Northland: Tag 1

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So, dann wollen wir mal anfangen, über den ersten Tag meines Kurzurlaubes zu berichten. Zu berichten gibt es nämlich jede Menge. Jetzt, wo ich die Karte samt meiner Routen anschaulich präsentiert habe, könnt ihr ja einfach draufschauen, dann wisst ihr, wo der Ort ist wovon ich spreche und wie die Route genau ausgesehen hat…

Los ging es also am Donnerstag in aller früh, ich wollte es schließlich von Helensvill bis nach Ahipara machen, was jedoch nicht ganz geklappt hat. Um 7.30 war der Rucksack gepackt und es ging los nach Norden, das Wetter in Helensville zu dieser Zeit noch garnicht so mies. So eröffnete sich mir auf den Weg nach Wellsford noch der ein oder andere schöne Blick auf den Kaipara Harbour.

Das sollte sich jedoch schnell ändern, denn hinter Wellsford kam dann bereits ein gewaltiger Wolkenbruch mit prasselnden Regen, der für den Rest des Tages anhalten sollte. Nachdem ich von dort wieder kurze Zeit auf dem State Highway 1 unterwegs war, der ja bis hoch zur Nordspitze führt, bog ich jedoch schon bald in westliche Richtung nach Dargaville ab – ich wollte nämlich die „Kauri Coast“ sehen. Der Kauri ist ein Baum – und über diesen Baum drehte sich fast mein gesamter Tag.

Früher bedeckten nämlich riesige Kauriwälder das Northland – von den weißen Siedlern wurden sie aber rasant vernichtet, da die Kauris ein überaus gutes Holz liefern. Kauribäume können ziemlich dick und gleichzeitig hoch werden, ihr Holz ist von eher dunkelbrauner Farbe, das poliert jedoch wundervoll aussieht.

Über Kauris informieren konnte ich mich bald im Kauri Museum in Matakohe, auf halbem Weg zwischen Wellsford und Dargaville. Als ich ankam, regnete es so gewaltig, dass mich die 10 Sekunden vom Parkplatz ins Gebäude von Kopf bis Fuß vollständig durchnässten. Das Museum an sich ist riesig und auch defintiv einen Besuch wert. Um nur einen kleinen Einblick zu geben: tatsächlich arbeitende Holzbearbeitungsmaschinen, mit Kauriholz ausgestattete und eingerichtete Zimmer samt Mannequins, die gut in das Leben vor 100 Jahren einblicken ließen, riesige Kauri-Stämme und wunderschöne Möbel aus polierten Kauriholz. Eines der Highlights war ein massives bestimmt 20m langes Brett aus dem Holz eines Kauribaumes (siehe Fotos). Der Baum wurde nicht gefällt, sondern von einem Blitz niedergestreckt – Kauris sind nämlich mittlerweile streng geschützt und werden großflächig versucht wideranzusiedeln.

Absolutes Highlight war jedoch die Sammlung des harten Kauriharzes – Bernstein eben. Jedoch ein speziell neuseeländischer Bernstein, der sich z.B vom baltischen in gewisser Form unterscheidet. Die Sammlung jedenfalls war atemberaubend, das Kauriharz glänzt genauso wie richtiger Bernstein, vielleicht sogar noch schöner. Ich möchte garnicht soviele Worte drüber verlieren, aber ich konnte nicht widerstehen, ein kleines Stückchen Kauri-Bernstein zu erwerben (mein erstes Souvenir), in das ich noch ein Löchlein bohren werde, um es mir dann auf meine Bernsteinkette fädele, die ja bereits einen baltischen Bernstein trägt. Vielen sicher unbemerkt geblieben trage ich ihn bereits schon über 5 Jahren jederzeit direkt am Herzen – mein persönlicher Glücksbringer, der bald von einem neuseeländischen Artsgenossen ergänzt wird, der eine etwas dunklere Tönung hat. Mit der Verkäuferin kam ich auch ins Gespräch – sie kannte sogar einen der Core People hier aus Helensville.

Aber wie dem auch sei, irgendwann ging es weiter nach Dargaville, einer Stadt im Inland eines ganz schön großen Flusses, der in den Kaipara Harbour mündet (man kann auch sagen, dass er noch zum eigentliche Harbour dazu gehört). Dargaville ist das Zentrum der Kumara-Landwirtschaft, meine neue Lieblingsspeiese probierte ich dort aber nicht,Die Stadt selbst ist größer als erwartet, groß aufhalten tat ich mich jedoch nicht. Ich habe mich mit Cash versorgt, was sich im Nachinein auch als sinnvoll erweisen sollte und fuhr dann gen Norden Richtung Hokianga Harbour, vorbei durch rolliges Hügelland mit saftig grünem Gras, wo man auch liebend gern Kuh oder Schaf wäre, um einfach reinzubeißen…. Wer sich das Northland mal als flache Gegend Neuseelands vorstellt, wird jedoch auch enttäuscht. Es ist ziemlich hügelig, teilweise gebirgig, wenn man bei Höhen von 600-800m davon sprechen mag.

Mein erster Stopp nach Dargaville waren die Kai Iwi Lakes, wo ich mich jedoch des Regens wegen schnell wieder verabschiedete. Der nächste Stopp war dann der Trounson Kauri Park, wo ich zum ersten Mal diese gewaltigen Bäume sehen konnte – im Vergleich zu den Bäumen, auf die ich noch zu prechen komme, jedoch wahre „Babies“. Meine Regenjack leistete mir wirklich gute Dienste, denn der Wald verschluckte zwar ein bisschen Regen, trotzdem tropfte es wie wild hinab. Durch den Park ging ein etwa halbstündiger Wanderweg, vorbei eben an vielen verschiedenen Bäumen und Pflanzen und ein Kauri-Bäumen. Höhepunkt waren die „Four Sisters“, eine Ansammlung von je zwei nebeneinanderstehenden imposanten Kauribäumen.

Nach dem Trounson Kauri Park erreichte ich dann bald auch den Waipoua-Forest – Heimat der wirklich großen Kauri-Bäume. Zuerst verschaffte ich mir an einen Aussichtspunkt auf einen Hügel einen Überblick über den Wald (die Sicht war leider recht bes****cheiden), der sich zu allen Seiten scheinbar endlos erstreckte und ziemlich hügelig ist. Ungefähr vergleichbar mit den Waitakere Ranges.

Nach dem Aussichtspunkt, wo ich mit dem Auto hochfahren konnte, ging es zuerst zum Besucherzentrum des Waldes – der ist nämlich natürlich eine Touristenattraktion. Das war jedoch abseits der Hauptstraße gelegen und hatte nicht viel zu bieten. Ich bekam ungefragt nur ellenlang den Weg zu den beiden Hauptattraktionen beschrieben, die ich jedoch eigentlich eh nicht verfehlen konnte.

Zuerst die „erste Hauptattraktion“. An einen Parkplatz angekommen und 2 Dollar Parkgebühr an einen Wächter bezahlt (den es gibt, seit dort früher massenhaft Autos aufgebrochen wurden) führte mich eine kleine Wanderung in den Wald. Zuerst stattete ich wieder den „Four Sisters“ einen Besuch ab – nicht zu verwechseln mit denen im Trounson Kauri Park. In diesem Fall jedoch ein Kauribaum, dessen massiver unterer Stamm sich nach ein paar Metern in vier einzelne Stämme aufspaltete.

Dann ging es weiter zur Hauptattraktion, die nach gut 20 Minuten Marsch erreicht war – „Te Matua Ngahere“, das heisst übersetzt soviel wie „Vater des Waldes“. Den Namen hat sich der Baum auch verdient, ist er schließlich zweitgrößter (Kauri)-Baum Neuseelands, aber auch nur zweiter weil er nicht so hoch ist wie sein Artgenosse, der zweiten Hauptattraktion.

Der Stammesumfang des Vater des Waldes beträgt beeindruckende 16,41 Meter – da braucht es einige Leute ihn zu umarmen. Versuchen kann man das jedoch nicht, der Baum ist weitläufig abgesperrt, da seine Wurzeln sehr, sehr empfindlich sind. Der Stamm ist knapp 10m hoch, ingesamt ist der Baum kknapp 30m hoch – wirklich beeindruckend ist wie gesagt jedoch sein Umfang. Auf den Baum wachsen über 50 andere Pflanzen, was man auch ganz gut beobachten kann. Konnte garnicht aufhören, Fotos zu machen und den Blick abwenden.

Irgendwann tat ich das aber und eine kurze Fahrt durch die kurvig-engen Straßen des Waipoua-Forests später, erreichte ich die zweite Hauptattraktion, direkt an der Straße gelegen – der „Tane Mahuta“, was soviel wie „Gott des Waldes“ bedeutet. War der „Vater“ schon beeindruckend, so ist es der „Tane“ erst recht als größter Baum Neuseelands. Allein der Stamm ist 51,5m hoch, der Umfang am Boden noch stattliche 13,5m.  Genauso wie der „Vater des Waldes“ ist er geschätzte 2000 Jahre alt – existierte also schon zu Christi Geburt, als Neuseeland noch keinem Menschen bekannt war.

Ich fühlte mich irgendwie an die „Ents“ aus HdR erinnert bei diesen Bäumen, nicht vom Aussehen her, sondern wegen ihrer imposanten Erscheinung, die ihr am  besten auf den Fotos bewundern könnt.

Nach dem Waipoua Forest eröffnete sich bereits bald ein Blick auf den Hokianga Harbour, den letzten großen Naturhafen der Westküste, der nicht sonderlich breit ist, sich jedoch weit ins Inland erstreckt. Ich war an ein paar guten Aussichtspunkten mit Blick auf den Harbour, seine Vereinigung mit der Tasmanischen See und die riesigen Sanddünen auf der anderen Seite. Hier wollte ich mir dann auch meine Unterkunft für die Nacht klarmachen – ungünstigerweise ging mitten beim Anruf an meine angedachten Herberge mein Handy der Akku aus (obwohl ich es grad die Nacht zuvor doch aufgeladen hatte..), grade als der Besitzer mir mitteilen wollte, ob er noch was frei hat oder nicht.

Ich blieb also im ungewissen, ob ich die Nacht im Auto schlafen sollte oder noch ein Bett fand. Ich fuhr am Hokianga Harbour entlang ins Inland, nahm kurzfristig einen  betrunkenen“Daumenwanderer“ (Hitchhiker) mit und steuerte dann bald den kleinen Hafenort Rawene an.

Ich wollte nämlich nicht die Straße nehmen, um den wie gesagt recht weitläufigen Harbour zu umrunden, sondern die Fähre. Von Rawene ans andere Ufer ist es vielleicht knapp einen Kilometer, an der Anlegestelle an der anderen Seite sogar nur knapp 200m. Könnte man eigentlich eine Brücke rüberbauen, bloß ist die eine Seite sehr hügelig und damit dafür wohl nicht geeignet.

Jedenfalls gibt es eine stündlich verkehrende Autofähre, die Passagiere samt Autos auf die andere Seite bringt. Buchen ist nicht, wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Bezahlt wird in bar auf dem Schiff. Ich wartete also ein bisschen auf die Fähre und guckte mir das historische Örtchen Rawene an (eines der ersten Orte Neuseelands, früher 5-mal so groß), Die Fährfahrt an sich war denn relativ unspektakulär, das regnerische Wetter und die einsetzende Abenddämmerung verhinderten allzuschöne Aussichten. Ich war jedenfalls der einzige, der aus dem Auto ausstieg (um Fotos zu machen). Die Fahrt ist übrigens sehr günstig, nicht teurer als die Spritkosten, die man eh hätte, würde man die Straße nehmen. Eine einmalige Fahrt kostete mich 16 Dollar, nimmt man aber z.B eine 10er-Karte kostet eine Fahrt umgerechnet nurnoch 4 Euro. Jemand auf der Fähre erzählte mir, dass er zweimal täglich die Fähre benutzt, um auf der anderen Hafenseite zu arbeiten.

Um zum Schluss zu kommen (meine Finger sind schon ganz wund..), in meiner angestrebten Herberge, dem „Tree House“ nahe Kohukohu, war noch ein Bett frei, nicht direkt dort, jedoch in einem dazugehörendem kleinen Häuschen auf einer Anhöhe, das ich ganz für mich allein hatte. Vom netten Besitzer wurde ich mit Taschenlampe und Regenschirm ausgestattet, sodass ich meine Habseligkeiten trocken dort hinbringen konnte. Gegeßen wurde dann im Aufenthaltsraum, im dem ich auch später noch weilte, um einen Schachspiel zwischen Vater und Sohn zuzugucken. Erst wollten die wohl gegen mich spielen, als ich beiläufig erwähnte, ich wäre in einem Schachclub haben sich die Angsthasen unter dem Voewand schlafen zu wollen jedoch verabschiedet. Ich habe mich auch in meinen Raum zurückgezogen, der wundersamerweise sogar über eine Nachttischlampe verfügte (die erste überhaupt, die ich in einen Backpackers sah). Dort las ich noch das sehr spannende Buch „Hour Game“ von David Bouldacci, das mir eine legin hier empfohlen und ausgelien hatte – sehr spannende Thriller/Krimi-Lektüre, die ich mich auch die nächsten Abende noch beschäftigen sollte und auch immer noch tut.

Noch eins: ich wusste es nicht, aber meine Herberge ist bzw. war zumindest Neuseelands „Nr.1“-Backpackers. Hat mir auch sehr gut gefallen.

Nun schaut Euch die Fotos an, die werden hoffentlich auch gefallen! Leider aufgrund manch Regenfalls direkt in die Linse streckenweise recht schlechte Qualität…

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