Gestern, heute und demnächst

Schon wieder 2 freie Tage rum. nächste Woche gibts bereits wieder freie 4 Tage. Die werden mich dann in die Bay of Islands führen – schlechtes Wetter ist leider angekündigt. Da obendrein absolute Neben-Nebensaison ist da auch nicht mehr viel los – hat gute Seiten, aber auch schlechte. So wollte ich dort bekanntlich einen Segeltörn machen, doch quasi alle Segelveranstalter haben Ende Mai die Bay of Islands verlassen, um sich in wärmere Gewässer zu begeben, z.B um Fidschi herum. Wer möchte es ihnen verdenken?

Ich habe deshalb den Entschluss gefasst, eine kleine „Kreuzfahrt“ zu unternehmen. Durch die Bay schippert nämlich eine Art Hausboot, eine umgebaute Autofähre, auf der man 24 hoffentlich schöne Stunden verbringt, geschlafen wird in Mehrbettkojen wie auch in den Hostels. Der ganze Spaß kostet auch nicht viel mehr als ein Segeltörn und Unterkunft/Essen für eine Nacht, insofern ist das eine lohnenswerte Investition. Näheres kommt noch, ich kann es jedenfalls kaum erwarten.

Gestern wollte ich eigentlich früh aufstehen und was unternehmen, woraus natürlich mal wieder nicht viel wurde. Immerhin habe ich es nicht bereuen müssen, das Wetter war eh schlecht. Bin noch in eine der East Coast Bays an der North Shore gefahren (Browns Bay) und habe dort genüsslich gute und günstige 4 Kugeln Eis verspeist und bin den Strand entlanggewandert. Ansonsten noch ein wenig durch die Gegend gecruist, und mir den großen „Countdown“-Supermarkt bei Westgate angeschaut. Dort habe ich dann auch tatsächlich „HARIBO Goldbären“ entdeckt – zum ersten Mal in Neuseeland – und natürlich auch gleich erworben. Der gestrige Tag stand also voll im Zeichen der süßen Sünde.

Heute war dann etwas mehr los, weil der Wecker mich so wachgeklingelt hatte, dass ich bereits um 11 Uhr startbereit war, also immerhin noch gut 6 Stunden Tageslicht hatte. Gegen 17 Uhr wird es mittlerweile nämlich schon dunkel.

Meine Fahrt führte mich in die Waitakere Ranges mit Ziel des Westküstenstrands Karekare südlich von Piha. Ich fuhr also den üblichen Weg dorthin, nahm den „Secnic Drive“ durch die Waitakere Ranges und stellte dann an einem Aussichtspunkt glücklicherweise fest, dass der Blinker sich mal wieder gelöst hatte. Immerhin gut 4 Wochen hat der Tesafilm gehalten, doch zu diesem Zeitpunkt hing das Teil nur noch an seinem Elektokabel. Klebeband hatte ich natürlich nicht dabei, also irgendwie wieder  dorthin gefriemelt, wo es hingehört und weitergefahren. Nach jeden Stopp dann wieder angeschaut und zurück gefriemelt, wollte ja nicht nochmal einen Blinker verlieren.

Bald war ich an der Straße zur Westküste angekommen, nach den ersten Metern dort sah ich aber einen Parkplatz, von dem ein Wanderweg abzweigte. 40 Minuten Weg hieß es, dann würde man an einem Stausee ankommen, den Upper Nihotoputu Dam. Den Lower Nihotuputu Dam hatte ich bereits letze Woche gesehen (ihr auch auf den Bildern), als ich von Whatipu/Huia zurückgefahren bin.

Spontan entschloss ich mich eine kleine Wanderung dorthin zu unternehmen, die weitgehend über eine für öffentlichen Verkerhr jedoch gesperrte private Schotterpiste führte – für Wanderer jedoch geöffnet. Durch den Regenwald, an wild rauschenden Bächen und netten Wasserfällen vorbei, bis man am nicht allzu großen, doch recht idyllischen Stausee angekommen war. Umgeben auf allen Seiten von Bäumen und bewaldeten Hügeln ein durchaus schöner Anblick. In der Ferne nur die Staumauer, die ich bald darauf erreichte und beschritt, um auf der einen Seite den Stausee betrachten zu können und auf der anderen Seite in die Tiefe zu schauen. Geschätzte 30m ging es immerhin runter. Man konnte jedoch nicht nur in die Tiefe schauen, sondern auch in die Ferne. Zur Staumauer hin öffnete sich eine Art Tal zwischen den Hügeln, durch das man in der Ferne bis zum Manukau Harbour schauen konnte Solch großartigen Ausblick hatte ich garnicht erwartet.

Ich folgte dann noch einen weiteren 10-minütigen Weg zu einem Rastplatz, der auch als Endpunkt einer Trambahn fungiert. An wenigen Tagen im Jahr bzw. auf Buchung fährt nämlich eine Trambahn Interessierte durch die Waitakere Rangees – bis zu dem Punkt, wo ich nun war. Von dort konnte ich dann auch noch den Grund des Staudamms erreichen, um die Mauer herauf nach oben zu schauen. Der Weg führte über die Schienen der Trambahn, am unteren Ende des Damms angekommen konnte ich auch noch den gewaltigen Wasserstrahl sehen, der aus einem Rohr gespritzt kam. Eine sehr steile Streppe (bei der der Abstieg verboten war) brachte mich dann wieder nach oben auf den Staudamm.

Zürckgewandert hieß dann das nächste Ziel Karekare, ein Westküstenstrand südlich von Piha und nördlich von Whatipu, wo ich ja letzte Woche war. Die zwar asphaltierte, aber enge und kurvige Straße führte mich gut dorthin, vom Parkplatz zum Strand war es dann eigentlich ein Kinderspiel. Aber auch nur eigentlich, denn der normale Weg zum Strand war geflutet. Ein Paar in Gummistiefeln traute sich durchzuwaten, die Gruppe Japaner hatte wohl schlechte Erfahrung mit Wasser gemacht und traute sich nicht…

Ich schon,barfuß mit hochgekrempelter Hose watete ich durch die Fluten und marschierte dann über die Dünen zum weiten, schwarzsandigen Strand. Wie schon in Whatipu zu schön um wahr zu sein: hohe, bewaldete Hügel im Rücken und tosendes Meer in der Front. Ich marschierte am Strand entlang, ließ die Wellen meine Füße umspülen und genoss die Zeit. Mehr zu erzählen gibt es eigentlich nicht.

Karekare ist natürlich auch ein Ort, der aber eben nur aus aus ein paar Häusern die Straße entlang besteht. Wer jedoch eins in Hanglage mit Meerblick besitzt, darf sich glücklich schätzen. Zurück nahm ich nicht den Weg, den ich gekommen war, sondern nahm eine Straße in die andere Richtung, neugierig wo sich mich hinführen möge. Irgendwann, ich wollte bereits umkehren, kam ich dann doch wieder auf der Hauptstraße zur Westküste hinaus, der Weg hatte sich dank einiger netter Ausblicke sogar gelohnt.

Es folgte noch ein kleiner Abstecher nach Piha, das ich ja bereits erkundet hatte vor einiger Zeit. Dieses wohl populärste Westküste-Örtchen wollte ich ja nochmal wiedersehen – wer weiß, ob sich überhaupt nochmal die Zeit findet, dorthin zurückzukehren. Eigentlich sind nämlich jetzt alle Resttage verplant.

Ich genoß also nochmal die Aussicht bei der Anfahrt und wanderte etwas den gut besuchten Strand entlang mit Aussicht auf den „Lion Rock“, ehe ich mich auf den Weg nach Hause machte. Zurück zum „Scenic Drive“ und den weiter nach Norden, wo ich noch an einem Parkplatz hielt, von dem ein 5minütiger Weg zu einer Plattform führte, die grandiose Blicke über den nordwestlichen Teil Aucklands (Waitakere) bot. Ma konnte wirklich den ganzen Waitakere-Teil sehen, über den Waitemata Harbour zur North Shore und bis zu den Wolkenkratzern der City, Skyower und Rangitoto Island. Hat sich gelohnt den Zwischenstopp, an dem ich bereits vorher ein paar mal achtlos vorbeigefahren bin.

Bevor es dann nach Hause ging, steuerte ich den Westgate-Komplex an und suchte eine Art Baumarkt („Placemakers“ auf, um mir Klebeband zu besorgen. Kein Tesaband, sondern dieses Mal dickes, starkes, wetterfestes, aber trotzdem durchsichtiges Klebeband, mit dem ich den Blinker wieder gut in die Karosserie klebte. Das sollte die letzten Wochen jetzt auf jeden Fall noch halten – wenn nicht habe ich ja noch genug Klebeband zur Verfügung.

Mein „Wochenende“ klang hier dann eben mit einer ordentlichen eineinhalbstündigen Skype-Session mit Tobias, der üblichen Wissensaufnahme und dem Schreiben dieses Artikels aus. Eine Stunde noch, dann geht es ins Bett, morgen früh steht schließlich „Wood Carving“ mit Kevin auf dem Programm…

Fotos habe ich zwar ordentlich gemacht, gibt es heute aber mal nicht 😉

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