Caving-Tour (inkl. Bilder !)

Hallihallo, da bin ich wieder. Nicht steckengeblieben und in einer dunklen Höhle verottet. Wie ich zu diesen Höhlen hinkam, nämlich über eine epische 9-Stundenfahrt entlang der Schotterstraßen der Westküste erzähle ich morgen, die Caving-Tour ziehe ich Euch zuliebe vor und beschränke mich auch rein darauf.

Nach einer Nacht im meines Veranstalter hauseigenen Backpackers, den ich völlig für mich allein hatte (mehr dazu morgen), wachte ich nach einer schlaflosen Nacht (war ich wohl etwa nervös!) früh auf, um nach einer ausgiebigen warmen Dusche mich ins Abenteuer zu stürzen.

Der Veranstalter, dem ich meine arme Seele verkaufte, heisst Rap, Raft’n Rock. Ich wartete also erst einmal auf die anderen Teilnehmer, 3 Amerikanern aus Miami – ein junges Paar samt älterer Frau.

Mit dieser angenehm kleinen Gruppe samt unseren Guide Rudy sprangen wir dann in  den Van und fuhren zur hauseigenen Höhle – nicht etwa Richtung Waitomo Caves, sondern in die andere Richtung, nach einer 15m-Fahrt mit etlichen Kurven waren wir aber letztlich trotzdem jenen recht nahe (ihr seid mit der Geografie ja eh nicht vertraut).

In einer kleinen Hütte wurde sich dann umgekleidet. Erst die mitgebrachte Badehose an, dann nach und nach die andere Ausrüstung. So gab es natürlich einen Neoprenanzug + eine extra Neoprenjacke, was bei dem etwa 10 Grad kalten Wasser auch notwendig ist. Über den Neopren wurde noch eine Hose gezogen, um die Nähte vor scharfen Kanten zu schützen, die es unzweifelhaft gab. Auf den Kopf kam ein Helm mit gasbetriebener Höhlenlampe, auf die Füße Stiefel. Die Stiefel haben aber überhaupt nicht gepasst, meine schmalen, langen Füße machten die Wahl etwas schwierig. So fand ich letztlich zwar von der Länge angemessene, aber extrem weite (kann man auf den Fotos gut sehen), die immerhin so fest am Fuß saßen, das sie mir beim Abseilen nicht vom Fuß fielen. Der Ausruf eines  Mitteilnehmers, dass die „Stiefel unten ein Loch hätten“ wurden mit Gelächter quittiert. Logisch – Wasser kommt eh hinein, also schadet ein kleiner Abfluss ja auch nicht. In denen mussten wir allerdings Socken tragen – die wurden natürlich ordentlich naß. Letztlich gab es dann noch Sicherheitsgurte, wie man sie vom Klettern kennt, dann stiegen wir wieder zum Van und fuhren noch einmal 5 Minuten über eine holprige Schotterstraße zum Höhleneingang, gelegen in der grünen Hügellandschaft rund um Waitomo.

Bevor es jedoch in die Höhle ging, wurde noch ein kleines Abseil-Training gegeben. Wir klippten unsere Sicherungen also fachmännisch in Übungsseile ein und probierten aus, wie man beim Abseilen stoppt bzw. weiter fällt…

Nun, genug aug die Folter gespannt, es ging dann los. Auf ging es zum Loch, denn die Höhle liegt nicht ebenerdig, sondern 37m unter uns, falls sich jemand schon über „Abseilen“ gewundert hat 😉

Nach und nach wurden die anderen 3 Teilnehmer dann abgeseilt, während ich zusehen durfte und immer nervöser wurde. Als letzter war ich dann auch endlich dran, wurde gesichert, über die Plattform geschwungen und hing dann 37m über den Boden. Ein schnelles Foto noch, dann ging es abseits.

Alle 1-2 Meter presste ich den Widerstand gegen das Seil, um zu stoppen (weiß jetzt nicht, wie dieses Abseilteil heisst…) und sackte so langsam aber stetig mit einigen Ruckeln zu Boden, schwung von der Wand ab und genoss natürlich die Szenerie der bewachsenen Höhlenwände. Viel zu schnell war ich dann auch unten, wo ich schon von den anderen erwartet wurde. Allerdings nicht auf trockenem Boden, sondern mitten im unterirdischen Flusslauf, an dieser Stelle etwa knietief.

Nach Oben schauend sah man noch Tageslicht, in beide Richtungen des Flusslaufes eröffnete sich dann ein Höhlensystem. Die Felswände ragten steil auf, bis auf eine Stelle, die wohl für den Wideraufstieg gedacht war, der uns am Ende auch noch bevorstand. Sah schon ziemlich steil aus, doch dazu später.

Nachdem Rudy unten war, wateten wir durch den Fluss, kriegten jeder einen schwarzen Gummireifen und begannen diesen auf der Schulter die Höhle zu erkunden. Die Stirnlmape wurde also angemacht, und es ging durch das (bei mir) bis etwa hüfthohe Wasser hindurchzuwaten, hin und wieder auch mal über trockenere Felsen. Die Reifen legten wir irgendwann weg, die brauchten wir erstmal nicht. Wär bei dem, worauf ich jetzt zu sprechen komme, auch hinderlich gewesen. Wir kletterten nämlich eine schmale Passage an der Höhlenwand entlang, um durch ein ziemlich schmales Loch wieder zum Flusslauf hinabzusteigen. Vergleichsweise mit den späteren Löchern war das aber noch harmlos und schon einmal eine gute Einstimmung.

Wir wateten also weiter durch den Flusslauf und mussten uns irgendwann durch das nächste, ungleich engere Loch quetschen. Im Liegen, Kopf zuerst, quetschte ich mich wie eine Schlange durch die sehr schmale Passage, die absolut keine Bewegungsfreiheit bot. Schade bloß, dass das Ende der Passage über einen Meter über den Boden lag – kopfüber ins Wasserwar schon meine Angst, doch ich wurde sanft hinausgezogen und herabgesetzt.

Weiter wateten wir durch die Höhle, unsere Stiefel voller Wasser, das entsetzlich kalt war, wie gesagt etwa 10 Grad. Irgendwann ging es in die Richtung dann nicht mehr wirklich weiter, wir befanden uns jedoch in einer großen Grotte, wo man gut Gluhwürmchen begucken konnten. Wir knipsten also unsere Lichter aus und wagten einen Blick. Man muss dazu wissen, dass die „Glowworms“ sozusagen allergisch gegen Licht sind und bei fremden Licht ihre Leuchtkraft für kurze Zeit verlieren. Wir warteten also gewisse Zeit und schon bald war die ganze Höhlendecke von lauter kleinen leuchtenden Punkten übersät. Wie der Sternenhimmel, atemberaubend…

Unser Guide zeigte uns auch die „Angelleinen“ der Glowworms (siehe Bilder). Die Glowworms sind richtige, garnicht so kleine Würmer, die wie Spinnen sekretartige Fäden spinnen, die darüber hinaus sogar durch Bioluminisenz leuchten. Diese locken dann Insekten an, die durch den Fluss in die Höhle getrieben werden, die Lichtfäden sahen, darauf zuflogen und dort dann festklebten, ehe der Wurm sie verspeisen tut. Bei der Menge an Glow Wormes muss es ganz schön viele Insekten dort geben. So zeigte unser Guide uns zuvor bereits einen Weta, ein typisch neuseeländisches huschreckenähnliches Insekt, das ganz schön groß werden kann.

Aber genug Biologie, weiter zum Caving. Nach der Ansicht der wundervollen Glowworms ging es wieder zurück, ab dem Platz, wo wir unsere Reifen hinterließen, stiegen wir dann in diese und trieben über das Wasser zurück zum Höhlenein- bzw. austieg. Es heißt „Blackwater Rafting“, hat mit Rafting aber soviel zu tun wie die CDU und der Atomausstieg 😛

Aber das war mir vorher bewusst, und es war trotzdem ja ganz nett, langsam dahinzugleiten. Am Ein-/Ausstieg war die Tour natürlich noch nicht beendet, sondern es wurde die andere Höhle auf der anderen Seite erkundet. Erst ging es wieder durch das Wasser, wo wir unter anderem auch einen schleimigen Aal sahen, diese Spezies lebt nämlich in den dunklen Wassern dort unten. Zum Glück war ich (bis dahin) nicht in tieferen Wasser als bis zur Hüfte.

Nachdem ich mal wieder irgendwo durchgequetscht hatte, nahmen wir dann irgendwann wieder unsere Reifen und trieben auf den Wasser durch das unterirdische Flusssystem, das auch Gollum sicher gefallen hätte. In einem etwas größeren Pool angekommen forderte unser Guide uns dazu auf, vom Reifen ins Wasser zu springen. War ja nicht tief dachte ich, schließlich konten alle, auch eine kleinere Teilnehmerin stehen.

Tja, schade, ich war wohl an der falschen Stelle. Rein ins Wasser und meine Füße fanden keinen Grund, ich tauchte also erstmal unter (und, wie man vielleicht weiß, gibt es kaum was Schlimmeres für mich). Zu allem Unglück war mein Reifen nun auch weggetrieben, also musste ich immernoch voller Panik in voller Montur zur Felswand schwimmen, wo das Wasser wieder etwas flacher war. Das ist garnicht so einfach, besonders in den sehr weiten Gummistiefeln. Doch ich ertrank nicht und verlor auch keine Gummistiefel. Ganz im Gegensatz zu einen meiner Begleiter, deren Gummistiefel verabschiedeten sich auf den Grund des Flusses und tauchten auch nicht wieder auf. Stand also Caving nur in den, ohnehin völlig durchnässten Socken an.

Die Reifen ließen wir dort zurück (darum sollten wir wohl auch runter) und caveten dann durch eine relativ trockene Höhle weiter.

Irgendwann stand dann mal wieder „durch Löcher quetschen“ an, dieses Mal das für mich Schlimmste. Erst ging es 2m hoch, dann musste man in einer schmalen Passage an der Höhlenwand entlangkriechen, was eher schlecht als recht gelang. Als ich dann jedoch ins ins Loch schaute, wo ich hindurch sollte, war mir etwas mulmig. Es ging nämlich schräg nach unten, ca. 4 Meter lang und 2m tief, aber nicht etwa einfach zum Runterrutschen.

Kopf zuerst tastete ich mich vor, mit den Händen voraus stützte ich mich an den glitschigen Felsen ab, langsam ließ ich mich runterrutschen und schaute irgendwann 2m nach unten, da drt Untergrunf aufhörte. Da sollte ich also vorwärts runterstürzen? Irgendwie gelang mir das tatsächlich. An den Felsen gut abgestützt schob ich mich soweit vor, bis ich meine Füße nach unten schwingen konnte und diese Prüfung bestanden hatte. Hätte ich nicht von mir gedacht…

Es ging noch etwas weiter, wieder durch Wasser, auch in eine sehr matschige Nebenpassage, wo auch das sonst recht klare Wasser eine trübbraune Masse war. Das Wasser dort im Fluss sollte man zwar besser nicht trinken, an einer Stelle tropfte jedoch Wasser von der Decke, das wir alle kosteten und für gut befanden. Besser als das Zeugs hier auf der Farm…

Nun, ich will es niht zu lang machen.Ab und an quetschten wir uns noch durch irgendwelche optionalen Löcher, in einem blieb ich dann wirklich stecken. bzw. vielmehr mein Stiefel, in einer Felsspalte. Meinen Fuß konnte ich befreien, den Stiefel musste jedoch mein Nachfolger befreien. Aber nach Ach und Krach kam ich doch noch raus und konnte bei der darauf folgenden Pause warmen Fruchtsaft und leckere Schokolade geniessen – in völliger Dunkelheit.

Den ganzen Weg ging es natürlich auch noch zurück, teilweise wieder auf dem Reifen treibend, unterwegs hatten wir noch ein Rendezvous mit einem zutraulichen Aal, den der Guide immer füttert. Zum Streicheln ließ ich mich aber nicht Hinreißen.

Dann, als man wieder Tageslicht sehen konnte, stand die letzte Etappe an, der Aufstieg. Ich habe längst nicht alles vom Caving aufgezählt, ist einfach zuviel, aber die wichtigisten Sachen waren dabei 😉 Eine Sache noch: Das Wasser war recht niedrig bei uns. Vor allem in Winter ist es höher, was auch mehr Reifenrafting bedeutet, allerdings auch teilweise Schwimmen. Wenn das Wasser zu hoch wird, wird die ganze Veranstaltung geschlossen, ist ja auch vernünftig. Von dieser Marke waren wir aber etwa einen halben Meter entfernt.

Nun zum Aufstieg: eine nicht unsteile Felswand, die es zu erklimmen galt, immerhin 25m hoch. Ich war der letzte, konnte also zuschauen, wie die anderen das so anstellten.

Zuerst unser Guide, der gekonnt und ungesichert (wer sollte ihn auch sichern?) recht schnell die Passage nach oben machte, darauf die jüngere Teilnehmerin, die etwas länger brauchte.

Der Aufstieg der älteren Dame zog sich jedoch Stunden hin. Schon zuvor wurde unser Trip immer wieder verzögert. Aber man möge mir nciht fehlende Toleranz vor dem Alter vorwerfen, ich habe geduldig gewartet. Damen in dem Alter, die noch Hermannslauf laufen, hätten das sicher schneller hinbekommen 😉

Nach der älteren Dame folgte dann noch der junge Amerikaner, der in Wahnsinnsgeschwindigkeit nach oben kletterte (war auch geübter Rockclimber), dann kam als letzter ich. Ein durchaus harter Aufstieg. Lag natürlich vorallem an den Stiefeln, nicht grade sehr treffliche Kletterschuhe, aber irgendwie ging es. Gesichert an einem Seil von oben kletterte ich erst die Schräge hoch, kam dann aber bald auch an eine senkrechte Passage, die ich langsam aber steitg mit all meiner Muskelkraft (die bekanntlich eher im Gehirn sitzt) meisterte. Irgendwann war ich dann auch, völlig erschöpft, oben angekommen, nachdem ich auf den letzten Metern fast schlapp gemacht hätte, weil ich mehrmals (s**** Stiefel) weggerutscht bin. Aber das Seil hat mich gehalten und mich auch mehr oder weniger nach oben gezogen. Nun, dann war ich eben wieder oben.

Den Rest erspar ich Euch mal, oder erzähle morgen, für die Erzählung dieses kleinen Trips habe ich schon knapp 2 Stunden benötigt, ohne die ganzen Fotos hochgeladen zu haben, die Ihr euch jetzt noch ansehen könnt. Die habe ich nämlich zusätzlich noch erworben. Kostet zwar was zusätzlich (diese typische „Abzocke“ ist überall), auf einen 2-MB-Stick statt auf CD kommend (auf meinen Wunsch) hin hat es aber auch einen zusätzlichen Mehrwert. Die Bilder von mir sind nicht grade toll, aber ich möchte sie Euch ja nicht vorenthalten. Die anderen Bilder zeigen die Höhle genauso, wie Sie auch bei mir aussah (Höhlen ändern sich ja nicht so), wurden jedoch nicht am heutigen Tag aufgenommen.

Nun denn, hier sind Sie 😉

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