach Okatio hinüber, einen kleinen Örtchen nahe Russell. Zwischen Russell und Paihia verkehrt dann noch eine Fähre ausschließlich für Passagiere.

An dieser Stelle vielleicht noch ein Verweis auf die geografischen Gegebenheiten. Die Bay of Islands schneidet sich weit ins Inland hinein und verzweigt sich in verschiedenen „Inlets“ noch weiter ab. In dieser Art Naturhafen gibt es schon ein paar Inseln, die eigentliche Bay of Islands liegt jedoch weiter auf dem Meer hinaus. Die Bucht ist  zwischen Paihia und Russell aber z.B ca. 1km breit, an mancher Stelle auch deutlich weniger. Die Gegend ist recht hügelig und dicht bewaldet, das werden auch die Fotos noch zeigen. Auf jeden Fall sehr idyllisch!

Es gibt jedoch noch eine dritte Straße, vollständige Schotterpiste, die nahe Kawakawa durch die bewaldeten Hügel nahe am Wasser nach Russell führt. Auf die trauen sich aber die wenigsten Touristen – gut, dass ich mich nicht als Tourist verstehe. Ich nahm den Weg nämlich in Kauf und musste mich nicht nur mit auf der Straße herumliegenden Baumstämmen herumärgern.

Schon den ganzen Weg nördlich waren die Weiden neben der Straße teils recht heftig überflutet. Auf meinem Weg natürlich jetzt auch. An einer Stelle sogar die Straße. Nicht tief, vielleicht 20 cm und ich fuhr hindurch, wollte ja nicht umkehren und die Fähre nehmen. Hat auch gut geklappt.

Der Weg ist anonsten nicht sonderlich spektakulär was Ausblicke angeht, aber anspruchsvoll, da eng, kurvig und steil.

In Russell, oder wie es früher genannt wurde – Kororareka – angekommen, erkundete ich das Örtchen mit seinen vielen historischen Häusern ein wenig und suchte mir dann eine Unterkunft. Es wurde ein kleiner Mini-Backpackers mit nur 6 Betten, ich war der einzige  Gast, der mehr einen Homestay glich. Ich führte ein nettes Gespräch mit dem Besitzer – ein Künstler – und widmete mich ansonsten meiner Lektüre in dieser angenehmen kleinen Herberge. Zu essen gab es Cordon bleu mit Kumara, verbrannt leider bloß wegen meiner Unachtsamkeit.

Über das, was ich noch in Russel so sah und allgemeines über Russel berichte ich morgen, da ich am anderen Tag ja eh alle wichtigen Attraktionen sah. Habe ja auch bereits mehr als massig geschrieben, fehlen nur noch ein paar Fotos. Nicht so sehenswert von diesem Tag, aber ich verspreche: es wird deutlich besser!

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