Der Weg nach Waitomo (und zurück)

Über den Weg nach Waitomo und zurück möchte ich nicht allzu viele Worte verlieren. Meine Route führte mich erst über Aucklands Motorway bis nach Tuakau, einem kleinen Städtchen südlich von Auckland, danach dann an die Küste nach Port Waikato, immer den Lauf des Waikato, Neuseelands längsten Flusses folgend, der sich in eben jenen Örtchen ins Meer ergiesst. Nach einen kleinen Stopp dort ging es dann über Schotterstraßen durch die zerklüftete Limestone-Landschaft südlich von Waikato. Die „Wetterspitze“ von Herr der Ringe habe ich nicht entdeckt (hab mir allerdings auch keine Mühe gegeben), all die Steinformationen ließen die Gegend aber als guten Drehort erahnen. An den Nikau Caves, an denen ich zufällig vorbeifuhr, machte ich eine Rast, erfuhr von den dortigen kleinen Cafe jedoch, dass die Höhlen mal wieder nur mit Führung besichtigt werden könnten und im voraus gebucht werden müssen.

Weiter führte mich mein Weg, irgendwann kam ich in Raglan an, einen sympathischen Küstenstädtchen, den ich recht sicher noch einen zweiten Besuch abstatten werde. Raglan, vorallem populär bei Surfern, hat nicht nur hohe Wellen, sondern auch einen idyllischen Naturhafen ohne diesen. Im Hintergrund erhebt sich der 900m hohe Mt Kariori, den ich nach meinen Stopp in Raglan auf einer wunderbar gelegenen Schotterstraße umfuhr, direkt an den Hängen zwischen Berg und Meer gelegen und einen wundervollen Ausblick bietend, der sehr oft zu einer Fotopause einlud.

Auf scheinbar endlosen Schotterpisten undmit teilweise ein wenig Verfahren kam ich dann nach Passieren des Aotea Harbours am direkt nebean liegenden Kawhia Harbour an, wo ich im gleichnamigen Örtchen eine Pause machte, um dann gleich zu einem Strand zu fahren, wo es angeblich, wie beim „Hot Water Beach“ nahe Whitianga, heiße Quellen unter dem Sand geben soll. Der Strand war jedoch menschenleer, und ich hatte keine Zeit, sodass ich mich aufs Suchen jener nicht einließ, zumal ich ja eh keine Schaufel hatte und die exakte Location nicht wusste. Es war nämlich bereits fast Sonnenuntergang, eine Zeit wo ich eigentlich schon in Waitomo sein wollte, wohin ich von Kawhia aber noch gut 90 Minuten brauchtee, dabei aber noch mit schönen Blicken des Kawhia Harbours bei Sonnenuntergang belohnt wurde, ehe es in der Dunkelheit in die Hügellandschaft rund um Waitomo ging. Auf den Straßen machte ich auch erstmals (kaum zu glauben) Erfahrung mit Possums, jener tierischen Plage, die jeder Neuseeländer abgrundtief hasst, ich aber irgendwie bisher noch nie zu Gesicht bekommen habe. Und plötzlich, auf den letzten Kilometern nach Waitomo gleich dreimal! Beim ersten Mal habe ich noch gebremst, beim zweiten Mal wollte ich eine „Roadpizza“ auf dem Asphalt backen, doch der Possum entkam mir knapp, ebenso beim dritten Mal. Zwischendurch standen nahe einem einsamen Haus noch ein kleines Schweinchen (wie „Schnitzel“) samt 2 Hunden auf der Straße, die ich spät bemerkte und grade noch so durch eine Vollbremsung rettete, mein Auto kam nämlich exakt ein Meter vor denen noch zu stehen (das zeigt, dass die Bremsen immer noch gut funktionieren).

Irgendwan war ich dann an meiner Unterkunft angekommen, eine Stunde später als angekündigt und völlig verlassen. Meine Unterkunft war ein Backpackers direkt neben dem Büro (und dazu gehörend) des Veranstalters meiner Cavingtour. Mir wurde jedoch ein Schlüssel hinterlassen und ich machte es mir im völlig einsamen Haus bequem. Ein ganzes großes Haus für mich, ein schönes, großes, „normales“ Bett im unbesetzten 4-Bettzimmer, das sogar über ein „ensuite“ Badezimmer verfügte, in denen ich eine ausgiebig Dusche nehmen konnte. Von der Ausstattung war der Backpackers bisher in einer Kategorie, die bisher noch fast keiner erreicht hat, weshalb ich mich wunderte, dass keiner dort übernachtete (außer ich). Das liegt jedoch wohl an der Tatsache, dass die Unterkunft 7km vom eigentlichen Ort Waitomo entfernt liegt, also nur für Leute mit eigenem Vehikel wirklich sinnvoll ist. Mit dem machte ich mich dann  auch noch ins Örtchen Waitomo auf, dass nur aus Unterkünften, den Höhlenveranstaltern, Infozentrum und Bars und Restaurants zu bestehen scheint, wo ich auch ein kleines Abendessen zu mir nahm.

Am anderen Tag fand dann die bereits ausführlich erzählte Cavingtour statt, die aber wirklich ihr Geld wert war! Nach dieser fuhr ich nochmals nach Waitomo und schaute mir das örtliche Museum an, ein Ticket dafür war bereits in meiner Cavingtour enthalten. War ganz interessant, man hat noch einiges über die Glowworms und die Gegend gelernt, womit ich Euch aber nicht belästigen will. Ein Kilometer vom Ort entfernt liegen dann die eigentlichen Waitomo Caves, gekrönt von einem futuristisch anmutenden Empfangsgebäude. Ich wagte einen Blick, ging jedoch nicht in die Waitomo Caves, da mir 50$ für eine knapp halbstündige Führung und Bootsfahrt durch die Waitomo Caves etwas überteuert war, zumal laut meinem Guide bei der Cavingtour die Glühwürmer auch nicht besser oder anders seien. Die Waitomo Caves seinen eben“die Besichtigungstour, wo man trocken bleibt“, während das Caving den Abenteuerlustigen, Nässe nicht Scheuenden vorbehalten bleibt.

Schon bald machte ich mich an die Rückfahrt nach Auckland, die diesmal jedoch über vernünftige Straßen ging und dreimal so schnell vonstatten ging (3h statt 9h). Auf dem Weg sah ich z.B noch den Mt Pirongia, einen knapp 100m hohen einsamen Berg, der bei Felskletteren sehr beliebt ist, sowie den Waikato nahe Huntly, der dort noch recht schmal ist. Der Blick über den Fluss brachte auch ein großes Kraftwerk zum Vorschein, das größte Verbrennungskraftwerk Neuseelands, ein Kohlekraftwerk, da nahe Huntly seit jeher Kohle abgebaut wird. Wusste garnicht, dass die Neuseeländer mit Kohle ihre Luft verpesten – macht in Huntly allerdings auch nicht allzu viel aus, da ist die Landschaft nicht allzu sehenswert.

Die Reise nach Helensville zurück lief dann weitgehend flüssig, bis auf den üblichen Stau auf dem Motorway zwischen Manukau und Auckland City, wo ich fast eine Stunde für den Weg benötigte, den man sonst in 10 Minuten zurücklegt. Soviel dazu, nun gibt es noch ein paar Bilder, die das illustrieren.

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