Rangitoto Island

An meinem heutigen freien Tag habe ich mal wieder einen Vulkan bestiegen. Den Rangitoto nämlich, den ihr bereits auf vielen Bildern ansehen musstet undd nun auch nochmal müsst.

Da der Rangitoto im Meer liegt, nämlich die Insel Rangitoto Island bildet, muss man, wenn man nicht grade schwimmen will, per Schiff übersetzen. Ich wachte heute also unverhältnismäßig früh auf, begutachtete das Wetter, welches einen guten Tag versprach, deckte mich bei Woolworths mit Keksen und L&P ein und fuhr nach Auckland, wo ich in meinem üblichen Parkgebiet, dem Villenviertel Ponsonbys, mein Auto abstellte und schnellen Schrittes die paar Kilometer zu Aucklands „Ferry Terminal“ absolvierte.

Ich war nämlich etwas knapp bei Zeit, die Fähre fuhr um 10.30, was ich auch grade so hinkriegte. Schnell zu gehen ist in Auckland, trotz der vielen Hügelchen nicht so das Problem, jenes sind die Straßen, die so dicht befahren sind, dass man sie ohne Ampel nicht überqueren kann. Von letzteren gibt es zwar Massen, bloß muss man auch massig warten, eine halbe Ewigkeit.. (vermutlich genauso lang wie anderswo auch, aber wenn mans eilig hat…)

Um 10.25 erreichte ich dann noch den Ticketschalter, löste meinen Auckland Multipass gegen ein Ticket nach Rangitoto ein (nun bleibt noch Skytower und Rainbows End) und bestieg die bereits prall gefüllte Fähre, mit der es dann schon bald Richtung Rangitoto Island ging. Jenes war eigentlich eine Hafenrundfahrtsfähre, hatte jedoch die Aufgabe, manche Passagiere erst nach Rangitoto abzuliefern. So kam ich nochmal in den Genuss einiger interessanter Kommentare.

Die Sonne knallte so auf die Fähre, das sich mich genötigt sah, Pullover auszuziehen und selbiges mit meiner Hose eigentlich auch. Ein herrlicher Tag heute, dabei ist doch bereits tiefster Herbst. Ein paar Wölkchen am Himmel, die sollten den Blick jedoch nicht schmälern.

Je näher wir Rangitoto kamen, desto mehr fiel mir auf, wie unglaublich bewaldet diese Insel doch ist. Tatsächlich beherrgt sie z.B die größte Ansammlung an Pohutukawa-Bäumen weltweit, neben einer Vielzahl anderer Pflanzen, die den recht extremen Bedingungen auf der Insel trotzen. Pohutukawa-Bäume sind auch als „Christmas -Tree“ bekannt, sie haben rot leuchtende Blüten kurz vor Weihnachten, die ich zu dem jetzigen Zeitpunkt aber natürlich verpasst habe.

All diese Vegetation erscheint etwas wunderlich, schließlich ist Rangitoto Island geologisch gesehen sehr, sehr jung. Das kleine ostwestfälische Städtchen Herford existierte bereits gut 600 Jahre, ehe die Insel erschaffen wurde. Um etwa 1400 gab es nämlich dort nur Meer, als plötzlich der am Meeresgrund ruhende Vulkan ausbrach und diese gewaltige Lavainsel formte. Ein paar Jahrhunderte nur schwarzes Gestein, dann kamen Moose, irgendwann kleinere Pflanzen, Vögel, die weitere Samen verbreiteten und schließlich die größeren Bäume, die jetzt die Insel bedecken, die erst seit knapp 600 Jahren existiert. Ihre Erschaffung wurde von rund um Auckland ansäßigen Maori dokumentiert (sonst kannte Neuseeland ja noch niemand), die auch ziemlich durch die Aschwelle des Vulkanausbruchs zu leiden hatten.

600 Jahre ist zwar bereits etwas her, man sollte sich jedoch zu Augen führen, dass jederzeit wieder solch eine Insel entstehen kann, Experten rechnen sogar noch in diesem Jahrhundert damit. Denn das Vulkanfeld unter Auckland ist ja nach wie vor da – es schläft nur…

Wollen wir hoffen, dass es nicht geweckt wird, die Auswirkungen wären nämlich deutlich fataler als es ein Erdbeben wäre!

Aber zurück zu meiner Wanderung. Rangitoto ist ungefähr 250m hoch, den Gipfel erreicht man in einem recht gemächlichen Spaziergang in gut einer Stunde, das letzte Stück ist allerdings schon etwas steiler. Die Insel ist gut besucht, lag wohl nicht zuletzt an der Tatsache der Schulferien und Gründonnerstag wie auch dem schönen Wetter.

Am Ufer Rangitotos kann man noch einige historische „Baches“ bestaunen (sprich „Betsches“), alte Ferienhäuser für erholungssuchende Großstadtmenschen, ansonsten geht die Küste direkt in den Wald über, durch die ein paar Spazierwege verlaufen. Ich machte mich aber sofort an die Gipfelesteigung und wanderte gemächlich über das schwarze Lavagestein, mitten durch die vielen Pflanzen, ab und an unterbrochen von einer schwarzen Geröllwüste, hin und wieder bereits ganz nette Ausblicke eröffnend.

An der Hälfte des Weges nach oben entschloss ich mich noch eine Zusatzwanderung zu den „Lava Caves“ zu machen, als frischgebackener Höhlenspezialist durfe das natürlich nicht fehlen. Tatsächlich hatte das Lavagestein an dieser Stelle auch Höhlen geformt, die man durchqueren konnte. Ganz ohne Taschenlampe tastete ich mich durch die Höhle, was bei dem unebenen gerölligen Untergrund etwas schwierig war.  Nachdem ich mir derbe den Kopf gestoßen hatte (…), bin ich den Rest gekrabbelt. Die Höhle war nicht sonderlich lang, man sah immer ein wenig Tageslicht und total unspektakulär, einfach nur ein dunkler Gang, wo man sich gut verletzen konnte 😛

Nach den Lava Caves ging es dan hoch zum Gipfel, den ich auch recht schnell erreichte. Erst konnte ich jedoch noch einen Blick in den Krater werfen, über den ein Vulkan nun mal verfügt. Der ist jedoch genauso vollständig von Bäumen bewachsen wie der Rest der Insel. Hinauf zum Gipfel führten noch ein paar Stufen, eine riesige Aussichtsplattform bot dort herrliche 360-Grad-Blicke.

Nun, was konnte man alles sehen?: nach Nordwesten bis zu den Waitakere Ranges, nach Nordosten über die Whangaparoa Peninsula und Orewa hinaus, Devonport und Auckland City sehr nah natürlich im Westen, genauso wie die anderen North-Shore und East-Auckland Suburbs. Man hatte sogar einen guten Blick über den Manukau Harbour und seinen Eintritt zur Tasmansee. Da fällt einem auf, wie schmal der Landstreifen bei Auckland zwischen der Tasmansee mit Manukau Harbour und dem Pazifik doch ist – lediglich ein dicht bebauter Landstreifen von vielleicht 5 Kilometern trennt die beiden Meere und sorgt dafür, dass ich hier in Helensville nicht auf der „nördlichen Nordinsel“ lebe. Nach Süden sieht man über den ganzen Süden Aucklands bis zu den Hunua Ranges, über Waiheke Island und im Südosten kann man gut die Berge der Coromandel-Peninsula erkennen. Genauso natürlich die vielen anderen Inseln im Hauraki Gulf, die Euch aber wie die schon genannten geografischen Namen ja eh nichts sagen werden. Drum schaut Euch lieber nur die Fotos an.

Nach dem ersten Genießen des Blickes marschierte ich einmal um den Krater, entlang an alten Wach- und Geschützstellungen aus der Zeit des 1. und 2. Weltkrieges. Aus Angst vor einer japanischen Invasion (zu der es jedoch nie kommen sollte) wurde die sehr günstige Lage Rangitotos dazu missbraucht, den gesamten Hauraki Gulf zu beobachten, zwischenzeitlich war die Insel militärisches Sperrgebiet.

Der Weg bot keine weiteren Einblicke in den Krater, dafür jedoch über das weite Meer bis zu Great Barrier Island in der Ferne und die Spitze der Coromandel-Peninsula. Rangitoto ist übrigens über einen künstlich aufgeschütteten Damm mit der Insel Motutapu verbunden, die deutlich älter ist und vor allem mit grünen Hügeln glänzen kann (seht ihr auf den Fotos).

Einmal rundum stieg ich dann wieder auf die Aussichtsplattform, machte es mir auf einer Bank gemütlich und beobachte den Hafen Aucklands – was ein genialer Blick auf die Wolkenkratzer der City, die Harbour Bridge, die Halbinsel mit Devonport, die Waitakere Ranges im Hintergrund, die Strände East Aucklands, die dicht beseidelten Suburbs, die vielen Segelschiffe, und und und…

Irgendwann hieß es Abschied nehmen, herunterwandern und auf die Fähre warten, die um 15.30 Uhr das letzte Mal zurück nach Auckland fuhr. Wer diese nicht kriegt, der muss irgendwie auf der Insel übernachten. Dementsprechend war der Andrang, das Fährunternehmen musste heute noch eine Ersatzfähre schicken, weil nicht alle Personen auf die Fähre kamen. Ich schon, dabei einen guten Platz besitzend, der mir die Gelegenheit eröffnete, noch ein paar Fotos von Meereshöhe zu machen.

In Auckland angekommen gönnte ich mir für meine Strapazen noch ein großes, leckeres Eis und marschierte die 3 Kilometer zuück zu meinem Auto, das mich letztlich wieder hier nach Helensville zurückbrachte. Als Rückweg benutzte ich diesmal nicht den üblichen Weg (wo ich mich jedesmal verirrte und auf gut Glück irgendwann auf den Motorway kam), sondern folgte den nahegelegenen anderen Motorway Richrung North Shore, der erst über die Harbour Bridge führte. Die bin ich ja schon ein paarmal gefahren, jedoch immer nur in der entgegengesetzten Richtung.

Noch eine Kleinigkeit, die mir dort aufgefallen ist: auf den Leuchtreklamen überhalb des Motorways  (Ihr wisst was ich meine :P) wurde eine verstärkte Polizeipräsenz angepriesen, die dan nauch bestätigt wurde. Finde ich ja nett, dass das extra angekündigt wird. Angehalten wurde ich zum Glück nicht, jetzt ohne Original-Führerschein wid mir immer etwas mulmig, wenn ich die Polizei sehe, was auf Aucklands Motoways fast immer der Fall ist. Meist rasen die in doppelt so schneller Geschwindigkeit wie der Rest des Verkehrs auf der rechtesten Spur hinter irgendwelchen Verkehrssündern nach, die wohl doch recht häufig sind, den angehaltenen Autos nach zu urteilen, die man tagtäglich sieht.

Nun aber Schluss damit, kommen wir nun zu den Bildern. Erfreut Euch dran!

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