Tag 2: Russel, Umgebung und Wairere Boulders

23 Uhr – und immer noch ist die Arbeit nicht vorbei. Die setzt sich mit den Schreiben des Blogs nämlich fort, macht aber immerhin ein wenig Freude. 13 Stunden habe ich heute durchgearbeitet und bin dementsprechend etwas angenervt – Zeit die Nerven durch die Schreibtherapie wieder herunterzukühlen. Jemand hier ist nämlich im Krankenhaus (nichts schlimmes, kommt morgen wieder) und ich musste eine Support-Person heute Abend eben noch von dort abholen. Das Krankenhaus liegt bloß in Takapuna, North Shore, hin und zurück immerhin gut 100km. Immerhin kam ich so in den Genuss, auch mal ein neuseeländisches Krankenhaus von innen zu sehen. Nicht groß unterschiedlich zu Deutschland.

Aber egal, fangen wir mit der Berichterstattung des zweiten Tages an. Los ging es gegen 9 Uhr in Russell, wo ich nach dem Aufwachen ungläubig aus dem Fenster schauened einen strahlend hellblauen, wolkenlosen Himmel erblicken konnte. Perfekt für mein erstes Ziel an diesen Tag, einen Aussichtspunkt. Zu dem verfuhr ich mich erst jedoch, gelangte jedoch zu einem anderen Aussichtspunkt, der mir zum ersten Mal einen Blick auf die Bay of Islands ermöglichte, wenn auch nicht allzu gut, diesmal blendete die Sonne nämlich in vollster Kraft meine Augen. Von dort sah ich auch, dass Russell auf der Ostseite einen schönen Strand hat, zu dem ich erst einmal hinunterfuhr und ein paar schöne Bilder machte, die wärmenden Sonnenstrahlen einfing und das Panorama der paar Inseln in der Ferne genoss.

Danach ging es dann zum eigentlichen Aussichtspunkt, der auch historische Bedeutung hat. „Flagstaff“ heißt das ganze, benannt nach dem Fahnenmast, der dort seit jeher stand und immer noch steht. Historische Bedeutung deshalb, weil die Maori einst an nur einem Tag den Flaggenmast 4-mal absägten und die weißen Pioniere dementsprechend 4-mal wieder aufbauten. Gelegen auf dem bewaldeten Hügel östlich von Russell hat man einen genialen Blick – einerseits über das kleine Örtchen Russell selbst, wie auch die anderen Örtchen und die Landschaft des Naturhafen Richtung Norden und Westen, im Osten hingegen der tolle Blick auf die eigentliche Bay of Islands mit ihren vielen Inseln. 143 ingesamt sollen es sein, doch dazu ein andermal.

Fotos sagen hier mal wieder mehr als Worte, die vom heutigen Tag können sich auch duchaus sehen lassen (und sind bereits vorausgewählt, sodass ich weniger Mühe habe heute).

Ein paat allgemeine Worte zu Russell: von den Maori „Kororareka“ (mit rollendem „r“) genannt, war Russell in der frühen Kolonialzeit als „Höllenloch des Pazifiks“ berühmt-berüchtigt, weil sich hier das gesamte Gesindel herumtrieb. Das benachbarte, heute winzige Örtchen Okatio (das als Zielhafen der Autofähre gilt) war einst sogar die Hauptstadt Neuseelands – nicht Russell wie fälschlich meist angenoimmen – bevor der Titel erst an Auckland und später dann nach Wellington wanderte.

Russell ist jedenfals ein sehr historischer Ort, was sich dann auch bei meinen Museumsbesuch herausstellte. Das Russell-Museum ist klein, aber modern und zeigte eine interessante Auswahl an Gegenständen, die einen das Leben des historischen Russels näherbrachten. Besonders interessant für mich war eine kleine Sonderausstellung über die „Freimaurerei“ mit vielen Exponaten.Viele Worte möchte ich über das Museum nicht verlieren, dann eher über das nächste Ziel, das quasi benachbarte „Pompalier House“. Das ist die älteste Mission Neuseelands, datierend von 1840 und Sitz des katholischen Bischofs Pompalier. Ein großes weiß gestrichenes Haus direkt am Wasser mit großen Garten, durchaus fotogen. Besonders ist aber die Einrichtung hervorzuheben.

Ich hatte das Glück, nach etwas Warterei bei der ich das Haus schonmal vorbesichtigte, an einer Führung teilzunehmen, die sehr interessant werden sollte. Dort im Pompallier House wurden nämlich die ersten Bücher Neuseelands gedruckt bzw. allgemein hergestellt, in diesen Fall Bibeln und andere christliche Schriften, die kostenlos an die Maori verteilt wurden. Die ganze alte Ausstattung war noch vorhanden und ist zu Anschauungszwecken immer noch in Betrieb. Nicht nur funktionierende Druckerpressen un Co., sondern auch sämtliche Vorrichtungen, die man braucht, um aus Schafs- oder Kuh-Häuten Leder herzustellen, dass dann als Buch-Cover verwendet wird. Dieser ganze Prozess der Gerberei und Tannerei und Co. war mir bisher noch unbekannt und wurde nun anschaulich erklärt. Die Felle in der Tannin-Grube z.B, wie sie danach mit allen möglichen Vorrichtungen bearbeitet werden und langsam aber sicher zu Leder werden. Bis eine Kuh- oder Schafshaut Leder geworden ist, dauert es um die 6 Monatem wobei jede Nacht die Häute in die Tannin-Grube gelegt werden (Wasser mit Tannin-Zusatz aus irgendwelchen Pflanzen) und tagsüber sie getrocknet werden – langsam aber sicher bildet sich dann eine Lederschicht.

Neben den Leder wurden auch die Druckmaschinen in Aktion gezeigt. Da ich mit meinen Kenntnissen glänzen konnte, wer denn wann die Druckerpresse hatte erfunden (wer weiß es?) durfte ich der Führerin als Hilfsperson zur Hand gehen und die Druckerpresse selbst bedienen. Ziemlich altes Teil und ziemlich komische Vorrichtungen, hat aber alles gut geklappt. Der Druck war gut gelungen und ich durfte ihn als Belohnung mitnehmen. Habe ich denn auch. Neben all dem wurde uns auch noch die ganze Geschichte der Mission und so weiter näher gebracht – aber ich bezweifel, das interessiert jemanden.

Beim Verlassen der Mission war meine Stimmung jedoch erstmal wieder getrübt, weil in der halben Stunde im Inneren bereits wieder dunkle Wolken aufgezogen waren, die ein paar Regentropfen ankündigten. Von denen floh ich jedoch nach Südwesten, die Küstenstrecke in umgekehrter Richtung nehmend, die ich am Vortag wegen des schlechten Wetters ja ausgelassen hatte. Auf der „Russel Road“, der einzig asphaltierten Straße nach Russel, ging es an vielen wahnsinnig schönen Buchten die Küste entlang., die mich regelmässig für Fotos stoppen ließen. Ein kleiner Trip über eine Schotterpiste brachte mich in das Örtchen Rawiti, von dem man ohne Zweifel den besten Blick auf die Bay of Islands hat. Östlich von Rawiti liegt das Cape Brett, das die Bay of Islands in südlicher Richtung einschliesst. Das Cape Brett ist von einem recht hohen Hügelzug bestimmt, an seinen Enden fällt die Steilküste teils 500m senkrecht hinab in den Pazifik. Dort ist auch ein Leuchtturm, zu dem man wandern und eine Hütte, wo man schlafen kann, denn die Wanderung ist anspruchsvoll und anstrengend (rauf und runter die Hügel) und dauert one-way etwa 7 Stunden von Rawiti aus. Nichts für mich also. Trotzdem hatte ich einen guten Blick darauf, als ich die ersten Meter des Weges einen Teil des ersten Hügels zurücklegte.

Weiter ging es dann an der Küste entlang, durch viele Küstenorte, grünes Hügelland, oft mit Blick auf den an diesem Tag durch bestes Wetter wunderschönen Pazifik. Ortsnamen önnt ihr eh nicht zuordnen, deshalb überspringe ich diese Etappe mal – Fotos zeigen da auch mehr. Eine Stelle war aber interessant, denn ein umgekippter Baumstamm blockierte die Straße. Und der war zu schwer, als dass ich ihn alleine hätte wegräumen können. Also brach ich mit aller Kraft die herausstehenden Äste ab, was mir ermöglichte, knapp aber gut an der Seite vorbeiufahren – 5cm weiter rechts gefahren wäre ich jedoch im Meer gelandet 😉

Am Ende dieser Straße war ich bereits wieder 50km südlich der Bay of Islands und musste wieder hochfahren – wie am vorige Tag nichts Interessantes dazu. Ich entschloss mich jedoch auf der Fahrt nördlich, nicht direkt nach Paihia zu fahren, sondern einen Abstecher zum Hokianga Harbour zu machen, der Euch ja sicher noch etwas sagt. Der erstreckt sich bekanntlich ja weit ins Inland und unweit dessen Wasserarmen im hügeligen Gras- und Waldgebiet liegt eine gant besondere Attraktion – die Wairere Boulders, eine riesige Ansammlung großer Steine.

Das ist an sich nicht besonders, doch Steine sind in dieser Lehmgegend absolut selten. Die Steine sind auch von irgendeiner seltenen Art (keine Ahnung was genau) und schon Jahrmillionen alt. Jedenfalls hat man überhaupt keinen Anlass anzunehmen, dass in dieser Gegend diese Steine vorhanden sind.

Die Steine wurden von einem Schweizer Ehepaar zur Touristenattraktion ausgebaut, die aufgrund ihrer Abgeschiedenheit aber nicht allzu viele anzieht, dabei ist sie es durchaus wert. Die haben sämtliche Wege durch den Wald gebahnt, Treppen in den Stein gehauen und Brücken über den Fluss gebaut, der zwischen den Steinen den Hügel hinunterströmt.

Die Schweizer Abstammung erkannte ich nicht bereits am Aussehen (ein wahrhaftiger Alm-Ödi!), sondern gleich durch meine Ohren, als ich mich als „Deutscher outete“. Sofort hörte ich nämlich so etwas wie „Ack, oin Daitscha“ und konnte fortan mein gesprochenes Deutsch schonmal wieder im realen Leben auspacken. Nach einem kleinen Plausch ging es dann auch, bewaffnet mit Regenjacke (hatte nämlich mal wieder zu nieseln angefangen) los, um die vielen Steine zu sehen. Viele ist noch untertrieben, fast soviele wie Sandkörner in der Sahara könnte ich sagen, aber das wäre wohl übertrieben. Jedenfalls eine ganze Menge. Dazwischen das Bächlein, das recht reißend, nicht zuletzt wegen der vielen Regenfälle der vergangenen Tage, den Hügel hinunterstürzte. Der Weg führte durch dichten Wald den Hügel hinauf und ab einer bestimmten Stelle dann wieder hinunter, immer mit Blick auf die vielen Steinformationen. Ein paar Zusatzwege führten zu besonderen Formationen. Besonders interessant waren die Höhlen, die durch die Steine entstanden, die oft übereinander gelagert waren und so eben Höhlen bildeten, die man auch betreten könnte. Einen besonders guten Blick hatte man jeweils von der Brücke, die den Bach überspannte – den besten Blick jedoch von einer Plattform fast an der Spitze des Hügels. Die habe ich jedoch nicht in Angriff genommen – keine Kondition. aber auch keine Zeit. Die Sonne war nämlich bereits im Untergehen begriffen, was den Wald eine zauberhafte Atmosphäre verlieh. Dazwischen das verwunschene Bächlein und die mystischen Steine. Es hat sich wirklich gelohnt!

Nach den Wairere Boulders folgte ich der Schotterpiste aus Süden nahe Kaikohe, die mich dorthin gefüher hatte, weiter nach Norden in das kleine Örtchen Horeke am Hokianga Harbour. So sah ich dieses stille Juwel auch nochmals und machte ein paar schöne Fotos des stillen Wassers und roten Wolken durch den Sonnenuntergang. Nahe Horeke hatte ich dann noch eine Begegnung mit einigen Kühen, die von ein paar lachenden Kindern über die Straße direkt in meine Richtung getrieben wurden. Hilft nichts – Motor abgestellt und gewartet, bis sie alle vorüber gezogen waren. Das dauerte einige Zeit, manch Kuh sah mich fast als unüberwindbares Hindernis an, die meisten liefen aber brav links wie rechts an meinen Auto vorbei. Da passierte es dann aber auch: eine Kuh lieg „volle Kanne“ gegen meinen Seitenspiegel!!! Der ist zwar zum Glück nicht abgebrochen und das Glas auch nicht gesprungen, trotzdem ist der und das Auto isgesamt mal wieder um eine Macke reicher…

Danach ging es über einige Kilometer Schotterpiste dann zurück zur Bay of Islands, wobei ich fast noch aufgrund Spritmangels liegen blieb.

Mit dem letzten Tropfen rettete ich mich an eine Tankstelle, die, wie ich leider feststellte, bloß schon geschlossen war (Freitag Abend, 18 Uhr…), einen Bezahlautomaten gab es auch nicht.

Mit den paar wirklich letzten Tropfen erreichte ich dann nach 20km aber noch eine offene Tankstelle. Apropos Tanken: die Benzinpreise sind wieder deutlich günstiger geeworden, momentan 16 Cent billiger. Am Vortag in Whangarei hatte ich sogar bereits wieder für 1,99, also 22 Cent billiger als der bisherige Höchststand, tanken können.

Um zum Ende zu kommen: ich kam bei Dunkelheit in Paihia an und suchte mir einen Backpackers, was nicht sonderlich schwierig war. Während Russell nämlich ein kleines, ruhiges Örtchen ist, das vor allem gut betuchte Gäste anzieht, ist Paihia die Backpackers-Hochburg schlechthin. In diesen kleinen Orten drängen sich allein 12 Backpackers auf ihre potenziellen Kunden – nur in Queenstown dürften es noch mehr sein. Bloß ist Paihia deutlich kleiner als Queenstown, ohne Touristen in etwa so 1700 Einwohner – mit sicher das dreifache. Neben den vielen Backpackern ist nämlich dort, in Konkurrenz mit Queenstown, wohl auch die höchste Dichte an Luxushotels.

Die Hostels liegen fast alle an der King Street – der örtlichen Partymeile. Die besteht quasi nur aus Hostels, ein paar Bars, einen kleinen 24h Laden und natürlich dem Liquor Store. Zu meinem Pech quartierte ich mich in einem der Hostels ein – geführt mal wieder von einer unfreundlichen Deutschen. Mal wieder eine Vorbereitung auf die Servicewüste Deutschland !?

Eine Bar suchte ich auch für mein kleines Abendessen aus, bis auf 2 schon ordentlich angetrunkene Einheimische war jedoch noch niemand da – war ja auch erst 19 Uhr. Gegen 21 Uhr wurde es dort aber wohl richtig voll – wie auchin den anderen Bars dort. Und richtig laut – die Schreie der Besoffenen hallten in jedes Zimmer und störtem mich erst beim Lesen und dann beim Schlafen. In meinem Hostel in meinem Schlafsal waren dann auch die meisten dieser Gestalten einquartiert – wie ich am nächsten Morgen sah Reisende im „Chlamydia-Express“. Die Nacht war nicht so toll, aber ich bin am nächsten Morgen heil aufgewacht, fertig zum großen Abenteuer Bay of Islands per Schiff. Dazu nicht morgen, sondern übermorgen. Morgen kommt der dritte Tag bis zur Schiffahrt und der 4. Tag nach Beendigung dieser (die Rückfahrt nach Süden).

Hier kommen jetzt jedenfalls noch ein paar, diesmal teils recht schöne, Fotos:

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Tag 1: Whangarei, Tutukaka Coast und Russell

[Dann wollen wir mal anfangen. Grade habe ich sämtliche Bilder auf meinem Netbook nochmals auf eine externe Festplatte geladen, also alle neuen darunter, sodass die auch ja heil nach Haus kommen. Ich habe mich jedoch bei der Anzahl schon ein wenig geirrt. Ganze 9,561 Bilder habe ich bereits gemacht! 15,6 Gigabyte an Daten alleine. Die 10.000er Marke werde ich noch locker brechen. Wenn man das jetzt mal so zusammenrechnet sind es momentan etwa „nur“ 8 Stunden Betrachtungszeit, wenn man durchschnittlich von 3 Sekunden pro Bild ausgeht. Hab mich aber, glaube ich, verrechnet 😀

Nun gut, widmen wir uns nun den Anfängen meiner Reise, beginnend mit schlechten Wetter, bereits in Helensville, das ich gegen 8 Uhr morgens, also untypisch früh, verließ.  Wird aber ja auch schon um 17 Uhr dunkel, drum wollte ich was vom Tag haben.

Hoch ging es in den Norden, den altbewährten SH16 bis Wellsford (60km) und dann auf den SH1 nach Norden bis zu meinem ersten Ziel, Whangarei (nochmals ca. 80km). Whangarei ist die größte Stadt in der Region nördlich von Auckland, immerhin mit s 70.000 Einwohnern, Tendenz steigend. Eigentlich ist Whangarei keine Stadt mehr, sondern ein Verwaltungsdistrikt aus mehreren kleinen Orten die zusammengefasst Whangarei bilden (das nur so am Rande).

Ich fuhr also auf Whangarei zu, der Regen prasselte auf meine Scheibe hinab, die Aussichten waren nicht sehr rosig. Die Straße ist gut ausgebaut (ist ja auch der State Highway 1), an einer Stelle etwa auf halbem Weg zwischen Whangarei und Wellsford ist sie jedoch eng, kurvig und steil. Da geht es nämlich über die Brynderwyn Ranges, einen kleinen Gebirgszug, der auch die Grenze der Regionen „Northland“ und „Auckland“ bildet. Denn falls noch nicht bewusst – die Region Auckland erstreckt sich noch fast 100km nördlich vom eigentlichen City Centre – Helensville liegt ja auch drin.

Aber zurück zum Trip, sonst werde ich nie fertig. Eigentlich wollte ich in Whangarei einen Aussichtspunkt auf einen Hügel besuchen, wo man mit dem Auto hinausfahren könnte. Die mit dem starken Regen verbundenen „arme“ Aussicht hielt mich jedoch davon ab. Hätte eh nichts gebracht. Nur zur Beruhigung: am letzten Tag holte ich dies nach – und es hat sich gelohnt…

Eine Attraktion, die ich auch im Regen ausführen konnte, waren jedoch die Whangarei Falls, die der Regen sogar noch imposanter machte. Etwas außerhalb von Whangarei ist dieser Wasserfall oft als fotogenster Neuseelands genannt. Und die ganzen zusätzlichen Wassermassen sorgten noch für deutlich mehr Kraft als üblich – wenn auch für die unappetitliche braune Farbe des Wassers.

Eingepackt in meiner wirklich sehr guten Regenjacke schaute ich mir erst von oben an, wie die Wassermassen immerhin 27m tief stürzte , um sich dann im Fluss durch einen Wald fortzusetzen. Aussichtspunkte waren gut oberhalb, man konnte auch den Fluss  nur wenige Meter vor dem Fall auf einem etwas abenteuerlichen Stahlsteg überqueren und dann einen Weg zum Grund des Flusses hinunterkraxlen, was ich auch tat. Von wiederum einer anderen Brücke über den Fluss unten hatte man dann einen tollen Blick auf den Wasserfall. Ich wagte mich auf dem Landweg noch etwas näher an den Wasserfall, was ich jedoch besser hätte unterlassen soll. Der Wind spritzte die Gischt des Wasserfalls die 30m bis zu mir und durchnässte mich von Kopf bis Fuß.

Zeit, zurück zu gehen und sich auf der weiteren Fahrt trockenen zu lassen, die westwärts zur Tutukaka Coast führte, benannt nach dem Örtchen Tutukaka, was ich auch bald erreichte. Das hat einen schönen Hafen mit vielen Booten und ist der Ausgangspunkt zu den „Poor Knights Islands“. Das sind Naturreservate ein paar Kilometer von der Küste entfernt, auf denen die Landung strengstens verboten ist, schließlich überleben dort seltene Vögel, Tuatatas und Co.

Die Inseln umgeben jedoch auch ein Meeresschutzgebiet, das das wohl beste Tauchrevier Neuseelands bietet. Sogar weltweit soll es eines der Besten sein, öfters mal in den Top10 der Top-Tauchdestinationen gerankt. Nun ja, ich hatte nicht des Vergnügen, konnte die Inseln noch nichtmal sehen, trotz einiger guter Aussichtspunkte.

Bei gutem Wetter ist es sicherlich traumhaft dort, so war es nur etwas ernüchternd. Die Straße führte weiter die Küste entlang und ich hielt hier und dort für ein paar Fotos an diversen Stränden und Buchten – im Vergleich zu dem, was noch kommen sollte jedoch, auch wegen des Wetters, nicht sonderlich sehenswert. Aber ihr bekommt es trotzdem noch zu sehen…

Letztlich führte die Straße wieder ins Inland, zurück Richtung SH 1. Ich bog jedoch noch auf eine teils unbefestigte Straße ab, die mich wieder an die Küste nach Whananaki South führte. Whananaki South besteht aus fast garnichts, nur ein paar Hütten und ist von Whananaki North durch ein recht breites Feuchtgebiet getrennt (bei Flut ist halt alles voller Wasser).Die Örtchen sind mit einer Schotterpiste außen herum veerbunden, das ganze sind aber 15km. Drum haben die Bewohner eine Brücke gebaut – jedoch nur für Fußgänger.

Diese Brücke in Whananaki ist die längste Fußgängerbrücke der Südhalbkugel – ich weiß nicht wie lang genau, aber geschätzte 600-700 Meter, die ich dann auch überquerte. Es regnete wie aus Eimern und ich wurde pitschnass, dafür habe ich jedoch die längste Fußgängerbrücke der Südhalbkugel überquert und danach noch Whananaki North angeschaut, wo aber auch nur ein paar mehr Häuser, eine Schule und immerhin eine öffentliche Toilette sind. Dank des Regens ist die Brücle nicht sehr fotogen und das Wasser ziemlich schmutzig – trotzdem eine Erfahrung wert.

Zurück ging es ins Inland, durch den etwas größeren Ort Hikurangi (wo unser „Hausmeister“ hier auf der Farm am Wochenende wohnt) zurück auf den SH1, der mich Richtung Bay of Islands führte. Von hier waren es auch in etwa nur noch 50 Kilometer. Überhaupt ist die Entfernung nicht allzuweit, knapp 200km von Helensville bis zur Bay of Islands, machbar in gut 2 1/2 Stunden. In der Nähe zweigt wiederum eine Straße zur Küste ab, über die man bis nach Russel gelangt. Das ist auch die enzige geteerte und einigermaßen vernünftig ausgebaute Straße die nach Russell führt, vorbei an tollen Buchten und Stränden. Aufgrund des Wetters verschob ich das jedoch lieber auf später un fuhr weiter durch das Inland.

Kurz vor Beginn der eigentlichen „Bay of Islands“ (das ist für mich, wo man auch Meer sieht), liegt das kleine Städtchen Kawakawa. Eigentlich nicht viel mehr wert als einen Tank- oder Raststopp hat dieses Kaff eine Attraktion zu bieten, die die ohnehin zahlreichen Touristen in Scharen anlockt.

In diesem Örtchen (warum grade hier und nicht gleich in den tausendmal schöneren Orten wie Paihia oder Russell?) verbrachte der berühmte österreichische Maler Friedensreich Hundertwasser seine letzten Lebensjahre und wurde auch hier beerdigt (er starb 2000 bei auf dem Kreuzfahrtschiff Queen Elizabeth 2 auf der Fahrt von Neuseeland nach Europa).

Nicht jedoch sondern seine Grabstätte (die eh nicht zugänglich ist), sondern sein Kunstwerk in Kawakawa lockt die Touristen an. Er hat nämlich die öffentlichen Toiletten von Kawakawa verziert – durchaus ansprechend. Die darf man natürlich auch benutzen – es gibt extra eine Reinungsfachkrafts, die immer alles schön sauber macht. Ich muss sagen, in solch schönen Toiletten durfte ich mich noch nie einrichten. Bilder sagen hier mehr als Worte.

Nach einer kleinen Stärkung ging es dann nach Russell, dem wohl historischsten Örtchen der Bay of Islands, wenn nicht gar ganz Neuseelands. Russell liegt zwar auf dem Festland, jedoch so abgelegen das es Inselflair versprüht. Erreichen tut man es über schon benannte Küstenstraße oder per Fähre von Opua, dem ersten kleinen Örtchen der Bay of Islands. Dort fährt eine Autofähre für wenig Geld halbstündlich auf die andere Seite nach Okatio hinüber, einen kleinen Örtchen nahe Russell. Zwischen Russell und Paihia verkehrt dann noch eine Fähre ausschließlich für Passagiere.

An dieser Stelle vielleicht noch ein Verweis auf die geografischen Gegebenheiten. Die Bay of Islands schneidet sich weit ins Inland hinein und verzweigt sich in verschiedenen „Inlets“ noch weiter ab. In dieser Art Naturhafen gibt es schon ein paar Inseln, die eigentliche Bay of Islands liegt jedoch weiter auf dem Meer hinaus. Die Bucht ist  zwischen Paihia und Russell aber z.B ca. 1km breit, an mancher Stelle auch deutlich weniger. Die Gegend ist recht hügelig und dicht bewaldet, das werden auch die Fotos noch zeigen. Auf jeden Fall sehr idyllisch!

Es gibt jedoch noch eine dritte Straße, vollständige Schotterpiste, die nahe Kawakawa durch die bewaldeten Hügel nahe am Wasser nach Russell führt. Auf die trauen sich aber die wenigsten Touristen – gut, dass ich mich nicht als Tourist verstehe. Ich nahm den Weg nämlich in Kauf und musste mich nicht nur mit auf der Straße herumliegenden Baumstämmen herumärgern.

Schon den ganzen Weg nördlich waren die Weiden neben der Straße teils recht heftig überflutet. Auf meinem Weg natürlich jetzt auch. An einer Stelle sogar die Straße. Nicht tief, vielleicht 20 cm und ich fuhr hindurch, wollte ja nicht umkehren und die Fähre nehmen. Hat auch gut geklappt.

Der Weg ist anonsten nicht sonderlich spektakulär was Ausblicke angeht, aber anspruchsvoll, da eng, kurvig und steil.

In Russell, oder wie es früher genannt wurde – Kororareka – angekommen, erkundete ich das Örtchen mit seinen vielen historischen Häusern ein wenig und suchte mir dann eine Unterkunft. Es wurde ein kleiner Mini-Backpackers mit nur 6 Betten, ich war der einzige  Gast, der mehr einen Homestay glich. Ich führte ein nettes Gespräch mit dem Besitzer – ein Künstler – und widmete mich ansonsten meiner Lektüre in dieser angenehmen kleinen Herberge. Zu essen gab es Cordon bleu mit Kumara, verbrannt leider bloß wegen meiner Unachtsamkeit.

Über das, was ich noch in Russel so sah und allgemeines über Russel berichte ich morgen, da ich am anderen Tag ja eh alle wichtigen Attraktionen sah. Habe ja auch bereits mehr als massig geschrieben, fehlen nur noch ein paar Fotos. Nicht so sehenswert von diesem Tag, aber ich verspreche: es wird deutlich besser!

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Bay of Islands, Whangarei & in between – Übersicht

eine kleine Karte

Da bin ich wieder. Gut erholt und einigermaßen gut genährt, nach 4 wundervollen Tagen unterwegs. Oder besser gesagt 3. Der erste Tag war nämlich sehr nass, sehr kalt und deshalb garnicht so schön. Danach, als es Ernst wurde, hatte ich jedoch wahnsinniges Glück, meine letzten 30h waren die schönsten bisher in Neuseeland, muss ich ehrlich sagen (ohne die Heimfahrt). 1106 Fotos habe ich geknipst – kein schlechter Wert in 4 Tagen möchte man meinen. Ich musste ständig alte  Fotos einzeln löschen (keine Angst, die sind hier gespeichert), da ich vergeßen hatte die Speicherkarte voll zu löschen bevor ich den Trip begann. Die Kamera ist mittlerweile wieder irgendwie in der Zählweise umgesprungen und fängt wieder von „0“ an zu zählen, die 10000 waren nämlich erreicht. Nicht durch mich alleine – aber meine Sammlung dürfte mittlerweile auch die 7000er Grenze erreicht haben.

Oben sehr ihr eine Karte: wie Ihr seht, bin ich dieses Mal nicht ganz soviel gefahren. Auf schnellstem Weg sind es etwa 200km von Helensville in die Bay of Islands, ca. 2 1/2 Stunden braucht man dafür, wenn der Verkehr läuft. Könnte man ja eigentlich auch mal gut ein Wochenendtrip hinmachen…

Ich möchte mich heute noch kurz fassen, bin sehr früh aufgestanden um den Sonnenaufgang auf See in der Bay of Islands zu erleben und habe überhaupt heute noch so viel gesehen und erlebt. Morgen gibt es mehr und natürlich ganz, ganz viele tolle Bilder. Wirklich tolle!

Ein Manko hatte mein Trip aber leider. Schon wieder wollten die Delfine mich nicht sehen! Bleibt mir noch eine letzte Chance in 3 Wochen – dazu in den kommenden Tagen.

Nur ein kleiner Abriß aus meinen Erlebnissen:

ob Überquerung der längsten Fußgängerbrücke der Südhalbkugel in Whananaki bei strömenden Regen oder der Besuch der „Waitangi Treaty Grounds“ bei strahlendem Sonnenschein ; ob die breiten Haruru Falls oder hohen Whangarei Falls; ob die Führung durchs historische Pompalier House oder das Museum Russels; ob Aussicht vom Russell Flagstaff oder Mt Bledisloe auf der anderen Seite in Paihia; ob Bewunderung der Wairere Boulders am stillen Hokianga oder der Blick über das Kerikeri Inlets, ob der Charme des historischen Russels oder das quirlige Nachtleben Paihias ; ob ein Sonnenaufgang oder -untergang inmitten der Bay of Islands; ob Kayak fahren in der Sonne oder Sternenhimmel; ob Schwimmen im Meer oder Wandern am Land; ob meine ersten Angelversuche oder (Ton-)Entenschiessen; ob Fahrt mit dem Auto oder mit dem Hausboot „The Rock“; ob stiller Lesegenuss oder lebhaftes Gespräch, ob Sonne oder Regen, Wind oder Flaute, Ebbe oder Flut, Pizza oder Steak….

– ich hatte eine tolle Zeit, über die ich noch ausführlich berichten werde. Genannte Stichpunkte können schonmal als „Appetizer“ verstanden werden!

Verschiedenstes

Auf gehts zur Bay of Islands. Morgen jedenfalls. Ich freue mich schon, auch wenn das Wetter mal wieder düster aussehen zu scheint…

Am Montag hatte, wie gesagt, die koreanische Freiwillige ihre Abschiedsfeier, verlassen hat sie ihr Haus erst heute. Bei der kleinen Grillparty wurde dann auch mir bewusst, was in grade einmal noch 7 Wochen auch bei mir ansteht. Ist nicht mehr lange hin…

Heute Abend gab es ein weiteres Festmahl: Tom hat nämlich Geburtstag, wird haben genauer gesagt, denn er wird morgen erst 52.Aber da bin ich ja nicht da:D

Heute hat er wohl auch mitgekriegt, dass ich bald nach Hause fliege und war ganz zutraulich. Möchte mir garnicht ausmalen wie es ist , nicht mehr seine erheiternde Stimme hören zu können….

Über den Artikel hatte ich ja gestern geschrieben, dem ist auch nichts mehr hinzufügen. Hab bereits den Zeitungsartikel eingescannt geschickt bekommen – ist ja tatsächlich ziemlich dick mit 3 schönen Fotos. Gefällt mir!

Gestern hatte ich mich auch in Konstanz beworben und war ganz verwundert, direkt eine „Vorabzulassung“ wegen meines „guten“ Abitur zu bekommen.

Wo wir grade bei dem Thema sind: genau heute vor einem Jahr geschah das, was mich mein Leben lang noch verfolgen wird – die mündlich Abiturprüfung in Mathematik! Nun ist Mathematik bekanntlich nicht mein Lieblingsfach, in der Oberstufe machte es mir teilweise aber sogar wieder Spaß und meine Leistungen stabilisierten sich etwas 😛

Mathe mündlich wollte ich eigentlich garnicht nehmen, doch ich wurde aufgrund meiner Fächerkombination dazu gezwungen. Also fing das große Lernen an, ein riesiger Aufwand – soviel habe ich in den 2 Jahren zuvor in allen Fächern gesamt nicht gelernt. 3 Tage vor der Prüfung fing ich ernsthaft an – vorher ging nicht. Ich weilte schließlich beim Kirchentag in München und hatte danach einen schönen Kurzurlaub in London.

Von diesem bekamen durch blutsverwandte Spione auch die Lehrkräfte etwas mit, die mich in Mathematik prüfen sollten. So wurde ich mit den netten Worten begrüßt, dass man „sich freue, dass ich ja doch erschienen wäre . man vermutete mich noch in London“. Die dachten wohl, ich nähme das alles nicht Ernst. Dabei hatte ich doch, vergleichsweise, soviel gelernt. Nämlich mit Videos von einer Internet-Nachhilfeseite, die ich nach diesem Tag nie mehr benutzt habe. Was ich eigentlich gelernt haben sollte aber auch nicht…

In der Prüfung brillierte ich dann mit all meiner Mathe-Kunst und löste Aufgaben, die ich nie erwartet hätte, lösen zu können. Alles war so logisch und fühlte sich so richtig an, ich schwebte schon in Gedanken bei „15“ Punkten. Zumindest „10“ sollten es sein, dachte ich nach der Prüfung.

Bei der Urteilsverkündigung platze die Illusion dann jedoch wie eine Seifenblase. Augenscheinlich war wohl alles falsch, was so gut und logisch schien. Das kann aber eigentlich nicht sein. Ich witter ja eher eine Verschwörung – wegen der Londongeschichte und so. Außerdem muss die Abi-Note ja in etwa um den Durchschnitt der vorigen Halbjahre liegen. In diesem Fall sogar drunter. So ruiniert diese köstlich „ausreichende“ Note mein ganzes Leben Zeugnis, es ist nämlich die einzige nicht befriedigende 😦 Ich hoffe, mein Bruder fällt so einer Verschwörung nicht zum Opfer. Ich werde den Lehrkräften jedenfalls nicht stecken, dass er lieber „disfrutarse en la sol“!. Viel Glück 😛

Jetzt habe ich mich genug ausgeheult und kann den Blick in die Zukunft richten. Über meinen Kurzurlaub nehme ich mal nichts vorweg, die Basics habe ich ja bereits berichtet. Mehr gibts dann am Montag.

Berichten tue ich aber noch über 2 Dinge, die Neuseeland grade bewegen (und vermutlich auch in Deutschlands Nachrichten auftauchen)

1. in der Nähe von Wellington wurde ein „weißes“ Kiwi-Küken geboren – was natürlich nicht normal ist, Kiwis sind schließlich braun. Kiwis schauen ja normal schon süß aus, dieses kleine weiße Vögelchen aber umso mehr. Wenn es nicht so weit weg wäre, würde ich ihm wohl noch einen Besuch abstatten.

2. ebenfalls in Wellington gibt es Kontroverse über ein Schild: in Los Angeles steht ja bekanntlich das berühmte „Hollywood“-Schild. In Wellington möchte man nun selbiges machen, bloß eben mit der Aufschrift „Wellywood“. Wellington ist ja mittlerweile, nicht zuletzt wegen „Herr-der-Ringe“, eine recht bedeutende Filmstadt. Den „Hollywood“-Schild-Rechteinhabern gefällt das jedoch anscheinend nicht so, die wollen da jetzt wohl angeblich gegen klagen, Erfolg dürften sie damit jedoch kaum haben.

Soweit dazu, wünscht mir schönes Wetter die nächsten Tage – in eurem eigenen Interesse 😉

Artikel in der NW

Kurz und knapp: es ging ja doch recht schnell – heute kam bereits der Artikel über mich in der NW – gut gelungen trotz einiger Kleinigkeiten, die aber eh keinen auffallen – (oder doch :P?).

Für die, die die Zeitung nicht lesen, hier die Internetversion:  http://www.nw-news.de/lokale_news/herford/herford/4519715_Ein_Jahr_in_Mittelerde.html?set_style=1

Herford. Den Schicksalsberg aus dem Film „Der Herr der Ringe“ besteigen, die Seekulisse aus 4.000 Metern Höhe im freien Fall bewundern oder den Vulkan auf Rongitoto Island erklimmen: Christoph Heuermann erfüllt sich seinen Traum, auf den Spuren von Frodo, Gandalf und Aragorn zu wandern.

“ Seit August 2010 nimmt der Ex-Abiturient an einem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) des Internationalen Christlichen Jugendaustauschs (ICJA), ein deutscher Ableger der weltweiten Organisation International Cultural Youth Exchange (ICYE) in Neuseeland teil. Das erste halbe Jahr hat Christoph Heuermann in der Amuri Area School in Culverden in der Nähe von Christchurch gearbeitet.

Dort musste er das Erdbeben im September miterleben. Beim zweiten starken Beben im Februar ist Christoph in Auckland. „Der Blog-Eintrag steht im Schatten der Ereignisse“, schreibt Christoph Heuermann am 23. Februar auf seiner Homepage. „Es schmerzt, diese schöne Stadt großflächig zerstört zu sehen.“

In Auckland in einer Einrichtung der „Mount Tabor Trust“ Organisation, die geistig behinderten Menschen eine Heimat bietet, verbringt der Freiwillige die zweite Hälfte seines Auslandsjahres. Auf einer Farm in Helensville arbeitet er auf einer Farm mit und hilft bei der Organisation und Durchführung von Freizeitaktivitäten für die Bewohner.

Morgens startet der Tag um neun mit dem Saubermachen des Hauses. Anschließend beginnen die Aktivitäten für die Bewohner. Christoph Heuermann übernimmt Fahrdienste, hilft bei der Gartenarbeit und begleitet einen Bewohner zum Schwimmen, samstags zum Schnitzen und sonntags in die Kirche. Viele Aktivitäten wie Kochkurse, Fußballturniere und Tanzabende, dem sogenannten „Wiggle und Giggle“(dt. „Wackeln und Kichern“) werden organisiert. Nach dem Abendbrot hat er Feierabend. Vom Gelände darf er sich jedoch nicht entfernen. „Eigentlich bin ich 24 Stunden da. Natürlich nur theoretisch“, erklärt Christoph Heuermann. Praktisch muss er immer für die Bewohner ansprechbar sein.

Bei der Arbeit genießt er vor allem den Umgang mit den Bewohnern: „Ich habe eine sehr enge Beziehung zu einem der Bewohner. Das zeigt sich zum Beispiel darin, dass er mich ständig umarmt.“ Eine bedeutungsvolle Geste: Der Bewohner ist Autist. Typisch für diese Behinderung ist die Schwierigkeit, mit anderen Menschen zu kommunizieren – aber auch besondere Fähigkeiten.

Diese und auch die Macken lieben die Mitarbeiter der Farm. „Ein Technikfreak hat das halbe Gelände bereits in einen Schrottplatz verwandelt: Einmal in der Woche darf er nach Auckland fahren. Dort sammelt er allen möglichen Schrott, verwertet ihn und verkauft ihn durchaus gewinnbringend“, erzählt Christoph Heuermann.

An seinen freien Wochenenden erkundet er die entlegensten Ecken Neuseelands mit dem Auto. Mittlerweile meint er, sich geographisch dort besser auszukennen als in Deutschland. Wie viele Reisende, steht auch er in dem Bann von Neuseelands beeindruckender Landschaft. Diese ist kaum an Vielfalt zu übertreffen: malerische Landschaftsbilder entstehen an den Ufern von malerischen Fjorden, auf schneebedeckten Bergen und spektakulären Gletschern. Von urwüchsigen Wäldern gesäumten Seen sind perfekte Drehorte für Fantasyfilme.

Christoph Heuermann trieben die Handlungsorte seines Lieblingsfantasyromans nach Neuseeland: „Als Herr-der-Ringe-Freak wollte ich die großartigen Landschaften der Filme mit eigenen Augen sehen und Eindrücke von Büchern über Neuseeland selbst erleben.“ Christoph hat den 2.700 Meter hohen Vulkan Mount Ngauruhoe bestiegen und das Bergpanorama vor dem die „Herr der Ringe“ Hauptstadt Edoras im Film stand, in den Southern Alps fotografiert.“

Finde die Zitierfunktion hier nicht, aber Quelle habe ich angegeben, das kann mir keiner als Plagiat auslegen 😛 Dabei belasse ich es dann auch mal für heute. Ein Dank geht noch an meine ehemalige Stufenkollegin Daniela, die diesen Artikel verfasst hat!

Ein paar Gedanken

Viel zu schreiben habe ich nicht. Viel Lust dazu auch nicht. Aber hier das Wort zum Sonntag:

Morgen gibt es ein „Abschieds-Grillen“ in einem anderen Mt-Tabor-Haus hier in Helensville, da die koreanische Freiwillige dort bereits vorzeitig Neuseeland verlässt, warum auch immer. Ich habe jedenfalls noch knapp 8 Wochen, auch nicht mehr allzu lange muss man ehrlich sagen.

Hoffentlich dreht mir in denen die Regierung nicht das Internet ab: die neuseeländische Regierung hat nämlich trotz massiven Protesten ein Internetzensur-Gesetz beschlossen, dass ermöglichen soll, jeden Nutzer den Internetzugang zu sperren, die irgendwie geschütze (Copyright) Inhalte ansehen oder laden. Illegale Downloads will ich garnicht gutheißen, doch zum Opfer könnte man schon werden, wenn man sich unbewusst ein youtube-Video mit geschütztem Inhalt anseht. Mal sehen, ob das ganze wirklich durchkommt. Ein paar Hacker hatten gestern die Webseiten der neusseländischen Regierung lahm gelegt deswegen.

Ansonsten bin ich grade dabei, meinen 4-Tages-Trip zu planen, sprich zu sehen, wo ich auf dem Weg zur bzw. in der Bay of Islands so stoppen könnte. Werden, denke und hoffe ich doch, nochmals 4 schöne Tage, wenn auch mal wieder wahrscheinlich mit Regen.

Mein Wochenende war recht chillig: samstag morgens konnte ich Kevin 3 Stunden lang beim „Woodcarving“ zuschauen bzw. eher in dieser Zeit ein Buch lesen. Den Nachmittag verbrachte ich mit unserem Technikfreak dann in der Stadt, wo er ein „meeting“ hatte. Direkt neben den Veranstaltungshaus war eines der riesigen „Westfield“-Shoppingcenter – dieses hatte schon riesige Ausmaße. Ich schlenderte ein bisschen rum und schaute mir die Geschäfte an, naschte an einem Eis und beobachtete die vielen hektischen Menschen, verfiel jedoch bis auf eine Ausnahme nicht in einem Kaufrausch. Für ein paar Dollars erwarb ich nämlich einen ordentlich großen Koffer, den ich ja brauche, um all meine Sachen zurück nach Deutschland zu bringen (mein großer Rucksack wurde ja bekanntlich geklaut).

Wo wir bei der Person sind, die mir die Möglichkeit verschaffte, das Shopping-Center zu erkunden:

er hat sich kürzlich einen alten, kputten VW Käfer für vielleicht 100 Dollar gekauft und richtet den nun wieder her. Der ist bestimmt 50 Jahre alt und so durchgerostet, dass man die Karosserie mühelos verbeulen kann. Er hat es aber bereits geschafft, den Wagen zu laufen zu bringen, beim Fahren auf der Weide hier ist der Wagen allerdings im Matsch stecken geblieben. Da steckt er jetzt immernoch.

In Deutschland wär so ein Käfer-Exemplar vermutlich sogar recht viel wert, zumindest in besserem Zustand. Er sprach die ganze Zeit immer von einem „V-Dub“ (sprich: Wii-dub), hat eine Zeit lang gedauert, bis ich kapiert habe, dass er den Volkswagen („Wolxwägn“) meint, „V-Dub“ steht für „VW“ (Dub für „Double-U“, so heißt ja W im Englischen“.

Heute war dann mal wieder Kirche angesagt. Ist eigentlich ganz nett da, aber manche sind schon arg gläubig und verfallen während mancher Lieder oder der wenigen Gebete in trance-ähnliche Zustände. Nun gut, soll jeder glauben, was er lustig ist. Ich glaube auch, dass die Weltin ihrer jetzigen Form bald untergeht.

Nicht, wie von US-Spinnern angekündigt, jedoch gestern, sondern erst am 21 Dezember 2012. Wie man sich vielleicht erinnert, habe ich ein sehr interessantes Buch darüber gelesen, dass meine Hypothesen nur noch bekräftigt hat. Der Maya-Kalender ist nämlich kein Zahlenkochtopf 😉

Apropos Zahlen: ich verfalle momentan immer mehr den Sudokus, die ich z.B auf meinen Ipod wann immer ich möchte lösen kann (auf wohlgemerkt, nicht mit ;)). Bin mittlerweile ganz gut geworden,selbst die angeblich extrem schwierigen schaffe ich regelmässig in 20 Minuten.

Ist jedenfalls eine gute Methode, die Gedanken auf Trab zu halten. Auch dem Schachspiel fröne ich noch weiter mit ein paar Partien pro Tag. Nach meiner Wiederkehr muss ja der direkte Aufstieg in die 1. Mannschaft erfolgen 😉

Das wars eigentlich, ich schätze ich werde in meiner Schreiblust nun von einem Skype-Gespräch unterbrochen. Bis denn!

Gestern, heute und demnächst

Schon wieder 2 freie Tage rum. nächste Woche gibts bereits wieder freie 4 Tage. Die werden mich dann in die Bay of Islands führen – schlechtes Wetter ist leider angekündigt. Da obendrein absolute Neben-Nebensaison ist da auch nicht mehr viel los – hat gute Seiten, aber auch schlechte. So wollte ich dort bekanntlich einen Segeltörn machen, doch quasi alle Segelveranstalter haben Ende Mai die Bay of Islands verlassen, um sich in wärmere Gewässer zu begeben, z.B um Fidschi herum. Wer möchte es ihnen verdenken?

Ich habe deshalb den Entschluss gefasst, eine kleine „Kreuzfahrt“ zu unternehmen. Durch die Bay schippert nämlich eine Art Hausboot, eine umgebaute Autofähre, auf der man 24 hoffentlich schöne Stunden verbringt, geschlafen wird in Mehrbettkojen wie auch in den Hostels. Der ganze Spaß kostet auch nicht viel mehr als ein Segeltörn und Unterkunft/Essen für eine Nacht, insofern ist das eine lohnenswerte Investition. Näheres kommt noch, ich kann es jedenfalls kaum erwarten.

Gestern wollte ich eigentlich früh aufstehen und was unternehmen, woraus natürlich mal wieder nicht viel wurde. Immerhin habe ich es nicht bereuen müssen, das Wetter war eh schlecht. Bin noch in eine der East Coast Bays an der North Shore gefahren (Browns Bay) und habe dort genüsslich gute und günstige 4 Kugeln Eis verspeist und bin den Strand entlanggewandert. Ansonsten noch ein wenig durch die Gegend gecruist, und mir den großen „Countdown“-Supermarkt bei Westgate angeschaut. Dort habe ich dann auch tatsächlich „HARIBO Goldbären“ entdeckt – zum ersten Mal in Neuseeland – und natürlich auch gleich erworben. Der gestrige Tag stand also voll im Zeichen der süßen Sünde.

Heute war dann etwas mehr los, weil der Wecker mich so wachgeklingelt hatte, dass ich bereits um 11 Uhr startbereit war, also immerhin noch gut 6 Stunden Tageslicht hatte. Gegen 17 Uhr wird es mittlerweile nämlich schon dunkel.

Meine Fahrt führte mich in die Waitakere Ranges mit Ziel des Westküstenstrands Karekare südlich von Piha. Ich fuhr also den üblichen Weg dorthin, nahm den „Secnic Drive“ durch die Waitakere Ranges und stellte dann an einem Aussichtspunkt glücklicherweise fest, dass der Blinker sich mal wieder gelöst hatte. Immerhin gut 4 Wochen hat der Tesafilm gehalten, doch zu diesem Zeitpunkt hing das Teil nur noch an seinem Elektokabel. Klebeband hatte ich natürlich nicht dabei, also irgendwie wieder  dorthin gefriemelt, wo es hingehört und weitergefahren. Nach jeden Stopp dann wieder angeschaut und zurück gefriemelt, wollte ja nicht nochmal einen Blinker verlieren.

Bald war ich an der Straße zur Westküste angekommen, nach den ersten Metern dort sah ich aber einen Parkplatz, von dem ein Wanderweg abzweigte. 40 Minuten Weg hieß es, dann würde man an einem Stausee ankommen, den Upper Nihotoputu Dam. Den Lower Nihotuputu Dam hatte ich bereits letze Woche gesehen (ihr auch auf den Bildern), als ich von Whatipu/Huia zurückgefahren bin.

Spontan entschloss ich mich eine kleine Wanderung dorthin zu unternehmen, die weitgehend über eine für öffentlichen Verkerhr jedoch gesperrte private Schotterpiste führte – für Wanderer jedoch geöffnet. Durch den Regenwald, an wild rauschenden Bächen und netten Wasserfällen vorbei, bis man am nicht allzu großen, doch recht idyllischen Stausee angekommen war. Umgeben auf allen Seiten von Bäumen und bewaldeten Hügeln ein durchaus schöner Anblick. In der Ferne nur die Staumauer, die ich bald darauf erreichte und beschritt, um auf der einen Seite den Stausee betrachten zu können und auf der anderen Seite in die Tiefe zu schauen. Geschätzte 30m ging es immerhin runter. Man konnte jedoch nicht nur in die Tiefe schauen, sondern auch in die Ferne. Zur Staumauer hin öffnete sich eine Art Tal zwischen den Hügeln, durch das man in der Ferne bis zum Manukau Harbour schauen konnte Solch großartigen Ausblick hatte ich garnicht erwartet.

Ich folgte dann noch einen weiteren 10-minütigen Weg zu einem Rastplatz, der auch als Endpunkt einer Trambahn fungiert. An wenigen Tagen im Jahr bzw. auf Buchung fährt nämlich eine Trambahn Interessierte durch die Waitakere Rangees – bis zu dem Punkt, wo ich nun war. Von dort konnte ich dann auch noch den Grund des Staudamms erreichen, um die Mauer herauf nach oben zu schauen. Der Weg führte über die Schienen der Trambahn, am unteren Ende des Damms angekommen konnte ich auch noch den gewaltigen Wasserstrahl sehen, der aus einem Rohr gespritzt kam. Eine sehr steile Streppe (bei der der Abstieg verboten war) brachte mich dann wieder nach oben auf den Staudamm.

Zürckgewandert hieß dann das nächste Ziel Karekare, ein Westküstenstrand südlich von Piha und nördlich von Whatipu, wo ich ja letzte Woche war. Die zwar asphaltierte, aber enge und kurvige Straße führte mich gut dorthin, vom Parkplatz zum Strand war es dann eigentlich ein Kinderspiel. Aber auch nur eigentlich, denn der normale Weg zum Strand war geflutet. Ein Paar in Gummistiefeln traute sich durchzuwaten, die Gruppe Japaner hatte wohl schlechte Erfahrung mit Wasser gemacht und traute sich nicht…

Ich schon,barfuß mit hochgekrempelter Hose watete ich durch die Fluten und marschierte dann über die Dünen zum weiten, schwarzsandigen Strand. Wie schon in Whatipu zu schön um wahr zu sein: hohe, bewaldete Hügel im Rücken und tosendes Meer in der Front. Ich marschierte am Strand entlang, ließ die Wellen meine Füße umspülen und genoss die Zeit. Mehr zu erzählen gibt es eigentlich nicht.

Karekare ist natürlich auch ein Ort, der aber eben nur aus aus ein paar Häusern die Straße entlang besteht. Wer jedoch eins in Hanglage mit Meerblick besitzt, darf sich glücklich schätzen. Zurück nahm ich nicht den Weg, den ich gekommen war, sondern nahm eine Straße in die andere Richtung, neugierig wo sich mich hinführen möge. Irgendwann, ich wollte bereits umkehren, kam ich dann doch wieder auf der Hauptstraße zur Westküste hinaus, der Weg hatte sich dank einiger netter Ausblicke sogar gelohnt.

Es folgte noch ein kleiner Abstecher nach Piha, das ich ja bereits erkundet hatte vor einiger Zeit. Dieses wohl populärste Westküste-Örtchen wollte ich ja nochmal wiedersehen – wer weiß, ob sich überhaupt nochmal die Zeit findet, dorthin zurückzukehren. Eigentlich sind nämlich jetzt alle Resttage verplant.

Ich genoß also nochmal die Aussicht bei der Anfahrt und wanderte etwas den gut besuchten Strand entlang mit Aussicht auf den „Lion Rock“, ehe ich mich auf den Weg nach Hause machte. Zurück zum „Scenic Drive“ und den weiter nach Norden, wo ich noch an einem Parkplatz hielt, von dem ein 5minütiger Weg zu einer Plattform führte, die grandiose Blicke über den nordwestlichen Teil Aucklands (Waitakere) bot. Ma konnte wirklich den ganzen Waitakere-Teil sehen, über den Waitemata Harbour zur North Shore und bis zu den Wolkenkratzern der City, Skyower und Rangitoto Island. Hat sich gelohnt den Zwischenstopp, an dem ich bereits vorher ein paar mal achtlos vorbeigefahren bin.

Bevor es dann nach Hause ging, steuerte ich den Westgate-Komplex an und suchte eine Art Baumarkt („Placemakers“ auf, um mir Klebeband zu besorgen. Kein Tesaband, sondern dieses Mal dickes, starkes, wetterfestes, aber trotzdem durchsichtiges Klebeband, mit dem ich den Blinker wieder gut in die Karosserie klebte. Das sollte die letzten Wochen jetzt auf jeden Fall noch halten – wenn nicht habe ich ja noch genug Klebeband zur Verfügung.

Mein „Wochenende“ klang hier dann eben mit einer ordentlichen eineinhalbstündigen Skype-Session mit Tobias, der üblichen Wissensaufnahme und dem Schreiben dieses Artikels aus. Eine Stunde noch, dann geht es ins Bett, morgen früh steht schließlich „Wood Carving“ mit Kevin auf dem Programm…

Fotos habe ich zwar ordentlich gemacht, gibt es heute aber mal nicht 😉

Einkaufen in Neuseeland

Mal wieder ein Artikel von mir. Die letzten Tage waren recht geschäftig, weshalb ich nicht wirklich Lust dazu hatte. Da heute jedoch ein Päckchen aus der Heimat angekommen ist (nochmals ein „Ka pai“ an den Absender!), bin ich froh genug gestimmt, mal wieder was zu schreiben. Ist ja auch schon wieder Wochenende für mich. Die Zeit fliegt wirklich rasant…

Heute möchte ich mich dem „Einkaufen in Neuseeland“ widmen, sprich Euch einen Überblick geben mit Konzentration auf Lebensmittelerwerb.

Damit fange ich auch an:

Charakteristisch für Neuseeland sind die vielen „dairys“, wo man, wie der Name suggeriert, aber nicht nur Milch kaufen kann. Die gibt es in jedem noch so kleinen Stadtteil von Auckland (und auch hier in Helensville) und werden fast ausschließlich von Asiaten betrieben. Eine andere Bezeichnung dafür wäre „Superette“, wie die Schilder auf den Einkaufsgebäude sagen. Oft wird für sich als „Price Cutter“ geworben, was meist aber nicht stimmt. Die Auswahl ist aufgrund der Größe natürlich recht bescheiden, aber man findet überall Lebensnotwendiges aller Art – vielleicht aber eben nur eine Marke statt zehn.

Der Pendant zu den „Superetten“, auch noch als „dairy“ bezeichbar, sind die kleinen Supermärkte von „FourSquare“. Den gab es ja z.B in Culverden, und ist auch in jedem anderen kleineren Örtchen zu finden, an mancher Stelle auch in größeren Städten. Den „FourSquares“ ist eigen, dass sie meist immer in lokaler Hand von Einheimischen sind, die sich selbst auch um den Warenimport kümmern und regionale Erzeugnisse anbieten. Gegründet wurde die Kette nämlich einst, um den australischen Lebensmittellieferern und ihren Handelsketten etwas entgegenzusetzen und kleinen Orten einen Laden zu bieten. Die Auswahl ist hier bereits größer als in den meisten „Superettes“, was heißt, dass es vielleicht 3 Marken an verschiedenen Tomatensaucen gibt 😉 Das ganze hat aber natürlich seinen Preis -teilweise sind die Preise fast doppelt so hoch als wie z.b bei „Pak n Save“. Trotzdem sind die „FourSquare“ Supermärkte mit ihren sympathischen Logo (eine Art Mr. Bean Kopf un Einkaufswagen) eine sinnvolle und oft auch die einzige Alternative. Da gibt es denn auch öfters mal einen längeren Plausch mit den Angestellten.

Eine etwas größere mittelpreisige Kette sind die „New World“-Supermärkte, die man meist ab Städten mit 1000 Bewohnern aufwärts finden kann. Die sind bereits recht groß und man hat eine super Auswahl. Recht gut mit deutschen „Edeka“-Läden zu vergleichen, finde ich. In etwa gleichen Format, aber recht selten, sind die „supervalue“-Supermärkte zu nennen.

Die wirklich dominierenden großen Supermärkte sind „Pak n Save“ und „Countdown“ bzw. „Woolworths“.

„Countdown“ hat nämlich vor nicht allzu langer Zeit „Woolworths“ übernommen und deren Supermärkte bereits fast alle in seiner Form umgestylt, bloß hier in Helensville nicht. Ich bin bekanntlich weit herumgekommen, hier in Helensville ist jedoch der einzige Supermarlt Neuseelands, der noch das „Woolworths“-Logo auf dem Dach trägt…

„Countdown“ ist zwar durchschnittlich leicht teurer als „Pak n Save“, die Läden sind jedoch weitaus angenehmer, haben eine noch bessere Auswahl und bieten hochwertigere Produkte. Zu finden meist in Städten ab einer Bewohnerzahl von 3000.

„Pak n Save“ ist sozusagen der Dicscounter unter Neuseelands Lebensmittelgeschäften, auch wenn es hier eigentlich nichts ähnliches wie „Aldi“ oder „Lidl“ gibt. Die „Pak n Saves“-Stores sind nämlich riesengroß und auch nur in den wirklich großen Städten zu finden, ab z.B 10000Einwohnern (das ist schon groß in Neuseeland ;)) im Einzugsgebiet. In den „Pak n save“ Märkten muss man endlos lange durch Regallabyrinthe irren, um an die Kasse zu kommen (damit man auch ja noch was zusätzliches kauft), die Ware ist in meterhohen Regalen gepackt und die ganze Atmosphäre ist nicht so toll.Kassen gibts zwar auch noch, das „Selbst-Auschecken“ an bestimmten Automaten ist hier aber sehr populär. Spart ja schließlich Personal, um es mal ganz zynisch zu sagen. Dafür können die knallgelben „Pak n Save“-Märkte dann die landesweiten Niedrigpreise festlegen. Wie an anderer Stelle schon berichtet, verfügen die Märkte auch oft über eigene Zapfsäulen mit etwas vergünstigtem Sprit. Ansonsten findet man natürlich auch, was man sonst so braucht.

Das war ein kleiner Überblick über die Supermärkte in Neuseeland. Etwas grundsätzliches noch dazu: anders als in Deutschland darf in Supermärkten (und auch nicht in Tankstellen) kein Alkohol verkauft werden, mit Ausnahme von manch Bier und Wein. Dafür gibt es nämlich extra Alki-Läden wie z.b die Kette „SuperLiquor“, die ich bisher aber noch nicht aufgesucht habe und wohl auch nicht mehr werde. Alkohol ist hier eh recht teuer – und obwohl die Neuseeländer scheinbar gerne auch mal „saufen“ ist die Zuschaustellung von Alkohol meist verboten. So gehen die Leute aus besagten Läden immer mit einer unscheinbaren schwarzen Tüte davon, die das spritzige Naß enthält. Ständig sieht man auch überall Schilder, dass Alkohol im öffentlichen Bereich nicht konsumiert werden darf…

Grade in den großen Städten wie Auckland gibt es natürlich auch noch andere Bezugsmöglichkeiten von Lebensmitteln, z.B Wochen- und Fischmärkte, 24 geöffnete „Asiaten-Läden“ in der Innenstadt (z.b mit den Namen „Day & Nite) oder ethische Supermärkte.

Das war es eigentlich schon mit dem „essentiellen“ Einkaufen – mit „Shopping“ kann ich mich bekanntlich ja nicht sonderlich anfreunden. Wer irgendwas nicht Lebensmittel-artiges braucht, sollte ins „The Warehouse“ gehen, wo es wirklich alles zu einem recht billigen Preis gibt, die Qualität ist aber meist auch recht billig. Die vielen Farmer und Handwerker versorgen sich z.B in Handelsketten wie  z.B „Mitre 10″ mit ihrem benötigten Material, als Elektronik-Läden sind  z.B“Dick Smith“, „Noel Leeming“ oder „Harvey Norman“ zu nennen. Bekleidungsläden lasse ich aus Desinteresse mal außen vor 😉

Die letzteren Handelsketten sind dann meist auch alle in den diversen Dienstleistungszentren bestimmter Regionen zu finden, auch wenn der Ort selbst nicht allzu groß ist. Irgendwo muss ja auch eingekauft werden. Das geht hier in Neuseeland aber eigentlich recht gut. Man wird immer überall nach seinem Befinden gefragt und antworter darauf entweder mit „gut“ oder besser garnicht (weil es eh nur eine „Floskel“ ist), ansonsten kann man seinen Einkaufswahn aber problemlos ausleben.

Zu sagen ist jedoch, dass ein Großteil benannter Ketten in australischer (bzw. amerikanisch/britscher) Hand ist – rein in neuseeländischem Besitz befindliche sind eher rar gesät. Falls dies der Fall ist, bekommen die aber meine besondere Untersützung 😛

Der/die/das „Hui“

Bevor ich mich über der/die/das „Hui“ auslasse, muss ich erst einmal negative Emotionen freisetzen.

Grade habe ich nämlich erfahren, dass unser Abschlussseminar nicht in Aukland, sondern in Waikanae in der Nähe Wellingtons stattfindet. Das heisst also, dass ich für 3 Tage Seminar, auf das ich ehrlich gesagt eh keine Lust habe, 10 Stunden Busfahrt in den Süden auf mich nehmen muss, um nach 3 Tagen das ganze dann zu wiederholen. Schade auch, dass das Seminar am 17ten endet – da geht auch mein Flug. Muss ich wohl bereits am Vorabend aufbrechen. Immerhin wird alles vom ICYE bezahlt und ich sehe theoretisch nochmals einen ordentlichen Teil der Nordinsel…

Ein anderes Thema vor dem/die/das „Hui“ betrifft meine Freizeitgestaltung am Freitag, der so sonnig-sommerlich war, dass ich gleich bereute, mal ausgeschlafen zu haben. Ich machte dann noch eine kleine Irrfahrt durch den ländlichen Teil Aucklands in der Gegend um den Waitemata Harbour, um dann letztlich die Insel in jenem zu finden, die ich besuchen wollte.

„Herald Island“ heißt die Insel und ist einfach nur ein Wohngebiet ohne besondere Attraktionen. Allerdings ein recht nobles Wohngebiet, wie man sehen konnte. Mit Häusern direkt am Wassern, die über ihren eigenen Steg verfügen, an dem ihre Segelyacht vor Anker liegt. Herald Island liegt ziemlich im Norden des Waitemata Harbours, wo sich dieser ziemlich verästelnde Naturhafen nicht mehr allzu breit ist – so geht an einer Stelle bereits weiter südlich der Motorway über eine kleine Brücke drüber. Man denkt also eher, es wäre eine Insel in einem See, wären da nicht die Mangroven um die Insel herum. Der künstlich aufgeschüttete Damm samt Straße zur Insel macht den Inselcharakter aber auch eigentlich zunichte. Trotzdem ein schönes Plätzchen, wo es sich sicher lohnt, zu wohnen. Mein Besuch beschränkte sich auf das Durchfahren der wenigen Straßen des zwar langgezogenen,aber nicht sonderlich breiten Eilands und 2 Foto-Stopps.

Um den Tag noch in nachhaltiger Erinnerung zu behalten, nutzte ich die räumliche Nähe zum Westgate-Komplex, um mir im dortigen Kino mal wieder einen Film anzusehen. Unglückliches Timing meinerseits, weshalb der die Wahl auf „Wasser für Elefanten“ fiel, ein Zirkusfilm, wo immerhin einer meiner Lieblingsschauspieler mitwirkt (und am Ende von einer Elefantin erstochen wird :D). War gar nicht so schlecht…

Den Abend versüßte ich mir noch mit einer Hells-Pizza von gleichnamiger Pizza-Kette. Deren Pizzen haben nicht nur höllische Namen, sondern können auch höllisch scharf sein. Man kann 5 verschiedene Stärken von Chilli und Co. angeben, wie man seine Pizza denn haben möchte. Und Stärke 2, die ich nahm, brachte mich bereits ordentlich zum Schwitzen 😉 Schmeckte aber vorzüglich, sowas wäre sicher auch in Deutschland der Renner, auch wenn ich italienische Pizzen so langsam vermisse. Vielleicht eröffne ich ja ein Franchise, wenns mit der Bundeskanzlerschaft nichts wird…

Den Abend verbrachte ich noch mit frohen Skype-Diskussionen mit Tobias, um dann am anderen morgen gestärkt in der/die/das „Hui“ zu gehen. Ich sage ab jetzt, das „Hui“, da es übersetzt soviel wie „Meeting“ bedeutet. Und in Denglisch heisst es ja auch „das Meeting“ bzw. in Deutsch „das Treffen“!

Ein Treffen war es dann auch – von allen Mt-Tabor-Häusern samt Core und Support, deren Advocates, Freunde des Trusts und die Trustees, Administration und Co. Insgesamt etwa 70 Leute, die sich in einer Art Clubhaus keine 500m hier von der Farm entfernt die letzten beiden Tage trafen. Ich bin nicht scharf davon zu erzählen, aber im Kern ging es um das was der Trust bisher erreicht hat (positive wie negative Bestandaufnahme am ersten Tag) und wie er sich in Zukunft entwickeln möchte (Skizzierung der Vision am zweiten Tag). Dabei konnte sich jeder frei einbringen, was ich dn auch genutzt habe, um mal meine Meinung zu bestimmten Themen rauszulassen 😉

Alles in allem, trotz oder grade wegen de überwiegendes Rumsitzens und Zuhören, ein vernünftiges Wochenende. Das „Hui“ ist auf jeden Fall sinnvoll und für eine Community wie Mt Tabor essentiell. Internna veröffentliche ich nicht, interessieren aber ja eh keinen 😛

Immerhin weiß ich aber jetzt, dass Mt Tabor 1978 gegründet wurde – die drei Gründer waren auch anwesend und von den Core People aus der Anfangzeit gibt es auch noch ein paar – auch hier auf der Farm.

Das jedenfalls dazu, mehr braucht Ihr nicht zu wissen 😛

Whatipu

Mein sehr aussagekräftiger Titel bezieht sich auf den Ort, an dem ich heute war. Whatipu – das ist ein Strand an der Westküste, der südlichste innerhalb der Waitakere Ranges, direkt am Eingang des Manukau Harbours gelegen. Ich war dort bereits vor wenigen Wochen, wenn Ihr Euch erinnert, aufgrund schlechtestem Wetter jedoch nicht allzulange. Die Rückkehr hat sich jedoch definitv gelohnt!

Dabei sah es eigentlich nicht so aus, als ob ich heute groß was unternehmen sollte. Gestern war ich bis fast 4 Uhr nachts wach, eigentlich wollte ich ausschlafen. Schlaf hätte ich nicht nur wegen der Zeit gebraucht, sondern auch wegen einem adrenalinerregenden Ereignisses. Als ich nämlich gestern das Haus 1 verließ um die wenigen Meter ins Haus 2 zu gehen, hatte ich eine denkwürdige Begegnung.

Zugegeben, ich bin etwas schreckhaft, doch auch ihr hättet Euch erschreckt. Nach dem Öffnen der Tür starrten mich blutunterlaufene Augen aus einem grimmig dreinblickenden Gesicht an, dazu ein Axt-ähnlicher Gegenstand. Als ich grade dachte, meine letzte Stunde hätte geschlagen, wurde mir bewusst, dass es ja nur der liebe Tom war, der nachts ja gern die Kühlschränke plündert. Die vermeintliche Axt stellte sich denn auch als Besen heraus – was auch immer er damit gemacht hat. Ich wünschte ihm jedenfalls eine „Gute Nacht“ und hatte selbst dergleichen, wurde jedoch in verhältnismässiger Frühe vor lauter Stimmen und Gelächter meiner Zimmertür aufgeweckt. Irgendwelche Leute aus anderen Häusern waren da und hatten direkt bei meinem Zimmer einen Tisch aufgebaut und gemalt.

Es war zwar bereits 11 Uhr, doch 7h Stunden Schlaf war nicht das, was ich mir eigentlich erhofft und auch gebraucht hätte. Trotzdem war ich nicht böse, eröffnete mir der Blick durch das Fenster doch rosige Aussichten – blauer Himmel, Sonnenschein, kaum Wolken. Dabei hatte ich eigentlich mit schlimmsten Regenschauern gerechnet, um meine Langschläfigkeit rechtfertigen zu können. Aber die kommen morgen, weshalb ich den schlaf auf morgen nachhole 😉

Ich setzte mich jedenfalls in mein Auto, kaufte noch kurz Verpflegung und fuhr Richtung Süden in die Waitakere Ranges – eigentlich mit Ziel Karekare, einen anderen Westküsten-Strand, an dem ich bisher noch nicht war. Daraus sollte jedoch nichts werden, denn ob des guten Wetters entschlos ich mich, da ich ungeplant an der Abzweigung dorthin vorbeifuhr, nach Whatipu zu fahren. Der Strand von Whatipu liegt etwa 30km von downtwon Auckland entfernt, die Strecke dorthin dauert aber durch kurvige, hügelige Streckenführung aber mindestends eine dreiviertel Stunde, vorbei an Buchten und Stränden des Manukau Harbours, die ich jedoch bereits bei meinem letzten Ausflug dorthin bewundern konnte.

Durch die zauberhaften Orte Huia und Little Huia ging letztlich noch der Asphalt, ehe ich mich die restlichen 10 Kilometer mit einer Kiespiste begnügen musste, die sich recht steil die Waitakere Ranges hinaufschob. Statt direkt nach Whatipu zu fahren, benutzte ich eine Nebenstraße, die auf einen Gipfel eines Berges hochführte. Von dort, hatte ich gelesen, sollte man tolle Aussicht haben.

Auto am Ende der Straße geparkt und ein etwa 15-minütiger recht steiler Weg, dann war ich auf einen 390m hohen Gipfel der Waitakere Ranges angekommen, der mir herrliche Rundumsichten bot – über den ganzen Manukau Harbour, die Tasmansee, die Waitakere Ranges, ja bis nach downtown Auckland. Man konnte gut den Fernsehturm erkennen, die anderen Wolkenkratzer und Rangitoto Island im Hintergrund. Die Auflösung meiner Kamera ist ja bekanntlich nicht so gut, es hat mit einigen Zoomen und Zurechtschneiden aber für ein Beweisfoto gereicht.

Die Bedingungen waren ja auch nicht ganz ideal, es hatte sich mittlerweile wieder etwas zugezogen. Auf einem Schild las ich, bei idealsten Bedingungen könne man sogar den Mt Taranaki sehen – der ja immerhin gut 300km ! weiter südwestlich ist. Da man, um ihn zu sehen, jedoch über das schier endlose Meer schaut, halte ich das durchaus für möglich. So sehr ich mich jedoch anstrengte, Umriße konnte ich keine erkennen.

Stattdessen genoss ich den Blick auf die anderen Highlights, wie z.B den Blick auf den Strand von Whatipu oder auf den doch recht schmalen Eingang des Manukau Harbours. Interessant die beiden Landschaftsformen, die hier aufeinanderprallen. Auf der nördlichen Seite die dicht bewaldeten Hügel der Waitakere Ranges und schwarzsandige Strände, nach knapp 400m Wasser dann die südliche Seite mit grünen Farmland und steil abfallenden Steilküsten.

Irgendwann hatte ich dann aber genug und brach nach Whatipu auf. Um meine guten Schuhe nicht zu beschmutzen (auch wenn die mittlerweile auch ziemlich mitgenommen sind), zog ich anderen zerfetzten Turnschuhe an, die beim Einbruch an Weihnachten als nicht mitnahmewürdig erschienen waren, und stiefelte durch das nasse Gras zu den Whatipu Caves.

Richtig gehört – Whatipu hat ein paar nette Höhlen, wo ich mich mal wieder als Höhlenforscher betätigen sollte. Der Weg dorthin sollte jedoch eine sehr nasse Angelegenheit werden. Die Gegend von Whatipu ist nämlich vor allem ein Feuchtgebiet – Sumpfland könnte man auch sagen. Und grade dank der Regenfälle der vergangenen Tage wurde mir der Weg immer wieder durch riesige Pfützen versperrt.

Das hielt mich natürlich nicht auf: Schuhe aus und barfuß ging es durch die Matsche, nasses Gras und Pfützen, deren schlammiger Untergrund mir fast zum Verhängnis wurde. Aber ich blieb nicht stecken und meine hochgekrempelten Jeans blieben auch weitgehend trocken.

Der Weg führte direkt an den letzten Ausläufern der Waitakere Ranges vorbei, zur anderen Seite war besagtes Feuchtgebiet und nicht mehr als 500m entfernt dann weiter Strand und das Meer .Nach etwa 20 Minuten hatte man dann auch die erste der paar Höhlen erreicht, die ich dann der nach und nach alle erkundete. Mal größer, mal kleiner, alle jedoch ihren Besuch wert. Ich war nie tief drin, konnte immer noch Tageslicht sehen und bin auch nur so weit gegangen, wie ich mich nicht ducken musste,

Eine der Höhlen war besonder groß und hatte eine kathedralen-artige Öffnung, ähnlich der Cathedral Cove auf der Coromandel Peninsula. Dort sollen früher angeblich Tanzveranstaltungen stattgefunden haben, die Akustik der Höhle hätte auch Musik zu einem Genuss werden lassen. Ein gutes Echo gab es dort jedenfalls allemal.

In der Nähe war auch ein Zeltplatz ausgewiesen, der eine dieser typischen DoC-Toiletten hatte. Die musste ich mir dann mit unzähligen dieser nervigen Sandfly-Biestern teilen, die mich nicht nur dort auffraßen.

Nach Erkundung aller Höhlen machte ich meinen Weg zurück zum Parkplatz, wo ich meine Schuhe im Auto deponierte (die ganze Zeit die mit den Händen zu tragen nervt) und nach einer kleinen Stärkung Richtung Strand und Meer aufzubrechen – barfuß versteht sich. Dort wanderte ich dann den endlos scheinenden, ziemlich breiten Strand entlang und genoss den Blick. Fotos helfen hier mehr, ich halte mich drum mal mit Beschreibungen zurück. Auf einen Felsen, bereits von Wasser umspült, war ein kleiner Leuchtturm zu sehen, des Weiteren sah ich ein relativ großes Frachtschiff (mit Hamburg-Süd-Containern ;)) von der Tasmansee in den Manukau Harbour hineinfahren. Allzu viel Platz gibt es da garnicht , zumal dort Untiefen auf die Schiffer lauern. Schon das ein oder andere Schiff ist an dieser Stelle dort untergegangen. Das, was ich beobachtete, natürlich nicht.

Ich marschierte also den fast menschenleeren Strand entlang, die Füße teilweise im Wasser und genoss die Umgebung und Stille, nur gestört von den großen Flugzeugen, die von Westen kommend über den Strand fliegen, um dann Aucklands Flughafen 30km südöstlich anzusteuern. Wenn ich in 9 Wochen zurückfliege, kann es ebenfalls gut sein, dass dieser Strand das letzte ist, was ich von Neuseeland sehe. Diesem schönen Land ritzte ich übrigens noch eine Liebeserklärung in den Sand (die von den Fluten mittlerweile bereits wieder getilgt wurde) und machte mich dann auf dem Heimweg, über den nicht viel zu berichten ist.

Ich stoppte noch kurz an einem Stausee – die Waitakere Ranges haben nämlich 5 oder 6 davon, die mehr als die Hälfte der Wasserreserveren Aucklands beinhalten. War für einen Stausee ein eigentlich recht idyllischer Anblick, des prall gefüllten Stauseeses Wasser lief bereits über und sorgte für nette Wasserfälle.

Mehr habe ich eigentlich nicht zu berichten, macht Euch lieber selbst ein Bild!

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